Die Ballparks der MLB: Dodger Stadium

In der Serie über die Ballparks der MLB geht es heute um das drittälteste Stadion der MLB. Mit einem Fassungsvermögen von 56.000 Zuschauern ist Dodger Stadium auch der größte Ballpark der Liga. Obwohl es eher selten ausverkauft ist, führt das Stadion fast jedes Jahr die Rangliste der meisten Besucher an.

Geschichte
Als die Brooklyn Dodgers 1958 von New York nach Los Angeles zogen, war unmittelbar klar, dass für sie ein neues Stadion her musste. Zwar konnten die Dodgers für eine Übergangszeit das Los Angeles Memorial Coliseum nutzen, doch dieses war (und ist bis heute) auf Football ausgerichtet und von den Dimensionen her schlecht für Baseball geeignet. Dodgers-Owner Walter O’Malley hatte das Glück, dass er bei der Suche nach einem Bauplatz von einem gescheiterten Projekt der Stadt profitierte: Diese hatte zunächst unter viel Streit und Ärger die komplette mexikanisch-amerikanische Siedlung des Stadtteils Chavez Ravine aufgelöst, doch ihre Pläne für öffentlichen Wohnungsbau an der Stelle wurden als „sozialistisch“ gebrandmarkt und fallen gelassen. O’Malley kam mit seinen Stadionplänen gerade richtig, um das Land günstig zu erwerben und die verärgerte Bevölkerung zu versöhnen.

Dodger Stadium, mitten in der Stadt1

Für den Stadionbau wurden buchstäblich Berge versetzt: Über 6 Millionen Kubikmeter Boden und Gestein mussten bewegt werden, um in den Hügeln von Los Angeles eine geeignete Fläche zu schaffen. Als zusätzliche Erschwernis kam es kurz vor der geplanten Fertigstellung zu schweren Frühjahrsstürmen. Dennoch war der Bau letztlich innerhalb von drei Jahren pünktlich zum geplanten Eröffnungsspiel abgeschlossen, das die Dodgers am 10. April 1962 gegen die Cincinnati Reds absolvierten. Das Spiel ging 3:6 verloren und auch der erste Homerun des Stadions ging durch Wally Post im siebten Inning an die Gäste.

Dodger Stadium hat als Heimat der Dodgers zahlreiche sportliche Highlights erlebt, unter anderem Spiele der World Series 1963, 1965, 1966, 1974, 1977, 1978, 1981, 1988 und 2017. Darüber hinaus beherbergte das Stadion von 1962 bis 1965 auch die Los Angeles Angels, 1980 das All-Star-Game, 1984 das Baseballturnier der Olympischen Spiele sowie 2009 und 2017 die Endrunde des World Baseball Classic.

Architektonische Auffälligkeiten
Die auffälligsten äußeren Merkmale von Dodger Stadium sind die geschwungene Dachkonstruktion über den Outfield-Tribünen sowie das quaderförmige Gebäude mit Dodgers- Schriftzug, das sich direkt hinter der Homeplate von der höchsten Sitzebene erhebt und einen über zehn Stockwerke reichenden Aufzug enthält. Seinen Sitzbereich kann man auch ohne Aufzug oder Treppe erreichen, denn die Parkplätze sind terrassenförmig angelegt, sodass man als Ticketbesitzer gleich auf der richtigen Ebene parken kann.

Das Wahrzeichen von Dodger Stadium2

Mit Dimensionen von 375 Fuß (114 Meter) im linken und rechten Außenfeld sowie 400 Fuß (122 Meter) im Centerfield ist Dodger Stadium einer von nur vier symmetrisch angelegten MLB-Ballparks und der einzige der National League.

Eine weitere Besonderheit, auch wenn sie nicht direkt sichtbar ist, ist die erdbebensichere Bauweise des Stadions. Tatsächlich hat Dodger Stadium im Laufe der Jahrzehnte mehrere ernste Erdbeben schadlos überstanden.

Spielbezogene Eigenheiten
Dodger Stadium gilt als ein pitcherfreundlicher Ballpark. Dafür spricht, dass es in dem Stadion schon zwölf No-Hitter gab, davon zwei perfect Games. Nur Fenway Park in Boston hat noch zwei No-Hitter mehr, aber neun davon trugen sich bereits in den 50 Jahren zu, bevor Dodger Stadium überhaupt eröffnet wurde.

Die Ballpark-Faktoren von ESPN für die Saison 2017 bestätigen den Ruf der Pitcherfreundlichkeit nur zum Teil: Die Wahrscheinlichkeit für Homeruns in Dodger Stadium entsprach in dem Jahr ungefähr dem Ligadurchschnitt und auch bei den Runs insgesamt landet der Park im Mittelfeld der MLB. Für die Pitcherfreundlichkeit spricht, dass es in Los Angeles deutlich seltener als in fast allen anderen Stadien zu Triples und zu Walks kommt.

Wo sitzt man am besten?
Tickets für reguläre Saisonspiele sind meist problemlos erhältlich, mit Ausnahme besonderer Begegnungen wie gegen die Giants, die Angels oder die Yankees. Eine sehr gute Sicht oberhalb des Infields hat man von den Loge-Box-Sitzen in den Sections 101 bis 136 ab 60 Dollar.

Weniger empfehlenswert sind einige sehr hoch gelegene Plätze – zum Beispiel in den Sections Reserve 22 und höher -, auf denen man angesichts der Größe und des relativ moderaten Anstiegs des Stadions wirklich weit weg vom Geschehen sitzt. Preisbewusste Besucher sollten sich eher an die Plätze auf dem Top Deck 1 bis 13 halten. Die liegen zwar auch weit oben, aber zumindest um die Homeplate herum mit entsprechend guter Aussicht. Man bekommt die Tickets für diese Sitze je nach Matchup schon ab 14 Dollar, Kinder erhalten an der Tageskasse rund 50% Rabatt.

Dodger Stadium mit Aussicht auf die Elysian Hills3

1 Quelle: Wikimedia, Urheber: kla4067 (CC BY 2.0)
2 Quelle: Wikimedia, Urheber: Ken Lund (CC BY SA 2.0)
3 Quelle: Wikimedia, Urheber: Frederick Dennstedt (CC BY 2.0)

Februar 13th, 2018 by