Das Baseblog-Powerranking im Mai

Ein Viertel der Saison liegt hinter uns und wie zu jeder Monatsmitte habe ich mein Powerranking der MLB-Teams aktualisiert. Die größten Gewinner gegenüber dem Vormonat sind zwei Teams aus der NL East: die Phillies, die neun Plätze nach oben gerückt sind, sowie die Braves mit einem Sprung von acht Rängen. Von Rang sieben ganz nach vorne haben sich die Yankees katapultiert. Der größte Verlierer sind die New York Mets, die um zwölf Plätze abstürzen und bei denen ich das dumpfe Gefühl habe, sie immer noch etwas zu hoch zu bewerten. Auch die Twins, die Dodgers und die Indians sehe ich deutlich negativer als noch vor vier Wochen.

Findet ihr, dass ich euer Team unterschätze oder seid ihr sicher, dass Team X völlig überbewertet ist? Dann lasst es mich wissen, ich freue mich über jeden Kommentar.

1. (7.) New York Yankees (28-12) ⇑
Sie haben 19 der letzten 22 Spiele gewonnen, fast alle davon gegen starke Gegner. Giancarlo Stantons nächster Hit wird übrigens sein 1000. in der MLB.

2. (1.) Boston Red Sox (28-13) ⇒
Die Serie gegen die Yankees haben sie verloren, aber die Red Sox spielen immer noch eine beeindruckende Saison – allen voran Mookie Betts (.362/.439/.766) und Neuzugang J. D. Martinez (.342/.394/.624).

3. (2.) Houston Astros (26-17) ⇒
Die Astros stehen im Schatten der Aufmerksamkeit, den die beiden traditionsreichen Konkurrenten auf sich ziehen, sind aber immer noch ein Elite-Team. Mit nur 113 kassierten Runs führen sie die MLB in Sachen Pitching und Defense mit großem Abstand vor den Cardinals (142) an.

4. (3.) Arizona Diamondbacks (24-17) ⇒
Sechs Niederlagen hintereinander sind für mich noch nicht genug, um den positiven Eindruck aus der bisherigen Saison zu zerstören. Aber es wird Zeit, dass die D-Backs sich wieder fangen.

5. (13.) Atlanta Braves (25-15) ⇑
Das junge Team scheint es ernst zu meinen. Alle warten auf den Einbruch, aber wer schon seit einer viertel Saison auf diesem Niveau spielt und das best Run Differential der NL aufweist, hat einen Rang in der Spitzengruppe verdient.

6. (8.) Chicago Cubs (21-17) ⇒
Die Cubs haben es bislang schwer in einer sehr starken Division, aber sie hatten auch einen harten Spielplan in den ersten Wochen und ihr Run Differential spricht bereits für eine Überlegenheit, die sich in der Tabelle noch nicht widerspiegelt.

7. (4.) Los Angeles Angels (25-16) ⇒
Alle reden – mit einigem Recht – von Shohei Ohtani, aber Mike Trout ist auf Kurs für die beste Saison eines Spielers der MLB-Geschichte (gemessen in WAR) und in SS Andrelton Simmons haben die Angels den besten Defensivspieler der Liga, der obendrein .338/.405/.500 schlägt.

8. (12.) Washington Nationals (24-18) ⇒
Dornröschen ist aufgewacht: Acht Siege aus den letzten zehn Spielen und schon sind die bislang enttäuschenden Nats wieder voll im Rennen um „ihre“ Division. Adam Eaton hat sich verletzt, dafür dürfte Daniel Murphy bald wieder einsatzbereit sein.

9. (18.) Philadelphia Phillies (23-16) ⇑
Mit 16-6 sind die Phillies das beste Heimteam der NL. Und Odubel Herrera ist in jedem Spiel dieser Saison mindestens einmal auf Base gekommen.

10. (15.) St. Louis Cardinals (22-16) ⇑
Erst sweepen sie die Cubs, dann verlieren sie Serien gegen die Twins und die Padres – das ist alles Taktik, denn schließlich hat man einen Ruf als notorisch unterschätzter Underdog zu wahren.

11. (17.) Milwaukee Brewers (25-17) ⇑
Der Bullpen der Brewers ist so gut, dass man kaum gemerkt hat, dass Closer Corey Knebel zwischendurch auf der Verletztenliste stand.

12. (9.) Pittsburgh Pirates (23-17) ⇒
Es gibt eine Menge unerwartet starke Teams, aber die Pirates sind für mich immer noch die größte Überraschung. Sie haben schon mehrere Serien von vier oder fünf Niederlagen hinter sich, aber jedes Mal haben sie direkt mit einer Siegesserie geantwortet.

13. (6.) Cleveland Indians (20-20) ⇓
Eine .500-Bilanz mit Ach und Krach kann nicht der Anspruch der Indians sein. Gegen Detroit muss jetzt ein kleines Polster her, denn danach geht es gegen die Astros, die Cubs und noch einmal die Astros.

14. (14.) Colorado Rockies (23-19) ⇒
Die Rockies stellen nach wie vor die Welt auf den Kopf: Das Team mit dem vermeintlich größten Heimvorteil im Baseball steht zu Hause bei 7-11 und auswärts bei 16-8. Klingt komisch, ist aber so.

15. (19.) Seattle Mariners (23-17)⇒
Als ich anfing, diese Liste zusammenzustellen, habe ich auch die Mariners als eine positive Überraschung dieser Saison gesehen. Doch die Neuigkeit, dass Star-2B Robinson Cano sich nicht nur die Hand gebrochen hat, sondern auch des Einsatzes verbotener Mittel überführt und für 80 Spiele gesperrt wurde, haben sie gleich drei Plätze nach unten befördert.

16. (16.) Toronto Blue Jays (21-20) ⇒
Die Blue Jays hatten einen guten Start, sind zuletzt aber merklich abgekühlt. Im Mai haben sie noch keine zwei Spiele hintereinander gewonnen.

17. (5.) New York Mets (19-18) ⇓
Hoher Flug und tiefer Fall: Zuerst sahen sie aus wie die Mets 2015, dann wie die Mets 2017. Können bitte mal die Mets 2018 aufstehen und ihr wahres Gesicht zeigen?

18. (20.) San Francisco Giants (21-21) ⇒
Bisher sind die Giants ein Muster an fehlender Konstanz. Mal gewinnen sie sieben von acht, dann verlieren sie sechs hintereinander. Jetzt haben sie wieder zwei gewonnen und die Rückkehr des Heilsbringers Madison Bumgarner scheint nicht mehr fern.

19. (11.) Los Angeles Dodgers (16-24) ⇓
Ich müsste sie noch niedriger ranken, wenn ich nicht jederzeit damit rechnen würde, dass die Dodgers doch noch die Kurve kriegen und mit einer Siegesserie zurück an die Spitze stürmen. Aber jeden Tag glaube ich ein Stück mehr daran, dass die Dodgers dieses Jahr wirklich viel schlechter sind als in den Jahren zuvor.

20. (21) Oakland Athletics (20-21) ⇒
Angesichts einer verletzungsgeplagten Rotation und einiger Offensiv-Asse, die noch nicht in Schwung gekommen sind, stehen die Athletics erstaunlich gut da. Eine positive Überraschung ist Jed Lowrie (.331/.385/.564), der zur Trade-Deadline einen ordentlichen Gegenwert einbringen dürfte.

21. (10.) Minnesota Twins (17-20) ⇓
Eine gute Saison sieht anders aus, aber verblüffenderweise ist die Spitze der Division noch locker in Reichweite. Max Kepler erfährt zurzeit eine Menge Lob.

22. (22.) Detroit Tigers (18-22) ⇒
Ab hier enthält das Ranking nur noch Rebuilding-Teams – die Tigers sind sozusagen „the best of the rest“ und in der schwachen AL Central könnten sie glatt einen Coup landen.

23. (26.) Tampa Bay Rays (17-22) ⇒
Die Rays spielen bislang eine ausgeglichene Saison innerhalb der American League. Mit der NL kommen sie hingegen gar nicht zurecht: Sie sind das einzige Team mit mindestens fünf Interleague-Spielen, das keines davon gewonnen hat.

24. (23.) San Diego Padres (16-27) ⇒
Den Padres fehlt es mit 3.7 Runs pro Spiel vor allem an einer ernstzunehmenden Offensive. Lichtblicke sind die Rookies Christian Villanueva und Franchy Cordero.

25. (25.) Texas Rangers (16-26) ⇒
Die Rangers sollten öfter Extra-Innings spielen: Spiele, die in die Verlängerung gehen, haben sie bislang in vier von vier Fällen gewonnen. In neun Innings stehen sie bei 12-26.

26. (29.) Cincinnati Reds (14-28) ⇒
Die schlechteste Rotation der Liga scheint auf dem Weg der Besserung: Luis Castillo pitchte im ersten Monat der Saison einen ERA von 7.85, im Mai hatte er drei Starts mit 3.06 ERA in 17 2/3 Innings mit 22 Strikeouts. Und  Matt Harvey (7.00 ERA bei den Mets) ging bei seinem ersten Start für das neue Team über vier Innings, ohne einen Run zuzulassen.

27. (27.) Baltimore Orioles (13-28) ⇒
Die Orioles sind ein weiteres Team, bei dem es dieses Jahr eigentlich nur darum geht, den einen oder anderen brauchbaren Spieler ins Schaufenster zu stellen und ihn rechtzeitig gegen Prospects einzutauschen. Manny Machado (.350/.431/.669) tut sich und dem Team den Gefallen, mit hervorragenden Leistungen für sich zu werben.

28. (28.) Kansas City Royals (13-28) ⇒
Für die Royals könnte Danny Duffy einer der wenigen soliden Trade Chips sein, allerdings hat ihn ein katastrophales Outing gegen die Indians auf einen ERA von 6.51 katapultiert.

29. (24.) Chicago White Sox (10-27) ⇓
Die White Sox sind das schlechteste Heimteam (3-15) und auch das schlechteste Team insgesamt. Hätte ich mich nicht so sehr auf die Marlins eingeschossen, würden die White Sox jetzt vielleicht schon auf dem letzten Platz des Rankings stehen.

30. (30.) Miami Marlins (14-26) ⇒
Es gibt allerdings auch gute Gründe, die Marlins da stehen zu lassen, wo sie sind. Zum Beispiel das schlechteste Run Differential (-78) der Liga und die Tatsache, dass die White Sox definitiv mehr und bessere junge Talente haben, welche Hoffnung für die Zukunft machen, als die Marlins.

Zahl in Klammern = Rang im letzten Powerranking
⇑ = 5 oder mehr Plätze höher als im letzten Powerranking
⇓ = 5 oder mehr Plätze niedriger als im letzten Powerranking
⇒ = weniger als 5 Plätze Abweichung zum letzten Powerranking

Mai 15th, 2018 by