Europapokalsiegerbesieger

Die gute Nachricht zuerst: Die Mainz Athletics haben beim European Champions Cup den späteren Turniersieger Curaçao Neptunus aus Rotterdam mit 7:6 besiegt und damit einen schönen Achtungserfolg errungen. Die schlechte Nachricht: Alle anderen Spiele sowohl der A’s als auch der Regensburg Legionäre gegen die europäische Elite-Konkurrenz gingen – teilweise sehr deutlich – verloren. So mussten die beiden deutschen Vertreter heute Mittag das Finale um den Abstieg gegeneinander bestreiten. Die Athletics behielten in diesem Spiel dank Homeruns von Kevin Kotowski und Max Boldt mit 4:3 die Oberhand. Das freut mich als A’s-Getreuer natürlich, ändert aber leider nichts an der Tatsache, dass die Bundesliga einen ihrer beiden Startplätze in der europäischen Meisterklasse verloren hat.

Der größte Knackpunkt für die deutschen Teams war das Pitching: Vor allem die Mainzer mussten diverse Positionsspieler auf den Mound schicken, um die fünf Spiele in fünf Tagen irgendwie abzudecken. Für einen solchen Rhythmus ist das Roster eines Bundesligisten schlichtweg nicht gebaut und wenn der Wettbewerb über das Jahr verteilt stattgefunden hätte, hätten die deutschen Klubs vielleicht eher eine Chance gehabt.

Aber Hand aufs Herz: Der Turnierausgang ist letzten Endes verdient und muss niemandem peinlich sein, denn mit den Profimannschaften aus Europas Baseball-Hochburgen Niederlande und Italien können und müssen die deutschen Amateurteams nicht auf Augenhöhe agieren. Wenn sie das so wie die Mainzer im Spiel gegen Neptunus doch mal tun, dann ist das bereits eine kleine Sensation – und für den Gegner ein Weckruf, ohne den er vielleicht nicht bis zum Titel marschiert wäre.

Für die Athletics und die Legionäre hoffe ich, dass der fünftägige Kraftakt nicht zu sehr an die Substanz gegangen ist und dass der Lerneffekt durch die internationale Turniererfahrung überwiegt.

Juni 11th, 2017 by