Saison-Vorschau 2018: #3 Cleveland Indians

Die Cleveland Indians begannen die letzte Saison eher mittelmäßig und erweckten bis zum All-Star-Break den Eindruck, dass sie die verlorene World Series 2016 zwar vielleicht nicht mehr in den Beinen, aber offensichtlich noch im Kopf hatten. In der zweiten Hälfte der Saison fanden sie zurück zu alter Stärke und vollbrachten vom 24. August bis zum 14. September eine wahrhaft historische Leistung: Als erstes Team der MLB-Geschichte gewannen Sie 22 Spiele in Folge. Allerdings hatten die Indians ihr Hoch wohl etwas zu früh erreicht: Am Ende der Saison standen zwar 102 Siege und der Divisionstitel mit 17 Spielen Vorsprung zu Buche, aber in den Playoffs schied Cleveland relativ sang- und klanglos in der ersten Runde gegen die Yankees aus. Die Indians hatten eine relativ zurückhaltende Offseason unter dem Motto, was nicht kaputt ist, muss man nicht reparieren. Nahezu unverändert im Lineup und in der Rotation unternehmen sie dieses Jahr einen neuen Angriff auf die Krone des Baseballs. Es könnte der vorerst letzte sein, denn am Ende des Jahres werden Andrew Miller, Cody Allen, Michael Brantley, Josh Tomlin und Chief Wahoo Free Agents sein. Dadurch werden die Indians wohl nicht so massiv abstürzen wie zuletzt die Tigers und die Royals, aber es wird ein spürbarer Umbruch ins Haus stehen, nach dem man sehen muss, wie gut sie dann noch sind. Aktuell sind sie jedenfalls noch sehr gut, daher halte ich den Gewinn der AL Central in diesem Jahr für äußerst wahrscheinlich und eine erfolgreiche Postseason für gut möglich.

Voraussichtliches Lineup
C Roberto Perez
1B Yonder Alonso
2B Jason Kipnis
SS Francisco Lindor
3B Jose Ramirez
LF Michael Brantley
CF Bradley Zimmer
RF Lonnie Chisenhall
DH Edwin Encarnacion

Voraussichtliche Rotation
SP Corey Kluber
SP Carlos Carrasco
SP Trevor Bauer
SP Josh Tomlin
SP Danny Salazar
Closer Cody Allen

Wichtigster Zugang
1B Yonder Alonso (Oakland Athletics)

Wichtigster Abgang
1B Carlos Santana (Philadelphia Phillies)

Bestes Prospect
C Francsico Mejia

Größte Stärke
Pitching: Egal, welche Statistik man befragt – ERA, FIP, WAR, K/9, BB/9, HR/9 – die Pitcher der Indians führten 2017 die MLB in jeder Kategorie an, meistens mit deutlichem Abstand. Es gibt kaum Gründe, dass sich an diesem Zustand 2018 etwas ändern sollte, denn das Personal wurde nahezu vollständig beisammen gehalten. Einzig Reliever Bryan Shaw kehrte den Indians den Rücken, aber mit Andrew Miller und Cody Allen verfügen sie immer noch über das beste Bullpen-Duo im Baseball.

Größte Schwäche
First Base: Carlos Santana unterschrieb nach acht Jahren in Cleveland einen lukrativen Vertrag in Philadelphia; Mike Napoli wurde fürs Trainingscamp zurückgeholt, dann wieder entlassen und erhält vielleicht einen Minor-League-Vertrag; Edwin Encarnacion wird wie bisher nahezu ausschließlich als Designated Hitter im Einsatz sein. Somit dürfte Neuverpflichtung Yonder Alonso bei der Besetzung der ersten Base freie Bahn haben, aber kann er das Vertrauen rechtfertigen? Er hatte nur ein wirklich gutes Jahr in der MLB, eigentlich nur ein halbes, denn nach seiner ersten All-Star-Berufung Mitte der letzten Saison ging es mit seinen Leistungen in der zweiten Saisonhälfte spürbar abwärts.

Spannendste Frage
Bleiben Brantley und Kipnis gesund? Außer 1B gibt es in dem weitgehend unveränderten Team kaum Fragezeichen, aber natürlich hängt für die Indians wie für jedes Team viel davon ab, ob man größere Ausfallzeiten vermeiden kann. 2B Jason Kipnis und OF Michael Brantley nenne ich stellvertretend als zwei Leistungsträger, die in den letzten beiden Jahren wiederholt mit Verletzungen zu kämpfen hatten und für die man nur hoffen kann, dass sich dieser Trend nicht fortsetzt.

Prognose
Platz 1 in der AL Central, Playoff-Aus in der ALCS

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März 25th, 2018 by