Oktober 12th, 2017 by Dominik

Nur noch fünf Teams sind in Rennen um die World Series 2017: Die Yankees, die Astros und die Dodgers sind bereits für die Championship-Serien der beiden Ligen qualifiziert; als letztes Überbleibsel der Divisional-Runde tragen heute Nacht noch die Chicago Cubs und die Washington Nationals das fünfte und entscheidende Spiel ihres NLDS-Duells aus. Im Grand Slam am Donnerstag gibt es heute eine kleine Vorschau zu diesem Spiel und schon mal das wichtigste über die ALCS und die NLCS.

American League
Wie schon in den ersten beiden Runden legt auch in den Championship-Serien die American League vor: Freitagnacht um 2 Uhr mitteleuropäischer Zeit geht es los mit der ALCS zwischen den Houston Astros und den New York Yankees.

Die Astros entschieden die Serie gegen die Boston Red Sox mit 3:1 für sich, indem sie nach zwei deutlichen Heimsiegen und einer ebenso deutlichen Auswärtsniederlage Spiel vier in Boston mit 5:4 gewannen. Beide Teams hatten alles in die Waagschale geworfen, was sie hatten, und aus dem ursprünglichen Matchup von Charlie Morton gegen Rick Porcello nach wenigen Innings ein Duell der Asse Justin Verlander gegen Chris Sale gemacht.

Noch spannender ging es in der anderen ALDS zu, in der die Yankees gegen die Cleveland Indians einen Rückstand von 0:2 Spielen noch in eine 3:2-Serie drehten. Beide Teams gewannen zunächst ihre Heimspiele, bevor in der entscheidenden fünften Partie die Yankees in Cleveland triumphierten. Held des Tages beim 5:2-Sieg war New Yorks Shortstop Didi Gregorius, der Indians-Star Corey Kluber zwei Homeruns einschenkte.

In die ALCS gehen die Astros als klarer Favorit, nachdem sie die bessere reguläre Saison und die dominantere Divisional-Serie hatten und sich dadurch zwei zusätzliche Ruhetage und das günstigere Heimrecht (Spiele 1, 2, 6, 7) verdient haben. Dass die Yankees mit der Rolle des Außenseiters gut umgehen können, haben sie dieses Jahr aber auch schon oft genug bewiesen. Dallas Keuchel (2.90 ERA, 3.79 FIP) wird das erste Spiel der Best-of-Seven-Serie für die Astros starten, bei den Yankees läuft es vermutlich auf Masahiro Tanaka (4.74 ERA, 4.34 FIP) hinaus.

National League
In der National League warten die Los Angeles Dodgers schon seit Montag auf einen Gegner. Sie selbst entledigten sich der Arizona Diamondbacks – in der regulären Saison noch der Angstgegner der Dodgers – souverän mit 3:0 Siegen.

Zwischen den Chicago Cubs und den Washington Nationals ist derweil noch nichts entschieden. Zweimal haben die Cubs vorgelegt, zweimal haben die Nationals ausgeglichen. Washington kam dabei zugute, dass Spiel vier wegen Regens um einen Tag von Dienstag auf Mittwoch verschoben werden musste. Der zusätzliche Ruhetag ermöglichte den Nationals, Stephen Strasburg starten zu lassen, der an den Tagen zuvor unter „grippeähnlichen Symptomen“ gelitten hatte. Von diesen war bei seinem Auftritt über sieben dominante Innings, in denen er nur drei Hits und keine Runs zuließ, nichts zu spüren. 5:0 siegten die Nationals und holten damit die Serie zurück nach Washington, wo heute Nacht um 2 Uhr mitteleuropäischer Zeit das fünfte und letzte Spiel der Serie stattfindet (siehe „Spiel der kommenden Woche“).

Den Sieger des entscheidenden Spiels empfangen die Dodgers Samstagnacht um 2 Uhr zum ersten Spiel der NLCS in Los Angeles.

Szene der Woche
Das Thema „Homeruns mit freundlicher Unterstützung“ hatten wir dieses Jahr schon einmal. Jackie Bradley Jr. hat in Spiel drei gegen die Astros ein weiteres Exemplar beigesteuert: Sein Drei-Run-Homer im siebten Inning, der die Partie endgültig zum 10:3-Sieg der Red Sox entschied, war eigentlich einen halben Meter zu kurz. Ein missglückter Catch von Astros-Outfielder Josh Reddick beförderte den Ball aber doch aus dem Spielfeld und die ALDS in ein viertes Spiel. 

Statistik der Woche 
432-378. Das ist die Bilanz von John Farrell aus fünf Jahren als Manager der Boston Red Sox. Das entspricht einer Siegesquote von .533, die noch ansehnlicher dadurch wird, dass in Farrells Zeit der Gewinn der World Series 2013 sowie zwei Divisionssiege hintereinander 2016 und 2017 fallen. Nachdem die Red Sox nun allerdings auch zweimal hintereinander in der ALDS ausgeschieden sind, musste Farrell ein Jahr früher als vertraglich vorgesehen seinen Hut nehmen.

Spiel der Woche
Die spannendste der diesjährigen Divisional-Serien war die zwischen den Cleveland Indians und den New York Yankees. Dieser Serie entstammt auch das spannendste Einzelspiel der Runde: In Spiel zwei des Duells legten die Yankees per Homerun von Gary Sanchez zwei Runs im ersten Inning vor, die von den Indians prompt ausgeglichen wurden. Bis zum fünften Inning zogen die Yankees dann aber, unter anderem durch Homeruns von Aaron Hicks und Greg Bird, auf 8:3 davon. Spiel gelaufen? Mitnichten, denn im sechsten Inning brachte Francisco Lindor die Indians mit einem Grand Slam an den Foul Pole zurück ins Rennen. Jay Bruce, der schon im ersten Spiel der Held gewesen war, vollendete die Aufholjagd durch seinen Homerun zum 8:8. In den Extras waren noch einmal die Yankees nah am Sieg, doch Indians-Catcher Yan Gomes erstickte im elften Inning durch einen Pickoff-Throw an die zweite Base die Hoffnung der New Yorker auf Punkte im Keim. Ausgerechnet Gomes war es schließlich im dreizehnten Inning, dessen Single Austin Jackson nach Hause brachte und damit das Spiel doch noch zugunsten von Cleveland entschied.

Spiel der kommenden Woche
Wie jeder MLB-Fan fiebere ich den Championship-Serien entgegen, aber vorher steht heute Nacht um 2 Uhr noch das Entscheidungsspiel um den letzten Startplatz im Finale der National League an: Die Washington Nationals empfangen den Titelverteidiger Chicago Cubs. Als Starter werden aller Voraussicht nach Kyle Hendricks (3.03 ERA, 3.88 FIP) für Chicago und entweder  Tanner Roark (4.67 ERA, 4.13 FIP) oder Gio Gonzalez (2.96 ERA, 3.93 FIP) für Washington antreten. Nach Hendricks‘ sehr starkem Auftritt aus Spiel eins kann man die Cubs mit ihm als leichte Favoriten sehen – allerdings müssen sie dazu auch ihre mit nur acht Runs aus den ersten vier Partien zu harmlose Offensive in Schwung bekommen. Wenn es hart auf hart kommt, könnten übrigens die beiden Starter aus Spiel drei – Jose Quintana und Max Scherzer – als Reliever zum Einsatz kommen.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , ,

Oktober 9th, 2017 by Dominik

Bis zum Ende des MLB-Jahres sind es zum Glück noch rund drei Wochen hin, aber schon heute haben wir zum letzten Mal die Gelegenheit zu einer gepflegten langen Baseballnacht: Vier Spiele hintereinander kann man von heute Abend um sieben bis ca. halb acht morgen früh anschauen und in drei davon kann – muss aber nicht – je eine der Divisional-Serien entschieden werden. Mehr als zwei Spiele pro Nacht werden es danach für den Rest des Jahres nicht mehr werden.

Den Anfang machen um 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit die Houston Astros und die Boston Red Sox mit Spiel vier ihrer Serie im Fenway Park. Dass es zu diesem Spiel überhaupt kommt, haben die Red Sox mit ihrem Comeback-Sieg gestern Abend sichergestellt: Einen 0:3-Rückstand drehten sie, unter anderem durch Homeruns von Jackie Bradley und Rafael Devers, noch in einen 10:3-Erfolg. Auf dem Mound brillierte, nachdem Starter Doug Fister schon nach 1.1 Innings raus musste, David Price mit vier Shutout-Innings. Boston hofft auf einen Rick Porcello (4.65 ERA, 4.60 FIP) in der Form von 2016 in der Hoffnung, auf 2:2 ausgleichen und ein entscheidendes Spiel 5 erzwingen zu können. Die Astros wollen mit Charlie Morton (3.62 ERA, 3.46 FIP) ihren zweiten Matchball zum Erreichen der American League Championship Series verwandeln.

Um 22 Uhr treffen die Chicago Cubs im Wrigley Field auf die Washington Nationals im einzigen Duell, von dem es auf jeden Fall noch eine weitere Auflage geben wird. Nach einem 3:0 der Cubs und einem 6:3 der Nationals steht es in der Serie unentschieden. Das Pitching-Matchup verspricht ein Leckerbissen zu werden mit Cy-Young-Kandidat Max Scherzer für die Nationals (2.51 ERA, 2.90 FIP) und José Quintana (4.15 ERA, 3.68 FIP) für die Cubs. Scherzer ist allerdings durch seine Oberschenkelzerrung, die ihn an der Teilnahme an den ersten beiden Spielen gehindert hatte, noch eingeschränkt und wird möglicherweise nur einen verkürzten Start absolvieren.

Als nächstes kämpfen um 1 Uhr die New York Yankees ums Überleben gegen die Cleveland Indians. Ein Galauftritt von Masahiro Tanaka mit sieben Shutout-Innings sowie ein Homerun von Greg Bird brachte den Yankees letzte Nacht einen 1:0-Sieg und verhinderte den Sweep der Indians. Luis Severino (2.98 ERA, 3.07 FIP) wird heute darauf brennen, seinen enttäuschenden Start im Wild-Card-Spiel vergessen zu lassen. Die Indians setzen – für mich etwas überraschend – zum zweiten Mal in der Serie auf Trevor Bauer (4.19 ERA, 3.88 FIP) beim Versuch, die ALDS für sich zu entscheiden und sich drei Ruhetag bis zum Start der Championship-Series zu verdienen.

Zum Abschluss empfangen um 4 Uhr die Arizona Diamondbacks die Los Angeles Dodgers. Durch 9:5- und 8:5-Siege in ihren Heimspielen haben sich die Dodgers eine hervorragende Ausgangsposition erarbeitet. Sie haben nun drei Versuche, zum dritten Mal zu gewinnen und damit in das Finale um die National League einzuziehen. Leicht werden es ihnen die Diamondbacks im Chase Field sicher nicht machen, da ihr Top-Starter Zack Greinke (3.20 ERA, 3.31 FIP) zum ersten Mal in der Serie den Mound übernimmt. Sein Gegenüber wird mit Yu Darvish (3.86 ERA, 3.83 FIP) aber auch kein Schlechter sein.

Posted in MLB Tagged with: , , , , , , , , ,

Oktober 5th, 2017 by Dominik

Es wird wohl niemanden überraschen, dass es im Grand Slam am Donnerstag diese Woche vor allem um die ab heute anstehenden Divisional Series der MLB geht. Seit letzter Nacht ist das Teilnehmerfeld komplett, aus den Wild-Card-Spielen haben es die New York Yankees und die Arizona Diamondbacks in die erste „richtige“ Playoff-Runde geschafft. Nun wird es für beide richtig schwer, noch weiter in die Playoffs vorzudringen, denn sie treffen auf die erfolgreichsten Teams der regulären Saison, welche sich die Wild-Card-Spiele ganz entspannt im Fernsehen anschauen durften.

American League
Die American League wird heute vorlegen mit den ersten Spielen der beiden Divisional-Serien. Als Erstes treffen heute Abend um 22 Uhr unserer Zeit die Boston Red Sox und die Houston Astros aufeinander, angeführt von Chris Sale (2.92 ERA, 2.84 FIP) und Justin Verlander (3.36 ERA, 3.84 FIP). Vom Pitching-Matchup in Spiel 1 her scheinen die Red Sox leicht favorisiert, allerdings sollte man nicht übersehen, dass Verlander seit dem Wechsel von Detroit nach Houston regelrecht aufgeblüht ist: In seinen fünf Starts für die Astros hat er 34 Innings gepitcht und nur vier Runs zugelassen, was Werten von 1.06 ERA und 2.69 FIP entspricht. Insgesamt sehe ich das Pitching der Red Sox als etwas stärker an als das der Astros, während das Batting klar für die Astros spricht. Mit 896 gescorten Runs führt Houston die gesamte MLB deutlich an. Da die Astros auch vom Run Differential (+196 zu +117) und von den erreichten Siegen in der gesamten Saison (101 zu 93) sowie in den letzten 30 Spielen (22 zu 18) her die Red Sox hinter sich lassen und zudem die günstigeren Heimspiele (Spiel 1, 2 und evtl. 5) haben, sehe ich sie als die Favoriten des Duells an. Mein Tipp ist, dass die Astros mit 3:1 Siegen die Oberhand behalten.

Um 1:30 Uhr heute Nacht beginnt die zweite Divisional-Serie der AL mit dem ersten Spiel zwischen den New York Yankees um Sonny Gray (3.55 ERA, 3.90 FIP) und den Cleveland Indians mit Trevor Bauer (4.19 ERA, 3.38 FIP). Ich finde es etwas überraschend, dass die Indians Bauer in Spiel 1 ins Rennen schicken und nicht ihren besten Starter Corey Kluber. Offenbar denkt man sich, wenn die Yankees nach dem Wild-Card-Spiel erst mal ihren Nummer-1-Starter Luis Severino ruhen lassen müssen, kann es auch mit Bauer reichen. Ähnlich wie in der anderen ALDS-Paarung tritt auch hier ein Team, das besonders in der Offense überzeugt – die Yankees haben 858 Runs erzielt – auf ein besonders defensivstarkes – die Indians haben nur 564 Runs kassiert, mit Abstand die wenigsten der Liga. Insgesamt bringen beide Mannschaften sehr starke Gesamtpakete auf die Waage, was auch dadurch illustriert wird, dass sie mit +254 (Indians) und +198 (Yankees) die beiden höchsten Run Differentials der gesamten MLB aufweisen. Im Endeffekt halte ich die Indians für das bessere Team – sie gehen ausgeruhter in die Serie, sie haben vor allem in den letzten sechs Wochen der Saison die Liga dominiert und gegen die Yankees haben sie dieses Jahr bereits fünf von sieben Spielen gewonnen. Ich tippe auf einen 3:0-Sweep für Cleveland.

National League
In der National League fand das Wild-Card-Spiel einen Tag später statt als in der American League, deshalb beginnen auch die Divisional-Serien einen Tag später. Los geht es Freitagnacht um 1:30 Uhr unserer Zeit mit den Chicago Cubs bei den Washington Nationals. Die Cubs gehen mit Kyle Hendricks (3.03 ERA, 3.88 FIP) an den Start. Hendricks steht von der Aufmerksamkeit her immer etwas im Schatten von Jon Lester und Jake Arrieta, obwohl er sowohl dieses Jahr als auch im Meisterschaftsjahr 2016 die besseren Zahlen produziert hat als jene beiden. Bei den Nationals ist Max Scherzer (2.79 ERA, 2.77 FIP) der beste Starter, allerdings ist er nach einer Oberschenkelzerrung noch leicht angeschlagen, sodass noch unklar ist, ob er in Spiel 1 pitcht oder noch ein, zwei Tage länger geschont wird. In Stephen Strasburg (3.46 ERA, 2.81 FIP) steht adäquater Ersatz bereit. Sowohl bei den Cubs als auch bei den Nationals handelt es sich um homogen besetzte und hervorragend gemanagte Teams, die beide sowohl beim Erzielen als auch beim Verhindern von Runs zu den absoluten Topmannschaften der NL gehören. Für mich ist das die engste Serie der Divisional-Runde. Ich tippe auf ein 3:2 für die Nationals.

Als letzte Divisional-Serie der diesjährigen Playoffs startet morgen Nacht um 4:30 Uhr das Kräftemessen zwischen den Los Angeles Dodgers und den Arizona Diamondbacks mit einem wohl etwas unausgeglichenen Matchup zwischen Clayton Kershaw (2.31 ERA, 3.07 FIP) und einem noch zu benennenden Pitcher der Diamondbacks, der nicht Zack Greinke oder Robbie Ray heißt. Die beiden Top-Starter der Diamondbacks wurden im Wild-Card-Spiel gebraucht und stehen deshalb nicht für Spiel 1 zur Verfügung. Innerhalb der Best-of-5-Serie sind sie dann wohl jeweils nur einmal einsetzbar, was die Erfolgschancen ihres Teams deutlich schmälern dürfte. Für die Dodgers sah es noch vor wenigen Wochen so aus, als wäre ein rekordverdächtiger Durchmarsch bis zur World Series vorprogrammiert; dann folgte Ende August bis Mitte September ein brutaler Slump mit 16 Niederlagen aus 17 Spielen und plötzlich sieht LA absolut schlagbar aus. Tatsächlich haben die Dodgers die Saisonserie gegen ihren Divisionskonkurrenten aus Arizona mit 8-11 verloren, darunter die letzten sechs Duelle in Folge. Dadurch relativiert sich etwas ihr aus den meisten Zahlen (Run Differential, Wins, ERA, wRC+,…) ableitbarer Favoritenstatus. Ich glaube dennoch, dass die Dodgers sich durchsetzen werden, in erster Linie weil sie beim Starting Pitching im Gegensatz zum Gegner aus dem Vollen schöpfen können. Mein Tipp ist ein 3:1 für LA.

Szene der Woche
Die Szene der Woche umfasst dieses Mal neun Episoden mit dem immer gleichen Hauptdarsteller: Detroits Super-Utility-Player Andrew Romine. Er nutzte das ansonsten bedeutungslose vorletzte Spiel seiner Tigers am Samstagabend gegen die Twins für ein interessantes Selbstexperiment, indem er auf allen neun Positionen spielte. Er begann im Left Field, von wo er das erste Out des Spiels erzielte und arbeitete sich dann von links nach rechts und von hinten nach vorne durch. Auf jedem Posten verbrachte er ein ganzes Inning, nur als Catcher und Pitcher spielte er etwas kürzer, brachte aber immerhin Miguel Sano zu einem Groundout. Am Schluss war die erste Base dran, an der Romine auch das letzte Out der Partie erzielte und damit den 3:2-Sieg sicherte.

Statistik der Woche 
5.14. Das ist der Earned Run Average der Starter für die New York Mets in dieser Saison. Es ist nicht der schlechteste Starter-ERA der Liga (den hatten die Baltimore Orioles mit 5.70). Aber es ist der schlechteste, den die traditionell pitching-fokussierten Mets jemals hatten und das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil die Rotation der Mets vor der Saison von vielen (mich selbst eingeschlossen) als die beste der MLB bezeichnet wurde. Noah Syndergaard, Jacob deGrom, Matt Harvey, Steven Matz, Zack Wheeler und als Ersatz Robert Gsellman und Seth Lugo – das hat sich toll angehört, aber außer deGrom sind sie alle weder gesund geblieben noch den Erwartungen gerecht geworden. Die größte Enttäuschung war Matt Harvey, ein Schatten des früher als „The Dark Knight“ bekannten Asses mit einem ERA von 6.70 – und damit der mit Abstand schlechteste Pitcher, der je18 Starts in einer Saison für die Mets absolvieren durfte.

Spiel(e) der Woche
Die erste Playoffrunde bestand zwar leider nur aus zwei Spielen, doch die hatten es in sich: In der AL legten die Minnesota Twins mit drei Runs im ersten Inning los, darunter von Brian Dozier der erste Leadoff-Homerun, mit dem je ein Wild-Card-Spiel begonnen wurde. Yankees-Starter Luis Severino musste alle drei Runs auf seine Kappe nehmen und den Mound schon nach einem drittel Inning räumen. Aber der Bullpen der Yankees ließ dann im ganzen Spiel nur noch einen Run zu und ermöglichte einen am Ende deutlichen 8:4-Sieg, zu dem ein Drei-Run-Homer von Didi Gregorius zum Ausgleich im ersten, ein Solo-Homerun von Brett Gardner im zweiten und ein Zwei-Run-Homerun von Aaron Judge im vierten Inning beitrugen.

Auch das NL-Wild-Card-Spiel war kurz für die beiden Starter: Jon Gray kassierte mit seinen Colorado Rockies schon einen Drei-Run-Homer durch Paul Goldschmidt, bevor ihm überhaupt das erste Out gelang. Nach einem weiteren zugelassenen Run im zweiten Inning musste er raus. Zack Greinke machte es für die Arizona Diamondbacks zunächst besser, pitchte drei saubere Innings und wurde von seiner Offense mit einer 6:0-Führung belohnt. Doch im vierten Inning entglitt ihm das Spiel, nach vier Hits und ebenso vielen Runs endete auch sein Arbeitstag vorzeitig. Die Bullpens konnten den sich entwickelnden Schlagabtausch nicht verhindern, doch am Ende hielt der Vorsprung der Diamondbacks. 11:8 siegte Arizona, nachdem Colorado zwischenzeitlich auf 5:6 und 7:8 herangekommen war.

Spiel der kommenden Woche
Eigentlich ist diese Kategorie dafür gedacht, aus dem großen, bunten Strauß des wöchentlichen MLB-Angebots einen Tipp herauszugreifen, welches Spiel man sich anschauen sollte. In den Playoffs ist die Situation etwas anders, denn jetzt sind alle Spiele wichtig und interessant und man kann nur empfehlen, so viele davon zu sehen wie möglich. Ich persönlich bin am meisten gespannt auf die Serie zwischen den Los Angeles Dodgers und den Arizona Diamondbacks. Das erste Spiel dieses Duells werde ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Statt langem Wachbleiben ist in dem Fall mal frühes Aufstehen am Wochenende gefragt, denn die Partie beginnt nach mitteleuropäischer Zeit am Samstagmorgen um 4:30 Uhr.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , ,

September 28th, 2017 by Dominik

Fast alle Entscheidungen zur Playoff-Qualifikation sind gefallen. Einzig das zweite Wild-Card-Team der National League ist noch nicht ganz fix, aber nach dem Sieg der Colorado Rockies letzte Nacht bei gleichzeitigen Niederlagen der Milwaukee Brewers und der St. Louis Cardinals scheint die Sache auch hier relativ klar. Im letzten Grand Slam am Donnerstag der regulären Saison konzentriere ich mich heute, statt wie üblich die einzelnen Divisionen abzuklappern, komplett auf die Playoff-Teams und die anstehenden Paarungen in den Wild-Card-Spielen und den Divisional Series.

American League
Die Cleveland Indians (99-59) und die Houston Astros (98-60) haben sich beide bereits den Heimvorteil in Spiel 1, 2 und 5 der American League Divisional Series (ALDS) gesichert. Unklar ist nur noch, wer von beiden welche Serie spielt: Das Team mit der besseren Bilanz wird auf den Sieger des Wild-Card-Spiels treffen, das mit der schlechteren Bilanz auf den Sieger der AL East. Falls die Astros und die Indians sich anschließend in der American League Championship Series (ALCS) wiedersehen sollten, hat ebenfalls das Team mit der besseren Bilanz einen leichten Heimvorteil, indem es Gastgeber der Spiele 1, 2, 6 und 7 ist. Falls die Astros und die Indians die reguläre Saison mit exakt gleicher Bilanz abschließen sollten, geben die Ergebnisse des direkten Vergleichs zwischen den beiden Teams den Ausschlag; diesen haben die Indians mit 5:1 gewonnnen.

In der AL East stehen vier Spiele vor Schluss die Boston Red Sox (92-66) drei Spiele vor den New York Yankees (89-69). Das sieht gut aus für die Red Sox, allerdings müssen die Yankees nur noch gegen die Tampa Bay Rays und die Toronto Blue Jays ran, für die es längst um nichts mehr geht. Die Red Sox hingegen bekommen es noch viermal mit den Houston Astros zu tun, welche wie oben erwähnt noch um den Heimvorteil sowie darum spielen, ob sie in der ALDS gegen den schwächeren oder den stärkeren Gegner antreten müssen. Lustigerweise könnten das in jedem der beiden Fälle erneut die Red Sox sein. Falls die Red Sox und die Yankees die Saison mit identischer Bilanz abschließen sollten, wird es übrigens am Montag noch ein Entscheidungsspiel zwischen den beiden darum geben, wer die Division gewinnt und wer in das Wild-Card-Spiel muss. Gastgeber dieses Spiels wären die Yankees, weil sie den direkten Vergleich gegen die Red Sox mit 11:8 gewonnen haben.

Etwas besseres als solch ein Entscheidungsspiel zwischen Red Sox und Yankees könnte den Minnesota Twins (83-75) gar nicht passieren. Denn die Twins werden auf jeden Fall Dienstagnacht (2 Uhr mitteleuropäischer Zeit) im Wild-Card-Spiel auf das unterlegene Team aus der AL East treffen. Die Twins haben letzte Nacht den Playoff-Einzug perfekt gemacht und damit ein wahrhaft historisches Comeback gefeiert: Zum ersten Mal hat sich ein Team nach einer 100-Niederlagen-Saison (genauer gesagt waren es sogar 103) im folgenden Jahr für die Postseason qualifiziert. Das ist bereits ein Riesenerfolg und alles, was für Max Kepler und Co. zusätzlich herausspringen sollte, wäre eine Sensation. Wenn der Gegner statt des vorgesehenen Ruhetages ein zusätzliches Spiel einschieben müsste, würde das die Chancen der Twins für das Wild-Card-Spiel sicher verbessern.

Nach aktuellem Stand wären die Paarungen des Wild-Card-Spiels und der ALDS folgende:

Wild-Card: New York Yankees vs. Minnesota Twins (Dienstagnacht, 2 Uhr)

ALDS 1: Houston Astros vs. Boston Red Sox (ab nächsten Donnnerstag)

ALDS 2: Cleveland Indians vs. Wild-Card-Sieger (ab nächsten Donnnerstag)

National League
In der National League steht bereits fest, dass die Los Angeles Dodgers (102-57) auch am Saisonende die beste Bilanz aufweisen. Sie werden somit in der National League Divisional Series (NLDS) auf den Wild-Card-Sieger treffen und sowohl in der NLDS als auch in der Championship Series (NLCS) die vermeintlich günstigeren Heimspiele haben. Auch für die World Series sieht es stark nach Heimvorteil für die Dodgers aus: Selbst wenn sie auf die Indians treffen und diese in den verbleibenden vier Spielen noch die drei Spiele Rückstand auf die Dodgers aufholen sollten, würde der direkte Vergleich für die Dodgers sprechen.

Mit den Washington Nationals (95-63) und den Chicago Cubs (89-69) stehen auch die anderen beiden Divisionssieger sowie deren Rangfolge untereinander bereits fest. Es wird daher auf jeden Fall zu einer NLDS zwischen diesen beiden Teams kommen, in der die Nationals Gastgeber der Spiele 1, 2 und 5 sind.

Für die Arizona Diamondbacks (92-67) ist soweit ebenfalls alles klar: Sie spielen Mittwochnacht (2 Uhr mitteleuropäischer Zeit) das Wild-Card-Spiel der NL. Unsicher ist lediglich, gegen wen sie das tun werden. Es ist schon irgendwie witzig, dass ausgerechnet das die letzte offene Frage der Playoff-Qualifikation ist, denn nicht nur ich habe während der Saison monatelang gebetsmühlenartig wiederholt, dass es für die Diamondbacks und die Colorado Rockies (86-73) nur noch um die Vorbereitung auf das Wild-Card-Spiel geht. Es folgten ein heftiger Absturz der Rockies und ein enges Rennen gegen die Milwaukee Brewers (83-75) und die St. Louis Cardinals (82-76). Nun sieht es aber doch ganz danach aus, als hätten die Rockies gerade rechtzeitig noch mal die Kurve bekommen. Vor ihren letzten drei Spielen gegen die Dodgers beträgt die Magic Number der Rockies 2. Das heißt, jede Kombination aus insgesamt zwei Siegen der Rockies und/oder Niederlagen der Brewers bringt die Rockies ins Wild-Card-Spiel. Die Brewers spielen heute Nacht noch mal gegen die Cincinnati Reds und dann dreimal bei den Cardinals. Die haben selbst noch eine minimale Chance auf die Wild Card, müssten dazu aber heute gegen die Cubs und dann alle drei Spiele gegen die Brewers gewinnnen, während die Rockies dreimal gegen die Dodgers verlieren – und selbst dann müssten sie noch in einem Entscheidungsspiel gegen die Rockies bestehen.

Zu einem solchen „Spiel 163“ würde es kommen, wenn die Rockies und eines der anderen beiden Teams am Ende die gleiche Bilanz aufweisen. Das Spiel würde am Montag stattfinden, das Heimrecht würde sich am direkten Vergleich orientieren: Zwischen den Rockies und den Brewers würde das Spiel in Colorado stattfinden, zwischen den Cardinals und den Rockies wäre es in St. Louis.

Nach aktuellem Stand wären die Paarungen des Wild-Card-Spiels und der NLDS folgende:

Wild-Card: Arizona Diamondbacks vs. Colorado Rockies (Mittwochnacht, 2 Uhr)

NLDS 1: Washington Nationals vs. Chicago Cubs (ab nächsten Freitag)

NLDS 2: Los Angeles Dodgers vs. Wild-Card-Sieger (ab nächsten Freitag)

Szene der Woche
Ich liebe den guten alten „hidden ball trick“ und freue mich immer tierisch, wenn er in der MLB mal erfolgreich angewendet wird. Ein besonders schönes Exemplar gelang Ryan Goins am Freitag beim Sieg seiner Blue Jays gegen Todd Frazier und die Yankees. Ich könnte mir diese Szene noch hundert Mal ansehen, ohne dass sie langweilig wird.

Statistik der Woche 
50, 204, 124. Alle drei Zahlen stammen von Yankees-Slugger Aaron Judge und sind Rookie-Rekorde. Innerhalb weniger Wochen hat Judge die Bestmarke für Neulinge in Bezug auf alle drei „true outcomes“ – Homeruns, Strikeouts und Walks – in einer Saison erhöht. Mit Homerun Nummer 49 hat er am Montag gegen die Kansas City Royals den bisherigen Rekordhalter Marc McGwire zunächst eingeholt und ihn dann noch im gleichen Spiel mit seinem 50. Homerun des Jahres hinter sich gelassen. Bereits zwei Tage zuvor gegen die Blue Jays hatte er seinen zweihundertsten Strikeout der Saison kassiert und damit Kris Bryants Rekord von 199 übertroffen. Den Rekord für die meisten Walks eines Rookies hält Judge sogar schon seit drei Wochen und hat seinen Vorgänger Les Fleming (106 Walks in seiner Rookie-Saison 1942) inzwischen weit hinter sich gelassen.

Spiel der Woche
Als ich letzte Woche die Serie zwischen den Cubs und den Brewers angepriesen habe, habe ich ausnahmsweise mal nicht zu viel versprochen – ich habe nur das falsche Spiel empfohlen, denn die Partie vom Sonntag war die einzige, die nicht hochspannend war und in Extra-Innings ging. Am sehenswertesten war meiner Ansicht nach das Spiel am Samstag. Zweimal gingen die Cubs in den späten Innings in Führung, zweimal bezwangen die Brewers Chicagos Star-Closer Wade Davis per Homerun. Zunächst war es im neunten Inning Orlando Arcia, der das Spiel durch einen Solo-Shot in die Extras schickte. Chicago antwortete im zehnten Inning prompt und ging mit einem RBI-Single von Jon Jay erneut in Führung. Wieder erhielt Davis die Chance zum Save, wieder vergab er sie und dieses Mal endgültig, denn Travis Shaws 2-Run-Homerun besiegelte den Walkoff-Sieg der Brewers. Die Brewers hatten zuvor 69-mal hintereinander verloren, wenn sie nach acht Innings zurücklagen. Und Wade Davis hatte 38 erfolgreiche Save-Gelegenheiten am Stück gehabt, bevor er in diesem Spiel einen blown Save kassierte – eigentlich sogar zwei, auch wenn die offizielle Zählweise das nicht berücksichtigt.

Spiel der kommenden Woche
Die wichtigsten Partien der kommenden sieben Tage sind natürlich die Wild-Card-Spiele der NL und der AL. Da aber beide Paarungen noch nicht endgültig feststehen, bleibe ich mit meinem Einschalttipp in der regulären Saison und empfehle das Spiel zwischen den Milwaukee Brewers und den St. Louis Cardinals Freitagnacht um 2:15 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Mindestens für die Brewers und vielleicht auch noch für die Cardinals geht es in diesem Spiel sowie im Fernduell mit den Colorado Rockies noch um alles, für den Verlierer dürfte die Saison dann allerdings gelaufen sein. Die Brewers schicken mit Chase Anderson (2.81 ERA, 3.56 FIP) ihren besten Starter ins Rennen, bei den Cardinals wird John Gant (3.65 ERA, 6.97 FIP) erst seinen zweiten Start der Saison absolvieren.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Oktober 20th, 2016 by Dominik

Ich bin gerade in den USA und kann deswegen nur sehr wenig Baseball schauen. Klingt komisch, ist aber so. Erstens sind die Playoff-Spiele offenbar nur über Pay-TV und daher nicht auf meinem Hotelfernseher zu sehen. Zweitens unterliegt mein mlb.tv-Abo hierzulande der Blackoutregel. Und drittens kommen die Spiele nach Westküstenzeit so früh am Tag, dass ich zu den Zeiten in aller Regel touristisch unterwegs bin und höchstens mal in einem Geschäft oder einem Lokal ein bisschen was von den Conference Championships mitbekomme. Soviel vorab zur Erklärung, warum ich mich diese Woche hier etwas rar gemacht habe. Jetzt aber genug auf hohem Urlaubsniveau gejammert, los geht’s mit dem Blick auf den Stand der Dinge in der MLB:

American League
Wir haben den ersten World-Series-Teilnehmer des Jahres 2016 und es sind die Cleveland Indians, zum ersten Mal seit 1997. Die Indians sind das Team, das mich dieses Jahr am häufigsten überrascht hat: Schon während der regulären Saison waren sie mit ihrem deutlichen Divisionssieg in der AL Central – vor Detroit, vor Kansas City – weitaus erfolgreicher als ich es erwartet hatte. Dann hatte ich sie in der ALCS unter Anderem wegen diverser Verletzungsausfälle als klaren Außenseiter gegen die Red Sox gesehen, aber die Indians haben Boston mir nichts, dir nichts gesweept. Und nun haben sie auch mit den Toronto Blue Jays relativ kurzen Prozess gemacht.

4:1 haben die Indians die Serie gewonnen und dass die Blue Jays in den vier verlorenen Spielen insgesamt nur sechs Runs erzielt haben, zeigt bereits deutlich, woran es lag: Torontos Offensive hat mal wieder eine der kalten Strecken erwischt, von denen es während der Saison schon einige gegeben hatte. Oder anders herum: Clevelands Pitcher hatten den Gegner hervorragend im Griff. Das gilt vor allem für die überragenden Reliever um Andrew Miller und Cody Allen, aber auch für die verletzungsgebeutelten Starter. Interessanterweise war es ausgerechnet das einzige verbliebene Ass Corey Kluber, der in diesen Playoffs ein Spiel mit den Indians verlor.

Die Indians sind bei mir das ganze Jahr unter dem Radar geflogen. Umso mehr freue ich mich, sie mir nun in der World Series intensiv anschauen zu dürfen. Los geht es am Dienstag in Cleveland gegen den noch nicht feststehenden Gegner aus der NL.

National League
Die Chicago Cubs sind als Favorit sowohl in die Saison als auch in jede Playoffrunde gegangen und bisher sind sie der Favoritenrolle jedes Mal gerecht geworden. Jetzt aber machen die Los Angeles Dodgers ihnen ernsthafte Probleme. In den Spielen 2 und 3 haben diese die Cubs zweimal in Folge bei null Runs gehalten, in den beiden anderen Spielen setzte es hingegen insgesamt 18 Runs für Chicago. Somit steht es in der Serie nun 2:2 und es gibt mindestens zwei weitere Spiele – das erste in Los Angeles, das zweite und falls nötig auch das dritte in Chicago.

Heute Nacht um 2 Uhr mitteleuropäischer Zeit treffen in Spiel 5 Jon Lester und Kenta Maeda aufeinander. Das Pitching-Matchup spricht klar für die Cubs, nachdem Lester in seinen beiden bisherigen Playoff-Auftritten (einer davon gegen die Dodgers) in 14 Innings nur einen Run erlaubte, während Maeda in ebenfalls zwei Starts nur sieben Innings durchhielt und sieben Runs zuließ. Clayton Kershaw, der entgegen meiner Vorhersage schon in Spiel 2 und damit zum dritten Mal innerhalb von sechs Tagen pitchte, stünde ebenfalls schon wieder zur Verfügung, aber da es am Samstag in jedem Fall ein sechstes Spiel geben wird, heben die Dodgers ihn sich aller Voraussicht nach für dieses Spiel auf.

Spielzug der Woche
Aus oben genannten Gründen könnte ich diese Woche das eine oder andere Highlight-Play verpasst haben (hey, das wäre eine schöne Gelegenheit für dich, die Kommentarfunktion zu nutzen). Mitbekommen habe ich jedenfalls ein sehenswertes Double Play von Javier Baez. Das Besondere daran war, dass es unter normalen Umständen nur ein einfaches Out gewesen wäre. Erst durch Baez‘ Geistesgegenwart, den lockeren Infieldschlag von Joc Pederson nicht aus der Luft zu fangen, sondern ihn auf dem Boden aufkommen zu lassen, ergab sich die Möglichkeit, das Inning durch das zweite Out, einen Rundown von Adrian Gonzalez zwischen der zweite und dritten Base, zu beenden.

Statistik der Woche
11.2 Innings Pitched, 21 Strikeouts, 0 Runs Allowed. Das sind die Zahlen der diesjährigen Postseason für Clevelands Andrew Miller. Der Reliever wurde hochverdient zum MVP der ALCS gewählt.

Spiel der Woche
Wir sind zwar mitten in der NLCS und haben die ALCS bereits hinter uns, aber für diese Kategorie muss ich noch mal ein bisschen zurück springen, denn das aufregendste Spiel seit dem letzten Donnerstag war sicher Spiel 5 der NLDS zwischen Washington und Los Angeles, über das ich hier schon ein paar Zeilen geschrieben habe. Von diesem abgesehen dürfte das 4:2 der Indians in Spiel 3 der Serie gegen die Blue Jays die interessanteste Partie gewesen sein. Cleveland gewann das Spiel quasi ohne Starter, da Trevor Bauer schon im ersten Inning wegen einer blutenden Verletzung am Finger raus musste. Einmal mehr zeigte sich, dass die Indians einen hervorragenden Bullpen besitzen, als sechs Reliever insgesamt 8.1 Innings ablieferten und nur zwei Runs zuließen.

Spiel der kommenden Woche
Die wichtigsten Spiele der kommenden Woche sind natürlich die der am Dienstag beginnenden World Series, zuvor stehen aber noch die zwei bis drei ebenfalls enorm bedeutenden Partien um den Gewinn der National League an. Wenn ich mir eine aussuchen müsste, für die sich das Wachbleiben besonders lohnt, dann wäre es Spiel 6 der NLCS. Denn dann kann zum ersten Mal die Entscheidung über den zweiten World-Series-Teilnehmer fallen und das voraussichtliche Matchup zwischen Clayton Kershaw und Kyle Hendricks gehört zum besten, was die MLB zu bieten hat.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , ,

Oktober 13th, 2016 by Dominik

Den Grand Slam am Donnerstag hatte ich für diese Woche in erster Linie als Vorschau auf die Championship-Serien vorgesehen und das ist er nun auch geworden, obwohl heute Nacht noch zwei Teams nachsitzen und den zweiten Teilnehmer des National-League-Finales ausspielen müssen. Die Highlights der bisherigen Divisional-Spiele kommen natürlich ebenfalls nicht zu kurz.

National League
Heute Nacht ab 2 Uhr unserer Zeit wird sich zwischen den Los Angeles Dodgers und Gastgeber Washington Nationals entscheiden, wer ab Samstag gegen die Chicago Cubs um die Krone der National League spielen darf. Ich denke und hoffe, dass dieses Entscheidungsspiel so spannend wird wie die bisherige Serie. Dabei halte ich die Nationals für leicht favorisiert, zum einen wegen des Heimrechts und zum anderen weil sie ihr Ass Max Scherzer (2.96 ERA, 3.24 FIP) auf den Mound schicken können. Die Dodgers haben ihren Superstar Clayton Kershaw schon in Spiel 4 verbraucht und müssen auf Routinier Rich Hill (2.12 ERA, 2.39 FIP) und wahrscheinlich auf Rookie Julio Urias (3.39 ERA, 3.17 FIP) zurückgreifen – ebenfalls zwei gute Pitcher, die in der Zahl ihrer Innings bzw. Pitches vermutlich etwas eingeschränkt sind, aber sich gegenseitig gut ergänzen dürften.

Die Chicago Cubs stehen seit Dienstagnacht als NLCS-Teilnehmer fest und gehen in jedem Fall als Favorit in Selbiges – nicht nur, weil sie dieses Jahr in der MLB mit Abstand die meisten Spiele gewonnen und mit Abstand das beste Run Differential erzielt haben, sondern auch weil sie zwei Tage mehr zum Ausruhen zwischen den Serien hatten und somit aus dem Vollen schöpfen können. Der Gegner hingegen wird den oder die heute Nacht verwendeten Starter frühestens in Spiel 3 einsetzen können. Ich sage unabhängig vom Gegner einen deutlichen Seriensieg der Cubs voraus – 4:1, höchstens 4:2.

American League
In der American League geht es schon Freitagnacht mit der Finalserie los. Um 2 Uhr unserer Zeit werden die Cleveland Indians und die Toronto Blue Jays im ersten Spiel der Best-of-Seven-Serie aufeinander treffen. Ich bin sehr gespannt auf diese Serie, nachdem in der vorherigen Runde beide Teams als Außenseiter ins Rennen gegangen waren, aber überraschend souverän ihre jeweiligen Gegner in drei Spielen abgefertigt haben.

Die Starts im ersten Spiel werden Marco Estrada (3.48 ERA, 4.15 FIP) für die Blue Jays und Corey Kluber (3.14 ERA, 3.26 FIP) auf Seiten der Indians absolvieren. Das sieht nach einem leichten Vorteil für die Indians aus, aber sowohl Estrada als auch Kluber haben in dieser Postseason bisher ein Spiel absolviert und sich dabei gleichermaßen in hervorragender Form präsentiert. Beide Teams weisen auch sonst eine starke Starting Rotation auf, wenngleich die Indians nach wie vor auf Carlos Carrasco und auf Danny Salazar (der vielleicht während der Serie zumindest in einer Relieve-Rolle zurückkehren könnte) verzichten müssen. Bei den Bullpens sehe ich die Indians leicht im Vorteil, obwohl ich sehr viel von Roberto Osuna, dem jungen Closer der Blue Jays, halte. In der Offense nehmen sich die Teams nicht viel; beide gehören zur Spitze der Liga, wobei die Blue Jays stärker von Homeruns (221 von insgesamt 759 Runs) abhängen als die Indians (185 von 777).

Auch zur ALCS gebe ich einen Tipp ab, aber es ist nicht viel mehr als ein Münzwurf, denn ich sehe dieses Duell als sehr eng an. Ich sage, die Serie geht über volle sieben Spiele und die Blue Jays gewinnen 4:3.

Spielzug der Woche
Die Blue Jays haben das Duell mit den Texas Rangers per Walk-Off im zehnten Inning mit 7:6 für sich entschieden. Schuld daran war in erster Linie ein schlechter Wurf von Rangers-2B Rougned Odor, aber ebenso großen Anteil hatten der Mut und die Übersicht von Josh Donaldson, auf seinem Weg von der zweiten Base nicht bei der dritten anzuhalten sondern bis zur Homeplate durchzuziehen und dort mit einem perfekten Slide den Catcher zu schlagen. Eric Byrnes und Cliff Floyd haben die spektakuläre Baserunning-Aktion auf amüsante Weise nachgespielt.

Statistik der Woche
6. Das ist die Anzahl von RBIs, die die Pitcher der Chicago Cubs in der Serie gegen die San Francisco Giants erzielt haben. Besonders bemerkenswert fand ich, dass nach drei Spielen die Pitcher mehr RBIs auf dem Konto hatten als die Positionsspieler (5). Erst im vierten Spiel gelang es Letzteren, ihre Ehre zu retten, indem sie alle 6 RBIs verantworteten und damit die Verhältnisse wieder halbwegs gerade rückten.

Spiel der Woche
Die Chicago Cubs haben die San Francisco Giants dreimal besiegt, aber das interessanteste Spiel war für mich das eine, das die Giants gewonnen haben. Es passiert mir nicht oft, dass ich morgens zu meiner normalen Zeit aufstehe und noch fünfeinhalb Innings Baseball erleben darf, aber am Dienstagmorgen war es so. Verpasst hatte ich bis dahin siebeneinhalb Innings, in denen Cubs-Pitcher Jake Arrieta der einzige gewesen war, der mit einem 3-Run-Homerun Giants-Ass Madison Bumgarner überwinden konnte. Ich schaltete gerade rechtzeitig ein, um zu sehen, wie Conor Gillaspie (der schon wieder!) im unteren achten Inning per Triple aus einem 2:3-Rückstand eine 4:3 Führung machte, die nach einem Single von Brandon Crawford noch auf 5:3 anwuchs. Die Cubs wären nicht die Cubs, wenn so ein Nackenschlag sie zum Aufgeben brächte, also glichen sie im neunten Inning durch einen 2-Run-Homerun von Kris Bryant auf 5:5 aus. Erst vier Innings später gelang den Giants dann doch der erlösende Walk-Off-Run durch Brandon Crawford bei einem Double von Joe Panik. Die Giants erhöhten damit ihre Serie von gewonnenen Playoffspielen, in denen das Ausscheiden drohte, auf zehn hintereinander. Beim Versuch, elf daraus zu machen, war dann allerdings Schluss.

Spiel der kommenden Woche
In den Playoffs zählt jedes Spiel, aber das Spiel zwischen den Dodgers und den Nationals heute Nacht zählt noch ein bisschen mehr, weil es für beide Seiten unweigerlich um Ausscheiden oder Weiterkommen geht. Deswegen ist es für mich das Spiel der Woche.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , ,

Oktober 11th, 2016 by Dominik

Nach den Toronto Blue Jays haben nun auch die Cleveland Indians das Ticket für die Finalserie der American League gebucht. Genau wie die Blue Jays haben sie ihre Divisional-Serie gesweept und sich damit ein paar Regenerationstage verschafft, bevor es Freitagnacht um 2 Uhr mit der ALCS losgeht.

Für die Indians ist es die erste Finalteilnahme seit 2007 – damals war man in der ALCS übrigens auf die Boston Red Sox getroffen und hatte eine Zwei-Siege-Führung noch verspielt. Auch in der ALDS 1999 war den Red Sox schon das Kunststück gelungen, eine Serie gegen Cleveland komplett zu drehen, aber dieses Mal ließen die Indians nichts anbrennen: Ähnlich wie das 5:4 im ersten Spiel der Serie war die dritte Partie gegen Boston eine knappe Angelegenheit und in beiden Fällen brachten die beiden Relieve-Asse Andrew Miller und Cody Allen den Sieg nach Hause. Gegen Ende wurde es zwar noch mal spannend, als sowohl im achten als auch im neunten Inning beim Stand von 4:3 gegnerische Runner in Scoring Position waren, aber wie in der gesamten Serie wurden die Red Sox ihrem Ruf als stärkste Offense der Liga nicht gerecht.

Mit dem enttäuschenden Saisonende für die Red Sox endet auch eine ganz große MLB-Karriere relativ still und leise. Relativ, denn natürlich erhielt Big Papi David Ortiz nach seiner letzten Plate Appearance, einem Walk im achten Inning, ausführliche Standing Ovations. Aber es tut mir ein bisschen leid für ihn, dass ihm nach einer großartigen Abschiedssaison (.315/.401/.620) kein schönerer Rahmen vergönnt war als ein verlorenes Playoffspiel.

Posted in MLB Tagged with: , , , ,

Oktober 10th, 2016 by Dominik

Die Toronto Blue Jays haben sich heute Nacht als erstes Team für die Championship-Serie der American League, kurz ALCS, qualifiziert. Wer hätte das gedacht? Ich jedenfalls nicht. Wie ich im letzten Grand Slam ausgeführt habe, habe ich die Blue Jays nicht so sehr als Außenseiter gesehen, wie man es angesichts der Konstellation – als Wild-Card-Team gegen das Team mit den meisten Siegen der Liga – erwarten würde. Aber dass sie die Rangers einfach mal so in drei Spielen sweepen, war dann doch überraschend. Zumal die beiden ersten Siege mit recht klarer Dominanz im fremden Stadion eingefahren wurden.

Knapp wurde es nur im dritten Spiel, dem einzigen in Toronto. Wie zuvor schon Cole Hamels (3.1 IP, 6 ER) und Yu Darvish (5.0 IP, 5 ER in Spiel 2) bescherten die Blue Jays auch Colby Lewis (2.0 IP, 5 ER) einen schwachen Start. Aber dieses Mal hielten die Rangers zum ersten Mal gut dagegen und schickten Torontos Ass Aaron Sanchez mit 6 ER in 5.2 IP vom Mound. Gegen den Bullpen der Blue Jays war dann aber nichts mehr zu holen und im zehnten Inning gelang Josh Donaldson der Walkoff-Run nach einem Double sowie einem Error, den er für einen Spurt von der zweiten Base bis zum Slide auf die Homeplate nutzte. Der Error ging übrigens auf die Kappe von Rougned Odor. Ja, ausgerechnet Odor – wieder mal eine Geschichte, wie sie nur der Sport schreibt.

Toronto unternimmt also nun im zweiten Jahr in Folge den Anlauf, den AL-Titel zu gewinnen und in die World Series einzuziehen. Indem sie die Serie in drei Spielen erledigt haben und zudem noch das gestrige Spiel der Red Sox gegen die Indians wegen Regens verschoben werden musste, haben die Blue Jays den Vorteil, mit komplett ausgeruhtem Pitching Staff in die ALCS zu gehen. Der Vorteil wird umso größer sein, je länger die Serie der anderen beiden Teams noch dauert.

Posted in MLB Tagged with: , , , ,

Oktober 6th, 2016 by Dominik

Im Grand Slam am Donnerstag dreht sich dieses Mal wenig überraschend alles um die Playoffs der MLB. Ich blicke auf die beiden bevorstehenden Divisional-Serien und gebe meine Tipps dazu ab. Außerdem schaue ich zurück auf die zwei großartigen Wild-Card-Duelle, die mich einen Großteil der beiden vergangenen Nächte gekostet haben, aber jede Minute davon wert waren.

American League
Die American League wird heute Nacht vorlegen mit den ersten Spielen der beiden Divisional-Serien. Als Erstes treffen um 22:30 Uhr unserer Zeit die Toronto Blue Jays und die Texas Rangers aufeinander, angeführt von Marco Estrada (3.48 ERA) und Cole Hamels (3.32 ERA). Obwohl der #1-Seed (Texas) gegen das Wild-Card-Team (Toronto) antritt, sehe ich diese Serie als ziemlich ausgeglichen an. Tatsächlich frage ich mich nach wie vor, wie ein Team, das offensiv wie defensiv eher mittelmäßige Zahlen produziert, die Saison mit der besten Bilanz der AL abschließen konnte. Einer Antwort kann man sich über das übermäßig erfolgreiche Abschneiden der Rangers in knappen Spielen annähern. Dabei spielten mit Sicherheit Taktik, Erfahrung und Selbstvertrauen eine Rolle, mindestens ebenso sicher aber auch eine gehörige Portion Glück. Worauf ich hinaus will ist, dass die Rangers sicher keine Übermannschaft sind. Zumindest im Pitching dürften die Blue Jays sogar überlegen sein. Mein Tipp ist, dass es eine ganz enge Serie wird, in der die Rangers am Ende dank des Heimrechts und dank ihrer Nervenstärke im entscheidenden Spiel die Oberhand behalten.

Um 2 Uhr heute Nacht beginnt die zweite Divisional-Serie der AL mit dem ersten Spiel zwischen den Boston Red Sox um Rick Porcello (3.15 ERA) und den Cleveland Indians mit Trevor Bauer (4.26 ERA). Diese Serie schätze ich als weniger knapp ein, die Red Sox sind in meinen Augen klarer Favorit. Das fußt zum einen darauf, dass Boston schon das ganze Jahr über das offensive Powerhouse der Liga ist, zum anderen darauf, dass auch das Pitching der Red Sox im Laufe der Saison immer besser wurde, während auf der anderen Seite das der Indians durch Verletzungen stark gebeutelt wurde und entsprechend nachgelassen hat. Zur Illustration: Bis zum All-Star-Break hatten die Indians in der AL die wenigsten Runs (355) zugelassen, die Red Sox hingegen die fünftmeisten (424). Nach dem All-Star-Break hingegen hat Boston mit Abstand die wenigsten Runs (270) erlaubt, während Cleveland (321) nur noch im Mittelfeld landet. Man kann diese sehr oberflächliche Darstellung über diverse fortgeschrittene Statistiken durchdeklinieren, das Ergebnis ist immer, dass die Red Sox nicht mehr nur offensiv sondern seit einigen Monaten auch defensiv den Indians überlegen sind. Meine Erwartung ist daher ein deutlicher Seriengewinn der Red Sox.

National League
In der National League fand das Wild-Card-Spiel einen Tag später statt als in der American League, deshalb beginnen auch die Divisional-Serien einen Tag später. Los geht es morgen um 23:30 Uhr unserer Zeit mit den Los Angeles Dodgers bei den Washington Nationals. Wer letzte Nacht Bumgarner gegen Syndergaard genossen hat, der darf sich jetzt schon auf den nächsten Leckerbissen freuen, denn das Duell des Auftaktspiels lautet Ian Kershaw (1.69 ERA) gegen Max Scherzer (2.96 ERA). Den Zahlen nach geht Kershaw als leichter Favorit in die Partie und als leichten Favoriten sehe ich auch seine Dodgers in der gesamten Serie. Bei den Nationals bleibt abzuwarten, wie sie die Verletzungen von Wilson Ramos und Stephen Strasburg verkraften und wie fit die Angeschlagenen Daniel Murphy und Bryce Harper sein werden.

Als letzte Divisional-Serie der diesjährigen Playoffs startet morgen Nacht um 3 Uhr das Kräftemessen zwischen den Chicago Cubs und den San Francisco Giants, ebenfalls mit einem attraktiven Pitching-Matchup zwischen Jon Lester (2.44 ERA) und Johnny Cueto (2.79). Für einen Erfolg der Giants in dieser Serie sprechen zwei Faktoren: Madison Bumgarner sowie der Umstand, dass die Giants in diesem Jahrzehnt offenbar ein Abo auf Meisterschaften in den geraden Jahren haben. Für einen Erfolg der Cubs spricht hingegen so ziemlich alles Andere. Wenn man nun bedenkt, dass Bumgarner nach dem Wild-Card-Spiel aller Voraussicht nach nur für eine der bis zu fünf NLDS-Partien zur Verfügung steht und es sich bei der „even year magic“ um nicht mehr als einen spaßigen Aberglauben handelt, sieht es für mich ganz stark nach einer klaren Angelegenheit für Chicago aus.

Spielzug der Woche
Die Ehre des Spielzugs der Woche haben dieses Mal zwei vergleichbare Aktionen aus verschiedenen Spielen gleichermaßen verdient: Beide Wild-Card-Spiele wurden erst im letzten Inning (in Toronto im elften, in New York im neunten) entschieden und in beiden war es ein 3-Run-Homerun, der die Waage zum Kippen brachte. Die Plays der Woche sind somit die Homeruns von Edwin Encarnacion und von Conor Gillaspie.

Statistik der Woche
23. Das ist die Anzahl scoreloser Innings, die Madison Bumgarner in Postseason-Spielen hintereinander absolviert hat – den Complete-Game-Shutout gegen die Mets von letzter Nacht mitgerechnet. Betrachtet man die Giants insgesamt, so haben diese von Spiel 3 der NLDS des Jahres 2012 bis zum gestrigen Wild-Card-Spiel nun neun Spiele in Folge gewonnen, bei denen sie im Falle einer Niederlage ausgeschieden wären.

Spiel der Woche
Auch beim Spiel der Woche entscheide ich mich nicht für eines, denn die Wild-Card-Spiele waren beide äußerst sehenswert und an Spannung nicht zu überbieten. Zwischen Toronto und Baltimore stand es bis ins elfte Inning 2:2, zwischen New York und San Francisco bis ins neunte 0:0, die jeweiligen Enden habe ich schon oben als Spielzüge der Woche erwähnt. In beiden Fällen stand hinterher ein prominenter Relieve Pitcher im Mittelpunkt der Analysen und Kritiken: Bei den Mets wiederholte sich die Geschichte aus dem letzten Jahr, dass Closer Jeurys Familia in der Postseason nicht an seine Leistungen aus der regulären Saison anknüpfen konnte. Er ließ zuerst zwei Baserunner und dann den entscheidenden Homerun in einem ansonsten von hervorragendem Pitching auf beiden Seiten geprägten Spiel zu. Der andere Verlierer der Wild-Card-Runde, die Orioles, ernteten hingegen Kopfschütteln dafür, dass sie in Zach Britton den wohl besten Reliever der Liga elf Innings lang auf der Bank ließen. Klar, man hätte Britton irgendwann ab dem achten Inning für ein, zwei Innings bringen können, vielleicht hätte man ihn im elften Inning bei Scoring Position und nur einem Aus sogar bringen müssen. Ich kann allerdings Manager Buck Showalter verstehen, dass er davor zurück schreckte, im Auswärtsspiel seinen Closer zu verheizen, ohne selbst in Führung zu liegen. Hätte er das getan und dann verloren, wäre das Geschrei mindestens genauso groß gewesen.

Spiel der kommenden Woche
Diese Kategorie ist während der regulären Saison als Einschalttipp gedacht, aber in den Playoffs ist natürlich jedes Spiel hochinteressant und relevant und ich kann nur jedem Baseballfan empfehlen, sich so viele wie möglich davon anzuschauen. Dennoch möchte ich ein Spiel hervorheben und zwar das erste Spiel der Toronto Blue Jays gegen die Texas Rangers heute Nacht. Ich schätze, so ziemlich jeder neutrale Fan sowie jeder Anhänger eines der beiden Teams hat sich gewünscht, dass sich dieses Aufeinandertreffen aus dem letzten Jahr wiederholt und tatsächlich ist es so gekommen. Denn seit der ALDS 2015 verbindet die beiden Teams eine (hoffentlich) gesunde Rivalität, zu deren Sinnbild der legendäre Batflip von José Bautista wurde. Ich bin gespannt, wie Spieler und Fans das Wiedersehen aufnehmen. Von mir aus darf es gern ein bisschen hitzig werden, aber bitte ohne Gewalt.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , ,