Saison-Vorschau 2018: #21 Philadelphia Phillies

Die Phillies haben fünf aufeinander folgende Saisons mit jeweils 89 bis 99 Niederlagen hinter sich. Aber sie waren in dieser Zeit nicht untätig. Sie haben ihr Front Office neu aufgestellt, sich von älteren und teuren Spielern getrennt und sich reichlich mit talentiertem Nachwuchs eingedeckt – ein klassisches Rebuilding eben. Nun sehen die Phillies offenbar den richtigen Zeitpunkt gekommen, den nächsten Schritt zu tun: In der Offseason haben sie ein neues Trainerteam zusammengestellt, an dessen Schaltzentrale der ebenfalls neu verpflichtete Manager Gabe Kapler sitzt. Mit First Baseman Carlos Santana gönnten sie sich erstmals seit langer Zeit, einen etablierten Veteranen zu holen, der mehr als ein Platzhalter sein kann und soll. Darüber hinaus wurde der Bullpen mit Pat Neshek und Tommy Hunter verstärkt. Es herrscht Aufbruchstimmung in Philadelphia, die bis Saisonbeginn wahrscheinlich noch durch einen zusätzlichen Starting Pitcher gefördert werden wird. Die Phillies gleich zum Playoffkandidaten zu stempeln, würde mir persönlich zu weit gehen. Aber ich rechne mit einer deutlich besseren Saison als letztes Jahr und spätestens 2019 wird mit Ihnen ernsthaft zu rechnen sein.

Voraussichtliches Lineup
C Jorge Alfaro
1B Carlos Santana
2B Cesar Hernandez
SS J.P. Crawford
3B Maikel Franco
LF Rhys Hoskins
CF Odubel Herrera
RF Nick Williams

Voraussichtliche Rotation
SP Aaron Nola
SP Jerad Eickhoff
SP Vincent Velasquez
SP Nick Pivetta
SP Ben Lively
Closer Hector Neris

Wichtigster Zugang
1B Carlos Santana (Cleveland Indians)

Wichtigster Abgang
SS Freddy Galvis (San Diego Padres)

Bestes Prospect
SP Sixto Sanchez

Größte Stärke
Der Bullpen: Die Phillies sind gut mit Relievern bestückt und das müssen sie angesichts der in weiten Teilen unerfahrenen und unerprobten Starting Rotation auch sein. Der Bullpen stand 2017 laut relevanten Maßen wie ERA (4.18), FIP (4.15) und fWAR (4.3) im Mittelfeld der Liga – was für ein in allen anderen Teilen weit hinten rangierendes Team schon beachtlich ist. Mit Pat Neshek und Tommy Hunter wurden zusätzliche Verstärkungen geholt, sodass diese Einheit auch 2018 wieder ein Pluspunkt der Phillies sein dürfte.

Größte Schwäche
Die Rotation außer Nola: Aaron Nola ist die einzige verlässliche Größe unter den aktuell vorgesehenen Startern. Die Phillies gelten seit Wochen als ein Favorit dafür, vor Saisonbeginn noch einen der verbliebenen Top-Pitcher Jake Arrieta, Lance Lynn oder Alex Cobb an Land zu ziehen. In dem Fall wäre die Schwäche zumindest teilweise behoben und ich würde Philadelphia dieses Jahr als Kandidaten für eine .500-Bilanz sehen.

Spannendste Frage
Wird das Spring-Training-Experiment in der Saison fortgeführt? Der neue Manager Gabe Kapler testet zurzeit eine interessante Neuerung: Er lässt seine Outfielder öfter mal in Abhängigkeit vom jeweiligen Batter des Gegners die Positionen tauschen. Das Ziel ist, den jeweils besseren bzw. passenderen Fielder an der Stelle zu haben, zu der der Batter mit höherer Wahrscheinlichkeit schlägt. Das klingt nachvollziehbar, wurde aber im professionellen Baseball bislang nicht praktiziert. Im Erfolgsfall könnte sich daraus ein neuer Trend entwickeln.

Prognose
Platz 4 in der NL East

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März 7th, 2018 by