März 24th, 2018 by Dominik

Die Yankees starteten in die Saison 2017 in der ungewohnten Rolle eines Teams im Übergang, das keine kurzfristigen Ambitionen hegt. Daraus wurde nichts. Stattdessen fanden sie sich nald in der noch ungewohnteren Rolle eines fast schon sympathischen Underdogs wieder, der nur ganz knapp die Teilnahme an der World Series verpasste. Das mit dem Underdog ist jetzt natürlich wieder für eine ganze Weile passé, stattdessen liest man zunehmend wieder vom „Evil Empire“. Gut so, denn wie sonst will man eine große, reiche Franchise nennen, die sich einen Giancarlo Stanton als Neuzugang gönnt, nachdem sie im Vorjahr bereits die meisten Homeruns und die zweitmeisten Runs der Liga erzielt hat? Wer in den vorangehenden Sätzen Spuren von Neid entdeckt, hat aufmerksam mitgelesen. Aber genug geflachst, die Yankees haben eine tolle Truppe beisammen, die durch Talente wie die Infielder Gleyber Torres und Miguel Andujar in absehbarer Zukunft noch jünger und noch besser werden wird als sie jetzt schon ist. Nicht auszudenken, wenn in der kommenden Offseason auch noch ein Top-Free-Agent wie Bryce Harper oder Clayton Kershaw an Land gezogen wird – was durchaus wahrscheinlich ist, vor allem nachdem es den Yankees offenbar gelingt, mit ihren Spielergehältern dieses Jahr unter der Luxury-Tax-Schwelle zu bleiben. Alles in allem wird wohl kaum jemand bestreiten, dass die Yankees vor einer neuen Phase der Dominanz stehen. Aber sind sie dort schon angekommen? Ich denke nein, denn noch scheinen mir zwei bis drei Teams besser aufgestellt für unmittelbaren Erfolg und hinter dem neuen Manager der Yankees, Aaron Boone, steht für mich ein dickes Fragezeichen (siehe unten).

Voraussichtliches Lineup
C Gary Sanchez
1B Greg Bird
2B Neil Walker
SS Didi Gregorius
3B Brandon Drury
LF Brett Gardner
CF Aaron Hicks
RF Aaron Judge
DH Giancarlo Stanton

Voraussichtliche Rotation
SP Luis Severino
SP Masahiro Tanaka
SP Sonny Gray
SP Jordan Montgomery
SP C.C. Sabathia
Closer Aroldis Chapman

Wichtigster Zugang
OF Giancarlo Stanton (Miami Marlins)

Wichtigster Abgang
2B Starlin Castro (Miami Marlins)

Bestes Prospect
IF Gleyber Torres

Größte Stärke
Homeruns: Im letzten Jahr führten die Yankees mit 241 Homeruns die Liga an, darunter 52 von Aaron Judge. Mehr Homeruns als Judge erzielte in der MLB 2017 nur Giancarlo Stanton mit 59. Nun spielen beide im selben Team und es dürfte keine unrealistische Vorhersage sein, dass der bisherige Rekord für die meisten Homeruns eines Teams in einer Saison – gehalten von den Seattle Mariners mit 267 im Jahr 1997 – in sechs Monaten Geschichte ist.

Größte Schwäche
Der Manager: Aaron Boone hat beim Bewerbungsgespräch überzeugt und niemand bezweifelt, dass er im zwischenmenschlichen Umgang mit den Spielern sowie mit den Medien deutlich versierter ist als sein bisweilen kauziger Vorgänger Joe Girardi. Aber kann er auch managen – kann er Personalentscheidungen treffen, Verantwortlichkeiten delegieren, den richtigen Reliever oder Pinch-Hitter zum richtigen Zeitpunkt auswählen usw. usf.? Anders als Alex Cora (Red Sox), Dave Martinez (Nationals) und Mickey Callaway (Mets) hat Boone keinerlei Dugout-Erfahrungen außer seiner eigenen Spielerkarriere, weder in der MLB noch in den Minors oder irgendwo sonst. Man kann es mutig oder auch blauäugig nennen, ihm die sportliche Leitung des populärsten Baseballteams der Welt zu übertragen. Da er dieses in hervorragendem Zustand übernimmt, wird er vielleicht das Glück haben, dass die unvermeidlichen Fehler und Lernprozesse des ersten Jahres im neuen Job gar nicht groß auffallen.

Spannendste Frage 
Wie passen Judge und Stanton in dasselbe Outfield? Aaron Judge und Giancarlo Stanton sind sich sehr ähnlich, nicht nur weil sie beide Homeruns im Akkord schlagen, sondern auch weil sie beide sich im Rightfield zu Hause fühlen. Komfortablerweise können die Yankees für die meisten ihrer Spiele einen Designated Hitter benennen, was in der Regel einer der beiden sein wird. Für alle anderen Fälle hat Stanton im Spring Training darauf hin trainiert, auch im Leftfield spielen zu können. Brett Gardner wird in solchen Fällen weichen, denn die Yankees werden nicht auf ihre beiden Big Bats im Lineup verzichten, solange es nicht wegen Verletzungen oder Ähnlichem unbedingt nötig ist.

Prognose
Platz 1 in der AL East, Aus in der ALDS

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März 23rd, 2018 by Dominik

Nach meiner Einschätzung – und ich hoffe sehr, dass ich damit falsch liege – werden fünf von sechs Divisionen dieses Jahr eine relativ klare Angelegenheit zu Gunsten der Teams, die schon letztes Jahr ganz vorne standen. Für eine Division aber erwarte ich ein spannendes und hochkarätiges Duell um den ersten Platz und dieses Duell betrifft ausgerechnet die größte Rivalität im Baseball schlechthin: die Boston Red Sox und die New York Yankees. Die beiden haben sich schon 2017 ein enges Rennen geliefert, das am Ende die Sox mit zwei Siegen Vorsprung gewannen. Fangen wir an mit der guten Nachricht für Boston: Die Red Sox dürften dieses Jahr noch stärker sein als im letzten. Sie haben in der Offseason nicht viele Moves durchgeführt, aber mit J. D. Martinez haben sie genau das bekommen, was ihrem Lineup seit dem Karriereende von David Ortiz gefehlt hat: einen echten Powerhitter. Ansonsten schicken sie wie im Vorjahr ein exzellentes Outfield, ein solides Infield sowie ein mehr als fähiges Pitching Staff um Starter Chris Sale und Closer Craig Kimbrel ins Rennen. Für mich sind sie damit ein Top-5-Team. Ob sie auch besser als die jungen und erfolgshungrigen Yankees sind, daran habe ich meine Zweifel. Eine Prognose, wie es zwischen den beiden ausgeht, fühlt sich für mich nicht viel seriöser an als ein Münzwurf. Viel wird davon abhängen, welcher der Kontrahenten die in beiden Teams vollzogenen Trainerwechsel besser verkraftet. Bei den Red Sox folgt der mit reichlich Vorschusslorbeeren ausgestattete, von mehreren Teams umworbene Alex Cora auf John Farrell. Genau wie sein New Yorker Counterpart Aaron Boone ist Cora komplett neu in der Rolle eines MLB-Managers, genau wie Boone darf er aber nicht damit rechnen, dass sein Klub und dessen Umfeld ihm eine Einarbeitungszeit zugestehen.

Voraussichtliches Lineup
C Sandy Leon
1B Hanley Ramirez
2B Dustin Pedroia
SS Xander Bogaerts
3B Rafael Devers
LF Andrew Benintendi
CF Jackie Bradley Jr.
RF Mookie Betts
DH J. D. Martinez

Voraussichtliche Rotation
SP Chris Sale
SP David Price
SP Drew Pomeranz
SP Rick Porcello
SP Steven Wright
Closer Craig Kimbrel

Wichtigster Zugang
J. D. Martinez (Arizona Diamondbacks)

Wichtigster Abgang
RP Addison Reed (Minnesota Twins)

Bestes Prospect
3B Michael Chavis

Größte Stärke
Das Outfield: Die Red Sox können sich den Luxus leisten, J. D. Martinez weitgehend auf die Rolle des Designated Hitters zu beschränken. Jackie Bradley Jr. ist ein Fielder auf Gold-Glove-Niveau, Andrew Benintendi trotz seiner gerade mal 22 Jahre schon ein starker Batter und Baserunner und Mookie Betts ist sowieso das komplette Paket. 2017 landete er auf Platz 6 des MVP-Votings und das, obwohl es für seine Verhältnisse ein eher schwaches Jahr war. Die Messlatte für 2018 liegt dementsprechend hoch.

Größte Schwäche
Das rechte Infield: 2B Dustin Pedroia hat gerade die schwächste Saison seiner Karriere hinter sich und wird verletzungsbedingt den Beginn der neuen Saison verpassen. Mit 34 ist er nicht mehr in einem Alter, in dem man zwangsläufig sagen kann „das wird schon wieder“, auch wenn er noch vier Jahre unter Vertrag steht. Auch die erste Base ist ein Fragezeichen. Mitch Moreland und Hanley Ramirez werden sich hier die Arbeit teilen, vermutlich aber nicht viel mehr als Replacement Level auf die Waage bringen.

Spannendste Frage
Gelingt Porcello und Price der Rebound? Chris Sale gehört als Pitcher ohne Frage zur Weltklasse und auch Drew Pomeranz kann an eine hervorragende Leistung aus dem letzten Jahr anknüpfen. Eine dominante Rotation benötigt aber mindestens zwei weitere starke Leute und dazu müssen Rick Porcello, der 2017 leistungsmäßig von der Rolle und David Price, der die meiste Zeit verletzt war, dringend zurück zu alter Form finden.

Prognose
Platz 2 in der AL East, Wild Card

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März 10th, 2018 by Dominik

Die Schlagzeilen über die großen Enttäuschungen des Jahres 2017 gehörten in erster Linie den San Francisco Giants und den New York Mets. Im medialen Windschatten dieser beiden gab es aber auch in der American League ein Team, das weit hinter den Erwartungen zurückblieb: die Toronto Blue Jays. Nach ALCS-Teilnahmen 2015 und 2016 stürzten die Blue Jays 2017 ab auf 76 Siege, neun Spiele entfernt von einer Wild Card. War das nur ein Betriebsunfall, ein Ausreißer, eine Delle in der Kurve? Oder hat sich das Zeitfenster der Konkurrenzfähigkeit für dieses Team bereits geschlossen? Mit Russell Martin, Aaron Sanchez, Devon Travis, Josh Donaldson, Troy Tulowitzki und J.A. Happ litten viele Leistungsträger 2017 unter Verletzungen, sodass zumindest ein Teil der Underperformance der Mannschaft auf Pech zurückgeführt werden kann. Wenn sie einigermaßen gesund bleiben, haben die Blue Jays immer noch ein starkes Batting Lineup, das durch größtenteils unspektakuläre, aber gezielte Offseason-Moves – Curtis Granderson, Aledmys Diaz, Randal Grichuk, Yangervis Solarte – sinnvoll ergänzt wurde. Nicht ganz so beeindruckend, aber immerhin solide mittelmäßig ist das Pitching-Personal, für das unter anderem mit Starter Jaime Garcia und Reliever Seung Hwan Oh ebenfalls ein paar Ergänzungen an Land gezogen wurden. Der nennenswerteste Abgang war Altstar Jose Bautista, der aber 2017 ohnehin ein grauenhaft schlechtes Jahr (.203/.308/.366) hatte und folgerichtig bislang kein Team gefunden hat, das den 37-Jährigen noch beschäftigen möchte. Alles in allem sehe ich in den Blue Jays 2018 ein Team mit Potenzial für einen Rebound in Richtung Wild Cards. Für wahrscheinlicher halte ich jedoch, dass sie sich bei einer ungefähr ausgeglichenen Bilanz einpendeln und damit in der Division keine Tuchfühlung zu den Red Sox und den Yankees halten werden.

Voraussichtliches Lineup
C Russell Martin
1B Justin Smoak
2B Yangervis Solarte
SS Troy Tulowitzki
3B Josh Donaldson
LF Curtis Granderson
CF Kevin Pillar
RF Randal Grichuk
DH Kendrys Morales

Voraussichtliche Rotation
SP Marcus Stroman
SP Aaron Sanchez
SP Marco Estrada
SP J. A. Happ
SP Jaime Garcia
Closer Roberto Osuna

Wichtigster Zugang
OF Curtis Granderson (Los Angeles Dodgers)

Wichtigster Abgang
RF Jose Bautista (noch ohne Verein)

Bestes Prospect
3B Vladimir Guerrero Jr.

Größte Stärke
Tiefe: Die Blue Jays haben aus der verletzungsgeplagten Saison 2017 gelernt und gezielt in die Tiefe des Kaders investiert. In allen Bereichen haben sie sich einen soliden Unterbau in Form von Bank- und erfahrenen Minor-League-Spielern zugelegt. Das kann sich in einer langen MLB-Saison als sehr kluger Schachzug erweisen.

Größte Schwäche
Backup-Catcher: Die Catcherposition ist die Ausnahme von dem, was ich gerade über die Tiefe von Torontos Kader geschrieben habe. Russell Martin ist 35, geht in seine dreizehnte MLB-Saison und braucht als Catcher naturgemäß mehr Pausen als jeder andere Positionsspieler. Mit Luke Maile ist bislang nur ein Ersatzmann auf Replacement-Niveau vorhanden – nicht unbedingt jemand, den man in jedem dritten Spiel hinter der Platte sehen will.

Spannendste Frage
Was kann Tulowitzki noch beitragen? Wenn er gesund ist, ist Troy Tulowitzki auch mit 33 Jahren noch einer der besseren Shortstops der Liga. Bisher war das allerdings in seinen bisher zweieinhalb Jahren in Toronto selten der Fall und auch jetzt sieht alles danach aus, dass Tulo wegen eines Fersensporns die Saisoneröffnung und vielleicht noch einige Zeit mehr verpassen wird. Voraussichtlich wird Aledmys Diaz Tulowitzkis Job solange übernehmen.

Prognose
Platz 3 in der AL East

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März 6th, 2018 by Dominik

In Tampa Bay war eine Menge los in dieser Offseason: Evan Longoria, Jake Odorizzi, Alex Cobb, Logan Morrison, Lucas Duda, Tommy Hunter, Steve Cishek, Corey Dickerson und Steven Souza haben das Team in der Free Agency oder durch Trades verlassen. Neu hinzu kamen dafür Christian Arroyo, Denard Span, Carlos Gomez und C. J. Cron. Das klingt nicht gerade ausgeglichen, wenngleich die Rays neben den genannten Spielern auch einige Prospects dazu bekommen haben und generell eines der besseren Farmsysteme der MLB ihr eigen nennen. Der Weg, sich ständig eigenen Nachwuchs heranzubilden und ihn durch ein paar günstige Veteranen zu ergänzen, ist ohnehin dauerhaft der einzige, den die mit Abstand ärmste Franchise der AL East gehen kann. Trotz der Verluste von Odorizzi und Cobb halte ich die Rays für nach wie vor konkurrenzfähig in Sachen Pitching. Das gilt zumindest, solange sich die Spekulationen um Trades von Chris Archer und Alex Colome noch nicht bewahrheitet haben. Das Batting-Lineup hingegen kann nicht mal im Ansatz mithalten mit der Firepower, die die Divisionskonkurrenten dieses Jahr aufbieten. Eine Wiederholung der 80 Siege aus dem Vorjahr wäre 2018 meiner Ansicht nach bereits das höchste der realistisch erwartbaren Gefühle für die Rays.

Voraussichtliches Lineup
C Wilson Ramos
1B Brad Miller
2B Matt Duffy
SS Adeiny Hechavarria
3B Christian Arroyo
LF Denard Span
CF Kevin Kiermaier
RF Carlos Gomez
DH C. J. Cron

Voraussichtliche Rotation
SP Chris Archer
SP Blake Snell
SP Jacob Faria
SP Nathan Eovaldi
Closer Alex Colome

Wichtigster Zugang
3B Christian Arroyo (San Francisco Giants)

Wichtigster Abgang
SP Jake Odorizzi (Minnesota Twins)

Bestes Prospect
SS Willy Adames

Größte Stärke
Defense: Auf der defensiven Seite sind die Rays gut aufgestellt, das gilt sowohl für das Pitching als auch für das Fielding. Starter Chris Archer, Closer Alex Colome und Centerfielder Kevin Kiermaier sind die Stars der jeweiligen Mannschaftsteile, die aber auch über diese Spieler hinaus allesamt einen sehr soliden Eindruck machen.

Größte Schwäche
Run-Scoring: 2017 waren die Rays bereits das Team mit den zweitwenigsten Runs in der gesamten AL. Nun haben sie mit Morrison, Dickerson, Souza und Longoria vier ihrer fünf besten Run Scorer der letzten Saison verloren und relativ wenig getan, um diese zu ersetzen. Die offensive Produktion wird somit sicher eine Schwachstelle bleiben.

Spannendste Frage
Taugt eine 4-Mann-Rotation zum Erfolgsmodell? Nach dem Trade von Jake Odorizzzi nach Minnesota kündigte Tampa Bays Manager Kevin Cash an, zumindest für den ersten Monat der Saison sein Starting-Pitching in Form einer 4-Mann-Rotation zu organisieren. Das ist ein ungewöhnlicher Zug in Zeiten, in denen andere Teams Abweichungen vom 5-Mann-Standard eher in Richtung einer 6-Mann-Rotation erwägen. Cash ist überzeugt, seine Starter auf diese Art besser in Form halten zu können, nicht zuletzt weil der Spielplan dieses Jahr ohnehin etwas häufiger freie Tage vorsieht als bisher. Falls nötig, soll gelegentlich eine Partie mit einem Spot-Starter (das dürfte in der Regel Matt Andriese sein) oder als reines Bullpen-Spiel absolviert werden.

Prognose
Platz 4 in der AL East

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März 1st, 2018 by Dominik

Die Baltimore Orioles sind das erste Team in meiner diesjährigen Vorschauserie, das sich nicht erklärtermaßen im Rebuilding befindet. In einem, spätestens in zwei Jahren wird sich das ändern. Mit Manny Machado und Zach Britton nach der Saison 2018 sowie Adam Jones, Mark Trumbo und Jonathan Schoop 2019 werden viele Leistungsträger Free Agents und die meisten davon werden die Orioles nicht halten können. Einstweilen bleibt völlig unklar, was der Plan für dieses Jahr ist. Man könnte meinen, Machado müsste der Dreh- und Angelpunkt jeder sinnvollen Entwicklung sein: Geht man den Neuaufbau an und tradet ihn ein Jahr vor Vertragsablauf gegen eine Ladung Prospects? Tradet man ihn gegen gute Starting Pitcher, um mehr Ausgewogenheit ins Team zu bringen und dieses wettbewerbsfähig zu machen? Oder behält man ihn, nimmt richtig Geld in die Hand, um die Schwachstellen zu beheben, und spielt um die Playoffs? Die Orioles haben nichts davon getan, sich lediglich um ein paar Schnäppchen-Verpflichtungen ergänzt. Das scheint mir in der starken AL East zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel.

Voraussichtliches Lineup
C Caleb Joseph
1B Chris Davis
2B Jonathan Schoop
SS Manny Machado
3B Tim Beckham
LF Trey Mancini
CF Adam Jones
RF Austin Hays
DH Mark Trumbo

Voraussichtliche Rotation
SP Dylan Bundy
SP Kevin Gausman
SP Andrew Cashner
SP Chris Tillman
SP Gabriel Ynoa
Closer Zach Britton

Wichtigster Zugang
SP Andrew Cashner (Texas Rangers)

Wichtigster Abgang
C Wellington Castillo (Chicago White Sox)

Bestes Prospect
OF Austin Hays

Größte Stärke
Buck Showalter: Der Manager der Orioles ist ein Baseball-Genie und immer für einen überraschenden Schachzug gut. Seine pure Anwesenheit ist ein guter Grund, diese Mannschaft trotz unübersehbarer Schwächen und fragwürdiger Moves nie völlig abzuschreiben.

Größte Schwäche
Die Rotation: Mit einem ERA von 5.70 hatten die Orioles 2017 die schwächsten Starter der gesamten MLB und Andrew Cashner als der einzige Neuzugang in der Riege wird dieses Problem nicht beheben.

Spannendste Frage
Was wird aus Manny Machado? Die Tradegerüchte hielten sich hartnäckig in der ersten Hälfte der Offseason, doch die Orioles zogen darunter einen vorläufigen Schlussstrich. Als Zugeständnis, um ihren Star bei Laune zu halten – vielleicht aber auch, um seinen Tradewert noch zu steigern -, gewähren sie Machado seinen Wunsch, künftig Shortstop statt an der dritten Base zu spielen. Sobald absehbar ist, dass die Orioles dieses Jahr nichts reißen, werden die Spekulationen um einen Trade wieder aufflammen.

Prognose
Platz 5 in der AL East

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März 31st, 2017 by Dominik

Für die Red Sox ist 2017 das Jahr 1 nach „Big Papi“ David Ortiz. Wer geglaubt hat, dass sie dieses Ende einer Ära in aller Stille betrauern werden, sieht sich spätestens seit den Winter Meetings im vergangenen Dezember getäuscht: Innerhalb von 24 Stunden wurden Ortiz-Nachfolger Mitch Moreland, Bullpen-Verstärkung Tyler Thornburg und der Blockbuster-Trade des Jahres an Land gezogen. Letzterer bestand darin, SP-Ass Chris Sale von den Chicago White Sox loszueisen und dafür das vielleicht größte Nachwuchstalent der Liga, IF Yoan Moncada, sowie drei weitere Prospects abzugeben. Dieses Vorgehen von GM Dave Dombrowski kann man wohl als „All-In“ bezeichnen, als klares Bekenntnis zu einem Angriff auf den Titel. Die Aussichten, dass dieser Angriff von Erfolg gekrönt sein wird, erscheinen nicht schlecht. Die Red Sox verfügen auch ohne Ortiz über eines der stärksten Batting-Lineups der Liga und spätestens seit der Addition von Sale muss man das gleiche über die Starting Rotation sagen. In einer 162 Spiele langen Saison plus den anschließenden Playoffs kann Vieles passieren, aber zum jetzigen Zeitpunkt, zwei Tage vor Saisonstart, sind die Red Sox in meinen Augen der Favorit auf den Gewinn der World Series 2017.

Voraussichtliches Lineup
C Sandy Leon
1B Hanley Ramirez
2B Dustin Pedroia
SS Xander Bogaerts
3B Pablo Sandoval
LF Andrew Benintendi
CF Jackie Bradley Jr.
RF Mookie Betts
DH Mitch Moreland

Voraussichtliche Rotation
SP Rick Porcello
SP Chris Sale
SP David Price
SP Steven Wright
SP Eduardo Rodriguez
Closer Craig Kimbrel

Wichtigster Zugang
Chris Sale (Chicago White Sox)

Wichtigster Abgang
1B/DH David Ortiz (Karriere beendet)

Bestes Prospect
OF Andrew Benintendi

Größte Stärke
Offensive: 2016 haben die Red Sox in der MLB nahezu alle relevanten Batting-Statistiken außer Homeruns angeführt: Runs, Batting Average, On-Base-Percentage, Slugging, Total Bases, RBIs usw. Zwar hat sich Big Papi nach einem sensationell guten Jahr verabschiedet, doch ansonsten setzen die Red Sox auf einen jungen Kern, der intakt geblieben ist und durch Rookie-Outfielder Andrew Benintendi Zuwachs erhalten hat.

Größte Schwäche
Der Bullpen: Man muss bei diesem Team schon mit der Lupe nach Schwächen suchen, aber wenn es einen Mannschaftsteil gibt, der mich nicht beeindruckt, dann ist es das Relief Pitching, besser gesagt die Brücke zwischen den Startern und Closer Craig Kimbrel. Mit der Verpflichtung von Thornburg wurde auch hier etwas getan, aber ich bin mir nicht sicher, ob das reicht, um die potenzielle Sollbruchstelle zu schließen, zumal Thornburg zum Saisonbeginn mit einer Verletzung ausfällt.

Spannendste Frage
Zeigt es der Kung-Fu-Panda seinen Kritikern? Pablo Sandovals Zeit in der MLB schien abgelaufen, als er sich letztes Jahr übergewichtig und in katastrophaler Form präsentierte und schließlich trotz seines üppigen Vertrages seinen Platz im Team an Travis Shaw verlor. Doch Shaw wurde im Dezember zu den Brewers getradet und nach einer Schulteroperation und intensivem Training inklusive Gewichtsabnahme scheint mit Sandoval plötzlich wieder zu rechnen zu sein. Wenn er seine im Spring Training gezeigten Leistungen in der Saison fortsetzen kann, dürfte er ein heißer Kandidat als Comeback Player des Jahres sein.

Prognose
Platz 1 in der AL East, AL Pennant, World-Series-Sieger 2017

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März 23rd, 2017 by Dominik

Für die Blue Jays war in dieser Offseason von Beginn an klar, dass sie im besten Fall einen ihrer beiden Slugger Edwin Encarnacion und Jose Bautista halten können. Fast wären ihnen sogar beide durch die Lappen gegangen, doch am Ende hatte Toronto Glück: Der Markt für Free-Agent-Outfielder entwickelte sich aus Spielersicht so ungünstig, dass Bautista als relatives Schnäppchen einen Einjahresvertrag über 18 Millionen Dollar unterschrieb. Zusammen mit Josh Donaldson, Troy Tulowitzki, Defensiv-Ass Kevin Pillar, den jungen Starting Pitchern Aaron Sanchez und Marcus Stroman und Closer Roberto Osuna bildet Bautista den Kern eines Teams, dem ein Anknüpfen an die beiden erfolgreichen Jahre 2015 und 2016 zuzutrauen ist. Ich prognostiziere für Toronto ein Wild-Card-Spiel gegen die Texas Rangers – zum einen weil mir das von der Leistungsfähigkeit der Teams her realistisch erscheint, zum anderen weil ich eine Neuauflage dieses Klassikers der jüngeren MLB-Geschichte sehr gerne sehen würde.

Voraussichtliches Lineup
C Russell Martin
1B Justin Smoak
2B Devon Travis
SS Troy Tulowitzki
3B Josh Donaldson
LF Ezequiel Carrera
CF Kevin Pillar
RF Jose Bautista
DH Kendrys Morales

Voraussichtliche Rotation
SP Aaron Sanchez
SP Marco Estrada
SP Marcus Stroman
SP J. A. Happ
SP Francisco Liriano
Closer Roberto Osuna

Wichtigster Zugang
1B/DH Kendrys Morales (Kansas City Royals)

Wichtigster Abgang
1B Edwin Encarnacion (Cleveland Indians)

Bestes Prospect
SS Richard Urena

Größte Stärke
Die Rotation: Es ist keine zwei Jahre her, da galt Toronto noch als offensives Powerhouse mit schwachem Pitching. Das hat sich gründlich geändert. 2016 führten die Starter der Blue Jays mit einem ERA von 3.64 die AL an. Aaron Sanchez hat sich zu einem veritablen Ass entwickelt und sogar Marco Estrada auf Platz zwei verdrängt. Hinter den beiden stehen WBC-Held Marcus Stroman, J. A. Happ und Francisco Liriano dafür, dass es für die Gegner der Blue Jays dieses Jahr – Verletzungsfreiheit vorausgesetzt – keine leichten Matchups gibt und dass sich der ersatzlose Abgang von Knuckleballer R. A. Dickey relativ problemlos verkraften lässt.

Größte Schwäche
Das Alter der Offense: Die Blue Jays haben eine Menge offensive Firepower, doch deren Erfolgsfenster könnte sich in absehbarer Zeit schließen. Josh Donaldson, Troy Tulowitzki, Justin Smoak, Kendrys Morales und Steve Pearce sind allesamt schon auf der „falschen“ Seite der 30 – ganz zu schweigen vom 36-jährigen Jose Bautista, der mit .234/.366/.452 und 22 Homeruns ein für seine Verhältnisse schwaches Jahr hinter sich und ohnehin nur für ein weiteres Jahr unterschrieben hat. Hier steht in absehbarer Zeit ein größerer Umbruch an und wenn die Blue Jays vorher noch etwas gewinnen wollen, dann sollten sie das bald tun.

Spannendste Frage
Kann man Edwin Encarnacion ersetzen? O.K., so spannend ist die Frage nun auch wieder nicht, denn die Antwort lautet relativ eindeutig: nein. EE liegt mit 193 Homeruns in den letzten fünf Jahren auf Platz zwei und mit einem OPS von .912 auf Platz sechs der MLB. Seine Produktion und seine Präsenz kann man als Middle-Market-Team schlichtweg nicht 1:1 ersetzen. Die Blue Jays haben das Bestmögliche getan und mit Kendrys Morales einen soliden Nachfolger verpflichtet, der genug Routine mitbringt, nicht vor EEs großen Fußstapfen zu erstarren.

Prognose
Platz 2 in der AL East, Sieg im Wild-Card-Spiel, Aus in der ALDS

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März 19th, 2017 by Dominik

Die Yankees im Rebuilding-Modus, das klingt irgendwie seltsam. Die reichste, bekannteste und erfolgreichste Franchise im ganzen Baseball kann man sich nur schwer auf dem Weg vorstellen, den Teams wie die Minnesota Twins, die Atlanta Braves oder seit Neuestem die Chicago White Sox beschreiten, um alle paar Jahre für ein paar Jahre oben mitzuspielen. Der Anspruch in der Bronx ist ein anderer und das wird aus den Aktivitäten seit der letztjährigen Trade-Deadline auch deutlich. Zu eben jener Deadline traten die Yankees auf wie ein klassischer Seller auf dem Weg ins Rebuilding: Die Relief-Asse Aroldis Chapman und Andrew Miller wurden gegen jeweils vier Prospects an die beiden späteren World-Series-Teilnehmer getradet. Im späteren Verlauf der Saison baute man Alex Rodriguez eine goldene Brücke ins Retirement und schließlich entließ man nach der Saison weitere alternde Veteranen wie Mark Teixeira und Brian McCann in die Free Agency. Gleichzeitig sicherte man sich aber erneut die Dienste von Chapman und das mit dem gewaltigsten Vertrag, den je ein Reliever bekommen hat. Die Yankees planen offenbar, zweigleisig zu fahren, indem sie durch die Verjüngungskur gehen, ohne die kurzfristige Konkurrenzfähigkeit aufzugeben – also eher ein Reloading als ein Rebuilding. Das kann funktionieren, wenn man über die Mittel der Yankees verfügt. Ganz ohne Übergangszeit wird es meiner Einschätzung aber nach nicht ablaufen. In der beginnenden Saison dürfte die Entwicklung der jungen Leute wie C Gary Sanchez, OF Aaron Judge, 1B Greg Bird und SPs Chad Green und Luis Severino im Vordergrund stehen. Dass die Yankees quasi nebenbei die Playoffs erreichen, erscheint mir möglich, aber nicht wahrscheinlich.

Voraussichtliches Lineup
C Gary Sanchez
1B Greg Bird
2B Starlin Castro
SS Didi Gregorius
3B Chase Headley
LF Brett Gardner
CF Jacoby Ellsbury
RF Aaron Judge
DH Matt Holliday

Voraussichtliche Rotation
SP Masahiro Tanaka
SP Michael Pineda
SP C. C. Sabathia
SP Chad Green
SP Luis Severino
Closer Aroldis Chapman

Wichtigster Zugang
RP Aroldis Chapman (Chicago Cubs)

Wichtigster Abgang
C Brian McCann (Houston Astros)

Bestes Prospect
OF Clint Frazier

Größte Stärke
Mehr Jugend auf dem Sprung: Neben den oben genannten jungen Spielern, die alle oder fast alle mit einem Stammplatz in die Saison gehen werden, stehen noch weitere Talente kurz vor der MLB-Reife und könnten schon dieses Jahr ihren Weg ins Team finden – zum Beispiel OF Clint Frazier, OF Mason Williams und SS Gleyber Torres.

Größte Schwäche
Die Rotation: Masahiro Tanaka ist die einzige feste Größe unter den Startern, umgeben von Leuten, die ihre besten Zeiten hinter sich haben (C. C. Sabathia), schon immer unter fehlender Konstanz leiden (Michael Pineda) oder sich erst noch auf der MLB-Bühne beweisen müssen (Chad Green, Luis Severino, Bryan Mitchell, Luis Cessa). Der starke Bullpen um Aroldis Chapman und Dellin Betances wird oft die Kastanien aus dem Feuer holen müssen.

Spannendste Frage
Ist Gary Sanchez „for real“? Der junge Catcher schlug in seiner Rookie-Saison .299/.376/.657 mit 20 Homeruns in nur 201 At-Bats. Das sind geradezu unglaubliche Zahlen, vor allem auf dieser Position und angesichts der Tatsache, dass Sanchez während seiner Zeit in den Minors „nur“ .275/.339/.460 geschlagen hat. Der Statistiker in mir geht fest von einer spürbaren Regression zur Mitte in Sanchez‘ erster voller MLB-Saison aus.

Prognose
Platz 3 in der AL East

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März 15th, 2017 by Dominik

Man sollte meinen, einem Team, das letztes Jahr erst unglücklich im elften Inning des Wild-Card-Games die Segel strich, die meisten Homeruns der Liga erzielte und den vielleicht besten Closer des Sports in seinen Reihen hat, sei auch für dieses Jahr Einiges zuzutrauen. Möglicherweise stimmt das auch, aber ich erlaube mir skeptisch zu sein. Gründe dafür sind die Eindimensionalität der Offense – Homeruns oder nichts –, die wenig beeindruckende Starting Rotation und vor allem die starke Konkurrenz innerhalb der AL East. Mit den Red Sox und den Blue Jays sind zwei echte Contender dabei; dazu kommen die Yankees, mit denen immer zu rechnen ist, auch wenn sie mehr oder weniger rebuilden; und schließlich sind da noch die Rays, die erneut als Außenseiter ins Rennen gehen, aber nicht noch einmal so leichtes Kanonfutter abgeben werden wie letztes Jahr. Kurzum: Ich sehe die Orioles eher in der Rolle, sich der Rays im Kampf gegen Platz fünf zu erwehren, als dass sie erneut um die Playoffplätze mitreden.

Voraussichtliches Lineup
C Wellington Castillo
1B Chris Davis
2B Jonathan Schoop
SS J. J. Hardy
3B Manny Machado
LF Hyun Soo Kim
CF Adam Jones
RF Seth Smith
DH Mark Trumbo

Voraussichtliche Rotation
SP Kevin Gausman
SP Chris Tillman
SP Wade Miley
SP Ubaldo Jimenez
SP Dylan Bundy
Closer Zach Britton

Wichtigster Zugang
C Wellington Castillo (Arizona Diamondbacks)

Wichtigster Abgang
C Matt Wieters (Washington Nationals)

Bestes Prospect
C Chance Sisco

Größte Stärke
Homeruns: 253 Bälle schlugen die Orioles letztes Jahr über den Zaun, 28 mehr als die zweiplatzierten Cardinals, und die dafür verantwortlichen Hauptpersonen Mark Trumbo (47), Chris Davis (38), Manny Machado (37), Adam Jones (29) und Jonathan Schoop (25) treten allesamt auch dieses Jahr für Baltimore an.

Größte Schwäche
Small-Ball: Zählbares auf andere Art zu produzieren als durch Homeruns ist den Orioles eher fremd. Ihre On-Base Percentage (.317) rangierte 2016 im hinteren Drittel der MLB-Rangliste, in Stolen Bases (19) waren sie Letzter und beim Scoren von Runs trotz der vielen Homeruns „nur“ Zwölfter.

Spannendste Frage
Geben die Starter dem Bullpen eine Chance? Zach Britton, Mychal Givens, Brad Brach und Co. werden jedem Gegner, der nach fünf, sechs Innings gegen die Orioles nicht in Führung liegt, das Leben sehr schwer machen. Das Problem für Baltimore ist, dass man soweit erst mal kommen muss, denn außer Kevin Gausman und Chris Tillman ist mir das Starting Pitching eher suspekt.

Prognose
Platz 4 in der AL East

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März 11th, 2017 by Dominik

Im Rahmen ihrer Möglichkeiten haben die Rays in der Offseason ordentliche Arbeit geleistet: Mit C Wilson Ramos und OF Colby Rasmus wurden für relativ schmales Geld zwei gute – wenngleich verletzte und nur deshalb so günstige – Free Agents eingekauft und ein Trade mit den Dodgers brachte mit SP Jose de Leon einen weiteren vielversprechenden Pitcher an Bord. Dennoch sind und bleiben die Rays der Underdog in der AL East, was angesichts der finanziellen und sportlichen Konkurrenz wenig verwunderlich ist. Um mithalten zu können, müssten die Rays insbesondere Schwächen im mittleren Infield und im Bullpen abstellen – was kurzfristig nicht gelingen wird, ohne an anderer Stelle neue Löcher aufzureißen.

Voraussichtliches Lineup
C Curtis Casali
1B Logan Morrison
2B Brad Miller
SS Matt Duffy
3B Evan Longoria
LF Colby Rasmus
CF Kevin Kiermaier
RF Steven Souza
DH Corey Dickerson

Voraussichtliche Rotation
SP Chris Archer
SP Jake Odorizzi
SP Alex Cobb
SP Matt Andriese
SP Blake Snell
Closer Alex Colome

Wichtigster Zugang
C Wilson Ramos (Washington Nationals)

Wichtigster Abgang
2B Logan Forsythe (Los Angeles Dodgers)

Bestes Prospect
SS Willy Adames

Größte Stärke
Das Potenzial der Rotation: Sie ist eindeutig das Prunkstück der Franchise; mit Chris Archer, Jake Odorizzi, Alex Cobb, Matt Andriese, Blake Snell und Jose de Leon stehen sechs Starting Pitcher zur Verfügung, die 2016 alle einen ERA unter 4 erreichten, alle unter 30 sind und außer Cobb alle noch mindestens zwei Jahre unter Vertrag stehen.

Größte Schwäche
Die Divisionszugehörigkeit: In jeder anderen Division würde ich die Rays als Kandidat für das Mittelfeld und eine ungefähr ausgeglichene Win-Loss-Bilanz sehen – aber nicht in der starken AL East, in der ich sie bestenfalls um Platz vier konkurrieren sehe.

Spannendste Frage
Bleiben die Rays gesund? Die Frage stellt sich für jedes Team, aber mit einem der geringsten Budgets der Liga haben die Rays geringere Reaktionsmöglichkeiten, vor allem im Vergleich mit den vier Divisionsrivalen, die allesamt in den Top-10 der MLB-Gehälterrangliste stehen. CF Kevin Kiermaier, SS Matt Duffy, 1B Logan Morrison, LF Colby Rasmus und RF Steven Souza müssen alle erst beweisen, dass sie von ihren Verletzungen aus dem letzten Jahr dauerhaft genesen sind; ganz zu schweigen von C Wilson Ramos, der frühestens zur Mitte der Saison einsatzfähig sein wird.

Prognose
Platz 5 in der AL East

Hier geht’s zum Power-Ranking und allen bisher erschienenen Previews.

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