März 25th, 2018 by Dominik

Die Cleveland Indians begannen die letzte Saison eher mittelmäßig und erweckten bis zum All-Star-Break den Eindruck, dass sie die verlorene World Series 2016 zwar vielleicht nicht mehr in den Beinen, aber offensichtlich noch im Kopf hatten. In der zweiten Hälfte der Saison fanden sie zurück zu alter Stärke und vollbrachten vom 24. August bis zum 14. September eine wahrhaft historische Leistung: Als erstes Team der MLB-Geschichte gewannen Sie 22 Spiele in Folge. Allerdings hatten die Indians ihr Hoch wohl etwas zu früh erreicht: Am Ende der Saison standen zwar 102 Siege und der Divisionstitel mit 17 Spielen Vorsprung zu Buche, aber in den Playoffs schied Cleveland relativ sang- und klanglos in der ersten Runde gegen die Yankees aus. Die Indians hatten eine relativ zurückhaltende Offseason unter dem Motto, was nicht kaputt ist, muss man nicht reparieren. Nahezu unverändert im Lineup und in der Rotation unternehmen sie dieses Jahr einen neuen Angriff auf die Krone des Baseballs. Es könnte der vorerst letzte sein, denn am Ende des Jahres werden Andrew Miller, Cody Allen, Michael Brantley, Josh Tomlin und Chief Wahoo Free Agents sein. Dadurch werden die Indians wohl nicht so massiv abstürzen wie zuletzt die Tigers und die Royals, aber es wird ein spürbarer Umbruch ins Haus stehen, nach dem man sehen muss, wie gut sie dann noch sind. Aktuell sind sie jedenfalls noch sehr gut, daher halte ich den Gewinn der AL Central in diesem Jahr für äußerst wahrscheinlich und eine erfolgreiche Postseason für gut möglich.

Voraussichtliches Lineup
C Roberto Perez
1B Yonder Alonso
2B Jason Kipnis
SS Francisco Lindor
3B Jose Ramirez
LF Michael Brantley
CF Bradley Zimmer
RF Lonnie Chisenhall
DH Edwin Encarnacion

Voraussichtliche Rotation
SP Corey Kluber
SP Carlos Carrasco
SP Trevor Bauer
SP Josh Tomlin
SP Danny Salazar
Closer Cody Allen

Wichtigster Zugang
1B Yonder Alonso (Oakland Athletics)

Wichtigster Abgang
1B Carlos Santana (Philadelphia Phillies)

Bestes Prospect
C Francsico Mejia

Größte Stärke
Pitching: Egal, welche Statistik man befragt – ERA, FIP, WAR, K/9, BB/9, HR/9 – die Pitcher der Indians führten 2017 die MLB in jeder Kategorie an, meistens mit deutlichem Abstand. Es gibt kaum Gründe, dass sich an diesem Zustand 2018 etwas ändern sollte, denn das Personal wurde nahezu vollständig beisammen gehalten. Einzig Reliever Bryan Shaw kehrte den Indians den Rücken, aber mit Andrew Miller und Cody Allen verfügen sie immer noch über das beste Bullpen-Duo im Baseball.

Größte Schwäche
First Base: Carlos Santana unterschrieb nach acht Jahren in Cleveland einen lukrativen Vertrag in Philadelphia; Mike Napoli wurde fürs Trainingscamp zurückgeholt, dann wieder entlassen und erhält vielleicht einen Minor-League-Vertrag; Edwin Encarnacion wird wie bisher nahezu ausschließlich als Designated Hitter im Einsatz sein. Somit dürfte Neuverpflichtung Yonder Alonso bei der Besetzung der ersten Base freie Bahn haben, aber kann er das Vertrauen rechtfertigen? Er hatte nur ein wirklich gutes Jahr in der MLB, eigentlich nur ein halbes, denn nach seiner ersten All-Star-Berufung Mitte der letzten Saison ging es mit seinen Leistungen in der zweiten Saisonhälfte spürbar abwärts.

Spannendste Frage
Bleiben Brantley und Kipnis gesund? Außer 1B gibt es in dem weitgehend unveränderten Team kaum Fragezeichen, aber natürlich hängt für die Indians wie für jedes Team viel davon ab, ob man größere Ausfallzeiten vermeiden kann. 2B Jason Kipnis und OF Michael Brantley nenne ich stellvertretend als zwei Leistungsträger, die in den letzten beiden Jahren wiederholt mit Verletzungen zu kämpfen hatten und für die man nur hoffen kann, dass sich dieser Trend nicht fortsetzt.

Prognose
Platz 1 in der AL Central, Playoff-Aus in der ALCS

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März 15th, 2018 by Dominik

Die Minnesota Twins haben 2017 Geschichte geschrieben: Sie sind das erste Team, das nach einer Saison mit mehr als 100 Niederlagen im Jahr darauf in die Playoffs gekommen ist. Das ist eine tolle Leistung, auch wenn die Postseason der Twins durch das Aus gegen die Yankees von kurzer Dauer war. Die Frage ist nun, ob sie das Erreichte auch ohne die bequeme Rolle des Überraschungsteams wiederholen oder gar übertreffen können. Vernünftigerweise setzen die Verantwortlichen der Franchise in erster Linie auf Kontinuität: Das voraussichtliche Batting-Lineup ist gegenüber dem des Vorjahres unverändert mit Ausnahme des DH. Auf diesem Posten hat man sich in Person von Logan Morrison mit einem weiteren harten Hitter verstärkt, der zudem Joe Mauer an der ersten Base entlasten kann. Ansonsten haben die Twins sich in der Offseason auf das Pitching konzentriert, den letztes Jahr nur schwach mittelmäßigen Mannschaftsteil. Die Rotation wurde um Lance Lynn und Jake Odorizzi aufgewertet. So konnte man sich leisten, den ebenfalls erst geholten Anibal Sanchez wieder zu entlassen und dürfte auch überstehen, dass Ervin Santana verletzungsbedingt den Saisonstart verpasst. Im Bullpen sind unter anderem Fernando Rodney und Addison Reed neu an Bord und werden um die Rolle des Closers wetteifern.

Voraussichtliches Lineup
C Jason Castro
1B Joe Mauer
2B Brian Dozier
SS Jorge Polanco
3B Miguel Sano
LF Eddie Rosario
CF Byron Buxton
RF Max Kepler
DH Logan Morrison

Voraussichtliche Rotation
SP Ervin Santana
SP Lance Lynn
SP Jose Berrios
SP Jake Odorizzi
SP Kyle Gibson
Closer Fernando Rodney

Wichtigster Zugang
SP Lance Lynn (St. Louis Cardinals)

Wichtigster Abgang
SP Bartolo Colon (Texas Rangers)

Bestes Prospect
SS Royce Lewis

Größte Stärke
Offense: Das Lineup bietet so ziemlich alles, was man sich wünschen kann – Power, Speed, Walks, eine ausgewogene Altersstruktur und vor allem auch zählbaren Erfolg. In den letzten beiden Monaten der Saison 2017 haben die Twins 346 Runs erzielt und damit mehr als jedes andere MLB-Team.

Größte Schwäche
Unerfahrenheit: Es geht mir hier weniger um die Jugend vieler Twins-Spieler als vielmehr darum, dass die allerwenigsten von ihnen mit einer anderen Situation als der des Underdogs vertraut sind. Anders als letztes Jahr werden die Twins 2018 niemanden überraschen, niemand wird dieses Team unterschätzen. An diese veränderte Ausgangslage müssen sie sich erstmal gewöhnen und wahrscheinlich hier und da etwas Lehrgeld bezahlen.

Spannendste Frage
Wie geht es weiter für Max Kepler? Natürlich liegt für mich bei den Twins immer ein ganz besonderes Augenmerk auf dem einzigen deutschen Spieler in der MLB. Kepler hatte 2017 eine nicht spektakuläre, aber solide Saison (.243/.312/.425, 19 HR, 1.2 fWAR). Er brachte es mit 147 Spielen auf die drittmeisten Einsätze im gesamten Team, sein 2016 erarbeiteter Stammplatz im Rightfield stand nie in Frage. Das könnte sich dieses Jahr allerdings ein Stück weit ändern: Da Kepler sich schon immer mit linkshändigen Pitchern schwer tut, wird er gegen solche möglicherweise öfter mal für Robbie Grossman Platz machen müssen.

Prognose
Platz 2 in der AL Central (keine Wild Card)

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März 2nd, 2018 by Dominik

Die Chicago White Sox sind bereits das dritte Team aus der AL Central, das in meinem Ranking unter den fünf schlechtesten Mannschaften der MLB-Saison 2018 auftaucht. Mir erscheint das realistisch im Vergleich mit den anderen Divisionen und Teams der Liga. Allerdings schlummert in der geballten Schwäche innerhalb der AL Central auch eine Chance. Denn wenn eines der drei Teams sich besser oder schneller entwickelt als die anderen, ist wegen der vielen Partien untereinander eine Überraschung relativ gut möglich. Den White Sox traue ich das am ehesten zu, denn sie scheinen mir den Tigers und den Royals bei ihrem Rebuilding bereits einen Schritt voraus zu sein. General Manager Rick Hahn ist das Projekt radikal angegangen und hat seit der letzten Offseason Chris Sale, Adam Eaton, Jose Quintana, Todd Frazier, David Robertson, Tommy Kahnle, Melky Cabrera, Miguel Gonzalez, Anthony Swarzak und Dan Jennings gegen Prospects getradet. Einige vielversprechende junge Leute stehen bereits im Lineup, weitere sind auf dem Weg durch das System und mit Jose Abreu und Avisail Garcia sind auch ein paar erfahrene Führungsspieler an Bord geblieben. Ein gewisses Breakout-Potenzial sehe ich bei den White Sox schon für 2018, für wahrscheinlich halte ich aber, dass sie dieses erst 2019 oder spätestens 2020 entfalten.

Voraussichtliches Lineup
C Welington Castillo
1B Jose Abreu
2B Yoan Moncada
SS Tim Anderson
3B Yolmer Sanchez
LF Leury Garcia
CF Charlie Tilson
RF Avisail Garcia
DH Nicky Delmonico

Voraussichtliche Rotation
SP James Shields
SP Miguel Gonzalez
SP Lucas Giolito
SP Reynaldo Lopez
SP Carson Fulmer
Closer Joakim Soria

Wichtigster Zugang
C Welington Castillo (Baltimore Orioles)

Wichtigster Abgang
2B Jake Peter (Los Angeles Dodgers)

Bestes Prospect
OF Eloy Jimenez

Größte Stärke
Talente: Die White Sox verfügen dank ihrer Tradeaktivitäten laut Baseball America inzwischen über das viertbeste Farmsystem der Liga. Die Top-Talente Yoan Moncada und Lucas Giolita sind dabei nicht mal berücksichtigt, weil sie schon letztes Jahr so viele Einsätze in der MLB hatten, dass sie nicht mehr als Prospects zählen.

Größte Schwäche
Closer: Hier prangt ein dickes Fragezeichen. Der wahrscheinlichste Kandidat für die Rolle ist Joakim Soria. Soria performte als Closer einst auf Allstar-Niveau, doch 14 blown Saves in den letzten zwei Jahren nähren Zweifel, ob der 33-Jährige zu solchen Leistungen noch in der Lage ist.

Spannendste Frage
Welche Top-Prospects werden 2018 ihr Debüt geben? Moncada und Giolito haben den Sprung in die MLB bereits geschafft. Einer der nächsten in der Reihe dürfte Outfielder Eloy Jimenez sein, der im Rahmen des Quintana-Trades kam und als eines der Top-Talente im Baseball mit Giancarlo Stanton verglichen wird. Auf dem Mound gilt Michael Kopech als besonders aussichtsreicher Kandidat, in diesem Jahr Teil der Rotation zu werden. Der 21-Jährige wird seinen 105 mph schnellen Fastball zunächst auf AAA-Ebene testen, könnte von dort aber relativ schnell in die Big League aufrücken.

Prognose
Platz 3 in der AL Central

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Februar 28th, 2018 by Dominik

Die Kansas City Royals sind ein weiteres Team, für das ein Generationswechsel ansteht. Die Voraussetzungen dafür sind in Kansas City noch etwas schlechter als in Miami, Detroit oder bei den Chicago White Sox. Im Gegensatz zu den Genannten haben die Royals nicht die Gelegenheit genutzt, sich so rechtzeitig von Leistungsträgern mit auslaufenden Verträgen zu trennen, dass noch ein paar gute Prospects dabei heraussprangen. Stattdessen ließ man 1B Eric Hosmer, 3B Mike Moustakas, CF Lorenzo Cain und SP Jason Vargas als Free Agents ziehen und steht nun quasi mit leeren Händen da: Der Kern des Teams, mit dem man es 2014 und 2015 in die World Series schaffte, ist weg und gleichzeitig gibt das Farmsystem der Royals kaum etwas her. Baseball America listet es als das zweitschlechteste der MLB und sieht kein einziges Prospect der Franchise in den Top 100. Der einzige Silberstreif am Horizont ist die anstehende Draft, in der die Royals mindestens vier der 40 höchsten Picks haben werden: Neben ihrem eigentlichen Pick bekommen sie einen Kompensationspick aus der Competitive-Balance-Vereinbarung (als Team mit kleinem Markt), zwei für die Verluste von Hosmer und Cain sowie wahrscheinlich noch einen für Moustakas.

Voraussichtliches Lineup
C Salvador Perez
1B Hunter Dozier
2B Whit Merrifield
SS Alcides Escobar
3B Cheslor Cuthbert
LF Alex Gordon
CF Paulo Orlando
RF Jorge Bonifacio
DH Jorge Soler

Voraussichtliche Rotation
SP Danny Duffy
SP Ian Kennedy
SP Jason Hammel
SP Nate Karns
SP Jake Junis
Closer Kelvin Herrera

Wichtigster Zugang
OF Michael Saunders (Philadelphia Phillies)

Wichtigster Abgang
CF Lorenzo Cain (Milwaukee Brewers)

Bestes Prospect
1B Nick Pratto

Größte Stärke
Die Rotation: Von einem Prunkstück zu sprechen, wäre sicher übertrieben, aber im Gegensatz zum Rest des Teams ist dieser Mannschaftsteil relativ solide aufgestellt. Mindestens Hammel dürfte allerdings zur Trade-Deadline weg sein, vielleicht auch Duffy.

Größte Schwäche
Die Offense: Das Batting-Lineup ist nahezu vollständig ausgeblutet. Folgerichtig sagen Fangraphs und PECOTA übereinstimmend den Royals die wenigsten Runs der AL voraus.

Spannendste Frage
Worauf kann man aufbauen? Zumindest für das Infield ist mit Hunter Dozier, Cheslor Cuthbert und Adalberto Mondesi ein bisschen talentierter Nachwuchs vorhanden. Die Entwicklung dieser drei wird ebenso interessant zu beobachten sein wie der Umgang der Royals mit ihren vielen hohen Draftpicks.

Prognose
Platz 4 in der AL Central

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Februar 27th, 2018 by Dominik

Ähnlich wie die gestern vorgestellten Miami Marlins sind die Detroit Tigers ein Team, das noch ziemlich am Anfang eines notwendigen Neuaufbaus steht. Die Erkenntnis, dass es Zeit dafür ist, traf die Tigers letztes Jahr mit aller Macht. Nachdem man 2011 bis 2014 die AL Central dominiert und 2016 noch einmal eine gute Saison mit 86 Wins hingelegt hatte, fand man sich 2017 mit nur 64 Siegen am Ende nicht nur der Division, sondern der ganzen Liga wieder. Ein lange erfolgreiches Team hatte seinen Zenit offensichtlich überschritten und das Front Office um General Manager Al Avila zog die Konsequenzen: Noch während der Saison wurden mehrere Veteranen gegen Prospects vertradet, unter ihnen Justin Verlander, Justin Upton, J. D. Martinez und Alex Avila (ja, der General Manager hat tatsächlich seinen eigenen Sohn „verkauft“). Ihnen folgte im Winter Ian Kinsler und Manager Brad Ausmus musste ebenfalls gehen. Als sein Nachfolger wurde Ron Gardenhire verpflichtet – angesichts der Erfahrungen und Erfolge aus seiner Zeit in Minnesota (2002 bis 2014) sieht er wie der richtige Mann für die Aufgabe aus, die ihn in Detroit erwartet. Es geht darum, innerhalb von ein paar Jahren ein konkurrenzfähiges und gleichzeitig bezahlbares Team aufzubauen. Wie viele Spiele im aktuellen Jahr gewonnen werden, ist für die Tigers völlig nebensächlich. Sollte es darauf hinauslaufen, dass sie auch 2019 wieder den ersten Pick in der Draft haben, werden sie darüber nicht böse sein.

Voraussichtliches Lineup
C James McCann
1B Miguel Cabrera
2B Dixon Machado
SS Jose Iglesias
3B Jeimer Candelario
LF Mikie Mahtook
CF Leonys Martin
RF Nick Castellanos
DH Victor Martinez

Voraussichtliche Rotation
SP Michael Fulmer
SP Matthew Boyd
SP Jordan Zimmerman
SP Mike Fiers
SP Daniel Norris
Closer Shane Greene

Wichtigster Zugang
Manager Ron Gardenhire (Arizona Diamondbacks)

Wichtigster Abgang
2B Ian Kinsler (Los Angeles Angels)

Bestes Prospect
SP Franklin Perez

Größte Stärke
Schwache Konkurrenz: Die Cleveland Indians sind das einzige Top-Team in der AL East, ansonsten haben die Tigers es mit den White Sox und den Royals zu tun, deren Situation ihrer eigenen sehr ähnlich ist, und mit den Twins, die erst noch zeigen müssen, ob sie das gute letzte Jahr wiederholen können. In dieser Konstellation kann jedes Team mit ein bisschen Glück zur Überraschung des Jahres werden.

Größte Schwäche
Teure Verträge: Ein Hindernis für den Neuaufbau sind Veteranen, die im Verhältnis zu ihren aktuellen Leistungen zu viel Geld bekommen und für die sich deshalb auch kaum ein Abnehmer findet. Miguel Cabrera bekommt noch 184 Millionen Dollar bis 2023, Jordan Zimmerman noch 74 Millionen bis 2020 und Victor Martinez 18 Millionen für das laufende Jahr.

Spannendste Frage
Was wird aus Michael Fulmer? Wenn die Tigers eine Chance sehen, die eben erwähnten Veteranen loszuwerden, werden sie sie sofort ergreifen. Auch Nick Castellanos, Shane Greene und Jose Iglesias könnten bis zur Trade Deadline noch versilbert werden. In Bezug auf Fulmer wird die Entscheidung schwierig – der Starter ist einerseits Detroits wertvollster Trade Chip, für den man ordentlich Talente verlangen könnte. Andererseits ist er noch bis 2022 unter Teamkontrolle, sodass auch möglich wäre, ihn als langfristigen Fixpunkt des Neuaufbaus einzuplanen.

Prognose
Platz 5 in der AL Central

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März 28th, 2017 by Dominik

Die Indians waren in der Offseason recht aktiv, doch am Kern des Teams, das letztes Jahr nur um Haaresbreite den World-Series-Sieg verpasst hat, gab es sinnvollerweise nicht viele Veränderungen. 1B/DH Mike Napoli hat die Indians gen Texas verlassen und schien zunächst eine Lücke ins Lineup zu reißen, doch mit der Verpflichtung von Edwin Encarnacion wurde dieser Verlust mehr als kompensiert. Der ohnehin schon herausragende Bullpen erhielt mit Lefty Boone Logan eine weitere Verstärkung. Angesichts dessen möchte man den Gegnern der Indians raten, auf frühes Scoring zu setzen, doch auch das wird nicht einfach, solange die Rotation gesund bleibt. Corey Kluber, Danny Salazar und Carlos Carrasco sind eine Top-3, die sich mit jeder anderen in der Liga messen kann. Allerdings laborierten die beiden Letzteren 2016 an Verletzungen, Outfield-Slugger Michael Brantley fiel fast ein ganzes Jahr lang aus und auch in diesem Frühling sind mit der Tommy-John-Surgery von Cody Anderson und Schulterproblemen bei All-Star-2B Jason Kipnis bereits die ersten Hiobsbotschaften eingetroffen. Die Indians sind auch 2017 klarer Favorit auf den Divisionssieg und auf eine starke Rolle in den Playoffs; eine Wiederholung des Kraftaktes des letzten Jahres, in dem auch die zahlreichen Verletzungen kein Hindernis auf dem Weg bis in den Fall Classic waren, traue ich ihnen aber nicht ganz zu.

Voraussichtliches Lineup
C Yan Gomes
1B Carlos Santana
2B Jose Ramirez
SS Francisco Lindor
3B Giovanny Urshela
LF Michael Brantley
CF Tyler Naquin
RF Lonnie Chisenhall
DH Edwin Encarnacion

Voraussichtliche Rotation
SP Corey Kluber
SP Carlos Carrasco
SP Danny Salazar
SP Trevor Bauer
SP Josh Tomlin
Closer Cody Allen

Wichtigster Zugang
1B/DH Edwin Encarnacion (Toronto Blue Jays)

Wichtigster Abgang
1B Mike Napoli (Texas Rangers)

Bestes Prospect
OF Brad Zimmer

Größte Stärke
Der Bullpen: Andrew Miller dürfte der beste nicht-closende Reliever der Liga sein und hat den Playoffs 2016 mehr als jeder andere Indian seinen Stempel aufgedrückt. Cody Allen, Brady Shaw und Dan Otero sind weitere feste Größen für die späten Innings und Neuzugang Logan macht diese vorzügliche Einheit bestimmt nicht schlechter.

Größte Schwäche
Das Outfield: In dem ausgewogenen Team ohne nennenswerte Schwächen ist das Outfield der Mannschaftsteil, der am ehesten Fragezeichen aufweist: im Rightfield werden sich Chisenhall und Guyer wohl abwechseln, im Centerfield ist Naquin nicht unumstritten und im Leftfield bleibt abzuwarten, ob Brantley nach langer Verletzungspause wieder ganz der Alte ist.

Spannendste Frage
Erleiden die Indians einen World Series Hangover? Ein langer und doch ohne den ganz großen Erfolg beendeter Playoff-Run hat oft körperliche und mentale Nachwirkungen, die erst mal verarbeitet werden müssen. Die Kansas City Royals haben 2015 gezeigt, wie man es richtig macht mit dem unfinished Business: Sie zogen zum zweiten Mal in Folge in die World Series ein und holten sich den im Vorjahr knapp verpassten Titel. Allerdings ist das einer von lediglich zwei Fällen der letzten 25 Jahre, in dem ein World-Series-Verlierer es direkt wieder in die Endspielserie zurück schaffte – und der einzige, in dem er sie dann auch gewann.

Prognose
Platz 1 in der AL Central, Playoff-Aus in der ALCS

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März 16th, 2017 by Dominik

Die Tigers sind neben den Kansas City Royals das zweite Team der AL Central, das seinen Zenit wohl überschritten hat, aber bislang weitgehend in Untätigkeit verharrt. Genau wie bei den Royals gehe ich auch bei den Tigers davon aus, dass man zumindest bis zur Trade-Deadline Ende Juli probieren möchte, ob angesichts der schwachen Divisionskonkurrenz hinter den Indians ein Angriff auf die Wild Card und somit ein letztes Aufbäumen der aktuellen Tigers-Generation möglich ist. Danach, also je nach Erfolg des Vorhabens entweder zur Trade-Deadline oder in der nächsten Offseason, steht ein größerer Neuaufbau des zu alt und zu teuer gewordenen Teams an. Justin Verlander, Miguel Cabrera und Ian Kinsler wären wohl die aussichtsreichsten Kandidaten auf Trades, die das dringend benötigte frische Blut in Form von Talenten einbringen könnten. Solange sie noch da sind und gesund bleiben, können diese drei gemeinsam mit ein paar weiteren Veteranen (Justin Upton, J. D. Martinez) und den wenigen Jungstars wie SP Michael Fulmer (Rookie of the Year 2016) und SS Jose Iglesias wahrscheinlich ein Wörtchen um die Playoffteilnahme mitreden. Meine Prognose ist allerdings, dass sie diese verpassen, weil die Wild-Card-Konkurrenz aus der AL East und der AL West zu stark ist.

Voraussichtliches Lineup
C James McCann
1B Miguel Cabrera
2B Ian Kinsler
SS Jose Iglesias
3B Nick Castellanos
LF Justin Upton
CF Tyler Collins
RF J. D. Martinez
DH Victor Martinez

Voraussichtliche Rotation
SP Justin Verlander
SP Jordan Zimmermann
SP Michael Fulmer
SP Daniel Norris
SP Anibal Sanchez
Closer Francisco Rodriguez

Wichtigster Zugang
C Alex Avila (Chicago White Sox)

Wichtigster Abgang
OF Cameron Maybin (Los Angeles Angels)

Bestes Prospect
SP Matt Manning

Größte Stärke
Miguel Cabrera: Der Slugger wird in einem Monat 34, kann aber immer noch ein Lineup tragen und bei Bedarf wohl noch gut getradet werden – allerdings nur zu einem Team, das in der Lage ist, seinen bis 2023 laufenden Vertrag über rund 30 Millionen Dollar pro Jahr zu übernehmen.

Größte Schwäche
Die fehlende Richtung: Der Ansatz, den die Tigers in dieser Offseason verfolgen, ist in jeder Hinsicht halbherzig. Solange man sich weder verstärkt, um ernsthaft oben mitzuspielen, noch sich klar zum Neuaufbau bekennt, sieht es schwer nach einem verschenkten Jahr aus.

Spannendste Frage
Wie geht es weiter nach dem Tod von Owner Mike Ilitch? Ilitch, der neben den Tigers auch den NHL-Club Detroit Red Wings besaß, ist am 10. Februar im Alter von 87 Jahren gestorben. Spekulationen, dass der Verein verkauft werden könnte, scheinen sich aber nicht zu bewahrheiten. Sein Sohn Chris Ilitch hat die Geschäfte übernommen und macht bisher keine Anstalten, sich von der auf einen Wert von 1,15 Milliarden Dollar bezifferten Franchise trennen zu wollen.

Prognose
Platz 2 in der AL Central (keine Wild Card)

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März 12th, 2017 by Dominik

Die Halbwertszeiten von Championship-Teams sind im Baseball oft sehr kurz: Nach der Vizemeisterschaft 2014 und dem World-Series-Gewinn 2015 landeten die Royals 2016 nur noch bei einer glatten .500-Bilanz (81 Siege, 81 Niederlagen) und das entspricht nach meiner Einschätzung auch dem, was man 2017 bestenfalls von ihnen erwarten kann. Dabei ist das Batting-Lineup noch zu zwei Dritteln identisch mit dem aus der Meisterschaftssaison. Das Pitching-Personal hingegen wurde nahezu komplett ausgetauscht, einschließlich sämtlicher Starter und des Closers. Besonders traurig war für die Royals und für die ganze Baseball-Community der Verlust von Yordano Ventura, der am 22. Januar im Alter von 25 Jahren bei einem Autounfall starb. Ventura hätte als einer von wenigen jungen Leistungsträgern der Royals Teil eines Gerüsts für den wohl nötigen Neuaufbau des Teams sein können. Die Frage ist, ob und wann die Royals diesen Neuaufbau ernsthaft angehen; momentan scheinen sie darauf zu hoffen, von ihrer aktuell außer den Indians eher schwach einzustufenden Divisionskonkurrenz profitieren und noch mal einen Anlauf in Richtung Playoffs unternehmen zu können.

Voraussichtliches Lineup
C Salvador Perez
1B Eric Hosmer
2B Raul Mondesi
SS Alcides Escobar
3B Mike Moustakas
LF Alex Gordon
CF Lorenzo Cain
RF Brandon Moss
DH Jorge Soler

Voraussichtliche Rotation
SP Danny Duffy
SP Ian Kennedy
SP Jason Hammel
SP Nate Karns
SP Travis Wood
Closer Kelvin Herrera

Wichtigster Zugang
OF Jorge Soler (Chicago Cubs)

Wichtigster Abgang
SP Yordano Ventura (verstorben)

Bestes Prospect
3B Hunter Dozier

Größte Stärke
Erfahrung: Acht von neun Spielern des prognostizierten Lineups haben in den letzten zwei Jahren eine World Series gewonnen. Eine solche Truppe sollte man nie gänzlich abschreiben.

Größte Schwäche
Das Farmsystem: Die Verträge von Eric Hosmer, Mike Moustakas, Lorenzo Cain und Alcides Escobar laufen aus und die Royals werden sich nicht leisten können, mehr als einem oder zwei dieser Leistungsträger einen Vertrag anzubieten. Es wäre an der Zeit, dem Unterbau der Franchise höhere Priorität einzuräumen, um die anstehenden Verluste in absehbarer Zeit auffangen zu können.

Spannendste Frage
Wie setzt das Team die Trauer um Yordano Ventura um? Sicher ist es individuell verschieden, ob man auf dem Platz so ein Ereignis gedanklich hinter sich lässt, ob es schwer auf einem lastet oder ob es sogar motivierend wirkt, weil man das Gefühl hat, mit Erfolgen auch den verstorbenen Teamkameraden zu ehren. In jedem Fall wird Venturas Name unweigerlich über dieser Royals-Saison schweben.

Prognose
Platz 3 in der AL Central

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März 9th, 2017 by Dominik

Nach Jahren des Daseins als Weder-Fisch-noch-Fleisch-Franchise – und nach einem Jahr, in dem der Lokalrivale Chicago Cubs vorgemacht hat, wie es geht – haben die White Sox einen klaren Entschluss gefasst: Der Neuaufbau muss her, ohne Wenn und Aber. Dass sie es ernst damit meinen, haben die White Sox gleich zu Beginn der Offseason unter Beweis gestellt, indem sie bei den Winter Meetings der MLB zwei zukunftsweisende Trades aushandelten. SP Chris Sale wurde zu den Boston Red Sox getradet, dafür kamen das Top-Prospect der MLB, 2B Yoan Moncada, sowie drei weitere Prospects, darunter Flamethrower Michael Kopech. Die Aufregung um diesen Blockbuster hatte sich noch nicht gelegt, da wurde schon der nächste verkündet, welcher OF Adam Eaton zu den Washington Nationals schickte. Die Gegenleistung waren drei weitere Prospects, allen voran Pitcher Lucas Giolito. Allein diese beiden Trades machten aus einem zuvor unterdurchschnittlichen Farmsystem ein gutes und die White Sox sind aller Voraussicht nach noch nicht fertig mit ihren Weichenstellungen für die Zukunft. Sowohl SP Jose Quintana als auch Closer David Robertson stehen beständig im Mittelpunkt von Tradegerüchten und werden wohl spätestens zur Trade-Deadline Ende Juli ebenfalls gegen vielversprechende Talente eingetauscht werden. Für 2017 liegt der Fokus der White Sox definitiv nicht darauf, Spiele zu gewinnen. Da das aber in der AL Central mit Ausnahme der Cleveland Indians dieses Jahr der Normalzustand sein dürfte, ist von Platz zwei bis fünf prinzipiell alles drin.

Voraussichtliches Lineup
C Geovany Soto
1B Jose Abreu
2B Yoan Moncada
SS Tim Anderson
3B Todd Frazier
LF Melky Cabrera
CF Charlie Tilson
RF Avisail Garcia
DH Cody Asche

Voraussichtliche Rotation
SP Jose Quintana
SP James Shields
SP Carlos Rodon
SP Miguel Gonzalez
SP Derek Holland
Closer David Robertson

Wichtigster Zugang
2B Yoan Moncada (Boston Red Sox)

Wichtigster Abgang
SP Chris Sale (Boston Red Sox)

Bestes Prospect
2B Yoan Moncada

Größte Stärke
Eine klare Perspektive: Selbige hat den White Sox lange gefehlt, doch nun ist sie da und jeder im Team und im Umfeld weiß, was mit welchem Zeithorizont von ihm erwartet wird.

Größte Schwäche
Die Stadtrivalität: Wer ein Rebuilding einläutet, während der Konkurrent im Norden der Metropole gerade den Gewinn der World Series und die mögliche Geburt einer Dynasty feiert, muss sich wohl oder übel mit dem Gedanken anfreunden, die nächsten zwei, drei Jahre mit etwas gesenktem Haupt durch die Stadt zu schlurfen.

Spannendste Frage
Gibt es weitere Blockbuster-Trades? Mit den beiden oben erwähnten Trades während der Winter Meetings hat GM Rick Hahn sein Verhandlungsgeschick bereits demonstriert und es wäre eine Überraschung, wenn Quintana und Robertson im August noch in Chicago spielen. Weitere potenzielle Tradekandidaten sind 3B Todd Frazier, 1B Jose Abreu und OF Melky Cabrera.

Prognose
Platz 4 in der AL Central

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März 7th, 2017 by Dominik

Auf den ersten Blick gibt es nicht viel Anlass, der Saison 2017 der Minnesota Twins optimistisch entgegen zu sehen: Mit 103 Niederlagen waren die Twins 2016 mit Abstand das schwächste Team der MLB und in der Offseason glänzten sie nicht gerade mit außerordentlicher Aktivität: Catcher Kurt Suzuki ging, Catcher Jason Castro kam, das war es im Wesentlichen. Ein Grundgerüst aus vielversprechenden jungen Positionsspielern wie Miguel Sano, Jorge Polanco und nicht zuletzt Max Kepler ist vorhanden, aber eine schwache Starting Rotation macht einen kurzfristigen Turnaround relativ unwahrscheinlich. Sinnvoll wäre wahrscheinlich, sich von Veteranen wie 1B Joe Mauer und 2B Brian Dozier zu trennen, um Platz für die nachrückenden Talente zu machen und das Pitching aufzuwerten, aber offenbar fanden sich in der Offseason keine passenden Tradepartner – das könnte sich ändern, wenn es auf die Trade-Deadline am 31. Juli zugeht.

Voraussichtliches Lineup
C Jason Castro
1B Joe Mauer
2B Brian Dozier
SS Jorge Polanco
3B Miguel Sano
LF Eddie Rosario
CF Byron Buxton
RF Max Kepler
DH Kennys Vargas

Voraussichtliche Rotation
SP Ervin Santana
SP Hector Santiago
SP Kyle Gibson
SP Phil Hughes
SP Jose Berrios
Closer Brandon Kintzler

Wichtigster Zugang
C Jason Castro (Houston Astros)

Wichtigster Abgang
C Kurt Suzuki (Atlanta Braves)

Bestes Prospect
SS Nick Gordon

Größte Stärke
Die schwache Konkurrenz: Die Twins treten zwar auf der Stelle, aber vielleicht ist das schon genug, um gegen den einen oder anderen der Divisionsrivalen Tigers, Royals und White Sox bestehen zu können, die allesamt vor einer schwierigen Saison stehen dürften.

Größte Schwäche
Die Pitcher-Rotation: Ervin Santana ist ein sehr solider Starter, aber an vier von fünf Tagen sind die Twins auf dem Mound unterdurchschnittlich besetzt.

Spannendste Frage
Kann Max Kepler sich dauerhaft etablieren? Der Berliner wurde in der letzten Saison zunächst als Verletzungsvertretung aus den Minors hochgezogen und überzeugte so sehr, dass er als erster in Deutschland aufgewachsener Baseballer überhaupt einen MLB-Stammplatz eroberte. Seine 2016er Slashline von .235/.309/.424 liest sich schon ganz gut und sie läse sich noch besser, wenn Keplers Produktion nicht in den letzten Wochen der Saison spürbar nachgelassen hätte. Ich werde auf jeden Fall auch in der Saison 2017 immer ein Auge auf unserem Lokalmatador haben und ihm die Daumen drücken, dass er seine Leistungen vom Juni und Juli letzten Jahres stabilisieren kann.

Prognose
Platz 5 in der AL Central

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