Das Baseblog-Powerranking im August

Die Mitte des Monats ist traditionell die Zeit für das Baseblog-Powerranking. Wie schon im letzten Monat zu beobachten war, werden die Schwankungen innerhalb des Rankings naturgemäß immer kleiner, je weiter die Saison voranschreitet. In einigen Fällen gibt es aber auch jetzt noch ordentlich Bewegung – zum Beispiel bei den Milwaukee Brewers, die gegenüber Mitte Juli von 5 auf 12 gefallen sind oder bei den St. Louis Cardinals, die sich im gleichen Zeitraum von 15 auf 9 hochgearbeitet haben. Um die Entwicklung von Monat zu Monat transparenter zu machen, stelle ich ab sofort die Platzierung vom letzten Mal in Klammern hinter den aktuellen Rang.

1. (1.) Los Angeles Dodgers (83-34) ⇒
Zugegeben, mit den Dodgers auf Platz eins eines Powerrankings lockt man zurzeit niemanden hinter dem Ofen hervor, aber sie sind nunmal so gut wie sie sind und mit Yu Darvish haben sie sich weiter verstärkt. Sie sind auf Kurs für 115 Siege.

2. (3.) Boston Red Sox (67-51) ⇒
Die Red Sox sind mit neun Siegen bei nur zwei Niederlagen das bisher beste Team im August. In der aktuellen Form sind sie drauf und dran, den Astros den Rang als Frontrunner der American League abzulaufen.

3. (4.) Washington Nationals (70-46) ⇒
Mit der massiven Aufrüstung des Bullpen haben die Nationals zur Trade-Deadline alles richtig gemacht und ihre einzige nennenswerte Schwäche abgeschaltet. Durch die Knieverletzung von Superstar Bryce Harper ist prompt ein neues Sorgenfeld entstanden, doch es sieht inzwischen danach aus, dass Harper rechtzeitig zu den Playoffs wieder einsatzbereit ist.

4. (2.) Houston Astros (72-46) ⇒
Nach monatelanger Dominanz scheint den Astros ein bisschen die Luft auszugehen. Insbesondere das Starting Pitching macht angesichts schwankender Leistungen von Ass Dallas Keuchel und der langsamen Genesung von Lance McCullers Sorgen und man darf gespannt sein, ob Houston nicht doch noch per Trade nachlegt, zum Beispiel mit Justin Verlander.

5. (7.) Cleveland Indians (64-52) ⇒
Der World-Series-Hangover der Indians dauerte – ähnlich wie der der Cubs – rund eine Saisonhälfte lang. Seit dem All-Star-Break haben sich die Indians Stück für Stück in ihrer Division abgesetzt, der Bullpen überzeugt wie im letzten Jahr und die Offense wurde um Slugger Jay Bruce ergänzt.

6. (6.) Arizona Diamondbacks (66-52) ⇒
Ich weiß nicht warum, aber ich habe schon immer dazu geneigt, die Rockies und die Diamondbacks miteinander zu verwechseln. Dieses Jahr machen sie mir das Leben in dieser Hinsicht besonders schwer, denn sie befinden sich mit exakt gleichem Record in der exakt gleichen Lage.

7. (10.) Colorado Rockies (66-52) ⇒
Weit abgeschlagen von den Dodgers, aber auch deutlich vor jeglicher Konkurrenz um die Wild-Card-Plätze der National League geht es für Colorado und Arizona noch eineinhalb Monate lang allein darum, um das Heimrecht in dem einen entscheidenden Spiel zu kämpfen, auf das sie zusteuern.

8. (8.) New York Yankees (62-55) ⇒
Aaron Judge und mit ihm die gesamte Yankees-Offense ist gegenüber der ersten Saisonhälfte deutlich abgekühlt. Die Ausgangslage, zumindest über die Wild Card in die Playoffs zu kommen, ist aber unverändert gut.

9. (15.) St. Louis Cardinals (61-57) ⇑
Vor zwei Monaten habe ich an dieser Stelle geschrieben: „Traditionell kann man kaum einen größeren Fehler machen, als die Cardinals zu früh abzuschreiben.“ Ich möchte nicht rechthaberisch wirken, aber da habe ich tatsächlich mal Recht gehabt.

10. (13.) Chicago Cubs (62-55) ⇒
Die Cubs sind wieder da – nicht überragend wie im letzten Jahr, aber immerhin solide im positiven Bereich, nachdem sie zur Pause noch mehr Niederlagen als Siege auf dem Konto hatten.

11. (12.) Minnesota Twins (59-57) ⇒
Max Kepler ist gut drauf und die Twins sind es auch mit acht Siegen aus den letzten zehn Spielen. In der Division kommen sie wohl nicht an den Indians vorbei, aber die Wild Card ist in greifbarer Nähe.

12. (5.) Milwaukee Brewers (61-59) ⇓
Im spannenden Dreikampf um die NL Central spielen die Brewers momentan nur die dritte Geige, aber das kann sich schnell wieder ändern und so oder so spielen sie eine großartige Saison.

13. (11.) Kansas City Royals (60-58) ⇒
Die Aufholjagd der Royals endete vorerst in einer Serie von fünf Niederlagen. Seitdem haben sie wieder drei Spiele gewonnen, aber der Schaden ist passiert: Die Indians sind auf fünf Spiele Vorsprung davongezogen.

14. (18.) Los Angeles Angels of Anaheim (62-58) ⇒
Das Feld der Bewerber um den zweiten Wild-Card-Platz der AL ist breit, aber momentan haben überraschend die Angels die Nase vorn. Mike Trout in den Playoffs, das wäre doch was.

15. (9.) Tampa Bay Rays (59-61) ⇓
Auch die Rays hatten kürzlich schon mal den Wild-Card-Platz inne, doch mit derzeit vier Niederlagen in Folge und einer spürbar abgekühlten Offense sieht es für ihre Playoff-Hoffnungen nicht gut aus.

16. (16.) Seattle Mariners (59-61) ⇒
Zu der extremen Unbeständigkeit kommt noch Verletzungspech hinzu, nun hat es Top-Pitcher James Paxton erwischt. Daher sehe ich für die Mariners nur noch Außenseiterchancen auf die Wild Card.

17. (14.) Texas Rangers (57-60) ⇒
Außer den vier „Großen“ der AL – Red Sox, Yankees, Indians, Astros – haben die Rangers als einzige ein positives Run Differential. Für die Playoffs bräuchten sie angesichts der vielen vor ihnen stehenden Konkurrenten dennoch ein kleine Wunder.

18. (20.) Pittsburgh Pirates (58-60) ⇒
Willkommen im Niemandsland der MLB – in der AL hätten die Pirates noch Wild-Card-Chancen, in der NL definitiv nicht.

19. (22.) Baltimore Orioles (59-60) ⇒
Die Orioles hatte ich schon abgeschrieben, inzwischen stehen sie in der Tabelle sogar wieder vor Tampa Bay, getragen von einem wiedererstarkten Manny Machado und einer 9-2-Bilanz in Extra-Inning-Spielen. Ich gehe davon aus, dass beides nicht von Dauer ist.

20. (19.) Toronto Blue Jays (57-61) ⇒
Die Blue Jays sind schlechter als vor der Saison erhofft, aber nicht schlecht genug, um zur Trade-Deadline konsequent zu handeln und die zurzeit eher schwache Farm aufzuwerten. So steuern sie auf eine schwierige Zukunft zu.

21. (23.) Miami Marlins (57-60) ⇒
Die Giancarlo-Stanton-One-Man-Show ist wirklich beeindruckend und ein guter Grund, in Miami ins Stadion zu gehen – der Rest des Teams nicht so sehr. Mal sehen, was Derek Jeter aus dem Club macht, wenn er demnächst als Co-Owner die sportliche Verantwortung übernimmt.

22. (24.) Detroit Tigers (53-65) ⇒
Sportlich ist das Jahr längst gelaufen, aber eine Frage bleibt spannend: Wird Justin Verlander, der beste auf dem Markt befindliche Pitcher, noch getradet? Die Tigers verhandeln offensichtlich zäh, um möglichst viel herauszuholen, aber vielleicht übertreiben sie es dabei auch und bleiben am Ende auf Verlander sitzen.

23. (21.) New York Mets (53-63) ⇒
Die Mets haben deutlich konsequenter getradet, auch wenn man über das Resultat geteilter Meinung sein darf. Die einzigen verbliebenen Saisonziele bestehen darin, junge Leute wie Amed Rosario und Dominic Smith an die MLB zu gewöhnen und diese Woche ein paar Spiele gegen die Yankees zu gewinnen.

24. (25.) Oakland Athletics (52-67) ⇒
Ein weiteres verlorenes Jahr für die A’s, etwas anderes war nicht zu erwarten.

25. (17.) Atlanta Braves (52-64) ⇓
Die kurze Zeit, in der die Braves mit einer ausgeglichenen Bilanz liebäugelten, ist längst vergessen. Aber kein Problem, Rebuilding war der Plan für dieses Jahr.

26. (28.) San Diego Padres (52-66) ⇒
Kann man ein Team, das man als das fünftschlechteste der MLB einstuft, als positive Überraschung bezeichnen? Wenn es die Padres sind, dann schon.

27. (26.) Cincinnati Reds (49-70) ⇒
Die Reds reihen sich ein in die Riege der Rebuilding-Teams, die um eine weitere Saison im Keller der Liga keine Träne weinen.

28. (27.) Chicago White Sox (45-70) ⇒
Am Record sieht man es noch nicht, aber hier wächst etwas möglicherweise Großes heran, denn die White Sox arbeiten seit zwei Jahren eifrig daran, den wohl besten Talentpool der Liga aufzubauen.

29. (29.) San Francisco Giants (47-73) ⇒
Ich habe schon mehrfach geschrieben, dass die Giants dieses Jahr froh sein können, dass es die Phillies und somit ein noch schlechteres Team gibt – aber selbst das kann sich noch ändern, nach Niederlagen stehen die beiden sogar schon gleichauf.

30. (30.) Philadelphia Phillies (43-73) ⇒
Die Phillies verlieren auch weiterhin die meisten ihrer Spiele, doch es gibt Lichtblicke in Form ansehnlich auftretender junger Spieler wie zum Beispiel Pitcher Aaron Nola und First Baseman Rhys Hoskins, der gestern seine ersten beiden Homeruns schlug.

⇑= 5 oder mehr Plätze höher als im Juli-Ranking
⇓= 5 oder mehr Plätze niedriger als im Juli-Ranking
⇒ = weniger als 5 Plätze Abweichung zum Juli-Ranking

August 15th, 2017 by