Oktober 15th, 2017 by Dominik

Die Finalserie um die Deutsche Meisterschaft im Baseball erstreckte sich über die volle Anzahl von fünf Spielen, aber am Ende war das Resultat doch eindeutig: Mit 8:1 holten sich die Heidenheim Heideköpfe einen nie gefährdeten Sieg gegen die Bonn Capitals und sind damit nach 2009 und 2015 zum dritten Mal Deutscher Meister.

Man kann nur herzlich gratulieren und neidlos anerkennen, dass der Titel völlig verdient in Heidenheim gelandet ist: Die Heideköpfe haben souverän die Südmeisterschaft gewonnen, sie haben ebenso souverän die Interleaguerunde gewonnen und auf den letzten Etappen haben sie zuerst den Titelverteidiger Mainz Athletics und dann den Nordmeister Bonn Capitals bezwungen. Anders formuliert: Sie haben sich allen denkbaren Herausforderungen gestellt und jede davon gemeistert.

Der Held des entscheidenden Spiels war Clayton Freimuth. Der Pitcher, der zuletzt meistens als Reliever für die letzten Innings verwendet worden war, bekam dieses Mal den Start und ging über die volle Distanz, in der er nur drei Hits zuließ und zwölf Strikeouts verbuchte. Die offensiven Highlights setzten Mitch Nilsson und Shawn Larry mit je einem Homerun für Heidenheim.

Für die Bonn Capitals lief an diesem Tag nicht viel zusammen, aber über die gesamte Saison betrachtet ist auch die Leistung des Nord- und Vizemeisters aller Ehren wert. Die erste Deutsche Meisterschaft der Capitals war in greifbarer Nähe und angesichts ihrer Dominanz in der Nordstaffel ist wohl fest davon auszugehen, dass mit den Bonnern auch in den nächsten Jahren zu rechnen ist.

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Oktober 13th, 2017 by Dominik

Bei all der Spannung und Dramatik um die MLB-Playoffs – die Chicago Cubs haben heute Morgen als letztes die Championship-Serie erreicht – wollen wir nicht vergessen, dass auch in Deutschland Baseball gespielt wird. Es steht zwar nur noch ein einziges Spiel an, aber es ist das wichtigste des Jahres: Spiel fünf der Best-of-Five-Serie um die Deutsche Meisterschaft.

Am Samstag um 14 Uhr empfangen die Heidenheim Heideköpfe die Bonn Capitals. Anders als an den beiden vorherigen Wochenenden wird es dieses Mal keine Siegteilung geben. Einer gewinnt und ist damit Deutscher Meister.

Die Capitals können im Pitching auf Sascha Koch, Maurice Wilhelm und Max Schmitz setzen, auf den verletzten Marcus Solbach müssen sie verzichten. Heidenheim baut voraussichtlich auf Ricky Torres und Clayton Freimuth. Am Schlag bieten sowohl der Nord- als auch der Südmeister die beste Offensive ihrer jeweiligen Liga auf.

Außer im Heidenheimer Ballpark kann man das Spiel als Videostream von Legionäre TV auf Youtube sowie im Livescoring auf Gamechanger verfolgen.

Bereits gefallen sind übrigens die Auf- und Abstiegsentscheidungen: Dass die Bad Homburg Hornets aus der Bundesliga Süd ab- und dafür die Ulm Falcons aufsteigen, steht schon länger fest, ebenso der Aufstieg der Berlin Flamingos in die Bundesliga Nord. Neu ist, dass auch die Bremen Dockers zukünftig die Bundesliga Nord bereichern werden, während die Dortmund Wanderers den Gang in die Zweitklassigkeit antreten müssen. Die Ergebnisse der Relegationsserie zeigen mal wieder, wie verrückt Baseball manchmal sein kann: Das Hinspiel in Dortmund gewannen die Wanderers mit 24:0, im Rückspiel siegte Bremen 3:2 nach zwölf Innings und behielt auch in der entscheidenden Partie mit 6:1 die Oberhand.

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September 26th, 2017 by Dominik

Die Heidenheim Heideköpfe und die Bonn Capitals spielen an den kommenden zwei bis drei Wochenenden den Deutschen Meister im Baseball aus. Somit treffen im Finale der Südmeister und der Nordmeister der regulären Saison aufeinander.

Beide Teams haben die Höchstzahl von fünf Spielen gebraucht, um sich ihrer Halbfinalgegner zu entledigen, beide hinterließen aber im Endeffekt keinen Zweifel, dass sie den Finaleinzug verdient haben. Bonn überzeugte gegen München-Haar vor allem mit enorm starkem Pitching und gewann alle drei Spiele, in denen die Bayern nicht auf ihr eigenes Pitcher-Ass Ryan Bollinger zurückgreifen konnten. Heidenheim besiegte Mainz vor allem mit starker Offensive, wobei auch eine Rolle spielte, dass es den Athletics in den Spielen vier und fünf an gesunden und erfahrenen Pitchern mangelte.

Vom Saisonverlauf her ist es schwer, einen Favorit auszumachen: Beide Teams gewannen ihre Staffel der Baseball-Bundesliga deutlich und von den beiden direkten Aufeinandertreffen in der Interleague-Runde gewann jedes Team eines. In den anderen Interleague-Spielen überzeugten die Heideköpfe etwas mehr als die Capitals, dafür haben diese sich inzwischen mit USA-Rückkehrer Markus Solbach noch einmal deutlich verstärkt.

Die Erfahrung aus den letzten Jahren spricht eher für die Heideköpfe – neun der letzten zehn Meisterschaften gingen an den Süden, zwei davon nach Heidenheim, das in diesem Zeitraum zwei weitere Male im Finale stand. Für die Capitals hingegen wird es die erste Endspielteilnahme seit 1999, als sie den Paderborn Untouchables unterlagen.

Ich denke und hoffe, dass das Finale genauso spannend wird wie die beiden Halbfinal-Runden. Die ersten beiden Partien finden am kommenden Samstag und Sonntag jeweils um 14 Uhr in Heidenheim statt, am Wochenende danach stehen in Bonn die Spiele drei und vier an, ebenfalls um 14 Uhr am Samstag und am Sonntag. Falls ein Spiel fünf notwendig wird, so geht es dafür am 14. Oktober wieder nach Heidenheim. Besuchen werde ich voraussichtlich keines der Spiele; zu einer solchen Reise fehlt mir nach dem Ausscheiden meiner Mainzer Lieblinge ein bisschen der innere Antrieb. Aber ich werde alle Möglichkeiten nutzen, die Spiele aus der Ferne zu verfolgen. Zu diesen Möglichkeiten gehört mindestens das Live-Scoring auf Gamechanger, vermutlich aber auch ein Radiostream auf meinsportradio.de und vielleicht sogar ein Videostream. Auf der Seite der Baseball-Bundesliga wird man das rechtzeitig erfahren.

Nachtrag: Das mit dem Videostream hat sich geklärt, schaut euch einfach Jochens hilfreichen Kommentar unter diesem Artikel an!

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April 9th, 2017 by Dominik

Seit gut einer Woche fliegt nicht nur in der MLB, sondern auch in der Baseball-Bundesliga wieder der Ball und obwohl erst wenige Spiele absolviert sind, gab es schon ein paar regelrecht historische Highlights zu bestaunen.

Die Saarlouis Hornets starteten letzte Woche in ihre erste Bundesligasaison nach dem Aufstieg nicht nur mit einem 10:3-Erfolg in Bad Homburg. Sie ließen auch ein schier unglaubliches erstes Inning im zweiten Spiel des Doubleheaders folgen, in dem sie mit 12:0 in Führung gingen. Das allein wäre schon eine Meldung wert – aus der Bundesliga habe ich zwar keine historischen Zahlen parat, doch als am Samstag in der MLB den Phillies ebenfalls zwölf Runs im ersten Inning gelangen, war es das erste Mal in deren 134-jähriger Teamgeschichte und ligaweit das erste Mal seit sechs Jahren, dass das einem Team gelang. Noch viel verblüffender war an dem Spiel in Bad Homburg aber der weitere Verlauf, denn die Gastgeber gaben sich keineswegs auf, scorten immer wieder Runs und drehten bei zwei Outs im neunten Inning die Partie mit einem 2-Run-Walkoff-Single zum 17:16. Wahnsinn.

Nur eine knappe Woche später, am vergangenen Freitag, wurde ich Zeuge eines weiteren unglaublichen Comebacks. Der amtierende Meister Mainz Athletics war bei den Mannheim Tornados zu Gast und dominierte das Spiel mit dem glänzenden Starter Tim Stahlmann und einer schlagfreudigen Offense achteinhalb Innings lang quasi nach Belieben. Als im neunten Inning Marcel Schulz einen Grand Slam zum 10:0 für die A’s schlug, machten sich viele Mannheimer Zuschauer schon auf den Heimweg. Zu früh, wie sich herausstellte: Stahlmann bekam im unteren neunten Inning erstmals Probleme und musste nach 110 Pitches mit geladenen Bases die Segel streichen. Der 18-jährige Reliever Yannick Wildenhain ließ mit seinem ersten Wurf per Wild Pitch den ersten Run der Tornados zu, die sich ab diesem Moment in einen regelrechten Rausch spielten und Wildenhain sowie dessen Nachfolger auf dem Mound, Ben Briggs, eine Horrorshow bereiteten, nach der es plötzlich 10:10 stand. Briggs und die restlichen A’s überstanden dann zwar das Inning und noch ein weiteres, waren aber stehend K. O. und als Mannheim im elften Durchgang der Walkoff gelang, waren wohl alle Beteiligten froh, dass es endlich vorbei war.

Als Fan der Athletics muss ich sagen, dass es das frustrierendste Baseballspiel war, das ich je gesehen habe. Aber auf der anderen Seite sind solche Spiele ein Markenzeichen und auch eine Webung für diesen Sport, bei dem es eben keine 85. Minute gibt, in der klar ist, dass fünf Tore zeitlich gar nicht mehr machbar sind, sondern bei dem bis zum letzten Out im letzten Inning immer alles möglich ist. Hier gibt es übrigens einen kurzen Videobericht des SWR über das Spiel.

Apropos alles möglich: Neben den beiden erwähnten Partien ist in der Bundesliga Süd vor allem der schwache Start der Regensburg Legionäre erwähnenswert. Die ersten drei Spiele wurden gegen Mannheim (5:15, 1:11) und gegen Heidenheim (3:18) allesamt vorzeitig per Gnadenregel verloren, das vierte ebenfalls deutlich mit 0:6 gegen Heidenheim. Solche Ergebnisse ist man nicht gewohnt von den Legionären, die auf Grundlage ihrer starken Infrastruktur eigentlich immer vorne mitspielen. Dieses Jahr haben sie ein recht junges Team am Start, das vielleicht noch etwas reifen muss, zudem warten die Legionäre noch auf zwei amerikanische Verstärkungen, die verspätet zum Team stoßen werden. Nicht übersehen sollte man, dass die bisherigen Niederlagen allesamt gegen Teams kassiert wurden, die zum Favoritenkreis der Liga zählen. Ernsthafte Sorgen müsste man sich wohl machen, wenn Regensburg auch nach den anstehenden Spielen in Bad Homburg noch Letzter sein sollte.

In der Nordstaffel der Bundesliga wurden bislang noch nicht so viele Spiele absolviert wie im Süden und es gab auch keine ganz so spektakulären Ergebnisse. Erwähnenswert ist der starke Start des Aufsteigers Dohren Wild Farmes mit 3-1 Siegen, darunter einer bei den Solingen Alligators. Noch kein Spiel hatten bisher die Paderborn Untouchables. Sie sorgten dafür mit einem Trainerwechsel in letzter Minute für Aufsehen: Stefan Fechtig wurde am Donnerstag mit sofortiger Wirkung gegen Jendrick Speer ersetzt. Man wolle neue Strukturen aufbauen und Impulse setzen. Das klingt einerseits nachvollziehbar, andererseits aber doch etwas seltsam angesichts des Zeitpunkts.

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August 14th, 2016 by Dominik

Nun sind es nur noch vier Teams, die sich Hoffnung auf die Deutsche Meisterschaft 2016 machen dürfen. In allen Viertelfinalpaarungen haben sich die von mir vor zwei Wochen zum Favoriten erklärten Mannschaften durchgesetzt, aber durchweg souverän traten dabei nur die Bonn Capitals auf.

Nach dem Artikel über das Viertelfinale wurde ich gefragt, warum ich nichts über die Abstiegs-Playoffs geschrieben habe. Offen gestanden finde ich diese Runden ziemlich reizlos, solange nicht davon auszugehen ist, dass am Ende tatsächlich jemand absteigen wird. In aller Regel passiert das nicht, weil die Teams aus der zweiten Liga gar nicht aufsteigen wollen. Warum das so ist, kann ich als Außenstehender nur mutmaßen – muss man hohe Auflagen erfüllen, will man finanzielle Risiken meiden oder ist der Niveausprung so groß, dass man fürchtet, sich zum Prügelknaben zu machen und den Spaß am Spiel zu verlieren? Wie dem auch sei, es führt jedenfalls dazu, dass die Playdowns für mich so interessant sind wie das Hornberger Schießen. Dass im Süden die Bad Homburg Hornets die Mannheim Tornados durch je einen Heim- und einen Auswärtssplit ins nächste Woche stattfindende fünfte Spiel gezwungen haben, ist aber schon eine kleine Sensation, die ich nicht unerwähnt lassen möchte.

Jetzt aber zurück zur Meisterschaftsrunde, hier meine kurze Einschätzung zu den Halbfinals:

Bonn – Regensburg
Bonn hat als einziges Team sein Viertelfinale zu keinem Zeitpunkt spannend gemacht und mit drei klaren Siegen gegen die Stuttgart Reds seine Favoritenrolle untermauert. Der Weg ins Finale wird aber sicher kein Selbstläufer, denn mit den Regensburg Legionären wartet als nächste Aufgabe das in den vergangenen Jahren dominierende Team des deutschen Baseballs auf die Capitals. Die Legionäre gaben letzte Woche überraschend ein Heimspiel gegen die Hamburg Stealers ab, sorgten nun aber mit zwei Shutoutsiegen in Hamburg für die erwarteten klaren Verhältnisse. Bonn muss nächstes Wochenende gut vorlegen, sonst könnte es schwer werden, weil dieses Jahr der Modus drei Heimspiele für das schlechter platzierte Team (in dem Fall Regensburg) vorsieht, falls die Serie über fünf Spiele geht.
Mein Tipp: knapper Erfolg für Bonn. 

Mainz – Heidenheim 
Südmeister Mainz ging es ähnlich wie den Regensburgern: Auch die Athletics gaben unerwarteterweise ein Heimspiel ab, auch sie gaben sich dann aber keine weitere Blöße und gewannen die Serie letztlich klar mit 3:1. 3:1 lautet übrigens auch die Bilanz der Mainzer gegen die Heidenheim Heideköpfe aus der regulären Saison und beim 11:1/4:1-Doppelsieg am letzten Spieltag schien die Mainzer Überlegenheit in Offensive wie Defensive sehr deutlich. Wenn die Heideköpfe das Halbfinale überstehen wollen, müssen sie sich schon massiv steigern – sowohl gegenüber jenem letzten Auftritt in Mainz als auch gegenüber dem Viertelfinale, das sie nur knapp gegen Solingen gewannen, nachdem sie mit 0:1 und 1:2 Spielen zweimal in Rückstand gelegen hatten.
Mein Tipp: klare Angelegenheit für Mainz. 

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Juli 30th, 2016 by Dominik

Die Bundesliga hatte heute ihren letzten Spieltag – einen Nachholspieltag, um genau zu sein, aber wegen des vielen Regens in den letzten Monaten waren so viele Spiele nachzuholen, dass mehr als die Hälfte der Teams noch mal ran müsste. Die letzte playoff-relevante Entscheidung fiel erst im vierzehnten Inning des letzten Spiels, das die Haar Disciples letztlich 6:7 gegen Mainz verloren und dadurch die Teilnahme an der Meisterschaftsrunde verpassten. Nun stehen alle Paarungen das Viertelfinale der Playoffs fest und es geht gleich am nächsten Wochenende los, damit man rechtzeitig vor der Europameisterschaft im September den neuen Deutschen Meister küren kann. Als Favoriten gehen eindeutig Nordmeister Bonn und Südmeister Mainz ins Rennen, die beide ihre jeweilige Liga deutlich dominierten und sich vorzeitig Platz eins sicherten. Aber auch Heidenheim, Regensburg und Solingen sollte man nicht unterschätzen, immerhin haben diese drei alle Deutschen Meisterschaften der letzten acht Jahre unter sich aufgeteilt.

Die Serien dieser Runde werden im Modus Best of Five ausgetragen, man benötigt also drei Siege zum Weiterkommen. In den ersten beiden Spielen hat das besser platzierte Team Heimrecht, in den nächsten beiden die andere Mannschaft. Falls ein fünftes Spiel nötig wird, so hat offiziell wieder das besser platzierte Team Heimrecht, aber gespielt wird trotzdem auf dem Platz des anderen Teams. Klingt komisch, ist aber so.

Mainz Athletics – Untouchables Paderborn
Die Mainzer waren in der regulären Saison nicht zu stoppen – nicht vom amtierenden Meister Heidenheim, nicht von den immer ambitionierten Regensburgern oder sonst jemandem – sie haben jede Saisonserie 3:1 oder 4:0 gewonnen. Verletzte Leistungsträger wie Pitcher Jan-Niclas Stöcklin, Catcher Jonathan Wagner und Shortstop Trey Stover wurden mühelos durch vorhandenes Personal ersetzt und während der Saison kam mit dem belgischen Outfielder Thomas de Wolf noch eine massive Verstärkung hinzu. Obwohl de Wolf nur die zweite Saisonhälfte spielte, führt er mit zehn Homeruns die gesamte Liga an. Der Erfolg der Athletics wird gleichermaßen von der explosiven Offense wie von der dominanten Pitcherriege um Eric Massingham und Tim Stahlmann getragen.

Die Untouchables haben eine durchwachsene Saison hinter sich, in der sie gegen jeden außer Bonn gewonnen, aber auch gegen jeden außer Dortmund verloren haben. Es handelt sich um ein recht ausgeglichenes Team, das in der Nordstaffel die zweitmeisten Runs erzielt und die drittwenigsten Runs zugelassen hat und seinen herausragenden Akteur in Pitcher Matt Kemp hat.

Mein Tipp: klare Angelegenheit für Mainz.

Bonn Capitals – Stuttgart Reds
Genauso dominant wie die Mainzer in der Südliga waren die Bonner im Norden. Auch sie gewannen sämtliche Serien, einzelne Ausrutscher erlaubten sie sich gegen Solingen sowie überraschenderweise gegen Köln und Hannover. Bonn hat die meisten Runs erzielt und die wenigsten kassiert, dank einer ganzen Reihe starker Batter, allen voran Daniel Lamb-Hunt und Wilson Norman Lee, und ebenso starkem Pitching, vor allem von dem nahezu unschlagbar erscheinenden Sascha Koch.

Stuttgart hatte einen guten Start in die Saison mit Splits gegen Regensburg und Mainz sowie einem Doppelsieg gegen Haar, den direkten Konkurrenten um Platz vier. Einem Durchhänger in der Saisonmitte, während dem es sogar eine sensationelle Heimniederlage gegen Tübingen setzte, folgte ein solider Endspurt, der letztlich hauchdünn vor Haar die Playoffteilnahme sicherte. Die Teamleistungen waren sowohl in der Offensive wie auch in der Defensive sehr wechselhaft, dauerhaft Verlass war nur auf den amerikanischen Outfielder Gary Michael Owens.

Mein Tipp: klare Angelegenheit für Bonn.

Regensburg Legionäre – Hamburg Stealers
Für Regensburg ist eine Saison, die man nicht auf Platz eins abschließt, schon ein kleiner Misserfolg, aber Mainz war dieses Jahr einfach in allen Belangen besser, was sich auch in der direkten Saisonserie zeigte, in der man Mainz dreimal deutlich unterlag und nur einmal knapp gewann. Interne Querelen, die in der Entlassung von Headcoach Ivan Rodriguez gipfelten, taten ein Übriges, dass die Saison nicht so verlief wie erhofft. Aber in den Playoffs werden die Karten neu gemischt und wenn es ein Team gibt, das man in Bezug auf die Deutsche Meisterschaft nie abschreiben darf, dann sind es die Legionäre.

Für Hamburg muss es wie ein böser Traum wirken: Die letzten sechs Playoff-Teilnahmen der Stealers endeten allesamt in der ersten Runde und fünf davon gegen die Legionäre. Das waren immer Duelle Vierter gegen Erster, aber kaum dass Hamburg nun mal auf Platz drei gelandet ist, warten schon wieder die Regensburger auf sie. Die Stealers haben ihre Stärken und vor allem in Louis Cohen einen sehr guten Pitcher, aber auch dieses Mal gehen sie als Außenseiter ins Viertelfinalduell.

Mein Tipp: klare Angelegenheit für Regensburg.

Solingen Alligators – Heidenheim Heideköpfe
Auf dem Papier ist das die interessanteste Paarung der ersten Playoffrunde, immerhin treffen die Deutschen Meister der beiden vergangenen Jahre aufeinander und nach meiner Einschätzung dürfte dieses Duell auch das spannendste werden. Anders als in den vergangenen Jahren lieferte sich Solingen dieses Mal kein enges Rennen mit den Capitals um Platz eins der Nordliga sondern schien relativ früh in der Saison auf den zweiten Platz geeicht und selbst der geriet gegen Ende der Saison leicht ins Wackeln. Dennoch sind die Alligators ein solides Team, das mit gutem Pitching und den Offensivwaffen Daniel Sánchez Reyes und Dominik Wulf jeden schlagen kann.

Den Heideköpfen geht es ähnlich wie den Alligators: Auch sie spielten in den letzten Jahren immer bis zum Schluss um die Meisterschaft in ihrer Liga, waren dieses Mal aber den bärenstarken Mainzern einfach nicht gewachsen und landeten hinter Regensburg auf Rang drei, was auch ihrem Abschneiden in den meisten Offensiv- und Defensivstatistiken entspricht. Mit Wes Roemer haben auch die Heideköpfe einen starken amerikanischen Pitcher, ansonsten liegen ihre Stärken in der Offensive: In der gesamten Südliga gibt es neun Batter mit einer OPS über 1.000, mit Terrell Charles Joyce, James McOwen, Shawn Larry und Simon Gühring kommen vier davon aus Heidenheim.

Mein Tipp: knapper Erfolg für Heidenheim.

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Juli 2nd, 2016 by Dominik

Nun ist Baseblog.de schon gut drei Wochen alt und ich habe noch kein Wort über die Baseball-Bundesliga geschrieben – eigentlich ein Skandal, vor allem weil ich regelmäßig in Mainz auf der Tribüne sitze und genieße, wie die A’s dieses Jahr die Liga rocken. Da sollte doch wenigstens ein kleiner Überblick über den Stand der Dinge in den beiden Ligateilen mal drin sein, oder? Also los:

Bundesliga Süd

Im Süden hat man sich in den letzten Jahren an eine Dreiteilung der Liga gewöhnt: Die Regensburg Legionäre und die Heidenheim Heideköpfe machen üblicherweise die ersten beiden Plätze unter sich aus, die Tübingen Hawks und die Bad Homburg Hornets die letzten beiden und der interessanteste Teil ist das Mittelfeld aus vier Teams, die oft bis zum letzten Spieltag darum kämpfen, wer in die Playoffs darf und wer in die Playdowns muss. Dieses Jahr ist es weitgehend genauso mit der einen Ausnahme, dass die Mainz Athletics (16-4) ganz oben mitspielen und aus dem Zweikampf um die Spitze einen Dreikampf machen, in dem sie zurzeit sogar knapp die Nase vorn haben.

Um die Playoff-Teilnahme müssen sich die Mainzer jedenfalls keine Sorgen machen, nicht nur wegen des Vorsprungs von sechs Siegen auf Platz fünf, sondern auch weil sie gegen die Stuttgart Reds (11-9), die Mannheim Tornados (9-9) und die Haar Disciples (10-11) jeweils schon den direkten Vergleich in der Tasche haben. Für den Rest der Saison können die A’s sich nun ganz auf das höhere Ziel, die Süd-Meisterschaft, konzentrieren. Sowohl Regensburg (16-5) als auch Heidenheim (15-7) haben in den Heimspielen gegen die Athletics einen Split abgegeben und müssen in den nächsten Wochen noch nach Mainz.

Die Athletics führen die Statistiken sowohl in der Offensive (7,8 Runs pro Spiel) als auch in der Defensive (2,4 zugelassene Runs pro Spiel) deutlich an, wobei solche Vergleiche in der Bundesliga immer etwas verzerrt sind durch das große Leistungsgefälle und die häufige Anwendung der Mercy-Rules (u. a. Spielende bei 10-Run-Führung nach sieben Innings). Im Pitching sind die Mainzer jedenfalls mit einem Team-ERA von 1.73 und einem zugelassenen Average von .204 unzweifelhaft eine Klasse für sich. Zum Vergleich: Zweiter sind jeweils die Legionäre mit 2.80 ERA und .229 OAVG.

Hinter dem Spitzentrio balgen sich Stuttgart, Mannheim und Haar um nur noch einen verbleibenden Playoffplatz. Die drei treffen in den restlichen Wochen noch in jeder Kombination aufeinander und haben es somit selbst in der Hand, sich von den Konkurrenten abzusetzen. Vom Record her hat Stuttgart die beste Ausgangsposition, die Reds müssen aber noch zu zwei Spielen nach Regensburg, während für Haar nur noch einmal gegen eines der drei Topteams antreten muss (im Nachholspiel gegen Mainz).

Im Tabellenkeller bleibt es wohl ebenfalls spannend bis zum Schluss, denn Tübingen (2-17) und Bad Homburg (1-18) treffen erst am letzten regulären Spieltag aufeinander und sehen sich in aller Regel dann später noch einmal zum Abschluss der Playdowns. In den Statistiken sehen derzeit in allen Bereichen die Hornets besser aus – nur nicht beim Record, nachdem den Tübingen Hawks am Donnerstag eine faustdicke Überraschung gelungen ist, indem sie das Nachholspiel in Stuttgart 6:5 gewannen.

Bundesliga Nord

In der Nordstaffel ist die Spannung nach drei Vierteln der regulären Saison nicht mehr ganz so groß. Theoretisch ist zwar noch fast alles möglich, aber angesichts der klaren Führung der Bonn Capitals (16-2) sind die Meisterschaftschancen der Verfolger Solingen Alligators (11-7), Hamburg Stealers (12-8) und Paderborn Untouchables (10-8) nur noch theoretischer Natur.

Gleichzeitig stehen mit den vier genannten Teams auch die Playoffteilnehmer so gut wie fest, denn zwischen dem Viertplatzierten Paderborn und den Cologne Cardinals (6-12) auf Rang fünf klafft sechs Spiele vor Schluss bereits ein Abstand von vier Siegen. Dahinter stehen noch die Hannover Regents (5-13) und die Dortmund Wanderers (2-12).

Die Capitals dominieren die Nordliga auch statistisch deutlich, in der Südliga wären sie mit 6,9 Runs pro Spiel und einem Team-ERA von 2.33 allerdings nicht ganz vorne. Dieser Vergleich hinkt natürlich gewaltig, solange wir nicht gesehen haben, wie die Topteams der beiden Ligen gegeneinander abschneiden und das wird leider erst in den Playoffs geschehen.

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