November 30th, 2017 by Dominik

Saure-Gurken-Zeit oder die Ruhe vor dem Sturm? Auf jeden Fall hat sich in den letzten Tagen nicht viel getan in der MLB und es spricht schon eine deutliche Sprache, wenn die Verpflichtung eines Relievers durch die Athletics die interessanteste Meldung der Woche darstellt. Ansonsten wird weiterhin munter über den zukünftigen Verbleib von Giancarlo Stanton und Shohei Ohtani1 spekuliert und die Yankees suchen immer noch einen neuen Manager. Für meinen Geschmack dürfte nun mal die eine oder andere Entscheidung fallen, sonst schlägt die Spannung bald um in Langeweile.

Yusmeiro Petit unterschreibt in Oakland 
Einen einzigen nennenswerten Free-Agent-Move gab es diese Woche: Relief-Pitcher Yusmeiro Petit geht für zwei Jahre und zehn Millionen Dollar zu den Oakland Athletics. Zusätzlich gibt es eine Team-Option auf ein drittes Jahr für 5,5 Millionen. Der 33-jährige Rechtshänder hatte bei den Los Angeles Angels mit 87.1 gepitchten Innings und einem ERA von 2.76 ein gutes Jahr, in dem er sich schrittweise nach oben arbeitete von einem nachrangigen Reliever in die Setup-Rolle.

Ohtani bittet die Klubs zum Bewerbungsverfahren 
Die Absicht des japanische Star-Pitchers und -Outfielders Shohei Ohtani, in die USA zu wechseln, stößt seitens der MLB-Teams auf so großes Interesse, dass Ohtani und sein Agent Nez Balelo das übliche Verfahren einer Bewerbung kurzerhand auf den Kopf gestellt haben: Alle 30 Teams wurden von ihnen gebeten, schriftlich einen ausführlichen Fragenkatalog zu beantworten. In dem Fragebogen geht es in erster Linie darum, wie die Klubs Ohtanis Fähigkeiten einschätzen, wie sie sich die Verteilung seiner Einsätze als Pitcher und/oder Positionsspieler vorstellen und warum sie ihren Verein und ihre Stadt für die beste Wahl halten. Nachdem sich die Konditionen eines möglichen Wechsels von den Nippon Ham Fighters letzte Woche geklärt haben, kann Ohtani ab dem kommenden Wochenende von einem MLB-Team verpflichtet werden. Da er unter 25 ist, wird sein Vertrag in jedem Fall ein Minor-League-Vertrag sein, das heißt er verdient drei Jahre lang das Mindestgehalt und anschließend drei weitere Jahre lang eine über das Arbitration-Verfahren ausgehandelte Summe, bevor er als Free Agent einen „großen“ Vertrag anstreben kann. Was ihm die Teams jetzt schon anbieten können, ist ein Unterschriftsbonus im Rahmen eines vorgegebenen Budgets. Von diesem Budget haben die Texas Rangers mit 3,53 Millionen Dollar den größten noch verfügbaren Rahmen, dicht gefolgt von den New York Yankees mit 3,5 Millionen. Ich bleibe bei meinem Tipp, dass Ohtani in der Bronx landen wird, aber denkbar ist alles mögliche – zum Beispiel, dass er gar nicht zu einem der ganz großen Teams will, sondern zu einem, bei dem er der unumstrittene Star sein kann; oder dass er lieber in die National League möchte als in die American League, weil dort die Chance höher ist, auch als Outfielder zum Einsatz zu kommen. Ohtani hat durchblicken lassen, dass er Japan auch deshalb verlässt, weil er dort zuletzt auf die Rollen als Pitcher und DH festgelegt worden war, während er lieber auch regelmäßig im Feld gespielt hätte.

Stantons Wunschliste 
Im Gegensatz zu Shohei Otani hat Giancarlo Stanton bereits unter Beweis gestellt, dass er in der MLB zu Höchstleistungen fähig ist. Wer ihn will, muss aber deutlich tiefer in die Tasche greifen, denn sein Vertrag sichert ihm noch 295 Millionen Dollar bis 2027. Die Miami Marlins werden auch eine Gegenleistung dafür haben wollen, dass sie Stanton ziehen lassen. Allerdings haben sie ihre Verhandlungsposition sicher nicht dadurch gestärkt, dass sie Stanton diese Woche offen gedroht haben, er solle einen Trade akzeptieren, sonst würde er in Miami bald in einem Team ohne sonstige Stars spielen. Spätestens jetzt ist für die anderen Teams klar, dass die Marlins den Outfielder und seinen Vertrag unbedingt loswerden wollen. Stanton hat bereits reagiert und dem Team eine Liste von Teams vorgelegt, zu denen er einen Wechsel akzeptieren würde. Die komplette Liste ist bislang nicht bekannt geworden, aber ganz oben stehen wohl die Los Angeles Dodgers. Stanton ist als Dodgers-Fan in Kalifornien aufgewachsen, daher wären die Dodgers das logische Ziel für ihn, zumal er bei dem World-Series-Teilnehmer auch die Chance hätte, um einen Titel zu spielen. Was einem Wechsel entgegen stehen könnte, ist allerdings die bereits jetzt ungünstige Gehaltsstruktur der Dodgers. Schon ohne Stanton werden sie 2018 über der Schwelle liegen, ab der eine Strafabgabe – die Luxury Tax – an die Liga fällig wird, mit Stanton wird diese Abgabe im zweistelligen Millionenbereich liegen.

Yankees suchen weiter, Beltran ein Kandidat
Die New York Yankees nehmen sich nun schon über einen Monat Zeit bei der Suche nach einem neuen Manager. Mit fünf Kandidaten wurden bereits im Laufe der letzten Wochen Vorstellungsgespräche geführt:

  • Rob Thomson, Bench-Coach der Yankees
  • Eric Wedge, Berater bei den Blue Jays
  • Hensley Meulens, Bench-Coach der Giants
  • Aaron Boon, ESPN-Analyst
  • Chris Woodward, Third-Base-Coach der Dodgers

Offenbar hat noch keiner der Bewerber nachhaltig überzeugen können, denn es werden dieser Tage weitere Interviews geführt. Von den neuen Kandidaten ist bislang nur einer bekannt geworden: Carlos Beltran hatte sein Gespräch gestern. Der ehemalige Outfielder hatte erst zwei Wochen zuvor sein Karriereende als Spieler verkündet und bereits durchblicken lassen, dass er interessiert ist, zukünftig als Manager tätig zu sein. Über eine Anstellung Beltrans mit seinem bekanntermaßen guten Draht zu jungen Spielern würden sich Fans und Mitspieler sicher freuen, aber die fehlende Erfahrung in der Rolle des sportlich Verantwortlichen macht es in meinen Augen relativ unwahrscheinlich, dass man ihn direkt mit dem renommiertesten Baseball-Traineramt der Welt betraut.

1Dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein, dass ich ab heute nicht mehr „Otani“ schreibe, sondern „Ohtani“ mit „h“. Ich habe mich bezüglich der korrekten Schreibweise eines Besseren belehren lassen.

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November 16th, 2017 by Dominik

Wir befinden uns mitten in der Award-Woche der MLB: Die besten Rookies, die besten Manager und die besten Pitcher des Jahres wurden an den vergangenen drei Tagen ausgezeichnet, heute Nacht steht noch die Bekanntgabe des wertvollsten Spielers (MVP) der beiden Teilligen aus. Letzte Nacht gab es den ersten nennenswerten Trade der Offseason – selbstverständlich unter Beteiligung der Seattle Mariners, dem tradefreudigsten aller MLB-Teams. Diese und ein paar andere interessante Nachrichten habe ich im heutigen Grand Slam am Donnerstag zusammengefasst.

Bellinger und Judge sind die Rookies of the Year
An dieser Wahl gab es kaum Zweifel und das Ergebnis war dann auch entsprechend eindeutig: Cody Bellinger von den Los Angeles Dodgers und Aaron Judge von den New York Yankees wurden zu den Rookies des Jahres gewählt und erst zum vierten Mal in der MLB-Geschichte wurden beide Entscheidungen einstimmig getroffen. Es passt dabei wie die Faust aufs Auge, dass in dem Jahr mit den meisten Homeruns aller Zeiten zwei Spieler ausgezeichnet werden, die in den jeweiligen Ligen neue Rookie-Rekorde für Homeruns aufgestellt haben: Bellinger mit 39 in der National League, Judge mit 52 in der American League.
Bellinger sollte dieses Jahr eigentlich noch gar keine große Rolle in der MLB spielen. Der 22-Jährige war allenfalls für etwas Spielpraxis als September-Call-up vorgesehen, doch Verletzungen von Andrew Toles und Adrian Gonzalez gaben ihm schon im April eine Chance und die nutzte er auf eindrucksvolle Art und Weise. Offensiv sprechen die 39 Homeruns und eine .267/.352/.581-Slashline für sich und auch im Feld überzeugte Bellinger mit Verlässlichkeit wo auch immer man in spielen ließ: meistens an der First Base, oft im Left Field, gelegentlich auch im Center und im Right Field.
Der 25-jährige Right Fielder Judge drückte der AL massiv seinen Stempel auf, indem er sie sowohl bei den Homeruns als auch bei gescorten Runs (128) und Walks (127), aber auch mit den meisten Strikeouts (208) anführte. Mit seiner spektakulären Spielweise, seiner imposanten körperlichen Erscheinung und natürlich auch, weil er für den bekanntesten Baseball-Klub der Welt spielt, scheint Judge wie geschaffen für die Rolle eines langjährigen Superstars. Das scheint man auch bei Sony zu denken, denn letzte Woche wurde bekannt gegeben, dass Judge das Cover der nächsten Ausgabe des Playstation-Hits MLB The Show zieren wird. Angesichts all dessen ist es geradezu überraschend, dass der Junge immer noch so sympathisch und bodenständig rüberkommt.

Manager des Jahres: Molitor und Lovullo
Nicht ganz so eindeutig wie bei den Rookies war die Wahl der Manager des Jahres, aber mit dem Manager der Minnesota Twins, Paul Molitor, und dem der Arizona Diamondbacks, Torey Lovullo, gibt es auch hier zwei würdige Preisträger. Beiden gelang es in diesem Jahr, eine enttäuschende Franchise in verblüffend kurzer Zeit zu einem Playoff-Team umzudrehen.
Molitor ist der Vater des historisch einmaligen Erfolgs der Minnesota Twins, nach einer Saison mit über 100 Niederlagen (103 im Jahr 2016) im darauf folgenden Jahr in die Playoffs einzuziehen. Um 26 Siege verbesserten sich die Twins im dritten Jahr unter Molitor auf eine Bilanz von 85-77 und sind damit das Cinderella-Team des Jahres, auch wenn das Gaststpiel in den Playoffs durch die Wild-Card-Niederlage gegen die Yankees nur von kurzer Dauer war.
Noch beeindruckender liest sich die Bilanz von Torey Lovullo: Er trat vor einem Jahr in Arizona seine erste Stelle als MLB-Manager an und führte das Team prompt zu 93 Siegen und zur ersten Playoff-Teilnahme seit 2011. Insbesondere das Pitching der Diamondbacks erlebte unter Lovullo einen kompletten Turnaround: Dem schlechtesten ERA der Franchise-Geschichte mit 5.09 im Jahr 2016 (letzter Platz in der MLB) folgte der beste ERA der Franchise-Geschichte mit 3.67 im Jahr 2017 – und damit Platz drei in der MLB trotz eines hitter-freundlichen Heim-Ballparks.

Cy-Young-Awards für Scherzer und Kluber 
Wer dieses Jahr die Auszeichnung als bester Pitcher erhalten würde, war während der Saison lange unklar, da in jeder Teilliga zwei aussichtsreiche Kandidaten im Rennen waren. Im Endeffekt fielen die Wahlen dann aber sehr klar aus: Max Scherzer (Washington Nationals) ist zum zweiten Mal in Folge und zum dritten Mal insgesamt der Preisträger der National League, Corey Kluber (Cleveland Indians) sicherte sich in der American League nach 2014 seinen zweiten Titel.
Scherzer erhielt von 30 Stimmen 27 erste und drei zweite Plätze und setzte sich somit klar von Clayton Kershaw ab. Scherzer (2.51 ERA, 2.90 FIP) blieb zwar von den relevanten Durchschnittszahlen hinter Kershaw (2.31 ERA) bzw. Stephen Strasburg (2.71 FIP) zurück, bewies aber mit rund 25 mehr absolvierten Innings ein größeres Durchhaltevermögen als die beiden Konkurrenten und brachte es auf führende 6.0 Wins Above Replacement (WAR). Damit sowie mit seinen 268 Strikeouts überzeugte er die wahlberechtigten Mitglieder der BBWA.
Noch ein Stück klarer war der Wahlgewinn für Kluber, der in der Abstimmung für die American League 28-mal auf Platz eins landete und nur von zwei Wählern hinter Chris Sale eingestuft wurde. Mit 2.25 ERA führte Kluber die gesamte MLB an. Davon abgesehen hätten sich auch gute Argumente für Sale gefunden, der in puncto FIP (2.45), WAR (7.7) und Strikeouts (308) MLB-weit vorne lag. Am Ende spielen neben den reinen Zahlen auch das Bauchgefühl und die subjektive Wahrnehmung der Wähler eine Rolle und vermutllich hatten viele den gleichen Eindruck wie ich, dass Sale trotz der starken Werte seine Leistungen nicht so konstant abrief wie Kluber.

Anthopoulos neuer GM der Braves
Die Atlanta Braves waren seit Anfang Oktober ohne General Manager. Der ehemalige Amtsinhaber John Coppolella hatte zurück treten müssen, nachdem zahlreiche von ihm begangene Regelverstöße, unter anderem bei internationalen Spielerverpflichtungen, aufgedeckt worden waren. Als sein Nachfolger steht nun Alex Anthopoulos fest. Der 40-Jährige, der das gleiche Amt von 2009 bis 2015 für die Toronto Blue Jays ausübte, erhält einen Vierjahresvertrag und umfangreiche Kompetenzen in der sportlichen Leitung des Klubs. Er übernimmt nämlich nicht nur das Amt des GM von Coppolella sondern als „Executive Vice President of Baseball Operations“ auch einen guten Teil des bisherigen Aufgabenbereichs von John Hart, der vom Teampräsidenten zum Berater herabgestuft wurde. Während das Front Office der Braves somit ordentlich durcheinander gewirbelt wurde, will man sportlich auf Kontinuität setzen: Anthopoulos plant nach eigenen Aussagen derzeit keine Änderungen am Coaching-Personal.

Carlos Beltran hat neue Ziele
Die 20 Jahre lange MLB-Karriere von Carlos Beltran hat im World-Series-Titel mit den Houston Astros ihren Höhepunkt und würdigen Abschluss gefunden. So sieht es der 40-jährige Outfielder, der zuvor für die Royals, die Mets, die Giants, die Cardinals und die Yankees aktiv gewesen war und nun das Ende seiner aktiven Zeit als Spieler verkündet hat. Zur Ruhe setzen will sich der neunmalige All-Star aber nicht, vielmehr strebt er nach neuen Tätigkeitsfeldern: Zum einen möchte er mehr für seine Familie da sein, zum anderen kann er sich gut vorstellen, zukünftig als Manager eines MLB-Teams tätig zu sein. Rein zufällig sind der Ort, in dem seine Familie wohnt, und der, in dem gerade eine renommierte MLB-Franchise nach einem neuen Manager sucht, derselbe. Dass die Yankees erklärtermaßen einen Kandidaten suchen, der anders als der frisch entlassene Joe Girardi einen Draht zu jungen Spielern und einen positiven Einfluss auf das persönliche Klima im Team hat, passt ebenfalls ins Bild. Fragt sich nur, ob der Verein bereit ist, das Risiko eines kompletten Neueinsteigers auf der Position einzugehen.

Alle Qualifying Offers werden abgelehnt
Die Frist der neun Qualifying Offers, die letzte Woche von MLB-Teams ausgestellt wurden, läuft offiziell noch bis heute Nacht. Es gilt allerdings bereits als sicher, dass alle betroffenen Spieler – Eric Hosmer, Lorenzo Cain, Mike Moustakas (alle Royals), Jake Arrieta, Wade Davis (beide Cubs), Carlos Santana (Indians), Greg Holland (Rockies), Alex Cobb (Rays) und Lance Lynn (Cardinals) – die standardisierten Angebote über ein Jahr und 17,4 Millionen Dollar ablehnen werden. Sie alle streben Verträge über mehr Dollars und eine längere Laufzeit an. Für ihre Clubs sind die Offers dennoch ein gutes Geschäft, denn wenn die Spieler nun das Team wechseln, erhält das abgebende Team einen Draft-Pick als Kompensation.

Mariners traden für Healy 
Jerry Dipoto, der General Manager der Seattle Mariners, macht seinem Ruf als eifrigster Trader der Liga weiterhin alle Ehre. Im ersten nennenswerte Move der Offseason hat Dipoto First Baseman Ryon Healy von den Oakland Athletics geholt. Der Handel ist für beide Teams sinnvoll, denn die Athletics hatten mit den Youngsters Matt Olson, Matt Chapman und Healy ein Überangebot für die Infield-Corners und als DH soll zukünftig verstärkt Khris Davis zum Einsatz kommen. Healy war somit verzichtbar und wird nun den 1B-Job in Seattle übernehmen, wo Yonder Alonso und Danny Valencia Free Agents geworden sind. Für Healy wechseln RP Emilio Pagan und Infield-Prospect Alexander Campos nach Oakland.

Dodgers und Padres spielen 2018 in Mexiko
Zum ersten Mal seit 1999 wird die MLB 2018 ein Gastspiel in Mexiko absolvieren. Vom 4. bis zum 6. Mai spielen die San Diego Padres und die Los Angeles Dodgers eine Drei-Spiele-Serie in Monterrey. Die Padres haben wegen ihrer grenznahen Heimat viele Fans in Mexiko und werden sich diesen nach 1996 gegen die Mets und 1999 gegen die Rockies zum dritten Mal in regulären Saisonspielen vor Ort präsentieren. Die Spiele in Monterrey ersetzen eine Heim-Serie der Padres. Die MLB strebt an, in den kommenden sechs Jahren regelmäßig Serien in Mexiko zu spielen und mittelfristig auch Spiele in Asien und in Europa (voraussichtlich Großbritannien) anzusetzen.

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November 2nd, 2017 by Dominik

Sports Illustrated wusste es schon vor drei Jahren, seit heute Morgen weiß es auch der Rest der Welt: Die Houston Astros sind der Gewinner der World Series 2017. Zur Feier des Tages dreht sich heute ein letztes Mal in diesem Jahr der Grand Slam am Donnerstag ausschließlich um die World Series. Ab nächster Woche werde ich den regelmäßigen Artikel wieder vermehrt dafür nutzen, die MLB insgesamt im Blick zu behalten und zusammenzufassen, was sich während der Offseason bei den 30 Teams tut. Ich hoffe, ihr schaut auch außerhalb der Saison immer mal wieder hier rein; ich werde mich bemühen, dass uns nicht langweilig wird. Und bevor jemand fragt: Ja, es wird in den nächsten Tagen eine Neuauflage des Offseason-Wunschkonzerts geben.

Die World Series
Es war eine großartige World Series und auch wenn es letzte Nacht keine so dramatische Partie wie die Spiele zwei und fünf der Serie war, war Spiel sieben doch ein würdiger Abschluss. Bei beiden Mannschaften überzeugte vor allem das Bullpen-Pitching. Weniger überzeugend waren die Starter – Houstons Lance McCullers ließ in 2.1 Innings drei Hits zu und warf vier Batter ab, kam aber mit etwas Glück davon, ohne Runs zuzulassen. Dodgers-Starter Yu Darvish wurde noch früher vom Mound genommen. Er hielt nur 1.2 Innings durch und bei seinem Abgang war der Schaden bereits angerichtet. Fünf Runs hatten die Astros bis dahin über die Platte gebracht: einen durch George Springer bei einem missglückten Wurf an die erste Base von Cody Bellinger, zwei durch Alex Bregman und Brian McCann während Groundouts von Jose Altuve und Lance McCullers sowie einen Zwei-Run-Homerun von Springer.

Für den Rest des Spiels übernahm der Bullpen der Dodgers, einschließlich vier Innings von Clayton Kershaw, und ließ keine weiteren Runs zu. Doch die fünf Zähler der Astros waren schon zu viel, einerseits weil auch Houstons Pitcher – vor allem Brad Peacock und Charlie Morton – gut aufgelegt waren und andererseits weil die Dodgers zu harmlos agierten, wenn sie Runner in Scoring Position hatten (1 Hit in 13 solcher Situationen). Sie brachten es letztlich nur auf einen einzigen, mühsam erarbeiteten Run im sechsten Inning und machten auf mich nie den Eindruck, dass ein Comeback in der Luft liegt.

Nach vier Siegen über die Dodgers – drei davon knapp, der letzte deutlich – sind die Astros ein verdienter Champion. Sie feiern die erste Meisterschaft in 55 Jahren Teamgeschichte. Für ihre Heimatstadt kommt der Erfolg genau zur richtigen Zeit, denn die Stadt Houston leidet immer noch unter den Folgen des verheerenden Hurricanes Harvey und kann die Ablenkung und Aufmunterung durch die Leistungen des Baseballteams sicher gut gebrauchen. Wie groß die Begeisterung für das Team in Houston ist, zeigt auch, dass während der beiden letzten Auswärtsspiele das Public Viewing im heimischen Minute Maid Park jeweils komplett ausverkauft war. Am morgigen Freitag wird das Team mit einer Parade durch die Stadt empfangen werden.

Szene der Woche
Natürlich gab es in der World Series eine Menge interessanter Spielszenen. Ich möchte hier aber eine Reihe von Ereignissen erwähnen, die nur am Rande mit dem Sport zu tun haben: Es ging los in Spiel drei, als Yu Darvish (genau wie in Spiel sieben) einen schlechten Tag hatte und unter anderem einen Homerun gegen Houstons Yuli Gurriel abgab. Gurriel wurde später im Dugout gefilmt, als er eine Schlitzaugengrimasse schnitt und das Wort „Chinito“ verwendete – wörtlich „kleiner Chinese“ und offenbar als Verunglimpfung des Japaners Darvish gemeint. Auf diesen rassistischen Ausfall reagierte die Liga prompt mit einer Sperre von fünf Spielen, die allerdings erst zu Beginn der nächsten Saison fällig wird. Gurriel durfte also auch in den weiteren Spielen der Serie mitwirken und musste sich in Los Angeles dem Auswärtspublikum stellen, das ihn verdientermaßen ordentlich ausbuhte. Hierbei kam es zu der zweiten bemerkenswerten Szene, verursacht von Dodgers-Pitcher Rich Hill. Hill wählte eine passive Form der Vergeltung, indem er beim Auftritt von Gurriel einen Schritt zurück trat und den Unmutsbekundungen der Zuschauer damit besonders viel Zeit verschaffte. In Spiel sieben schließlich zeigte Buhmann Yuli Gurriel, dass er seinen Fehler einsieht und weiß, was sich in so einem Fall gehört: Unmittelbar bevor er erstmals seit dem ursprünglichen Vorfall wieder gegen Darvish in die Batter’s Box trat, zog er vor ihm seinen Helm und nickte ihm entschuldigend zu. Schön, dass das damit geklärt ist.

Statistik der Woche
8 Extra-Base-Hits, 29 Total Bases, 5 Homeruns. Das ist die Offensivbilanz des Astros-Outfielders George Springer in den sieben Spielen der World Series. Jeder der drei Werte stellt einen Rekord in der Geschichte der World Series dar – die Extra-Base-Hits und die Total Bases sind neue Bestmarken, den Homerun-Rekord teilt Springer sich mit Reggie Jackson (1977) und Chase Utley (2009). Es war nur folgerichtig, dass Springer zum MVP, also zum wertvollsten Spieler der Serie gewählt wurde. Übrigens, falls es bisher noch nicht aufgefallen sein sollte: Schaut mal, welcher Spieler auf dem eingangs erwähnten Cover von Sports Illustrated aus dem Jahr 2014 abgebildet ist. Fast schon unheimlich, oder?

Spiel der Woche
Natürlich war Spiel sieben der World Series das wichtigste, aber das sehenswerteste war definitiv Spiel fünf der Serie. Ich habe gestern kurz den Verlauf dieser unglaublichen Partie skizziert, aber am besten macht man sich selbst ein Bild.

Spiel der kommenden Woche
Traurig, aber wahr: Die Partie letzte Nacht war das letzte Baseballspiel des Jahres – zumindest das letzte in der MLB und auch die Baseball-Bundesliga ist schon seit einer Weile fertig. Monatelange Abstinenz von diesem großartigen Sport ist dennoch kein Muss. In der Arizona Fall League beispielsweise messen sich noch bis 18. November diverse Prospects und die Australian Baseball League nimmt am 16. November den Spielbetrieb der Saison 2017/18 auf. Ich werde in den nächsten Tagen mal recherchieren und zusammenstellen, wo und wie man in der Offseason in den Genuss von Liveübertragungen aktiver Ligen kommt.

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November 1st, 2017 by Dominik

Jeweils über 220 Spiele – Spring Training, reguläre Saison und Playoffs zusammengenommen – haben die Los Angeles Dodgers und die Houston Astros dieses Jahr schon absolviert, sechs davon gegeneinander in der World Series. Nun steht es 3:3 in der Best-of-Seven-Serie und die Mammut-Saison der MLB gipfelt in einem einzigen Spiel, das unweigerlich die Entscheidung bringen wird.

Es war bisher eine wirklich großartige World Series mit zwei besonders herausragenden Partien: zum einen Spiel zwei (siehe „Spiel der Woche“ im letzten Grand Slam am Donnerstag), zum anderen Spiel fünf in der Nacht zum Montag. Letzteres wäre bereits ein würdiger Abschluss gewesen, denn es ist kaum vorstellbar, dass dieses Spiel in punkto Spaß und Spannung noch zu toppen ist. Dreimal gingen die Dodgers in Führung, dreimal glichen die Astros aus und lagen schließlich nach acht Innings 12:9 vorne. Nun war es an den Dodgers, ihrerseits ein Comeback hinzulegen und das taten sie mit drei Runs im neunten Inning. Im zehnten Inning holte dann aber doch Houston per Walkoff das Spiel mit 13:12 nach Hause. Ein enttäuschender Tag war es lediglich für die Pitcher – angefangen bei den Top-Startern Clayton Kershaw und Dallas Keuchel bis tief in beide Bullpens und letzten Endes Star-Closer Kenley Jansen, der den entscheidenden Run kassierte.

Spiel sechs war kein ganz so großer Aufreger, aber auch ein gutes Spiel. Justin Verlander und Rich Hill lieferten sich ein starkes Duell, bei dem Hill nur einen Homerun von George Springer im dritten Inning zuließ und Verlander nach hervorragenden fünf Innings im sechsten durch einen Double von Chris Taylor und ein Sacrifice-Fly von Corey Seager zweimal bezwungen wurde. Im siebten Inning steuerte Joc Pederson für die Dodgers noch einen Homerun zum 3:1-Endstand bei.

Als Starter in Spiel sieben sind Yu Darvish (3.86 ERA, 3.83 FIP in der regulären Saison; 4.15 ERA, 4.70 FIP in der Postseason) und Lance McCullers (4.25 ERA, 3.10 FIP in der regulären Saison; 2.95 ERA, 3.59 FIP in der Postseason) vorgesehen. Beide haben den wichtigsten Start ihrer Karriere vor sich, beide werden aber auch schnell aus dem Spiel sein, falls sie irgendwelche Schwächen oder Unsicherheiten zeigen. In diesem definitiv letzten Spiel der Saison stehen sämtliche Pitcher zur Verfügung und die Team-Manger werden nicht zögern, sinnvoll erscheinende Wechsel umgehend vorzunehmen. Da beide Bullpens in der bisherigen World Series nicht wirklich überzeugt haben, erscheint es umso wahrscheinlicher, dass wir auch den einen oder anderen etatmäßigen Starter in Relief-Rollen sehen werden – Clayton Kershaw, Rich Hill, Dallas Keuchel, Justin Verlander werden allesamt mehr als bereit sein, für ein paar Innings einzuspringen. „Ich kann 27 Innings spielen, was auch immer sie von mir brauchen,“ hat Kershaw die vor diesem Spiel allseits herrschende Einstellung auf den Punkt gebracht.

Eine Vorhersage vermag ich nicht abzugeben. Die bisherige World Series hat gezeigt, dass beide Teams leistungsmäßig ganz eng beisammen sind. Weder den Dodgers noch den Astros kann man nachsagen, sie hätten Glück gehabt, sich in Spiel sieben gerettet zu haben. Vielmehr erscheint der große Showdown, zu dem es heute Nacht ab 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit kommt, die logische Folge der bisherigen Serie und auch der gesamten Saison zu sein. Ich freue mich jedenfalls riesig auf das Spiel und werde mir keine Minute davon entgehen lassen, auch wenn sich der Schlafentzug wie jedes Jahr Anfang November bereits deutlich bemerkbar macht. Was das angeht, brechen ab morgen auf jeden Fall wieder bessere Zeiten an.

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Oktober 26th, 2017 by Dominik

Pünktlich zur ersten Reisepause der World Series meldet sich der Grand Slam am Donnerstag mit einer kleinen Zwischenbetrachtung. Ich stehe noch ganz im Bann des extrem mitreißenden zweiten Spiels und bin froh, dass es jetzt einen Tag zum Durchatmen (und vor allem eine Nacht zum Durchschlafen) gibt, bevor es in Houston hoffentlich genauso spektakulär weiter geht wie es in Los Angeles begonnen hat.

Die World Series
Das erste Spiel der Serie war schön anzusehen, brachte aber letzten Endes „nur“ das Ergebnis, das die meisten erwartet hatten: einen Low-Scoring-Sieg für Los Angeles, der ganz wesentlich auf der Pitching-Leistung von Clayton Kershaw sowie dem erneut sattelfesten Bullpen der Dodgers beruhte. Offensiv genügten den Dodgers zwei Highlights: ein Homerun von Chris Taylor beim allerersten Pitch von Astros-Starter Dallas Keuchel sowie ein Zwei-Run-Homer von Justin Turner, dem prägendsten Akteur der bisherigen Postseason. Der einzige Punkt der Astros wurde ebenfalls per Homerun erzielt, Alex Bregman nutzte dafür im vierten Inning einen seltenen Fehler von Kershaw zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Nach Kershaws sieben Innings mit drei Hits, einem Run und elf Strikeouts brachten Brandon Morrow und Kenley Jansen das 3:1 sicher nach Hause.

Deutlich nervenaufreibender als Spiel eins war die zweite Partie in Los Angeles. Mehr dazu lest ihr weiter unten in den Rubriken „Statistik der Woche“ und „Spiel der Woche“.

Wir werden nun noch mindestens drei Spiele sehen, allesamt Heimspiele der Houston Astros. Spiel drei findet morgen (Freitag) Nacht statt und verspricht mit Yu Darvish (3.86 ERA, 3.83 FIP) gegen Lance McCullers (4.25 ERA, 3.10 FIP) ein weiteres interessantes Pitcherduell. Beide spielen bisher eine exzellente Postseason. Für Charlie Morton (3.62 ERA, 3.46 FIP), Houstons Pitcher für Spiel vier, war es bislange eher ein Auf und Ab: Einem mittelmäßigen Auftritt gegen Boston (4.1 Innnings, 7 Hits, 2 Runs) folgten gegen die Yankees ein schlechter (3.2 Innings, 6 Hits, 7 Runs) und ein richtig guter (5.0 Innnings, 2 Hits, 0 Runs). Ich bin gespannt, welchen Charlie Morton wir Samstagnacht erleben und wen die Dodgers ihm entgegen setzen werden. Voraussichtlich wird es Alex Wood (2.72 ERA, 3.32 FIP) sein, aber es steht auch die Überlegung im Raum, Clayton Kershaw mit verkürzter Erholungspause erneut auf den Mound zu schicken. Beide Astros-Starter der kommenden Spiele, McCullers und Morton, haben übrigens in ihrer gesamten Karriere deutlich bessere Werte in Heimspielen erzielt als in Auswärtsspielen.

Vorsicht beim Weckerstellen: Zwar beginnen nach amerikanischer Zeit auch die restlichen Partien der World Series jeweils um 20 Uhr Eastern Time, aber weil wir in Europa am Wochenende die Uhr um eine Stunde zurück stellen, ergibt sich für uns eine Änderung: Freitagnacht und Samstagnacht geht es jeweils um 2 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit los, Sonntagnacht um 1 Uhr mitteleuropäischer Winterzeit.

Szene der Woche
Ein letzter Rückbezug zur ALCS sei mir hier erlaubt, denn das alles entscheidende Spiel sieben habe ich in meinem Blog noch gar nicht gewürdigt. Die Astros setzten sich mit 4:0 gegen die Yankees durch, was nach einer klaren Angelegenheit klingt, aber mindestens einmal auf Messers Schneider stand: Die Astros hatten im unteren vierten Inning gerade durch einen Homerun von Evan Gattis das 1:0 erzielt, als im oberen fünften die Yankees durch einen Double von Greg Bird erstmals in Scoring Position kamen. Durch einen Wild Pitch rückte Bird weiter auf die dritte Base und als Todd Frazier einen Groundball schlug, sah es so aus, als würde Bird zum 1:1-Ausgleich nach Hause kommen. Doch Astros-3B Alex Bregman gelang ein auf den Zentimeter perfekt platzierter Wurf zu Catcher Brian McCann und damit das Out an der Homeplate. Es war die Schlüsselszene des Spiels, näher kamen die Yankees nicht mehr heran an die World-Series-Teilnahme. Im folgenden Halbinning zogen die Astros auf 4:0 davon.

Statistik der Woche 
5. So viele Homeruns in Extra-Innings gab es noch nie, weder in einem regulären Saisonspiel noch in den Playoffs. Ausgerechnet in der World Series stellten die Houston Astros und die Los Angeles Dodgers letzte Nacht diesen Rekord auf. Auch die 8 Homeruns im Spiel insgesamt sind ein Rekord, wenn auch „nur“ für World-Series-Spiele. Die World Series setzt damit einen Trend fort, der ligaweit bereits dazu geführt hatte, dass in der regulären Saison 2017 mit 6105 Homeruns so viele erzielt wurden wie noch nie zuvor.

Spiel der Woche
An dieser Stelle kann dieses Mal ganz eindeutig nur Spiel zwei der World Series aus der vergangenen Nacht genannt werden. Aufregender geht es kaum: Es gab mehrere Führungswechsel, zwei extrem ereignisreiche Extra-Innings inklusive der oben erwähnten Homerun-Rekorde und am Ende einen „Schuldigen“ an der Niederlage, den nach dem bisherigen Verlauf der Playoffs wohl niemand erwartet hatte: den Bullpen der Dodgers. Zumindest einen Teil des Vorwurfs muss aber auch Manager Dave Roberts auf sich nehmen – er hatte seinen Starter Rich Hill ohne erkennbare Not nach vier Innings (3 Hits, 1 Run, 7 Strikeouts) vom Mound genommen, wodurch ihm nach hinten heraus die Reliever knapp wurden. Closer Kenley Jansen war für untypische sechs Outs gefordert und leistete sich prompt den noch untypischeren blown Save durch einen von Brandon Morrow geerbten Run im achten und einen selbst verdienten Homerun von Marwin Gonzalez im neunten Inning. Josh Fields machte seine Sache im zehnten Inning noch schlechter, ließ Homeruns von Jose Altuve und Carlos Correa zu und schaffte kein einziges Out. Das Spiel schien gelaufen, doch auch Astros-Closer Ken Giles hatte – nicht zum ersten Mal in dieser Postseason – keinen guten Tag und ließ LA zum Ausgleich kommen. Der wurde aber gleich wieder verschenkt, als der mittlerweile neunte eingesetzte Pitcher der Dodgers, Brandon McCarthy, einen Single von Cameron Maybin und anschließend den Homerun von George Springer zuließ. Noch war das Spiel nicht zuende, denn auch Astros-Reliever Chris Devenski ließ noch einen Homerun zu. Über den freute sich Charlie Culberson als hätte er gerade die World Series gewonnen, bevor ihm jemand verriet, dass es nur das 6:7 und nicht der Ausgleich war. Einen Strikeout gegen Yasiel Puig später war dann auch Schluss und die Astros hatten die World Series auf 1:1 ausgeglichen.

Spiel der kommenden Woche
Es ist natürlich irgendwie witzlos, mitten in der World Series ein einzelnes Spiel als Einschalttipp herauszugreifen. Aber wenn man nicht alle Partien sehen kann oder will, empfehlen sich vor allem jene, in denen die Entscheidung fallen kann. Da es zurzeit 1:1 steht, ist das in der Best-of-Seven-Serie frühestens Sonntagnacht in Spiel fünf in Houston möglich. Ich erinnere noch mal daran, dass dieses wegen der Uhrumstellung bereits um 1 Uhr unserer Zeit beginnt – nicht dass ihr eine Stunde verpasst, nachdem ihr euch extra den Brückentag am Montag frei genommen habt, um die Nacht davor ohne schlechtes Gewissen mit Baseball verbringen zu können…

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Oktober 24th, 2017 by Dominik

Schon zum All-Star-Break Mitte Juli sprach alles für eine World Series zwischen den Los Angeles Dodgers (damals 61-29) und den Houston Astros (60-29). Beide hatten in der zweiten Saisonhälfte die eine oder Durststrecke zu überwinden, beendeten den regulären Spielplan aber mit 104 bzw. 101 Siegen und setzten sich in den Playoffs ihrer jeweiligen Liga durch – die Dodgers sehr deutlich gegen die Arizona Diamondbacks und die Chicago Cubs, die Astros zuerst klar gegen die Boston Red Sox und dann knapp gegen die New York Yankees. Zum ersten Mal seit den Reds und den Orioles 1970 treffen in der Finalserie zwei Teams mit jeweils über 100 gewonnenen Saisonspielen aufeinander. Passenderweise prognostiziert die Wettervorhersage für Los Angeles auch über 100 Grad – Fahrenheit, versteht sich, aber nach unserer Temperaturskala sind das immer noch schweißtreibende 39 Grad Celsius.

Mit den Astros fordert das offensivstärkste (896 gescorte Runs) Team der gesamten MLB die Dodgers als defensivstärkstes Team (580 zugelassene Runs) der NL. Um es in fortgeschritteneren und besser vergleichbaren Statistiken auszudrücken: Der Angriff der Astros bringt es auf 121 wRC+, das heißt er war in der regulären Saison 21% besser als der MLB-Durchschnitt (Zweiter waren die Yankees mit 108 wRC+, die Dodgers brachten es auf 104 wRC+). Die Dodgers bieten dagegen ein Pitching-Personal auf, das mit 118 ERA+ um 18% besser war als der Durchschnitt (Astros: 103 ERA+).

Noch ein interessanter Fakt am Rande: Die Astros, die vor fünf Jahren die Liga gewechselt haben, sind das erste Team im modernen Baseball, das die World Series sowohl für die National League (2005) als auch für die American League (2017) erreicht hat.

Von den äußeren Bedingungen her haben die Dodgers eine leicht bessere Ausgangsposition: Zum einen haben sie wegen der besseren Bilanz aus der regulären Saison das günstigere Heimrecht (Spiele eins, zwei, sechs und sieben) – falls die World Series so läuft wie die ALCS, in der jedes Team alle Heimspiele gewann, geht der Titel also an LA. Zum anderen gehen die Dodgers ausgeruhter in die Endspiele, für die sie das Ticket bereits letzten Donnerstag gebucht haben, während die Astros sich noch bis Samstagnacht mit den Yankees herumschlagen mussten.

Um ein besseres Bild über die Stärken und Schwächen der Kontrahenten zu bekommen, gehe ich mal Position für Position durch:

Starting Rotation
Mit Dallas Keuchel und Clayton Kershaw haben beide Teams einen linkshändigen Star und beide haben während der Saison noch eine rechtshändige Verstärkung als Nummer zwei der Rotation an Land gezogen: die Dodgers Yu Darvish, die Astros Justin Verlander. Rich Hill und Alex Wood bzw. Charlie Morton und Lance McCullers vervollständigen zwei sehr starke Pitcherriegen. Der Punkt geht knapp an die Dodgers, einfach weil sie den besten Pitcher der Welt haben.
Vorteil Dodgers

Bullpen
Houstons Bullpen hat in der bisherigen Postseason nicht allzu viel Anteil daran, dass die Astros so weit gekommen sind. Es spricht Bände, dass A.J. Hinch keinem seiner Reliever zutraute, Spiel sieben gegen die Yankees nach Hause zu bringen, sondern nach Starter Charlie Morton Starter Lance McCullers aufs Feld schickte. In 34 Relief-Innings erreichte der Pen der Astros in den Playoffs einen ERA von nur 5.03 und da ist der Auftritt von McCullers schon beschönigend mit eingerechnet. Die Dodgers hingegen bieten mit Leuten wie Kenley Jansen, Brandon Morrow oder dem umfunktionierten Starter Kenta Maeda eine Top-Einheit auf, die es in 28.2 Innings auf einen ERA von 0.94 brachte.
Vorteil Dodgers

Catcher
Die beiden Astros Brian McCann und Evan Gattis sind solide Catcher, sowohl am Schlag als auch in der Defensive. Solide ist allerdings nicht genug, um den Vergleich gegen Austin Barnes und Yasmani Grandal zu gewinnen. Die Dodgers-Catcher bringen mehr offensive Produktion (116 wRC+ gegenüber 104 wRC+), werfen mehr Runner aus (29% zu 12%) und weisen die deutlich besseren Werte im Pitch-Framing auf (+34 Runs zu -6 Runs).
Vorteil Dodgers

First Base
Hier sind beide Teams mit starken Neulingen besetzt: die Dodgers mit Cody Bellinger (.267/.352/.581), der wohl relativ sicher davon ausgehen darf, zum Rookie of the Year der National League ausgezeichnet zu werden; die Astros mit Yuli Gurriel (.299/.332/.486), einem mit 33 Jahren eher untypischen Rookie, der letztes Jahr nach seiner Flucht aus Kuba unter Vertrag genommen wurde und bisher eine fantastische Postseason (.366/.409/.512) spielt. Ein Duell auf hohem Niveau, bei dem Bellinger vor allem defensiv leicht die Nase vorn hat.
Vorteil Dodgers

Second Base
Bisher gingen alle meine Vergleiche an die Dodgers, aber das eindeutigste aller Matchups holen sich die Astros: Darüber, wie gut Jose Altuve (.346/.410/.547) ist, könnte man ganze Bücher schreiben und es würde mich sehr wundern, wenn er nicht zum MVP der American League gewählt wird. Seine bereits sensationellen Zahlen aus der regulären Saison hat er in der Postseason noch einmal übertroffen (.400/.500/.775). Die Dodgers haben hier mit Logan Forsythe (.224/.351/.327) und dem abgehalfterten Chase Utley (.236/.324/.405), der in fünf Postseason-Einsätzen dieses Jahr noch keinen Ball getroffen hat, kaum etwas entgegen zu setzen.
Vorteil Astros

Shortstop
Wir dürfen uns auf zwei der besten jungen Shortstops der Liga freuen: auf Houstons Carlos Correa (.315/.391/.550) und auf LAs Cory Seager (.295/.375/.479). Ich schätze Correa als etwas besser in der Offensive und Seager als etwas besser in der Defensive ein, sodass sich hier im Prinzip ein Unentschieden ergibt. Doch Seager hat die gesamte NLCS wegen einer Rückenverletzung verpasst und obwohl er nun wieder zum Roster gehört, ist es unklar, wie fit er in die World Series geht. Deshalb sehe ich Correa hier vorne.
Vorteil Astros

Third Base
Justin Turner (.322/.415/.530) ist mehr und mehr zum Star und Führungsspieler der Dodgers herangereift. Mit seinem Walkoff-Homerun gegen die Cubs hatte er einen der großen Momente der Championship Series. Dem gegenüber haben die Astros in Alex Bregman (.284/.352/.475) einen tollen jungen Spieler, der mit einem sensationellen Wurf an die Homeplate seinerseits der ALCS seinen Stempel aufdrückte. Offensiv lief es für Bregman in den Playoffs (.190/.244/.381) bisher nicht so gut.
Vorteil Dodgers

Left Field
Im linken Außenfeld liegt für beide Teams eher ein Problembereich. Bei den Astros hat Marwin Gonzalez (.303/.377/.530) sich mit einer starken regulären Saison einen Platz im Lineup erkämpft, in der Postseason (.162/.244/.216) ist sein Bat bisher aber kalt. Die Dodgers betreiben ein munteres Bäumchen-wechsel-dich mit den allesamt nicht überzeugenden Curtis Granderson (.212/.323/.452), Andre Ethier (.235/.316/.441) und Joc Pederson (.212/.331/.407) gegen Rechtshänder sowie Enrique Hernandez (.215/.308/.421), der in Spiel fünf gegen die Cubs mit drei Homeruns der Held war, aber in der Regel nur gegen Linkshänder trifft.
Vorteil Astros

Center Field
Die Lage bei den Dodgers ist hier nicht ganz klar, denn falls Shortstop Cory Seager nicht fit sein sollte, wird Allrounder Chris Taylor (.288/.354/.496) wohl dort gebraucht und einer der oben beim Left Field genannten Kandidaten wird im Center Field aushelfen müssen. So oder so geht dieses Duell an die Astros und George Springer (.283/.367/.522), der sowohl gegenüber Taylor als auch gegenüber den Alternativen in jeder Hinsicht zu bevorzugen ist.
Vorteil Astros

Right Field
Josh Reddick (.314/.363/.484) hat von den Statistiken der regulären Saison her ein noch besseres Jahr als Yasiel Puig (.263/.346/.487). Dennoch geht der Punkt für mich an den Dodger, zum einen weil Puig das deutlich bessere Fielding betreibt, zum anderen weil er sich in ganz hervorragender Postseasonform zeigt (.414/.514/.655), während Reddick (.171/.227/.171) zur ungünstigsten Zeit im Slump steckt und in der gesamten ALCS nur einen einzigen Hit hatte.
Vorteil Dodgers

Designated Hitter / Bench
Die Position des DH gibt es immer dann, wenn das Team aus der American League Heimrecht hat, also in den Spielen drei, vier und fünf. Naturgemäß sind die Astros besser auf das Spiel mit DH eingestellt, aber Carlos Beltran (.231/.283/.383) scheint seine beste Zeit hinter sich zu haben und hat vor allem mit linkshändigen Pitchern (.185/.228/.277) Probleme, was gegen die Dodgers nicht gerade hilfreich ist. Wahrscheinlich sehen wir an seiner Stelle häufiger den gerade nicht im Einsatz befindlichen Catcher. Die Bank und damit die DH-Auswahl der Dodgers scheint zumindest quantitativ etwas breiter aufgestellt, zum einen mit jenen aus der Gruppe Pederson, Granderson, Ethier, Utley, die gerade nicht im Feld aufgestellt sind, zum anderen möglicherweise mit Seager, falls er nach seiner Verletzung noch nicht wieder Shortstop spielen kann, jedoch als Hitter zur Verfügung steht.
Unentschieden

Fazit
Ich komme auf sechsmal Dodgers, viermal Astros und einmal Unentschieden. Das deckt sich mit meinem Gefühl, dass die Dodgers als Favorit ins Rennen gehen. Da ich generell im Zweifel für den Außenseiter bin und den Astros gönne, nach 55 Jahren Teamgeschichte ihren ersten Titel zu holen, drücke ich Houston ein bisschen die Daumen. In erster Linie aber erhoffe und erwarte ich mir eine spannende Serie mit einem hoffentlich verdienten Sieger. Heute Nacht um 2 Uhr mitteleuropäischer Zeit geht es los mit Clayton Kershaw (2.31 ERA, 3.07 FIP) gegen Dallas Keuchel (2.90 ERA, 3.79 FIP). Es wird auf jeden Fall heiß.

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Oktober 19th, 2017 by Dominik

Nächsten Dienstag beginnt die World Series. Noch wissen wir nicht, welche Teams dann um den höchsten Titel im Baseball gegeneinander antreten werden, doch schon heute Nacht kann die erste Entscheidung darüber fallen und morgen die zweite. Im Grand Slam am Donnerstag konzentriere ich mich heute ganz auf das aktuelle sportliche Geschehen. Gleichzeitig vollziehen sich auch jenseits der Spielfelder hochinteressante Entwicklungen. Diese könnten zu einer massiven Umstruktierung der MLB führen. Aber dieses Thema hebe ich mir für einen eigenen Artikel auf, der innerhalb der nächsten Tage folgen wird.

National League
Die Los Angeles Dodgers waren nah dran, nach der NLDS auch die NLCS zu sweepen: Mit 3:0 Siegen lagen sie bereits in Führung, bevor sie letzte Nacht zum ersten Mal in dieser Postseason ein Spiel abgeben mussten. Die Offense der Chicago Cubs, die sich seit einigen Spielen im Tiefschlaf befand, ist nicht gerade explodiert, bekam aber gerade genug Runs beisammen, um aus dem starken Start von Jake Arrieta einen 3:2-Erfolg herauszuholen. Zwei davon waren Solo-Homeruns von Javier Baez, der zuvor mit 0 Hits aus seinen letzten 20 At-Bats gegangen war.

Heute Nacht um 2 Uhr mitteleuropäischer Zeit steht Spiel fünf an und wenn die Cubs danach noch im Rennen sein wollen, müssen sie sich wohl eine Menge einfallen lassen. Denn mit einer abgekühlten Offense gegen einen der (wahrscheinlich sogar den) besten Pitcher der Welt, Clayton Kershaw (2.31 ERA, 3.07 FIP), antreten zu müssen, klingt nicht allzu vielversprechend. Mit José Quintana (4.15 ERA, 3.68 FIP) schicken auch die Cubs einen Top-Pitcher auf den Mound, der beim letzten Aufeinandertreffen in Spiel eins genau wie Kershaw fünf Innings durchhielt und zwei Runs zuließ. Der Bullpen verlor schließlich die Partie mit 2:5. Mein Tipp ist, dass es heute ähnlich laufen wird, denn ich wüsste beim besten Willen nicht, auf welcher Basis ich der Kombination aus Kershaw und dem Bullpen der Dodgers etwas anderes prophezeien sollte als den vierten Sieg und den Einzug in die World Series.

American League
Während in der NL die Rollen des Favoriten und des Außenseiters klar verteilt sind, scheint der Ausgang der ALCS noch weit offen. Die Houston Astros gewannen ihre beiden Heimspiele, getragen von Dallas Keuchel und Justin Verlander, anschließend siegten aber dreimal hintereinander die New York Yankees in ihren eigenen Heimspielen. Wenn es nach diesem Muster weitergeht, haben die Astros beste Chancen, da sie das Heimrecht für die Spiele fünf und sechs besitzen. Doch der Druck, der nach der vergebenen 2:0-Führung auf ihnen lastet, dürfte enorm sein. Die Yankees hingegen können sich von der Euphorie tragen lassen, gestern Abend sogar gegen ihren Angstgegner Keuchel einen astreinen 5:0-Sieg eingefahren zu haben und nur noch einen Sieg von der World Series entfernt zu sein.

Den ersten von zwei Matchbällen haben die Yankees morgen Nacht ab 2 Uhr mit Luis Severino (2.98 ERA, 3.07 FIP) gegen Justin Verlander (3.36 ERA, 3.84 FIP). In Spiel zwei gab es dieses Duell schon einmal und es ging deutlich an Verlander, der neun dominante Innings pitchte (siehe Statistik der Woche), während Severino schon nach vier Innings vorsichtshalber ausgewechselt wurde, nachdem er einen Ball ans linke Handgelenk bekommen hatte. Nach einer Bullpen-Session am Mittwoch gab es aber grünes Licht für seinen Einsatz. Es wird sicher spannend, aber ich tippe auf einen Sieg der Astros und somit auf ein alles entscheidendes Spiel sieben am Samstag.

Szene der Woche
Einen der wohl seltsamsten Spielzüge des Jahres gab es am Dienstag in Spiel vier der ALCS: Es ging los mit einem Walk für Aaron Judge, gefolgt von einem Lineout durch Didi Gregorius – soweit alles normal. Als nächstes war Gary Sanchez an der Reihe, der einen Flyball ins halbrechte Outfield schlug. Für Judge sah der Ball wohl nach einem wahrscheinlichen Basehit aus, deshalb war er schon über die zweite Base hinaus gerannt, bevor er seinen Fehler bemerkte und sich schnell auf den Weg zurück zur ersten Base begab. Der Wurf dorthin von Astros-Outfielder Josh Reddick war schwach, er sprang ein paarmal auf und kam nach Ansicht des Umpires gerade noch rechtzeitig für das Out an. Yankees-Manager Joe Girardi ließ die Entscheidung überprüfen und sie wurde zurückgenommen: Judge war safe an der ersten Base. Nun protestierte wiederum Astros-Manager A. J. Hinch, der gesehen haben wollte, dass Judge auf dem Weg zurück die zweite Base nicht noch mal berührt hatte. Um darüber eine Entscheidung herbeizuführen, war ein Appeal-Play nötig – in dem Fall ein Wurf zur zweiten Base, an der dann der Umpire zu entscheiden hatte, ob dadurch an der Stelle ein Out stattfand. Astros-Pitcher Lance McCullers war dabei aber etwas voreilig, denn der nächste Batter stand noch nicht in der Box und der Ball war somit nicht freigegeben. Also musste er den Wurf wiederholen, doch nun rannte Judge plötzlich – und wurde problemlos ausgetagt. Was auf den ersten Blick aussah wie einer der dämlichsten Steal-Versuche aller Zeiten, war übrigens völlig rational: Judge und den Yankees war klar, dass er die zweite Base nicht berührt hatte und das Appeal-Play der Astros erfolgreich sein würde; daher war es den Versuch wert, die zweite Base vor dem Ball zu erreichen und auf diese Weise den Appeal abzuwehren.

Statistik der Woche 
93. So viele Strikes warf Justin Verlander bei seinem complete Game in Spiel zwei der ALCS, das er mit den Astros 2:1 gegen die Yankees gewann. Es waren die meisten Strikes durch einen einzelnen Pitcher in einem Playoffspiel seit 2011. Kurioserweise war es auch damals Verlander und zwar ebenfalls in der ALCS, in Spiel fünf der Detroit Tigers gegen die Texas Rangers. Insgesamt warf Verlander am Samstag 124 Pitches und schickte 13 Batter per Strikeout aus der Box.

Spiel der Woche
Das für mich beste Spiel der bisherigen Championship Series war Spiel zwei der NLCS. Es war ein hochkarätiges, defenselastiges Duell zwischen zunächst Jon Lester und Rich Hill und anschließend zwischen zwei sehr starken Bullpens. Im fünften Inning wurden die vorerst einzigen Runs ausgetauscht durch einen Homerun von Addison Russell und einen RBI-Single von Justin Turner. Auf Turners Konto gingen im Endeffekt alle vier RBIs der Dodgers, denn ihm gelang gelang im neunten Inning gegen den zum Reliever umfunktionierten John Lackey der  Walkoff-Homerun. Das Ganze ereignete sich übrigens auf den Tag genau 29 Jahre nach einem anderen legendären Walk-Off-Homerun der Dodgers – über den Justin Turner anschließend erzählte, dass er ihn als Dreijähriger im Haus seiner Oma live im Fernsehen gesehen hat.

Spiel der kommenden Woche
Wir sind auf der Zielgeraden der Saison und ich versuche, trotz der oft ungünstigen Zeiten jedes Spiel zumindest teilweise live zu sehen. Für Spiel sechs der Yankees gegen die Astros werde ich mir auf jeden Fall für Freitagnacht um 2 Uhr mitteleuropäischer Zeit den Wecker stellen.

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Oktober 12th, 2017 by Dominik

Nur noch fünf Teams sind in Rennen um die World Series 2017: Die Yankees, die Astros und die Dodgers sind bereits für die Championship-Serien der beiden Ligen qualifiziert; als letztes Überbleibsel der Divisional-Runde tragen heute Nacht noch die Chicago Cubs und die Washington Nationals das fünfte und entscheidende Spiel ihres NLDS-Duells aus. Im Grand Slam am Donnerstag gibt es heute eine kleine Vorschau zu diesem Spiel und schon mal das wichtigste über die ALCS und die NLCS.

American League
Wie schon in den ersten beiden Runden legt auch in den Championship-Serien die American League vor: Freitagnacht um 2 Uhr mitteleuropäischer Zeit geht es los mit der ALCS zwischen den Houston Astros und den New York Yankees.

Die Astros entschieden die Serie gegen die Boston Red Sox mit 3:1 für sich, indem sie nach zwei deutlichen Heimsiegen und einer ebenso deutlichen Auswärtsniederlage Spiel vier in Boston mit 5:4 gewannen. Beide Teams hatten alles in die Waagschale geworfen, was sie hatten, und aus dem ursprünglichen Matchup von Charlie Morton gegen Rick Porcello nach wenigen Innings ein Duell der Asse Justin Verlander gegen Chris Sale gemacht.

Noch spannender ging es in der anderen ALDS zu, in der die Yankees gegen die Cleveland Indians einen Rückstand von 0:2 Spielen noch in eine 3:2-Serie drehten. Beide Teams gewannen zunächst ihre Heimspiele, bevor in der entscheidenden fünften Partie die Yankees in Cleveland triumphierten. Held des Tages beim 5:2-Sieg war New Yorks Shortstop Didi Gregorius, der Indians-Star Corey Kluber zwei Homeruns einschenkte.

In die ALCS gehen die Astros als klarer Favorit, nachdem sie die bessere reguläre Saison und die dominantere Divisional-Serie hatten und sich dadurch zwei zusätzliche Ruhetage und das günstigere Heimrecht (Spiele 1, 2, 6, 7) verdient haben. Dass die Yankees mit der Rolle des Außenseiters gut umgehen können, haben sie dieses Jahr aber auch schon oft genug bewiesen. Dallas Keuchel (2.90 ERA, 3.79 FIP) wird das erste Spiel der Best-of-Seven-Serie für die Astros starten, bei den Yankees läuft es vermutlich auf Masahiro Tanaka (4.74 ERA, 4.34 FIP) hinaus.

National League
In der National League warten die Los Angeles Dodgers schon seit Montag auf einen Gegner. Sie selbst entledigten sich der Arizona Diamondbacks – in der regulären Saison noch der Angstgegner der Dodgers – souverän mit 3:0 Siegen.

Zwischen den Chicago Cubs und den Washington Nationals ist derweil noch nichts entschieden. Zweimal haben die Cubs vorgelegt, zweimal haben die Nationals ausgeglichen. Washington kam dabei zugute, dass Spiel vier wegen Regens um einen Tag von Dienstag auf Mittwoch verschoben werden musste. Der zusätzliche Ruhetag ermöglichte den Nationals, Stephen Strasburg starten zu lassen, der an den Tagen zuvor unter „grippeähnlichen Symptomen“ gelitten hatte. Von diesen war bei seinem Auftritt über sieben dominante Innings, in denen er nur drei Hits und keine Runs zuließ, nichts zu spüren. 5:0 siegten die Nationals und holten damit die Serie zurück nach Washington, wo heute Nacht um 2 Uhr mitteleuropäischer Zeit das fünfte und letzte Spiel der Serie stattfindet (siehe „Spiel der kommenden Woche“).

Den Sieger des entscheidenden Spiels empfangen die Dodgers Samstagnacht um 2 Uhr zum ersten Spiel der NLCS in Los Angeles.

Szene der Woche
Das Thema „Homeruns mit freundlicher Unterstützung“ hatten wir dieses Jahr schon einmal. Jackie Bradley Jr. hat in Spiel drei gegen die Astros ein weiteres Exemplar beigesteuert: Sein Drei-Run-Homer im siebten Inning, der die Partie endgültig zum 10:3-Sieg der Red Sox entschied, war eigentlich einen halben Meter zu kurz. Ein missglückter Catch von Astros-Outfielder Josh Reddick beförderte den Ball aber doch aus dem Spielfeld und die ALDS in ein viertes Spiel. 

Statistik der Woche 
432-378. Das ist die Bilanz von John Farrell aus fünf Jahren als Manager der Boston Red Sox. Das entspricht einer Siegesquote von .533, die noch ansehnlicher dadurch wird, dass in Farrells Zeit der Gewinn der World Series 2013 sowie zwei Divisionssiege hintereinander 2016 und 2017 fallen. Nachdem die Red Sox nun allerdings auch zweimal hintereinander in der ALDS ausgeschieden sind, musste Farrell ein Jahr früher als vertraglich vorgesehen seinen Hut nehmen.

Spiel der Woche
Die spannendste der diesjährigen Divisional-Serien war die zwischen den Cleveland Indians und den New York Yankees. Dieser Serie entstammt auch das spannendste Einzelspiel der Runde: In Spiel zwei des Duells legten die Yankees per Homerun von Gary Sanchez zwei Runs im ersten Inning vor, die von den Indians prompt ausgeglichen wurden. Bis zum fünften Inning zogen die Yankees dann aber, unter anderem durch Homeruns von Aaron Hicks und Greg Bird, auf 8:3 davon. Spiel gelaufen? Mitnichten, denn im sechsten Inning brachte Francisco Lindor die Indians mit einem Grand Slam an den Foul Pole zurück ins Rennen. Jay Bruce, der schon im ersten Spiel der Held gewesen war, vollendete die Aufholjagd durch seinen Homerun zum 8:8. In den Extras waren noch einmal die Yankees nah am Sieg, doch Indians-Catcher Yan Gomes erstickte im elften Inning durch einen Pickoff-Throw an die zweite Base die Hoffnung der New Yorker auf Punkte im Keim. Ausgerechnet Gomes war es schließlich im dreizehnten Inning, dessen Single Austin Jackson nach Hause brachte und damit das Spiel doch noch zugunsten von Cleveland entschied.

Spiel der kommenden Woche
Wie jeder MLB-Fan fiebere ich den Championship-Serien entgegen, aber vorher steht heute Nacht um 2 Uhr noch das Entscheidungsspiel um den letzten Startplatz im Finale der National League an: Die Washington Nationals empfangen den Titelverteidiger Chicago Cubs. Als Starter werden aller Voraussicht nach Kyle Hendricks (3.03 ERA, 3.88 FIP) für Chicago und entweder  Tanner Roark (4.67 ERA, 4.13 FIP) oder Gio Gonzalez (2.96 ERA, 3.93 FIP) für Washington antreten. Nach Hendricks‘ sehr starkem Auftritt aus Spiel eins kann man die Cubs mit ihm als leichte Favoriten sehen – allerdings müssen sie dazu auch ihre mit nur acht Runs aus den ersten vier Partien zu harmlose Offensive in Schwung bekommen. Wenn es hart auf hart kommt, könnten übrigens die beiden Starter aus Spiel drei – Jose Quintana und Max Scherzer – als Reliever zum Einsatz kommen.

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Oktober 9th, 2017 by Dominik

Bis zum Ende des MLB-Jahres sind es zum Glück noch rund drei Wochen hin, aber schon heute haben wir zum letzten Mal die Gelegenheit zu einer gepflegten langen Baseballnacht: Vier Spiele hintereinander kann man von heute Abend um sieben bis ca. halb acht morgen früh anschauen und in drei davon kann – muss aber nicht – je eine der Divisional-Serien entschieden werden. Mehr als zwei Spiele pro Nacht werden es danach für den Rest des Jahres nicht mehr werden.

Den Anfang machen um 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit die Houston Astros und die Boston Red Sox mit Spiel vier ihrer Serie im Fenway Park. Dass es zu diesem Spiel überhaupt kommt, haben die Red Sox mit ihrem Comeback-Sieg gestern Abend sichergestellt: Einen 0:3-Rückstand drehten sie, unter anderem durch Homeruns von Jackie Bradley und Rafael Devers, noch in einen 10:3-Erfolg. Auf dem Mound brillierte, nachdem Starter Doug Fister schon nach 1.1 Innings raus musste, David Price mit vier Shutout-Innings. Boston hofft auf einen Rick Porcello (4.65 ERA, 4.60 FIP) in der Form von 2016 in der Hoffnung, auf 2:2 ausgleichen und ein entscheidendes Spiel 5 erzwingen zu können. Die Astros wollen mit Charlie Morton (3.62 ERA, 3.46 FIP) ihren zweiten Matchball zum Erreichen der American League Championship Series verwandeln.

Um 22 Uhr treffen die Chicago Cubs im Wrigley Field auf die Washington Nationals im einzigen Duell, von dem es auf jeden Fall noch eine weitere Auflage geben wird. Nach einem 3:0 der Cubs und einem 6:3 der Nationals steht es in der Serie unentschieden. Das Pitching-Matchup verspricht ein Leckerbissen zu werden mit Cy-Young-Kandidat Max Scherzer für die Nationals (2.51 ERA, 2.90 FIP) und José Quintana (4.15 ERA, 3.68 FIP) für die Cubs. Scherzer ist allerdings durch seine Oberschenkelzerrung, die ihn an der Teilnahme an den ersten beiden Spielen gehindert hatte, noch eingeschränkt und wird möglicherweise nur einen verkürzten Start absolvieren.

Als nächstes kämpfen um 1 Uhr die New York Yankees ums Überleben gegen die Cleveland Indians. Ein Galauftritt von Masahiro Tanaka mit sieben Shutout-Innings sowie ein Homerun von Greg Bird brachte den Yankees letzte Nacht einen 1:0-Sieg und verhinderte den Sweep der Indians. Luis Severino (2.98 ERA, 3.07 FIP) wird heute darauf brennen, seinen enttäuschenden Start im Wild-Card-Spiel vergessen zu lassen. Die Indians setzen – für mich etwas überraschend – zum zweiten Mal in der Serie auf Trevor Bauer (4.19 ERA, 3.88 FIP) beim Versuch, die ALDS für sich zu entscheiden und sich drei Ruhetag bis zum Start der Championship-Series zu verdienen.

Zum Abschluss empfangen um 4 Uhr die Arizona Diamondbacks die Los Angeles Dodgers. Durch 9:5- und 8:5-Siege in ihren Heimspielen haben sich die Dodgers eine hervorragende Ausgangsposition erarbeitet. Sie haben nun drei Versuche, zum dritten Mal zu gewinnen und damit in das Finale um die National League einzuziehen. Leicht werden es ihnen die Diamondbacks im Chase Field sicher nicht machen, da ihr Top-Starter Zack Greinke (3.20 ERA, 3.31 FIP) zum ersten Mal in der Serie den Mound übernimmt. Sein Gegenüber wird mit Yu Darvish (3.86 ERA, 3.83 FIP) aber auch kein Schlechter sein.

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Oktober 5th, 2017 by Dominik

Es wird wohl niemanden überraschen, dass es im Grand Slam am Donnerstag diese Woche vor allem um die ab heute anstehenden Divisional Series der MLB geht. Seit letzter Nacht ist das Teilnehmerfeld komplett, aus den Wild-Card-Spielen haben es die New York Yankees und die Arizona Diamondbacks in die erste „richtige“ Playoff-Runde geschafft. Nun wird es für beide richtig schwer, noch weiter in die Playoffs vorzudringen, denn sie treffen auf die erfolgreichsten Teams der regulären Saison, welche sich die Wild-Card-Spiele ganz entspannt im Fernsehen anschauen durften.

American League
Die American League wird heute vorlegen mit den ersten Spielen der beiden Divisional-Serien. Als Erstes treffen heute Abend um 22 Uhr unserer Zeit die Boston Red Sox und die Houston Astros aufeinander, angeführt von Chris Sale (2.92 ERA, 2.84 FIP) und Justin Verlander (3.36 ERA, 3.84 FIP). Vom Pitching-Matchup in Spiel 1 her scheinen die Red Sox leicht favorisiert, allerdings sollte man nicht übersehen, dass Verlander seit dem Wechsel von Detroit nach Houston regelrecht aufgeblüht ist: In seinen fünf Starts für die Astros hat er 34 Innings gepitcht und nur vier Runs zugelassen, was Werten von 1.06 ERA und 2.69 FIP entspricht. Insgesamt sehe ich das Pitching der Red Sox als etwas stärker an als das der Astros, während das Batting klar für die Astros spricht. Mit 896 gescorten Runs führt Houston die gesamte MLB deutlich an. Da die Astros auch vom Run Differential (+196 zu +117) und von den erreichten Siegen in der gesamten Saison (101 zu 93) sowie in den letzten 30 Spielen (22 zu 18) her die Red Sox hinter sich lassen und zudem die günstigeren Heimspiele (Spiel 1, 2 und evtl. 5) haben, sehe ich sie als die Favoriten des Duells an. Mein Tipp ist, dass die Astros mit 3:1 Siegen die Oberhand behalten.

Um 1:30 Uhr heute Nacht beginnt die zweite Divisional-Serie der AL mit dem ersten Spiel zwischen den New York Yankees um Sonny Gray (3.55 ERA, 3.90 FIP) und den Cleveland Indians mit Trevor Bauer (4.19 ERA, 3.38 FIP). Ich finde es etwas überraschend, dass die Indians Bauer in Spiel 1 ins Rennen schicken und nicht ihren besten Starter Corey Kluber. Offenbar denkt man sich, wenn die Yankees nach dem Wild-Card-Spiel erst mal ihren Nummer-1-Starter Luis Severino ruhen lassen müssen, kann es auch mit Bauer reichen. Ähnlich wie in der anderen ALDS-Paarung tritt auch hier ein Team, das besonders in der Offense überzeugt – die Yankees haben 858 Runs erzielt – auf ein besonders defensivstarkes – die Indians haben nur 564 Runs kassiert, mit Abstand die wenigsten der Liga. Insgesamt bringen beide Mannschaften sehr starke Gesamtpakete auf die Waage, was auch dadurch illustriert wird, dass sie mit +254 (Indians) und +198 (Yankees) die beiden höchsten Run Differentials der gesamten MLB aufweisen. Im Endeffekt halte ich die Indians für das bessere Team – sie gehen ausgeruhter in die Serie, sie haben vor allem in den letzten sechs Wochen der Saison die Liga dominiert und gegen die Yankees haben sie dieses Jahr bereits fünf von sieben Spielen gewonnen. Ich tippe auf einen 3:0-Sweep für Cleveland.

National League
In der National League fand das Wild-Card-Spiel einen Tag später statt als in der American League, deshalb beginnen auch die Divisional-Serien einen Tag später. Los geht es Freitagnacht um 1:30 Uhr unserer Zeit mit den Chicago Cubs bei den Washington Nationals. Die Cubs gehen mit Kyle Hendricks (3.03 ERA, 3.88 FIP) an den Start. Hendricks steht von der Aufmerksamkeit her immer etwas im Schatten von Jon Lester und Jake Arrieta, obwohl er sowohl dieses Jahr als auch im Meisterschaftsjahr 2016 die besseren Zahlen produziert hat als jene beiden. Bei den Nationals ist Max Scherzer (2.79 ERA, 2.77 FIP) der beste Starter, allerdings ist er nach einer Oberschenkelzerrung noch leicht angeschlagen, sodass noch unklar ist, ob er in Spiel 1 pitcht oder noch ein, zwei Tage länger geschont wird. In Stephen Strasburg (3.46 ERA, 2.81 FIP) steht adäquater Ersatz bereit. Sowohl bei den Cubs als auch bei den Nationals handelt es sich um homogen besetzte und hervorragend gemanagte Teams, die beide sowohl beim Erzielen als auch beim Verhindern von Runs zu den absoluten Topmannschaften der NL gehören. Für mich ist das die engste Serie der Divisional-Runde. Ich tippe auf ein 3:2 für die Nationals.

Als letzte Divisional-Serie der diesjährigen Playoffs startet morgen Nacht um 4:30 Uhr das Kräftemessen zwischen den Los Angeles Dodgers und den Arizona Diamondbacks mit einem wohl etwas unausgeglichenen Matchup zwischen Clayton Kershaw (2.31 ERA, 3.07 FIP) und einem noch zu benennenden Pitcher der Diamondbacks, der nicht Zack Greinke oder Robbie Ray heißt. Die beiden Top-Starter der Diamondbacks wurden im Wild-Card-Spiel gebraucht und stehen deshalb nicht für Spiel 1 zur Verfügung. Innerhalb der Best-of-5-Serie sind sie dann wohl jeweils nur einmal einsetzbar, was die Erfolgschancen ihres Teams deutlich schmälern dürfte. Für die Dodgers sah es noch vor wenigen Wochen so aus, als wäre ein rekordverdächtiger Durchmarsch bis zur World Series vorprogrammiert; dann folgte Ende August bis Mitte September ein brutaler Slump mit 16 Niederlagen aus 17 Spielen und plötzlich sieht LA absolut schlagbar aus. Tatsächlich haben die Dodgers die Saisonserie gegen ihren Divisionskonkurrenten aus Arizona mit 8-11 verloren, darunter die letzten sechs Duelle in Folge. Dadurch relativiert sich etwas ihr aus den meisten Zahlen (Run Differential, Wins, ERA, wRC+,…) ableitbarer Favoritenstatus. Ich glaube dennoch, dass die Dodgers sich durchsetzen werden, in erster Linie weil sie beim Starting Pitching im Gegensatz zum Gegner aus dem Vollen schöpfen können. Mein Tipp ist ein 3:1 für LA.

Szene der Woche
Die Szene der Woche umfasst dieses Mal neun Episoden mit dem immer gleichen Hauptdarsteller: Detroits Super-Utility-Player Andrew Romine. Er nutzte das ansonsten bedeutungslose vorletzte Spiel seiner Tigers am Samstagabend gegen die Twins für ein interessantes Selbstexperiment, indem er auf allen neun Positionen spielte. Er begann im Left Field, von wo er das erste Out des Spiels erzielte und arbeitete sich dann von links nach rechts und von hinten nach vorne durch. Auf jedem Posten verbrachte er ein ganzes Inning, nur als Catcher und Pitcher spielte er etwas kürzer, brachte aber immerhin Miguel Sano zu einem Groundout. Am Schluss war die erste Base dran, an der Romine auch das letzte Out der Partie erzielte und damit den 3:2-Sieg sicherte.

Statistik der Woche 
5.14. Das ist der Earned Run Average der Starter für die New York Mets in dieser Saison. Es ist nicht der schlechteste Starter-ERA der Liga (den hatten die Baltimore Orioles mit 5.70). Aber es ist der schlechteste, den die traditionell pitching-fokussierten Mets jemals hatten und das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil die Rotation der Mets vor der Saison von vielen (mich selbst eingeschlossen) als die beste der MLB bezeichnet wurde. Noah Syndergaard, Jacob deGrom, Matt Harvey, Steven Matz, Zack Wheeler und als Ersatz Robert Gsellman und Seth Lugo – das hat sich toll angehört, aber außer deGrom sind sie alle weder gesund geblieben noch den Erwartungen gerecht geworden. Die größte Enttäuschung war Matt Harvey, ein Schatten des früher als „The Dark Knight“ bekannten Asses mit einem ERA von 6.70 – und damit der mit Abstand schlechteste Pitcher, der je18 Starts in einer Saison für die Mets absolvieren durfte.

Spiel(e) der Woche
Die erste Playoffrunde bestand zwar leider nur aus zwei Spielen, doch die hatten es in sich: In der AL legten die Minnesota Twins mit drei Runs im ersten Inning los, darunter von Brian Dozier der erste Leadoff-Homerun, mit dem je ein Wild-Card-Spiel begonnen wurde. Yankees-Starter Luis Severino musste alle drei Runs auf seine Kappe nehmen und den Mound schon nach einem drittel Inning räumen. Aber der Bullpen der Yankees ließ dann im ganzen Spiel nur noch einen Run zu und ermöglichte einen am Ende deutlichen 8:4-Sieg, zu dem ein Drei-Run-Homer von Didi Gregorius zum Ausgleich im ersten, ein Solo-Homerun von Brett Gardner im zweiten und ein Zwei-Run-Homerun von Aaron Judge im vierten Inning beitrugen.

Auch das NL-Wild-Card-Spiel war kurz für die beiden Starter: Jon Gray kassierte mit seinen Colorado Rockies schon einen Drei-Run-Homer durch Paul Goldschmidt, bevor ihm überhaupt das erste Out gelang. Nach einem weiteren zugelassenen Run im zweiten Inning musste er raus. Zack Greinke machte es für die Arizona Diamondbacks zunächst besser, pitchte drei saubere Innings und wurde von seiner Offense mit einer 6:0-Führung belohnt. Doch im vierten Inning entglitt ihm das Spiel, nach vier Hits und ebenso vielen Runs endete auch sein Arbeitstag vorzeitig. Die Bullpens konnten den sich entwickelnden Schlagabtausch nicht verhindern, doch am Ende hielt der Vorsprung der Diamondbacks. 11:8 siegte Arizona, nachdem Colorado zwischenzeitlich auf 5:6 und 7:8 herangekommen war.

Spiel der kommenden Woche
Eigentlich ist diese Kategorie dafür gedacht, aus dem großen, bunten Strauß des wöchentlichen MLB-Angebots einen Tipp herauszugreifen, welches Spiel man sich anschauen sollte. In den Playoffs ist die Situation etwas anders, denn jetzt sind alle Spiele wichtig und interessant und man kann nur empfehlen, so viele davon zu sehen wie möglich. Ich persönlich bin am meisten gespannt auf die Serie zwischen den Los Angeles Dodgers und den Arizona Diamondbacks. Das erste Spiel dieses Duells werde ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Statt langem Wachbleiben ist in dem Fall mal frühes Aufstehen am Wochenende gefragt, denn die Partie beginnt nach mitteleuropäischer Zeit am Samstagmorgen um 4:30 Uhr.

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