Saison-Vorschau 2018: #7 Washington Nationals

In schöner Regelmäßigkeit spielen die Washington Nationals erfolgreiche reguläre Saisons: In jedem der letzten sechs Jahre hatten sie einen positiven Record, in vier davon gewannen sie ihre Division. In ebenso schöner Regelmäßigkeit scheiden sie in den Playoffs in der ersten Runde aus. Die bislang einzige gewonnene Playoffserie der Franchise datiert aus dem Jahr 1981, damals noch als Montreal Expos in der NLDS gegen die Philapdelphia Phillies. Der jüngste Versuch, jemanden für die anhaltende Postseason-Misere verantwortlich zu machen, traf im Oktober Manager Dusty Baker. Baker war zwar mit zwei Divisionstiteln in ebenso vielen Jahren und einer Siegquote von 59,3% der erfolgreichste Manager der Teamgeschichte, doch das rettete ihn nicht vor dem Rauswurf. Sein Nachfolger ist Dave Martinez, ein Neuling auf der Position, von dem man sich erhofft, dass er als Bench Coach der Chicago Cubs unter Joe Maddon gelernt hat, wie man Playoffspiele gewinnt. Eine Schonfrist wird Martinez nicht für sich in Anspruch nehmen können, denn die Zeit für Erfolge ist genau jetzt, bevor Stützen wie Bryce Harper, Daniel Murphy und Gio Gonzalez Free Agents werden. Für dieses Jahr konnte das Roster weitgehend konstant gehalten werden, die Neubesetzung des Trainerstuhls ist die einzige größere Veränderung gegenüber 2017. Sowohl das Lineup als auch die Rotation und der Bullpen werden zum Saisonstart genauso aussehen wie zum Ende der letzten Saison. Die einzige Ausnahme wird der fünfte Starterposten sein, um den sich Erick Fedde, A. J. Cole und Jeremy Hellickson bemühen.

Voraussichtliches Lineup
C Matt Wieters
1B Ryan Zimmerman
2B Daniel Murphy
SS Trea Turner
3B Anthony Rendon
LF Adam Eaton
CF Michael Taylor
RF Bryce Harper

Voraussichtliche Rotation
SP Max Scherzer
SP Stephen Strasburg
SP Gio Gonzalez
SP Tanner Roark
SP Erick Fedde
Closer Sean Doolittle

Wichtigster Zugang
1B Matt Adams (St. Louis Cardinals)

Wichtigster Abgang
RP Matt Albers (Milwaukee Brewers)

Bestes Prospect
OF Victor Robles

Größte Stärke
Scherzer, Strasburg, Gonzalez: Das Dreigestirn an der Spitze der Rotation dürfte auch dieses Jahr das beste sein, das in der MLB zu finden ist. 2017 brachte jeder der drei es auf einen ERA von unter 3.00 – ein Meilenstein, den in den anderen 29 Teams zusammen lediglich 11 Starter (mind. 50 IP) erreichten. Im Cy-Young-Voting der NL belegten Scherzer, Strasburg und Gonzalez die Ränge 1, 3 und 6.

Größte Schwäche
Erfolgsdruck: Die Trennung von Baker zeigt, wie sehr sich die Nationals unter Stress setzen, endlich den ersten Titel nach Washington zu holen. Die Zeit dafür läuft ihnen davon, sowohl weil – neben ein paar anderen – der Vertrag von Bryce Harper ausläuft, als auch weil mit den Phillies und den Braves zwei Klubs auf dem Sprung stehen, wieder zu echten Konkurrenten der Nationals und der Mets heranzuwachsen.

Spannendste Frage
Wie geht es weiter mit Bryce Harper? Wenn man den Star-Outfielder darauf anspricht, gibt er die Antwort, die sich für einen Profi geziemt: Er konzentriert sich darauf, 2018 alles für sein Team zu geben, über 2019 wird nicht geredet. Aber natürlich redet längst alle Welt darüber, was aus Bryce Harper 2019 wird. Bis hin zu einem Zehnjahresvertrag über 400 Millionen Dollar entweder bei den Nationals oder bei den Yankees reichten die Spekulationen. Nach dem Schock des aus Spielersicht suboptimal verlaufenen Marktes in der laufenden Offseason sind die Prognosen deutlich moderater geworden. Das ändert aber nichts daran, dass Harper – vorbehaltlich einer schweren Verletzung oder eines extremen Leistungseinbruchs – der begehrteste Free Agent seit Jahren und das Thema bis zum Vertragsabschluss ein Dauerbrenner sein wird. Für Harper und die Nationals wird es schwer werden, sich davon nicht ablenken zu lassen.

Prognose
Platz 1 in der NL East, Aus in der NLDS

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März 21st, 2018 by