Oktober 15th, 2017 by Dominik

Die Finalserie um die Deutsche Meisterschaft im Baseball erstreckte sich über die volle Anzahl von fünf Spielen, aber am Ende war das Resultat doch eindeutig: Mit 8:1 holten sich die Heidenheim Heideköpfe einen nie gefährdeten Sieg gegen die Bonn Capitals und sind damit nach 2009 und 2015 zum dritten Mal Deutscher Meister.

Man kann nur herzlich gratulieren und neidlos anerkennen, dass der Titel völlig verdient in Heidenheim gelandet ist: Die Heideköpfe haben souverän die Südmeisterschaft gewonnen, sie haben ebenso souverän die Interleaguerunde gewonnen und auf den letzten Etappen haben sie zuerst den Titelverteidiger Mainz Athletics und dann den Nordmeister Bonn Capitals bezwungen. Anders formuliert: Sie haben sich allen denkbaren Herausforderungen gestellt und jede davon gemeistert.

Der Held des entscheidenden Spiels war Clayton Freimuth. Der Pitcher, der zuletzt meistens als Reliever für die letzten Innings verwendet worden war, bekam dieses Mal den Start und ging über die volle Distanz, in der er nur drei Hits zuließ und zwölf Strikeouts verbuchte. Die offensiven Highlights setzten Mitch Nilsson und Shawn Larry mit je einem Homerun für Heidenheim.

Für die Bonn Capitals lief an diesem Tag nicht viel zusammen, aber über die gesamte Saison betrachtet ist auch die Leistung des Nord- und Vizemeisters aller Ehren wert. Die erste Deutsche Meisterschaft der Capitals war in greifbarer Nähe und angesichts ihrer Dominanz in der Nordstaffel ist wohl fest davon auszugehen, dass mit den Bonnern auch in den nächsten Jahren zu rechnen ist.

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Oktober 13th, 2017 by Dominik

Bei all der Spannung und Dramatik um die MLB-Playoffs – die Chicago Cubs haben heute Morgen als letztes die Championship-Serie erreicht – wollen wir nicht vergessen, dass auch in Deutschland Baseball gespielt wird. Es steht zwar nur noch ein einziges Spiel an, aber es ist das wichtigste des Jahres: Spiel fünf der Best-of-Five-Serie um die Deutsche Meisterschaft.

Am Samstag um 14 Uhr empfangen die Heidenheim Heideköpfe die Bonn Capitals. Anders als an den beiden vorherigen Wochenenden wird es dieses Mal keine Siegteilung geben. Einer gewinnt und ist damit Deutscher Meister.

Die Capitals können im Pitching auf Sascha Koch, Maurice Wilhelm und Max Schmitz setzen, auf den verletzten Marcus Solbach müssen sie verzichten. Heidenheim baut voraussichtlich auf Ricky Torres und Clayton Freimuth. Am Schlag bieten sowohl der Nord- als auch der Südmeister die beste Offensive ihrer jeweiligen Liga auf.

Außer im Heidenheimer Ballpark kann man das Spiel als Videostream von Legionäre TV auf Youtube sowie im Livescoring auf Gamechanger verfolgen.

Bereits gefallen sind übrigens die Auf- und Abstiegsentscheidungen: Dass die Bad Homburg Hornets aus der Bundesliga Süd ab- und dafür die Ulm Falcons aufsteigen, steht schon länger fest, ebenso der Aufstieg der Berlin Flamingos in die Bundesliga Nord. Neu ist, dass auch die Bremen Dockers zukünftig die Bundesliga Nord bereichern werden, während die Dortmund Wanderers den Gang in die Zweitklassigkeit antreten müssen. Die Ergebnisse der Relegationsserie zeigen mal wieder, wie verrückt Baseball manchmal sein kann: Das Hinspiel in Dortmund gewannen die Wanderers mit 24:0, im Rückspiel siegte Bremen 3:2 nach zwölf Innings und behielt auch in der entscheidenden Partie mit 6:1 die Oberhand.

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September 26th, 2017 by Dominik

Die Heidenheim Heideköpfe und die Bonn Capitals spielen an den kommenden zwei bis drei Wochenenden den Deutschen Meister im Baseball aus. Somit treffen im Finale der Südmeister und der Nordmeister der regulären Saison aufeinander.

Beide Teams haben die Höchstzahl von fünf Spielen gebraucht, um sich ihrer Halbfinalgegner zu entledigen, beide hinterließen aber im Endeffekt keinen Zweifel, dass sie den Finaleinzug verdient haben. Bonn überzeugte gegen München-Haar vor allem mit enorm starkem Pitching und gewann alle drei Spiele, in denen die Bayern nicht auf ihr eigenes Pitcher-Ass Ryan Bollinger zurückgreifen konnten. Heidenheim besiegte Mainz vor allem mit starker Offensive, wobei auch eine Rolle spielte, dass es den Athletics in den Spielen vier und fünf an gesunden und erfahrenen Pitchern mangelte.

Vom Saisonverlauf her ist es schwer, einen Favorit auszumachen: Beide Teams gewannen ihre Staffel der Baseball-Bundesliga deutlich und von den beiden direkten Aufeinandertreffen in der Interleague-Runde gewann jedes Team eines. In den anderen Interleague-Spielen überzeugten die Heideköpfe etwas mehr als die Capitals, dafür haben diese sich inzwischen mit USA-Rückkehrer Markus Solbach noch einmal deutlich verstärkt.

Die Erfahrung aus den letzten Jahren spricht eher für die Heideköpfe – neun der letzten zehn Meisterschaften gingen an den Süden, zwei davon nach Heidenheim, das in diesem Zeitraum zwei weitere Male im Finale stand. Für die Capitals hingegen wird es die erste Endspielteilnahme seit 1999, als sie den Paderborn Untouchables unterlagen.

Ich denke und hoffe, dass das Finale genauso spannend wird wie die beiden Halbfinal-Runden. Die ersten beiden Partien finden am kommenden Samstag und Sonntag jeweils um 14 Uhr in Heidenheim statt, am Wochenende danach stehen in Bonn die Spiele drei und vier an, ebenfalls um 14 Uhr am Samstag und am Sonntag. Falls ein Spiel fünf notwendig wird, so geht es dafür am 14. Oktober wieder nach Heidenheim. Besuchen werde ich voraussichtlich keines der Spiele; zu einer solchen Reise fehlt mir nach dem Ausscheiden meiner Mainzer Lieblinge ein bisschen der innere Antrieb. Aber ich werde alle Möglichkeiten nutzen, die Spiele aus der Ferne zu verfolgen. Zu diesen Möglichkeiten gehört mindestens das Live-Scoring auf Gamechanger, vermutlich aber auch ein Radiostream auf meinsportradio.de und vielleicht sogar ein Videostream. Auf der Seite der Baseball-Bundesliga wird man das rechtzeitig erfahren.

Nachtrag: Das mit dem Videostream hat sich geklärt, schaut euch einfach Jochens hilfreichen Kommentar unter diesem Artikel an!

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September 18th, 2017 by Dominik

Man kann es nicht oft genug sagen: Besucht die heimischen Ballparks, da wird sehr guter Baseball gespielt – natürlich nicht ganz auf MLB-Niveau, aber mit genauso viel Herzblut und Leidenschaft. Zugegeben, in manchen Begegnungen während der regulären Saison ist das Leistungsgefälle leider sehr hoch. Aber spätestens in den Playoffs, wenn die Créme des Bundesliga-Baseballs unter sich ist, geht es regelmäßig extrem spannend zu.

Im Viertelfinale war dieses Jahr vor allem ein Duell heiß umkämpft, nämlich das zwischen den beiden Erzrivalen des Nordens, den Bonn Capitals und den Solingen Alligators. Favorit Bonn hatte in seinen Heimspielen mit zwei Siegen vorgelegt, doch die Solinger konnten die Best-of-Five-Serie in ihren beiden Heimspielen drehen. Da das Regenwetter an dem betreffenden Wochenende nicht mehr als diese zwei Spiele erlaubte, mussten die Capitals und die Alligators am eigentlichen Halbfinal-Wochenende nachsitzen: Am vergangenen Samstag spielten sie in Spiel fünf zunächst ihren Sieger aus – die Capitals behielten dank eines Galauftritts von Pitcher Sascha Koch (Complete Game, 3 Hits, 1 Run) mit 6:1 die Oberhand –, der dann gleich am Sonntag seine Heimspiele im Halbfinale gegen die München-Haar Disciples austragen musste.

Die Disciples, die sich mit 3:1 Siegen über Paderborn ins Halbfinale gespielt hatten, gerieten im ersten Spiel in Bonn mit 0:10 sehr deutlich unter die Räder, revanchierten sich aber im zweiten Teil des Doubleheaders mit einem 7:4-Sieg. Haars Star-Pitcher Ryan Bollinger sorgte mit 14 Strikeouts in sieben Innings mal wieder für anerkennendes Staunen, allerdings ließ er auch untypische vier Runs zu. In beiden Spielen gab es eine frühe Vorentscheidung durch je ein großes Inning des späteren Siegers: sechs Runs für die Capitals im dritten Inning des ersten, fünf Runs für die Disciples im zweiten Inning des zweiten Spiels. Für das kommende Wochenende ist in diesem Duell alles offen. Es wird in Haar mindestens zwei Spiele geben (Samstag, 14 Uhr, und Sonntag, 13 Uhr) und falls nötig das entscheidende fünfte Spiel direkt im Anschluss.

Genauso sieht es zwischen den Mainz Athletics und den Heidenheim Heideköpfen aus: Auch im Duell des Deutschen Meisters von 2016 und des Spitzenreiters der regulären Saison 2017 steht es 1:1. Die Heideköpfe setzten sich am Samstag mit 5:2 durch, am Sonntag gelang den Athletics ein 3:2-Auswärtssieg. Die Partien drei und vier finden am Samstag (16 Uhr) und Sonntag (13 Uhr) in Mainz statt. Auch hier wird nötigenfalls direkt im Anschluss an das vierte Spiel noch das fünfte ausgetragen. Als Sympathisant der Athletics hoffe ich, dass es dazu nicht kommen wird, denn die Mainzer sind dieses Jahr mit Pitchern leider recht dünn besetzt. Die beiden Starter Tim Stahlmann und Riley Barr müssen sich in Deutschland vor niemandem verstecken, doch drei Spiele an einem Wochenende würden zwangsläufig zu einer Notlösung führen. Mit dem jungen Yannic Wildenhain und „Umschüler“ Lennard Stöcklin sind noch zwei gute Leute vorhanden, aber beide sähe ich lieber in zwei, drei Relief-Innings denn als Starter.

Auch um Auf- und Abstieg wird übrigens noch gerungen, jedenfalls in der Bundesliga Nord. Da anstatt der vorgesehenen acht Teams zuletzt nur sieben Mannschaften mitspielten, wird es aus den zweiten Ligen einen direkten Aufsteiger geben und einen weiteren Kandidaten, der gegen den Verlierer der Bundesliga-Playdowns, die Dortmund Wanderers, eine Relegationsserie spielt. Die besten Karten haben dabei die Berlin Flamingos. Sie haben das Glück, dass der eigentliche Split gegen die Bremen Dockers in zwei Siege für Berlin umgewandelt wurde, nachdem Bremen versehentlich einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt hatte. Die Flamingos dürften nun – wenn ich nichts übersehe oder falsch interpretiere – als Direktaufsteiger feststehen. Am Samstag ab 12 Uhr hat Bremen gegen die Neunkirchen Nightmares Gelegenheit, den Lapsus auszubügeln und zumindest noch in die Relegation einzuziehen. Neunkirchen würde dafür ein Split reichen.

Im Süden ist die Entscheidung bereits gefallen: Die Bad Homburg Hornets müssen, nachdem die Playdowns äußerst knapp mit 2:3 Siegen gegen Vorjahresaufsteiger Saarlouis verloren wurden, den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Ihren Platz in der Bundesliga nehmen die Ulm Falcons ein. Die eigentlich auch im Süden vorgesehene Qualifikationsrunde entfiel, weil alle anderen dazu berechtigten Kandidaten auf die Möglichkeit zum Aufstieg verzichteten.

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August 29th, 2017 by Dominik

Welche Teams in die Playoffs der Baseball-Bundesliga kommen, steht schon seit Mitte Juli fest. Dass die Meisterschaftsrunde erst am kommenden Wochenende mit den Viertelfinalspielen beginnt, liegt an einer Neuerung: Erstmals gab es eine Interleague-Runde, in der die vier besten Teams aus dem Norden je eine Zwei-Spiele-Serie gegen die vier besten Teams aus dem Süden spielten.

Mein persönliches Fazit nach dieser neuen Interleague-Runde: Ich fand es einerseits sehr interessant, die Mannschaften aus den beiden Ligen schon vor den Playoffs mal im direkten Vergleich zu sehen. Andererseits fand ich schade, dass die Interleague sich erstens auf die Playoffteilnehmer beschränkt und dass es ihr zweitens etwas an Spannung mangelt, weil es vier Wochen lang nur um Details der Setzliste für die Playoffs geht. Daher fände ich gut, wenn es auch in Zukunft Interleague-Spiele gibt, man sich aber über den Modus noch mal Gedanken gemacht.

Generell hat sich im Vergleich der beiden Staffeln die Einschätzung bestätigt, die sich seit ein paar Jahren aufdrängt: Der Abstand ist nicht groß, aber der Süden ist tendenziell etwas stärker als der Norden. In der gemeinsamen Abschlusstabelle der acht Playoffteilnehmer stehen mit Heidenheim und Haar zwei Südteams an der Spitze; Nordmeister Bonn hat es als einzige Mannschaft aus dem Norden in die obere Tabellenhälfte geschafft, in der Interleague aber auch nur drei von acht Spielen gewonnen.

Nun steht also endlich das Viertelfinale an mit zwei Nord-Süd-Duellen, einem Nord- und einem Süd-Derby. Die Serien dieser Runde werden im Modus Best of Five ausgetragen, man benötigt also drei Siege zum Weiterkommen. In den ersten beiden Spielen hat das besser platzierte Team Heimrecht, in den nächsten beiden die andere Mannschaft. Falls ein fünftes Spiel nötig wird, so hat offiziell wieder das besser platzierte Team Heimrecht. Gespielt wird das fünfte Spiel trotzdem auf dem Platz des anderen Teams, damit man nach zwei Wochenenden mit der Runde durch ist.

Heidenheim Heideköpfe – Mannheim Tornados
Die Heideköpfe sind souverän Südmeister geworden und haben auch in der Interleague sechs von acht Spielen gewonnen. Gegen die Tornados waren sie in allen vier Spielen der regulären Saison siegreich. Alles andere als ein souveränes Weiterkommen der Heideköpfe wäre eine Überraschung.

Haar Disciples – Untouchables Paderborn
Auch in dieser Playoff-Paarung sehe ich einen klaren Favoriten: Durch einen Sweep gegen Nordmeister Bonn haben die Disciples am letzten Interleague-Wochenende ihre Ambitionen deutlich unterstrichen. Zwar bringen sie keine ganz so explosive Offense auf das Feld wie beispielsweise Heidenheim oder Mainz, dafür steht aber in jedem zweiten Spiel mit Ryan Bollinger der wohl stärkste Pitcher auf dem Mound, den die Bundesliga in den letzten Jahren gesehen hat. Auch die Untouchables, für die die Saison eher durchwachsen verlief und die Playoffteilnahme erst spät gesichert wurde, haben ihre Stärken mehr in der Defense als in der Offense. Highscoring ist von dieser Paarung also eher nicht zu erwarten.

Bonn Capitals – Solingen Alligators
Bonn gegen Solingen war in den letzten Jahren das Duell an der Spitze der Bundesliga Nord. Dieses Jahr haben die Capitals die vier regulären Saisonspiele gegen die Alligators gesweept und die Nordstaffel souverän gewonnen, während Solingen sich nicht aus dem breit aufgestellten Mittelfeld abheben konnte und letztlich hinter Dohren Dritter wurde. Ich kann nicht behaupten, mich in der Bundesliga Nord besonders gut auszukennen, aber alles, was an Zahlen und Fakten vorliegt, spricht dafür, dass die Alligators den Capitals dieses Jahr nicht das Wasser reichen können.

Mainz Athletics – Dohren Wild Farmers
Ich hoffe sehr, dass es auch in den anderen drei Paarungen spannender wird als erwartet, aber von der Ausgangslage dürfte Mainz gegen Dohren das engste Duell des Viertelfinales werden. Über längere Sicht betrachtet sieht es ein bisschen aus wie David gegen Goliath – auf der einen Seite die Mainzer, seit 26 Jahren durchgehend in der Bundesliga, zweifacher und aktuell amtierender Deutscher Meister sowie Europapokalsiegerbesieger; auf der anderen Seite Dohren als Aufsteiger, dessen erstmalige Playoff-Teilnahme vor der Saison wohl niemand vorhergesagt hätte. Doch der Status quo ist, dass sich beide Teams absolut auf Augenhöhe befinden: Beide sind in der regulären Saison Zweiter in ihrer Staffel geworden, beide stehen nach der Interleague-Runde mit einer 10-10-Bilanz gleichauf und ihr bislang erstes und einziges Aufeinandertreffen am vergangenen Wochenende endete mit einem Split. Lediglich dass die A’s ihr Spiel mit 13:8 deutlicher gewonnen haben als die Wild Farmers ihres mit 10:9, entschied letztlich das Heimrecht am ersten Wochenende für Mainz. Allerdings haben wohl auch beide Seiten insbesondere ihre Pitcher ein bisschen geschont. Ich tippe, dass am Ende die Ausgeglichenheit und Routine des Meisters über den Hunger des Überraschungsteams triumphieren wird.

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Juli 4th, 2017 by Dominik

Die erste Runde des All-Star-Votings der MLB ist abgeschlossen und ein Großteil der Roster steht fest.Jetzt wird es aber erst richtig spannend, denn nach dem zweimonatigen Wahlmarathon stehen nun nur noch wenige Tage zur Verfügung, um den letzten Teilnehmer in jeder der beiden Ligen zu wählen. Bis Donnerstag, 22 Uhr mitteleuropäischer Zeit, kann man noch seinen Final Vote abgeben und unter je fünf Spielern pro Liga entscheiden, welcher von ihnen in letzter Sekunde zu All-Star-Ehren kommt. Mir fehlt zwar gerade die Zeit zu großen Ausführungen und Analysen, aber meine Wahlempfehlungen möchte ich doch gerne loswerden:

In der American League geht meine Stimme an 1B Logan Morrison. Ähnlich wie sein Team, die Tampa Bay Rays, fliegt Morrison ein bisschen unter dem Radar und spielt dennoch eine ganz hervorragende Saison. Sein Batting Average von .256 lässt ihn auf den ersten Blick gegenüber der Konkurrenz etwas abfallen, doch man übersieht dabei leicht, dass er mit 14,5% eine hervorragende Walk-Rate hat und dadurch bei einer beachtlichen On-Base-Percentage von .366 landet – gleichauf mit Xander Bogaerts, der mit .314 den höchsten Average der fünf AL-Finalisten aufweist. Morrisons Fähigkeit, auf Base zu kommen, kombiniert mit seinen 24 Homeruns, beschert ihm einen OPS von .945, den fünfthöchsten der gesamten AL – alle vier Spieler, die vor ihm stehen, sind Starter im All-Star-Game.

Für die National League führt in meinen Augen kein Weg vorbei an 3B Justin Turner von den Los Angeles Dodgers. Dass man mit einer Slashline von .382/.472/.557 und einem fWAR von 3.7 (Zweiter in der NL) nicht schon in der ersten Wahlrunde mit Pauken und Trompeten in das All-Star-Roster eingezogen ist, kann nur ein Versehen sein – vielleicht nicht von den Fans, die Colorados Nolan Arenado zum Starter auf der Position gewählt haben, aber zumindest von den Spielern, bei denen Jake Lamb von den Diamondbacks die meisten Stimmen bekam. Bei allem Respekt für die gute Saison, die Lamb spielt: Turner ist besser und zwar deutlich. Die direkte Wahl gekostet hat ihn vermutlich, dass er mitten in der heißen Phase des Votings drei Wochen verletzt ausfiel und dadurch noch zu wenige Plate Appearances hat, um in den Statistiken als „qualified“ aufzutauchen. Die oben genannten Werte nach 251 PAs sprechen aber meines Erachtens eine klare Sprache, dass Justin Turner ins All-Star-Roster der NL gehört.

Auch in der deutschen Baseball-Bundesliga werden derzeit die All-Stars gewählt. Noch bis zum 10. Juli um 22 Uhr kann man einmal täglich für bis zu drei Spieler abstimmen. Da bei dem Event am 23. Juli in München-Haar nicht etwa der Norden gegen den Süden spielt, sondern die Bundesliga-All-Stars gemeinsam gegen die Deutsche Nationalmannschaft antreten, ist die Auswahl relativ stark eingeschränkt: Aktuelle Nationalspieler stehen logischerweise nicht zur Wahl. Dadurch dürften überwiegend die ausländischen Spieler der Bundesligisten als Favoriten in das Voting gehen.

Auch zur Bundesliga gebe ich eine Wahlempfehlung ab, allerdings ist diese relativ eindeutig gefärbt: In der Nordgruppe habe ich bislang kein einziges Spiel gesehen und im Süden in erster Linie „meine“ Mainzer – und ich wähle grundsätzlich keine Spieler nur aufgrund ihrer Zahlen, ohne mir selbst ein Bild von ihnen gemacht zu haben. Da einige Leistungsträger der Athletics wie Max Boldt und Tim Stahlmann durch die Zugehörigkeit zur Nationalmannschaft nicht im Pool sind, fällt mir die Wahl von Pitcher Riley Barr und Outfielder Peter Johanessen sehr leicht. Als Dritten im Bunde könnte ich mir zwar gut eine der Mainzer Mehrzweckwaffen Jeff Hunt, Zach Johnson oder Lennard Stöcklin vorstellen, aber irgendwo muss ich den Fanboy dann doch mal außen vor lassen und klar feststellen: Am Münchner Starter Ryan Bollinger führt in diesem Jahr kein Weg vorbei. Daher gehen meine Stimmen an Barr, Johanessen und Bollinger – einmal täglich, eine Woche lang.

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Mai 23rd, 2017 by Dominik

Die Hälfte der regulären Saison 2017 der Baseball-Bundesliga ist vorbei – mehr oder weniger jedenfalls, denn in der Nordgruppe ist das Tabellenbild noch etwas schief mit zehn bis vierzehn absolvierten Spielen je Team. Im Süden kann man derweil mit Fug und Recht von der Halbzeit sprechen, denn alle Teams haben vierzehn Spiele und damit exakt die Hälfte der angesetzten Partien hinter sich. Erfreulicherweise geht es in beiden Staffeln spannend zu – das Rennen um die Playoffplätze ist zumindest bis zum bevorstehenden Doppelspieltag noch offen und auch die zwischenzeitlichen Ausreißer Heidenheim Heideköpfe haben sich am vergangenen Wochenende als schlagbar erwiesen. Lediglich die Entscheidung, wer das Ende der Abschlusstabelle zieren wird, scheint sowohl im Süden wie auch im Norden leider bereits relativ sicher gefallen zu sein.

Bundesliga Nord
Erwartungsgemäß stehen die Bonn Capitals (8-2) und die Solingen Alligators (8-4) auch in diesem Jahr in der Bundesliga Nord ganz vorne. Die große Überraschung folgt aber gleich dahinter in Gestalt der Dohren Wild Farmers (6-4). Der Aufsteiger hat bislang gegen jeden Gegner mindestens einen Split geholt, auch gegen Bonn und am letzten Wochenende bereits zum zweiten Mal in dieser Saison gegen Solingen. Noch ist der Norden recht eng beisammen, neben den drei Genannten spielen Paderborn (6-4), Hamburg (4-6) und Dortmund (5-9) mit um die vier Playoffplätze. Abgeschlagen Letzter sind die Cologne Cardinals (1-9) mit nur einem Sieg und einem schweren Restprogramm.

Von den Statistiken* her sind die Bonn Capitals das beste Team im Norden, sowohl von der Bilanz als auch von den erzielten (72) und kassierten (12) Runs. Auch den besten qualifizierten Pitcher haben die Bonner mit Ex-Minor-Leaguer Markus Solbach (0.64 ERA) in ihren Reihen. Solbach ist zwar nach nur zwei Starts zumindest vorübergehend in die USA zurückgekehrt, was aber den Bonnern bisher nicht allzu weh tat, denn von den anderen fünf eingesetzten Pitchern der Capitals hat kein einziger einen ERA über 2. Die beiden besten Batter bieten die Dohren Wild Farmers auf: Caleb Fenimore (.517/.625/.966, OPS 1.591) und Edvards Matusevicius (.436/.489/.795, OPS 1.284) sind – neben starkem Pitching von Jared Ney (1.6 ERA) – die Garanten, dass die Aufsteiger bislang so gut in der höchsten deutschen Spielklasse mithalten.

Über das anstehende verlängerte Wochenende absolvieren die meisten Teams einen Doppelspieltag, nur Dortmund muss tatenlos zusehen. Sollte Dohren drei oder gar alle vier Spiele gegen Hamburg gewinnen, so dürfte die Playoff-Teilnahme der Wild Farmers so gut wie feststehen. Je nachdem, wie sich gleichzeitig Solingen und Paderborn in ihrer Vier-Spiele-Serie voneinander trennen, kann bis Sonntagabend auch zwischen diesen beiden schon eine Vorentscheidung über die Playoffs fallen.

Bundesliga Süd
Im Süden waren bislang die Heidenheim Heideköpfe (12-2) sehr dominant, dem 12-0-Start in die Saison folgten nun aber gegen die Haar Disciples (9-4) sowohl zu Hause als auch auswärts die ersten Niederlagen. Hinter Heidenheim sind Titelverteidiger Mainz Athletics (10-4), die gegenüber letztem Jahr stark aufgerüsteten Mannheim Tornados (9-4) sowie nun auch Haar recht eng beisammen, sodass sich schon eine Favoritengruppe auf die Playoffs herausgebildet hat. Die große Überraschung im Süden ist, dass in dieser Favoritengruppe zur Saison-Halbzeit die Regensburg Legionäre (6-8) nicht dabei sind. Nach vier Niederlagen zum Saisonstart hatten sich die Legionäre zwischenzeitlich etwas berappelt auf 6-4 – wobei vier der sechs Siege Pflichtübungen gegen Bad Homburg und Saarlouis waren –, aber zuletzt verloren sie wieder je zweimal gegen Mainz und Mannheim und stehen somit gemeinsam mit den Stuttgart Reds (6-8) nur im unteren Mittelfeld der Tabelle. Ganz unten stehen die beiden leider nicht konkurrenzfähigen Hornets aus Saarlouis und Bad Homburg, von denen sich der Aufsteiger aus dem Saarland gerade mit einem Heimsweep über die Hessen wohl die Vorentscheidung im Kampf gegen den letzten Platz gesichert hat.

Die Heidenheim Heideköpfe dominieren den Süden auch statistisch, weisen sowohl die meisten erzielten (119) als auch die wenigsten zugelassenen (40) Runs auf. Die herausragendsten Einzelspieler der bisherigen Saison im Süden spielen aber bei anderen Teams: Die aktuell größte Attraktion der Liga ist Pitcher Ryan Bollinger von den Haar Disciples, der in 7 Spielen unglaubliche 57.0 Innings gepitcht und dabei einen noch unglaublicheren ERA von 0.32 erworfen hat. In der Offensive überragt der Mainzer Spielertrainer Max Boldt (.442/.523/.923) mit seinem OPS von 1.446 alle anderen, gefolgt von Stuttgarts Drake Zarate (.488/.571/.805) mit 1.376.

Auch im Süden wird über das Himmelfahrt-Wochenende ein Doppelspieltag absolviert. Mainz und Mannheim haben mit Bad Homburg und Saarlouis voraussichtlich lösbare Aufgaben vor sich. Hingegen ist in den Derbys zwischen Stuttgart und Heidenheim sowie zwischen Regensburg und Haar Hochspannung angesagt, denn Stuttgart und Regensburg stehen im Kampf um die Playoffs bereits mit dem Rücken zur Wand.

 

*Alle erwähnten Statistiken stammen von GameChanger, einer übrigens auch für ihre Liveticker zu allen Bundesligaspielen sehr zu empfehlenden Seite. Noch umfangreicher und übersichtlicher, aber leider nicht immer auf dem aktuellsten Stand, ist die Statistikseite des DBV.

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April 9th, 2017 by Dominik

Seit gut einer Woche fliegt nicht nur in der MLB, sondern auch in der Baseball-Bundesliga wieder der Ball und obwohl erst wenige Spiele absolviert sind, gab es schon ein paar regelrecht historische Highlights zu bestaunen.

Die Saarlouis Hornets starteten letzte Woche in ihre erste Bundesligasaison nach dem Aufstieg nicht nur mit einem 10:3-Erfolg in Bad Homburg. Sie ließen auch ein schier unglaubliches erstes Inning im zweiten Spiel des Doubleheaders folgen, in dem sie mit 12:0 in Führung gingen. Das allein wäre schon eine Meldung wert – aus der Bundesliga habe ich zwar keine historischen Zahlen parat, doch als am Samstag in der MLB den Phillies ebenfalls zwölf Runs im ersten Inning gelangen, war es das erste Mal in deren 134-jähriger Teamgeschichte und ligaweit das erste Mal seit sechs Jahren, dass das einem Team gelang. Noch viel verblüffender war an dem Spiel in Bad Homburg aber der weitere Verlauf, denn die Gastgeber gaben sich keineswegs auf, scorten immer wieder Runs und drehten bei zwei Outs im neunten Inning die Partie mit einem 2-Run-Walkoff-Single zum 17:16. Wahnsinn.

Nur eine knappe Woche später, am vergangenen Freitag, wurde ich Zeuge eines weiteren unglaublichen Comebacks. Der amtierende Meister Mainz Athletics war bei den Mannheim Tornados zu Gast und dominierte das Spiel mit dem glänzenden Starter Tim Stahlmann und einer schlagfreudigen Offense achteinhalb Innings lang quasi nach Belieben. Als im neunten Inning Marcel Schulz einen Grand Slam zum 10:0 für die A’s schlug, machten sich viele Mannheimer Zuschauer schon auf den Heimweg. Zu früh, wie sich herausstellte: Stahlmann bekam im unteren neunten Inning erstmals Probleme und musste nach 110 Pitches mit geladenen Bases die Segel streichen. Der 18-jährige Reliever Yannick Wildenhain ließ mit seinem ersten Wurf per Wild Pitch den ersten Run der Tornados zu, die sich ab diesem Moment in einen regelrechten Rausch spielten und Wildenhain sowie dessen Nachfolger auf dem Mound, Ben Briggs, eine Horrorshow bereiteten, nach der es plötzlich 10:10 stand. Briggs und die restlichen A’s überstanden dann zwar das Inning und noch ein weiteres, waren aber stehend K. O. und als Mannheim im elften Durchgang der Walkoff gelang, waren wohl alle Beteiligten froh, dass es endlich vorbei war.

Als Fan der Athletics muss ich sagen, dass es das frustrierendste Baseballspiel war, das ich je gesehen habe. Aber auf der anderen Seite sind solche Spiele ein Markenzeichen und auch eine Webung für diesen Sport, bei dem es eben keine 85. Minute gibt, in der klar ist, dass fünf Tore zeitlich gar nicht mehr machbar sind, sondern bei dem bis zum letzten Out im letzten Inning immer alles möglich ist. Hier gibt es übrigens einen kurzen Videobericht des SWR über das Spiel.

Apropos alles möglich: Neben den beiden erwähnten Partien ist in der Bundesliga Süd vor allem der schwache Start der Regensburg Legionäre erwähnenswert. Die ersten drei Spiele wurden gegen Mannheim (5:15, 1:11) und gegen Heidenheim (3:18) allesamt vorzeitig per Gnadenregel verloren, das vierte ebenfalls deutlich mit 0:6 gegen Heidenheim. Solche Ergebnisse ist man nicht gewohnt von den Legionären, die auf Grundlage ihrer starken Infrastruktur eigentlich immer vorne mitspielen. Dieses Jahr haben sie ein recht junges Team am Start, das vielleicht noch etwas reifen muss, zudem warten die Legionäre noch auf zwei amerikanische Verstärkungen, die verspätet zum Team stoßen werden. Nicht übersehen sollte man, dass die bisherigen Niederlagen allesamt gegen Teams kassiert wurden, die zum Favoritenkreis der Liga zählen. Ernsthafte Sorgen müsste man sich wohl machen, wenn Regensburg auch nach den anstehenden Spielen in Bad Homburg noch Letzter sein sollte.

In der Nordstaffel der Bundesliga wurden bislang noch nicht so viele Spiele absolviert wie im Süden und es gab auch keine ganz so spektakulären Ergebnisse. Erwähnenswert ist der starke Start des Aufsteigers Dohren Wild Farmes mit 3-1 Siegen, darunter einer bei den Solingen Alligators. Noch kein Spiel hatten bisher die Paderborn Untouchables. Sie sorgten dafür mit einem Trainerwechsel in letzter Minute für Aufsehen: Stefan Fechtig wurde am Donnerstag mit sofortiger Wirkung gegen Jendrick Speer ersetzt. Man wolle neue Strukturen aufbauen und Impulse setzen. Das klingt einerseits nachvollziehbar, andererseits aber doch etwas seltsam angesichts des Zeitpunkts.

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März 30th, 2017 by Dominik

Am Sonntag geht es endlich los mit der MLB-Saison 2017. Die Tampa Bay Rays und die New York Yankees machen (warum auch immer) den Anfang um 19:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit, anschließend spielen die Arizona Diamondbacks gegen die San Francisco Giants und die St. Louis Cardinals gegen Titelverteidiger Chicago Cubs. Alle anderen Teams haben ihr Eröffnungsspiel am Montag.

Was ich von der neuen Saison erwarte, habe ich in meinen Previews nach und nach verraten – O. K., der letzte Teil kommt erst morgen früh, aber der aufmerksame Leser hat sich bereits an dreißig Fingern abgezählt, welches Team ich dieses Jahr als World-Series-Sieger tippe.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass auch die Baseball-Bundesliga am Wochenende die Saison eröffnet. Los geht es schon am Freitagabend mit dem Spiel Heidenheim Heideköpfe gegen Haar Disciples. Auch auf die Bundesliga bin ich heiß wie Frittenfett, aber wegen der vielen wechselnden Importspieler und weil ich auch nur die Mainz Athletics wirklich intensiv verfolge, traue ich mir hier keine Prognose zu.

Jetzt aber erstmal das Wichtigste aus den vergangenen sieben Tagen – zum vorerst letzten Mal im Offseason-Format, ab nächster Woche gibt es dann wieder den bewährten Aufbau nach Divisionen mit Spielzug und Statistik der Woche etc.

Will Smith braucht Tommy-John-Surgery
Die San Francisco Giants müssen kurz vor Saisonstart eine Hiobsbotschaft verdauen: Mit RP Will Smith fällt ein wichtiger Teil des Bullpens für dieses Jahr aus, nachdem er sich der berühmt-berüchtigten Tommy-John-Surgery unterziehen muss.

Zwei Neue für die Rays  
Die Tampa Bay Rays haben sich Im Frühlingsschlussverkauf noch zwei neue Spieler geleistet: Peter Bourjos kommt von den Chicago White Sox für Geld oder einen später zu benennenden Spieler und soll die Tiefe im Outfield ergänzen, hauptsächlich als Ersatzmann für Kevin Kiermaier. Catcher Derek Norris, von den Washington Nationals nach der Wieters-Verpflichtung entlassen, wird bei den Rays direkt in die Stammformation einsteigen, jedenfalls bis Wilson Ramos wieder fit ist. Ramos kam im Winter ebenfalls aus Washington, jedoch mit einer bekannten Verletzung, die ihn noch mindestens für die erste Saisonhälfte zum Aussetzen zwingt.

Vertragsverlängerungen für Rougned Odor und Jose Ramirez
Zwei junge Spieler und deren Teams haben sich durch frühzeitige Vertragsabschlüsse Planungs- und Kostensicherheit gesichert: Die Texas Rangers bezahlen dem 23-jährigen 2B Rougned Odor 49,5 Millionen Dollar und zwei Pferde (!) für sechs Jahre und haben die Option auf ein siebtes Jahr. Der 24-jährige Infield-Allrounder Jose Ramirez erhält von den Cleveland Indians 26 Millionen für die nächsten fünf Jahre und auch dieser Vertrag kann über Teamoptionen bis auf sieben Jahre ausgedehnt werden.

Jeurys Familia 15 Spiele gesperrt
Dass Jeurys Familia nach einem Vorfall häuslicher Gewalt eine Sperre erwartet, galt schon seit seiner vorübergehenden Festnahme am 31. Oktober als relativ sicher. Unklar war nur, wie lange genau die New York Mets auf ihren Closer verzichten müssen. Die MLB hat nun bekannt gegeben, dass es 15 Tage sind. Das ist die Hälfte dessen, was Aroldis Chapman letztes Jahr absitzen musste, offenbar weil Familias Fall als weniger schlimm eingestuft wurde und weil er bei der Aufklärung umfassend kooperierte. Nach übereinstimmenden Aussagen aller Beteiligten hat Familia seine Frau weder geschlagen noch mit Gewalt bedroht, sich aber während eines Streits unangemessen verhalten (angeblich geht es um eine zerstörte Tür).

Zweiter No-Hitter im Spring Training
Letzte Woche war es noch etwas Besonderes, als die New York Yankees den ersten Spring-Training-No-Hitter seit zwei Jahren schafften. Bis zum nächsten dauerte es aber nun gerade mal sieben Tage: Sage und schreibe acht Pitcher der Los Angeles Angels of Anaheim vereinten ihre Künste, um beim 4:0-Sieg ihres Teams die Seattle Mariners ohne Basehit abzufertigen. Das ist eine reife Leistung, auch wenn es nur im Spring Training war und obendrein gegen einen Split Squad der Mariners, in dem Seattle nur zwei Stammspieler einsetzte.

MLB im deutschen Fernsehen
Bisher war mlb.tv konkurrenzlos, wenn man die MLB aus Deutschland in bewegten Livebildern verfolgen wollte. Für den Die-Hard-Fan, der den Zugriff auf alle Spiele braucht, bleibt das auch so, aber wer sich auch mit einer kleineren Auswahl von Spielen zufrieden gibt, hat nun gleich zwei Alternativen: Der Streaminganbieter DAZN hat bekannt gegeben, dass er ab dieser Saison mehr als 600 MLB-Spiele übertragen wird. Und auf Sport1-US werden mindestens 75 Spiele gezeigt, die meisten davon mit Originalkommentar im Pay-TV, ein paar aber sogar im Free-TV mit eigenem deutschem Kommentar. Los geht es am Sonntag ab 23:15 Uhr mit Giants@Diamondbacks. Ich werde am Wochenende noch mal in einem ausführlicheren Artikel auf die verfügbaren Quellen mit ihren Vor- und Nachteilen und den anfallenden Kosten eingehen.

Kein First Pitch von Donald Trump
Ein neu gewählter US-Präsident eröffnet üblicherweise die MLB-Saison mit einem zeremoniellen ersten Pitch. Von Donald Trump bleibt uns das vorerst erspart. Er sagte die entsprechende Anfrage der Washington Nationals unter Verweis auf einen Terminkonflikt ab.

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September 20th, 2016 by Dominik

Nach vier Wochen Wartezeit wegen der Europameisterschaft geht es am Wochenende endlich los mit den Endspielen um die Deutsche Baseball-Meisterschaft. Jeweils um 14 Uhr fliegen am Samstag und am Sonntag in Mainz die ersten Pitches der Spiele eins und zwei der Finalserie, die eine Woche später in Regensburg fortgesetzt wird. Als kleine Einstimmung auf das Finale habe ich mich an einer Gegenüberstellung der beiden Teams versucht. Dass mein Herz für die Athletics schlägt, kann und will ich nicht verbergen, aber ich hoffe trotzdem, dass der Vergleich so sachlich und neutral ankommt wie er von mir angestrebt ist.

Falls ihr das hier lest und eine Meinung dazu habt: Ich freue mich riesig über jeden Kommentar!

Starting Pitcher
In puncto Regular-Season-Wins sind die beiden Mainzer Starter Tim Stahlmann (12-1) und Eric Massingham (10-2) einsame Bundesligaspitze – aber ihr wisst ja, wie ich zu dieser nichtssagenden Statistik stehe. Wenn wir nach ERA gehen, sieht es schon etwas enger aus: Hier hat Massingham in der regulären Saison mit 1.44 den mit Abstand besten Wert der Südliga, in den Playoffs steht er jedoch bisher mit 2.03 etwas hinter dem Regensburger Mike Bolsenbroek (1.29; reguläre Saison 1.72) zurück. Übrigens hat Bolsenbroek auch eine fantastische Europmeisterschaft gespielt: In seinen fünf Innings für das niederländische Nationalteam hat er nicht einen Hit oder Walk zugelassen. Insgesamt dürfen wir uns auf absolut hochkarätiges Pitching in den Finalspielen einstellen, denn sowohl in der regulären Saison als auch in den Playoffs belegen die Mainzer und Regensburger Starter zusammen vier der Top-5-Plätze nach ERA. Neben dem amerikanischen Starter Massingham hat der Mainzer Manager Ulli Wermuth die Qual der Wahl zwischen den Nationalspielern Jan-Niclas Stöcklin und Tim Stahlmann. Für Regensburg dürfte Clay Voechting als zweiter Starter gesetzt sein, aber mit Jan Tomek haben auch die Legionäre eine hochkarätige Alternative in der Hinterhand. Auf dem Papier sehe ich ein Unentschieden auf höchstem Niveau, aber in den vier direkten Aufeinandertreffen sahen die Mainzer Pitcher gegen Regensburg besser aus als umgekehrt und deshalb:
Vorteil Mainz

Bullpen
In beiden Teams herrscht keine Knappheit an Pitchern, die Bullpens sind tief besetzt mit einer breiten Auswahl von hungrigen Talenten und erfahrenen Veteranen. Um es nicht ausufern zu lassen, erwähne ich hier nur die beiden wichtigsten Reliever jedes Teams. In Mainz steht mit – je nachdem, wer von den beiden startet – entweder Jan-Niclas Stöcklin oder Tim Stahlmann ein Ass für jede beliebige Rolle von Long Reliever bis Closer zur Verfügung. Hinzu kommt Routinier Manuel Möller, der ebenfalls eine hervorragende Saison hinter sich hat mit 27 Innings in 16 Einsätzen und einem ERA von 1.67. In den Playoffs sah Möller bisher allerdings nicht gut aus, in drei Spielen (5 Innings) kassierte er 7 earned Runs und damit zwei mehr als in der gesamten regulären Saison. Regensburg kann als Reliever Jonathan Eisenhuth und den Tschechen Jan Tomek aufbieten. Eisenhuth hatte eine durchwachsene Saison (ERA 5.34), Tomek eine ziemlich gute (ERA 2.22). Falls Möller während der EM-Pause seine Normalform wiedergefunden hat, sehe ich Mainz im Vorteil; solange das nicht sicher ist, lautet meine Einschätzung:
Unentschieden

Catcher
Auch auf der Catcher-Position sind beide Teams hochkarätig besetzt. Der Mainzer Max Boldt und der Regensburger Christopher Howard standen bei der EM in allen Spielen gemeinsam in der Startformation der deutschen Nationalmannschaft, wobei Boldt als First Baseman oder DH auflief. Auf ihrer Position hinter der Platte fungieren beide zuverlässig als Gehirn und Rückhhalt ihres Teams. Offensiv ist Boldt mit einer Regular-Season-Slashline von .372/.444/.566 und mit acht Homeruns in den letzten 16 Spielen einer der stärksten Slugger der Republik. In meinen Augen ist er damit auf jeden Fall ein Stück höher zu bewerten als Howard (.254/.349/.394).
Vorteil Mainz

First Base
Nachdem Jonathan Wagner früh in der Saison verletzungsbedingt als Catcher ausfiel und Max Boldt ihn ersetzte, war auf 1B in Mainz ein Platz frei. Dieser wurde solide besetzt mit Martin Kipphan, einem erfahrenen Spieler mit durchschnittlicher Offense (.240/.321/.406) und zuverlässiger Defense. Die Legionäre hatten während der Saison wenig Stabilität an der ersten Base, es kamen sechs verschiedene Spieler zum Einsatz. Die meisten Spiele absolvierte dabei Christoph Zirzlmeier (.295/.323/.426), in den letzten acht Partien stand jedoch immer Ludwig Glaser (.319/.457/.473) auf 1B, was den Statistiken nach sowohl offensiv als auch im Fielding noch mal ein Upgrade darstellte.
Vorteil Regensburg

Second Base
Kaum zu glauben, dass Nicolas Weichert mit einer Slashline von .356/.455/.406 in der Regel erst am Ende des Batting Lineups zum Einsatz kommt, aber daran sieht man, wie stark diese Mainzer Offense ist. Seine Defense ist solide, der eine oder andere Error kommt aber vor. Das gleiche gilt für sein Gegenüber Lukas Jahn, der an der Platte mit .294/.445/.459 für etwas weniger Average, dafür aber mit mehr Power schlägt als Weichert.
Unentschieden

Shortstop
Die Mainzer sind froh, dass ihr amerikanischer Import Trey Stover nach langer Verletztungspause zurückgekehrt ist, um den Playoff-Run zu unterstützen. Am Schlag fällt Stover mit .239/.280/.283 gegenüber dem Rest des Lineups etwas ab, dafür wird er für seine Defense allseits sehr gelobt. Das ist genug, um seinen Platz im Team zu rechtfertigen, aber nicht genug, um den direkten Vergleich mit Nino Sacasa (.362/.388/.394) zu gewinnen. Das 20-jährige Talent spielt die schwierige Position wie ein alter Hase und führt gleichzeitg mit 34 Saison-Hits sein Team an.
Vorteil Regensburg

Third Base
Lennard Stöcklin (.295/.358/.324) ist ein guter Hitter, Matt Vance (.299/.413/.478) ein noch etwas besserer – das sagen jedenfalls die Zahlen aus der regulären Saison. In den Playoffs sah es bisher anders aus: Da hat Stöcklin (.378/.400/.459) eine Schippe draufgelegt, während Matt Vance in einen .138/.194/.138-Slump geraten ist. Ohne die EM-Pause hätte ich dieses Duell zu Gunsten von Stöcklin gewertet, aber nach vier Wochen Unterbrechung wäre es albern, auf Hot- oder Cold-Streaks herumzureiten. Über das komplette Jahr betrachtet steht hier in meinen Augen ein:
Unentschieden

Outfield
Regensburg hat ein wirklich gutes Outfield. Maik Ehmcke (.320/.407/.515) und Marcel Jimenez (.398/.474/.494) sind Hitter, die jeder Bundesligist gern im Team hätte und mit Janis Muschik (.250/.371/.327) oder Bong Kyu Kang (.239/.317/.338) ist auch der dritte Outfieldposten solide besetzt. Aber, sorry liebe Legionäre, angesichts der hier vertretenen Schwergewichte der A’s ist dies der Mannschaftsteil, in dem ihr dem Vergleich nicht standhaltet. Allein Right Fielder Thomas de Wolf ist bundesligaweit eine Klasse für sich mit einer geradezu außerirdischen Slashline von .444/.640/.1.156. Das ist eine OPS von 1.796 und obwohl de Wolf erst mitten in der Saison nach Mainz kam und daher nur 15 von 28 Spielen absolvierte, führt er die Liga mit 10 Homeruns an und ist Zweiter in Walks (24) und Runs (33). Die zweiten Plätze bei den Walks und Runs teilt er sich übrigens beide mit seinem Outfield-Kollegen Kevin Kotowski (.378/.514/.439), dem Leadoff-Hitter der Athletics. Und auch die meisten Runs (34) der Bundesligasaison gehen auf das Konto eines Mainzer Outfielders, nämlich auf das von Left Fielder Peter Johanessen (.402/.492/.561).
Vorteil Mainz

Designated Hitter
Über viele Jahre hatte der Kanadier Mike Larson in Mainz die Rolle inne, die nun Thomas de Wolf übernommen hat – sowohl als gefährlichster Hitter wie auch im Right Field. In diesem Jahr hat er von den Zahlen her (.270/.383/.390) für seine Verhältnisse etwas nachgelassen und wartet seit dem 30. April vergeblich auf seinen 50. Bundesliga-Homerun. Mit seiner Erfahrung ist Larson, der schon bei der letzten Meisterschaft der Mainzer 2007 dabei war, dennoch enorm wertvoll und die Athletics können sich glücklich schätzen, dass sie ihn wiederhaben, nachdem er einen Großteil der bisherigen Playoffs zu Gunsten seiner Hochzeitsreise ausfallen lassen musste. Auf Regensburger Seite wird wohl Robert Coyle als DH ins Rennen gehen. Der Amerikaner wurde erst Ende Juni verpflichtet und hat sich als die Verstärkung erwiesen, die man sich von ihm erhofft hatte (.387/.424/.645 in den Playoffs).
Vorteil Regensburg

Fazit
Zählt man alle Bewertungen zusammen, kommt man auf dreimal Mainz, dreimal Regensburg und dreimal Unentschieden, also ein sehr ausgeglichenes Bild. Allerdings wird das ein bisschen verzerrt dadurch, dass ich das Outfield zu einer einzigen Bewertung zusammengefasst habe und der Vergleich in diesem Mannschaftsteil in meinen Augen 3:0 für Mainz ausgeht. Also wenn ihr mich fragt, wird es eine spannende Finalserie, in der die Mainzer am Ende knapp die Oberhand behalten.

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