Juni 15th, 2017 by Dominik

Im Mittelpunkt des Geschehens der MLB stand in den letzten drei Tagen die Draft, die mit einem überraschenden Pick der Minnesota Twins begann (siehe „Szene der Woche“). Gleichzeitig lief auch der normale Spielbetrieb. Am Tabellenbild der Divisionen hat sich gegenüber letzter Woche wenig geändert, abgesehen davon dass im hochkarätigen Dreikampf der NL West zur Abwechslung mal die Dodgers knapp die Nase vorn haben. Interessant ist der Blick auf die Wild-Card-Stände der beiden Ligen: In der AL würden momentan beide Wild Cards an die AL East gehen, doch im Rennen sind ausnahmslos noch alle Teams, selbst die Oakland Athletics mit dem höchsten Rückstand von 6.5 Spielen. In der NL hingegen scheint die Sache relativ früh in der Saison so gut wie entschieden. Auch hier würden die Plätze zurzeit beide an eine Division – die NL West – gehen und das mit sehr deutlichem Abstand: Mit 8.0 Spielen sind die Chicago Cubs als erster Verfolger in der NL schon weiter weg von den Wild Cards als die Athletics als letzter Verfolger in der AL, die meisten NL-Teams weisen bereits einen zweistelligen Rückstand auf.

National League
In der National League East knüpfen die Washington Nationals (39-26) nahtlos an ihre bisherige Saison an: Mit starkem Starting Pitching und hervorragender Offensive halten Sie sich unangefochten in der Division, während ihr mieser Bullpen dafür sorgt, dass die Spiele spannend bleiben und wenigstens ab und zu auch mal verloren werden. Mit gehörigem Abstand folgt der Rest der NL East, zurzeit angeführt von den New York Mets (30-34), die in den letzten Tagen ordentlich Kapital aus der Rückkehr der lange verletzten Steven Matz, Seth Lugo und Yoenis Cespedes geschlagen haben. Mit Neil Walker und Asdrubal Cabrera gibt es aber schon wieder zwei neue Verletzte und auch Matt Harveys Arm soll noch einmal untersucht werden, nachdem er letzte Nacht bei einem schwachen Start in Chicago über ein unangenehmes Gefühl in selbigem klagte. Das bedauernswerteste Team der Liga sind unterdessen die Philadelphia Phillies (21-43), die mit Abstand die schlechteste Bilanz der MLB aufweisen und zuletzt acht Niederlagen in Folge erlitten haben.

Die Milwaukee Brewers (35-32) halten in der NL Central nach wie vor die Chicago Cubs (32-33) auf Distanz. Die Cubs kommen einfach nicht in Tritt, haben diese Woche sowohl die Heimserie gegen die Colorado Rockies als auch die Auswärtsserie bei den New York Mets verloren. Sie können von Glück sagen, dass sie in einer der zurzeit schwächsten Divisionen der MLB spielen, ansonsten wäre der Zug in Richtung Playoffs wohl schon so gut wie abgefahren. So aber befinden sich die Cubs nach wie vor in Lauerstellung und benötigen – ebenso wie die St. Louis Cardinals (30-34) und vielleicht sogar die Pittsburgh Pirates (30-36) – nur ein paar starke Spiele, um wieder voll im Rennen zu sein. Genauso schnell kann man aber auch nach unten durchgereicht werden, wie die Cincinnati Reds (29-36) gerade mit sechs Niederlagen am Stück am eigenen Leib erfahren haben.

In der MLB gibt es zurzeit vier Teams mit über 40 Saisonsiegen – drei davon spielen in der NL West. Das sagt eigentlich schon alles über die Stärke dieser Division, die wie eingangs erwähnt wahrscheinlich beide Wild Cards der NL erobern wird. Das heißt natürlich nicht, dass die Mitglieder des Triumvirats – die Los Angeles Dodgers (41-25), die Colorado Rockies (42-26) und die Arizona Diamondbacks (41-26) – sich auf dieser Position ausruhen können, denn nur der Erstplatzierte zieht direkt in die „richtigen“ Playoffs ein, während zwischen den Wild-Card-Teams ein einzelnes Spiel über Ausscheiden oder Weiterkommen entscheidet. Erinnert sich eigentlich noch jemand daran, dass der letzte Sieger im NL-Wild-Card-Spiel die San Francisco Giants (26-41) waren? Das scheint Ewigkeiten her, wenn man zurzeit das (von Madison Bumgarners Verletzung abgesehen) kaum veränderte, aber komplett implodierte Team sieht, das nach sieben Niederlagen in den letzten zehn Spielen sogar wieder hinter die San Diego Padres (27-40) gerutscht ist.

American League
In der American League East geben die New York Yankees (38-25) den Ton an. Ich bin immer wieder überrascht, wenn ich mir die Statistiken ansehen und feststelle, dass die Yankees nicht nur von ihrer spektakulären Offense um Rookie Aaron Judge leben, sondern auch im Pitching Top-Werte aufweisen. Zumindest die Starter fliegen für mich immer ein bisschen unter dem Radar, weisen aber immerhin die sechstwenigsten erlaubten Runs (3.93 ERA) der MLB auf. Das Run Differential der Yankees (+114) führt die Liga an mit 12 Runs Vorsprung auf die Houston Astros. Nach fünf Siegen aus den letzten sechs Spielen halten die Boston Red Sox (37-28) den Kontakt zur Spitze, welchen die Baltimore Orioles (32-32) nach einer Serie von sechs Niederlagen derzeit verloren haben. Dazwischen haben sich heimlich, still und leise die Tampa Bay Rays (35-33) geschoben, die momentan den zweiten Wild-Card-Platz der AL einnehmen.

Die AL Central sieht der NL Central sehr ähnlich: Auch hier sind die Teams relativ eng beisammen und auch hier liegt mit den Minnesota Twins (33-29) ein Überraschungsteam vor dem letztjährigen World-Series-Teilnehmer Cleveland Indians (31-31). Und – auch das ist eine Parallele zur NL Central – die Formkurve fast aller Teams der Division weist eher nach unten. Einzig die Kansas City Royals (30-34) weisen aus den letzten zehn Spielen eine positive Bilanz auf, sie befinden sich auf einer Serie von zurzeit vier Siegen in Folge. Allerdings hatten sie auch das Glück, dass ihre Gegner dabei die San Diego Padres und die San Francisco Giants waren.

Kommen wir zu guter Letzt zum immer noch erfolgreichsten Team der Saison, den Houston Astros (45-22). Seit dem Ende ihrer Serie von elf Siegen haben die Astros nur drei von neun Spielen gewonnen, aber ihr Vorsprung in der AL West ist mehr als komfortabel genug, um solch eine Phase zu überstehen, ohne sich allzu große Sorgen zu machen. Was allerdings durchaus Sorgen verursacht, sind die zunehmenden Verletzungen: Mit Dallas Keuchel, Charlie Morton und nun Lance McCullers sind schon drei Starter auf der DL und Outfielder Josh Reddick erholt sich noch von der Gehirnerschütterung, die er beim Crash in die Mauer während eines Fangversuchs erlitten hat. Ernstzunehmende Verfolger haben die Astros nach wie vor nicht, am nächsten dran sind die Los Angeles Angels (35-34) mit elf Spielen Rückstand, alle anderen Teams der Division stehen unter .500.

Szene der Woche
Der wichtigste Moment der MLB-Woche war der erste Pick der Draft in der Nacht von Montag auf Dienstag. Entgegen der deutlichen Mehrzahl aller Spekulationen entschieden sich die Minnesota Twins weder für den hochgelobten Highschool-Pitcher Hunter Greene noch für einen der Collegespieler, denen man einen schnelleren Übergang in die MLB zutraute. Stattdessen wählten sie einen anderen direkt aus der Highschool kommenden Spieler, Shortstop Royce Lewis. Lewis war zwar ebenfalls als hoher Pick prognostiziert, doch dass er vor Greene gewählt würde, hatte kaum jemand vorhergesagt. Greene ging an Nummer zwei zu den Cincinnati Reds, der andere Favorit auf den Top-Pick, Louisvilles Brandon McKay, wurde erst als Vierter von den Tampa Bay Rays gepickt. Offenbar spielten bei den Picks auch finanzielle Erwägungen eine Rolle: Die Teams dürfen für die gedrafteten Spieler bestimmte nach Draftposition gestaffelte Höchstsummen ausgeben. Den Twins wird nachgesagt, dass ihnen kein Spieler die volle Höhe von 7.770.700 Dollar wert war. Deshalb entschieden sie sich für einen, der Ihnen vorab signalisierte, sich mit weniger zufrieden zu geben.

Statistik der Woche 
28. So viele Hits erzielten die Minnesota Twins Dienstagnacht beim 20:7 gegen die Seattle Mariners. Das war ein Franchise-Rekord und gleichzeitig MLB-weit das Spiel mit den meisten Hits eines Teams seit 2007. Den größten Beitrag zum offensiven Feuerwerk leisteten Eddie Rosario mit vier Hits, davon drei Homeruns, und Eduardo Escobar mit fünf Hits. Auch unser Lokalmatador Max Kepler hatte ordentlichen Anteil am Erfolg mit drei Hits, darunter ein Solo-Homerun, und einem Walk.

Spiel der Woche
Zwischen den Detroit Tigers und den Arizona Diamondbacks sah es Dienstagnacht nach einer klaren Angelegenheit aus: Die Diamondbacks beendeten den Tag von Tigers-Starter Buck Farmer nach nur zweieindrittel Innings mit neun Hits und sechs Runs, darunter Homeruns von Brandon Drury und Paul Goldschmidt. Auf der anderen Seite cruiste Zack Greinke durch fünf Innings mit nur zwei Hits und einem Walk. Doch im sechsten Inning bekamen Greinke und seine Defense plötzlich Probleme und kassierten sechs Runs zum Ausgleich – fünf davon „unearned“, weil ein schlechter Wurf von Drury und ein misslungener Catch von David Peralta dazu beitrugen, dass die Tigers in diesem Inning elf Runner an die Platte schicken und sechs Hits erzielen konnten. Ausgerechnet Peralta, der in der Outfield-Defense mehrere schwache Szenen hatte, sorgte schließlich doch noch für ein Happy End aus Sicht der Diamondbacks, indem er per Solo-Homer im neunten Inning das letztlich entscheidende 7:6 für Arizona erzielte.

Spiel der kommenden Woche
Die momentan größte Attraktion der Liga ist der Dreikampf um die NL West. Deshalb ist mein Einschalttipp für nächste Woche die Serie der Arizona Diamondbacks bei den Colorado Rockies. Konkret empfehle ich die Partie Mittwochnacht um 2:40 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Auf dem Mound stehen dann voraussichtlich zwei Pitcher, die zurzeit in hervorragender Form sind: für Arizona Taijuan Walker (ERA 3.32, in den letzten drei Spielen 2.12) und für Colorado Jeff Hoffman (ERA 2.33, in den letzten drei Spielen 1.33).

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Juni 8th, 2017 by Dominik

Edinson Volquez pitcht einen No-Hitter, es wird ein MLB-Rekord mit insgesamt sieben Grand Slams aufgestellt, einer davon ist der 600. Homerun von Albert Pujols und Jon Lester überwindet sich zu einem Pickoff-Throw an die erste Base: So viele historische Ereignisse in der MLB sind schon viel für eine Woche, tatsächlich fanden sie aber alle an einem einzigen Tag statt, nämlich letzten Samstag. Aber auch von den anderen Tagen der letzten Woche gibt es einiges Bemerkenswertes zu berichten in diesem Grand Slam am Donnerstag.

American League
In der American League East läuft zurzeit der Baseball-Klassiker schlechthin: Die New York Yankees (33-23) und die Boston Red Sox (32-26) spielen eine Drei-Spiele-Serie gegeneinander und es geht um nicht weniger als die Spitze der Division. Nachdem die beiden bisherigen Spiele geteilt wurden, werden die Yankees auf jeden Fall oben bleiben, doch im heute Nacht anstehenden dritten Duell können die Red Sox immer noch zumindest nach Siegen gleichziehen. Für die Yankees geht es anspruchsvoll weiter, denn sie empfangen als nächstes den Dritten im Bunde, die Baltimore Orioles (31-26). Die Orioles absolvieren gerade ein sehr anstrengendes Programm: Gegen die Pittsburgh Pirates mussten sie gerade zweimal hintereinander in Extra-Innings, heute geht es für ein einzelnes Spiel zu den Washington Nationals und dann steht die Serie in New York an. Wenn die O’s diese Tour einigermaßen ungeschoren überstehen, fange ich so langsam an, an sie zu glauben.

In der AL Central drängt sich nach wie vor kein Team auf, an das man wirklich glauben könnte. Die Minnesota Twins (29-26) halten sich an der Spitze, obwohl sie von den letzten zehn Spielen sieben verloren haben, dicht gefolgt von den Cleveland Indians (29-28). Die Indians halte ich immer noch für das stärkste Team der Division, aber um diesem Anspruch gerecht zu werden, müssen sie vor allem bei den divisionsinternen Begegnungen (bislang 13-14) besser werden. Die ausgeglichene Bilanz der Detroit Tigers (29-29) sehe ich als die Obergrenze des in diesem Jahr Erreichbaren und auch mit den Kansas City Royals (26-32) und den Chicago White Sox (25-32) rechne ich nicht ernsthaft, obwohl sie wegen der generellen Schwäche der Division allesamt nicht weit weg von der Spitze sind. Übrigens werde ich aus keinem Team so wenig schlau wie aus den Royals: Sie machen über weite Strecken der Saison den Eindruck eines desolaten, ausgebrannten Teams, andererseits sind sie die einzigen außer den Indians, die in diesem Jahr überhaupt schon eine Serie gegen die Houston Astros gewonnen haben – und das nun schon zum zweiten Mal.

Die Houston Astros (42-18) dominieren die AL West nach wie vor nach Belieben und haben neben der besten Siegbilanz, den meisten erzielten Runs und dem besten Run Differential der Liga nun auch die längste Siegesserie der Saison auf dem Konto. Zehn Spiele hintereinander haben sie gewonnen, bevor es zwei Niederlagen gegen die Kansas City Royals setzte. Etwas unter dem Radar haben sich die Seattle Mariners (30-30) mit neun Siegen aus den letzten zehn Spielen zurück zu einer .500-Bilanz und vorbei an den Mike-Trout-losen Los Angeles Angels (30-32) auf Platz zwei der Division geschoben. Für die Texas Rangers (27-32) sehe ich momentan relativ schwarz: Sie sind nach elf Niederlagen aus den letzten vierzehn Spielen ohnehin schon etwas abgeschlagen und nun müssen sie dreimal nach Washington und dann dreimal nach Houston.

National League
Über die National League East kann man jedes Mal das Gleiche schreiben, aber darauf habe ich keine Lust. Deswegen verliere ich heute mal keine Worte über die Washington Nationals (37-21), sondern erwähne lieber die interessantesten Ereignisse im traurigen Rest der Division: Die New York Mets (25-32) haben ihr Maskottchen gefeuert, nachdem es sich erdreistet hatte, den bisherigen Saisonverlauf kurz und prägnant mit einem einzigen Fingerzeig zusammenzufassen. Die Atlanta Braves (25-32) haben ihr linkshändiges Pitching-Prospect Sean Newcomb in den Kader geholt und planen, Newcomb am Samstag in einem Spiel des Doubleheaders gegen die Mets starten zu lassen. Die Miami Marlins (25-33) erleben gerade die stärkste Phase ihrer Saison, haben acht der letzten elf Spiele gewonnen, darunter den No-Hitter von Volquez (siehe Spiel der Woche). Auch die Philadelphia Phillies (21-36) durften diese Woche ein bisschen feiern, vier Siege am Stück gab es – zwar nur gegen die Braves und die Giants, aber immerhin. Das schwächste Team der Liga sind die Phillies nach wie vor, aber es könnte noch ein spannendes „Rennen“ mit den San Diego Padres und vielleicht den San Francisco Giants werden.

Die Chicago Cubs (30-28) haben sich nach dem jüngsten Absturz mit einem Sweep über die St. Louis Cardinals (26-31) und einer gewonnen Serie gegen die Miami Marlins rehabilitiert. Am Überraschungsteam der Milwaukee Brewers (32-28) gibt es allerdings für sie in der NL Central bislang kein Vorbeikommen und der Titelverteidiger hat mit einer Vier-Spiele-Serie gegen die Colorado Rockies nun einen dicken Brocken vor sich. Im direkten Duell mit den Cardinals haben die Cincinnati Reds (28-30) bislang drei Spiele der bis heute andauernden Serie gewonnen und halten sich solide im Mittelfeld.

In der NL West bleibt es bei dem schon seit Saisonbeginn herrschenden Bild: Die Colorado Rockies (38-23), Arizona Diamondbacks (36-25) und Los Angeles Dodgers (36-25) stehen vorne ganz eng beisammen, dann kommt lange nichts und schließlich ebenfalls eng beisammen die San Francisco Giants (24-37) und die San Diego Padres (23-37). Es würde mich nicht wundern, wenn am Ende der regulären Saison beide Wild Cards an die NL West gehen. Nach dem bisherigen Verlauf wäre das jedenfalls hochverdient, alle drei Mitglieder des Führungstrios spielen nicht nur erfolgreichen sondern auch sehr attraktiven Baseball, wie ich ihn gern auch in den Playoffs sehen möchte. Die Giants und die Padres sind neben den Phillies die einzigen Teams der MLB mit einer Bilanz von unter .400 und die drei sind auch die einzigen mit einem Run Differential von unter -60, was dafür spricht, dass sie nicht aus Zufall so schlecht dastehen.

Szene der Woche
Diese Woche gibt es viele Kandidaten für die Szene der Woche: Ein Triple Play der Twins, den Pickoff-Throw von Jon Lester, den Homerun-Klau von Adam Jones und Andrew McCutchens Reaktion darauf, aber ich entscheide mich für das Offensichtliche: den sechshundertsten Homerun von Albert Pujols, den er am Samstag stilecht in Form eines Grand Slams gegen die Twins über den Zaun gehauen hat.

Statistik der Woche 
5 AB, 5 H, 4 HR, 10 RBI. Das ist die unglaubliche Bilanz von Scooter Gennett beim 13:1-Sieg seiner Cincinnati Reds gegen die St. Louis Cardinals vom Dienstag. „Scooter wer?“ werden selbst unter Baseballkennern nicht wenige gedacht haben, denn der 27-jährige Gennett kam in seiner bisherigen Karriere nie über mittelmäßige Produktion und den Status eines Ergänzungsspielers hinaus. Vor der Saison war er von den Milwaukee Brewers entlassen worden und über den Waiver in seine Heimatstadt Cincinnati gewechselt. Dort hatte er bis zum Spiel vom Dienstag .270/.308/.450 mit drei Homeruns geschlagen und steckte in einem 1-von-20-Slump. Nun hat er sich mit einer der besten Offensivleistungen aller Zeiten verewigt: Vier Homeruns in einem Spiel hatten nur 16 Spieler vor ihm geschafft und keiner von diesen 16 hat noch einen fünften Hit und insgesamt zehn RBIs beigesteuert.

Spiel der Woche
Der erste No-Hitter des Jahres 2017 und damit quasi automatisch das Spiel der Woche geht auf das Konto von Edinson Volquez. Der Marlins-Pitcher ließ bei Miamis 3:0-Sieg über die Diamondbacks lediglich zwei Baserunner (beides Walks) zu, die allerdings jeweils in Double Plays ausschieden, sodass Volquez die neun Innings mit der minimalen Zahl von 27 Battern und mit nur 98 geworfenen Pitches nach Hause brachte. Dabei wäre er fast schon im ersten Inning aus dem Spiel genommen worden, als er bei einem Groundout mit Rey Fuentes kollidierte und sich offenbar am rechten Knöchel weh tat. Aber er hielt durch und pitchte das Spiel seines Lebens, das er anschließend den tödlich verunglückten Pitcherkollegen Jose Fernandez und Yordano Ventura widmete. Ventura, ein enger Freund seines dominikanischen Landsmanns und früheren Teamkameraden Volquez, wäre am gleichen Tag 26 Jahre alt geworden.

Spiel der kommenden Woche
Wenn von Freitag bis Sonntag die Milwaukee Brewers in Arizona auf die Diamondbacks treffen, dann ist es ein Duell zwischen zwei der größten Überraschungen der bisherigen Saison. Das gilt allgemein für die beiden Teams und es ist gilt speziell am Sonntag auch für die beiden voraussichtlichen Starting Pitcher. Egal, ob man mehr auf ERA oder auf FIP schaut, Milwaukees Chase Anderson (2.94, 3.30) und Arizonas Robbie Ray (2.85, 3.23) gehören in beiden Statistiken zu den Top-15 der Liga und von keinem der beiden hätte das wohl irgend jemand gedacht. Wenn nicht gleichzeitig euer Lieblingsteam spielt und/oder ihr mal was anderes sehen wollt, dann schaltet am Sonntag um 22:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit doch einfach dieses Spiel ein.

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Mai 4th, 2017 by Dominik

Vor gut drei Wochen habe ich bei einem Blick auf die Ergebnisse der letzten Jahre festgestellt, dass die Chancen auf das Erreichen der Playoffs sehr gering sind, wenn man Ende April bei unter 40% Siegen steht. Jetzt sind wir schon ein paar Tage im Mai und es scheint an der Zeit, sich von einigen Teams für dieses Jahr zu verabschieden: Die Toronto Blue Jays, die San Francisco Giants, die Texas Rangers und die Kansas City Royals stehen allesamt unter den erwähnten 40% und brauchen schon ein kleines Wunder, um aus dem Loch noch heraus zu kommen, dass sie sich selbst gegraben haben. Hier der gewohnte wöchentliche Überblick, was sich sonst so tut in der MLB:

National League
Die National League East wird nach wie vor sehr deutlich dominiert von den Washington Nationals (18-9), die vor allem mit ihrer Offense die Liga rocken. Mit 175 erzielten Runs führen sie die MLB mit großem Abstand vor den Yankees und den Diamondbacks (je 148) an und auch ihr Run Differential von +46 ist das beste der Liga. Einen großen Beitrag dazu leistete das 23:5 über die New York Mets (12-15). Allerdings täuscht dieses Resultat leicht darüber hinweg, dass die Serie gegen die Mets eher ein Rückschlag für die Nationals war, die nicht nur die beiden anderen Spiele verloren sondern auch den in der Offseason teuer ertradeten Outfielder Adam Eaton, der sich einen Kreuzbandriss zuzog. Die Mets haben ihrerseits große Verletzungssorgen: Neu auf der ohnehin schon langen und hochkarätig besetzten Abwesenheitsliste ist Pitching-Ass Noah Syndergaard, der mit einem gerissenen oder angerissenen Rückenmuskel voraussichtlich rund drei Monate lang ausfallen wird.

Deutlich ausgeglichener als die NL East ist die Lage in der NL Central. Die favorisierten Chicago Cubs (15-12) liegen vorne, aber die Milwaukee Brewers (13-13) und die St. Louis Cardinals (12-12) sind nicht weit zurück und alle drei haben in der Woche seit Freitag im Gleichschritt genauso viele Spiele gewonnen wie sie verloren haben. Das gilt im übrigen auch für die Pittsburgh Pirates (12-15), sodass die Cincinnati Reds (13-14) mit drei Siegen und zwei Niederlagen die einzigen in der Division sind, für die sich in der vergangenen Woche irgendetwas bewegt hat.

Auch in der NL West hat sich am Tabellenbild seit letzter Woche nichts Nennenswertes verändert, doch das allein ist nach wie vor Überraschung genug: Die Colorado Rockies (17-11) und die Arizona Diamondbacks (17-12) halten sich wacker an der Spitze und die Los Angeles Dodgers (15-14) tun bislang zu wenig, um daran etwas zu ändern – insbesondere kamen sie gegen die beiden Konkurrenten bisher nicht über Splits in den Heim- und Niederlagen in den Auswärtsserien hinaus und auch gegen die ansonsten recht desolaten San Francisco Giants (11-18) tun sich die Dodgers schwer. Siebenmal trafen die beiden Traditionsrivalen an den letzten zehn Tagen aufeinander, viermal behielten die Giants die Oberhand. Eine schlechte Nachricht für die Diamondbacks muss ich leider noch erwähnen: SP Shelby Miller muss sich einer Tommy-John-Surgery unterziehen, für ihn ist die Saison somit definitiv gelaufen.

American League
In der American League East muss man sich wohl langsam, aber sicher an den Gedanken gewöhnen, dass die New York Yankees (17-9) „for real“ sind. Seit letzter Woche haben sie drei weitere Serien gegen die Divisionsrivalen Baltimore Orioles (16-10), Boston Red Sox (15-12) und Toronto Blue Jays (9-19) gewonnen. Jetzt bin ich besonders gespannt auf das anstehende Drei-Spiele-Duell gegen den amtierenden Champion Chicago Cubs (siehe „Spiel der kommenden Woche“). Derweil scheint sich zwischen den Red Sox und den Orioles momentan eine Rivalität zu entwickeln, die das gesunde Maß bereits deutlich überschritten hat. Es ging los mit einem ungestümen, aber offenbar unabsichtlichen Slide von Baltimores Manny Machado an die zweite Base, bei dem sich Bostons Dustin Pedroia verletzte und für ein paar Tage ausfiel. Getreu den sogenannten „unwritten rules“ im Baseball warf Red-Sox-Pitcher Eduardo Rodriguez im folgenden Spiel den Ball mehrfach inside in Richtung von Machados Knien – das ist allein schon albern genug, aber die Sache hätte damit zumindest erledigt sein müssen. Stattdessen eskalierte Reliever Matt Barnes die Situation, indem er bei nächster Gelegenheit knapp hinter den Kopf von Machado warf. Barnes wurde dafür mit Recht vier Spiele lang gesperrt. War es das nun endlich? Nein, entschied Chris Sale, das Pitching-Ass der Red Sox, und warf beim vorgestrigen Aufeinandertreffen schon wieder einen Ball hinter Machado, der später mit einem Homerun und einer angemessenen Tirade antwortete. Liebe Red Sox, ich habe euch immer gemocht, aber was soll dieser Schwachsinn? Ganz zu schweigen von den rassistischen Anfeindungen, die sich Orioles-Outfielder Adam Jones am 1. Mai durch offenbar mehrere Dutzend Zuschauer im Fenway Park anhören musste. Haben diese Vollidioten etwa schon vergessen, dass der von ihnen jahrelang als Idol gefeierte Big Papi David Ortiz die gleiche Hautfarbe hat wie der Gegenspieler, den sie nun mit dem N-Wort beschimpften und mit Erdnüssen bewarfen?

Zurück zum Sport. In der AL Central sind die Minnesota Twins (14-11) mit vier Siegen hintereinander und sechs aus den letzten sieben Spielen zurück an die Spitze gestürmt. Die Cleveland Indians (15-12) hatten am Dienstag einen bitteren Abend, als sie nicht nur das Spiel gegen die Detroit Tigers (14-13) und die Tabellenführung verloren sondern auch Pitcher Corey Kluber, der mit Rückenbeschwerden auf die Verletztenliste gesetzt werden musste. Die Chicago White Sox (14-12) und die Kansas City Royals (9-17) sorgten zwischenzeitlich für Schlagzeilen, indem Erstere sechs Siege und Letztere neun Niederlagen in Folge einfuhren. In den letzten drei Tagen gewannen aber die Royals zwei von drei Spielen gegen die White Sox. Die extremen Trends sind somit beide erstmal gestoppt.

Die Houston Astros (19-9) weisen mittlerweile nicht mehr nur in der AL West sondern in der gesamten MLB die beste Bilanz auf. Nach drei Siegen hintereinander gegen die Texas Rangers (11-17) herrschen klare Verhältnisse in der Lokalrivalität. Als wären die Rangers nicht schon gebeutelt genug, fällt nun auch noch Pitcher Cole Hamels für mehrere Monate aus. Da auch die Seattle Mariners (12-16) nach wie vor nicht wirklich in Tritt kommen und die Oakland Athletics (11-16) nach ordentlichem Start inzwischen deutlich eingebrochen sind, richten sich die Los Angeles Angels (15-14) in der Rolle des derzeit einzigen Verfolgers der Astros ein. Die übers Wochenende anstehende Serie zwischen den Astros und den Angels verspricht interessant zu werden.

Szene der Woche
Die Versuchung war groß, hier den Pickoff durch Jon Lester gegen Aaron Altherr zu küren – Würfe zur ersten Base sind bekanntlich die große Schwäche des Cubs-Pitchers und ein Pickoff-Throw durch ihn ist schon eine Sondermeldung wert. Aber da dieser hier „nur“ an die zweite Base ging, erlaube ich mir als Szene der Woche das Triple Play der Orioles gegen die Red Sox vorzuziehen. Ein Triple Play ist immer sehenswert, aber dieses war ganz besonders kurios, weil es nur durch Fehler von fast allen Beteiligten zustande kam: die Umpires signalisieren keinen Infield Fly, Orioles-Shortstop J. J. Hardy fängt den Ball nicht, die Baserunner Mitch Moreland und Dustin Pedroia laufen nicht los, Batter/Runner Jackie Bradley Jr. bricht den Weg zur ersten Base ab und plötzlich sind alle drei Spieler aus statt nur einem.

Statistik der Woche 
32. So viele Runs erzielte Bryce Harper im April und stellte damit einen neuen MLB-Rekord auf, den bislang Larry Walker mit 29 Runs im April 1997 gehalten hatte. Mit dieser Leistung stellt er sogar seinen Teamkollegen bei den Washington Nationals, Anthony Rendon, in den Schatten. Dieser legte diese Woche ebenfalls beeindruckende Zahlen vor, allerdings vor allem in Bezug auf ein einzelnes Spiel und nicht wie Harper auf einen ganzen Monat: Beim 23:5 über die Mets erzielte er in sechs Plate Appearances sechs Hits, davon drei Homeruns, und insgesamt 10 RBIs – in ihrer Gesamtheit ebenfalls eine in der MLB-Geschichte noch nie dagewesene Leistung.

Spiel(e) der Woche
Auf das Podest des Spiels der Woche setze ich dieses Mal gleichrangig zwei Partien, in denen es eindrucksvolle Comebacks zu sehen gab: Das eine geht auf das Konto der New York Yankees, die aus 1:9- und 4:11-Rückständen gegen die Baltimore Orioles mit Hilfe von fünf Homeruns einen 14:11-Sieg nach zehn Innings machten. Das andere war ein 6:5 der Los Angeles Dodgers über die Philadelphia Philles. Mit einem 2:5-Rückstand waren die Dodgers in den Bottom des neunten Innings gegangen, bevor Yasiel Puig, Cody Bellinger und Justin Turner mit Back-to-Back-to-Back-Homeruns gegen Phillies-Closer Hector Neris den Ausgleich besorgten. Zwei Outs später brachte ein Walkoff-Single von Adrian Gonzalez das Spiel nach Hause

Spiel der kommenden Woche
Zwei sehr reizvolle Duelle stehen übers Wochenende an: zum einen das der Houston Astros gegen die Los Angeles Angels of Anaheim, zum anderen das der Chicago Cubs gegen die New York Yankees. Das erste Spiel des Titelverteidigers gegen den wiedererstarkten Rekordmeister ist mein Einschalttipp der Woche: Am Freitag um 20:20 Uhr mitteleuropäischer Zeit geht es los, auf dem Mound werden voraussichtlich Kyle Hendricks (4.18 ERA) für die Cubs und Michael Pineda (3.14 ERA) für die Yankees stehen.

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April 27th, 2017 by Dominik

Was für eine bittere MLB-Woche: Meine Mets hatten ihren stärksten Auftritt Dienstagnacht in Form eines Rainouts gegen die Braves – den konnten sie wenigstens nicht verlieren. In Giants-Pitcher Madison Bumgarner hat sich einer der besten und interessantesten Spieler der Liga ernsthaft verletzt und gestern Abend musste Brewers-1B Eric Thames, Hauptakteur der Cinderella-Story des bisherigen Jahres, mit Oberschenkelproblemen den Platz verlassen. Zu allem Überfluss haben die Padres das spannende Experiment mit Christian Bethancourt als Allround-Spieler für gescheitert erklärt und ihn in die Minors geschickt. Zum Glück sorgte Chris Coghlan von den Blue Jays dafür, dass von dieser Woche nicht nur deprimierende Szenen hängen bleiben werden. Dazu später mehr, jetzt erst mal der obligatorische Schwenk durch die einzelnen Divisionen:

National League
In der National League East sieht es derzeit danach aus, dass sich in dieser Division besonders schnell die Spreu vom Weizen trennt. Die Washington Nationals (14-6) ziehen nach den ersten 20 Spielen bereits recht einsam ihre Kreise an der Spitze vor den Miami Marlins (10-8) und den Philadelphia Phillies (9-9), die beide für ihre Verhältnisse gut in die Saison gekommen sind, den Nationals aber realistisch betrachtet nicht gefährlich werden dürften. Leider ein Totalausfall in der ihnen zugedachten Rolle des Co-Favoriten in der Division sind die New York Mets (8-11). Nach ordentlichem Beginn haben sie nun zwei Wochen lang quasi nur verloren: Fünf Niederlagen in Folge und neun in den letzten zehn Spielen stehen mittlerweile zu Buche. Am Anfang dieses Slumps hatten sie ein paarmal Pech mit dem Spielausgang, dann kamen Verletzungen dazu und inzwischen scheint auch einfach das Selbstvertrauen ein Stückweit verloren zu sein. So war jedenfalls mein Eindruck letzte Nacht beim 2:8 gegen die Atlanta Braves (6-12), die nach dem Sweep durch die Nationals ein willkommener Aufbaugegner hätten sein können, aber stattdessen auf erstaunlich wenig Gegenwehr der Mets stießen. Bei den Marlins tut sich übrigens etwas im Hinblick auf den angestrebten Verkauf der Franchise durch Owner Jeffrey Loria: Eine Bietergruppe um den ehemaligen Governeur, Präsidentensohn, -bruder und -kandidaten Jeb Bush und um Ex-Yankees-Star Derek Jeter gilt inzwischen als klarer Favorit, die Marlins zu erwerben.

Titelverteidiger Chicago Cubs (11-8) hat in der NL Central mittlerweile die Verhältnisse gerade gerückt und sich mit nacheinander gewonnenen Serien gegen die Milwaukee Brewers (11-11), die Cincinnati Reds (10-11) und die Pittsburgh Pirates (9-12) an die Spitze der Division gesetzt. Die schwach gestarteten St. Louis Cardinals (9-11) zeigen inzwischen Anzeichen eines Aufschwungs. Dem Sweep gegen die Pirates vor einer Woche ließen sie weitere drei Siege über die Brewers folgen und setzen heute in einem Doubleheader das Duell der Fehlgestarteten mit den Toronto Blue Jays fort.

Die NL West fühlt sich immer noch ein bisschen an, als würde sie auf dem Kopf stehen, denn unverändert halten sich die etwas überraschenden Colorado Rockies (14-8) und die noch mehr überraschenden Arizona Diamondbacks (14-9) an der Spitze mit spürbarem Vorsprung auf die Los Angeles Dodgers (10-12). In einer schwierigen Lage befinden sich die San Francisco Giants (7-14). Zwar sprangen aus den letzten drei Spielen immerhin zwei Siege gegen die Dodgers heraus, doch davor setzte es gegen die Rockies einen Drei-Spiele-Sweep und vor allem fällt Star-Pitcher Madison Bumgarner nun für mindestens zwei Monate aus, nachdem er in seiner Freizeit einen Fahrradunfall hatte und sich dabei die Rippen und die Schulter des Wurfarms verletzte. Eine Aufholjagd ohne den wichtigsten Leistungsträger des Teams dürfte schwierig werden.

American League
Die Baltimore Orioles (13-6) führen nach wie vor die American League East an und das zwar knapp, aber überzeugend: Von ihren bislang sieben Serien in diesem Jahr haben sie noch keine einzige verloren und sechs davon absolvierten sie gegen Divisionsrivalen. Auf Platz zwei halten sich die New York Yankees (11-7), bei denen sich nach der zwischenzeitlichen Siegesserie in den letzten Tagen Licht und Schatten abwechselten. Die nächsten Tage werden richtungsweisend sein, denn heute Nacht geht es zunächst noch einmal gegen die Boston Red Sox (11-8) und dann drei Tage lang gegen die Orioles. Genau wie die Yankees haben auch die Toronto Blue Jays (6-14) in den letzten sieben Tagen immer abwechselnd gewonnen und verloren, was in ihrem Fall aber nach dem katastrophalen Start ein Fortschritt war. Wenn sie dem turbulenten Sieg im ersten Spiel gegen die  Cardinals (siehe unten) heute einen erfolgreichen Doubleheader folgen lassen, sind die Blue Jays wieder halbwegs im Rennen.

Die knappste Division der MLB ist die AL Central, in der die Cleveland Indians, die Chicago White Sox und die Detroit Tigers allesamt mit 11-9 gleichauf stehen und nur knapp dahinter die Minnesota Twins (10-11), für die Max Kepler am Sonntag seinen zweiten Homerun des Jahres geschlagen hat. Den Anschluss verloren haben derzeit die Kansas City Royals, die nach sieben Niederlagen in Folge – jeweils Sweeps gegen die Texas Rangers und die White Sox – plötzlich bei 7-14 stehen und als nächstes dreimal gegen die Twins ran müssen.

Die AL West bietet momentan neben der NL East das klarste Tabellenbild: Der Vorsprung der Houston Astros (14-10) ist bereits recht komfortabel, zumal auf den nächsten Rängen die Los Angeles Angels (11-12) und die Oakland Athletics (10-11) folgen, die beide keine ernsthaften Kandidaten dafür sind, um den Divisionstitel mitzuspielen. Die Texas Rangers (10-12) haben sich, insbesondere durch den Sweep über die Royals, wieder ans Feld herangespielt, während es für die Seattle Mariners (9-13) momentan schlecht aussieht. Sie haben zwar nur einen Sieg weniger als die Rangers und die A’s, müssen aber nun den Rückschlag verkraften, dass gleichzeitig Pitching-Ass Felix Hernandez und der in der bisherigen Saison sehr starke Outfielder Mitch Haniger (.338/.442/.600) auf die Verletztenliste gesetzt werden mussten.

Szene der Woche
Vielleicht ist es nicht nur die Szene der Woche sondern schon die des Jahres. Jedenfalls wird auf absehbare Zeit kein Highlight-Reel ohne den gigantischen Sprung von Torontos Chris Coghlan über Cardinals-Catcher Yadier Molina und seine anschließende Rolle über die Homeplate auskommen. Ich muss mir das Ding jedenfalls immer wieder ansehen. Wow.

Statistik der Woche 
11. So viele Homeruns hat 1B Eric Thames von den San Diego Padres dieses Jahr bereits erzielt, vier mehr als die zehn Spieler, die gemeinsam den zweiten Platz der Rangliste belegen. Sofern die Verletzung, derentwegen Thames gestern Abend ausgewechselt werden musste, ihn nicht daran hindert, hat er in den nächsten Tagen die Chance, am Rekord von Albert Pujols (2006) und Alex Rodriguez (2007) mit je 14 April-Homeruns zu kratzen. Das Erstaunliche daran ist, dass der 30-jährige Thames die letzten vier Jahre nicht mal in der MLB gespielt sondern sich zuerst ein Jahr in den Minors und dann in Südkorea bei den NC Dinos verdingt hat. Dort produzierte er zwar starke Zahlen, doch dass er bei seiner Rückkehr nach Amerika derart auftrumpfen würde, hat ihm wohl kaum jemand zugetraut.

Spiel der Woche
Ich muss hier noch mal auf das Spiel der Toronto Blue Jays bei den St. Louis Cardinals zurückkommen, in dem sich die Akrobatik-Aktion von Chris Coghlan zutrug. Nicht nur wegen dieses Moments war Torontos 6:5-Erfolg ein spektakuläres Spiel mit Happy End für die enttäuschend in die Saison gestarteten Blue Jays: Erst drehten sie einen Rückstand um, dann gingen sie dreimal in Führung, die von den Cardinals immer wieder ausgeglichen wurde, bevor schließlich im elften Inning der als Pinch Hitter eingewechselte Pitcher Marcus Stroman einen Double schlug und später bei einem Error – dem vierten der Cardinals in diesem Spiel – den siegbringenden Run erzielte. Es war übrigens der erste Pinch Hit eines Blue-Jays-Pitchers überhaupt.

Spiel(e) der kommenden Woche
Die Entscheidung fällt schwer, denn mir erscheinen zwei Matchups der kommenden Tage gleichermaßen interessant: Sowohl in der AL East mit den Orioles und den Yankees als auch in der NL West mit den Rockies und den Diamondbacks ringen je zwei Teams um die Spitze, denen ich das vor der Saison nicht zugetraut hätte – und in beiden Fällen treffen diese beiden Teams nun in einer Wochenendserie von Freitag bis Sonntag aufeinander. Mein Einschalttipp sind die beiden Spiele am Sonntag, weil sie sich zeitlich (Orioles@Yankees um 19:05 Uhr, Rockies@Diamondbacks um 22:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit) so gut aneinander fügen, dass man einen schönen langen Baseballabend daraus machen kann – und am Tag danach ist passenderweise Feiertag.

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April 20th, 2017 by Dominik

Knapp zehn Prozent der MLB-Saison 2017 sind absolviert und Einiges, was die Fans bestimmter Teams nach den ersten Spielen himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt hinterließ, hat sich inzwischen relativiert. Geblieben sind bisher die überraschend guten Ergebnisse der Cincinnati Reds, der Arizona Diamondbacks und der Colorado Rockies sowie der katastrophale Start der Toronto Blue Jays. Ebenfalls zu den großen Überraschungen der bisherigen Saison zähle ich die neun Siege der New York Yankees in den letzten zehn Spielen, darunter acht in Folge. Hier wie jeden Donnerstag der Überblick über das Geschehen in der MLB:

American League
Die American League East scheint sich zu gefallen in der Rolle, die sie schon in der letzten Saison spielte: Damals gab es einen bis zum Schluss spannenden Dreikampf auf hohem Niveau, an dessen Ende alle drei beteiligten Teams in die Playoffs einzogen. Auch jetzt, nach rund 15 Spielen in der neuen Saison stehen wieder drei Teams mit überzeugender Bilanz nahezu Kopf an Kopf – mit dem einzigen Unterschied, dass sich anstelle der absolut enttäuschend gestarteten Toronto Blue Jays (3-11) die New York Yankees (10-5) eingeschaltet haben, um mit den Baltimore Orioles (9-4) und den Boston Red Sox (9-6) um die Spitze zu ringen.

Sagenhafte Ausgeglichenheit hat hingegen die AL Central zu bieten: Vier von fünf Teams stehen bei sieben Siegen und sieben Niederlagen, nur die Detroit Tigers (8-6) tanzen minimal aus der Reihe. Die Minnesota Twins haben sich von ihrem kurzen Höhenflug inzwischen verabschiedet, nach drei Niederlagen am Stück und fünf aus den letzten sieben Spielen sind sie in der Riege der ausgeglichenen Bilanzen angekommen und der Trend zeigt klar nach unten. Die positive Nachricht aus Minnesota ist, dass Max Kepler nach verhaltenem Start seinen Rhythmus gefunden hat und nach 14 Spielen starke .294/.351/.490 schlägt.

In der AL West geben die Houston Astros (10-5) nach wie vor klar den Ton an, alle anderen Teams der Division weisen eine negative Bilanz auf. Ein bisschen gefangen haben sich nach ihrem katastrophalen Start die Seattle Mariners (7-9) mit fünf Siegen aus den letzten sechs Spielen. Drei davon gingen zu Lasten der Texas Rangers (5-10), die früh in der Saison schon mit dem Rücken zur Wand stehen. Das Problem der Rangers ist in erster Linie das Pitching, denn während sie die viertmeisten Runs erzielt haben, haben sie gleichzeitig die drittmeisten erlaubt. Und interessanterweise haben sie bisher mit 0-4 die schlechteste Bilanz der Liga in 1-Run-Games, also Spielen, die mit nur einem Run Unterschied enden – nachdem sie letztes Jahr mit einer 36-11-Bilanz in solchen Spielen einen MLB-Rekord aufgestellt hatten.

National League
Die Washington Nationals (9-5) führen nach drei Siegen am Stück sowohl die National League East als auch die National League insgesamt an, getragen vor allem von einer beeindruckenden Offense. Von MLB-weit acht Stammspielern, die eine OPS von über 1.100 aufweisen, haben die Nationals in Bryce Harper (1.362) und Ryan Zimmerman (1.146) gleich zwei und mit einem Team-OPS von .846 stehen sie klar an der Spitze der Liga. Aber noch haben die Nationals nicht direkt gegen ihren mutmaßlichen Hauptkonkurrenten, die New York Mets (8-7), spielen müssen. Letztere haben letzte Nacht gegen die Philadelphia Phillies (5-9) den ersten Sieg nach einer äußerst unglücklichen Serie von vier Niederlagen eingefahren – alle vier Spiele wurden erst im letzten At Bat des Gegners verloren. Apropos äußerst unglücklich: Das sind wohl auch einige Pitcher der Miami Marlins (8-7) – nicht weil sie schlechte Leistungen gezeigt hätten, sondern weil sie innerhalb der letzten Tage gleich zweimal haarscharf einen combined No-Hitter verpasst haben.

Die Cincinnati Reds (9-6) genießen nach wie vor ihre Rolle als Überraschungsteam der Liga und stehen in der NL Central immer noch vor dem World-Series-Champion Chicago Cubs (8-7). Nach vier Niederlagen in fünf Spielen – darunter drei gegen die Milwaukee Brewers (8-8) – scheint ein Ende des unwahrscheinlichen Höhenfluges der Reds jedoch absehbar, zumal sie übers Wochenende dreimal gegen die Cubs ran müssen. Eine halbe Saison, genauer gesagt 80 Spiele lang überhaupt nicht mehr ran darf unterdessen Outfielder Starling Marte von den Pittsburgh Pirates (6-9), nachdem er des Dopings mit Nandrolon überführt wurde. Die Pirates zeigten sich auf dem Feld angemessen geschockt, indem sie ihrem Drei-Spiele-Sweep gegen die Cubs nach dieser Nachricht eine Serie von drei Niederlagen gegen die St. Louis Cardinals (6-9) folgen ließen, die damit den Anschluss an den Rest der Division wiedergefunden haben.

Am Tabellenbild der NL West hat sich seit letzter Woche außer einem leichten Abgleiten der San Diego Padres (6-10) nicht viel getan, was aber durchaus als Überraschung durchgeht. Vorne halten sich nämlich immer noch wacker die Arizona Diamondbacks und die Colorado Rockies mit jeweils 10-6, die Diamondbacks sogar mit der erfolgreichsten Offense der ganzen Liga (78 Runs). Gegen beide Teams kamen die Los Angeles Dodgers (8-8) nicht über unentschiedene Serien hinaus und bleiben somit derzeit als einer der beiden Favoriten der Division auf dem mittleren Rang hängen. Noch schlechter ergeht es dem Mitfavoriten San Francisco Giants (6-10), bei dem bislang auf jeden kleinen Lichtblick ein Rückschlag erfolgt ist. Die Giants, die im Outfield dieses Jahr ohnehin schon unterbesetzt schienen, mussten nun Leftfielder Jarrett Parker mit gebrochenem Schlüsselbein auf die Verletztenliste setzen. Dafür ist Catcher Buster Posey von selbiger Liste wieder zurück im Lineup und kann den Giants beim Versuch mithelfen, nächste Woche in einer Vier-Spiele-Serie gegen die Dodgers das Ruder herumzureißen.

Szene der Woche
Es war eine weder besonders schöne noch lustige Szene, aber der Walk-Off-Error, mit dem die Detroit Tigers gestern Nacht das Spiel gegen die Tampa Bay Rays verloren, war definitiv ein aufreibender Moment. Mit einer knappen Führung, geladenen Bases und nur einem Out im neunten Inning legten es die Tigers auf ein siegbringendes  Double Play an und das wäre es wohl auch geworden, wäre nicht Shortstop José Iglesias über die Base gestolpert, wodurch sein Wurf an die erste Base misslang und zwei Runs zum Sieg der Rays nach Hause kamen. Zu allem Überfluss bekam der gefallene Iglesias auch noch das Knie des slidenden Brad Miller ab und verletzte sich dabei.

Statistik der Woche 
129. So viele Plate Appearances in der regulären Saison absolvierte Mookie Betts zwischen seinem vorletzten Strikeout und dem gestern Nacht gegen Blue-Jays-Pitcher Francisco Liriano. Der vorletzte unterlief ihm am 12. September 2016 gegen Oliver Drake von den Orioles. Es war die längste solche Serie eines Red-Sox-Spielers seit 1975, als Denny Doyle 159 Plate Appearances ohne Strikeout hatte, und die längste in der MLB seit 2004 (147 von Juan Pierre, Marlins). Betts schlägt in dieser Saison bislang .347/.407/.469.

Spiel der Woche
Die Miami Marlins und die New York Mets lieferten sich in der Nacht zu letztem Freitag den ersten 16-Inning-Marathon des Jahres. Nach 5 Stunden und 38 Minuten, 509 Pitches durch 17 Pitcher und 29 Hits in 119 At-Bats brachte ausgerechnet der Spieler die Entscheidung, der wohl über das gesamte Spiel hinweg den schwierigsten Job hatte: Mets-Catcher Travis d’Arnaud absolvierte alle 16 Innings hinter der Platte, brauchte ab dem zehnten teilweise Hilfe, seine vom Kauern tauben Beine in den Dugout zu bewegen, aber den Trott um die Base nach seinem Homerun zum 9:8-Sieg schaffte er dann doch alleine.

Spiel der kommenden Woche
Es stehen eine Menge interessante Serien an, zum Beispiel die große Überraschung Cincinnati Reds gegen Titelverteidiger Chicago Cubs (Freitag bis Sonntag) und das Duell der vermeintlichen Top-Teams der NL West Los Angeles Dodgers gegen San Francisco Giants (Montag bis Donnerstag). Am spannendsten finde ich aber das erstmalige Aufeinandertreffen in dieser Saison zwischen den Washington Nationals und den New York Mets, von denen ich über das gesamte Jahr hinweg ein enges Rennen um die NL East erwarte. Mein Einschalttipp ist das Spiel am Samstag zur europafreundlichen Zeit ab 22:10 Uhr. Auf dem Mound werden voraussichtlich der wiedererstarkte Matt Harvey (2.45 ERA) für die Mets und der ebenfalls überraschend stark in die Saison gestartete Gio Gonzalez (1.33 ERA) für die Nationals stehen.

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April 6th, 2017 by Dominik

Die MLB-Saison 2017 hat begonnen, daher gibt es ab sofort wieder die „In-Season“-Version des Grand Slams am Donnerstag. Über Tabellenstände brauchen wir noch nicht groß zu reden, nachdem jedes Team erst eins bis drei von 162 Spielen absolviert hat, aber die eine oder andere interessante Entwicklung oder Überraschung hat es bereits gegeben – und leider auch schon mehrere Spielausfälle wegen schlechten Wetters; der neueste davon betrifft die für heute vorgesehene Partie der Pittsburgh Pirates bei den Boston Red Sox.

American League
Die American League East hatte dieses Jahr die Ehre, das Eröffnungsspiel zu bestreiten – zwischen den Tampa Bay Rays und den New York Yankees, zwei Teams, die in diesem Jahr voraussichtlich für nicht allzu viel Furore sorgen werden. Der Favoritenrolle gerecht geworden sind bisher die Boston Red Sox mit zwei Siegen in zwei Spielen gegen die Pittsburgh Pirates, auch wenn im zweiten Spiel erst ein Walkoff-Homerun von Sandy Leon die ersten Punkte und gleichzeitig die Entscheidung brachte. Ebenfalls schadlos hielten sich die Baltimore Orioles, die zweimal gegen die Toronto Blue Jays gewannen und damit zeigten, dass sie von dem Abwärtstrend nichts wissen wollen, den viele (mich selbst eingeschlossen) ihnen für dieses Jahr prognostiziert hatten.

Die AL Central präsentiert sich in dieser sehr frühen Momentaufnahme als die stärkste Division der Liga mit gleich drei ungeschlagenen Teams. Im Fall der Cleveland Indians, welche die Texas Rangers 3-0 gesweept haben, entspricht das der Erwartungshaltung eines AL-Champions und erneuten Mitfavoriten; für die Detroit Tigers ist die perfekte Bilanz ein Muster von wenig Wert, da sie nur ein einziges Spiel absolviert haben, denn die zweite Partie gegen die White Sox musste wegen Regens verschoben werden; bleiben als Dritter im Bunde die Minnesota Twins, bislang das Überraschungsteam der Liga – nicht nur, weil sie die beiden ersten Spiele gegen die Kansas City Royals gewonnen haben, sondern weil die Ergebnisse von 7:1 und 9:1 an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließen. Damit haben die Twins bislang ligaweit sowohl die meisten Runs pro Spiel erzielt als auch die wenigsten Runs pro Spiel zugelassen. Die sehenswerteste Defensivaktion der bisherigen Saison geht übrigens ebenfalls auf das Konto der Twins.

Für die AL West rechne ich dieses Jahr mit einem Dreikampf zwischen den Texas Rangers, den Seattle Mariners und den Houston Astros. Das bisherige Bild ist allerdings ein anderes, denn die Astros haben zum Saisonstart durch drei Siege in drei Spielen gegen den Mitkonkurrenten aus Seattle ein klares Ausrufezeichen hinter ihren Anspruch auf den Divisionstitel gesetzt. Die Mariners hingegen müssen neben dem 0-3-Start auch noch die Hiobsbotschaft verdauen, dass Starter Drew Smyly mit einer Ellbogenverletzung im Wurfarm für mindestens zwei Monate ausfällt. Die Rangers kamen gegen die Cleveland Indians mit drei Niederlagen unter die Räder und hoffen, nun in den Oakland Athletics den benötigten Aufbaugegner zu finden.

National League
In der National League East starteten die Washington Nationals mit zwei erwarteten Siegen gegen die Miami Marlins, alle anderen Teams haben von ihren ersten beiden Spielen eines gewonnen und eines verloren. Die Extra-Innings-Niederlage meiner Mets in der letzten Nacht tut besonders weh – nicht nur, weil es mich wehmütig stimmt, Bartolo Colon im Citi Field in der falschen Uniform zu sehen, sondern auch weil eine Glanzleistung von Jacob deGrom am Ende unbelohnt blieb, da der Bullpen und die Batter ihm keine Stütze waren.

Die NL Central ist am schwächsten in das Jahr gestartet, kein einziges Team weist bislang eine positive Bilanz auf. Das wird sich heute allerdings definitiv ändern, wenn die Chicago Cubs und die St. Louis Cardinals gegeneinander das dritte Spiel ihrer Serie absolvieren – vorausgesetzt, die wegend schlechten Wetters von gestern auf heute verschobene Partie muss nicht erneut ausfallen. Einen großen Erfolg haben die Cardinals vor ein paar Tagen abseits des Platzes erzielt: Mit Catcher Yadier Molina, dem Gesicht der Franchise, einigte man sich auf eine Vertragsverlängerung, die ihm in den nächsten drei Jahren 60 Millionen Dollar einbringt.

Die NL West ist die einzige Division, in der schon jedes Team mindestens einmal gewonnen und einmal verloren hat. Erwähnenswert finde ich hier die Arizona Diamondbacks und die Colorado Rockies, die als einzige Teams der Liga mit negativem Rundifferential eine positive Bilanz (jeweils 2-1) erspielt haben. Spricht das nun für Glück oder für Effizienz? Vielleicht auch für nichts von beidem, die Stichprobengröße ist ja noch extrem klein.

Spielzug der Woche
Es gab in den ersten Spielen schon eine Menge sehenswerter Hits und Catches, aber eines habe ich wirklich noch nie gesehen und das war dass innerhalb eines Innings dreimal derselbe Spieler vom Ball getroffen wurde. Stephen Piscotty, Outfielder der St. Louis Cardinals, ist der Pechvogel, dem im fünften Inning der 1:2-Niederlage gegen die Cubs genau das passiert ist. Ich fand es beim ersten Mal zum Lachen, beim zweiten Ansehen machte ich mir Sorgen, ob sich der arme Kerl vor allem bei dem dritten Treffer nicht ernsthaft verletzt hat. Zum Glück hat er das nicht; er wurde zwar auf eine Gehirnerschütterung untersucht, aber es war alles in Ordnung.

Statistik der Woche 
50. So viele aufeinanderfolgende Saves hat der Closer der Orioles, Zach Britton, inzwischen erzielt. Das ist eine beeindruckende Serie, mit der er bereits auf Platz 5 der ewigen Bestenliste der MLB liegt. Platz zwei ist bereits in Sichtweite, denn davon trennen Britton nur noch Jose Valverde (51), Jeurys Familia (52) und Tom Gordon (54). Bis zu Platz eins, den Eric Gagne mit 84 erfolgreichen Save-Opportunities hintereinander belegt, ist es aber noch ein weiter Weg.

Spiel der Woche
Es gab bereits einige sehenswerte Begegnungen an diesen ersten Tagen der Saison, aber ich entscheide mich für das Spiel der San Francisco Giants bei den Arizona Diamondbacks am Opening Day. Zum einen weil es ein sehenswertes und spannendes Spiel war – mit Madison Bumgarner, der mit fünf perfekten Innings startete und obendrein zum ersten Pitcher wurde, der zwei Homeruns am Opening Day schlug, mit einem nie aufgebenden Diamondbacks-Team, dem ersten Blown Save und schließlich dem ersten Walkoff des Jahres –, zum anderen weil es das erste Spiel seit sehr langer Zeit war, dass im deutschen Free-TV zu empfangen war. Ich habe mir die Übertragung aus Interesse angeschaut und fand sie größtenteils gelungen, außer der ärgerlichen Tatsache, dass man erst mitten in das schon seit einer Stunde laufende Spiel eingestiegen ist. Ich hoffe sehr, dass das bei der nächsten Übertragung anders wird. Übrigens habe ich keine Ahnung, wann das sein wird, im Sport1-Programm bin ich bisher nicht fündig geworden. Für sachdienliche Hinweise wäre ich sehr dankbar.

Spiel(e) der kommenden Woche
Mit der Serie der Los Angeles Dodgers beim World-Series-Titelverteidiger Chicago Cubs von Dienstag bis Donnerstag treten erstmals in diesem Jahr zwei der vermutlichen Spitzenteams gegeneinander an. Daher sind diese Spiele mein Einschalttipp für die kommende Woche.

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März 10th, 2017 by Dominik

Die Diamondbacks haben eine solide Offense beisammen und zumindest den Namen nach auch eine ansehnliche Rotation. Dass alles zusammen letztes Jahr nicht klickte und man mit enttäuschenden 69 Siegen abschloss, kann an Pech und Verletzungen (vor allem der OFs David Peralta und A. J. Pollock) liegen, muss ein Stückweit aber wohl auch der sportlichen Leitung angekreidet werden. Jedenfalls mussten General Manager Dave Stewart und Manager Chip Hale ihre Hüte nehmen und wurden durch Mike Hazen und Torey Lovullo ersetzt. Ein schneller Turnaround der Franchise ist nicht ausgeschlossen, würde mich aber überraschen; denn erstens fehlt es dazu meiner Ansicht nach an Tiefe im Bullpen und im Kader insgesamt und zweitens halte ich innerhalb der Division ein Vorbeikommen an den beiden sehr starken Teams der Giants und der Dodgers dieses Jahr für praktisch unmöglich.

Voraussichtliches Lineup
C Chris Iannetta
1B Paul Goldschmidt
2B Chris Owings
SS Ketel Marte
3B Jake Lamb
LF David Peralta
CF A. J. Pollock
RF Yasmani Tomas
DH Cody Asche

Voraussichtliche Rotation
SP Zack Greinke
SP Robbie Ray
SP Taijuan Walker
SP Archie Bradley
SP Shelby Miller
Closer Fernando Rodney

Wichtigster Zugang
SP Taijuan Walker (Seattle Mariners)

Wichtigster Abgang
C Wellington Castillo (Baltimore Orioles)

Bestes Prospect
SP Anthony Banda

Größte Stärke
Frischer Wind: Der Kader hat sich gegenüber 2016 wenig verändert, aber die Führung wurde komplett neu besetzt. Man darf gespannt sein, ob und wie schnell Hazen und Lovullo dem Team ihren Stempel aufdrücken können.

Größte Schwäche
Tiefe: In allen Mannschaftsteilen – Rotation, Bullpen und Lineup – fehlt es an Spielern, die bei Ausfällen oder Formkrisen des Stammpersonals halbwegs nahtlos in die Bresche springen können. Das bekamen die Diamondbacks letztes Jahr zu spüren, aber nennenswerte Konsequenzen haben sie daraus nicht gezogen. Mehr noch: Nicht nur dem MLB-Team fehlt die Tiefe, sondern auch dem Farmsystem der Organisation.

Spannendste Frage
Findet die Starting Rotation in die Erfolgsspur? Mit einem ERA von 5.19 hatten die Diamondbacks letztes Jahr den schlechtesten Wert der Liga. Das war zweifellos eine Enttäuschung, zumal sie viel Geld für Zach Greinke (4.37 ERA) und hochwertige Spieler für Shelby Miller (6.15 ERA) ausgegeben hatten. Wenn beide zurück zu ihrer Normalform finden und darüber hinaus Neuzugang Taijuan Walker einschlägt, kann es nur aufwärts gehen.

Prognose
Platz 4 in der NL West

Hier geht’s zum Power-Ranking und allen bisher erschienenen Previews.

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November 24th, 2016 by Dominik

Ein fröhliches Thanksgiving wünsche ich allen, denen dieses Fest etwas bedeutet! Mir persönlich bedeutet es eigentlich nur, dass an dem Tag Football gespielt wird (Go Lions!) und dass es immer ein Donnerstag ist und damit Grand-Slam-Tag. Die vergangenen sieben Tage empfand ich als die ruhigste Woche der bisherigen Offseason, aber ein paar interessante Neuigkeiten gibt es trotzdem:

Droht der MLB ein Lockout?
Die Teambesitzer der MLB auf der einen und die Spielergewerkschaft auf der anderen Seite verhandeln momentan über eine Erneuerung des Collective Bargaining Agreements, einer Art Tarifvertrag für die Liga. Das aktuelle CBA läuft zum 1. Dezember aus, bis dahin muss der Anschlussvertrag stehen. Steht er nicht, droht ein Lockout, also die Einstellung aller Aktivitäten innerhalb der Liga. Das wäre im Dezember nicht wahnsinnig tragisch, aber wenn die Fronten erst mal so verhärtet sind, dass ein Lockout in Kauf genommen wird, dann ist nicht abzusehen, wie lange er anhält. Nach der bislang letzten Verhandlungsrunde vom Dienstag gab es jedoch erstmals verhalten optimistische Äußerungen, dass eine Einigung in Sicht ist. Über das Thanksgiving-Wochenende ist nun erst mal Pause, dann setzen sich die beiden Seiten erneut zusammen. Die strittigen Punkte sind vor allem

  • eine von den Spielern gewünschte Abschaffung des Systems von Qualifying Offers und damit verbundenen Draft-Pick-Kompensationen beim Wechsel von Free Agents
  • die von den Teambesitzern gewünschte Einführung einer Draft für internationale Spieler
  • sowie eine Neuregelung der Formeln für Luxussteuern und andere Finanzausgleiche zwischen den Teams.
  • Als relativ sicher gilt bereits, dass die Mannschaftskader von 25 auf 26 Spieler (bzw. jeweils ab September von 18 auf 29 Spieler) angehoben werden. Zudem soll es mehr Mittagsspiele geben, wenn die Teams am gleichen Tag noch reisen müssen. Das wäre aus der Sicht von uns europäischen Zuschauern auf jeden Fall erfreulich.

    Mariners und Diamondbacks traden fünf Spieler
    Die Seattle Mariners arbeiten weiterhin daran, ihren Kader ordentlich umzukrempeln. Nach den Trades für Carlos Ruiz mit den Los Angeles Dodgers und für Danny Valencia mit den Oakland Athletics gibt es nun mit den Arizona Diamondbacks den nächsten Deal. Dieses Mal wechseln gleich fünf Spieler ihren Arbeitsplatz. Kern des Trades ist, dass RHP Taijuan Walker nach Arizona geht und SS Jean Segura nach Seattle. Darüber hinaus erhalten die Diamondbacks SS Ketel Marte und die Mariners bekommen noch OF Mitch Haniger und LHP Zac Curtis. Klingt nach einem sinnvollen Geschäft für beide Seiten, denn die Mariners haben in Segura wohl nach langer Suche ihren Shortstop für jeden Tag gefunden, während die Diamondbacks mit Walker einen talentierten jungen Pitcher bekommen, der „nur noch“ seine mangelnde Konstanz in den Griff bekommen muss. Ein Wechsel des Umfelds kann da Wunder wirken.

    Brett Cecil geht zu den Cardinals
    Die St. Louis Cardinals haben den linkshändigen RP Brett Cecil (zuletzt bei den Blue Jays) für vier Jahre und 30,5 Millionen Dollar unter Vertrag genommen. Der 30-Jährige erlebte 2016 einen schwachen Saisonstart und eine Verletzungspause, nach welcher es bei ihm deutlich besser lief. Mit einem ERA von 3.93 und einem AVG seiner Gegner von .265 ist Cecil ein mittelmäßiger Reliever. Dass er einen so guten Vertrag erhält und angeblich mehrere andere Teams um seine Dienste gebuhlt haben, zeigt, wie sehr die Vereine derzeit gewillt sind, in Relief Pitcher zu investieren und wie umkämpft dieser Markt ist.

    Neue Gerüchte um Cespedes
    Yoenis Cespedes ist nach meiner Einschätzung der Top-Free-Agent dieses Jahres und er beziehungsweise sein Management scheint hart daran zu arbeiten, aus dieser komfortablen Situation das Maximum für ihn herauszuholen. Im Alter von 31 strebt er vor allem eine langfristige Bindung für eine entsprechend hohe Garantiesumme an. Von vier Jahren als voraussichtliche Schmerzgrenze der interessierten Teams war zunächst die Rede, inzwischen halten die in amerikanischen Blogs zitierten Insider-Quellen vielfach fünf Jahre für möglich. Das sind letzten Endes aber nur Spekulationen und Gerüchte, vielleicht sogar gestreut vom eigenen Umfeld des Spielers. Andere Gerüchte besagen, dass die größte Sorge der Teams darin besteht, Cespedes könne bei einer zu langen Vertragsdauer bequem werden und die hohe Motivation vermissen lassen, mit der er eineinhalb Jahre lang die Mets – aber eben auch sich selbst im Poker um bessere Verträge – wettbewerbsfähig gehalten hat.

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    August 23rd, 2016 by Dominik

    Für die Teams, die sich Hoffnungen auf die Playoffs machen, ist längst die heiße Phase der Saison angebrochen. Aber auch bei denen, die schon aus dem Rennen sind, geht es in mancher Hinsicht noch heiß her – unter anderem unter den Stühlen einiger Manager.

    (Nur kurz zur Erklärung für alle, die mit den sprachlichen Gepflogenheiten im Baseball nicht vollständig vertraut sind: Unter dem Manager versteht man in der MLB die Person, die für Strategie und Einstellung des Teams verantwortlich ist; in anderen Sportarten nennt man diese Personen Head Coach oder Cheftrainer.)

    Die Atlanta Braves haben sich bereits im Mai von Fredi Gonzalez getrennt. Die Kandidatenliste, wer der nächste gefeuerte Manager sein wird, ist lang und es ist eine beliebte Beschäftigung der Baseball-Schreiberlinge, entsprechende Tipps abzugeben. Da will ich nicht zurück stehen, hier sind meine Top 5:

    1. Terry Collins, New York Mets
    Es mag verwundern, dass Collins ganz oben auf dieser Liste steht, nachdem er ein jahrelang erfolgloses Team vor wenigen Monaten bis in die World Series geführt hat. Aber die aktuelle Saison der Mets ist eine massive Enttäuschung und auch wenn das sicher nicht allein Collins‘ Verschulden ist, häufen sich doch zunehmend kritikwürdige Handlungen und Entscheidungen des Managers – zum Beispiel eine nicht genutzte Challenge, die ohne Risiko die Möglichkeit geboten hätte, das letzte Out einer Niederlage gegen die Tigers anzufechten; oder die Entscheidungen, angeschlagene Spieler wie Yoenis Cespedes und Steven Matz zu oft oder zu lange aufs Feld zu schicken, bis sie schließlich auf der DL landeten; oder das Überstrapazieren von Closer Jeurys Familia in der zweiten Julihälfte, das in zwei blown Saves endete; von einigen seltsamen Lineups und Pinch-Hit-Entscheidungen in den letzten Wochen mal ganz abgesehen. Ich weiß nicht, was mit Collins los ist und es tut mir leid, weil er ein verdienter Coach und ein sehr sympathischer Mensch ist. Aber er macht momentan keinen guten Job und ich hoffe, das Front Office ist bereit, frühzeitig die Weichen für einen Neubeginn zu stellen, sobald das absehbare Aus im Playoffrennen endgültig besiegelt ist.

    2. Chip Hale, Arizona Diamondbacks
    Ähnlich wie Collins hatte Hale 2015 eine gute Saison mit seinem Team, konnte 2016 aber die daraus entstandenen hohen Erwartungen nicht erfüllen. Schon seit Wochen gibt es immer wieder Gerüchte um Hales Entlassung – sogar unter konkreter Nennung eines designierten Nachfolgers in Person von Phil Nevin – und das Front Office um General Manager Dave Stewart tritt diesen Gerüchten nur wachsweich entgegen. Welche Verfehlungen man Hale genau vorwirft, liegt nicht so klar auf der Hand wie bei Collins. Weder der schlechte Trade für Shelby Miller noch die Verletzungsmisere sind Hale zuzurechnen, aber Stewart kämpft selbst um seinen Job und wird über kurz oder lang ein Signal setzen wollen, dass man bereit zu radikalen Änderungen ist. Dass Hale dafür geopfert wird, ist alles andere als unwahrscheinlich.

    3. Robin Ventura, Chicago White Sox
    Die Achterbahnfahrt, die Collins und Hale mit ihren Teams in zwei Jahren erlebt haben, machte White-Sox-Manager Ventura innerhalb von wenigen Monaten durch: Einem 23-10-Start in die laufende Saison, der so Manchen schon von einer World Series als Stadtderby träumen ließ, folgte der Absturz auf inzwischen 59-64. Insgesamt ist es Venturas fünftes Jahr und nachdem also auch 2016 trotz des Traumstarts nicht der erhoffte Turnaround gelungen ist, könnte die Zeit gekommen sein, das Experiment mit dem damals ohne Vorerfahrung eingestellten Manager für gescheitert zu erklären.

    4. Bryan Price, Cincinnati Reds
    Im Gegensatz zu den drei oben genannten Managern blickt Price nicht auf Aufs und Abs in seiner Zeit mit den Reds zurück, sondern lediglich auf Abs. In den knapp drei Jahren hat er es auf eine Bilanz von 193-255 gebracht und Besserung ist nicht ernsthaft in Sicht. Natürlich hatte er es schwer, weil in Cincinnati nicht das große Geld zu Hause ist und weil viele gute Spieler weggetradet wurden, um kurzfristige Wettbewerbsfähigkeit gegen die Hoffnung auf langfristigen Erfolg auf Basis einer starken Farm zu tauschen. Aber als die guten Spieler da waren, hat Price auch nicht wirklich etwas daraus gemacht. Er hatte zur gleichen Zeit Todd Frazier, Johnny Cueto, Aroldis Chapman, Jay Bruce und Joey Votto, aber auch in dieser Zeit waren die Reds nicht konkurrenzfähig. Ich kann mir vorstellen, dass man noch ein Jahr an Price als Manager festhält, aber nicht weil man von ihm überzeugt wäre sondern weil man dem Team für 2017 noch nicht den Sprung zum Contender zutraut und einen neuen Manager nicht verheizen möchte. In dem Moment, in dem die Reds sich in der Lage sehen, von der Kultur des Verlierens zur Kultur des Gewinnens zu wechseln, wird dieser angestrebte Wechsel auch durch einen Austausch des Managers manifestiert werden.

    5. Mike Scioscia, Los Angeles Angels
    Scioscia ist mit großem Abstand der dienstälteste Manager eines MLB-Teams. Nicht nur deswegen wäre es gewagt, seine Ablösung vorherzusagen, sondern auch weil er erst letztes Jahr einen jahrelang schwelenden teaminternen Machtkampf gewann, indem General Manager Jerry Tipoto nach Jahren der Reibung zwischen ihm und Scioscia seinen Hut nahm. Seit Übernahme seines Postens im Jahr 1999 hatte Scioscia viele erfolgreiche Jahre mit den Angels, doch momentan gehören diese zum Bodensatz der Liga – trotz Superstar Mike Trout und trotz einer Payroll im oberen Fünftel der Liga. So ziemlich jeder andere Manager würde in dieser Situation mit dem Rücken zur Wand stehen, aber Scioscia wird wohl auch diese Widrigkeiten überstehen. Denn ihn zu feuern würde die Entscheidung der Teamführung im letzten Jahr, ihm gegenüber Tipoto den Vorzug zu geben, nachträglich in Frage stellen. Diese Blöße wird man sich nicht geben wollen.

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    Juli 14th, 2016 by Dominik

    Seit letzten Donnerstag gab es zwar nur eine halbe Woche MLB, aber natürlich gibt es heute trotzdem einen vollwertigen Grand Slam, den wöchentlichen Überblick über die Liga – nicht zuletzt, weil „Ground Rule Double am Donnerstag“ sich irgendwie komisch anhören würde…
    Dienstagnacht fand das All-Star-Game statt. Das Ergebnis (4:2 für die AL) ist relativ egal, außer dass wir jetzt wissen, dass der AL-Vertreter Heimrecht in den Spielen 1, 2, 6 und 7 der World Series genießt. Zum Einsatz kamen Spieler aus 29 der 30 MLB-Teams – aus allen außer den Mets, deren Vertreter Bartolo Colón und Jeurys Familia NL-Team-Manager (ausgerechnet) Terry Collins im Dugout ließ. Schade, ein Pinch-Hit-Einsatz von Bartolo hätte das Event deutlich aufgewertet.

    American League

    Mit 87 bis 91 absolvierten Spielen je Team ist etwas mehr als die Hälfte der Saison vorbei und in der American League East geht es nach wie vor am engsten zu: Die Baltimore Orioles (51-36), die Boston Red Sox (49-38) und die Toronto Blue Jays (51-40) liefern sich nahezu ein Kopf-an-Kopf-Rennen und man darf gespannt sein, welche Spielweise sich am Ende durchsetzt: die stark von Homeruns geprägte Offensive und durchschnittliche Defensive der Orioles; die ligaweit führende Offensivpower bei deutlich unterdurchschnittlichem Pitching der Red Sox; oder das starke Pitching der Blue Jays bei bislang nur leicht überdurchschnittlicher Offense. Hinter diesen Dreien haben sich heimlich, still und leise die New York Yankees (44-44) pünktlich zur Pause auf eine glatte .500-Bilanz hochgearbeitet. Ob mit ihnen noch zu rechnen ist, dürfte sich in den nächsten zehn Spielen abzeichnen, denn mit Boston, Baltimore und San Francisco erwarten die Yankees nun drei richtungsweisende Serien im eigenen Stadion. Definitiv nicht mehr zu rechnen ist mit den Tampa Bay Rays (34-54), die nach zehn Niederlagen in den letzten zehn Spielen weiter abgeschlagen sind denn je.

    Die AL Central wird klar dominiert von den Cleveland Indians (52-36), basierend auf starkem Batting, noch besserem Pitching und der Angewohnheit, vor allem die wichtigen Spiele zu gewinnen: Die Hälfte ihrer 52 Siege haben die Indians innerhalb der eigenen Division geholt, 26-11 lautet die Bilanz und das, obwohl es sich bis auf die Minnesota Twins (32-56) um eine ziemlich starke Division handelt. Für Letzteres spricht, dass sich hinter Cleveland drei Teams mit positivem Record um Platz zwei balgen. Zur Pause haben die Detroit Tigers (46-43) trotz zuletzt nur zwei Siegen aus sieben Spielen noch knapp die Nase vor den Chicago White Sox (45-43) und den Kansas City Royals (45-43). Die Serie der Tigers gegen die Royals am kommenden Wochenende verspricht interessant zu werden.

    In der AL West haben die Texas Rangers (54-36) immer noch den besten Record der gesamten AL, spüren aber mehr und mehr den Atem der Houston Astros (48-41) im Nacken, die sich nach schwachem Saisonstart seit knapp vier Wochen in der Aufholjagd befinden und nur noch 5.5 Siege zurückliegen. Noch nicht ganz aus dem Rennen sind die Seattle Mariners (45-44), die recht beständig um die .500-Marke oszillieren und ab morgen die Astros zu einer Drei-Spiele-Serie empfangen. Als einzige AL-Staffel beherbergt die West-Division mit den Oakland Athletics (38-51) und den Los Angeles Angels (37-52) zwei Teams, für die die Saison schon nach der Hälfte weitgehend gelaufen ist. Für beide dürfte die interessanteste Frage der nächsten zweieinhalb Wochen sein, welche Weichen für die Zukunft man bis zur Trade-Deadline am 1. August stellen kann. Gerade in Oakland wird mit einigen Trades zu rechnen sein, vor allem SP Rich Hill und 3B Danny Valencia dürften ziemlich sicher zu einem Contender wechseln, der bereit ist, für kurzfristige Verstärkung ein paar Prospects abzugeben. Rund um die Angels wird immer wieder mal über einen Blockbuster-Trade für Mike Trout spekuliert, der mir aber nach wie vor eher unrealistisch erscheint.

    National League

    Die National League East sah in den letzten vier Spielen vor der Pause das Spitzenduell zwischen den Washington Nationals (54-36) und den New York Mets (47-41) und trotz eines Auftaktsieges der Mets entschieden die Nationals die Serie letztendlich mit 3:1 klar für sich und zementierten ihre Führung mit nun 6.0 Siegen Vorsprung. Für die Mets war es eine sehr bittere Serie, denn neben der verpassten Chance, zum Spitzenreiter aufzuschließen, verletzten sich mit Yoenis Céspedes und Noah Syndergaard der beste Batter und der beste Pitcher des Teams und für Matt Harvey wurde zur traurigen Gewissheit, dass er operiert werden muss und für den Rest der Saison ausfällt. Zu allem Überfluss müssen die Mets sich nun Platz zwei mit den Miami Marlins (47-41) teilen, die mit einem Sweep über die Reds und einem Giancarlo Stanton, der seine Form wiedergefunden hat, in den All-Star-Break gehen. Die Philadelphia Phillies (42-48) sind mit 6.0 Siegen nicht weiter von den Mets und den Marlins – und damit von den Wild-Card-Plätzen – entfernt als diese von den Nationals. Ein ernstzunehmender Faktor sind sie in meinen Augen trotzdem nicht und das schreibe ich in vollem Bewusstsein über das Risiko, hier nächste Woche Abbitte leisten zu müssen, falls sich in den bevorstehenden Serien der Phillies gegen die Mets und die Marlins herausstellen sollte, dass ich falsch liege. Kein Risiko gehe ich hingegen mit der Aussage ein, dass die Atlanta Braves (31-58) den schlechtesten Record der gesamten MLB haben.

    Den besten Record der MLB hatten lange die Chicago Cubs (53-35) in der NL Central, aber nach nur zwei Siegen aus den letzten elf Spielen wird kaum jemand so froh über die Pause sein wie sie. Mit 7.5 und 7.0 Siegen Vorsprung auf die St. Louis Cardinals (46-42) und die Pittsburgh Pirates (46-43) müssen die Cubs noch nicht wirklich weiche Knie bekommen, aber vor nicht mal einem Monat betrug der Vorsprung noch 12.5 Spiele und man sieht, wie schnell es gehen kann. Dabei können die Cubs noch von Glück sagen, dass beide Verfolger in den letzten 30 Tagen nicht gerade Wunderdinge vollbracht haben: Während Chicago für diesen Zeitraum eine Bilanz von 12-18 aufweist, sind es 16-14 für die Cardinals und 14-16 für die Pirates. Über die abgeschlagenen Milwaukee Brewers (38-49) und Cincinnati Reds (32-57) gibt es nicht viel zu sagen – außer vielleicht, dass die Reds mit großem Abstand die schlechteste Defensive der MLB aufbieten: 6.0 Runs kassieren sie durchschnittlich pro Spiel, Zweitschlechtester sind die Rockies mit 5.3.

    Die San Francisco Giants (57-33) haben seit meinem letzten Übersichtsartikel noch mal vier Siege und keine Niederlage draufgepackt und sind somit mit dem eindeutig besten Record der MLB in die Pause gegangen. Erreicht haben sie das mit einer sehr guten Bilanz innerhalb der NL West (31-15), mit überragendem Erfolg in knappen Spielen (20-10 in 1-Run-Games) sowie mit einem offensiv wie defensiv ausgeglichen gutem Team (in Runs scored und Runs against jeweils Fünfter in der NL) – und natürlich mit ein paar herausragenden Einzelspielern, allen voran den Pitchern Madison Bumgarner (1.94 ERA, 2.96 FIP) und Johnny Cueto (2.47 ERA, 2.70 FIP). Dank der Los Angeles Dodgers (51-40) als derzeit stärkstem Zweitplatzierten der Liga wird es trotzdem nicht langweilig in der Division, die ab Platz drei allerdings deutlich abfällt mit den Colorado Rockies (40-48), den San Diego Padres (38-51) und den Arizona Diamondbacks (38-52), die allesamt bereits einen Haken an die Saison machen und sich gute Vorsätze für nächstes Jahr überlegen können.

    Spielzug der Woche

    Falls sich jemand gewundert hat, wo bei der Betrachtung der AL Central das Update zu Max Kepler geblieben ist: Das habe ich diese Woche hierher verschoben, um Keplers ersten Grand Slam angemessen zu würdigen. Es war übrigens der erste Grand Slam für die Twins im ganzen Jahr und er bereitete den Weg zum 15:5-Sieg des schlechtesten Teams der AL über das beste im letzten Spiel vor dem All-Star-Break. Der 23-jährige Berliner hat in den letzten 15 Spielen mit einem Average von .222 zwar nicht allzu oft den Ball getroffen, aber darüber lässt sich problemlos hinweg sehen, da er ihn im gleichen Zeitraum sechsmal über den Zaun geschlagen und 21 RBIs gesammelt hat und zudem regelmäßig Walks zieht. Mit einer OBP von .328 in den letzten 15 Spielen steht Kepler sehr solide da, kombiniert mit seinem .593 SLG im gleichen Zeitraum bringt er es auf starke .921 OPS und ist aus dem Team momentan nicht wegzudenken. Erfreulicherweise werden auch die deutschen Medien zunehmend aufmerksam auf unseren Lokalmatador.

    Statistik der Woche

    61. Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass ich dem Home Run Derby keinen sportlichen Wert zumesse, aber an der unglaublichen Zahl von Homeruns, die Giancarlo Stanton bei der diesjährigen Veranstaltung geschlagen hat, komme ich an dieser Stelle kaum vorbei. Und es waren nicht nur mit großem Abstand die meisten, es waren auch die härtesten (die 20 schnellsten Bälle des Abends gingen allesamt von ihm aus) und die weitesten (durchschnittlich 446 Fuß, 16 mehr als Carlos Gonzalez mit den zweitweitesten). Mit 497 Yards schlug Stanton den längsten Homerun, der seit Einführung von Statcast gemessen wurde. Was für ein Glück, dass er es ab morgen wieder mit „richtigen“ Pitches zu tun bekommt.

    Spiel der Woche

    Meistens wähle ich hier ein besonders spannendes oder bedeutendes Spiel, aber dieses Mal vergebe ich die Auszeichnung für ein Spiel mit besonders vielen kuriosen Szenen. Das 4:2 der Giants gegen die Diamondbacks am vergangenen Samstag war zirkusreif: Zur heiteren Einstimmung im ersten Inning gab es zwar für niemanden eine Torte ins Gesicht, aber der Foulball von Paul Goldschmidt richtete eine mindestens gleichwertige Sauerei auf der Tribüne an. Im vierten Inning zeigte Giants-Catcher Buster Posey einen Zaubertrick mit Pitcher Jake Peavy. Die Jonglage-Nummer von Jake Lamb ging leider schief, aber die Interpretation des dummen Augusts von Javier Lopez war ein voller Erfolg.

    Spiel der kommenden Woche

    Für die nächsten drei Tage steht mal wieder das ewig reizvolle Duell der Boston Red Sox und der New York Yankees an. Für beide Teams ist ein guter Start in den zweiten Teil der Saison wichtig: Die Red Sox wollen im Dreikampf an der Spitze der NL East nicht an Boden verlieren, die Yankees hingegen möchten gern einen Vierkampf daraus machen und müssen dafür beweisen, dass sie mehr drauf haben als den bisher gezeigten .500-Ball. Als konkreten Einschalttipp wähle ich Spiel zwei der Serie. Mit Steven Wright gegen C. C. Sabathia bietet es das interessanteste Pitching-Matchup der drei Partien und ab 22:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit kann man es sich gut anschauen, sofern man am Samstagabend nichts anderes vorhat.

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