Category: MLB

Dezember 7th, 2017 by Dominik

Die MLB-Offseason ist im Vergleich zu den vergangenen Wochen deutlich in Bewegung gekommen: Die Yankees haben einen neuen Manager, die ersten interessanten Free Agents haben neue Teams gefunden und auch für die beiden „großen“ Personalien Giancarlo Stanton und Shohei Ohtani sind nun zumindest gewisse Entwicklungslinien absehbar.

Aaron Boone ist neuer Yankees-Manager
Als letztes Team, das noch nach einer neuen sportlichen Leitung gesucht hatte, haben sich die New York Yankees für einen Nachfolger von Joe Girardi entschieden. Aaron Boone heißt der neue Mann, dessen Verpflichtung – zumindest in meinen Augen – eine Überraschung ist. Boone kommt nämlich ohne jede Vorerfahrung als Trainer oder Manager an den wohl begehrtesten Baseball-Job der Welt. Die acht Jahre seit dem Ende seiner Spielerkarriere hat der 44-Jährige als TV-Experte bei ESPN verbracht. Zuvor war Boone von 1997 bis 2009 als Infielder in der MLB aktiv, darunter 2003 ein halbes Jahr lang für die Yankees. Dieser Aufenthalt dürfte in New York in zwiespältiger Erinnerung geblieben sein: seine größte Heldentat war ein Walkoff-Homerun in Spiel 7 der ALCS gegen Boston, seine größte Verfehlung war die unerlaubte Teilnahme an einem Basketballspiel, bei der er sich das Knie verletzte und damit seinen vorzeitigen Abschied von den Yankees provozierte.
Den unrühmlichen Abgang von damals hat man Boone offenbar verziehen und auch die fehlende Erfahrung war kein Grund, seine Bewerbung als Manager der Yankees negativ zu bescheiden. Boone gilt als kommunikative Persönlichkeit mit einem guten Draht zu jungen Spielern, was genau dem Typ entspricht, den die Yankees gesucht und den sie in Boones Vorgänger Girardi nicht gesehen haben.

Sieben Kandidaten im Rennen um Ohtani
Nachdem das Supertalent Shohei Ohtani und sein Agent Bewerbungsunterlagen von allen 30 Teams angefordert (und wahrscheinlich auch erhalten) hatten, haben sie eine Auswahl von sieben Teams getroffen, mit denen man sich zusammensetzen und einen Vertragsabschluss ausloten will. Die größte Überraschung ist sicherlich, dass die Yankees nicht in der engeren Auswahl sind. Der Pitcher und Outfielder, den einige den japanischen Babe Ruth nennen, bevorzugt einen Arbeitsplatz an der Westküste und trifft sich dieser Tage mit Vertretern der San Francisco Giants, Los Angeles Dodgers, Los Angeles Angels, Seattle Mariners, San Diego Padres, Texas Rangers und Chicago Cubs. Das meiste Geld könnte er bei den Texas Rangers verdienen, die über 3,535 Millionen Dollar aus dem Bonuspool für internationale Verpflichtungen verfügen. Die Mariners und die Angels haben letzte Nacht extra noch je 1 Million Dollar für ihren Bonuspool ertradet, indem sie Prospects zu den Minnesota Twins geschickt haben – sie verfügen nun über einen Spielraum von 2,557 Millionen (Mariners) bzw. 2,315 Millionen (Angels). Ohtani hat zwar längst deutlich gemacht, dass Geld nicht an erster Stelle für ihn steht – andernfalls hätte er die zwei Jahre bis zu seinem 25. Geburtstag gewartet, was ihm ermöglicht hätte, für eine neunstellige Summe zu unterschreiben. Ich gehe aber schon davon aus, dass er zu einem der drei genannten Teams geht, da die restlichen Kandidaten jeweils nicht mehr als 300.000 Dollar bieten können.

Die Entscheidung liegt bei Stanton
Nicht nur Ohtani sondern auch Giancarlo Stanton hat in den nächsten Tagen eine wichtige Entscheidung zu treffen: Der MVP der National League hat die Wahl, ob er zukünftig in San Francisco oder in St. Louis spielen möchte – oder ob ihm beides nicht recht ist und er die Miami Marlins zwingt, seinen Vertrag zu erfüllen oder einen attraktiveren Tradepartner zu finden. Mit den Giants und den Cardinals haben die Marlins bereits Einigungen erzielt, zu welchen Konditionen ein Trade des Sluggers durchgeführt werden könnte. Ohne Stantons Zustimmung läuft allerdings nichts, da sein Vertrag eine No-Trade-Klausel enthält.

Aberkannte Braves-Prospects finden neue Teams
Nachdem die Atlanta Braves vor zwei Wochen wegen Regelverstößen eine ganze Reihe von internationalen Prospects ziehen lassen mussten, sind diese nun frei, bei anderen Teams zu unterzeichnen. Den größten Fang haben dabei die Los Angeles Angels gemacht: Für einen Signing Bonus von 2,2 Millionen Dollar haben sie den 17-jährigen Shortstop Kevin Maitan verpflichtet, der als sehr großes Talent gilt. Maitan wird von mlb.com derzeit auf Rang 38 der besten Prospects geführt. Für 850.000 Dollar hat auch Livan Soto, ein weiterer 17-jähriger Shortstop, bei den Angels unterschrieben.

Neuer Catcher für die White Sox
Die Chicago White Sox befinden sich erklärtermaßen im Rebuilding und sind nach wie vor auf der Suche nach Tradepartnern für alle Spieler, die anderen Klubs etwas wert sein könnten, zum Beispiel Jose Abreu und Avisail Garcia. Vor diesem Hintergrund kommt die Meldung etwas überraschend, dass die White Sox den 30-jährigen Catcher Wellington Castillo mit einem Zweijahresvertrag über 15 Millionen Dollar plus Team-Option für ein drittes Jahr ausstatten. Castillo ist vor allem für seine Defensivstärke bekannt. 2017 führte er die MLB mit 49% ausgeworfenen Basestealern an, aber auch offensiv produzierte er für die Baltimore Orioles mit .282/.323/.490 sehr ordentlich. Für die unerwartete Investition der White Sox sehe ich zwei potenzielle Erklärungen: Entweder geht es ihnen darum, die Entwicklung junger Pitcher durch die Anwesenheit eines erfahrenen Catchers zu fördern, oder sie hoffen, Castillo im Juli gewinnbringend traden zu können. Vielleicht spielen auch beide Gedanken eine Rolle.

Rangers verpflichten Mike Minor
Das von der Vertragssumme her bedeutendste Signing der bisherigen Offseason haben die Texas Rangers getätigt, indem sie Pitcher Mike Minor mit einem Kontrakt über 28 Millionen Dollar für drei Jahre ausgestattet haben. Minor hatte zuletzt ein starkes Jahr (2.55 ERA, 2.62 FIP) als Reliever für die Kansas City Royals. Die Rangers planen aber wohl, den Linkshänder als Starter einzusetzen. Als solcher hatte er vor der Zeit in Kansas City und einer längeren Verletzungspause fünf Jahre lang für die Atlanta Braves gepitcht und es dabei auf solide, aber nicht herausragende Werte von 4.10 ERA und 3.90 FIP gebracht.

Mikolas von Japan nach St. Louis
Die St. Louis Cardinals haben ebenfalls ihr Starting Pitching aufgerüstet: Miles Mikolas hat für 15,5 Millionen Dollar und zwei Jahre unterschrieben. Mikolas spielte von 2012 bis 2014 mit eher mittelmäßigem Erfolg für die Padres und die Rangers. Nach seiner Entlassung in Texas ging er 2015 nach Japan zu den Yomiuri Giants und entwickelte sich dort umgehend zu einem Star-Spieler, der er es in drei Spielzeiten auf einen ERA von 2.18 brachte (besser als Shohei Ohtani). Man darf gespannt sein, ob es dem 29-Jährigen gelingt, die Erfolge aus der NPB in die MLB zu transferieren.

Wily Peralta zu den Royals
Auch die Kansas City Royals gönnen sich einen neuen Pitcher, allerdings eher in der Sparvariante: Für 1,5 Millionen Dollar plus leistungsbezogene Bestandteile spielt Rechtshänder Wily Peralta 2018 in Kansas City, zudem hat sich das Team eine Option für 2019 gesichert. Peralta war nach sechs Jahren in Milwaukee Free Agent geworden und hatte ausgerechnet im letzten Jahr seines Vertrags bei den Brewers eine katastrophale Saison (7.85 ERA, 5.34 FIP). Die Brewers beorderten ihn nach acht schwachen Starts zunächst in den Bullpen und verzichteten in den letzten drei Monaten ganz auf seine Dienste. Das klingt nach keiner besonders vielversprechenden Verpflichtung, aber manchmal wirkt ein Neuanfang in veränderter Umgebung ja Wunder.

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November 30th, 2017 by Dominik

Saure-Gurken-Zeit oder die Ruhe vor dem Sturm? Auf jeden Fall hat sich in den letzten Tagen nicht viel getan in der MLB und es spricht schon eine deutliche Sprache, wenn die Verpflichtung eines Relievers durch die Athletics die interessanteste Meldung der Woche darstellt. Ansonsten wird weiterhin munter über den zukünftigen Verbleib von Giancarlo Stanton und Shohei Ohtani1 spekuliert und die Yankees suchen immer noch einen neuen Manager. Für meinen Geschmack dürfte nun mal die eine oder andere Entscheidung fallen, sonst schlägt die Spannung bald um in Langeweile.

Yusmeiro Petit unterschreibt in Oakland 
Einen einzigen nennenswerten Free-Agent-Move gab es diese Woche: Relief-Pitcher Yusmeiro Petit geht für zwei Jahre und zehn Millionen Dollar zu den Oakland Athletics. Zusätzlich gibt es eine Team-Option auf ein drittes Jahr für 5,5 Millionen. Der 33-jährige Rechtshänder hatte bei den Los Angeles Angels mit 87.1 gepitchten Innings und einem ERA von 2.76 ein gutes Jahr, in dem er sich schrittweise nach oben arbeitete von einem nachrangigen Reliever in die Setup-Rolle.

Ohtani bittet die Klubs zum Bewerbungsverfahren 
Die Absicht des japanische Star-Pitchers und -Outfielders Shohei Ohtani, in die USA zu wechseln, stößt seitens der MLB-Teams auf so großes Interesse, dass Ohtani und sein Agent Nez Balelo das übliche Verfahren einer Bewerbung kurzerhand auf den Kopf gestellt haben: Alle 30 Teams wurden von ihnen gebeten, schriftlich einen ausführlichen Fragenkatalog zu beantworten. In dem Fragebogen geht es in erster Linie darum, wie die Klubs Ohtanis Fähigkeiten einschätzen, wie sie sich die Verteilung seiner Einsätze als Pitcher und/oder Positionsspieler vorstellen und warum sie ihren Verein und ihre Stadt für die beste Wahl halten. Nachdem sich die Konditionen eines möglichen Wechsels von den Nippon Ham Fighters letzte Woche geklärt haben, kann Ohtani ab dem kommenden Wochenende von einem MLB-Team verpflichtet werden. Da er unter 25 ist, wird sein Vertrag in jedem Fall ein Minor-League-Vertrag sein, das heißt er verdient drei Jahre lang das Mindestgehalt und anschließend drei weitere Jahre lang eine über das Arbitration-Verfahren ausgehandelte Summe, bevor er als Free Agent einen „großen“ Vertrag anstreben kann. Was ihm die Teams jetzt schon anbieten können, ist ein Unterschriftsbonus im Rahmen eines vorgegebenen Budgets. Von diesem Budget haben die Texas Rangers mit 3,53 Millionen Dollar den größten noch verfügbaren Rahmen, dicht gefolgt von den New York Yankees mit 3,5 Millionen. Ich bleibe bei meinem Tipp, dass Ohtani in der Bronx landen wird, aber denkbar ist alles mögliche – zum Beispiel, dass er gar nicht zu einem der ganz großen Teams will, sondern zu einem, bei dem er der unumstrittene Star sein kann; oder dass er lieber in die National League möchte als in die American League, weil dort die Chance höher ist, auch als Outfielder zum Einsatz zu kommen. Ohtani hat durchblicken lassen, dass er Japan auch deshalb verlässt, weil er dort zuletzt auf die Rollen als Pitcher und DH festgelegt worden war, während er lieber auch regelmäßig im Feld gespielt hätte.

Stantons Wunschliste 
Im Gegensatz zu Shohei Otani hat Giancarlo Stanton bereits unter Beweis gestellt, dass er in der MLB zu Höchstleistungen fähig ist. Wer ihn will, muss aber deutlich tiefer in die Tasche greifen, denn sein Vertrag sichert ihm noch 295 Millionen Dollar bis 2027. Die Miami Marlins werden auch eine Gegenleistung dafür haben wollen, dass sie Stanton ziehen lassen. Allerdings haben sie ihre Verhandlungsposition sicher nicht dadurch gestärkt, dass sie Stanton diese Woche offen gedroht haben, er solle einen Trade akzeptieren, sonst würde er in Miami bald in einem Team ohne sonstige Stars spielen. Spätestens jetzt ist für die anderen Teams klar, dass die Marlins den Outfielder und seinen Vertrag unbedingt loswerden wollen. Stanton hat bereits reagiert und dem Team eine Liste von Teams vorgelegt, zu denen er einen Wechsel akzeptieren würde. Die komplette Liste ist bislang nicht bekannt geworden, aber ganz oben stehen wohl die Los Angeles Dodgers. Stanton ist als Dodgers-Fan in Kalifornien aufgewachsen, daher wären die Dodgers das logische Ziel für ihn, zumal er bei dem World-Series-Teilnehmer auch die Chance hätte, um einen Titel zu spielen. Was einem Wechsel entgegen stehen könnte, ist allerdings die bereits jetzt ungünstige Gehaltsstruktur der Dodgers. Schon ohne Stanton werden sie 2018 über der Schwelle liegen, ab der eine Strafabgabe – die Luxury Tax – an die Liga fällig wird, mit Stanton wird diese Abgabe im zweistelligen Millionenbereich liegen.

Yankees suchen weiter, Beltran ein Kandidat
Die New York Yankees nehmen sich nun schon über einen Monat Zeit bei der Suche nach einem neuen Manager. Mit fünf Kandidaten wurden bereits im Laufe der letzten Wochen Vorstellungsgespräche geführt:

  • Rob Thomson, Bench-Coach der Yankees
  • Eric Wedge, Berater bei den Blue Jays
  • Hensley Meulens, Bench-Coach der Giants
  • Aaron Boon, ESPN-Analyst
  • Chris Woodward, Third-Base-Coach der Dodgers

Offenbar hat noch keiner der Bewerber nachhaltig überzeugen können, denn es werden dieser Tage weitere Interviews geführt. Von den neuen Kandidaten ist bislang nur einer bekannt geworden: Carlos Beltran hatte sein Gespräch gestern. Der ehemalige Outfielder hatte erst zwei Wochen zuvor sein Karriereende als Spieler verkündet und bereits durchblicken lassen, dass er interessiert ist, zukünftig als Manager tätig zu sein. Über eine Anstellung Beltrans mit seinem bekanntermaßen guten Draht zu jungen Spielern würden sich Fans und Mitspieler sicher freuen, aber die fehlende Erfahrung in der Rolle des sportlich Verantwortlichen macht es in meinen Augen relativ unwahrscheinlich, dass man ihn direkt mit dem renommiertesten Baseball-Traineramt der Welt betraut.

1Dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein, dass ich ab heute nicht mehr „Otani“ schreibe, sondern „Ohtani“ mit „h“. Ich habe mich bezüglich der korrekten Schreibweise eines Besseren belehren lassen.

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November 23rd, 2017 by Dominik

Diese Woche könnte man eine ganze Folge des Grand Slam am Donnerstag einem einzigen Team widmen: Die Atlanta Braves beherrschten die MLB-News – im Positiven, aber auch und leider vor allem im Negativen. Zum Glück gibt es ein paar verlässliche Dauerbrenner-Themen, dank derer man auch ein bisschen was schreiben kann, was nichts mit den Braves zu tun hat: die Frage, für wen Giancarlo Stanton nächstes Jahr seine Homeruns schlagen wird, die ersehnte Ankunft von Supertalent Shohei Otani und natürlich wieder einige Trades der Seattle Mariners. Außerdem wachsen seit dieser Woche die Spekulationen um eine schon lange diskutierte mögliche Regeländerung. Und bevor ich es vergesse: Happy Thanksgiving an alle, die diesen Tag in irgendeiner Weise feiern!

Braves dominieren die Arizona Fall League
Die wichtigste Herbstliga für MLB-Talente, die Arizona Fall League, hat am Samstag ihre Saison abgeschlossen. Im Finale siegten die Peoria Javelinas 8:2 gegen die Mesa Solar Sox und was von der AFL-Spielzeit 2017 hängen bleibt, sind vor allem die Leistungen der Prospects der Atlanta Braves. Wie jedes Team der AFL werden die Javelinas mit Nachwuchs aus mehreren MLB-Franchises bestückt, doch die der Braves ragten deutlich heraus. Das gilt vor allem für den 19-jährigen Outfielder Ronald Acuna, der zum MVP der AFL-Saison gewählt wurde. Aber auch Infielder Austin Riley, Catcher Alex Jackson und Pitcher Max Fried hatten großen Anteil am Erfolg von Peoria. Das Farmsystem der Braves könnte somit der große Gewinner dieser Offseason sein, wenn da nicht diese unangenehme andere Sache wäre:

Harte Strafen gegen die Braves und ihren Ex-GM 
Wie ich letzte Woche schon berichtet hatte, haben die Braves sich dabei erwischen lassen, dass sie mehrere Regeln verletzt haben, vor allem im Bereich der Verpflichtung von internationalen Talenten. Im Wesentlichen ging es darum, dass sie die dafür von der MLB festgelegten Budgetgrenzen umgingen, indem sie mehreren Spielern zusätzliche verschleierte Zahlungen zukommen ließen. Die MLB hat nun die Strafen für die Verstöße bekannt gegeben und man kann sie durchaus als drastisch beschreiben: Die Braves verlieren 13 ihrer internationalen Talente, darunter den hoch gehandelten venezolanischen Shortstop Kevin Maitan. Die restlichen betroffenen Spieler sind Juan Contreras, Yefri del Rosario, Abrahan Gutierrez, Juan Carlos Negret, Yenci Peña, Yunior Severino, Livan Soto, Guillermo Zuniga, Brandol Mezquita, Angel Rojas, Antonio Sucre und Ji Hwan Bae. Sie alle sind nun wieder Free Agents und können ab einem Zeitpunkt in ca. zwei Wochen von jedem MLB-Team verpflichtet werden. Die Braves dürfen derweil bis 2020 lediglich Talente aus dem Ausland verpflichten, die mit einem Bonus von unter 10.000 Dollar zufrieden sind, und 2021 verfügen sie nur über die Hälfte des Budgets für Auslandsverpflichtungen. Persönlich bestraft wurden der ehemalige General Manager der Braves, John Coppolella, mit einem lebenslänglichen sowie sein Assistent Gordon Blakely mit einem einjährigen Beschäftigungsverbot innerhalb der MLB. Zu unguter Letzt verlieren die Braves ihren Drittrundenpick in der nächsten Draft, nachdem sie auch einem gedrafteten Spieler eine unzulässige Zahlung angeboten hatten.

Rücktritt von John Hart 
Und noch mal die Braves: Der bisherige Teampräsident John Hart war letzte Woche im Zuge der Anstellung des neuen GM Alex Anthopoulos entmachtet worden, auch darüber hatte ich berichtet. Mit der ihm zugedachten neue Rolle als „Senior Advisor“ konnte Hart sich offenbar nicht anfreunden, denn wenige Tage später gab er seinen Rücktritt bekannt. Vermutlich ist das ein Schritt, auf den die Braves gehofft hatten, denn wenn eine Franchise je einen kompletten Neuanfang im Front Office nötig hatte, dann sicher diese. Ob und inwiefern Hart eine Rolle bei den Regelverstößen der Braves gespielt hatte, bleibt derweil unklar. Bei den von der MLB ausgesprochenen Strafen ging er leer aus, da man ihm wohl glaubte – oder zumindest nichts anderes beweisen konnte –, dass er von den Vorgängen nichts mitbekommen hatte.

Verhandlungen um Stanton nehmen Fahrt auf
Für den heißesten Trade-Kandidaten der Offseason liegen die ersten konkreten Angebote vor: Die San Francisco Giants und die St. Louis Cardinals sind in konkrete Verhandlungen mit den Miami Marlins um den MVP der National League eingetreten. Neben diesen beiden Teams gelten die Boston Red Sox und die Los Angeles Dodgers als realistische Kandidaten für eine Aufnahme von Stanton mitsamt seinem teuren Vertrag. Dieser Vertrag sichert Stanton nicht nur 295 Millionen Dollar und eine Anstellung bis 2027, sondern auch das letzte Wort bei einem möglichen Trade. Ohne seine Zustimmung können die Marlins keinen Deal eingehen. Nicht zuletzt deshalb gelten die Giants als Favorit, das Rennen um Stantons Dienste zu machen. Denn der gebürtige Kalifornier wird wohl eher geneigt sein, in seinen Heimatstaat zu wechseln als beispielsweise nach St. Louis.

Der Weg für Otani ist frei
Der Hype um den japanischen Pitcher und Outfielder Shohei Otani strebt seinem Höhepunkt zu: Nach zähen Verhandlungen zwischen der MLB, der Spielergewerkschaft MLBPA und der japanischen Liga NPB hat man sich auf ein Verfahren geeinigt, nach dem Otanis Wechsel in die MLB ablaufen kann. Es ging dabei vor allem um die Modaltitäten, nach denen sein bisheriger Klub, die Nippon Ham Fighters, bei einem Wechsel entschädigt wird. Was Otani selbst aus einem ersten MLB-Vertrag herausholen kann, war vorher klar: Als ausländischer Spieler unter 25 fällt er unter den Budgetdeckel, der ihm unter günstigsten Umständen rund 10 Millionen Dollar ermöglichen würde. Tatsächlich liegt die höchste derzeit bei einem Team verfügbare Summe bei 3,535 Millionen, die die Texas Rangers investieren könnten, gefolgt von den New York Yankees mit 3,5 Millionen. Nebenverabredungen wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht geben, denn so etwas werden sich die Teams nach dem rigorosen Durchgreifen der Liga gegen die Braves mehr als zweimal überlegen.

Die Mariners-Trades der Woche
Was wäre eine Offseason-Woche ohne Trades der Seattle Mariners? Diese Woche schickte der rührige Mariners-GM Jerry Dipoto Reliever Thyago Vieira gegen 500.000 Dollar Budget für internationale Verpflichtungen zu den Chicago White Sox sowie die Pitching-Talente Juan Then und J.P. Sears im Austausch gegen Pitcher Nick Rumbelow zu den New York Yankees. Das sind alles keine bedeutenden Namen, aber hinter dem Trade mit den White Sox könnte sich Größeres verbergen: Die Mariners gelten nämlich als eines der Teams, die sich stark um Shohei Otani bemühen wollen und die aus Chicago erhaltene halbe Million erhöht das Budget, das sie Otani für einen Vertrag anbieten können.

Kommt die Pitch-Clock schon 2018?
Das Ziel der MLB-Führung, die Dauer von Baseballspielen zu reduzieren, ist allgemein bekannt. Ein Mittel, mit dem dieses Ziel erreicht werden soll, ist die Einführung einer Pitch-Clock. Diese Uhr soll die Zeit messen und begrenzen, die ein Pitcher sich zwischen einem Pitch und dem Beginn der Bewegung zum nächsten Pitch nehmen darf. Nachdem die Pitch Clock seit 2014 auf verschiedenen Levels der Minor Leagues getestet wurde, scheint ihre Einführung in die Major Leagues nun unmittelbar bevorzustehen, wie Buster Olney und andere MLB-Journalisten vermelden. Unter den Spielern – insbesondere natürlich den Pitchern – gelten diese Pläne als nicht gerade beliebt, doch die Ligaleitung um Commissioner Rob Manfred hat die Macht, die entsprechende Regeländerung auf eigene Faust zur kommenden Saison einzuführen. Von daher ist die Verhandlungsposition der Spielergewerkschaft MLBPA schwach und es wäre für sie schon ein Erfolg, wenn sie ein etwas großzügigeres Limit als die vorgesehenen 20 Sekunden herausholen könnte. 20 Sekunden würden von fast allen Pitchern eine Anpassung ihrer Spielweise verlangen, der Durchschnitt für die Zeit zwischen Pitches lag 2017 bei 23,5 Sekunden. Aber auch die Batter müssten einige Gewohnheiten ändern, damit die Zeiten eingehalten werden können – aus der Box herauszutreten, die Handschuhe zurechtzuziehen, einen zusätzlichen Übungsschwung auszuführen sind allesamt Praktiken, die heute zum Alltag des Spiels gehören, in ein paar Monaten aber bereits weitgehend Geschichte sein könnten.

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November 17th, 2017 by Dominik

Letzte Nacht wurden die beiden wichtigsten individuellen Titel für die abgelaufene MLB-Saison vergeben: Giancarlo Stanton von den Miami Marlins und Jose Altuve von den Houston Astros sind nun offiziell die wertvollsten Spieler des Jahres 2017.

Mir gefällt diese Wahl aus mehreren Gründen. Der erste Grund ist natürlich, dass die beiden es schlichtweg verdient haben. Jose Altuve ist ein sensationeller Baseballspieler und das zeigt er seit Jahren, ohne dass er dafür die verdiente Beachtung gefunden hätte. Altuve schlägt keine 30 Homeruns und seine Defense ist eher solide als spektakulär. Aber er trifft den Ball und zwar öfter als jeder andere: In jedem der letzten vier Jahre führte er die AL mit den meisten Hits an, in zwei davon auch die gesamte MLB. Sein Batting Average lag dieses Jahr mit .346 so hoch wie nie in seiner Karriere und weit vor jeglicher Konkurrenz (Zweiter der MLB war Charlie Blackmon mit .331). In Sachen Wins Above Replacement sind sich die beiden führenden Berechnungsverfahren uneinig: Laut Baseball-Reference führt Altuve die AL mit 8.3 WAR an, Fangraphs sieht ihn mit 7.5 WAR knapp hinter dem Rookie des Jahres Aaron Judge (8.2). Judge war bei den von den Baseball Writers of America (BBWA) durchgeführten Wahlen auch der engste Verfolger von Altuve. Die Entscheidung fiel aber letztlich sehr eindeutig: Auf 27 von 30 Wahlzetteln stand Altuve ganz oben, Judge nur auf zwei und ein einziger entfiel auf Jose Ramirez. Als MVP und World-Series-Sieger darf sich der 1,68 Meter kleine Altuve nun zu den ganz Großen der MLB zählen.

Giancarlo Stanton gewann die Wahl in der NL zwar ebenfalls verdient, aber nur hauchdünn vor Joey Votto von den Cincinnati Reds. Beide brachten es auf zehn erste Plätze auf den Stimmzetteln, insgesamt lag Stanton mit 302 zu 300 Punkten knapp vorne. Neben Stanton und Votto erhielten auch Paul Goldschmidt (4), Charlie Blackmon (3), Nolan Arenado (2) und Kris Bryant (1) Stimmen als MVP der NL. Stanton überzeugt vor allem mit Power: 59 Homeruns sind nicht nur führend für diese Saison, sondern auch die meisten seit dem Rekord von Barry Bonds mit 73 im Jahr 2001. Oder anders formuliert: Stanton hat die meisten Homeruns seit der Einführung von Doping-Tests in der MLB erzielt. Darüber hinaus führte er dieses Jahr auch mit 132 RBIs und mit den meisten WAR die NL an – laut Fangraphs gleichauf mit Anthony Rendon (6.9), laut Baseball-Reference gleichauf mit Max Scherzer (7.4).

Ein zweiter Grund, das Ergebnis der MVP-Wahl zu mögen, ist das Signal, das durch das ungleiche Paar der Gewählten gesendet wird. Was ich damit meine, sieht man auf den ersten Blick, wenn man sich (hier zum Beispiel) Stanton und Altuve anschaut: 1,68 Meter und 75 Kilo zu 1,98 Meter und 111 Kilo. Stanton ist der größte Spieler, der je zum MVP gewählt wurde, Altuve ist aktuell gemeinsam mit zwei anderen der kleinste Spieler der Liga. „[T]hat’s what I love about baseball — it gives the opportunity to every single guy to develop and play the game. There’s not a rule that you have to be 6-foot or you have to be real strong to play baseball and to become a good player“ – treffender als Jose Altuve selbst kann man es nicht formulieren.

Der dritte Grund, warum mir die Wahl gefällt, ist pure Eitelkeit: Ich muss zugeben, dass es sich gut anfühlt, bei einer Prognose ausnahmsweise mal fast alle Awards richtig vorausgesagt zu haben…

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November 16th, 2017 by Dominik

Wir befinden uns mitten in der Award-Woche der MLB: Die besten Rookies, die besten Manager und die besten Pitcher des Jahres wurden an den vergangenen drei Tagen ausgezeichnet, heute Nacht steht noch die Bekanntgabe des wertvollsten Spielers (MVP) der beiden Teilligen aus. Letzte Nacht gab es den ersten nennenswerten Trade der Offseason – selbstverständlich unter Beteiligung der Seattle Mariners, dem tradefreudigsten aller MLB-Teams. Diese und ein paar andere interessante Nachrichten habe ich im heutigen Grand Slam am Donnerstag zusammengefasst.

Bellinger und Judge sind die Rookies of the Year
An dieser Wahl gab es kaum Zweifel und das Ergebnis war dann auch entsprechend eindeutig: Cody Bellinger von den Los Angeles Dodgers und Aaron Judge von den New York Yankees wurden zu den Rookies des Jahres gewählt und erst zum vierten Mal in der MLB-Geschichte wurden beide Entscheidungen einstimmig getroffen. Es passt dabei wie die Faust aufs Auge, dass in dem Jahr mit den meisten Homeruns aller Zeiten zwei Spieler ausgezeichnet werden, die in den jeweiligen Ligen neue Rookie-Rekorde für Homeruns aufgestellt haben: Bellinger mit 39 in der National League, Judge mit 52 in der American League.
Bellinger sollte dieses Jahr eigentlich noch gar keine große Rolle in der MLB spielen. Der 22-Jährige war allenfalls für etwas Spielpraxis als September-Call-up vorgesehen, doch Verletzungen von Andrew Toles und Adrian Gonzalez gaben ihm schon im April eine Chance und die nutzte er auf eindrucksvolle Art und Weise. Offensiv sprechen die 39 Homeruns und eine .267/.352/.581-Slashline für sich und auch im Feld überzeugte Bellinger mit Verlässlichkeit wo auch immer man in spielen ließ: meistens an der First Base, oft im Left Field, gelegentlich auch im Center und im Right Field.
Der 25-jährige Right Fielder Judge drückte der AL massiv seinen Stempel auf, indem er sie sowohl bei den Homeruns als auch bei gescorten Runs (128) und Walks (127), aber auch mit den meisten Strikeouts (208) anführte. Mit seiner spektakulären Spielweise, seiner imposanten körperlichen Erscheinung und natürlich auch, weil er für den bekanntesten Baseball-Klub der Welt spielt, scheint Judge wie geschaffen für die Rolle eines langjährigen Superstars. Das scheint man auch bei Sony zu denken, denn letzte Woche wurde bekannt gegeben, dass Judge das Cover der nächsten Ausgabe des Playstation-Hits MLB The Show zieren wird. Angesichts all dessen ist es geradezu überraschend, dass der Junge immer noch so sympathisch und bodenständig rüberkommt.

Manager des Jahres: Molitor und Lovullo
Nicht ganz so eindeutig wie bei den Rookies war die Wahl der Manager des Jahres, aber mit dem Manager der Minnesota Twins, Paul Molitor, und dem der Arizona Diamondbacks, Torey Lovullo, gibt es auch hier zwei würdige Preisträger. Beiden gelang es in diesem Jahr, eine enttäuschende Franchise in verblüffend kurzer Zeit zu einem Playoff-Team umzudrehen.
Molitor ist der Vater des historisch einmaligen Erfolgs der Minnesota Twins, nach einer Saison mit über 100 Niederlagen (103 im Jahr 2016) im darauf folgenden Jahr in die Playoffs einzuziehen. Um 26 Siege verbesserten sich die Twins im dritten Jahr unter Molitor auf eine Bilanz von 85-77 und sind damit das Cinderella-Team des Jahres, auch wenn das Gaststpiel in den Playoffs durch die Wild-Card-Niederlage gegen die Yankees nur von kurzer Dauer war.
Noch beeindruckender liest sich die Bilanz von Torey Lovullo: Er trat vor einem Jahr in Arizona seine erste Stelle als MLB-Manager an und führte das Team prompt zu 93 Siegen und zur ersten Playoff-Teilnahme seit 2011. Insbesondere das Pitching der Diamondbacks erlebte unter Lovullo einen kompletten Turnaround: Dem schlechtesten ERA der Franchise-Geschichte mit 5.09 im Jahr 2016 (letzter Platz in der MLB) folgte der beste ERA der Franchise-Geschichte mit 3.67 im Jahr 2017 – und damit Platz drei in der MLB trotz eines hitter-freundlichen Heim-Ballparks.

Cy-Young-Awards für Scherzer und Kluber 
Wer dieses Jahr die Auszeichnung als bester Pitcher erhalten würde, war während der Saison lange unklar, da in jeder Teilliga zwei aussichtsreiche Kandidaten im Rennen waren. Im Endeffekt fielen die Wahlen dann aber sehr klar aus: Max Scherzer (Washington Nationals) ist zum zweiten Mal in Folge und zum dritten Mal insgesamt der Preisträger der National League, Corey Kluber (Cleveland Indians) sicherte sich in der American League nach 2014 seinen zweiten Titel.
Scherzer erhielt von 30 Stimmen 27 erste und drei zweite Plätze und setzte sich somit klar von Clayton Kershaw ab. Scherzer (2.51 ERA, 2.90 FIP) blieb zwar von den relevanten Durchschnittszahlen hinter Kershaw (2.31 ERA) bzw. Stephen Strasburg (2.71 FIP) zurück, bewies aber mit rund 25 mehr absolvierten Innings ein größeres Durchhaltevermögen als die beiden Konkurrenten und brachte es auf führende 6.0 Wins Above Replacement (WAR). Damit sowie mit seinen 268 Strikeouts überzeugte er die wahlberechtigten Mitglieder der BBWA.
Noch ein Stück klarer war der Wahlgewinn für Kluber, der in der Abstimmung für die American League 28-mal auf Platz eins landete und nur von zwei Wählern hinter Chris Sale eingestuft wurde. Mit 2.25 ERA führte Kluber die gesamte MLB an. Davon abgesehen hätten sich auch gute Argumente für Sale gefunden, der in puncto FIP (2.45), WAR (7.7) und Strikeouts (308) MLB-weit vorne lag. Am Ende spielen neben den reinen Zahlen auch das Bauchgefühl und die subjektive Wahrnehmung der Wähler eine Rolle und vermutllich hatten viele den gleichen Eindruck wie ich, dass Sale trotz der starken Werte seine Leistungen nicht so konstant abrief wie Kluber.

Anthopoulos neuer GM der Braves
Die Atlanta Braves waren seit Anfang Oktober ohne General Manager. Der ehemalige Amtsinhaber John Coppolella hatte zurück treten müssen, nachdem zahlreiche von ihm begangene Regelverstöße, unter anderem bei internationalen Spielerverpflichtungen, aufgedeckt worden waren. Als sein Nachfolger steht nun Alex Anthopoulos fest. Der 40-Jährige, der das gleiche Amt von 2009 bis 2015 für die Toronto Blue Jays ausübte, erhält einen Vierjahresvertrag und umfangreiche Kompetenzen in der sportlichen Leitung des Klubs. Er übernimmt nämlich nicht nur das Amt des GM von Coppolella sondern als „Executive Vice President of Baseball Operations“ auch einen guten Teil des bisherigen Aufgabenbereichs von John Hart, der vom Teampräsidenten zum Berater herabgestuft wurde. Während das Front Office der Braves somit ordentlich durcheinander gewirbelt wurde, will man sportlich auf Kontinuität setzen: Anthopoulos plant nach eigenen Aussagen derzeit keine Änderungen am Coaching-Personal.

Carlos Beltran hat neue Ziele
Die 20 Jahre lange MLB-Karriere von Carlos Beltran hat im World-Series-Titel mit den Houston Astros ihren Höhepunkt und würdigen Abschluss gefunden. So sieht es der 40-jährige Outfielder, der zuvor für die Royals, die Mets, die Giants, die Cardinals und die Yankees aktiv gewesen war und nun das Ende seiner aktiven Zeit als Spieler verkündet hat. Zur Ruhe setzen will sich der neunmalige All-Star aber nicht, vielmehr strebt er nach neuen Tätigkeitsfeldern: Zum einen möchte er mehr für seine Familie da sein, zum anderen kann er sich gut vorstellen, zukünftig als Manager eines MLB-Teams tätig zu sein. Rein zufällig sind der Ort, in dem seine Familie wohnt, und der, in dem gerade eine renommierte MLB-Franchise nach einem neuen Manager sucht, derselbe. Dass die Yankees erklärtermaßen einen Kandidaten suchen, der anders als der frisch entlassene Joe Girardi einen Draht zu jungen Spielern und einen positiven Einfluss auf das persönliche Klima im Team hat, passt ebenfalls ins Bild. Fragt sich nur, ob der Verein bereit ist, das Risiko eines kompletten Neueinsteigers auf der Position einzugehen.

Alle Qualifying Offers werden abgelehnt
Die Frist der neun Qualifying Offers, die letzte Woche von MLB-Teams ausgestellt wurden, läuft offiziell noch bis heute Nacht. Es gilt allerdings bereits als sicher, dass alle betroffenen Spieler – Eric Hosmer, Lorenzo Cain, Mike Moustakas (alle Royals), Jake Arrieta, Wade Davis (beide Cubs), Carlos Santana (Indians), Greg Holland (Rockies), Alex Cobb (Rays) und Lance Lynn (Cardinals) – die standardisierten Angebote über ein Jahr und 17,4 Millionen Dollar ablehnen werden. Sie alle streben Verträge über mehr Dollars und eine längere Laufzeit an. Für ihre Clubs sind die Offers dennoch ein gutes Geschäft, denn wenn die Spieler nun das Team wechseln, erhält das abgebende Team einen Draft-Pick als Kompensation.

Mariners traden für Healy 
Jerry Dipoto, der General Manager der Seattle Mariners, macht seinem Ruf als eifrigster Trader der Liga weiterhin alle Ehre. Im ersten nennenswerte Move der Offseason hat Dipoto First Baseman Ryon Healy von den Oakland Athletics geholt. Der Handel ist für beide Teams sinnvoll, denn die Athletics hatten mit den Youngsters Matt Olson, Matt Chapman und Healy ein Überangebot für die Infield-Corners und als DH soll zukünftig verstärkt Khris Davis zum Einsatz kommen. Healy war somit verzichtbar und wird nun den 1B-Job in Seattle übernehmen, wo Yonder Alonso und Danny Valencia Free Agents geworden sind. Für Healy wechseln RP Emilio Pagan und Infield-Prospect Alexander Campos nach Oakland.

Dodgers und Padres spielen 2018 in Mexiko
Zum ersten Mal seit 1999 wird die MLB 2018 ein Gastspiel in Mexiko absolvieren. Vom 4. bis zum 6. Mai spielen die San Diego Padres und die Los Angeles Dodgers eine Drei-Spiele-Serie in Monterrey. Die Padres haben wegen ihrer grenznahen Heimat viele Fans in Mexiko und werden sich diesen nach 1996 gegen die Mets und 1999 gegen die Rockies zum dritten Mal in regulären Saisonspielen vor Ort präsentieren. Die Spiele in Monterrey ersetzen eine Heim-Serie der Padres. Die MLB strebt an, in den kommenden sechs Jahren regelmäßig Serien in Mexiko zu spielen und mittelfristig auch Spiele in Asien und in Europa (voraussichtlich Großbritannien) anzusetzen.

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November 12th, 2017 by Dominik

Die Free Agency läuft offiziell seit einer Woche, die großen Deals sind bislang noch ausgeblieben. Das ist nicht weiter überraschend, denn üblicherweise kommt erst ab den Winter Meetings der MLB – dieses Jahr vom 10. bis 14. Dezember in Orlando – richtig Bewegung in den Markt. Das nennenswerteste Signing der letzten Tage ist der Fünfjahresvertrag über 106 Millionen Dollar, für den Outfielder Justin Upton bei den Los Angeles Angels bleibt. Upton war kein Free Agent, er hatte aber eine Ausstiegsoption im alten Vertrag, die nun natürlich hinfällig ist.

Die diesjährige Free-Agent-Klasse umfasst verhältnismäßig viele gute Starting Pitcher, zwei Top-Closer, eine bunte Mischung aus Positionsspielern und ein japanisches Ausnahmetalent, das die Liga auf Jahre hinaus prägen könnte. Hier sind meine Top-20 der Free Agents 2017:

  1. Shohei Otani, SP/OF, Hokkaido Nippon Ham Fighters

Der 23-jährige Otani ist in aller Munde als das wohl größte Talent, das der Baseball seit einiger Zeit gesehen hat. Otani dominiert die japanische Liga sowohl als Pitcher als auch am Schlag. In der MLB würde er sicher vornehmlich als Pitcher eingesetzt, aber es wäre denkbar, dass er an Tagen zwischen seinen Starts auch als Batter aufgestellt wird – vor allem, wenn er in der American League landet und somit als Designated Hitter infrage kommt. Aufgrund seines Alters gilt Otani für die MLB als „internationaler Amateur-Free-Agent“ und kann dem aktuellen Collective Bargaining Agreement zufolge nur einen Vertrag über rund 10 Millionen Dollar bekommen – und auch das nur, wenn ein Team sein erlaubtes Budget für internationale Verpflichtungen durch Trades auf das Maximum erhöht und dieses Maximum vollständig für Otani einsetzt. Er könnte diesen Kraftakt wert sein. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass Otani bei seinem ersten Vertrag auf die eine oder andere Million verzichtet und das Team wählt, bei dem ihm die ruhmreichste Karriere winkt. Mein Tipp: Er landet bei den Yankees.

  1. Yu Darvish, SP, Los Angeles Dodgers

Auch der Rang des besten „normalen“ Free Agents ist in japanischer Hand. Yu Darvish – er kam  2011 übrigens ebenfalls von den Ham Fighters in die MLB – hatte eine World Series zum Vergessen, ist und bleibt aber ein sehr guter Pitcher. Er wird keine Probleme haben, einen langfristigen Vertrag und ein Jahresgehalt von 25 Millionen Dollar oder mehr an Land zu ziehen. Mein Tipp: Er geht zu den Cubs.

  1. J.D. Martinez, OF, Arizona Diamondbacks

Martinez kam im Juli per Trade von den rebuildenden Tigers zu den Diamondbacks und erwies sich dort als offensive Granate mit einer Slashline von .302/.366/.741 und 29 Homeruns in 62 Spielen. Mit diesen Zahlen ist er der beste auf dem Markt verfügbare Batter und es ist davon auszugehen, dass die Diamondbacks bei einem Wettbieten um Martinez‘ Dienste nicht mithalten können. Mein Tipp: Sofern die Giants nicht für Giancarlo Stanton traden, ist Martinez ihr Mann.

  1. Jake Arrieta, SP, Chicago Cubs

Arrieta hat in den vergangenen zwei Jahren 2 mph von seinem Fastball verloren und auch seine sonstigen Werte weisen einen eher absteigenden Trend auf. Dennoch ist der 32-Jährige ein verlässlicher Starter und anerkannter Führungsspieler, der mit einem Vier- bis Fünfjahresvertrag und dreistelligen Dollarmillionen rechnen darf. Die Cubs haben seit zwei Jahren erfolglos versucht, eine Verlängerung mit Arrieta auszuhandeln. Daher vermute ich, dass er auch das Qualifying Offer ablehnt und beide Seiten sich anderweitig orientieren. Mein Tipp: Die Dodgers holen ihn als Nachfolger von Darvish.

  1. Wade Davis, RP, Chicago Cubs

Auch Davis hat von den Cubs ein Qualifying Offer über 17,4 Millionen Dollar erhalten, auch er wird es voraussichtlich ablehnen und etwas Längerfristiges anstreben. Als bester Closer auf dem Markt wird er einen Vertrag in der Größenordnung der 62 Millionen für vier Jahre verlangen, die letztes Jahr Mark Melancon abgeräumt hat. Die Cubs waren bisher immer zurückhaltend mit großen Verträgen für Reliever, aber dennoch ist mein Tipp: Davis verlängert in Chicago.

  1. Eric Hosmer, 1B, Kansas City Royals

Mit 28 ist Hosmer relativ jung für einen Free Agent und mit .318/.385/.498 hat er zum richtigen Zeitpunkt offensiv die beste Saison seiner Karriere hingelegt. In einigen Rankings steht er deutlich höher als bei mir, aber für meinen Geschmack sind Hosmers Leistungen zu unkonstant, um den erhofften 200-Millionen-Dollar-Vertrag zu rechtfertigen. In Kansas City steht ein Rebuilding an, aber ich kann mir vorstellen, dass man Hosmer langfristig als Gesicht der Franchise bindet. Mein Tipp: Er bleibt.

  1. Mike Moustakas, 3B, Kansas City Royals

Genau wie seine Teamkollegen Eric Hosmer und Lorenzo Cain hat Moustakas von den Royals ein Qualifying Offer erhalten und wird es ablehnen, weil er einen langfristigen Vertrag möchte und diesen auch verdient. Er wird ihn bekommen und weil ich glaube, dass die Royals sich bereits für eine Verlängerung von Hosmer finanziell aus dem Fenster lehnen, ist mein Tipp: Moustakas wechselt zu den Atlanta Braves.

  1. Greg Holland, RP, Colorado Rockies

Holland ist die Alternative zu Wade Davis für Teams, die ihren Closer-Posten für ein paar Jahre zuverlässig besetzt wissen möchten. Im Vergleich mit Davis bringt Holland ein paar Fragezeichen mit, da er 2016 wegen Tommy-John-Surgery pausierte und 2017 nach einer dominanten ersten Saisionhälfte gegen Ende deutlich nachließ. Mein Tipp: Er lehnt das Qualifying Offer ab und verlängert für drei Jahre bei den Rockies.

  1. Jay Bruce, OF, Cleveland Indians

Bruce ist ein weiterer Spieler, der pünktlich zum Auslaufen seines Vertrages eine starke Saison hingelegt hat und nun auf einen Vertrag in der Größenordnung um 50 Millionen Dollar hoffen kann. Da Bruce während der Saison von den Mets zu den Indians getradet wurde, war ein Qualifying Offer nicht möglich. Das erleichtert einen erneuten Teamwechsel, weil ohne QO keine Draftpick-Kompensation für das abgebende Team anfällt. Mein Tipp: Er wird der Nachfolger von José Bautista bei den Blue Jays.

  1. Lance Lynn, SP, St. Louis Cardinals

Lynn kehrte 2017 erfolgreich von seiner Tommy-John-Surgery zurück und ist ein solider Innings-Eater, den man sich als Nummer zwei oder drei nahezu jeder MLB-Rotation vorstellen kann. Entsprechend groß wird die Nachfrage nach seinen Diensten sein und das Qualifying Offer der Cardinals kommt für ihn definitiv nicht infrage. Mein Tipp: Er geht nach Baltimore.

  1. Lorenzo Cain, OF, Kansas City Royals
  2. Alex Cobb, SP, Tampa Bay Rays
  3. Zack Cozart, SS, Cincinnati Reds
  4. Carlos Santana, 1B, Cleveland Indians
  5. Logan Morrison, 1B/OF, Tampa Bay Rays
  6. Addison Reed, RP, Boston Red Sox
  7. Todd Frazier, 3B, New York Yankees
  8. Jonathan Lucroy, C, Colorado Rockies
  9. Neil Walker, 2B, Milwaukee Brewers
  10. Brandon Morrow, RP, Los Angeles Dodgers

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November 9th, 2017 by Dominik

Herzlich willkommen zur ersten Offseason-Ausgabe des Grand Slam am Donnerstag in diesem Jahr. Bis es im April wieder um Spiele und Ergebnisse geht, werde ich an dieser Stelle aktuelle Stories anreißen, die ich aus Zeitgründen nicht in einem ausführlichen Artikel verarbeiten kann, aber zumindest mal erwähnt haben möchte. Außerdem möchte ich hiermit ein letztes Mal die Werbetrommel für mein Offseason-Wunschkonzert rühren. Es ist schon eine ganze Reihe von Anregungen eingegangen, womit Baseblog.de sich in den nächsten Monaten beschäftigen soll, und ich freue mich über jede weitere.

Roy Halladay und Daniel Flores sind tot
Einsteigen muss ich leider mit zwei sehr traurigen Meldungen: Roy Halladay, während seiner aktiven Zeit für Philadelphia und Toronto einer der besten Pitcher der MLB, ist im Alter von nur 40 Jahren ums Leben gekommen. Halladay brachte es von 1988 bis 2013 dreimal zum All-Star und gewann je einen Cy-Young-Award in der National und in der American League. Legendär wurde er im Jahr 2010,  als er für die Phillies ein Perfect Game in der regulären Saison und einen No-Hitter in den Playoffs warf. „Doc“ Halladay starb am Dienstag beim Absturz eines von ihm selbst gesteuerten Leichtflugzeuges in den Golf von Mexiko.
Genauso traurig ist die Geschichte von Daniel Flores: Gerade mal 17 Jahre alt wurde der Nachwuchs-Catcher, den die Boston Red Sox erst im Sommer dieses Jahres für einen Signing-Bonus von über drei Millionen Dollar aus seiner Heimat Venezuela geholt hatten. Er schien eine große Zukunft vor sich zu haben, galt als Top-10-Prospect sowohl innerhalb der Franchise als auch unter allen Catchern im US-Baseball. Flores starb laut Meldung der Red Sox an Komplikationen im Zusammenhang mit einer Krebsbehandlung.

Neue Manager für sechs MLB-Teams
Ein Fünftel der MLB-Teams wird mit einem neuen Manager in die Saison 2018 gehen. Zur Erinnerung: Der Manager ist im Baseball-Sprachgebrauch die Position, die man in anderen Sportarten als Headcoach oder Cheftrainer bezeichnet.
In Detroit hat man sich für einen alten Hasen entschieden in Person von Ron Gardenhire, der von 2002 bis 2014 dreizehn Jahre lang die Minnesota Twins gemanagt hatte. Der 60-Jährige soll mit seiner Erfahrung den dringend nötigen Neuaufbau der Tigers begleiten.
Ebenfalls im Neuaufbau befinden sich die Philadelphia Phillies, die dabei auf ein ganz neues Gesicht setzen: Gabe Kapler verfügt bisher über keine Erfahrung als Manager außer einem kurzfristigen Minor-League-Engagement vor zehn Jahren, nach dem er dann doch noch bis 2011 seine Karriere als Spieler fortsetzen. Als Director of Player Development der Los Angeles Dodgers durfte der 42-Jährige in den vergangenen drei Jahren unter Beweis stellen, dass er ein gutes Händchen in der Entwicklung junger Spieler hat.
Die anderen vier Teams, die sich für einen Wechsel des Managers entschieden haben, streben keinen Neuaufbau sondern zeitnahe Erfolge an. Die Boston Red Sox erhoffen sich diese von Alex Cora, der als Bench Coach in Houston gerade die World Series gewonnen hat. Außer diesem einen Jahr Coaching-Erfahrung ist Cora in dem Metier noch ein unbeschriebenes Blatt. Er gilt aber als hervorragender Analyst und stand bei mehreren Teams auf der Kandidatenliste als Manager.
Eines dieser Teams waren die New York Mets. Sie haben sich letztlich für Mickey Callaway entschieden, den bisherigen Pitching-Coach der Cleveland Indians. In dieser Rolle hat er fünf Jahre lang sehr erfolgreiche Arbeit geleistet und sich damit für den nächsten Schritt auf der Karriereleiter empfohlen. Callaway ist genau wie Kapler und Cora 42 Jahre alt, das scheint dieses Jahr ein beliebtes Einstiegsalter zu sein.
Ein paar Jahre älter, genauer gesagt 53, musste Dave Martinez werden, bevor ihm die Washington Nationals seine erste Chance als Manager auf höchster Ebene anboten. Er bringt zehn Jahre Erfahrung als Bench Coach der Tampa Bay Rays und der Chicago Cubs mit.
Die einzige derzeit noch offene Managerstelle der MLB ist die wohl begehrteste, nämlich die der New York Yankees. Etwas überraschend trennten sich die Yankees nach der Saison von Joe Girardi, der zehn Jahre lang das Zepter in der Hand gehalten und 2009 einen World-Series-Titel geholt hatte. Die Yankees haben gerade erst mit den Bewerbungsgesprächen begonnen; als erster wurde der bisherige Bench Coach Rob Thomson interviewt. Die Kandidatenliste ist noch lang, der prominenteste Name darauf ist jedoch bereits gestrichen: Alex Rodriguez hat deutlich gemacht, dass er kein Interesse an dem Job hat.

Die Gold Gloves sind vergeben
Als erste Einzelspielerauszeichnungen für die vergangene Saison wurden die Gold Glove Awards für herausragende Defensivleistungen vergeben. 18 Preisträger gibt es, je einen auf jeder Position in der National League und in der American League. Besonders hervorzuheben sind 3B Nolan Arenado (Rockies), LF Jason Heyward (Cubs) und LF Alex Gordon (Royals), die jeweils schon zum fünften Mal in ihrer Karriere die Ehrung erhalten haben. Hier gibt es die komplette Übersicht über die Gold Glove Awards des Jahres 2017.

Weitere Awards folgen nächste Woche
Im Laufe der nächsten Woche von Montag bis Donnerstag werden die weiteren individuellen Awards für die abgelaufene Spielzeit bekannt gegeben. Die Finalisten für die Auszeichnungen wurden vor einigen Tagen veröffentlicht. Meine persönliche Einschätzung hatte ich Anfang September bereits abgegeben und anscheinend habe ich zumindest nicht ganz falsch gelegen, denn meine Favoriten sind allesamt noch im Rennen.

Qualifying Offers für neun Spieler
Der wichtigste Teil der Offseason ist die Free Agency, die am Sonntag offiziell begonnen hat. Ihr Startschuss ist gleichzeitig die Deadline für das Einreichen sogenannter Qualifying Offers. Neun Spieler mit auslaufendem Vertrag haben von ihrem Team ein solches Angebot erhalten, das ihnen einen ligaweit einheitlichen Betrag von 17,4 Millionen Dollar für ein weiteres Jahr beim bisherigen Arbeitgeber zusichert. Jeder von ihnen hat nun eine Woche Zeit, das Angebot anzunehmen. Lehnt er es ab und unterschreibt woanders, erhält das bisherige Team einen hohen Draftpick als Kompensation. Hier gibt es eine Übersicht über die neun Qualifying Offers dieses Jahres sowie über ein paar nennenswerte Spieler, die das Angebot nicht erhalten haben. Für Spieler, die während der gerade beendeten Saison getradet wurden, können übrigens keine Qualifying Offers abgegeben werden.

Stanton, Gordon, Yelich im Ausverkauf?
Trade- und Free-Agent-Gerüchte gibt es in dieser Zeit des Jahres mehr als man erzählen kann. Im Mittelpunkt davon stehen dieses Mal die Miami Marlins, nachdem die neue Owner-Gruppe um Derek Jeter angekündigt hat, einen massiven Umbruch einzuleiten und die Kosten des Kaders deutlich zu reduzieren. RF Giancarlo Stanton, 2B Dee Gordon und CF Christian Yelich sind die drei herausragenden Kandidaten, die gesteigertes Interesse anderer Teams hervorrufen dürften. Das gilt ganz besonders für Stanton, der dieses Jahr die meisten Homeruns (59) erzielt hat seit Barry Bonds 2001 auf dem Höhepunkt der Doping-Ära 73 gelangen. Ihn hätte sicher jeder General Manager gern im Team, allerdings kommt Stanton mit einem dicken Rucksack: Das neue Team müsste den noch bis 2028 laufenden Vertrag übernehmen, der Stanton durchschnittlich 25 Millionen Dollar im Jahr einbringt. So krank es sich anhören mag: 25 Millionen Dollar Jahresgehalt für einen Superstar sind in der MLB durchaus im normalen Rahmen. Das Problem bei der Sache ist die Verpflichtung, die teure Bezahlung noch elf Jahre aufrecht zu erhalten, ohne zu wissen ob Stanton mit 38 noch fit ist und abliefert. Ich bin relativ sicher, dass die Marlins jemanden finden, der den Vertrag übernimmt. Viel Gegenwert in Form von Prospects werden sie wegen der problematischen Vertragssituation aber nicht erwarten dürfen.

Lackey, Colon, Granderson haben noch lange nicht genug
Im Gegensatz zum letzten Jahr, als zum Beispiel David Ortiz und Alex Rodriguez ihre Karriere beendeten, hat in der laufenden Offseason noch kein ganz Großer seinen Übergang in den Ruhestand verkündet. Die Pitcher Matt Cain (Giants) und Bronson Arroyo (Reds) sind bislang die namhaftesten Neurentner des Jahres. Drei andere Kandidaten, Pitcher John Lackey (39, Cubs), Pitcher Bartolo Colon (44, Twins) und Outfielder Curtis Granderson (36, Dodgers) haben trotz fortgeschrittenen Alters und auslaufender Verträge bereits angekündigt, dass sie auch nächstes Jahr noch in der MLB zu spielen gedenken. Ich freue mich drauf.

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November 2nd, 2017 by Dominik

Sports Illustrated wusste es schon vor drei Jahren, seit heute Morgen weiß es auch der Rest der Welt: Die Houston Astros sind der Gewinner der World Series 2017. Zur Feier des Tages dreht sich heute ein letztes Mal in diesem Jahr der Grand Slam am Donnerstag ausschließlich um die World Series. Ab nächster Woche werde ich den regelmäßigen Artikel wieder vermehrt dafür nutzen, die MLB insgesamt im Blick zu behalten und zusammenzufassen, was sich während der Offseason bei den 30 Teams tut. Ich hoffe, ihr schaut auch außerhalb der Saison immer mal wieder hier rein; ich werde mich bemühen, dass uns nicht langweilig wird. Und bevor jemand fragt: Ja, es wird in den nächsten Tagen eine Neuauflage des Offseason-Wunschkonzerts geben.

Die World Series
Es war eine großartige World Series und auch wenn es letzte Nacht keine so dramatische Partie wie die Spiele zwei und fünf der Serie war, war Spiel sieben doch ein würdiger Abschluss. Bei beiden Mannschaften überzeugte vor allem das Bullpen-Pitching. Weniger überzeugend waren die Starter – Houstons Lance McCullers ließ in 2.1 Innings drei Hits zu und warf vier Batter ab, kam aber mit etwas Glück davon, ohne Runs zuzulassen. Dodgers-Starter Yu Darvish wurde noch früher vom Mound genommen. Er hielt nur 1.2 Innings durch und bei seinem Abgang war der Schaden bereits angerichtet. Fünf Runs hatten die Astros bis dahin über die Platte gebracht: einen durch George Springer bei einem missglückten Wurf an die erste Base von Cody Bellinger, zwei durch Alex Bregman und Brian McCann während Groundouts von Jose Altuve und Lance McCullers sowie einen Zwei-Run-Homerun von Springer.

Für den Rest des Spiels übernahm der Bullpen der Dodgers, einschließlich vier Innings von Clayton Kershaw, und ließ keine weiteren Runs zu. Doch die fünf Zähler der Astros waren schon zu viel, einerseits weil auch Houstons Pitcher – vor allem Brad Peacock und Charlie Morton – gut aufgelegt waren und andererseits weil die Dodgers zu harmlos agierten, wenn sie Runner in Scoring Position hatten (1 Hit in 13 solcher Situationen). Sie brachten es letztlich nur auf einen einzigen, mühsam erarbeiteten Run im sechsten Inning und machten auf mich nie den Eindruck, dass ein Comeback in der Luft liegt.

Nach vier Siegen über die Dodgers – drei davon knapp, der letzte deutlich – sind die Astros ein verdienter Champion. Sie feiern die erste Meisterschaft in 55 Jahren Teamgeschichte. Für ihre Heimatstadt kommt der Erfolg genau zur richtigen Zeit, denn die Stadt Houston leidet immer noch unter den Folgen des verheerenden Hurricanes Harvey und kann die Ablenkung und Aufmunterung durch die Leistungen des Baseballteams sicher gut gebrauchen. Wie groß die Begeisterung für das Team in Houston ist, zeigt auch, dass während der beiden letzten Auswärtsspiele das Public Viewing im heimischen Minute Maid Park jeweils komplett ausverkauft war. Am morgigen Freitag wird das Team mit einer Parade durch die Stadt empfangen werden.

Szene der Woche
Natürlich gab es in der World Series eine Menge interessanter Spielszenen. Ich möchte hier aber eine Reihe von Ereignissen erwähnen, die nur am Rande mit dem Sport zu tun haben: Es ging los in Spiel drei, als Yu Darvish (genau wie in Spiel sieben) einen schlechten Tag hatte und unter anderem einen Homerun gegen Houstons Yuli Gurriel abgab. Gurriel wurde später im Dugout gefilmt, als er eine Schlitzaugengrimasse schnitt und das Wort „Chinito“ verwendete – wörtlich „kleiner Chinese“ und offenbar als Verunglimpfung des Japaners Darvish gemeint. Auf diesen rassistischen Ausfall reagierte die Liga prompt mit einer Sperre von fünf Spielen, die allerdings erst zu Beginn der nächsten Saison fällig wird. Gurriel durfte also auch in den weiteren Spielen der Serie mitwirken und musste sich in Los Angeles dem Auswärtspublikum stellen, das ihn verdientermaßen ordentlich ausbuhte. Hierbei kam es zu der zweiten bemerkenswerten Szene, verursacht von Dodgers-Pitcher Rich Hill. Hill wählte eine passive Form der Vergeltung, indem er beim Auftritt von Gurriel einen Schritt zurück trat und den Unmutsbekundungen der Zuschauer damit besonders viel Zeit verschaffte. In Spiel sieben schließlich zeigte Buhmann Yuli Gurriel, dass er seinen Fehler einsieht und weiß, was sich in so einem Fall gehört: Unmittelbar bevor er erstmals seit dem ursprünglichen Vorfall wieder gegen Darvish in die Batter’s Box trat, zog er vor ihm seinen Helm und nickte ihm entschuldigend zu. Schön, dass das damit geklärt ist.

Statistik der Woche
8 Extra-Base-Hits, 29 Total Bases, 5 Homeruns. Das ist die Offensivbilanz des Astros-Outfielders George Springer in den sieben Spielen der World Series. Jeder der drei Werte stellt einen Rekord in der Geschichte der World Series dar – die Extra-Base-Hits und die Total Bases sind neue Bestmarken, den Homerun-Rekord teilt Springer sich mit Reggie Jackson (1977) und Chase Utley (2009). Es war nur folgerichtig, dass Springer zum MVP, also zum wertvollsten Spieler der Serie gewählt wurde. Übrigens, falls es bisher noch nicht aufgefallen sein sollte: Schaut mal, welcher Spieler auf dem eingangs erwähnten Cover von Sports Illustrated aus dem Jahr 2014 abgebildet ist. Fast schon unheimlich, oder?

Spiel der Woche
Natürlich war Spiel sieben der World Series das wichtigste, aber das sehenswerteste war definitiv Spiel fünf der Serie. Ich habe gestern kurz den Verlauf dieser unglaublichen Partie skizziert, aber am besten macht man sich selbst ein Bild.

Spiel der kommenden Woche
Traurig, aber wahr: Die Partie letzte Nacht war das letzte Baseballspiel des Jahres – zumindest das letzte in der MLB und auch die Baseball-Bundesliga ist schon seit einer Weile fertig. Monatelange Abstinenz von diesem großartigen Sport ist dennoch kein Muss. In der Arizona Fall League beispielsweise messen sich noch bis 18. November diverse Prospects und die Australian Baseball League nimmt am 16. November den Spielbetrieb der Saison 2017/18 auf. Ich werde in den nächsten Tagen mal recherchieren und zusammenstellen, wo und wie man in der Offseason in den Genuss von Liveübertragungen aktiver Ligen kommt.

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November 1st, 2017 by Dominik

Jeweils über 220 Spiele – Spring Training, reguläre Saison und Playoffs zusammengenommen – haben die Los Angeles Dodgers und die Houston Astros dieses Jahr schon absolviert, sechs davon gegeneinander in der World Series. Nun steht es 3:3 in der Best-of-Seven-Serie und die Mammut-Saison der MLB gipfelt in einem einzigen Spiel, das unweigerlich die Entscheidung bringen wird.

Es war bisher eine wirklich großartige World Series mit zwei besonders herausragenden Partien: zum einen Spiel zwei (siehe „Spiel der Woche“ im letzten Grand Slam am Donnerstag), zum anderen Spiel fünf in der Nacht zum Montag. Letzteres wäre bereits ein würdiger Abschluss gewesen, denn es ist kaum vorstellbar, dass dieses Spiel in punkto Spaß und Spannung noch zu toppen ist. Dreimal gingen die Dodgers in Führung, dreimal glichen die Astros aus und lagen schließlich nach acht Innings 12:9 vorne. Nun war es an den Dodgers, ihrerseits ein Comeback hinzulegen und das taten sie mit drei Runs im neunten Inning. Im zehnten Inning holte dann aber doch Houston per Walkoff das Spiel mit 13:12 nach Hause. Ein enttäuschender Tag war es lediglich für die Pitcher – angefangen bei den Top-Startern Clayton Kershaw und Dallas Keuchel bis tief in beide Bullpens und letzten Endes Star-Closer Kenley Jansen, der den entscheidenden Run kassierte.

Spiel sechs war kein ganz so großer Aufreger, aber auch ein gutes Spiel. Justin Verlander und Rich Hill lieferten sich ein starkes Duell, bei dem Hill nur einen Homerun von George Springer im dritten Inning zuließ und Verlander nach hervorragenden fünf Innings im sechsten durch einen Double von Chris Taylor und ein Sacrifice-Fly von Corey Seager zweimal bezwungen wurde. Im siebten Inning steuerte Joc Pederson für die Dodgers noch einen Homerun zum 3:1-Endstand bei.

Als Starter in Spiel sieben sind Yu Darvish (3.86 ERA, 3.83 FIP in der regulären Saison; 4.15 ERA, 4.70 FIP in der Postseason) und Lance McCullers (4.25 ERA, 3.10 FIP in der regulären Saison; 2.95 ERA, 3.59 FIP in der Postseason) vorgesehen. Beide haben den wichtigsten Start ihrer Karriere vor sich, beide werden aber auch schnell aus dem Spiel sein, falls sie irgendwelche Schwächen oder Unsicherheiten zeigen. In diesem definitiv letzten Spiel der Saison stehen sämtliche Pitcher zur Verfügung und die Team-Manger werden nicht zögern, sinnvoll erscheinende Wechsel umgehend vorzunehmen. Da beide Bullpens in der bisherigen World Series nicht wirklich überzeugt haben, erscheint es umso wahrscheinlicher, dass wir auch den einen oder anderen etatmäßigen Starter in Relief-Rollen sehen werden – Clayton Kershaw, Rich Hill, Dallas Keuchel, Justin Verlander werden allesamt mehr als bereit sein, für ein paar Innings einzuspringen. „Ich kann 27 Innings spielen, was auch immer sie von mir brauchen,“ hat Kershaw die vor diesem Spiel allseits herrschende Einstellung auf den Punkt gebracht.

Eine Vorhersage vermag ich nicht abzugeben. Die bisherige World Series hat gezeigt, dass beide Teams leistungsmäßig ganz eng beisammen sind. Weder den Dodgers noch den Astros kann man nachsagen, sie hätten Glück gehabt, sich in Spiel sieben gerettet zu haben. Vielmehr erscheint der große Showdown, zu dem es heute Nacht ab 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit kommt, die logische Folge der bisherigen Serie und auch der gesamten Saison zu sein. Ich freue mich jedenfalls riesig auf das Spiel und werde mir keine Minute davon entgehen lassen, auch wenn sich der Schlafentzug wie jedes Jahr Anfang November bereits deutlich bemerkbar macht. Was das angeht, brechen ab morgen auf jeden Fall wieder bessere Zeiten an.

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Oktober 26th, 2017 by Dominik

Pünktlich zur ersten Reisepause der World Series meldet sich der Grand Slam am Donnerstag mit einer kleinen Zwischenbetrachtung. Ich stehe noch ganz im Bann des extrem mitreißenden zweiten Spiels und bin froh, dass es jetzt einen Tag zum Durchatmen (und vor allem eine Nacht zum Durchschlafen) gibt, bevor es in Houston hoffentlich genauso spektakulär weiter geht wie es in Los Angeles begonnen hat.

Die World Series
Das erste Spiel der Serie war schön anzusehen, brachte aber letzten Endes „nur“ das Ergebnis, das die meisten erwartet hatten: einen Low-Scoring-Sieg für Los Angeles, der ganz wesentlich auf der Pitching-Leistung von Clayton Kershaw sowie dem erneut sattelfesten Bullpen der Dodgers beruhte. Offensiv genügten den Dodgers zwei Highlights: ein Homerun von Chris Taylor beim allerersten Pitch von Astros-Starter Dallas Keuchel sowie ein Zwei-Run-Homer von Justin Turner, dem prägendsten Akteur der bisherigen Postseason. Der einzige Punkt der Astros wurde ebenfalls per Homerun erzielt, Alex Bregman nutzte dafür im vierten Inning einen seltenen Fehler von Kershaw zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Nach Kershaws sieben Innings mit drei Hits, einem Run und elf Strikeouts brachten Brandon Morrow und Kenley Jansen das 3:1 sicher nach Hause.

Deutlich nervenaufreibender als Spiel eins war die zweite Partie in Los Angeles. Mehr dazu lest ihr weiter unten in den Rubriken „Statistik der Woche“ und „Spiel der Woche“.

Wir werden nun noch mindestens drei Spiele sehen, allesamt Heimspiele der Houston Astros. Spiel drei findet morgen (Freitag) Nacht statt und verspricht mit Yu Darvish (3.86 ERA, 3.83 FIP) gegen Lance McCullers (4.25 ERA, 3.10 FIP) ein weiteres interessantes Pitcherduell. Beide spielen bisher eine exzellente Postseason. Für Charlie Morton (3.62 ERA, 3.46 FIP), Houstons Pitcher für Spiel vier, war es bislange eher ein Auf und Ab: Einem mittelmäßigen Auftritt gegen Boston (4.1 Innnings, 7 Hits, 2 Runs) folgten gegen die Yankees ein schlechter (3.2 Innings, 6 Hits, 7 Runs) und ein richtig guter (5.0 Innnings, 2 Hits, 0 Runs). Ich bin gespannt, welchen Charlie Morton wir Samstagnacht erleben und wen die Dodgers ihm entgegen setzen werden. Voraussichtlich wird es Alex Wood (2.72 ERA, 3.32 FIP) sein, aber es steht auch die Überlegung im Raum, Clayton Kershaw mit verkürzter Erholungspause erneut auf den Mound zu schicken. Beide Astros-Starter der kommenden Spiele, McCullers und Morton, haben übrigens in ihrer gesamten Karriere deutlich bessere Werte in Heimspielen erzielt als in Auswärtsspielen.

Vorsicht beim Weckerstellen: Zwar beginnen nach amerikanischer Zeit auch die restlichen Partien der World Series jeweils um 20 Uhr Eastern Time, aber weil wir in Europa am Wochenende die Uhr um eine Stunde zurück stellen, ergibt sich für uns eine Änderung: Freitagnacht und Samstagnacht geht es jeweils um 2 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit los, Sonntagnacht um 1 Uhr mitteleuropäischer Winterzeit.

Szene der Woche
Ein letzter Rückbezug zur ALCS sei mir hier erlaubt, denn das alles entscheidende Spiel sieben habe ich in meinem Blog noch gar nicht gewürdigt. Die Astros setzten sich mit 4:0 gegen die Yankees durch, was nach einer klaren Angelegenheit klingt, aber mindestens einmal auf Messers Schneider stand: Die Astros hatten im unteren vierten Inning gerade durch einen Homerun von Evan Gattis das 1:0 erzielt, als im oberen fünften die Yankees durch einen Double von Greg Bird erstmals in Scoring Position kamen. Durch einen Wild Pitch rückte Bird weiter auf die dritte Base und als Todd Frazier einen Groundball schlug, sah es so aus, als würde Bird zum 1:1-Ausgleich nach Hause kommen. Doch Astros-3B Alex Bregman gelang ein auf den Zentimeter perfekt platzierter Wurf zu Catcher Brian McCann und damit das Out an der Homeplate. Es war die Schlüsselszene des Spiels, näher kamen die Yankees nicht mehr heran an die World-Series-Teilnahme. Im folgenden Halbinning zogen die Astros auf 4:0 davon.

Statistik der Woche 
5. So viele Homeruns in Extra-Innings gab es noch nie, weder in einem regulären Saisonspiel noch in den Playoffs. Ausgerechnet in der World Series stellten die Houston Astros und die Los Angeles Dodgers letzte Nacht diesen Rekord auf. Auch die 8 Homeruns im Spiel insgesamt sind ein Rekord, wenn auch „nur“ für World-Series-Spiele. Die World Series setzt damit einen Trend fort, der ligaweit bereits dazu geführt hatte, dass in der regulären Saison 2017 mit 6105 Homeruns so viele erzielt wurden wie noch nie zuvor.

Spiel der Woche
An dieser Stelle kann dieses Mal ganz eindeutig nur Spiel zwei der World Series aus der vergangenen Nacht genannt werden. Aufregender geht es kaum: Es gab mehrere Führungswechsel, zwei extrem ereignisreiche Extra-Innings inklusive der oben erwähnten Homerun-Rekorde und am Ende einen „Schuldigen“ an der Niederlage, den nach dem bisherigen Verlauf der Playoffs wohl niemand erwartet hatte: den Bullpen der Dodgers. Zumindest einen Teil des Vorwurfs muss aber auch Manager Dave Roberts auf sich nehmen – er hatte seinen Starter Rich Hill ohne erkennbare Not nach vier Innings (3 Hits, 1 Run, 7 Strikeouts) vom Mound genommen, wodurch ihm nach hinten heraus die Reliever knapp wurden. Closer Kenley Jansen war für untypische sechs Outs gefordert und leistete sich prompt den noch untypischeren blown Save durch einen von Brandon Morrow geerbten Run im achten und einen selbst verdienten Homerun von Marwin Gonzalez im neunten Inning. Josh Fields machte seine Sache im zehnten Inning noch schlechter, ließ Homeruns von Jose Altuve und Carlos Correa zu und schaffte kein einziges Out. Das Spiel schien gelaufen, doch auch Astros-Closer Ken Giles hatte – nicht zum ersten Mal in dieser Postseason – keinen guten Tag und ließ LA zum Ausgleich kommen. Der wurde aber gleich wieder verschenkt, als der mittlerweile neunte eingesetzte Pitcher der Dodgers, Brandon McCarthy, einen Single von Cameron Maybin und anschließend den Homerun von George Springer zuließ. Noch war das Spiel nicht zuende, denn auch Astros-Reliever Chris Devenski ließ noch einen Homerun zu. Über den freute sich Charlie Culberson als hätte er gerade die World Series gewonnen, bevor ihm jemand verriet, dass es nur das 6:7 und nicht der Ausgleich war. Einen Strikeout gegen Yasiel Puig später war dann auch Schluss und die Astros hatten die World Series auf 1:1 ausgeglichen.

Spiel der kommenden Woche
Es ist natürlich irgendwie witzlos, mitten in der World Series ein einzelnes Spiel als Einschalttipp herauszugreifen. Aber wenn man nicht alle Partien sehen kann oder will, empfehlen sich vor allem jene, in denen die Entscheidung fallen kann. Da es zurzeit 1:1 steht, ist das in der Best-of-Seven-Serie frühestens Sonntagnacht in Spiel fünf in Houston möglich. Ich erinnere noch mal daran, dass dieses wegen der Uhrumstellung bereits um 1 Uhr unserer Zeit beginnt – nicht dass ihr eine Stunde verpasst, nachdem ihr euch extra den Brückentag am Montag frei genommen habt, um die Nacht davor ohne schlechtes Gewissen mit Baseball verbringen zu können…

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