Juli 13th, 2017 by Dominik

Das All-Star-Spiel ist abgehakt, die American League hat 2:1 gewonnen. Das interessiert zwar kaum jemanden außer Robinson Cano, der dank seines spielentscheidenden Homeruns zum MVP gewählt wurde und eine schicke neue Corvette mit nach Hause nehmen durfte. Aber immerhin wissen wir jetzt, dass Bryce Harper ein Unterhemd trägt und dass Fox-Reporter – einschließlich MLB-Legende Alex Rodriguez – sich nicht zu blöd sind, solche und andere weltbewegende Fragen per Interview auf dem Feld, teilweise sogar während des Spiels zu klären. Nun ja. Immerhin hat das Spiel eine verblüffende Statistik hervorgebracht, auf die ich weiter unten kurz eingehe.

Mitten im All-Star-Break sehe ich nicht viel Sinn darin, die gegenüber letztem Donnerstag kaum veränderten Tabellenstände herunterzubeten. Deswegen gehe ich für den heutigen Grand Slam mal weg von der Betrachtung nach Divisionen und schaue verstärkt aufs große Ganze, auf die Chancenverteilung in den Playoff-Rennen der beiden Ligen. Ich stütze mich dabei auf die Playoff-Odds von Fangraphs. Grob erklärt steht dahinter, dass der Ausgang jedes einzelnen verbleibenden Spiels der MLB-Saison mit einer Wahrscheinlichkeit versehen wird. Diese Wahrscheinlichkeit orientiert sich daran, über welche Spieler die jeweiligen Teams verfügen und welche Einsatzzeiten und zählbaren Leistungen für diese Spieler prognostiziert werden. Anhand der Wahrscheinlichkeiten für die einzelnen Spielausgänge wird im nächsten Schritt der Rest der Saison einschließlich Playoffs simuliert und zwar 10.000-mal. Aus den 10.000 simulierten Saisonausgängen werden schlussendlich die Chancen der einzelnen Teams auf den Divisionssieg, einen Wild-Card-Platz usw. bis hin zum Erreichen und Gewinn der World Series abgeleitet. Wenn also Team X in den 10.000 Simulationen 5.000-mal in die Playoffs kommt und davon 300-mal World-Series-Sieger wird, dann hat es eine Playoff-Chance von 50% und eine World-Series-Chance von 3%.

National League
Bekanntlich kommen aus jeder Liga fünf Teams in die Playoffs: die drei Divisionssieger sowie die zwei besten Nicht-Divisionssieger, welche das Wild-Card-Spiel unter sich austragen. In der National League ist in dieser Hinsicht bereits sehr Vieles so gut wie entschieden. Die Los Angeles Dodgers (61-29) und die Washington Nationals (52-36) sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch – die Prognose von Fangraphs sieht die Playoff-Chancen dieser beiden bei 100,0% bzw. 98,7%. Mit 87,2% ebenfalls so gut wie sicher sind die Arizona Diamondbacks (53-36) in den Playoffs, wenngleich aller Voraussicht nach „nur“ über die Wild Card.

Drei von fünf Plätzen sind damit mehr oder weniger vergeben und auch für den vierten und fünften Playoff-Teilnehmer der NL gibt die Saison-Hochrechnung bereits klare Favoriten aus: die Colorado Rockies (52-39) sind mit 61,3% Wahrscheinlichkeit auf Kurs zur zweiten Wild Card, während die Chicago Cubs (43-45) von dem Modell sogar zu 64,1% in den Playoffs gesehen werden. Letzteres ist das meiner Ansicht nach einzige überraschende Ergebnis der Prognose, denn schließlich stehen die Cubs bei einer negativen Bilanz und belegen zurzeit keinen Playoff-Platz. Ihre Teilnahmewahrscheinlichkeit setzt sich zusammen aus einer Chance von 10,1% auf eine Wild Card und 54,0% auf den Gruppensieg. Dazu müssen sie erstmal vorbei an den Milwaukee Brewers (50-41), die von Fangraphs trotz derzeit fünfeinhalb Spielen Vorsprung nur zu 19,2% als Divisionssieger und zu 29,3% als Playoffteam gesehen werden. Zudem müssen die Cubs die derzeit punktgleichen St. Louis Cardinals (43-45) auf Distanz halten, die mit 21,8% Wahrscheinlichkeit an der Spitze der Division und mit 32,5% in den Playoffs gesehen werden.

Die Musik der zweiten Saisonhälfte spielt in der National League somit klar in der Central-Division, in der sich die Cubs, die Brewers und die Cardinals um (wahrscheinlich) einen einzigen Platz in den Playoffs balgen. Für die acht hier nicht genannten Teams – immerhin mehr als die Hälfte der National League – scheint der Playoff-Zug bereits abgefahren, sie liegen alle bei einer Teilnahmewahrscheinlichkeit von deutlich unter 10%.

American League
In der American League können sich, wenn wir die Grenze auch hier bei 10% ziehen, deutlich mehr Teams noch Hoffnungen auf einen der begehrten fünf Playoff-Plätze machen. Wirklich umstritten sind dabei allerdings nur die beiden Wild Cards, denn auf die Divisionssiege sieht Fangraphs bereits sehr deutliche Favoriten: natürlich die Houston Astros (60-29) mit glatten 100%, aber auch die Cleveland Indians (47-40) mit 94,3% Wahrscheinlichkeit auf die Division und 97,7% auf die Playoffs insgesamt sowie die Boston Red Sox (50-39). Der Gruppensieg der Red Sox gilt zwar „nur“ zu 76,7% als sicher, aber zusammen mit ihren Wild-Card-Chancen landen sie bei komfortablen 93,8%.

Hinter diesen Dreien beginnt das große Hauen und Stechen, vor allem in der AL East: Dort dürfen sich vier von fünf Teams Chancen über 20% ausrechnen – neben den Red Sox sind das die New York Yankees (54-41) mit 54,2%, die Tampa Bay Rays (47-43) mit 32,4% und sogar noch die derzeit letztplatzierten Toronto Blue Jays (41-47) mit 21,0%. In den beiden anderen Divisionen sind es vor allem die Kansas City Royals (44-43) und die Texas Rangers (43-45), denen das Prognosemodell zu 23,5% bzw. 23,1% berechtigte Hoffnungen auf die Playoffs macht. Die Minnesota Twins (45-43) und die Los Angeles Angels (45-47) stehen zwar in der aktuellen Tabelle jeweils vor diesen beiden, doch ähnlich wie in der NL den Brewers traut Fangraphs der überraschend guten Saison dieser Teams nicht über den Weg und sieht ihre Playoff-Teilnahmen nur zu 12,7% bzw. 14,9% als wahrscheinlich an.

Die Seattle Mariners (43-47) schaffen mit einer 10,8-prozentigen Chance auf eine Wild Card gerade noch den Sprung über die Grenze und komplettieren somit ein Feld von immerhin elf Teams, die sich – wenn man etwas auf die Prognosen gibt – noch im Playoff-Rennen betrachten dürfen. Lediglich die Tigers, die Orioles, die White Sox und die Athletics sind quasi draußen.

Szene der Woche
Meine Szene der Woche ist ein Homerun von Aaron Judge. Das ist ja eigentlich nichts Besonderes für den großen Jungen, der dieses Jahr die MLB mit 30 Stück anführt und am Dienstag das Home Run Derby mit sage und schreibe 47 Homeruns für sich entschied. Es wären wohl sogar noch ein paar mehr geworden, wäre er nicht in jeder der drei Runden als Zweiter am Schlag gewesen, sodass jedes Mal abgebrochen wurde, sobald er die Marke seines Gegners übertroffen hatte. Einer der vielen langen Bälle war dann aber doch etwas ganz Besonderes, denn mit einer Weite von 513 Yards (469 Meter) war es der längste Homerun seit Einführung der Statcast-Messungen vor zwei Jahren, sowohl in Spielen als auch im Home Run Derby.

Statistik der Woche 
43-43. Das ist die Bilanz der bisherigen All-Star-Spiele zwischen der National League und der American League. Und es wird noch besser: Nach Runs steht es in diesen Spielen 361:361. Schöner kann man die langfristige Ausgeglichenheit der beiden Ligen nicht zum Ausdruck bringen.

Spiel der Woche
Nein, das All-Star-Spiel wird bei mir nicht zum Spiel der Woche. Aber ein anderes Freundschaftsspiel in der All-Star-Woche schaue ich mir immer wieder gerne an: das Futures Game. Das Ergebnis ist natürlich genauso unwichtig wie das des All-Star-Spiels, aber wenn man nicht gerade intensiv die Minor Leagues verfolgt (wer hat schon so viel Zeit?), dann ist es eine schöne Gelegenheit, die MLB-Stars von morgen mal in Aktion zu sehen. Dieses Jahr gewann das aus US-Amerikanern bestehende Roster mit 7:6 gegen das Rest-der-Welt-Roster, wobei um ein Haar eine frühe 7:0-Führung verspielt wurde. Zum MVP des Spiels wurde mit Brent Honeywell aus dem Farmsystem der Tampa Bay Rays erstmals ein Pitcher gewählt. Honeywell startete für die USA mit zwei Shutout-Innings. Auch sonst waren es dieses Mal vor allem die Pitcher, die für Aufsehen sorgten: Michael Kopech (White Sox) und Thyago Vieira (Mariners) demonstrierten atemberaubende 101-mph-Pitches, mit denen sie voll im aktuellen Trend zu immer stärkerer Dominanz des immer schnelleren Fastballs liegen.

Spiel der kommenden Woche
Mit Vollgas in die zweite Saisonhälfte: Gleich viermal an drei Tagen – einmal am Freitag, einmal am Samstag und zweimal am Sonntag – steigt am Wochenende der größter Klassiker im Baseball. Die Red Sox empfangen die Yankees und vor allem für die New Yorker wird diese Serie zeigen, wohin sie in den kommenden Wochen ihren Blick zu richten haben: nach oben auf das Duell mit Boston um den Divisionstitel oder nach unten auf die Tampa Bay Rays und andere Konkurrenten um die Wild-Card-Plätze. Die Wahl des konkreten Einschalttipps fällt mir etwas schwer, weil die Yankees noch nicht bekannt gegeben haben, mit welcher Rotation sie aus der Pause zu kommen gedenken. Aber für die Red Sox tritt am Samstag um 22:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit Chris Sale an, was für sich allein schon Attraktion genug ist. Mit 12.55 Strikeouts pro 9 Innings und einem FIP von 2.09 führt Sale zurzeit souverän die Liga an, seine 178 Strikeouts vor dem All-Star-Break sind sogar die meisten seit 2002. Wer Sale dieses Jahr noch nicht hat pitchen sehen, sollte das dringend nachholen.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , ,

Juli 11th, 2017 by Dominik

Heute Nacht um 2 Uhr mitteleuropäischer Zeit ist es wieder soweit: Im Marlins-Park in Miami steigt das jährliche All-Star-Game. Bei diesem Schaulaufen der Stars dabei sein zu dürfen ist für jeden Spieler ein Highlight und eine Ehre. Das Spiel selbst ist allerdings völlig irrelevant, seit diesem Jahr entscheidet es nicht mal mehr wie bisher über den Heimvorteil in der World Series. Mir persönlich ist das All-Star-Game daher nicht so wichtig, dass ich deswegen nachts aufbleibe und ich sehe auch wenig Sinn darin, über dieses Freundschaftsspiel eine Vorschau zu schreiben.

Stattdessen führe ich die im letzten Jahr begonnene Tradition fort, am Tag vor dem All-Star-Game die Disabled List (DL) der MLB zu durchforsten. Ich stelle den All-Star-Rostern der NL und der AL ein Roster aus DL-Spielern entgegen, um die Erinnerung an all jene wachzuhalten, die heute Nacht vielleicht dabei wären, wenn das Verletzungspech sie nicht ereilt hätte. Hier sind sie, meine Disabled-List-All-Stars – fünf Starter, fünf Reliever und für jede Position ein Starter und eine Reserve:

SP Noah Syndergaard NYM
SP Madison Bumgarner SFG
SP Dallas Keuchel HOU
SP Collin McHugh HOU
SP Chase Anderson MIL
RP Mark Melancon SFG
RP Jeurys Familia NYM
RP Tyler Thornburg BOS
RP Will Smith SFG
RP Zach Duke STL
C Devin Mesoraco CIN
C Geovany Soto CWS
1B Greg Bird NYY
1B Chris Davis BAL
2B Starlin Castro NYY
2B Neil Walker NYM
SS Trea Turner WSH
SS Eduardo Nunez SFG
3B  Yangervis Solarte SDP
3B  David Wright NYM
LF  Gerrardo Parra COL
LF  Jayson Werth WSH
CF  Mike Trout LAA
CF  Kevin Kiermaier TBR
RF  Adam Eaton WSH
RF  Carlos Gonzalez COL

Was meint ihr – hätte dieses Team, wenn alle fit und gesund wären, eine Chance gegen die „echten“ All-Star-Roster? Ich finde, die hätte es in fast jeder Hinsicht. Lediglich die Catcher-Position ist auf der DL derzeit erfreulich schwach vertreten.

Posted in MLB Tagged with: , , ,

Juli 6th, 2017 by Dominik

Noch vier Tage, dann haben die meisten Spieler der MLB erstmal Pause. Das All-Star-Game steht an – das unwichtigste Spiel des Jahres, was das Ergebnis angeht, aber gleichzeitig eines der wichtigsten, wenn es darum geht, ob man dabei ist oder nicht. Apropos: Über den letzten Platz in beiden Rostern wird noch bis heute Abend abgestimmt, hier findet ihr den Link und meine Wahlempfehlung. Der heißeste World-Series-Tipp zur (etwas mehr als) Halbzeit ist dieses Jahr nicht schwer zu erraten, die Houston Astros und die Los Angeles Dodgers machen in dieser Hinsicht klar das Rennen. Andererseits gibt es wohl kaum eine Sportart, in der man sich häufiger zu früh freut oder ärgert als beim Baseball mit seiner 162-Spiele-Saison. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Astros und die Dodgers am Ende tatsächlich gegeneinander um die World Series spielen, liegt laut Fangraphs bei gerade mal 3,7%!

American League
Es hatte sich schon ein paar Wochen lang abgezeichnet, inzwischen ist es soweit: Die Boston Red Sox (49-36) haben in der American League East den New York Yankees (44-39) den Rang abgelaufen. Mit acht Siegen aus den letzten zehn Spielen sind die Red Sox gerade rechtzeitig in Schwung gekommen, um zur Pause die Favoritenrolle auszufüllen, die ihnen vor der Saison allenthalben zugeschrieben wurde. Die Yankees finden sich unterdessen in einem neuen Zweikampf wieder: Ihnen sind die Tampa Bay Rays (44-42) inzwischen so nah auf die Pelle gerückt, dass vor dem All-Star-Break noch ein ganz knappes Rennen um Platz zwei in der Division und den Wild-Card-Rang in der AL ansteht. Beide haben es dabei mit hochkarätigen Gegnern zu tun: Die Yankees empfangen an den kommenden Tagen die Milwaukee Brewers und die Rays die Red Sox.

In der AL Central gibt es zwar bisher noch keinen neuen Tabellenführer, aber die Cleveland Indians (44-39) haben in den Kansas City Royals (44-40) einen neuen Hauptverfolger. Die Royals haben sich dieses Jahr bemerkenswert gesteigert: Im April (7-16) waren sie noch das schwächste Team der ganzen Liga, im Mai schwammen sie mit 15-14 im Durchschnitt, im Juni (17-9) hatten sie die beste Bilanz der AL und im bisherigen Juli (5-1) die beste der MLB. Ich bin gespannt, wo das noch hinführt. Auch die Minnesota Twins (43-41) sind in dieser spannenden Division noch gut dabei. Mit sieben Niederlagen aus den letzten elf Spielen haben sie etwas Boden verloren, allerdings kamen sechs davon gegen die Royals und die Red Sox zustande, die zurzeit einfach unheimlich gut drauf sind. Max Kepler, der einzige Deutsche in der MLB, spielt übrigens nach wie vor eine gute Saison für die Twins. Er schlägt dieses Jahr bislang .259/.331/.440 und hatte am Montag einen fantastischen Auftritt beim 9:5 gegen die Los Angeles Angels, in dem er aus fünf Plate Appearances einen Homerun, einen Double, zwei Singles, einen Walk und drei RBIs machte.

Die Houston Astros (58-27) lassen in der AL West nichts anbrennen und haben ihren Vorsprung gegenüber sämtlichen Divisionskonkurrenten auch in dieser Woche weiter ausgebaut. Sage und schreibe 16 Spiele beträgt mittlerweile der Abstand zwischen den Astros mit der besten Bilanz der MLB und den Los Angeles Angels (44-45), die trotz knapp negativem Record Platz zwei der Division halten und noch in Richtung Wild Card schielen. Davon sind auch die Texas Rangers (41-44) und die Seattle Mariners (41-45) nicht weit entfernt, aber beide scheinen es sich dieses Jahr zur Gewohnheit gemacht zu haben, immer dann, wenn sie sich mal wieder mühsam herangearbeitet haben, eine Niederlagenserie hinzulegen. Momentan sind es sieben Niederlagen aus den letzten zehn Spielen für die Rangers und acht für die Mariners. Bis zur Pause kann sich allerdings noch ein bisschen was tun auf den nachrangigen Plätzen der AL West: In den letzten Serien vor dem All-Star-Spiel treffen die Mariners auf die Oakland Athletics (37-48) und die Rangers auf die Angels.

National League
Ich würde ja gern mal etwas abwechslungsreicher über die National League East schreiben statt sie schon vor dem All-Star-Break abzuhaken, aber es tut sich leider nichts, was dies rechtfertigen würde. Die Division ist nicht nur für die Washington Nationals (50-34) faktisch entschieden, es bestehen auch kaum noch Chancen auf eine Wild Card für die anderen Teams. Die eingangs schon zitierten Eintrittswahrscheinlichkeiten von Fangraphs sehen bei keinem NL-East-Team außer den Nationals eine Playoff-Wahrscheinlichkeit von 10 Prozent oder mehr. Zum Vergleich: In jeder anderen Division der MLB weisen mindestens drei Teams einen solchen Wert auf. Einen überraschenden Fakt habe ich aber doch parat: Die New York Mets (38-45) sind das einzige Team der National League East, das mit 6-4 eine positive Bilanz aus den letzten zehn Tagen aufzuweisen hat. Zu sagen hat das freilich wenig, zumal die Siege „nur“ gegen die San Francisco Giants, die Miami Marlins (38-45) und die Philadelphia Phillies (28-55) eingefahren wurden, bevor es nun wieder zwei Niederlagen gegen die Nationals setzte. Ach, bevor ich es vergesse: Die Atlanta Braves (40-43) haben die 44-jährige Pitching-, Fielding– und Batting-Legende Bartolo Colon entlassen, nachdem er es dieses Jahr in 63 gepitchten Innings nur auf einen ERA von 8.14 gebracht hat. Möglicherweise ist dies das Ende einer großartigen Karriere, aber daran kann und will ich noch nicht glauben – hoffentlich kommt Bartolo noch mal in der MLB unter, am liebsten bei den Mets.

In den vergangenen Wochen ging es hier in Bezug auf die NL Central meist darum, dass die Chicago Cubs (42-42) sich nach und nach an das Überraschungsteam der Milwaukee Brewers (47-40) herantasten. Das hat sich erstmal erledigt, nachdem die Brewers in der vergangenen Woche sechs ihrer sieben Spiele gewannen und sich damit wieder etwas Luft vor dem Titelverteidiger (sechs Spiele, drei Siege) verschafften. Heute Abend kommt es zwischen den beiden zu einem einzelnen Nachholspiel in Chicago (siehe „Spiel der kommenden Woche“). Noch halbwegs im Rennen sind die St. Louis Cardinals (40-44), während die Pittsburgh Pirates (39-46) und die Cincinnati Reds (36-48) bereits mitten in den Plänen für die nächste Saison stecken und sich dementsprechend für die Trade-Deadline am 31. Juli in Stellung bringen.

In der NL West findet gerade etwas statt, was es dort seit Saisonbeginn noch nicht gegeben hat, nämlich eine gewisse Entzerrung innerhalb des Führungstrios. Die Los Angeles Dodgers (57-29) haben seit Mai eine Bilanz von 43-14 eingefahren, das heißt sie haben in diesem Zeitraum gut 75% ihrer Spiele gewonnen – da kann keiner mithalten, noch nicht mal die Houston Astros (71%). Die Arizona Diamondbacks (52-33) sind lange drangeblieben, doch nach zwei Niederlagen im direkten Vergleich mit den Dodgers sind sie nun dreieinhalb Spiele zurück und müssen heute Abend ein weiteres Mal in Los Angeles antreten. Noch etwas weiter zurückgefallen sind die Colorado Rockies (50-37), nachdem sie zuletzt vier Serien in Folge verloren haben, davon zwei gegen die Diamondbacks, eine gegen die Dodgers und eine gegen die San Francisco Giants (34-52). Dennoch genießen die Rockies immer noch einen komfortablen Vorsprung im Kampf um die Wild Cards – die Chicago Cubs als momentan stärkster Konkurrent stehen sechseinhalb Spiele hinter ihnen.

Szene der Woche
In dieser Rubrik gibt es heute ausnahmsweise mal keine bewegten Bilder, sondern „nur“ ein Foto: dieses Foto, aufgenommen letzten Sonntag beim Spiel der Astros gegen die Yankees. New Yorks Aaron Judge neben Houstons Jose Altuve. 2,01 Meter, 128 Kilo, neben 1,68 Meter, 75 Kilo. Oder auch: MLB-Star neben MLB-Star. Toll, was für eine wunderbare Vielfalt dieser Sport erlaubt.

Statistik der Woche 
1101. So viele Homeruns wurden diesen Juni in der MLB geschlagen. Das sind mehr als in irgendeinem anderen Monat der MLB-Geschichte. Das Phänomen steigender Homerunzahlen fiel schon letztes Jahr ins Auge und ich hatte mir ein paar Erklärungsansätze dafür angeschaut. Inzwischen wurde als zusätzlicher Vorteil für die Batter die Strikezone verkleinert. Eine der momentan beliebtesten Spekulationen dreht sich um eine veränderte Beschaffenheit der Bälle. Unschön wäre das insofern, als man so eine Maßnahme gern vorab transparent verkündet gesehen hätte. Aber falls tatsächlich die Bälle der Grund sind, ist das zumindest besser als wenn sich herausstellt, dass eine neue Welle des Missbrauchs leistungssteigernder Substanzen dahinter steckt. MLB-Commissioner Rob Manfred gibt sich jedenfalls überzeugt, dass weder die Bälle noch Doping die Antwort sind, beides sei ausführlich geprüft worden. Eine alternative Erklärung hat Cubs-Manager Joe Maddon: Er schiebt die Entwicklung – mit einem Augenzwinkern – auf die globale Klimaerwärmung, weil Bälle in wärmerer Umgebung weiter fliegen.

Spiel der Woche
MLB-Spiele werden selten in Deutschland entschieden, aber ich bin sicher, gestern Abend war es so: Die Toronto Blue Jays traten im Yankee Stadium an und lagen zur Mitte des vierten Innings schon 5:0 in Führung. Dann blies Aaron Judge zur Aufholjagd, die er mit einem 2-Run-Shot, seinem 29. Homerun in der laufenden Saison, eröffnete. Ein Inning später, nach einem Homerun von Ji-Man Choi und einem Double von Didi Gregorius für je zwei Runs, lagen die Yankees 6:5 in Front. Nun schlug die große Stunde von Andreas Thies, einer der drei Stimmen des wöchentlichen Pflicht-Podcasts Just Baseball: Auf Twitter verbreitete er die Ansicht „Mann, die Blue Jays können aber auch nichts“. Dieses Manöver schien fast schon zu durchsichtig, aber es funktionierte: Prompt trug im siebten Innning ein günstiger Wind Russel Martins Fly Ball über das Center Field zum 6:6 und Yankees-Reliever Dellin Betances flatterten im folgenden Durchgang die Nerven dermaßen, dass er sich mit vier Walks den siegbringenden Run der Blue Jays ins Haus holte. Chapeau, Andreas, das hast du sauber hinbekommen!

Spiel der kommenden Woche
Wohin geht die Reise für den Titelverteidiger? Die Chicago Cubs, denen viele nach dem letzten Jahr vorschnell das Prädikat einer „Dynasty“ aufdrücken wollten, enttäuschen bislang die Erwartungen. Mit ihrer .500-Bilanz können sie von Glück sagen, dass sie in ihrer Division noch alle Chancen auf den Sieg haben. Den werden sie auch brauchen, denn die Wild Cards scheinen angesichts der Dominanz der NL West dieses Jahr unerreichbar für den Rest der National League. Aber auch in der Division sind die Cubs nun schon ein Stück hinter den Milwaukee Brewers zurück und das heute Abend um 20:20 Uhr mitteleuropäischer Zeit anstehende Nachholspiel zwischen den beiden könnte richtungsweisenden Charakter entwickeln. Den Mound wird als erstes Mike Montgomery (2.80 ERA, 3.68 FIP) für die Cubs besteigen, danach darf Zach Davies (5.03 ERA, 4.98 FIP) seine Künste für die Brewers unter Beweis stellen. Bei den Cubs wird übrigens Kyle Schwarber erstmals wieder dabei sein, seit er vor zwei Wochen in die Minor Leagues geschickt wurde, um dort den verlorenen Schwung wieder zu finden. Das könnte geklappt haben: Nach indiskutablen .171/.295/.378 in 64 MLB-Spielen brachte er es in elf AAA-Spielen auf eine Slashline von .343/.477/.714.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , ,

Juli 4th, 2017 by Dominik

Die erste Runde des All-Star-Votings der MLB ist abgeschlossen und ein Großteil der Roster steht fest.Jetzt wird es aber erst richtig spannend, denn nach dem zweimonatigen Wahlmarathon stehen nun nur noch wenige Tage zur Verfügung, um den letzten Teilnehmer in jeder der beiden Ligen zu wählen. Bis Donnerstag, 22 Uhr mitteleuropäischer Zeit, kann man noch seinen Final Vote abgeben und unter je fünf Spielern pro Liga entscheiden, welcher von ihnen in letzter Sekunde zu All-Star-Ehren kommt. Mir fehlt zwar gerade die Zeit zu großen Ausführungen und Analysen, aber meine Wahlempfehlungen möchte ich doch gerne loswerden:

In der American League geht meine Stimme an 1B Logan Morrison. Ähnlich wie sein Team, die Tampa Bay Rays, fliegt Morrison ein bisschen unter dem Radar und spielt dennoch eine ganz hervorragende Saison. Sein Batting Average von .256 lässt ihn auf den ersten Blick gegenüber der Konkurrenz etwas abfallen, doch man übersieht dabei leicht, dass er mit 14,5% eine hervorragende Walk-Rate hat und dadurch bei einer beachtlichen On-Base-Percentage von .366 landet – gleichauf mit Xander Bogaerts, der mit .314 den höchsten Average der fünf AL-Finalisten aufweist. Morrisons Fähigkeit, auf Base zu kommen, kombiniert mit seinen 24 Homeruns, beschert ihm einen OPS von .945, den fünfthöchsten der gesamten AL – alle vier Spieler, die vor ihm stehen, sind Starter im All-Star-Game.

Für die National League führt in meinen Augen kein Weg vorbei an 3B Justin Turner von den Los Angeles Dodgers. Dass man mit einer Slashline von .382/.472/.557 und einem fWAR von 3.7 (Zweiter in der NL) nicht schon in der ersten Wahlrunde mit Pauken und Trompeten in das All-Star-Roster eingezogen ist, kann nur ein Versehen sein – vielleicht nicht von den Fans, die Colorados Nolan Arenado zum Starter auf der Position gewählt haben, aber zumindest von den Spielern, bei denen Jake Lamb von den Diamondbacks die meisten Stimmen bekam. Bei allem Respekt für die gute Saison, die Lamb spielt: Turner ist besser und zwar deutlich. Die direkte Wahl gekostet hat ihn vermutlich, dass er mitten in der heißen Phase des Votings drei Wochen verletzt ausfiel und dadurch noch zu wenige Plate Appearances hat, um in den Statistiken als „qualified“ aufzutauchen. Die oben genannten Werte nach 251 PAs sprechen aber meines Erachtens eine klare Sprache, dass Justin Turner ins All-Star-Roster der NL gehört.

Auch in der deutschen Baseball-Bundesliga werden derzeit die All-Stars gewählt. Noch bis zum 10. Juli um 22 Uhr kann man einmal täglich für bis zu drei Spieler abstimmen. Da bei dem Event am 23. Juli in München-Haar nicht etwa der Norden gegen den Süden spielt, sondern die Bundesliga-All-Stars gemeinsam gegen die Deutsche Nationalmannschaft antreten, ist die Auswahl relativ stark eingeschränkt: Aktuelle Nationalspieler stehen logischerweise nicht zur Wahl. Dadurch dürften überwiegend die ausländischen Spieler der Bundesligisten als Favoriten in das Voting gehen.

Auch zur Bundesliga gebe ich eine Wahlempfehlung ab, allerdings ist diese relativ eindeutig gefärbt: In der Nordgruppe habe ich bislang kein einziges Spiel gesehen und im Süden in erster Linie „meine“ Mainzer – und ich wähle grundsätzlich keine Spieler nur aufgrund ihrer Zahlen, ohne mir selbst ein Bild von ihnen gemacht zu haben. Da einige Leistungsträger der Athletics wie Max Boldt und Tim Stahlmann durch die Zugehörigkeit zur Nationalmannschaft nicht im Pool sind, fällt mir die Wahl von Pitcher Riley Barr und Outfielder Peter Johanessen sehr leicht. Als Dritten im Bunde könnte ich mir zwar gut eine der Mainzer Mehrzweckwaffen Jeff Hunt, Zach Johnson oder Lennard Stöcklin vorstellen, aber irgendwo muss ich den Fanboy dann doch mal außen vor lassen und klar feststellen: Am Münchner Starter Ryan Bollinger führt in diesem Jahr kein Weg vorbei. Daher gehen meine Stimmen an Barr, Johanessen und Bollinger – einmal täglich, eine Woche lang.

Posted in Baseball in Deutschland, MLB Tagged with: , , , , , , , ,

Mai 2nd, 2017 by Dominik

Seit gestern kann man auf mlb.com abstimmen, welche Spieler in die beiden Roster für das All-Star-Game berufen werden sollen. Das Spiel an sich ist zwar ein eher uninteressanter Pausenfüller, zumal ab diesem Jahr noch nicht mal mehr das Heimrecht der World Series vom Ausgang des All-Star-Games abhängt (sondern davon, welcher Teilnehmer die bessere Saisonbilanz hat). Aber überhaupt in den Kader berufen zu werden, ist nach wie vor eine große Ehre und Anerkennung für die Spieler.

Wenn ihr es etwas seltsam findet, schon nach knapp einem Monat darüber abzustimmen, wer die besten MLB-Spieler des Jahres sind, seid ihr nicht allein. Die Abstimmungsphase läuft vom 1. Mai bis zum 29. Juni. Ich finde, ein Monat hätte gereicht und ich werde selbst auch in jedem Fall bis Juni warten, bevor ich meine Stimmen abgebe. Das darf man übrigens nicht nur einmal sondern bis zu 35-mal innerhalb des genannten Zeitraums, wobei man bis zu fünfmal innerhalb von 24 Stunden abstimmen kann. Will man dieses Kontingent voll ausschöpfen, muss man also eine volle Woche dafür einplanen.

Gewählt werden die Starter auf den Feldpositionen, also acht Spieler für das Team der National League und neun für das der American League, weil hier noch ein Designated Hitter hinzukommt. Zur Wahl steht auf jeder Position ein Spieler pro Team. Benannt wurden diese Spieler von den Teams zu Saisonbeginn. Dadurch kommt es zu ein paar seltsamen Blüten wie zum Beispiel, dass Royals-Outfielder Jorge Soler oder Rangers-3B Adrian Beltre wählbar sind, obwohl sie diese Saison bislang kein einziges Spiel absolviert haben. Andererseits stehen Rockies-1B Mark Reynolds (.298/.362/.606) oder Mets-Outfielder Michael Conforto (.333/.408/.700) trotz ansprechender April-Leistungen nicht auf dem Wahlzettel. Für Fälle wie die letzteren kann man auch einen selbst eingetippten Namen hinzufügen, dessen Chancen auf die Wahl in das All-Star-Team aber gering sein dürften.

Die Pitcher sowie die Reservespieler auf den Positionen werden in einer internen Abstimmung der MLB-Spieler festgelegt. Anschließend dürfen die Teammanager des All-Star-Games – das sind die traditionell die Manager der beiden vorherigen World-Series-Teilnehmer – die Roster auf je 33 Spieler auffüllen. Zum Abschluss haben noch einmal die Fans das Sagen, indem der 34. und letzte Rosterplatz im Kader jeder Liga durch eine weitere Online-Wahl bestimmt wird.

Das All-Star-Game findet am 11. Juli in Miami statt, wie üblich eingebunden in ein mehrtägiges Programm mit diversen Events wie zum Beispiel dem Home Run Derby am 10. Juli.

Posted in MLB Tagged with: ,

Dezember 1st, 2016 by Dominik

Zwei Meilensteine der diesjährigen Offseason wurden an den vergangenen beiden Tagen erreicht: Zuerst kam der nach meiner Einschätzung beste Free Agent des Jahres zu einem neuen Vertrag: Zu meiner großen Freude bleibt Yoenis Cespedes bei den New York Mets. Und heute Nacht einigten sich die Verhandlungspartner quasi in letzter Sekunde auf ein neues CBA und verhinderten damit einen drohenden Arbeitskampf in der MLB.

Neues CBA für 5 Jahre vereinbart
Dass die Teambesitzer und die Spielergewerkschaft sich unmittelbar vor der Deadline zum 1. Dezember auf ein neues Collective Bargaining Agreement (CBA) geeinigt haben, bedeutet nicht nur die Abwendung des befürchteten Lockouts. Es wurden im Zuge der Verhandlungen um den bis 2021 laufenden Rahmenvertrag auch einige wichtige Neuerungen vereinbart:

  • Das All-Star-Game bestimmt künftig nicht mehr das Heimrecht für die World Series. Stattdessen geht der Vorteil an das Team mit der besseren Saisonbilanz.
  • Es wird keine Draft für internationale Spielerverpflichtungen eingeführt, stattdessen wird es eine Beschränkung in Form einer verbindlichen Gehaltsobergrenze geben.
  • Die Grenze für Luxussteuer, also die Strafzahlung für Teams, die besonders hohe Spielergehälter zahlen, wird 2017 auf 195 Millionen und bis 2021 schrittweise auf 210 Millionen Dollar angehoben. Der Spitzensteuersatz für Teams, die weit über der Grenze liegen (vermutlich ab ca. 250 Millionen) wird wohl von derzeit ca. 50% auf eine Größenordnung von 60% bis 70% erhöht. Zudem rutschen Letztere in der Draft um einige Plätze nach hinten.
  • Qualifying Offers für Free Agents wird es weiterhin geben; jeder Spieler kann aber nur einmal ein solches erhalten und wenn er woanders unterschreibt, gibt es eine Draft-Pick-Kompensation nur noch, wenn der Vertrag über 50 Millionen Dollar umfasst. Die Höhe des betreffenden Draftpicks hängt davon ab, ob das neue Team im Finanzausgleich der Liga zu den Gebern oder zu den Empfängern gehört.
  • Die Rostergrößen werden vorerst offenbar nicht angetastet, es bleibt also bei 25 Spielern vor September und 40 Spielern ab September.

Soweit die wichtigsten bisher bekannt gewordenen Details. Das CBA muss von beiden Seiten noch ratifiziert werden.

Dodgers in finanziellen Schwierigkeiten?
Ein Team, das beim Thema Spielergehälter seit Jahren ganz vorne mitspielt und regelmäßig mit Luxussteuern zur Kasse gebeten wird, sind die Los Angeles Dodgers. Diese Woche wurde bekannt, dass die Dodgers hoch verschuldet sind – die Rede ist von mehreren hundert Millionen bis zu einer Milliarde Dollar. Die Existenz dieser Schulden wird vom Team nicht bestritten, zurückgewiesen werden aber Gerüchte, die Dodgers befänden sich unter verschärften Auflagen der MLB. In jedem Fall ist wohl davon auszugehen, dass die Dodgers in den kommenden Jahren bei den Gehältern ein wenig kürzer treten werden. Der Plan ist, dass verstärkt Spieler aus dem eigenen Farmsystem nachkommen und entsprechend weniger in teure Free Agents investiert werden muss.

Porcello und Rendon sind Comeback Players des Jahres
Die meisten Auszeichnungen für Einzelspieler der vergangenen Saison wurden schon vor zwei Wochen vergeben, aber eine hat noch gefehlt, nämlich die für den Comeback Player. Diese per Wahl unter 30 Journalisten (einem je Team) bestimmte Ehre geht dieses Jahr in der American League an Rick Porcello von den Boston Red Sox und in der National League an Anthony Rendon von den Washington Nationals.

Wie der Name schon sagt, zeichnet der Award Spieler aus, die nach einer schwächeren Phase zurück zu alter Stärke gefunden haben. Auf Porcello trifft das zweifellos zu: 2015 brachte er es in 172 Innings auf 4.92 ERA und nur 0.6 WAR, 2016 fraß er 223 Innings und verdiente sich mit 3.15 ERA und 5.0 WAR bereits den Cy-Young-Award. Auch Rendon ist eine passende Wahl. Er steigerte sich binnen eines Jahres von einer OPS von .707 mit 5 Homeruns auf .798 mit 20 Homeruns.

Cespedes bleibt ein Met
Mein größter Wunsch an diese Offseason war, dass Outfielder Yoenis Cespedes bei den New York Mets bleibt und dass der Vertrag drei bis vier Jahre lang läuft. Mission erfüllt: Cespedes hat für vier Jahre und 110 Millionen Dollar unterschrieben. Damit haben beide Seiten eine ordentliche Planungssicherheit, gleichzeitig läuft die Bindung aber nicht so lang, dass man befürchten muss, irgendwann jahrelang auf einem teuren Vertrag zu sitzen, für den aus Alters- oder Motivationsgründen die Gegenleistung nicht mehr stimmt. Aller Voraussicht nach werden die Mets nun einen ihrer anderen Outfielder wegtraden, denn mit Cespedes, Conforto, Granderson, Bruce, Nimmo und Lagares herrscht ein Überangebot an potenziellen Stammspielern. Am wahrscheinlichsten ist, dass man sich von Bruce oder Granderson trennt; für beide gibt es wohl schon Interessenten, allen voran die Blue Jays. Wenn ich noch einen Wunsch äußern darf, nachdem mein größter schon erfüllt wurde: Ich hoffe sehr, dass Bruce geht und Granderson bleibt – sowohl aus sportlichen als auch aus Sympathiegründen.

Volquez geht zu den Marlins
Es gab noch ein paar weitere Free-Agent-Signings diese Woche, aber die neben Cespedes erwähnenswerteste Verpflichtung ist in meinen Augen die von Edinson Volquez durch die Miami Marlins. Die Marlins sind – nicht erst seit dem tragischen Tod von Jose Fernandez – eines der Teams mit den größten Lücken in der Starting Rotation und Volquez ist sicher einer der interessanteren Veteranen, die zur Verfügung standen. 2016 hatte der 33-jährige Volquez ein schwaches Jahr (5.37 ERA), frühere Leistungen (2014 3.04 ERA; 2015 3.55 ERA) geben aber Anlass zur Hoffnung, dass dies nur ein negativer Ausreißer war. Was den Zweijahresvertrag über 22 Millionen Dollar aus Teamsicht noch ein Stück attraktiver macht ist die Tatsache, dass die Kansas City Royals ihm kein Qualifying Offer unterbreitet hatten und die Marlins somit keinen Draftpick abgeben müssen.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , ,

Juli 14th, 2016 by Dominik

Seit letzten Donnerstag gab es zwar nur eine halbe Woche MLB, aber natürlich gibt es heute trotzdem einen vollwertigen Grand Slam, den wöchentlichen Überblick über die Liga – nicht zuletzt, weil „Ground Rule Double am Donnerstag“ sich irgendwie komisch anhören würde…
Dienstagnacht fand das All-Star-Game statt. Das Ergebnis (4:2 für die AL) ist relativ egal, außer dass wir jetzt wissen, dass der AL-Vertreter Heimrecht in den Spielen 1, 2, 6 und 7 der World Series genießt. Zum Einsatz kamen Spieler aus 29 der 30 MLB-Teams – aus allen außer den Mets, deren Vertreter Bartolo Colón und Jeurys Familia NL-Team-Manager (ausgerechnet) Terry Collins im Dugout ließ. Schade, ein Pinch-Hit-Einsatz von Bartolo hätte das Event deutlich aufgewertet.

American League

Mit 87 bis 91 absolvierten Spielen je Team ist etwas mehr als die Hälfte der Saison vorbei und in der American League East geht es nach wie vor am engsten zu: Die Baltimore Orioles (51-36), die Boston Red Sox (49-38) und die Toronto Blue Jays (51-40) liefern sich nahezu ein Kopf-an-Kopf-Rennen und man darf gespannt sein, welche Spielweise sich am Ende durchsetzt: die stark von Homeruns geprägte Offensive und durchschnittliche Defensive der Orioles; die ligaweit führende Offensivpower bei deutlich unterdurchschnittlichem Pitching der Red Sox; oder das starke Pitching der Blue Jays bei bislang nur leicht überdurchschnittlicher Offense. Hinter diesen Dreien haben sich heimlich, still und leise die New York Yankees (44-44) pünktlich zur Pause auf eine glatte .500-Bilanz hochgearbeitet. Ob mit ihnen noch zu rechnen ist, dürfte sich in den nächsten zehn Spielen abzeichnen, denn mit Boston, Baltimore und San Francisco erwarten die Yankees nun drei richtungsweisende Serien im eigenen Stadion. Definitiv nicht mehr zu rechnen ist mit den Tampa Bay Rays (34-54), die nach zehn Niederlagen in den letzten zehn Spielen weiter abgeschlagen sind denn je.

Die AL Central wird klar dominiert von den Cleveland Indians (52-36), basierend auf starkem Batting, noch besserem Pitching und der Angewohnheit, vor allem die wichtigen Spiele zu gewinnen: Die Hälfte ihrer 52 Siege haben die Indians innerhalb der eigenen Division geholt, 26-11 lautet die Bilanz und das, obwohl es sich bis auf die Minnesota Twins (32-56) um eine ziemlich starke Division handelt. Für Letzteres spricht, dass sich hinter Cleveland drei Teams mit positivem Record um Platz zwei balgen. Zur Pause haben die Detroit Tigers (46-43) trotz zuletzt nur zwei Siegen aus sieben Spielen noch knapp die Nase vor den Chicago White Sox (45-43) und den Kansas City Royals (45-43). Die Serie der Tigers gegen die Royals am kommenden Wochenende verspricht interessant zu werden.

In der AL West haben die Texas Rangers (54-36) immer noch den besten Record der gesamten AL, spüren aber mehr und mehr den Atem der Houston Astros (48-41) im Nacken, die sich nach schwachem Saisonstart seit knapp vier Wochen in der Aufholjagd befinden und nur noch 5.5 Siege zurückliegen. Noch nicht ganz aus dem Rennen sind die Seattle Mariners (45-44), die recht beständig um die .500-Marke oszillieren und ab morgen die Astros zu einer Drei-Spiele-Serie empfangen. Als einzige AL-Staffel beherbergt die West-Division mit den Oakland Athletics (38-51) und den Los Angeles Angels (37-52) zwei Teams, für die die Saison schon nach der Hälfte weitgehend gelaufen ist. Für beide dürfte die interessanteste Frage der nächsten zweieinhalb Wochen sein, welche Weichen für die Zukunft man bis zur Trade-Deadline am 1. August stellen kann. Gerade in Oakland wird mit einigen Trades zu rechnen sein, vor allem SP Rich Hill und 3B Danny Valencia dürften ziemlich sicher zu einem Contender wechseln, der bereit ist, für kurzfristige Verstärkung ein paar Prospects abzugeben. Rund um die Angels wird immer wieder mal über einen Blockbuster-Trade für Mike Trout spekuliert, der mir aber nach wie vor eher unrealistisch erscheint.

National League

Die National League East sah in den letzten vier Spielen vor der Pause das Spitzenduell zwischen den Washington Nationals (54-36) und den New York Mets (47-41) und trotz eines Auftaktsieges der Mets entschieden die Nationals die Serie letztendlich mit 3:1 klar für sich und zementierten ihre Führung mit nun 6.0 Siegen Vorsprung. Für die Mets war es eine sehr bittere Serie, denn neben der verpassten Chance, zum Spitzenreiter aufzuschließen, verletzten sich mit Yoenis Céspedes und Noah Syndergaard der beste Batter und der beste Pitcher des Teams und für Matt Harvey wurde zur traurigen Gewissheit, dass er operiert werden muss und für den Rest der Saison ausfällt. Zu allem Überfluss müssen die Mets sich nun Platz zwei mit den Miami Marlins (47-41) teilen, die mit einem Sweep über die Reds und einem Giancarlo Stanton, der seine Form wiedergefunden hat, in den All-Star-Break gehen. Die Philadelphia Phillies (42-48) sind mit 6.0 Siegen nicht weiter von den Mets und den Marlins – und damit von den Wild-Card-Plätzen – entfernt als diese von den Nationals. Ein ernstzunehmender Faktor sind sie in meinen Augen trotzdem nicht und das schreibe ich in vollem Bewusstsein über das Risiko, hier nächste Woche Abbitte leisten zu müssen, falls sich in den bevorstehenden Serien der Phillies gegen die Mets und die Marlins herausstellen sollte, dass ich falsch liege. Kein Risiko gehe ich hingegen mit der Aussage ein, dass die Atlanta Braves (31-58) den schlechtesten Record der gesamten MLB haben.

Den besten Record der MLB hatten lange die Chicago Cubs (53-35) in der NL Central, aber nach nur zwei Siegen aus den letzten elf Spielen wird kaum jemand so froh über die Pause sein wie sie. Mit 7.5 und 7.0 Siegen Vorsprung auf die St. Louis Cardinals (46-42) und die Pittsburgh Pirates (46-43) müssen die Cubs noch nicht wirklich weiche Knie bekommen, aber vor nicht mal einem Monat betrug der Vorsprung noch 12.5 Spiele und man sieht, wie schnell es gehen kann. Dabei können die Cubs noch von Glück sagen, dass beide Verfolger in den letzten 30 Tagen nicht gerade Wunderdinge vollbracht haben: Während Chicago für diesen Zeitraum eine Bilanz von 12-18 aufweist, sind es 16-14 für die Cardinals und 14-16 für die Pirates. Über die abgeschlagenen Milwaukee Brewers (38-49) und Cincinnati Reds (32-57) gibt es nicht viel zu sagen – außer vielleicht, dass die Reds mit großem Abstand die schlechteste Defensive der MLB aufbieten: 6.0 Runs kassieren sie durchschnittlich pro Spiel, Zweitschlechtester sind die Rockies mit 5.3.

Die San Francisco Giants (57-33) haben seit meinem letzten Übersichtsartikel noch mal vier Siege und keine Niederlage draufgepackt und sind somit mit dem eindeutig besten Record der MLB in die Pause gegangen. Erreicht haben sie das mit einer sehr guten Bilanz innerhalb der NL West (31-15), mit überragendem Erfolg in knappen Spielen (20-10 in 1-Run-Games) sowie mit einem offensiv wie defensiv ausgeglichen gutem Team (in Runs scored und Runs against jeweils Fünfter in der NL) – und natürlich mit ein paar herausragenden Einzelspielern, allen voran den Pitchern Madison Bumgarner (1.94 ERA, 2.96 FIP) und Johnny Cueto (2.47 ERA, 2.70 FIP). Dank der Los Angeles Dodgers (51-40) als derzeit stärkstem Zweitplatzierten der Liga wird es trotzdem nicht langweilig in der Division, die ab Platz drei allerdings deutlich abfällt mit den Colorado Rockies (40-48), den San Diego Padres (38-51) und den Arizona Diamondbacks (38-52), die allesamt bereits einen Haken an die Saison machen und sich gute Vorsätze für nächstes Jahr überlegen können.

Spielzug der Woche

Falls sich jemand gewundert hat, wo bei der Betrachtung der AL Central das Update zu Max Kepler geblieben ist: Das habe ich diese Woche hierher verschoben, um Keplers ersten Grand Slam angemessen zu würdigen. Es war übrigens der erste Grand Slam für die Twins im ganzen Jahr und er bereitete den Weg zum 15:5-Sieg des schlechtesten Teams der AL über das beste im letzten Spiel vor dem All-Star-Break. Der 23-jährige Berliner hat in den letzten 15 Spielen mit einem Average von .222 zwar nicht allzu oft den Ball getroffen, aber darüber lässt sich problemlos hinweg sehen, da er ihn im gleichen Zeitraum sechsmal über den Zaun geschlagen und 21 RBIs gesammelt hat und zudem regelmäßig Walks zieht. Mit einer OBP von .328 in den letzten 15 Spielen steht Kepler sehr solide da, kombiniert mit seinem .593 SLG im gleichen Zeitraum bringt er es auf starke .921 OPS und ist aus dem Team momentan nicht wegzudenken. Erfreulicherweise werden auch die deutschen Medien zunehmend aufmerksam auf unseren Lokalmatador.

Statistik der Woche

61. Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass ich dem Home Run Derby keinen sportlichen Wert zumesse, aber an der unglaublichen Zahl von Homeruns, die Giancarlo Stanton bei der diesjährigen Veranstaltung geschlagen hat, komme ich an dieser Stelle kaum vorbei. Und es waren nicht nur mit großem Abstand die meisten, es waren auch die härtesten (die 20 schnellsten Bälle des Abends gingen allesamt von ihm aus) und die weitesten (durchschnittlich 446 Fuß, 16 mehr als Carlos Gonzalez mit den zweitweitesten). Mit 497 Yards schlug Stanton den längsten Homerun, der seit Einführung von Statcast gemessen wurde. Was für ein Glück, dass er es ab morgen wieder mit „richtigen“ Pitches zu tun bekommt.

Spiel der Woche

Meistens wähle ich hier ein besonders spannendes oder bedeutendes Spiel, aber dieses Mal vergebe ich die Auszeichnung für ein Spiel mit besonders vielen kuriosen Szenen. Das 4:2 der Giants gegen die Diamondbacks am vergangenen Samstag war zirkusreif: Zur heiteren Einstimmung im ersten Inning gab es zwar für niemanden eine Torte ins Gesicht, aber der Foulball von Paul Goldschmidt richtete eine mindestens gleichwertige Sauerei auf der Tribüne an. Im vierten Inning zeigte Giants-Catcher Buster Posey einen Zaubertrick mit Pitcher Jake Peavy. Die Jonglage-Nummer von Jake Lamb ging leider schief, aber die Interpretation des dummen Augusts von Javier Lopez war ein voller Erfolg.

Spiel der kommenden Woche

Für die nächsten drei Tage steht mal wieder das ewig reizvolle Duell der Boston Red Sox und der New York Yankees an. Für beide Teams ist ein guter Start in den zweiten Teil der Saison wichtig: Die Red Sox wollen im Dreikampf an der Spitze der NL East nicht an Boden verlieren, die Yankees hingegen möchten gern einen Vierkampf daraus machen und müssen dafür beweisen, dass sie mehr drauf haben als den bisher gezeigten .500-Ball. Als konkreten Einschalttipp wähle ich Spiel zwei der Serie. Mit Steven Wright gegen C. C. Sabathia bietet es das interessanteste Pitching-Matchup der drei Partien und ab 22:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit kann man es sich gut anschauen, sofern man am Samstagabend nichts anderes vorhat.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , ,

Juli 11th, 2016 by Dominik

Wir befinden uns offiziell im All-Star-Break, der Halbzeitpause der MLB-Saison. Für die meisten Spieler sind die vier Tage von heute bis Donnerstag die längste Auszeit während der kräftezehrenden 162-Spiele-Saison und allein dafür ist die Pause schon sinnvoll. Ein paar wenige Spieler müssen – oder dürfen – auch in diesen Tagen auf dem Platz stehen, weil sie sich die Teilnahme am All-Star-Game (morgen Nacht, 2 Uhr MEZ) und/oder am Home-Run-Derby (heute Nacht, 2 Uhr MEZ) in San Diego verdient haben. Über Sinn und Unsinn der beiden Veranstaltungen lässt sich freilich streiten.

Für manche ist das All-Star-Game, das Kräftemessen der Topspieler der National League mit jenen der American League, ein Höhepunkt der Saison, weil an diesem Tag so viele Stars gemeinsam auf dem Feld stehen wie an keinem anderen. Für andere ist es ein völlig bedeutungsloses Spiel, weil es erstens keinen zählbaren sportlichen Wert hat und weil zweitens davon auszugehen ist, dass die Spieler selbst die Partie nicht allzu ernst nehmen – schließlich will niemand riskieren, sich eine Verletzung zuzuziehen. Ich finde, das Beste am All-Star-Game ist, dass die Auswahl den besten Spielern der ersten Saisonhälfte eine verdiente Anerkennung zollt. Der Verlauf und das Ergebnis des Spiels selbst interessieren mich jedoch aus den genannten Gründen so gut wie gar nicht, obwohl der Ausgang des Spiels sogar eine kleine Auswirkung auf das „echte“ MLB-Leben hat: Die siegreiche Liga gewinnt für ihren späteren World-Series-Teilnehmer, dass dieser in der Serie das erste Heimrecht hat und auch das im entscheidenden siebten Spiel, falls ein solches nötig wird. Aber die World Series ist noch so weit weg und ich weiß ja noch gar nicht, zu welchem der beiden Teams ich dann halten werde…

Interessant, aber nicht unumstritten ist der Auswahlprozess, nach dem Stück für Stück die jeweils 34 Mann großen Kader für das All-Star-Game zusammengesetzt werden: Die Starter unter den Positionsspielern werden von den Fans per Internet gewählt; die Spieler, Coaches und Manager wählen die Pitcher sowie einen Ersatzspieler für jede Position; die beiden Team-Manager füllen ihre Kader auf jeweils 33 Spieler auf, wobei jedes Team der MLB mindestens einen Platz erhält; um die Spannung möglichst lange aufrecht zu halten, wird der letzte Platz jedes Teams in einer weiteren Internetabstimmung vergeben. Die beiden Hauptkritikpunkte an dem Modus sind, dass Teams mit einer großen Fanbasis einen nicht leistungsabhängigen Vorteil bei den Internetwahlen haben und dass die Fans nicht bei der Auswahl der Pitcher mitreden dürfen. Die Manager der beiden Roster stehen schon lange vorher fest, denn es sind die beiden, die ihre Teams in die letzte World Series geführt haben, in diesem Jahr also Terry Collins (New York Mets) und Ned Yost (Kansas City Royals). Diese beiden entscheiden auch über eventuelle Nachrücker, wenn einige der gewählten Spieler nicht am All-Star-Game teilnehmen können oder wollen. Hier gibt es die kompletten Roster dieses Jahres als Übersicht.

Von sportlich noch zweifelhafterem Wert ist das Home-Run-Derby am Abend vor dem All-Star-Game. Wie der Name schon sagt, geht es darum, wer die meisten Homeruns schlägt. Dabei sind acht von der Liga ausgesuchte Spieler, die gemäß ihrer in dieser Saison geschlagenen Homeruns von eins bis acht sortiert werden und überkreuz (also Nr. 1 gegen Nr. 8, Nr. 2 gegen Nr. 7 etc) gegeneinander antreten. Weiter kommt derjenige, der innerhalb von vier Minuten die meisten Homeruns schlägt; wer zwei Homeruns mit jeweils mindestens 440 Yards schafft, erhält zudem 30 Bonussekunden. Das Ganze wiederholt sich in einer Halbfinalrunde und im Finale, dann steht der Gewinner fest. Die interessanteste Geschichte rund um das Home-Run-Derby dieses Jahr hat leider schon vor knapp zwei Wochen ihr Ende gefunden: Giants-Pitcher Madison Bumgarner wird nicht am Home Run Derby teilnehmen.

Mein persönlicher Favorit unter den Veranstaltungen in dieser Woche ist das All-Star-Futures-Game, das leider meistens etwas untergeht. Das dürfte in erster Linie daran liegen, dass es nicht in der spielfreien Zeit stattfindet, sondern parallel zum letzten regulären Spieltag vor dem All-Star-Break. In dem Spiel treffen zwei Auswahlmannschaften der vielversprechendsten Talente (mindestens ein, höchstens zwei Teilnehmer je MLB-Team) aufeinander, unterteilt nach US- und internationalen Spielern. Im Gegensatz zum „großen“ All-Star-Game sieht man in dieser Partie – wenn man kein großer Beobachter der Minor Leagues ist – viele Spieler zum ersten Mal, die es mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten ein, zwei Jahren in die MLB schaffen werden und die dieses Spiel nicht als routiniertes PR-Event absolvieren sondern als ihre Chance, vor einer größeren TV-Audienz mit Leistung auf sich aufmerksam zu machen. Dieses Jahr nutzten vor allem die internationalen Spieler diese Gelegenheit beim 11:3 über das US-Team. Das gilt besonders für Infielder Yoan Moncada (Red Sox), der sein Team mit einem Monster-Homerun in Führung brachte und zum MVP gewählt wurde.

Posted in MLB Tagged with: , , ,