Category: Baseball in Deutschland

Oktober 15th, 2017 by Dominik

Die Finalserie um die Deutsche Meisterschaft im Baseball erstreckte sich über die volle Anzahl von fünf Spielen, aber am Ende war das Resultat doch eindeutig: Mit 8:1 holten sich die Heidenheim Heideköpfe einen nie gefährdeten Sieg gegen die Bonn Capitals und sind damit nach 2009 und 2015 zum dritten Mal Deutscher Meister.

Man kann nur herzlich gratulieren und neidlos anerkennen, dass der Titel völlig verdient in Heidenheim gelandet ist: Die Heideköpfe haben souverän die Südmeisterschaft gewonnen, sie haben ebenso souverän die Interleaguerunde gewonnen und auf den letzten Etappen haben sie zuerst den Titelverteidiger Mainz Athletics und dann den Nordmeister Bonn Capitals bezwungen. Anders formuliert: Sie haben sich allen denkbaren Herausforderungen gestellt und jede davon gemeistert.

Der Held des entscheidenden Spiels war Clayton Freimuth. Der Pitcher, der zuletzt meistens als Reliever für die letzten Innings verwendet worden war, bekam dieses Mal den Start und ging über die volle Distanz, in der er nur drei Hits zuließ und zwölf Strikeouts verbuchte. Die offensiven Highlights setzten Mitch Nilsson und Shawn Larry mit je einem Homerun für Heidenheim.

Für die Bonn Capitals lief an diesem Tag nicht viel zusammen, aber über die gesamte Saison betrachtet ist auch die Leistung des Nord- und Vizemeisters aller Ehren wert. Die erste Deutsche Meisterschaft der Capitals war in greifbarer Nähe und angesichts ihrer Dominanz in der Nordstaffel ist wohl fest davon auszugehen, dass mit den Bonnern auch in den nächsten Jahren zu rechnen ist.

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Oktober 13th, 2017 by Dominik

Bei all der Spannung und Dramatik um die MLB-Playoffs – die Chicago Cubs haben heute Morgen als letztes die Championship-Serie erreicht – wollen wir nicht vergessen, dass auch in Deutschland Baseball gespielt wird. Es steht zwar nur noch ein einziges Spiel an, aber es ist das wichtigste des Jahres: Spiel fünf der Best-of-Five-Serie um die Deutsche Meisterschaft.

Am Samstag um 14 Uhr empfangen die Heidenheim Heideköpfe die Bonn Capitals. Anders als an den beiden vorherigen Wochenenden wird es dieses Mal keine Siegteilung geben. Einer gewinnt und ist damit Deutscher Meister.

Die Capitals können im Pitching auf Sascha Koch, Maurice Wilhelm und Max Schmitz setzen, auf den verletzten Marcus Solbach müssen sie verzichten. Heidenheim baut voraussichtlich auf Ricky Torres und Clayton Freimuth. Am Schlag bieten sowohl der Nord- als auch der Südmeister die beste Offensive ihrer jeweiligen Liga auf.

Außer im Heidenheimer Ballpark kann man das Spiel als Videostream von Legionäre TV auf Youtube sowie im Livescoring auf Gamechanger verfolgen.

Bereits gefallen sind übrigens die Auf- und Abstiegsentscheidungen: Dass die Bad Homburg Hornets aus der Bundesliga Süd ab- und dafür die Ulm Falcons aufsteigen, steht schon länger fest, ebenso der Aufstieg der Berlin Flamingos in die Bundesliga Nord. Neu ist, dass auch die Bremen Dockers zukünftig die Bundesliga Nord bereichern werden, während die Dortmund Wanderers den Gang in die Zweitklassigkeit antreten müssen. Die Ergebnisse der Relegationsserie zeigen mal wieder, wie verrückt Baseball manchmal sein kann: Das Hinspiel in Dortmund gewannen die Wanderers mit 24:0, im Rückspiel siegte Bremen 3:2 nach zwölf Innings und behielt auch in der entscheidenden Partie mit 6:1 die Oberhand.

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September 26th, 2017 by Dominik

Die Heidenheim Heideköpfe und die Bonn Capitals spielen an den kommenden zwei bis drei Wochenenden den Deutschen Meister im Baseball aus. Somit treffen im Finale der Südmeister und der Nordmeister der regulären Saison aufeinander.

Beide Teams haben die Höchstzahl von fünf Spielen gebraucht, um sich ihrer Halbfinalgegner zu entledigen, beide hinterließen aber im Endeffekt keinen Zweifel, dass sie den Finaleinzug verdient haben. Bonn überzeugte gegen München-Haar vor allem mit enorm starkem Pitching und gewann alle drei Spiele, in denen die Bayern nicht auf ihr eigenes Pitcher-Ass Ryan Bollinger zurückgreifen konnten. Heidenheim besiegte Mainz vor allem mit starker Offensive, wobei auch eine Rolle spielte, dass es den Athletics in den Spielen vier und fünf an gesunden und erfahrenen Pitchern mangelte.

Vom Saisonverlauf her ist es schwer, einen Favorit auszumachen: Beide Teams gewannen ihre Staffel der Baseball-Bundesliga deutlich und von den beiden direkten Aufeinandertreffen in der Interleague-Runde gewann jedes Team eines. In den anderen Interleague-Spielen überzeugten die Heideköpfe etwas mehr als die Capitals, dafür haben diese sich inzwischen mit USA-Rückkehrer Markus Solbach noch einmal deutlich verstärkt.

Die Erfahrung aus den letzten Jahren spricht eher für die Heideköpfe – neun der letzten zehn Meisterschaften gingen an den Süden, zwei davon nach Heidenheim, das in diesem Zeitraum zwei weitere Male im Finale stand. Für die Capitals hingegen wird es die erste Endspielteilnahme seit 1999, als sie den Paderborn Untouchables unterlagen.

Ich denke und hoffe, dass das Finale genauso spannend wird wie die beiden Halbfinal-Runden. Die ersten beiden Partien finden am kommenden Samstag und Sonntag jeweils um 14 Uhr in Heidenheim statt, am Wochenende danach stehen in Bonn die Spiele drei und vier an, ebenfalls um 14 Uhr am Samstag und am Sonntag. Falls ein Spiel fünf notwendig wird, so geht es dafür am 14. Oktober wieder nach Heidenheim. Besuchen werde ich voraussichtlich keines der Spiele; zu einer solchen Reise fehlt mir nach dem Ausscheiden meiner Mainzer Lieblinge ein bisschen der innere Antrieb. Aber ich werde alle Möglichkeiten nutzen, die Spiele aus der Ferne zu verfolgen. Zu diesen Möglichkeiten gehört mindestens das Live-Scoring auf Gamechanger, vermutlich aber auch ein Radiostream auf meinsportradio.de und vielleicht sogar ein Videostream. Auf der Seite der Baseball-Bundesliga wird man das rechtzeitig erfahren.

Nachtrag: Das mit dem Videostream hat sich geklärt, schaut euch einfach Jochens hilfreichen Kommentar unter diesem Artikel an!

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September 18th, 2017 by Dominik

Man kann es nicht oft genug sagen: Besucht die heimischen Ballparks, da wird sehr guter Baseball gespielt – natürlich nicht ganz auf MLB-Niveau, aber mit genauso viel Herzblut und Leidenschaft. Zugegeben, in manchen Begegnungen während der regulären Saison ist das Leistungsgefälle leider sehr hoch. Aber spätestens in den Playoffs, wenn die Créme des Bundesliga-Baseballs unter sich ist, geht es regelmäßig extrem spannend zu.

Im Viertelfinale war dieses Jahr vor allem ein Duell heiß umkämpft, nämlich das zwischen den beiden Erzrivalen des Nordens, den Bonn Capitals und den Solingen Alligators. Favorit Bonn hatte in seinen Heimspielen mit zwei Siegen vorgelegt, doch die Solinger konnten die Best-of-Five-Serie in ihren beiden Heimspielen drehen. Da das Regenwetter an dem betreffenden Wochenende nicht mehr als diese zwei Spiele erlaubte, mussten die Capitals und die Alligators am eigentlichen Halbfinal-Wochenende nachsitzen: Am vergangenen Samstag spielten sie in Spiel fünf zunächst ihren Sieger aus – die Capitals behielten dank eines Galauftritts von Pitcher Sascha Koch (Complete Game, 3 Hits, 1 Run) mit 6:1 die Oberhand –, der dann gleich am Sonntag seine Heimspiele im Halbfinale gegen die München-Haar Disciples austragen musste.

Die Disciples, die sich mit 3:1 Siegen über Paderborn ins Halbfinale gespielt hatten, gerieten im ersten Spiel in Bonn mit 0:10 sehr deutlich unter die Räder, revanchierten sich aber im zweiten Teil des Doubleheaders mit einem 7:4-Sieg. Haars Star-Pitcher Ryan Bollinger sorgte mit 14 Strikeouts in sieben Innings mal wieder für anerkennendes Staunen, allerdings ließ er auch untypische vier Runs zu. In beiden Spielen gab es eine frühe Vorentscheidung durch je ein großes Inning des späteren Siegers: sechs Runs für die Capitals im dritten Inning des ersten, fünf Runs für die Disciples im zweiten Inning des zweiten Spiels. Für das kommende Wochenende ist in diesem Duell alles offen. Es wird in Haar mindestens zwei Spiele geben (Samstag, 14 Uhr, und Sonntag, 13 Uhr) und falls nötig das entscheidende fünfte Spiel direkt im Anschluss.

Genauso sieht es zwischen den Mainz Athletics und den Heidenheim Heideköpfen aus: Auch im Duell des Deutschen Meisters von 2016 und des Spitzenreiters der regulären Saison 2017 steht es 1:1. Die Heideköpfe setzten sich am Samstag mit 5:2 durch, am Sonntag gelang den Athletics ein 3:2-Auswärtssieg. Die Partien drei und vier finden am Samstag (16 Uhr) und Sonntag (13 Uhr) in Mainz statt. Auch hier wird nötigenfalls direkt im Anschluss an das vierte Spiel noch das fünfte ausgetragen. Als Sympathisant der Athletics hoffe ich, dass es dazu nicht kommen wird, denn die Mainzer sind dieses Jahr mit Pitchern leider recht dünn besetzt. Die beiden Starter Tim Stahlmann und Riley Barr müssen sich in Deutschland vor niemandem verstecken, doch drei Spiele an einem Wochenende würden zwangsläufig zu einer Notlösung führen. Mit dem jungen Yannic Wildenhain und „Umschüler“ Lennard Stöcklin sind noch zwei gute Leute vorhanden, aber beide sähe ich lieber in zwei, drei Relief-Innings denn als Starter.

Auch um Auf- und Abstieg wird übrigens noch gerungen, jedenfalls in der Bundesliga Nord. Da anstatt der vorgesehenen acht Teams zuletzt nur sieben Mannschaften mitspielten, wird es aus den zweiten Ligen einen direkten Aufsteiger geben und einen weiteren Kandidaten, der gegen den Verlierer der Bundesliga-Playdowns, die Dortmund Wanderers, eine Relegationsserie spielt. Die besten Karten haben dabei die Berlin Flamingos. Sie haben das Glück, dass der eigentliche Split gegen die Bremen Dockers in zwei Siege für Berlin umgewandelt wurde, nachdem Bremen versehentlich einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt hatte. Die Flamingos dürften nun – wenn ich nichts übersehe oder falsch interpretiere – als Direktaufsteiger feststehen. Am Samstag ab 12 Uhr hat Bremen gegen die Neunkirchen Nightmares Gelegenheit, den Lapsus auszubügeln und zumindest noch in die Relegation einzuziehen. Neunkirchen würde dafür ein Split reichen.

Im Süden ist die Entscheidung bereits gefallen: Die Bad Homburg Hornets müssen, nachdem die Playdowns äußerst knapp mit 2:3 Siegen gegen Vorjahresaufsteiger Saarlouis verloren wurden, den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Ihren Platz in der Bundesliga nehmen die Ulm Falcons ein. Die eigentlich auch im Süden vorgesehene Qualifikationsrunde entfiel, weil alle anderen dazu berechtigten Kandidaten auf die Möglichkeit zum Aufstieg verzichteten.

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August 29th, 2017 by Dominik

Welche Teams in die Playoffs der Baseball-Bundesliga kommen, steht schon seit Mitte Juli fest. Dass die Meisterschaftsrunde erst am kommenden Wochenende mit den Viertelfinalspielen beginnt, liegt an einer Neuerung: Erstmals gab es eine Interleague-Runde, in der die vier besten Teams aus dem Norden je eine Zwei-Spiele-Serie gegen die vier besten Teams aus dem Süden spielten.

Mein persönliches Fazit nach dieser neuen Interleague-Runde: Ich fand es einerseits sehr interessant, die Mannschaften aus den beiden Ligen schon vor den Playoffs mal im direkten Vergleich zu sehen. Andererseits fand ich schade, dass die Interleague sich erstens auf die Playoffteilnehmer beschränkt und dass es ihr zweitens etwas an Spannung mangelt, weil es vier Wochen lang nur um Details der Setzliste für die Playoffs geht. Daher fände ich gut, wenn es auch in Zukunft Interleague-Spiele gibt, man sich aber über den Modus noch mal Gedanken gemacht.

Generell hat sich im Vergleich der beiden Staffeln die Einschätzung bestätigt, die sich seit ein paar Jahren aufdrängt: Der Abstand ist nicht groß, aber der Süden ist tendenziell etwas stärker als der Norden. In der gemeinsamen Abschlusstabelle der acht Playoffteilnehmer stehen mit Heidenheim und Haar zwei Südteams an der Spitze; Nordmeister Bonn hat es als einzige Mannschaft aus dem Norden in die obere Tabellenhälfte geschafft, in der Interleague aber auch nur drei von acht Spielen gewonnen.

Nun steht also endlich das Viertelfinale an mit zwei Nord-Süd-Duellen, einem Nord- und einem Süd-Derby. Die Serien dieser Runde werden im Modus Best of Five ausgetragen, man benötigt also drei Siege zum Weiterkommen. In den ersten beiden Spielen hat das besser platzierte Team Heimrecht, in den nächsten beiden die andere Mannschaft. Falls ein fünftes Spiel nötig wird, so hat offiziell wieder das besser platzierte Team Heimrecht. Gespielt wird das fünfte Spiel trotzdem auf dem Platz des anderen Teams, damit man nach zwei Wochenenden mit der Runde durch ist.

Heidenheim Heideköpfe – Mannheim Tornados
Die Heideköpfe sind souverän Südmeister geworden und haben auch in der Interleague sechs von acht Spielen gewonnen. Gegen die Tornados waren sie in allen vier Spielen der regulären Saison siegreich. Alles andere als ein souveränes Weiterkommen der Heideköpfe wäre eine Überraschung.

Haar Disciples – Untouchables Paderborn
Auch in dieser Playoff-Paarung sehe ich einen klaren Favoriten: Durch einen Sweep gegen Nordmeister Bonn haben die Disciples am letzten Interleague-Wochenende ihre Ambitionen deutlich unterstrichen. Zwar bringen sie keine ganz so explosive Offense auf das Feld wie beispielsweise Heidenheim oder Mainz, dafür steht aber in jedem zweiten Spiel mit Ryan Bollinger der wohl stärkste Pitcher auf dem Mound, den die Bundesliga in den letzten Jahren gesehen hat. Auch die Untouchables, für die die Saison eher durchwachsen verlief und die Playoffteilnahme erst spät gesichert wurde, haben ihre Stärken mehr in der Defense als in der Offense. Highscoring ist von dieser Paarung also eher nicht zu erwarten.

Bonn Capitals – Solingen Alligators
Bonn gegen Solingen war in den letzten Jahren das Duell an der Spitze der Bundesliga Nord. Dieses Jahr haben die Capitals die vier regulären Saisonspiele gegen die Alligators gesweept und die Nordstaffel souverän gewonnen, während Solingen sich nicht aus dem breit aufgestellten Mittelfeld abheben konnte und letztlich hinter Dohren Dritter wurde. Ich kann nicht behaupten, mich in der Bundesliga Nord besonders gut auszukennen, aber alles, was an Zahlen und Fakten vorliegt, spricht dafür, dass die Alligators den Capitals dieses Jahr nicht das Wasser reichen können.

Mainz Athletics – Dohren Wild Farmers
Ich hoffe sehr, dass es auch in den anderen drei Paarungen spannender wird als erwartet, aber von der Ausgangslage dürfte Mainz gegen Dohren das engste Duell des Viertelfinales werden. Über längere Sicht betrachtet sieht es ein bisschen aus wie David gegen Goliath – auf der einen Seite die Mainzer, seit 26 Jahren durchgehend in der Bundesliga, zweifacher und aktuell amtierender Deutscher Meister sowie Europapokalsiegerbesieger; auf der anderen Seite Dohren als Aufsteiger, dessen erstmalige Playoff-Teilnahme vor der Saison wohl niemand vorhergesagt hätte. Doch der Status quo ist, dass sich beide Teams absolut auf Augenhöhe befinden: Beide sind in der regulären Saison Zweiter in ihrer Staffel geworden, beide stehen nach der Interleague-Runde mit einer 10-10-Bilanz gleichauf und ihr bislang erstes und einziges Aufeinandertreffen am vergangenen Wochenende endete mit einem Split. Lediglich dass die A’s ihr Spiel mit 13:8 deutlicher gewonnen haben als die Wild Farmers ihres mit 10:9, entschied letztlich das Heimrecht am ersten Wochenende für Mainz. Allerdings haben wohl auch beide Seiten insbesondere ihre Pitcher ein bisschen geschont. Ich tippe, dass am Ende die Ausgeglichenheit und Routine des Meisters über den Hunger des Überraschungsteams triumphieren wird.

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Juli 4th, 2017 by Dominik

Die erste Runde des All-Star-Votings der MLB ist abgeschlossen und ein Großteil der Roster steht fest.Jetzt wird es aber erst richtig spannend, denn nach dem zweimonatigen Wahlmarathon stehen nun nur noch wenige Tage zur Verfügung, um den letzten Teilnehmer in jeder der beiden Ligen zu wählen. Bis Donnerstag, 22 Uhr mitteleuropäischer Zeit, kann man noch seinen Final Vote abgeben und unter je fünf Spielern pro Liga entscheiden, welcher von ihnen in letzter Sekunde zu All-Star-Ehren kommt. Mir fehlt zwar gerade die Zeit zu großen Ausführungen und Analysen, aber meine Wahlempfehlungen möchte ich doch gerne loswerden:

In der American League geht meine Stimme an 1B Logan Morrison. Ähnlich wie sein Team, die Tampa Bay Rays, fliegt Morrison ein bisschen unter dem Radar und spielt dennoch eine ganz hervorragende Saison. Sein Batting Average von .256 lässt ihn auf den ersten Blick gegenüber der Konkurrenz etwas abfallen, doch man übersieht dabei leicht, dass er mit 14,5% eine hervorragende Walk-Rate hat und dadurch bei einer beachtlichen On-Base-Percentage von .366 landet – gleichauf mit Xander Bogaerts, der mit .314 den höchsten Average der fünf AL-Finalisten aufweist. Morrisons Fähigkeit, auf Base zu kommen, kombiniert mit seinen 24 Homeruns, beschert ihm einen OPS von .945, den fünfthöchsten der gesamten AL – alle vier Spieler, die vor ihm stehen, sind Starter im All-Star-Game.

Für die National League führt in meinen Augen kein Weg vorbei an 3B Justin Turner von den Los Angeles Dodgers. Dass man mit einer Slashline von .382/.472/.557 und einem fWAR von 3.7 (Zweiter in der NL) nicht schon in der ersten Wahlrunde mit Pauken und Trompeten in das All-Star-Roster eingezogen ist, kann nur ein Versehen sein – vielleicht nicht von den Fans, die Colorados Nolan Arenado zum Starter auf der Position gewählt haben, aber zumindest von den Spielern, bei denen Jake Lamb von den Diamondbacks die meisten Stimmen bekam. Bei allem Respekt für die gute Saison, die Lamb spielt: Turner ist besser und zwar deutlich. Die direkte Wahl gekostet hat ihn vermutlich, dass er mitten in der heißen Phase des Votings drei Wochen verletzt ausfiel und dadurch noch zu wenige Plate Appearances hat, um in den Statistiken als „qualified“ aufzutauchen. Die oben genannten Werte nach 251 PAs sprechen aber meines Erachtens eine klare Sprache, dass Justin Turner ins All-Star-Roster der NL gehört.

Auch in der deutschen Baseball-Bundesliga werden derzeit die All-Stars gewählt. Noch bis zum 10. Juli um 22 Uhr kann man einmal täglich für bis zu drei Spieler abstimmen. Da bei dem Event am 23. Juli in München-Haar nicht etwa der Norden gegen den Süden spielt, sondern die Bundesliga-All-Stars gemeinsam gegen die Deutsche Nationalmannschaft antreten, ist die Auswahl relativ stark eingeschränkt: Aktuelle Nationalspieler stehen logischerweise nicht zur Wahl. Dadurch dürften überwiegend die ausländischen Spieler der Bundesligisten als Favoriten in das Voting gehen.

Auch zur Bundesliga gebe ich eine Wahlempfehlung ab, allerdings ist diese relativ eindeutig gefärbt: In der Nordgruppe habe ich bislang kein einziges Spiel gesehen und im Süden in erster Linie „meine“ Mainzer – und ich wähle grundsätzlich keine Spieler nur aufgrund ihrer Zahlen, ohne mir selbst ein Bild von ihnen gemacht zu haben. Da einige Leistungsträger der Athletics wie Max Boldt und Tim Stahlmann durch die Zugehörigkeit zur Nationalmannschaft nicht im Pool sind, fällt mir die Wahl von Pitcher Riley Barr und Outfielder Peter Johanessen sehr leicht. Als Dritten im Bunde könnte ich mir zwar gut eine der Mainzer Mehrzweckwaffen Jeff Hunt, Zach Johnson oder Lennard Stöcklin vorstellen, aber irgendwo muss ich den Fanboy dann doch mal außen vor lassen und klar feststellen: Am Münchner Starter Ryan Bollinger führt in diesem Jahr kein Weg vorbei. Daher gehen meine Stimmen an Barr, Johanessen und Bollinger – einmal täglich, eine Woche lang.

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Juni 19th, 2017 by Dominik

Ich muss zugeben, meine Baseballgedanken drehen sich momentan gar nicht so sehr um die MLB, denn zwei Eindrücke vom vergangenen Wochenende sind bei mir massiv haften geblieben: Der eine war ein fantastisches Bundesliga-Ballgame zwischen den Mainz Athletics und den Haar Disciples mit zwölf scorelosen Innings, darunter acht bzw. neun von Riley Barr und Ryan Bollinger, den wohl besten Pitchern, die es in Deutschland zurzeit zu sehen gibt. Im dreizehnten Inning gab es dann leider ein sehr umstrittenes und letztlich spielentscheidendes Urteil der Umpires, die einen Ball als 2-Run-Homerun für die Disciples werteten, der für die meisten Beobachter – mich eingeschlossen – stark nach einem Foulball rechts vom Pfosten aussah. Die Versuchung war groß, mir direkt nach dem Spiel den Frust über die mögliche Fehlentscheidung von der Seele zu schreiben, aber dann dachte ich mir: Schiedsrichter sind auch nur Menschen und sie machen Woche für Woche auf sämtlichen Baseballplätzen der Republik einen meistens großartigen Job. Lassen wir es damit bewenden.

Das andere Wochenend-Ereignis war das erste T-Ball-Turnier meiner beiden Söhne, die ganz frisch bei den Main Taunus Redwings eingestiegen sind. Es war ein großartiger Tag bei perfektem Wetter und wir alle hatten Riesenspaß. Gewinnen stand nicht im Mittelpunkt, sie haben es aber trotzdem in allen vier Spielen getan und weil mein Kleiner der Jüngste im Team war, durfte er den Pokal entgegen nehmen. Ich könnte platzen vor lauter Vaterstolz. Aber auch darüber werde ich keinen Blogartikel schreiben, denn irgendwie fehlt ja zugegebenermaßen doch die überregionale Relevanz…

Stattdessen mache ich mich heute an die Aktualisierung des Baseblog-Powerrankings. Hier ist meine völlig subjektive Einschätzung der Kräfteverhältnisse in der MLB:

1. Houston Astros (46-24) ⇒
Die Astros schwächeln in den letzten Tagen, nicht zuletzt wegen der DL-Aufenthalte ihrer Top-Starter Dallas Keuchel, Lance McCullers und Charlie Morton. Dass sie trotzdem noch mit Abstand den besten Record der Liga haben, spricht Bände darüber, wie stark und gefestigt dieses Team ist.

2. Los Angeles Dodgers (44-26) ⇒
Von drei Teams der NL West, die es in die Top-5 des Rankings geschafft haben, halte ich die Dodgers nach wie vor für das mit den besten Erfolgsaussichten, nicht zuletzt wegen der Erfahrung regelmäßiger Playoffteilnahmen.

3. Colorado Rockies (46-26) ⇒
Noch feiern sie den Walk-Off-Cycle von Nolan Arenado, aber nun bricht die Woche der Wahrheit an für die Rockies: erst drei Spiele gegen die Diamondbacks, dann drei bei den Dodgers.

4. New York Yankees (38-29) ⇒
Mit sechs Niederlagen in Folge, darunter einem Sweep durch die Athletics, befinden sich die Yankees in ihrem ersten echten Slump dieser Saison. Mal sehen, wie schnell sie da raus kommen.

5. Arizona Diamondbacks (44-26) ⇒
Die Diamondbacks sind mein erster Kandidat, das hohe Tempo in der NL West irgendwann nicht mehr mithalten zu können, aber mit sieben Siegen hintereinander und dem viertbesten Run Differential der MLB scheinen sie mir nicht zustimmen zu wollen.

6. Boston Red Sox (39-30) ⇒
Die Red Sox haben sich an die Yankees herangearbeitet und werden langsam, aber sicher ihrer Rolle als Contender gerecht. Was noch aussteht, ist die Leistungsexplosion der Slugger – wenn man sich das Lineup der Red Sox anschaut, möchte man nicht glauben, dass sie die drittwenigsten Homeruns der Liga erzielt haben.

7. Washington Nationals (42-27) ⇓
Ihre Division dominieren die Nationals mangels Konkurrenz nach Belieben, aber wenn ihr Bullpen nicht die Kurve kriegt und/oder durch Neuzugänge verstärkt wird, werden sie an den Playoffs keine Freude haben.

8. Cleveland Indians (36-31) ⇒
Vor ein paar Tagen waren sie noch im Mittelmaß versunken, doch nach einem Vier-Spiele-Sweep über die Twins sieht die Welt der Indians schon ganz anders aus, zumal sie nun viermal gegen die im freien Fall befindlichen Orioles spielen dürfen.

9. Milwaukee Brewers (38-33) ⇑
Alles wartet auf den Absturz des Überraschungsteams, aber mit anstehenden Serien gegen die Pirates, Braves, Reds, Marlins und Orioles könnte dieser noch eine Weile auf sich warten lassen.

10. Tampa Bay Rays (37-35) ⇑
Die Rays haben das Pech starker Divisionskonkurrenz, sind aber immerhin voll im Wild-Card-Rennen.

11. Chicago Cubs (34-34) ⇓
Der Champion versinkt derzeit im Mittelmaß und hat Glück, in einer relativ schwachen Division zu spielen. Kein Grund für Alarmglocken, aus dieser Position heraus ist noch alles möglich.

12. Texas Rangers (34-34) ⇑
Die Rangers hatten einen furchtbaren Start und es fehlt ihnen nach wie vor an Konstanz, aber sie sind wieder dabei – wenn auch nur im Kampf um einen Wild-Card-Platz.

13. Baltimore Orioles (34-34) ⇓
Noch stehen sie bei .500, aber die Orioles haben ein schweres Programm (Indians, Rays, Blue Jays, Rays, Brewers) vor sich und könnten noch weiter durchgereicht werden.

14. Minnesota Twins (34-33) ⇒
Wäre der Sweep zwischen den Indians und den Twins anders herum verlaufen, würden die beiden auch in diesem Ranking ungefähr die Plätze tauschen. So aber sieht es ganz danach aus, als wäre der Höhenflug des Kepler-Teams vorerst beendet.

15. Los Angeles Angels of Anaheim (36-37) ⇑
Mike Trout steht seit drei Wochen auf der DL und die Angels liegen nur einen Sieg unter .500 – Respekt, das hätte ich ihnen ohne ihre One-Man-Show nicht zugetraut.

16. Detroit Tigers (32-36) ⇒
Text kopiert vom letzten Mal: Graues Mittelmaß – dort habe ich die Tigers erwartet und dort stehen sie.

17. New York Mets (31-37) ⇒
Mit der Rückkehr von Cespedes, Matz und Lugo und einer kleinen Siegessierie keimte kurz die Hoffnung, doch neue bzw. verlängerte Verletzungspausen von Syndergaard, Harvey, Cabrera, Lagares und Walker sowie eine verlorene Serie gegen die Nationals lassen davon nicht viel übrig.

18. Seattle Mariners (34-37) ⇓
Die Mariners bekommen einfach keine Konstanz rein dieses Jahr. In den anstehenden vier Spielen gegen die Tigers könnte was gehen, dann allerdings warten schon wieder die Astros.

19. Toronto Blue Jays (33-35) ⇒
Die Blue Jays sind nur zwei Spiele vom Wild-Card-Platz entfernt, aber es fühlt sich an wie sieben. Ich lasse mich gerne überzeugen, dass ich falsch liege.

20. St. Louis Cardinals (31-37) ⇓
Traditionell kann man kaum einen größeren Fehler machen, als die Cardinals zu früh abzuschreiben. Zur Zeit sieht’s aber nicht gut für sie aus.

21. Chicago White Sox (31-37) ⇒
Ein Run Differential von +4 ist in meinen Augen eine echte Überraschung. Vielleicht sehe ich die White Sox doch zu kritisch.

22. Oakland Athletics (31-38) ⇑
Miese Bilanz, mieses Run Differential, schlechte Zukunftsaussichten – aber sie haben gerade die Yankees gesweept, also kann ich die A’s nicht allzu weit hinten einsortieren.

23. Kansas City Royals (33-35)⇑
Die Royals erleben gerade ein Zwischenhoch, das ich für gefährlich halte – es könnte ihnen nämlich den Blick auf den Zustand ihres Rosters vernebeln und sie daran hindern, als Seller zur Trade Deadline die nötigen Weichen für die Zukunft zu stellen.

24. Pittsburgh Pirates (31-38) ⇒
Bei ihnen selbst ist kein wirklicher Aufwärtstrend erkennbar, aber der Absturz der Reds lässt die schwache Saison der Pirates in etwas sanfterem Licht scheinen.

25. Cincinnati Reds (29-39) ⇓
Neun Niederlagen in Folge und jetzt nach Tampa und Washington. Willkommen in der Wirklichkeit.

26. Miami Marlins (30-37) ⇒
In der wohl schwächsten Division der Liga spielen die Marlins ernsthaft um Platz zwei mit, aber das sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass die Saison für sie (wie für alle Teams der NL East, die nicht Nationals heißen) längst gelaufen ist.

27. Atlanta Braves (31-37) ⇒
Die Braves tun eigentlich nichts anderes als ihre nicht vorhandenen Erwartungen an diese Übergangssaison zu erfüllen und stehen trotzdem auf dem zweiten Platz der NL East. Komisch.

28. San Francisco Giants (26-45) ⇒
Die Giants bleiben die größte Negativüberraschung der Saison. Mal sehen, ob ich mich nächstes mal traue, sie hinter den Padres einzusortieren – in der Tabelle haben sie das bereits selbst geschafft.

29. San Diego Padres (28-42) ⇒
Schaut man auf das Run Differential (-113) sind die Padres das schlechteste Team der Liga. Aber man muss ihnen zugute halten, dass sie in ihrer Division regelmäßig gegen drei der besten spielen.

30. Philadelphia Phillies (22-46) ⇒
Nur 22 Siege aus 68 Spielen und das in der schwächsten Division. Ja, das ist wirklich schlecht.

⇑= 5 oder mehr Plätze höher als im Mai-Ranking
⇓= 5 oder mehr Plätze niedriger als im Mai-Ranking
⇒ = weniger als 5 Plätze Abweichung zum Mai-Ranking

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Juni 11th, 2017 by Dominik

Die gute Nachricht zuerst: Die Mainz Athletics haben beim European Champions Cup den späteren Turniersieger Curaçao Neptunus aus Rotterdam mit 7:6 besiegt und damit einen schönen Achtungserfolg errungen. Die schlechte Nachricht: Alle anderen Spiele sowohl der A’s als auch der Regensburg Legionäre gegen die europäische Elite-Konkurrenz gingen – teilweise sehr deutlich – verloren. So mussten die beiden deutschen Vertreter heute Mittag das Finale um den Abstieg gegeneinander bestreiten. Die Athletics behielten in diesem Spiel dank Homeruns von Kevin Kotowski und Max Boldt mit 4:3 die Oberhand. Das freut mich als A’s-Getreuer natürlich, ändert aber leider nichts an der Tatsache, dass die Bundesliga einen ihrer beiden Startplätze in der europäischen Meisterklasse verloren hat.

Der größte Knackpunkt für die deutschen Teams war das Pitching: Vor allem die Mainzer mussten diverse Positionsspieler auf den Mound schicken, um die fünf Spiele in fünf Tagen irgendwie abzudecken. Für einen solchen Rhythmus ist das Roster eines Bundesligisten schlichtweg nicht gebaut und wenn der Wettbewerb über das Jahr verteilt stattgefunden hätte, hätten die deutschen Klubs vielleicht eher eine Chance gehabt.

Aber Hand aufs Herz: Der Turnierausgang ist letzten Endes verdient und muss niemandem peinlich sein, denn mit den Profimannschaften aus Europas Baseball-Hochburgen Niederlande und Italien können und müssen die deutschen Amateurteams nicht auf Augenhöhe agieren. Wenn sie das so wie die Mainzer im Spiel gegen Neptunus doch mal tun, dann ist das bereits eine kleine Sensation – und für den Gegner ein Weckruf, ohne den er vielleicht nicht bis zum Titel marschiert wäre.

Für die Athletics und die Legionäre hoffe ich, dass der fünftägige Kraftakt nicht zu sehr an die Substanz gegangen ist und dass der Lerneffekt durch die internationale Turniererfahrung überwiegt.

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Juni 5th, 2017 by Dominik

Die Fußball-Champions-League ging an diesem Wochenende zu Ende und nun wissen wir, dass Real Madrid aktuell das beste Team im europäischen Fußball ist. Aber wer ist das beste Team im europäischen Baseball? Auch dafür gibt es einen Wettbewerb, natürlich ein paar Nummern kleiner als die Champions League, aber immerhin mit zwei Teilnehmern aus Deutschland und das Ganze zu Hause, genauer gesagt in Regensburg: den European Champions Cup.

Das Turnier findet statt von Mittwoch bis Sonntag dieser Woche (7. bis 11. Juni). Qualifiziert sind acht Mannschaften, darunter Gastgeber Regensburg Legionäre und der Deutsche Meister Mainz Athletics. Die beiden deutschen Vertreter gehen allerdings – ebenso wie der französische Meister Rouen Huskies – als klare Außenseiter ins Rennen gegen die Profiteams Amsterdam Pirates, Curaçao Neptunus, ASD Rimini, Unipolsai Bologna und T&A San Marino. Den Wettbewerb gibt es – mit wechselnden Namen und Formaten – seit 1963 und seit 1969 kam der Sieger immer aus den Niederlanden oder Italien (oder aus San Marino, das in der italienischen Liga spielt).

Der Spielplan des Turniers ist anspruchsvoll: Gespielt wird zunächst in zwei Vierergruppen mit anschließendem Halbfinale und Finale. Da wegen einer Abstiegsregel auch die unteren Platzierungen zumindest teilweise ausgespielt werden, hat jedes Team mindestens vier Spiele an aufeinanderfolgenden Tagen zu absolvieren. Das ist vor allem in Bezug auf das Starting Pitching eine enorme Herausforderung, wenn man sonst nur zwei Spiele pro Woche abdecken muss. Die Legionäre haben deswegen mit Pitcher Kevin Vance kurzfristig Verstärkung an Land gezogen, die Mainzer werden neben den etablierten Startern wohl ein paar Positions- und Nachwuchsspielern Einsatzzeit auf dem Mound geben.

Erfreulicherweise werden alle Spiele des European Champions Cups live auf Legionäre-TV übertragen. Am meisten freue ich mich auf das Spiel von Mainz gegen Rouen am Mittwoch um 16:30 Uhr, einfach weil es vom gemeinsamen Niveau her die spannendste Begegnung mit deutscher Beteiligung zu werden verspricht. In alle anderen Partien gehen die Athletics und die Legionäre als Underdogs, aber vielleicht ist ja die eine oder andere Überraschung drin. Ich drücke beiden Teams fest die Daumen.

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Mai 29th, 2017 by Dominik

Eine Gnadenregel (englisch: „mercy rule“) sorgt dafür, dass ein Spiel vorzeitig endet, sobald ein Team nach einer bestimmten Anzahl von Innings einen bestimmten Vorsprung herausgespielt hat, der als uneinholbar angesehen wird. Gnadenregeln sind immer dann sinnvoll, wenn das Leistungsgefälle innerhalb eines Wettbewerbs groß ist und es regelmäßig zu sehr einseitigen Spielen kommt. Bekanntlich ist die reguläre Dauer eines Baseballspiels über die Anzahl von Innings definiert und die Dauer eines Innings über das Zustandekommen von drei Outs je Mannschaft. Bei sehr ungleichen Stärkeverhältnissen kann es dür das schwächere Team sehr lange dauern, die nötigen Outs zu erzielen und der Spielausgang kann schon nach wenigen Innings faktisch entschieden sein. In dem Fall sorgt die Gnadenregel für ein vorzeitiges Ende des Spiels im Interesse aller Beteiligten: Die Regel schützt nicht nur die Zuschauer vor Langeweile, sondern vor allem auch die Aktiven beider Mannschaften davor, in endlosen, längst entschiedenen Partien verheizt zu werden.

In der MLB gibt es keine Gnadenregel. Sofern es die äußerlichen (Wetter-)Bedingungen nicht unmöglich machen, läuft jedes Spiel über volle neun oder – falls das Spiel bereits zu Gunsten des Heimteams entschieden ist – achteinhalb Innings. Das finde ich gut so, denn in der MLB ist das Leistungsgefällle in der Regel nicht so groß, dass es einer Gnadenregel bedürfte. Natürlich gibt es auch hier immer mal wieder Spiele wie das 23:5 der Nationals gegen die Mets, die lange vor dem neunten Inning gelaufen sind. Aber solche Spiele sind Einzelfälle und von den hochbezahlten Profis kann man erwarten, dass sie auch so ein Spiel anständig über die Bühne bringen, selbst wenn irgendwann Positionsspieler auf dem Mound stehen, um die Pitcher zu schonen. Auch in den Minor Leagues und der japanischen Profiliga gibt es keine Gnadenregeln.

In anderen Ligen sind solche Regeln aber sehr verbreitet: zum Beispiel in den Profiligen von Kuba und Korea und vor allem im Jugend- und Amateurbereich, einschließlich des gesamten deutschen Baseball-Spielbetriebs bis hin zur Bundesliga. Hier trifft das Argument mit dem Leistungsgefälle eindeutig zu: In der Bundesliga Süd beispielsweise besteht eine deutliche Kluft zwischen den Bad Homburg Hornets, den Saarlouis Hornets und dem Rest der Liga. Entsprechend enden die Spiele dieser beiden Teams gegen eines der anderen Teams sehr häufig durch eine Gnadenregel – in der bisherigen Saison 2017 in 20 von 28 Fällen. Die Bundesspielordnung des DBV sieht in Artikel 11.3.04 für alle Ligen drei Gnadenregeln vor:

  1. Die 20-Run-Regel (Führung mit 20 oder mehr Runs nach 3 Innings).
  2. Die 15-Run-Regel (Führung mit 15 oder mehr Runs nach 5 Innings).
  3. Die 10-Run-Regel (Führung mit 10 oder mehr Runs ein oder zwei Innings vor dem angesetzten Ende).

Mit Abstand am häufigsten kommt die 10-Run-Regel zum Einsatz. Diese ist auch am sinnvollsten formuliert: Sie tritt nach sieben (bzw. sechseinhalb) Innings in Kraft, aber wenn zu dem Zeitpunkt noch keine Führung von 10 Runs besteht, greift die Regel auch nach acht Innings, wenn dann die Kriterien erfüllt sind. Das ist logisch, denn wenn man einem unterlegenen Team nicht zutraut, den Spielstand innerhalb von zwei Innings umdrehen zu können, warum sollte man ihm dann zutrauen, dies innerhalb nur eines Innings zu bewerkstelligen?

Dieser Gedanke führt mich zu der Anregung, die ich den für die Regeln zuständigen Gremien des DBV gern mit auf den Weg geben möchte: Die gleiche Logik sollte auch für die 20-Run-Regel und die 15-Run-Regel gelten! Die Spielordnung sieht für diese beiden Regeln momentan nicht vor, dass die Kriterien auch zu einem späteren Zeitpunkt greifen. Wenn ein Team also nach vier Innings mit 20 Runs Vorsprung führt, dann endet das Spiel nicht; es muss stattdessen noch das fünfte Inning gespielt werden. Und wenn zwar nicht nach fünf, aber nach sechs Innings ein 15-Run-Vorsprung besteht, dann geht das Spiel ins siebte Inning, bevor es (wahrscheinlich) durch die 10-Run-Regel endet. Dafür gibt es keinen vernünftigen Grund. Man sollte die Regeln ändern, indem man an den betreffenden Stellen die Worte „oder mehr“ einfügt, also zum Beispiel für die 20-Run-Regel, „dass das Spiel beendet ist, wenn eine Mannschaft nach drei (3) oder mehr Innings mit 20 oder mehr Runs führt“.

Was meint ihr dazu?

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