Januar 25th, 2018 by Dominik

Wenn schon die aktuellen Stars der MLB keine Schlagzeilen in Form von Free-Agent-Signings oder Trades machen, dann müssen zumindest die von früher dafür sorgen, dass es etwas zu berichten gibt: Gleich vier Spieler werden dieses Jahr nach Wahl durch die Baseball Writers‘ Asscociation of America (BBWA) neu in die Baseball Hall of Fame in Cooperstown aufgenommen. Deutschlands erster MLB-Spieler Donald Lutz wird es dorthin vermutlich nicht schaffen, aber dafür steht er am Anfang einer hoffentlich erfolgreichen Trainerkarriere. Ein paar Roster-Moves in den Big Leagues gab es diese Woche natürlich auch, aber die großen Namen kamen darin erneut nicht vor. Selbst die Gerüchteküche köchelt auf sehr kleiner Flamme – lediglich von Yu Darvish und Lorenzo Cain liest man zurzeit vermehrt, dass ihre Entscheidungen, wo sie unterschreiben werden, kurz bevor stehen sollen.

Jones, Guerrero, Thome und Hoffman sind gewählt
Am 29. Juli 2018 wird die diesjährige Hall-of-Fame-Klasse im Rahmen einer Zeremonie in Cooperstown offiziell in die Ruhmeshalle des Baseballs aufgenommen. Das ist zwar noch gut ein halbes Jahr hin, aber vergangene Nacht wurde bereits bekannt gegeben, welche Spieler die Wahlberechtigten der BBWA für die diesjährige Aufnahme auserkoren haben. Erst zum zweiten Mal seit 1955 gelang es vier Spielern auf einmal, die erforderliche 75%-Mehrheit zu erreichen.

Das beste Ergebnis erzielte gleich im ersten Jahr seiner Wählbarkeit Larry „Chipper“ Jones mit 97,2%. Der Third Baseman hatte seine Karriere 2012 nach 19 Jahren in der MLB beendet. Er brachte es auf 2.726 Hits, 468 Homeruns und einen MVP-Titel in der National League. Als Switch-Hitter brachte er es auf Karriere-Averages von über .300 von beiden Seiten der Homeplate. Jones spielte nie für ein anderes Team als die Atlanta Braves, mit denen er 1995 die World Series gewann.

Vladimir Guerrero erhielt 92,9% der Stimmen und wird damit der dritte Spieler – und gleichzeitig der erste Batter – aus der Dominikanischen Republik sein, der Aufnahme in die Hall of Fame findet. Der Rightfielder und DH blickt zurück auf 16 Jahre in der MLB, die meisten davon mit den Montreal Expos und den Anaheim bzw. Los Angeles Angels. Mit einer Karriere-Slashline von .318/.379/.553 und 449 Homeruns ist der AL-MVP von 2009 ein würdiger Hall of Famer.

Das gleiche lässt sich über Jim Thome sagen, der mit 89,8% genau wie Jones gleich im erstmöglichen Jahr in die Hall of Fame gewählt wurde. Thome absolvierte bei sechs verschiedenen Teams 22 MLB-Jahre, gut die Hälfte davon für die Cleveland Indians. Da er als 1B und 3B ein eher unterdurchschnittlicher Fielder war, spielte der Power-Hitter vor allem in der zweiten Hälfte seiner Karriere oft als DH. Mit 612 Homeruns belegt er Platz acht in der ewigen Rangliste, was für sich allein schon Rechtfertigung genug für die Aufnahme in die Hall ist; er hat aber auch die siebtmeisten Walks (1.747) aller Zeiten und dadurch eine Karriere-On-Base-Percentage von über .400 erzielt.

Trevor Hoffman war 2017 noch der große Pechvogel, als ihm mit 74% nur 20 Stimmen zur Wahl im ersten Jahr fehlten. Dieses Jahr kam er auf 79,9% und somit klar über die Schwelle. Hoffman brachte es in 18 Jahren – mehr als 15 davon für die San Diego Padres – auf 601 Saves, einen nur von Mariano Rivera übertroffenen Wert. Er wird der fünfte Reliever in der Hall of Fame sein. Der sechste wird dann übrigens mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Rivera, der nächstes Jahr zum ersten Mal auf dem Stimmzettel stehen wird.

Neben Rivera dürfte Edgar Martinez als ein sicherer Tipp für die Wahl 2019 gelten. Er ist dann, nachdem er dieses Mal mit 70,4% erneut nicht den Sprung schaffte, zum zehnten und letzten Mal wählbar. In aller Regel sind die Stimmberechtigten im letzten Jahr der Wählbarkeit eines Spielers, der mehrfach nah dran war, großzügig.

Vierzehn ehemalige MLB-Spieler landeten im ersten Jahr ihrer Wählbarkeit unter der Schwelle von 5%, die ihnen eine zweite Chance im nächsten Jahr ermöglicht hätte. Der prominenteste davon ist Johan Santana. Santana pitchte nicht nur den einzigen No-Hitter in der Geschichte der New York Mets, er war mit einem ERA+ von 136 auch sonst ein sehr erfolgreicher Pitcher. Für die Kernzeit seiner Karriere von 2002 bis 2010 hatte er unter allen Startern, die in dieser Zeit mindestens 500 Innings pitchten, mit 2.89 den niedrigsten ERA. Es ist somit nicht übertrieben zu sagen, dass er der beste Pitcher seiner Generation war. Leider verkürzten Verletzungen seine Zeit in der MLB und trugen dazu bei, dass Santana auch heute nicht die Anerkennung zuteil wird, die er verdient hätte.

Giants verpflichten Austin Jackson
Die San Francisco Giants sind eines von vielleicht vier, fünf MLB-Teams, die an der Ereignisarmut dieser Offseason keine Mitschuld tragen. Eine Woche nach dem Trade für Andrew McCutchen haben die Giants nun in Austin Jackson einen weiteren Outfielder verpflichtet. Der 31-Jährige war zuletzt für die Cleveland Indians aktiv und füllte dort die Rolle eines Reserve- und Ergänzungsspielers aus, der besonders gegen linkshändiges Pitching gute Ergebnisse erzielte. Er wird in San Francisco wohl eine ähnliche Rolle spielen. Wenn die Giants nicht noch einen Centerfielder für jeden Tag verpflichten – jemanden wie Lorenzo Cain zum Beispiel –, dann dürfte ein Platoon aus Steve Duggar gegen Rechts- und Jackson gegen Linkshänder ein realistisches Szenario sein. Jackson erhält sechs Millionen Dollar für einen Zweijahresvertrag.

Randal Grichuk zu den Blue Jays 
Auch die Toronto Blue Jays arbeiten an ihrem Outfield. Letzte Woche verpflichteten sie schon den Veteranen Curtis Granderson, nun kommt nach einem Trade mit den St. Louis Cardinals noch Randal Grichuk hinzu. Der 26-Jährige war bei den Cardinals entbehrlich geworden, nachdem diese früher in der Offseason Marcell Ozuna von den Miami Marlins an Land gezogen hatten. Grichuk ist ein guter Defender, der alle drei Outfield-Positionen beherrscht, sowie ein Power-Hitter. Offensichtliche Probleme hat er bei der Plate-Disziplin: In jeder seiner bisher drei MLB-Saisons endeten rund 30% seiner At-Bats mit einem Strikeout und nur rund 6% mit einem Walk. Für Grichuk wurden Reliever Dominic Leone und Pitching-Prospect Conner Greene nach St. Louis geschickt.

Vier Reliever für die Diamondbacks
Die Arizona Diamondbacks versuchen offenbar, ihren Bullpen möglichst kostengünstig aufzurüsten: In den letzten Tagen statteten sie in Antonio Bastardo, Fernando Salas, Kris Medlen und Michael Blazek gleich vier MLB-erfahrene Reliever mit Minor-League-Verträgen aus. Wenn einer oder zwei davon es schaffen, ihre Karriere mit soliden Leistungen wiederzubeleben, dann haben die Diamondbacks ein gutes Geschäft gemacht.

Neuer Job für Donald Lutz
Der ganz große Durchbruch ist ihm als Spieler leider nie gelungen, dennoch hat Donald Lutz einen festen Platz in der Baseball-Geschichte als erster Deutscher, der es bis in die MLB schaffte. Zurzeit spielt der 28-Jährige sehr erfolgreich mit den Brisbane Bandits um die australische Meisterschaft, doch im Anschluss geht es zurück nach Amerika: Lutz steigt als Bench Coach bei den Arizona League Reds, einem Rookie-Farmteam der Cincinnati Reds, ein. Lutz war als Spieler von 2007 bis 2016 für die Reds aktiv gewesen und hatte für sie 2013 und 2014 insgesamt 62 MLB-Einsätze. Ich drücke ihm die Daumen, dass er auch als Coach Baseball-Geschichte schreibt.

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Juni 15th, 2017 by Dominik

Im Mittelpunkt des Geschehens der MLB stand in den letzten drei Tagen die Draft, die mit einem überraschenden Pick der Minnesota Twins begann (siehe „Szene der Woche“). Gleichzeitig lief auch der normale Spielbetrieb. Am Tabellenbild der Divisionen hat sich gegenüber letzter Woche wenig geändert, abgesehen davon dass im hochkarätigen Dreikampf der NL West zur Abwechslung mal die Dodgers knapp die Nase vorn haben. Interessant ist der Blick auf die Wild-Card-Stände der beiden Ligen: In der AL würden momentan beide Wild Cards an die AL East gehen, doch im Rennen sind ausnahmslos noch alle Teams, selbst die Oakland Athletics mit dem höchsten Rückstand von 6.5 Spielen. In der NL hingegen scheint die Sache relativ früh in der Saison so gut wie entschieden. Auch hier würden die Plätze zurzeit beide an eine Division – die NL West – gehen und das mit sehr deutlichem Abstand: Mit 8.0 Spielen sind die Chicago Cubs als erster Verfolger in der NL schon weiter weg von den Wild Cards als die Athletics als letzter Verfolger in der AL, die meisten NL-Teams weisen bereits einen zweistelligen Rückstand auf.

National League
In der National League East knüpfen die Washington Nationals (39-26) nahtlos an ihre bisherige Saison an: Mit starkem Starting Pitching und hervorragender Offensive halten Sie sich unangefochten in der Division, während ihr mieser Bullpen dafür sorgt, dass die Spiele spannend bleiben und wenigstens ab und zu auch mal verloren werden. Mit gehörigem Abstand folgt der Rest der NL East, zurzeit angeführt von den New York Mets (30-34), die in den letzten Tagen ordentlich Kapital aus der Rückkehr der lange verletzten Steven Matz, Seth Lugo und Yoenis Cespedes geschlagen haben. Mit Neil Walker und Asdrubal Cabrera gibt es aber schon wieder zwei neue Verletzte und auch Matt Harveys Arm soll noch einmal untersucht werden, nachdem er letzte Nacht bei einem schwachen Start in Chicago über ein unangenehmes Gefühl in selbigem klagte. Das bedauernswerteste Team der Liga sind unterdessen die Philadelphia Phillies (21-43), die mit Abstand die schlechteste Bilanz der MLB aufweisen und zuletzt acht Niederlagen in Folge erlitten haben.

Die Milwaukee Brewers (35-32) halten in der NL Central nach wie vor die Chicago Cubs (32-33) auf Distanz. Die Cubs kommen einfach nicht in Tritt, haben diese Woche sowohl die Heimserie gegen die Colorado Rockies als auch die Auswärtsserie bei den New York Mets verloren. Sie können von Glück sagen, dass sie in einer der zurzeit schwächsten Divisionen der MLB spielen, ansonsten wäre der Zug in Richtung Playoffs wohl schon so gut wie abgefahren. So aber befinden sich die Cubs nach wie vor in Lauerstellung und benötigen – ebenso wie die St. Louis Cardinals (30-34) und vielleicht sogar die Pittsburgh Pirates (30-36) – nur ein paar starke Spiele, um wieder voll im Rennen zu sein. Genauso schnell kann man aber auch nach unten durchgereicht werden, wie die Cincinnati Reds (29-36) gerade mit sechs Niederlagen am Stück am eigenen Leib erfahren haben.

In der MLB gibt es zurzeit vier Teams mit über 40 Saisonsiegen – drei davon spielen in der NL West. Das sagt eigentlich schon alles über die Stärke dieser Division, die wie eingangs erwähnt wahrscheinlich beide Wild Cards der NL erobern wird. Das heißt natürlich nicht, dass die Mitglieder des Triumvirats – die Los Angeles Dodgers (41-25), die Colorado Rockies (42-26) und die Arizona Diamondbacks (41-26) – sich auf dieser Position ausruhen können, denn nur der Erstplatzierte zieht direkt in die „richtigen“ Playoffs ein, während zwischen den Wild-Card-Teams ein einzelnes Spiel über Ausscheiden oder Weiterkommen entscheidet. Erinnert sich eigentlich noch jemand daran, dass der letzte Sieger im NL-Wild-Card-Spiel die San Francisco Giants (26-41) waren? Das scheint Ewigkeiten her, wenn man zurzeit das (von Madison Bumgarners Verletzung abgesehen) kaum veränderte, aber komplett implodierte Team sieht, das nach sieben Niederlagen in den letzten zehn Spielen sogar wieder hinter die San Diego Padres (27-40) gerutscht ist.

American League
In der American League East geben die New York Yankees (38-25) den Ton an. Ich bin immer wieder überrascht, wenn ich mir die Statistiken ansehen und feststelle, dass die Yankees nicht nur von ihrer spektakulären Offense um Rookie Aaron Judge leben, sondern auch im Pitching Top-Werte aufweisen. Zumindest die Starter fliegen für mich immer ein bisschen unter dem Radar, weisen aber immerhin die sechstwenigsten erlaubten Runs (3.93 ERA) der MLB auf. Das Run Differential der Yankees (+114) führt die Liga an mit 12 Runs Vorsprung auf die Houston Astros. Nach fünf Siegen aus den letzten sechs Spielen halten die Boston Red Sox (37-28) den Kontakt zur Spitze, welchen die Baltimore Orioles (32-32) nach einer Serie von sechs Niederlagen derzeit verloren haben. Dazwischen haben sich heimlich, still und leise die Tampa Bay Rays (35-33) geschoben, die momentan den zweiten Wild-Card-Platz der AL einnehmen.

Die AL Central sieht der NL Central sehr ähnlich: Auch hier sind die Teams relativ eng beisammen und auch hier liegt mit den Minnesota Twins (33-29) ein Überraschungsteam vor dem letztjährigen World-Series-Teilnehmer Cleveland Indians (31-31). Und – auch das ist eine Parallele zur NL Central – die Formkurve fast aller Teams der Division weist eher nach unten. Einzig die Kansas City Royals (30-34) weisen aus den letzten zehn Spielen eine positive Bilanz auf, sie befinden sich auf einer Serie von zurzeit vier Siegen in Folge. Allerdings hatten sie auch das Glück, dass ihre Gegner dabei die San Diego Padres und die San Francisco Giants waren.

Kommen wir zu guter Letzt zum immer noch erfolgreichsten Team der Saison, den Houston Astros (45-22). Seit dem Ende ihrer Serie von elf Siegen haben die Astros nur drei von neun Spielen gewonnen, aber ihr Vorsprung in der AL West ist mehr als komfortabel genug, um solch eine Phase zu überstehen, ohne sich allzu große Sorgen zu machen. Was allerdings durchaus Sorgen verursacht, sind die zunehmenden Verletzungen: Mit Dallas Keuchel, Charlie Morton und nun Lance McCullers sind schon drei Starter auf der DL und Outfielder Josh Reddick erholt sich noch von der Gehirnerschütterung, die er beim Crash in die Mauer während eines Fangversuchs erlitten hat. Ernstzunehmende Verfolger haben die Astros nach wie vor nicht, am nächsten dran sind die Los Angeles Angels (35-34) mit elf Spielen Rückstand, alle anderen Teams der Division stehen unter .500.

Szene der Woche
Der wichtigste Moment der MLB-Woche war der erste Pick der Draft in der Nacht von Montag auf Dienstag. Entgegen der deutlichen Mehrzahl aller Spekulationen entschieden sich die Minnesota Twins weder für den hochgelobten Highschool-Pitcher Hunter Greene noch für einen der Collegespieler, denen man einen schnelleren Übergang in die MLB zutraute. Stattdessen wählten sie einen anderen direkt aus der Highschool kommenden Spieler, Shortstop Royce Lewis. Lewis war zwar ebenfalls als hoher Pick prognostiziert, doch dass er vor Greene gewählt würde, hatte kaum jemand vorhergesagt. Greene ging an Nummer zwei zu den Cincinnati Reds, der andere Favorit auf den Top-Pick, Louisvilles Brandon McKay, wurde erst als Vierter von den Tampa Bay Rays gepickt. Offenbar spielten bei den Picks auch finanzielle Erwägungen eine Rolle: Die Teams dürfen für die gedrafteten Spieler bestimmte nach Draftposition gestaffelte Höchstsummen ausgeben. Den Twins wird nachgesagt, dass ihnen kein Spieler die volle Höhe von 7.770.700 Dollar wert war. Deshalb entschieden sie sich für einen, der Ihnen vorab signalisierte, sich mit weniger zufrieden zu geben.

Statistik der Woche 
28. So viele Hits erzielten die Minnesota Twins Dienstagnacht beim 20:7 gegen die Seattle Mariners. Das war ein Franchise-Rekord und gleichzeitig MLB-weit das Spiel mit den meisten Hits eines Teams seit 2007. Den größten Beitrag zum offensiven Feuerwerk leisteten Eddie Rosario mit vier Hits, davon drei Homeruns, und Eduardo Escobar mit fünf Hits. Auch unser Lokalmatador Max Kepler hatte ordentlichen Anteil am Erfolg mit drei Hits, darunter ein Solo-Homerun, und einem Walk.

Spiel der Woche
Zwischen den Detroit Tigers und den Arizona Diamondbacks sah es Dienstagnacht nach einer klaren Angelegenheit aus: Die Diamondbacks beendeten den Tag von Tigers-Starter Buck Farmer nach nur zweieindrittel Innings mit neun Hits und sechs Runs, darunter Homeruns von Brandon Drury und Paul Goldschmidt. Auf der anderen Seite cruiste Zack Greinke durch fünf Innings mit nur zwei Hits und einem Walk. Doch im sechsten Inning bekamen Greinke und seine Defense plötzlich Probleme und kassierten sechs Runs zum Ausgleich – fünf davon „unearned“, weil ein schlechter Wurf von Drury und ein misslungener Catch von David Peralta dazu beitrugen, dass die Tigers in diesem Inning elf Runner an die Platte schicken und sechs Hits erzielen konnten. Ausgerechnet Peralta, der in der Outfield-Defense mehrere schwache Szenen hatte, sorgte schließlich doch noch für ein Happy End aus Sicht der Diamondbacks, indem er per Solo-Homer im neunten Inning das letztlich entscheidende 7:6 für Arizona erzielte.

Spiel der kommenden Woche
Die momentan größte Attraktion der Liga ist der Dreikampf um die NL West. Deshalb ist mein Einschalttipp für nächste Woche die Serie der Arizona Diamondbacks bei den Colorado Rockies. Konkret empfehle ich die Partie Mittwochnacht um 2:40 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Auf dem Mound stehen dann voraussichtlich zwei Pitcher, die zurzeit in hervorragender Form sind: für Arizona Taijuan Walker (ERA 3.32, in den letzten drei Spielen 2.12) und für Colorado Jeff Hoffman (ERA 2.33, in den letzten drei Spielen 1.33).

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Januar 14th, 2017 by Dominik

Am kommenden Mittwoch, dem 18. Januar, wird die Baseball Writers Association of America (BBWA) bekannt geben, welche ehemaligen Spieler dieses Jahr in die Baseball Hall of Fame in Cooperstown aufgenommen werden.

Wahlberechtigt sind die Mitglieder der BBWA, sofern sie dieser seit mindestens zehn Jahren angehören und in dieser Zeit durchgehend an der Berichterstattung über die MLB beteiligt gewesen sind. Jeder Wähler darf für bis zu zehn Spieler stimmen. Gewählt werden können Spieler, die zehn oder mehr Jahre in der MLB aktiv waren und seit mindestens fünf Jahren ihre Karriere beendet haben. Wer in einem Jahr auf 75% oder mehr der Stimmzettel landet, wird in die Hall of Fame aufgenommen. Wer in einem Jahr weniger als 5% der Stimmen erhält oder in zehn Versuchen nie die 75% erreicht, scheidet aus; alle anderen haben im nächsten Jahr erneut die Chance, gewählt zu werden.

Nach diesem Verfahren sind üblicherweise 25 bis 40 Spieler wählbar. In diesem Jahr sind es 34, die man hier aufgelistet findet. 19 davon sind zum ersten Mal im Pool, 14 zum zweiten bis zehnten Mal und einer – Lee Smith – sogar zum fünfzehnten Mal. Smith ist der letzte Spieler, der noch unter die alte Regel fällt, nach der man fünfzehn statt zehn Versuche hatte, die nötigen Stimmen zu bekommen.

Wer schafft es auf Anhieb? 
Anders als im letzten Jahr, als Ken Griffey Jr. mit dem Rekordergebnis von 99,32% beim ersten Versuch in die Hall gewählt wurde, gibt es dieses Mal keinen Spieler auf der Liste, dessen Wahl als sicher gilt. Berechtigte Hoffnungen dürfen sich Manny Ramirez, Vladimir Guerrero, Ivan Rodriguez und Jorge Posada machen.

Ramirez war einer der großen Hitter seiner Zeit (.312/.411/.585), ließ sich allerdings zweimal mit leistungssteigernden Drogen erwischen, was seine Chancen auf einen sofortigen Einzug in die Hall deutlich schmälern dürfte. Auch gegen „Pudge“ Rodriguez gab es Dopingvorwürfe, allerdings keinerlei Beweise und aus unbestätigten Gerüchten sollte man einem der offensiv wie defensiv besten Catcher aller Zeiten (mit unter anderem den meisten Spielen, den meisten Hits und den meisten Extra-Base-Hits sowie 13 Gold Gloves als Catcher) keinen Strick drehen. Er ist meinen Augen der aussichtsreichste Kandidat, im ersten Jahr gewählt zu werden. Guerrero könnte es ebenfalls schaffen. Er war ein großartiger Hitter, bekannt für seine Fähigkeit, auch nach schlechten Pitches zu schlagen und Basehits daraus zu produzieren. Als Fielder beging er einerseits viele Errors, hatte aber andererseits einen sehr starken rechten Arm. Ich bin sicher, Guerrero wird in die Hall of Fame kommen, vielleicht im ersten, spätestens aber im zweiten Jahr. Posada schließlich hat in 17 Jahren mit den Yankees vier World Series gewonnen und es mit einer Karriere-Slashline von .273/.374/.474 auf gute Zahlen gebracht; für so überragend, dass er zwangsläufig in die Hall of Fame gewählt wird, halte ich ihn aber nicht.

Wer kommt noch rein?
Hinter der aus Griffey Jr. und Mike Piazza bestehenden Hall-of-Fame-Klasse von 2016 verpassten Jeff Bagwell (71,6%), Tim Raines (69,8%) und Trevor Hoffman (67,3%) letztes Jahr nur knapp die Aufnahmeschwelle. Alle drei können guter Hoffnung sein, dass es dieses Mal klappt – in aller Regel wird man mit solchen Zustimmungswerten im Folgejahr gewählt.

Hinter den drei Genannten landete 2016 mit Curt Schilling (52,3%), Roger Clemens (45,2%) und Barry Bonds (44,3%) ein Trio großer Namen, deren Chancen auf eine der begehrten Plaketten in Cooperstown nur mittelmäßig sind. Vor allem Clemens und Bonds spalten die Gemüter – beide gehören unzweifelhaft zu den besten MLB-Spielern aller Zeiten, beide sind aber auch bekannte Dopingsünder. In welchem Ausmaß sind die Karriereleistungen der Beiden auf verbotene Substanzen zurückzuführen? Und welche Rolle soll bei der Wahl die charakterliche Einwandfreiheit der Kandidaten spielen? Vor diesen Fragen stehen die BBWA-Mitglieder in Bezug auf Bonds und Clemens nun zum fünften Mal. Der Ausgang ist offen, wenngleich sich die Anzeichen mehren, dass der Widerstand gegen ihre Aufnahme bröckelt und sie dieses Mal wohl zumindest näher an die 75% herankommen als in den Jahren davor. Wenn es nach mir ginge: Ich würde sie in die Hall of Fame aufnehmen, das Dopingthema aber nicht verschämt unter den Tisch kehren, sondern durch entsprechende Darstellung im Museum eine offensive Auseinandersetzung damit befördern.

Um eine konkrete Prognose zu wagen: Ich tippe, dass die diesjährige Hall-of-Fame-Klasse aus Rodriguez, Guerrero, Bagwell, Raines und Hoffman bestehen wird. Bonds und Clemens bleiben dieses Mal noch draußen, sind aber nächstes Jahr dabei.

Neben dem „normalen“ Verfahren der Wahl durch die BBWA gibt es übrigens noch einen zweiten Weg in die Hall of Fame des Baseballs: Die sogenannten Eras Committees (früher bekannt als Veterans Committee) sind vier vom Direktorat der Hall of Fame eingesetzte Expertengruppen, die sich auf verschiedene historische Zeiträume des Baseballsports spezialisiert haben. Die Era Committees tagen im jährlichen Wechsel und entscheiden gemeinsam (ebenfalls mit Dreiviertelmehrheiten) über die Aufnahme von Trainern, Schiedsrichtern und Funktionären sowie von durch die BBWA nicht mehr wählbaren Spielern in die Hall of Fame. Für die Aufnahme in diesem Jahr haben die Committees bereits während der Winter Meetings im Dezember die beiden Funktionäre John Schuerholz (Präsident der Atlanta Braves) und Bud Selig (ehemaliger Commissioner der MLB) gewählt.

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