Das Baseblog-Powerranking im September

Es ist die letzte Monatsmitte innerhalb der regulären Saison 2017, somit gibt es heute auch zum letzten Mal in diesem Jahr das Baseblog-Powerranking. Im Vergleich zum August ist vor allem der Wechsel an der Spitze erwähnenswert, an dem angesichts der mittlerweile 22 Spiele währenden Siegesserie der Indians kein Weg vorbei führte. Ansonsten halten sich größere Änderungen in engen Grenzen. Den höchsten Sprung nach oben haben die Atlanta Braves von Rang 25 auf 19 hingelegt, während die Kansas City Royals und die Detroit Tigers jeweils fünf Plätze nach unten rutschten.

1. (5.) Cleveland Indians (91-56) ⇒
WWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWas soll man dazu anderes sagen?

2. (1.) Los Angeles Dodgers (94-52) ⇒
Sie haben immer noch die beste Bilanz und das zweitbeste Run Differential der Liga, aber nach einer Strecke von 16 Niederlagen in 17 Spielen wirkt das wie ein Wunder – oder wie der Beleg dafür, was für eine fantastische Saison die Dodgers vor ihrem epischen Durchhänger gespielt haben. Nach zwei Aufbausiegen gegen die Giants wartet nun mit den Nationals eine echte Standortbestimmung, ob die Dodgers rechtzeitig vor den Playoffs zurück in der Spur sind oder nicht.

3. (3.) Washington Nationals (89-57) ⇒
Die Nationals sind der erste und bislang einzige Divisionssieger, der schon feststeht. Das sagt vor allem etwas über die Division aus, in der sie spielen. Aber man muss die Hauptstädter auch dafür bewundern, dass sie mental konstant bei der Sache geblieben sind, was bei durchweg fehlender Konkurrenz nicht einfach ist.

4. (6.) Arizona Diamondbacks (85-62) ⇒
Sie sind zwar „nur“ ein Wild-Card-Team, aber ich sehe die Diamondbacks leistungsmäßig auf Augenhöhe mit jedem einzelnen Divisionssieger der NL und somit als Geheimfavoriten auf einen tiefen Playoff-Run.

5. (2.) Boston Red Sox (83-63) ⇒
Der Gewinn der AL East ist noch nicht sicher, doch für den Rest des Jahres geht es nur noch gegen Teams mit negativem Record – außer ganz am Schluss gegen die Astros, was ein Vorgeschmack auf die erste Runde der Playoffs werden könnte.

6. (8.) New York Yankees (80-66) ⇒
Vom Run Differential her sind die Yankees hinter den Indians das zweitbeste Team der AL, aber es fehlt an Konstanz.

7. (4.) Houston Astros (88-58) ⇒
Den Top-Seed in der AL mussten sie an die Indians abgeben und ich glaube nicht, dass sie ihn sich zurückholen. Für die Chancen der Astros in den Playoffs dürfte eine große Rolle spielen, ob man Sorgenkind Lance McCullers fit bekommt.

8. (10.) Chicago Cubs (80-66) ⇒
Gegen die Mets haben sie sich mit 39 Runs in drei Spielen einigen Frust über die eher mittelmäßige Saison von der Seele geballert. Die Entscheidung, ob der Titelverteidiger es in die Postseason schafft, fällt in den direkten Duellen gegen St. Louis und Milwaukee – 11 von 16 verbleibenden Spielen absolvieren die Cubs gegen diese beiden Teams.

9. (9.) St. Louis Cardinals (77-69) ⇒
Drei Spiele Rückstand und noch sieben Spiele gegen die Cubs – die Cardinals haben noch alle Chancen, ihrem Ruf gerecht zu werden als das Team, das man nie abschreiben sollte.

10. (7.) Colorado Rockies (80-67) ⇒
Ein Sweep gegen die Dodgers und ein Split gegen die Diamondbacks sprechen dafür, dass die Rockies ihren Slump überwunden haben. Die Wild Card werden sie wohl festhalten können, auch weil sich die drei Teams der NL Central noch so viele Spiele gegenseitig abnehmen.

11. (11.) Minnesota Twins (77-69) ⇒
Das Überraschungsteam der AL musste innerhalb der Division zwar schon lange die Indians ziehen lassen, aber die Wild Card für Max Kepler und Co. ist letzte Nacht noch ein Stück wahrscheinlicher geworden.

12. (12.) Milwaukee Brewers (77-69) ⇒
Auch für das Überraschungsteam der NL ist es noch drin, im Duell mit den Cubs und den Cardinals lachender Dritter (besser gesagt: lachender Erster) zu werden. Von den Restspielplänen her dürfte ihrer sogar der leichteste sein.

13. (14.) Los Angeles Angels of Anaheim (74-72) ⇒
Albert Pujols hat letzte Nacht seinen 613. Homerun geschlagen und ist nun alleiniger Siebter in der Allzeit-Rangliste. Mit der Wild Card sieht es aber schlecht aus, der Rückstand auf die Twins beträgt nun schon drei Spiele.

14. (16.) Seattle Mariners (74-73) ⇒
Nach drei Siegen gegen die Rangers finden sich die Mariners plötzlich wieder in Reichweite der Wild Card, aber das schwere Restprogramm und die eigene Unbeständigkeit machen ein Erreichen der Postseason sehr unwahrscheinlich.

15. (17.) Texas Rangers (72-74) ⇒
Ausgleichende Gerechtigkeit? Im letzten Jahr gewannen die Rangers die Division, obwohl sie nur das drittbeste Run Differential hatten. Dieses Jahr haben sie in der Konkurrenz um den zweiten Wild-Card-Platz das beste Run Differential, werden aber wohl leer ausgehen.

16. (15.) Tampa Bay Rays (72-75) ⇒
Man könnte einen dicken Strich zwischen der ersten und der zweiten Hälfte dieses Rankings ziehen, denn ab hier reden wir über Teams, für die die Playoffs dieses Jahr kein Thema mehr sind. Die Rays waren lange im Rennen, aber mit der zweitschlechtesten Offense der AL gewinnt man nicht genügend Spiele.

17. (19.) Baltimore Orioles (72-75) ⇒
Für die O’s war die Saison ein ständiges Auf und Ab – immer das, was man gerade nicht erwartet hat. Nach dieser Logik müssten sie in den beiden kommenden Serien die Yankees und die Red Sox weghauen.

18. (13.) Kansas City Royals (72-74) ⇓
Auch die Royals gehören in die Kategorie der Teams, die ich dieses Jahr schon mehrfach abgeschrieben hatte und die mich jedes Mal eines Besseren belehrten. Inzwischen sind sie wohl wirklich aus dem Rennen, aber sie können zumindest noch Geschichte schreiben, indem sie in einem der kommenden drei Spiele die Siegesserie der Indians beenden.

19. (25.) Atlanta Braves (66-79) ⇑
Wer hätte gedacht, dass zwei Wochen vor Saisonende ausgerechnet die Braves diejenigen sind, die in der furchtbaren NL East hinter den Nationals als einzige so etwas wie Leben und Hoffnung vermitteln? Ich jedenfalls nicht.

20. (18.) Pittsburgh Pirates (68-79) ⇒
Vor nicht mal acht Wochen waren die Pirates nach einer Erfolgsserie nur zwei Siege von der Spitze der NL Central entfernt. Wahnsinn, wie schnell es in der MLB manchmal geht.

21. (20.) Toronto Blue Jays (68-79) ⇒
Man könnte den Mantel des Schweigens über das Jahr 2017 der Blue Jays legen, aber Toronto wird noch eine wichtige Funktion als Wegbereiter und/oder Spielverderber anderer Teams spielen angesichts des Restprogramms mit den Twins, Royals, Red Sox und Yankees.

22. (24.) Oakland Athletics (64-82) ⇒
41 Runs in einem Vier-Spiele-Sweep gegen die Astros, vielversprechende Jungspieler wie Matt Chapman und Matt Olson, der Bauplatz für ein neues Stadion – in Oakland spürt man endlich mal wieder so etwas wie Optimismus.

23. (27.) Cincinnati Reds (63-84) ⇒
Den Reds geht es ähnlich wie den Blue Jays: Auch ihre Saison ist zwar längst gelaufen und dennoch werden sie bei fast allen Entscheidungen der Restsaison noch ein wichtiger Faktor sein, denn ihr Programm umfasst Serien gegen die Cardinals, die Red Sox, die Brewers und die Cubs.

24. (28.) Chicago White Sox (59-87) ⇒
Nach all den Trades für talentierten Nachwuchs schienen die White Sox nahe dran, sich obendrein noch den ersten Pick der kommenden Draft zu holen, doch vor einer Woche fingen sie plötzlich an zu gewinnen und zwar fast immer deutlich: 13:1, 8:1, 11:3, 3:4, 5:3 und 17:7 sind die Resultate seit Samstag.

25. (21.) Miami Marlins (68-78) ⇒
Die Marlins haben fünf Spiele hintereinander verloren und 15 der letzten 17. Der einzige Lichtblick wäre, wenn Giancarlo Stanton den „Probably-Non-Steroid-Era-Rekord“ von 62 Homeruns bricht, aber auch damit wird es langsam eng.

26. (23.) New York Mets (63-83) ⇒
Ich konzentriere mich auf das Positive: 1B Dominic Smith und SS Amed Rosario werden bislang ihrem Ruf als junge Hoffnungsträger gerecht und Noah Syndergaard ist auf dem Weg der Besserung.

27. (22.) Detroit Tigers (60-86) ⇓
Für die Tigers kommt es dieses Jahr knüppeldick: Kurz vor Ende einer ohnehin fruchtlosen Saison mussten ihr meistbeachteter junger Star, Pitcher Michael Fulmer, am Ellbogen und ihr Routinier, DH Victor Martinez, am Herzen operiert werden. Ich wünsche beiden schnelle und vollständige Genesung.

28. (26.) San Diego Padres (65-81) ⇒
Die Padres sind ein Phänomen: Trotz des schlechtesten Run Differentials und der mit Abstand schwächsten Offense der Liga haben sie es auf mehr Siege gebracht als sieben andere Teams und in den letzten vier Wochen Serien gegen die Dodgers, die Diamondbacks und die Cardinals gewonnen.

29. (30.) Philadelphia Phillies (57-89) ⇒
In Philadelphia knallen die Sektkorken, denn die Phillies sind nicht mehr das schlechteste Team der Liga, weder von der Siege-Niederlagen-Bilanz noch vom Run Differential – nicht zuletzt dank Rookie Rhys Hoskins mit unglaublichen 18 Homeruns in seinen ersten 34 MLB-Spielen.

30. (29.) San Francisco Giants (57-91) ⇒
Die Giants sind das einzige Team der MLB, für das kein Hitter 20 Homeruns oder mehr erzielt hat und wenn es dabei bleibt, ist das für sie das zweite Jahr in Folge. Der einzige, der nah dran ist, ist Brandon Belt (18) und der wird diese Saison wahrscheinlich nicht mehr spielen.

⇑= 5 oder mehr Plätze höher als im August-Ranking
⇓= 5 oder mehr Plätze niedriger als im August-Ranking
⇒ = weniger als 5 Plätze Abweichung zum August-Ranking

September 15th, 2017 by