Category: Rivalitäten in der MLB

Dezember 27th, 2016 by Dominik

Die siebte und letzte Rivalität zwischen zwei MLB-Teams, die ich im Rahmen meiner Serie vorstelle, ist die zwischen den Houston Astros und den Texas Rangers. Wie die meisten intensiven Konkurrenzverhältnisse geht auch dieses von räumlicher Nähe aus, genauer gesagt davon, dass beide Teams in Texas zu Hause sind.

Die sogenannte Lone-Star-Series wurde im Zuge einiger Umorganisationen der MLB zunehmend intensiver: Obwohl die Teams seit 1972 nebeinander existieren, kam es zum ersten offiziellen Aufeinandertreffen der Rangers und der Astros nicht vor dem Jahr 2001. Warum nicht 1997 wie die meisten anderen Interleague-Rivalitäten? Das lag daran, dass sich die MLB zunächst schwer damit tat, im Spielplan zu berücksichtigen, dass es hier eine „natürliche“ Rivalität in verschiedenen Divisionen der jeweiligen Ligen gab – die Rangers spielten in der AL West, die Astros in der NL Central. Die nötigen Anpassungen des Spielplans kamen mit etwas Verspätung und von 2001 bis 2012 trafen die beiden Texas-Teams sechsmal pro Jahr aufeinander. Seit 1992 erhält der Gewinner der (anfangs nur aus Freundschaftsspielen bestehenden) Jahresserie den Silver Boot, einen silbernen Cowboystiefel.

Der zweite organisatorische Eingriff in den Charakter dieser Rivalität war noch deutlich größer als die Einführung der Interleague-Spiele: 2013 wurden die Houston Astros umgruppiert in die American League und seitdem sind sie und die Texas Rangers Divisionsrivalen. Dementsprechend sehen sie sich nun jedes Jahr in 19 Spielen.

Interessanterweise hat der am stärksten von der Rivalität betroffene Spieler nie in einem Duell der beiden Teams mitgespielt. Die Rede ist von Nolan Ryan, der zwei bedeutende Abschnitte seiner Hall-of-Fame-Karriere bei den Astros (1980 bis 1988) und bei den Rangers (1989 bis 1993) verbrachte. Beide Teams reklamieren die Karriere des Pitchers in erster Linie für sich und beide haben ein Jahr vor dem ersten Aufeinandertreffen Ryans Trikotnummer retired. In die Hall of Fame zog Ryan 1999 auf eigene Entscheidung hin als Ranger ein. Auch nach seiner aktiven Karriere blieb Ryan hin und her gerissen zwischen den beiden Teams: Zunächst war er drei Jahre für die Astros als Assistent, Scout und Veranstalter von Pitching Camps tätig, dann wurde er 2008 Team-Präsident der Rangers und später deren Geschäftsführer. Nach seinem Rücktritt Ende 2013 kehrte er zu den Astros zurück, für die er als Berater des Team-Owners tätig ist.

Die Statistik der Lone Star Series spricht überraschend deutlich für die Texas Rangers: Von 148 Aufeinandertreffen gewannen die Rangers 95, die Astros hingegen nur 53. Die Rangers übertrumpften die Astros in diesen Spielen mit 812 zu 606 Runs, das ist ein durchschnittliches Resultat von 5,5:4,1. Die höchsten Siege gingen ebenfalls auf das Konto der Rangers, die die Astros sowohl am 4. Juli 2004 als auch am 21. Mai 2005 jeweils 18:3 abfertigten.

Die Rivalität zwischen den Rangers und den Astros ist noch verhältnismäßig jung, gehört aber aktuell zu den interessantesten der MLB, weil beide Teams gleichzeitig in einer Phase sind, in der sie noch für einige Jahre regelmäßig um den Divisionstitel mitreden dürften. 2015 und 2016 waren die ersten Spielzeiten, die beide mit einer Bilanz von über .500 abschlossen – in beiden Jahren gewannen die Rangers die Division letztlich allein aufgrund der deutlich zu ihrem Vorteil ausgegangenen Lone-Star-Series.

Die Serie über Rivalitäten in der MLB ist damit beendet. Ich hoffe, sie war einigermaßen interessant zu lesen. Für mich selbst kann ich jedenfalls sagen, durch die Beschäftigung mit dem Thema eine Menge dazugelernt zu haben. Natürlich konnte ich nicht jede der vielen Rivalitäten berücksichtigen – die Cubs gegen die Cardinals, die Tigers gegen die White Sox, die Mets gegen die Phillies sind nur ein paar Beispiele, über die man hier noch hätte reden können. Vielleicht werde ich das irgendwann nachholen.

Jetzt ist aber erst mal ein anderes interessantes Thema dran, das im Rahmen des Wunschkonzertes erbeten wurde: Ab nächster Woche wird es in einer neuen Serie um die verschiedenen Arten von Pitches gehen.

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Dezember 20th, 2016 by Dominik

In meiner kleinen Serie über Rivalitäten in der MLB habe ich bisher fünf verschiedene Konkurrenzverhältnisse vorgestellt. Alle fünf haben gemeinsam, dass örtliche Nähe bei ihrem Entstehen eine Rolle gespielt hat und dass jede von ihnen als jahrzehntealte Tradition gepflegt wird. Auf die Rivalität, um die es heute geht, trifft beides nicht zu. Toronto und Arlington liegen knapp 2000 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt und bis vor gut einem Jahr war das Verhältnis zwischen den Blue Jays und den Texas Rangers ein ganz normales.

Das änderte sich erst mit Spiel 5 der Divisional-Serie zwischen den beiden am 14. Oktober 2015. Nach den vorherigen Spielen stand es 2:2 nach Siegen (jedes Team hatte seine beiden Heimspiele verloren) und 2:2 war auch der Spielstand nach sechs Innings des fünften Spiels. Es folgte ein 53 Minuten langes siebtes Inning, nach dem zwischen den beiden Teams nichts mehr so war wie zuvor: Im Top des Innings traf bei zwei Outs und Rougned Odor als Runner auf der dritten Base Torontos Catcher Russell Martin versehentlich den Schläger von Batter Shin Soo Choo, als er den Ball zurück zum Mound werfen wollte. Odor nutzte die entstandene Verwirrung und scorte. Die Schiesdrichter entschieden zunächst auf Dead Ball und somit keinen Run. Nach einer Beschwerde von Rangers-Manager Jeff Banister wurde die Entscheidung geändert und blieb auch nach einer längeren Pause – welche die Schiedsrichter zur Beratung und die Zuschauer in Toronto zum Ausflippen nutzten – bestehen: der Run zählte. Blue-Jays-Manager John Gibbons verkündete daraufhin, sein Team spiele den Rest der Partie unter Protest. Die Nerven lagen auf allen Seiten spürbar blank und vor allem den Rangers verursachte das handfeste Probleme, als sie in der unteren Hälfte des siebten Innings mit drei Errors hintereinander die Bases füllten sowie durch einen verpassten Catch von Odor den Ausgleich zuließen. Mit immer noch zwei Baserunnern kam Jose Bautista an den Schlag und entschied das Spiel durch den wohl wichtigsten Homerun seiner Karriere – ihr wisst schon, der mit dem Batflip des Jahrhunderts. Sowohl nach dieser Aktion als auch ein zweites Mal, nach einem Po-Klaps für Troy Tulowitzki von Rangers-Pitcher Sam Dyson, leerten sich die Dugouts und beide Mannschaften stürmten den Platz. Zum Glück kam es zu keinen direkten Gewalttätigkeiten, aber Freundschaften sind dabei sicher auch nicht entstanden. Bewegte Bilder vom Verlauf dieses denkwürdigen siebten Innings gibt es übrigens hier.

Die Serie, bei der sich die beiden Teams im Mai dieses Jahres in Texas erneut begegneten, verlief zunächst in relativ geordneten Bahnen. Erst im achten Inning des letzten Spiels zeigten beide Teams, dass die Unstimmigkeiten nicht ausgestanden sind: Zuerst wurde Bautista von Matt Bush mit einem Pitch abgeworfen, kurze Zeit später revanchierte sich Bautista mit einem harten Slide gegen Odor an der zweiten Base. Die beiden wechselten zunächst einige Worte und Schubser, dann schlug Odor Bautista ins Gesicht und wieder einmal leerten sich beide Dugouts. Odor wurde anschließend für sieben Spiele gesperrt, Bautista für eines.

Gegen Ende der regulären Saison 2016 beziehungsweise während der Wild-Card-Runde zwischen den Baltimore Orioles und den Toronto Blue Jays hoffte wohl die gesamte Baseballwelt (außer den Orioles) darauf, dass sich das heiße Matchup des Vorjahres in der ALDS 2016 wiederholt und genau so kam es. Dieses Mal gewannen die Blue Jays die Serie gegen die Rangers klar mit 3:0, aber das Ende passte zu den vorherigen Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten wie Odors Faust auf Bautistas Auge: Ausgerechnet Odor verantwortete im zehnten Inning die Niederlage seines Teams durch einen schlechten Wurf zur ersten Base. Statt eines Double Plays, das das Spiel ins elfte Inning befördert hätte, bedeutete Odors Fehler den Sieg für Toronto. Es war übrigens der erste Walk-Off-Error, der jemals eine Playoff-Serie der MLB beendete.

Man darf gespannt sein, wie es zwischen Texas und Toronto weitergeht – entsteht hier gerade eine dauerhafte Hassliebe, die in zwanzig, dreißig Jahren in einem Atemzug mit Traditionsduellen wie Yankees vs. Red Sox oder Giants vs. Dodgers genannt wird? Oder kühlt das hitzige Verhältnis schnell wieder ab, sobald man sich mal ein paar Jahre lang nicht in den Playoffs begegnet ist und/oder durch übliche Kaderveränderungen die Hauptpersonen der Auseinandersetzungen woanders spielen?

Die Toronto Blue Jays und die Texas Rangers sehen sich seit 1977 (dem Gründungsjahr der Blue Jays) acht- bis zwölfmal pro Jahr, in dieser Zeit haben 208-mal die Blue Jays gewonnen und 203-mal die Rangers. Über die Rivalität zwischen den beiden Teams sagt das allerdings nicht viel aus, denn die gibt es ja in dieser aufgeheizten Form erst seit den Playoffs 2015. In diesem Zeitraum haben die Blue Jays die Nase mit 4:3 Siegen in der regulären Saison sowie mit zwei 3:2 und 3:0 gewonnenen Playoff-Serien vorn.

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Dezember 13th, 2016 by Dominik

In der kleinen Serie über Rivalitäten in der MLB springen wir heute ganz weit rüber an die Westküste der USA. Dort liegen zwei Baseballstadien zwar in verschiedenen Städten, aber fast in Sichtweite zueinander. Um vom einen zum anderen zu gelangen, muss man die Bay Bridge zwischen San Francisco und Oakland überqueren, deswegen nennt man die Rivallität zwischen den Giants und den Athletics auch Bay Bridge Series.

Wir reden also mal wieder von einer durch geographische Nähe verursachten Rivalität. Anders als beispielsweise zwischen den Yankees und den Mets oder den White Sox und den Cubs, deren Fans sich gegenseitig nicht mal den Dreck unter den Fingernägeln gönnen, handelt es sich zwischen den Giants und den A’s um ein relativ freundliches Konkurrenzverhältnis. Der eine oder andere Die-Hard-Fan mag das anders sehen, aber es spricht doch Einiges für diese Einschätzung. Man kann zum Beispiel Fanartikel mit Logos beider Teams kaufen und erfreulicherweise wurden meines Wissens bisher keine größeren Fälle von gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern bekannt.

Da die Athletics in der American League spielen und die Giants in der National League, treffen die beiden Teams erst seit 1997 regelmäßig in offiziellen Spielen aufeinander. Im Gegensatz zu den beiden anderen Interleague-Rivalries, um die es hier schon ging, trafen die beiden aber schon häufiger in der World Series aufeinander.  Die drei ersten Treffen dieser Art fanden noch an den früheren Standorten der Teams statt zwischen den 1905 siegreichen New York Giants und den Philadelphia Athletics, die 1911 und 1913 gewannen.

Bis die beiden Mannschaften, die 1958 (Giants) bzw. 1968 (Athletics) nach Westen umsiedelten, es zum ersten Mal in der neuen Heimat miteinander zu tun bekamen, dauerte es dann doch eine ganze Weile, genauer gesagt bis zur World Series 1989. Diese wird für immer unvergessen bleiben – in erster Linie nicht wegen des sportlichen Resultates, sondern weil kurz vor dem vorgesehenen Beginn von Spiel 3 am 17. Oktober ein Erdbeben der Stärke 6,9 die Region erschütterte. Das Beben verursachte Schäden an der Bay Bridge sowie an beiden Stadien und leider forderte es auch 42 Todesopfer. Die schöne Nachricht ist, dass das Baseball-Matchup offenbar dazu beigetragen hat, die Zahl der Toten deutlich geringer zu halten als zunächst befürchtet wurde: Wegen des Spiels waren viele Menschen entweder früher nach Hause oder ins Stadion gegangen oder aber zum gemeinsamen Schauen in den Städten geblieben. Dementsprechend wenig Verkehr war an diesem Tag während der eigentlichen Rush Hour und es kamen bei dem Zusammensturz mehrerer Straßen weit weniger Leute um als es an einem „normalen“ Arbeitstag der Fall gewesen wäre. Die World Series wurde übrigens nach zehn Tagen Unterbrechung fortgesetzt und ging mit 4:0 an die A’s.

In regulären Saisonspielen trafen die Oakland Athletics und die San Francisco Giants bislang 110-mal aufeinander, wobei die A’s mit 57:53 Siegen sowie mit 489:462 Runs leicht die Nase vorn haben. Den höchsten Sieg können beide gleichermaßen für sich reklamieren: Am 4. Juni 2000 gewannen die Giants in Oakland mit 18:2, am 26. Juni 2005 siegten die A’s über die Giants mit 16:0.

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Dezember 6th, 2016 by Dominik

Die Serie zu Rivalitäten in der MLB geht in die vierte Runde. Heute ist eine in zweierlei Hinsicht ganz besondere Konkurrenz an der Reihe: besonders zum einen aus persönlichen Gründen, weil es die eindeutig wichtigste Rivalität meines Lieblingsteams ist; besonders aber auch aus objektiv messbaren Gründen, weil die Ballparks der New York Yankees und der New York Mets mit elf Kilometern Luftlinie so nah beieinander liegen wie keine anderen in der MLB.

Angesichts der geographischen Nähe war die Rivalität vom ersten Tag des Bestehens der Mets vorprogrammiert. Nachdem 1958 die Dodgers und die Giants New York verlassen hatten, war schnell klar, dass im großen und wichtigen Markt New York wieder ein National-League-Team angesiedelt werden sollte. So entstanden 1962 die Mets, die von ihren Vorgängern nicht nur die Farben (das Blau der Dodgers und das Orange der Giants) und einen Teil der Fans sondern auch die Konkurrenz mit den Yankees erbten. Diese war aus Sicht der Mets immer ein bisschen wichtiger als aus Sicht der Yankees, weil die Mets stets der finanzielle und meistens auch der sportliche Underdog waren und weil die Yankees sich in ihrer langen Historie schon diverse traditionsreiche Feindschaften (vor allem mit den Red Sox, den Dodgers und den Giants) aufgebaut hatten, bevor es die Mets überhaut gab.

Ähnlich wie in der Konkurrenz zwischen den Cubs und den White Sox in Chicago war auch die Rivalität zwischen den Mets und den Yankees trotz größtmöglicher räumlicher Nähe für lange Zeit ein reines Fernduell: Die National League und die American League trafen nur in der World Series aufeinander und da die beiden New Yorker Teams sich dafür in jenem Zeitraum nie gleichzeitig qualifizierten, gab es in den ersten 35 Jahren des Konkurrenzverhältnisses kein einziges offizielles Aufeinandertreffen. Genau wie in Chicago war die Einführung von Interleague-Spielen im Jahr 1997 der Startschuss für jährliche Duelle der Lokalrivalen. Das erste Spiel der sogenannten Subway Series gewannen am 16. Juni 1997 im Yankee Stadium die Mets mit 6:0, die Serie ging allerdings 2:1 an die Yankees.

Unbestrittener Höhepunkt der Rivalität war das Jahr 2000. Die erste Besonderheit war, dass am 8. Juli erstmals seit knapp 100 Jahren zwei Teams zweimal am selben Tag in zwei unterschiedlichen Stadien ihre Kräfte maßen – mittags im Shea Stadium der Mets, abends im Yankee Stadium. Beide Spiele gingen mit 4:2 an die Yankees und beide Niederlage waren besonders schmerzhaft für die Mets, denn die erste wurde ihnen ausgerechnet von der ehemaligen Mets-Legende Dwight „Doc“ Gooden beigebracht und während der zweiten verletzte Yankees-Pitcher Roger Clemens eine andere Mets-Legende, Catcher Mike Piazza, mit einem Fastball an den Kopf. Schon die Ereignisse dieses 8. Juli hatten die Rivalität deutlich angeheizt. Noch mehr tat es der Umstand, dass die Yankees und die Mets in diesem Jahr zum ersten und bisher einzigen Mal in der World Series aufeinander trafen. Die Yankees hatten auch in dieser Serie mit 4:1 das bessere Ende für sich.

Anders als in Chicago, wo zwischen den Fanschwerpunkten der Cubs im Norden und der White Sox im Süden der Stadt eine regelrechte Grenzlinie verläuft, kann man von New York nicht behaupten, dass es eine sichtbare Aufteilung zwischen den beiden Teams gäbe – die Yankees haben schlichtweg im gesamten Stadt- und Staatsgebiet die meisten Fans, sogar in Queens, dem Heimatstadtteil der Mets. Laut einer Studie des Wall Street Journals von 2010 gibt es in New York fast doppelt so viele Yankees- wie Metsfans (60% zu 33%). Allerdings ist die Verbundenheit der Metsfans zu ihrem Team und zum Baseballsport stärker – sie verfolgen zu deutlich höheren Anteilen täglich das Geschehen und hören deutlich öfter Sportradio. Während die Yankees als Organisation den Mets wirtschaftlich schon immer überlegen waren, ist unter den Fans der Anteil der Besserverdienenden (über 100.000 $ im Jahr) ungefähr gleich groß. Allerdings sind bei den Fans der Yankees die höchsten und niedrigsten Einkommensgruppen stärker besetzt, die Metsfans ballen sich eher in der Mitte.

In der regulären Saison trafen die beiden New Yorker Teams bislang 108-mal aufeinander. 62 Spiele gewannen die Yankees, 46 die Mets. Im Durchschnitt gab es in diesen Spielen 4,8 Runs für die Yankees und 4,3 für die Mets. Das deutlichste Ergebnis war ein 15:0 der Yankees am 14. Juni 2009.

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November 29th, 2016 by Dominik

Im dritten Teil der Serie über die interessantesten Rivalitäten in der MLB schaue ich mir heute eine der naheliegendsten Feindschaften an, nämlich die zwischen den Chicago White Sox und den Chicago Cubs. Das Wort „naheliegend“ darf man dabei ruhig wörtlich nehmen, denn die Ballparks der beiden Teams trennen gerade mal 13 Kilometer Luftlinie, welche sich in weniger als einer halben Stunde ohne Umsteigen mit der Red Line der Chicago Transit Authority überbücken lassen.

In Chicago hängt es ganz stark von der Wohngegend ab, welchem Team man anhängt: Die Trennlinie zwischen den Ballungsgebieten der Cubs und denen der White Sox verläuft horizontal durch die Stadt, ungefähr auf Höhe der Interstate 290. Im südlichen Teil der Stadt sowie in den südlichen Vororten dominieren deutlich die White Sox, während nördlich der Linie – im weiteren Einzugsgebiet allerdings auch rings um Chicago herum – ebenso deutlich die Cubs dominieren, wie eine auf Facebook basierende Karte der New York Times veranschaulicht. Dementsprechend bezeichnen sich auch die Fans landläufig als „North Siders“ oder „South Siders“.

Entstanden ist die Rivalität bereits mit der Gründung der White Sox im Jahr 1900, welche die Vereinsführung der Cubs erfolglos zu verhindern versuchte. Die White Sox waren Grüdungsmitglied der American League, die sich zu Beginn des letzten Jahrhunderts als Konkurrenzorganisation zur National League etablierte, bevor sie mit dieser 1903 zur Major League Baseball verschmolz. Bis 1997 bestand die Verschmelzung allerdings spielplantechnisch nur in der World Series. Während der regulären Saison trafen die Teams der National League und der American League, also auch die Cubs und die White Sox, bis dahin nie aufeinander. So kam es, dass sich die beiden Chicagoer Teams in den ersten 97 Jahren einer geliebten und gelebten Rivalität nur in einer einzigen Serie direkt gegenüber standen. Das war die World Series 1906, welche die als Außenseiter angetretenen White Sox mit 4:2 Spielen für sich entschieden.

Nach jener World Series sahen sich die Cubs und die White Sox 90 Jahre lang ausschließlich in Freundschaftsspielen – bis die MLB 1997 die Interleague-Serien einführte. Seitdem stehen jährlich drei bis sechs Lokalderbys auf dem Plan und die Konkurrenz kann endlich regelmäßig auf dem Platz ausgetragen werden und nicht mehr nur im Fernduell, welches jahrzehntelang in erster Linie aus Schadenfreude über die jeweils reichlich vorhandenen Misserfolge des Gegners bestand.

Von 1997 bis 2016 wurden zwischen Chicago Nord und Chicago Süd 108 Partien absolviert, von denen die White Sox 57 gewannen und die Cubs 51. Dabei erzielten die White Sox 484 Runs (4,5 pro Spiel) und die Cubs 477 (4,4). Der höchste Sieg ging am 24. Juni 2005 mit 12:2 an die White Sox. Die aufsehenerregendste Partie fand am 20. Mai 2006 statt, als White-Sox-Catcher A. J. Pierzynski bei einem Sacrifice-Fly-Score mit Cubs-Catcher Michael Barrett kollidierte, der dabei den Ball fallen ließ und anschließend seinem Gegenüber vor lauter Zorn einen Kinnhaken verpasste. Das Resultat war eine Schlägerei zwischen beiden Teams, die mit mehreren Spielausschlüssen und Sperren endete.

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November 22nd, 2016 by Dominik

Im zweiten Teil der letzte Woche mit der Rivalität zwischen den Yankees und den Red Sox begonnenen Serie geht es heute um ein noch älteres Konkurrenzverhältnis, nämlich das der San Francisco Giants und der Los Angeles Dodgers.

Man könnte meinen, diese Rivalität sei die natürliche Konsequenz daraus, dass die Teams in den beiden wichtigsten und in vielerlei Hinsicht sehr unterschiedlichen Städten der amerikanischen Westküste zu Hause sind. Aber weit gefehlt, denn beide Mannschaften sind erst 1958 an ihren heutigen Standort umgezogen. Die Rivalität besteht hingegen schon seit 1889 und nahm ihren Anfang an der Ostküste, genauer gesagt in New York. Die Brooklyn Bridegrooms (die mehrfach ihren Namen änderten bis sie 1932 zu den Dodgers wurden) aus der American Association trafen damals in einem Vorläufer der World Series auf die New York Giants aus der National League. Die Giants gewannen die Serie mit 6:3 Siegen. Zur Saison 1890 wechselte Brooklyn in die National League, in welcher die Teams seit nunmehr 127 Jahren ihre Rivalität pflegen.

Von Anfang an trugen nicht nur die große geographische Nähe sondern auch ausgeprägte Unterschiede im Selbst- und Fremdverständnis der Teams und ihrer Herkunft zum Entstehen einer intensiven Feindschaft bei. Auf der einen Seite standen die Giants als Vertreter des elitären Manhattan, auf der anderen Seite das Team aus Brooklyn mit ausgeprägter Arbeiterklassenmentalität und hohem Immigrantenanteil. Hinzu kam im frühen 20. Jahrhundert eine persönliche Fehde zwischen Dodgers-Owner Charles Ebbets und Giants-Manager John McGraw, welche Fans und Spieler so massiv gegeneinander aufhetzten, dass es auf dem Platz und jenseits davon mehrfach zu brutalen gewalttätigen Auseinandersetzungen kam.

Die späteren Owner Walter O’Malley (Dodgers) und Horace Stoneham (GIants) verstanden sich offenbar deutlich besser und begriffen die vorhandene Rivalität als finanziellen Vorteil für beide Seiten. Anders dürfte es kaum zu erklären sein, dass die beiden 1958 gemeinsam an den Bürgermeister von San Francisco herantraten, um ihn für die Aufnahme der Giants zu gewinnen, nachdem der Umzug der Dodgers nach Los Angeles bereits beschlossene Sache war. Der Plan ging auf. Trotz massiver Proteste der New Yorker Fans verließen beide Teams im gleichen Jahr die Metropole gen Westen und die traditionelle Rivalität übertrug sich nahtlos auf die neuen Standorte, wo sie bis heute intensiv gepflegt und gelebt wird.

Verblüffenderweise trafen die Dodgers und die Giants in all der Zeit seit 1889 nie wieder in den Playoffs aufeinander und bis 2014 schafften sie es sogar niemals im gleichen Jahr in die Postseason. Was es allerdings gab, waren zwei Tiebreak-Serien, nachdem die Dodgers und die Giants 1951 und 1962 am Ende der regulären Saison gleichauf an der Tabellenspitze gestanden hatten. In beiden Jahren waren es die Giants, die zunächst in der Endphase der Saison einen Vorsprung der Dodgers aufholten und dann eine Best-of-Three-Entscheidung mit 2:1 für sich erreichten.

Obwohl in den besonders wichtigen Zusammentreffen 1889, 1951 und 1962 die Giants die Oberhand behielten, ist die Rivalität insgesamt betrachtet immer sehr ausgeglichen gewesen. Seit 1890 sind die beiden Teams 2449-mal aufeinander getroffen und damit öfter als jedes andere Paar von Major-League-Mannschaften. Dabei gewannen 1232-mal die Giants und 1200-mal die Dodgers, 17 Spiele fanden keine Entscheidung. Die Giants scorten in diesen Spielen 10548 Runs, die Dodgers 10456, was gerundet jeweils 4,3 Runs pro Spiel entspricht. Die punktereichste Partie und zugleich der höchste Sieg ging am 30. April 1944 mit 26:8 an die Giants. Betrachtet man nur die Zeit seit dem Umzug beider Teams an die Westküste, so führen die Dodgers mit 529 zu 510 Siegen.

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November 15th, 2016 by Dominik

Heute beschäftige ich mich mit Rivalitäten in der MLB und erfülle damit den ersten Wunsch aus dem Baseblog.de-Offseason-Wunschkonzert. Diese tolle Idee (vielen Dank an Michael!) gibt so viel her, dass ich daraus keinen Einzelartikel mache sondern eine kleine Serie. Der Wikipedia-Artikel Major League Baseball Rivalries listet derzeit 36 aktuelle oder historische Rivalitäten in der MLB auf. Die werde ich hier nicht alle wiederkäuen, aber ich greife heute und in den folgenden fünf oder sechs Wochen ein paar heraus, von denen ich denke, dass sie die wichtigsten sind und zudem eine repräsentative Mischung von alten und neuen, geographisch bedingten und anderweitig entstandenen Rivalitäten darstellen.

Den Anfang macht die wohl bekannteste Rivalität im Baseball, welche seit seit mehr als einem Jahrhundert die Boston Red Sox und die New York Yankees pflegen. Ihre Vorgeschichte ist sogar älter als der Baseball selbst: Die Städte Boston und New York konkurrierten im 18. und 19. Jahrhundert um die kulturelle und wirtschaftliche Vormacht an der US-Küste und die Bewohner hegten zahlreiche Vorurteile gegeneinander. Entsprechend vorbelastet war das Verhältnis bereits, bevor die Teams am 7. Mai 1903 erstmals als Repräsentanten der beiden Städte aufeinander trafen. Schon in diesem ersten Spiel kam es zu einer Schlägerei auf dem Feld und eine der größten Sportrivalitäten überhaupt war geboren.

In der Anfangszeit waren die Bostoner (zunächst als Boston Americans, erst ab 1908 als Red Sox) das deutlich erfolgreichere Team und die New York Highlanders (ab 1913 die Yankees) der Underdog. Boston gewann 1903 die erste und bis 1918 vier weitere World Series, im Jahr 1904 holten sie durch einen Finalsieg gegen die Highlanders den Titel der American League. Nur einmal gelang es den Yankees in dieser Zeit, die Red Sox massiv zu ärgern: Am 24. April 1917 gelang Yankees-Pitcher George Mogridge ausgerechnet in Boston der erste No-Hitter der Teamgeschichte – und gleichzeitig der erste in der Geschichte des legendären (damals erst fünf Jahre alten) Fenway Parks.

Ein Meilenstein in der Rivalität und zugleich der Wendepunkt, ab dem die Yankees die Red Sox übertrumpften, war der Wechsel von George Herman „Babe“ Ruth im Jahr 1919. Der deutschstämmige Superstar, der bis heute zahlreiche MLB-Rekorde hält, wurde vom damaligen Owner der Red Sox, Harry Frazee, an die Yankees verkauft. Es war der erste von vielen Deals zwischen den beiden Vereinen, bei denen quasi immer die Red Sox den Kürzeren zogen und infolgedessen jahrzehntelang nicht an alte Erfolge anknüpfen konnten, während die Yankees zum unangefochtenen Rekordmeister der MLB wurden.

In der Phase von 1920 bis 2003 gewannen die Yankees 26 World Series und 39 AL-Championships, die Red Sox hingegen nur vier AL-Championships und keine einzige World Series. Die Yankees waren in dieser Zeit eine regelrechte Nemesis für die Red Sox und fungierten immer wieder – z. B. 1949, 1978, 1999, 2003 – als Spielverderber in aussichtsreichen Saisons der Bostoner. Erst 2004 konnten die Red Sox den Bann brechen, als sie gegen die Yankees einen 0:3-Rückstand in der AL-Championship noch in einen 4:3-Seriensieg umdrehten und anschließend auch die World Series gewannen – ihre erste nach 86 Jahren. Es folgten World-Series-Erfolge in den Jahren 2007 und 2013 und man kann wohl sagen, dass die Red Sox und die Yankees im bisherigen Jahrtausend auf Augenhöhe agieren.

Leider hat diese eigentlich sehr schöne traditionsreiche Rivalität, die beim Aufeinandertreffen der Teams regelmäßig für landesweite Medienaufmerksamkeit und hohe Einschaltquoten sorgt, gelegentlich schon zu Blutvergießen geführt. Das ist die traurige Seite der Hassliebe zwischen den beiden Traditionsteams, aber zum Glück kann man solche Vorkommnisse ruhigen Gewissens als Einzelfälle abtun. Im Großen und Ganzen verläuft diese Rivalität wie alle anderen in der MLB in recht friedlichen Bahnen. Riesige Polizeiaufgebote, die verfeindete Fangruppen nicht nur im Stadion sondern auch in der Stadt und bei der Anreise auseinanderhalten müssen, um Randale und Schlägereien zu verhindern, wie wir es vom europäischen Fußball kennen, gibt es in der MLB in aller Regel nicht. Im Ballpark sitzen die Anhänger der Teams in wilder Reihung durcheinander und haben in den meisten Fällen beiderseits Spaß am gegenseitigen Frotzeln.

Zum Schluss ein paar Statistiken: Die Yankees und die Red Sox trafen bisher 2156-mal aufeinander. Von diesen Spielen gewannen 1169 die Yankees, 973 die Red Sox und 14 Partien endeten unentschieden. Dabei scorten die Yankees 10341 Runs (4,8 pro Spiel) und die Red Sox 9416 (4,4). Das deutlichste Ergebnis war ein 22:1 der Yankees am 19. Juni 2000. Die längste Strecke aufeinander folgender Siege gegen den Rivalen hatten die Red Sox mit 17 Erfolgen vom 3. Oktober 1911 bis zum 1. Juli 1912.

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