Mai 11th, 2017 by Dominik

Beim 18-Inning-Thriller zwischen den Yankees und den Cubs am Montagmorgen kam bei mir zum ersten Mal in diesem Jahr  so etwas wie Playoff-Feeling auf. Das hat Spaß gemacht, aber trotzdem bin ich froh, dass die MLB-Saison noch sehr lange dauert und noch sehr viel passieren kann und wird. Was in den vergangenen sieben Tagen alles passiert ist, verrät der heutige Grand Slam am Donnerstag:

American League
Die New York Yankees (21-10) und die Baltimore Orioles (23-11) marschieren an der Spitze der American League East nahezu im Gleichschritt: Beide haben sieben der letzten zehn Spiele gewonnen, beiden ist diese Woche eine Serie von sechs Siegen in Folge gelungen und für beide endeten diese Serien gestern Abend. Allerdings machen die Yankees deutlich stärker den Eindruck, sich dort oben auf Dauer halten zu können, als die Orioles: Sie scoren mehr Runs, sie lassen weniger Runs zu, vor allem sind sie weniger abhängig von 1-Run-Games. Die Orioles haben acht ihrer Siege mit nur einem Run Unterschied eingefahren, was in der Regel mit Glück und einem guten Bullpen zu tun hat. Nur ist Glück nicht planbar und Baltimores Bullpen hat gerade einen herben Schlag durch die erneute Verletzung von Zach Britton erlitten. Knapp positiv, aber immerhin schon fünf Spiele hinter den beiden Führenden, stehen die Boston Red Sox (17-16), die immer noch nach ihrem Rhythmus suchen. Vielleicht hilft die anstehende Heimserie gegen die Tampa Bay Rays (17-19) den Red Sox, sich ein bisschen aus dem Mittelmaß zu befreien.

Die AL Central ist nach wie vor eng beisammen. Zwischen den Cleveland Indians (18-15) an der Spitze und den Chicago White Sox (15-16) auf Platz vier liegen gerade mal zwei Spiele. Von Freitag bis Sonntag steht eine Serie zwischen den Indians und den derzeit zweitplatzierten Minnesota Twins (16-14). Da sollte man mal reinschauen – zum einen weil es interessant ist, wie sich der erklärte Favorit Cleveland gegen den überraschend guten Underdog Minnesota schlägt, zum anderen um mal wieder unseren deutschen Lokalmatador Max Kepler in Aktion zu sehen, der bei den Twins in diesem Jahr unumstrittener Stammspieler ist. Sein Bat ist im bisherigen Mai (.136/.269/.136) gegenüber dem April (.280/.368/.467) leider deutlich abgekühlt, aber vielleicht geht es ja schon in der Serie gegen die Indians wieder aufwärts.

Unter die AL West möchte man gedanklich schon fast einen Haken machen, so deutlich liegen die Houston Astros (23-11) vorne. Der Abstand zum Zweiten beträgt schon sechs Spiele, das ist mehr als zwischen dem Ersten und dem Letzten in der NL Central. Interessant ist allerdings, wer neuerdings auf Platz zwei steht, denn mit sechs Siegen aus den letzten sieben Spielen haben sich die Seattle Mariners (17-17) nach ihrem enttäuschenden Start zu einer ausgeglichenen Bilanz und vorbei an den Los Angeles Angels (17-19) gearbeitet. Auch die Texas Rangers (15-20) haben mit vier Siegen eine ordentliche Woche hinter sich und damit immerhin verhindert, am Tabellenende völlig abgeschlagen zu sein.

National League
Ähnlich wie in der AL West herrschen auch in der National League East klare Verhältnisse und ich habe nicht den Eindruck, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern dürfte. An den Washington Nationals (22-12) und ihren als einziges MLB-Team über 200 erzielten Runs (209) scheint dieses Jahr kein Weg vorbei zu führen. Die New York Mets (16-17) sind in meinen Augen das einzige Team der Division, das grundsätzlich mit den Nationals mithalten könnte, doch eine Kombination aus Verletzungen, schlechtem Feldmanagement und fortwährender Selbstbeschäftigung (siehe „Szene der Woche) hält sie davon ab. Mit den Philadelphia Phillies (13-19), den Miami Marlins (13-20) und den Atlanta Braves (11-20) hat die AL West gleich drei Teams, die derzeit nicht konkurrenzfähig sind – im Gleichschritt haben alle drei jeweils acht der letzten zehn Spiele verloren.

Umso spannender präsentiert sich dieser Tage die NL Central. Wer mit einem glatten Durchmarsch der Chicago Cubs (17-17) gerechnet hatte, sieht sich getäuscht. Stattdessen ist der Titelverteidiger nach dem Sweep durch die Yankees und einer verlorenen Serie gegen die Rockies auf Platz vier der sehr eng beisammen stehenden Division abgerutscht. Vorne stehen plötzlich die St. Louis Cardinals (19-14), die die vergangene Woche zu einer Serie von sechs Siegen genutzt haben. Das war zwar nur gegen die Braves und die Marlins, aber nun stehen drei Spiele gegen die Cubs an, in denen die Cardinals zeigen können, ob sie zurecht Platz eins besetzen. Mehr als solide halten sich auch die Cincinnati Reds (18-15) und die Milwaukee Brewers (18-16), während die Pittsburgh Pirates (14-20) als einziges Team der Division eine Negativbilanz aufweisen und sich nach bislang vier Niederlagen in Folge für die nächste Zeit im Keller der Tabelle eingerichtet haben.

Noch tiefer im Keller sitzen in der NL West die San Francisco Giants (12-23), bei denen dieses Jahr einfach gar nichts zusammen läuft – die zweitwenigsten Runs (115) und die meisten kassierten Runs (183) der MLB machen wenig Hoffnung, dass diese Saison noch zu retten wäre. Mit den San Diego Padres (13-22) haben die Giants in ihrem Keller immerhin einen Nachbarn in ähnlich aussichtsloser Lage. Zwischen diesen beiden und dem Führungstrio Colorado Rockies (22-13), Los Angeles Dodgers (20-14) und Arizona Diamondbacks (19-16) klafft bereits eine Lücke von sechs Siegen. Die Dodgers haben diese Woche fünf Spiele absolviert und fünf Siege eingefahren und mischen nun auf Augenhöhe mit den beiden anderen mit. Da passt es geradezu perfekt, dass nun eine Vier-Spiele-Serie zwischen den Dodgers und den Rockies ansteht (siehe „Spiel der kommenden Woche“). Diese werden die Dodgers allerdings – ebenso wie den Rest der Saison – ohne Outfielder Andrew Toles bestreiten müssen, der sich im vorgestrigen Spiel gegen die Pirates das Kreuzband gerissen hat.

Szene der Woche
Die bisherige Saison der New York Mets ist sportlich eher mittelmäßig, vom Drumherum aber ist es eine erstklassige Seifenoper. Bisherige Highlights: ein Closer, der sich gegen häusliche Gewalt engagiert und dann 15 Spiele gesperrt wird, nachdem er im Streit mit seiner Frau eine Tür zerstört hat (Jeurys Familia); ein Starting Pitcher, der eine ärztliche Untersuchung ablehnt, weil er „seinen Körper am besten kennt“ und sich im nächsten Spiel den Muskel reißt (Noah Syndergaard); ein anderer Starter, der nicht zum Spiel erscheint, nachdem er bis 4 Uhr morgens seinen Frust darüber ertränkt hat, dass seine Ex mit ihrem Ex ausgegangen ist (Matt Harvey). Und jetzt meine Szene der Woche: Die Mets veröffentlichen auf Twitter ein Foto von T. J. Rivera, der seinen ersten MLB-Homerun geschlagen hat – und übersehen, dass im Hintergrund im Schrank von Kevin Plawecki ein großer schwarzer Dildo zu sehen ist. Ich fürchte, wenn für mich als Metsfan von dieser Saison etwas hängen bleibt, dann vor allem das Gefühl des Fremdschämens.

Statistik der Woche 
4,62 Fuß. Das sind 1,41 Meter und somit eine ziemliche Höhe für einen Pitch, wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Strike Zone ihre obere Grenze auf ca. 3,5 Fuß (1,07 Meter) hat. Orioles-Slugger Mark Trumbo hat am Montag beim 6:4-Sieg seines Teams gegen die Nationals das Kunststück fertig gebracht, solch einen Pitch von Gio Gonzalez zum Homerun zu schlagen. Es war der höchste Homerun-Pitch seit Beginn der Messungen, also seit mindestens 2008.

Spiel der Woche
Das Matchup der New York Yankees gegen die Chicago Cubs versprach schon vorher ein interessantes zu werden, aber das dritte Spiel der Serie am Sonntag übertraf alle Erwartungen. Bis zur Mitte des neunten Innings sah es nach einem relativ klaren Sieg der Yankees aus mit einer 4:1-Führung und Top-Closer Aroldis Chapman auf dem Weg zum Mound. Doch Chapman vergab die Save-Situation, nach zwei Walks und drei Singles ließ er durch einen Hit-by-Pitch bei geladenen Bases den Ausgleich zu. So ging das Spiel in die Verlängerung, welche nach den neun regulären Innings volle neun weitere Innings andauerte und deren Highlight ein Wahnsinnscatch von Kyle Schwarber im zwölften Inning war. Die Entscheidung im 18. Inning brachte ein mit äußerster Mühe – Bunt, Error, Sacrifice, Fielders Choice – zusammengeschusterter Run der Yankees durch Aaron Hicks. Was aber vor allem in Erinnerung bleiben wird, ist der neue MLB-Rekord für die meisten Strikeouts in einem Spiel: Mit 48 wurde die alte Marke von 43 (aus einem 20-Inning-Spiel der Angels gegen die Athletics von 1971) deutlich übertroffen.

Spiel der kommenden Woche
Die Colorado Rockies und die Los Angeles Dodgers haben ab heute vier Tage lang Gelegenheit, unter sich auszumachen, wer Herr im Hause NL West ist. Das vierte Spiel der Serie läuft am Sonntag nicht nur zur europafreundlichen Zeit von 21:10 Uhr, es ist obendrein sogar das Free Game of the Day auf mlb.tv. Das Pitching-Matchup dieses Spiels besteht aus zwei Top-Talenten: Für die Dodgers wird Julio Urias (1.06 ERA) starten, der vorgestern gegen die Pirates einen No-Hitter bis ins siebte Inning laufen hatte. Sein Gegenüber ist Antonio Senzatela (2.86 ERA), der NL-Rookie des Monats April.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

April 18th, 2017 by Dominik

Man stelle sich vor, in Deutschland träte ein Sportverein auf den Plan, der sich beispielsweise „Castrop-Rauxel Zigeuner“ nennt und als Logo die vor rassistischen Stereotypen strotzende Karikatur eines Angehörigen des „fahrenden Volkes“ trägt. Der Aufschrei wäre groß, außer vielleicht wenn es ein von Sinti und Roma gegründeter Club wäre, dessen Bezeichnung einen selbstironischen Hintergrund hat. Das Beispiel klingt an den Haaren herbei gezogen, aber das ist es nicht, denn die Cleveland Indians entsprechen ziemlich genau diesem Muster: Sie tragen einen Namen, dessen Neutralität als Bezeichnung amerikanischer Ureinwohner zumindest fragwürdig ist, und obendrein als Logo die Karikaturfigur „Chief Wahoo“, die man mit ihrer knallroten Haut und der Hakennase relativ eindeutig als offen rassistisch bezeichnen muss.

Der Konflikt um den Namen und das Logo der Indians ist nicht neu, vielmehr schwelt er seit Jahrzehnten und kocht in unregelmäßigen Abständen immer wieder hoch. Dass es nun mal wieder so weit ist und sich dieses Mal tatsächlich etwas ändern könnte, geht auf niemand Geringeren als MLB-Commissioner Rob Manfred zurück. Gegenüber der New York Times ließ Manfred durch einen Sprecher verlauten, er habe gegenüber den Cleveland Indians den Wunsch deutlich gemacht, dass man sich von Chief Wahoo als Logo verabschiedet. Manfred galt schon früher als Gegner des Logos, hatte sich aber noch nie so deutlich öffentlich geäußert wie mit dem jüngsten Statement.

Sehr viel früher und sehr viel deutlicher haben sich schon zahlreiche Andere über Chief Wahoo geäußert: Seit den 1970er Jahren gibt es immer wieder Proteste und Klagen amerikanischer Ureinwohner, die sich durch den Teamnamen und vor allem durch das Logo beleidigt und herabgewürdigt fühlen, und schon seit über 20 Jahren wird jedes Jahr zum Opening Day eine Demonstration (wenngleich oft in überschaubarer Größe) gegen Chief Wahoo abgehalten.

Natürlich gibt es auch Anhänger der Gegenposition, die den Namen und das Logo nicht als Problem sehen sondern als liebgwonnene Tradition, von der man sich nicht trennen will. Das Argument dieser Seite ist, dass die wenig dezenten Anspielungen auf die amerikanischen Ureinwohner positive Assoziationen wecken sollen: Man wolle die Ureinwohner damit ehren, sich ihre Stärke und Standhaftigkeit zum Vorbild nehmen.

Ich glaube den Vertrern dieser Ansicht, zu denen natürlich vor allem der Verein selbst und die große Mehrheit seiner Anhänger gehören, dass sie das ernst meinen. Warum sollten sie ihr Team nach einer Volksgruppe benennen, die sie damit beleidigen wollen? Doch gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut. Chief Wahoo ist und bleibt ein stereotypes Zerrbild von einem amerikanischen Ureinwohner und in erster Linie sollten die Betroffenen selbst entscheiden, ob sie sich von einer Bezeichnung oder einer Darstellung beleidigt fühlen oder nicht. Für eine nicht unerhebliche Anzahl von Angehörigen und Interessenvertretern der betreffenden Volksgruppen ist das offensichtlich der Fall und das halte ich für Grund genug, sich zumindest von dem Logo zu verabschieden. Terry Pluto, einer der Beatwriter in Cleveland, hat es meiner Ansicht nach sehr gut auf den Punkt gebracht mit der Frage „Würdest du dich damit wohl fühlen, eine Chief-Wahoo-Kappe zu tragen, wenn du ein Indianer-Reservat besuchst?“ und seiner eigenen Antwort darauf: „No way.“

Die Politik des Clubs selbst ist übrigens, die Verwendung von Chief Wahoo seit rund zehn Jahren behutsam zurückzufahren, ohne sich offiziell zu einem Abschied von dem Logo zu bekennen. Das Logo wurde über die Jahre hinweg weniger präsent im Ballpark der Indians und auch auf Uniformen und Fanartikeln wurde Chief Wahoo inzwischen zum sekundären Logo heruntergestuft gegenüber einem großen roten „C“. Ein klarer Schnitt sieht freilich anders aus, die Präsenz der Rothaut-Karikatur ist nach wie vor unübersehbar und zwar nicht nur auf der Kleidung von Zuschauern sondern auch auf den meisten Varianten der von den Spielern getragenen Caps.

Ich hoffe sehr, dass man in Cleveland (und anderswo, zum Beispiel beim NFL-Team Washington Redskins) über kurz oder lang zur Vernunft kommt und sich zu klarer Kante gegen Rassismus und offenem Umgang mit dem Thema bekennt statt zu halbherzigen Rechtfertigungen und verschämtem Verschwindenlassen auf Raten. Die Indians haben ein starkes, sympathisches Team und eine große und treue Fanbasis. Von beidem werden sie kein Stück verlieren, wenn sie sich von Chief Wahoo verabschieden.

Posted in MLB Tagged with: , , , ,

März 30th, 2017 by Dominik

Am Sonntag geht es endlich los mit der MLB-Saison 2017. Die Tampa Bay Rays und die New York Yankees machen (warum auch immer) den Anfang um 19:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit, anschließend spielen die Arizona Diamondbacks gegen die San Francisco Giants und die St. Louis Cardinals gegen Titelverteidiger Chicago Cubs. Alle anderen Teams haben ihr Eröffnungsspiel am Montag.

Was ich von der neuen Saison erwarte, habe ich in meinen Previews nach und nach verraten – O. K., der letzte Teil kommt erst morgen früh, aber der aufmerksame Leser hat sich bereits an dreißig Fingern abgezählt, welches Team ich dieses Jahr als World-Series-Sieger tippe.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass auch die Baseball-Bundesliga am Wochenende die Saison eröffnet. Los geht es schon am Freitagabend mit dem Spiel Heidenheim Heideköpfe gegen Haar Disciples. Auch auf die Bundesliga bin ich heiß wie Frittenfett, aber wegen der vielen wechselnden Importspieler und weil ich auch nur die Mainz Athletics wirklich intensiv verfolge, traue ich mir hier keine Prognose zu.

Jetzt aber erstmal das Wichtigste aus den vergangenen sieben Tagen – zum vorerst letzten Mal im Offseason-Format, ab nächster Woche gibt es dann wieder den bewährten Aufbau nach Divisionen mit Spielzug und Statistik der Woche etc.

Will Smith braucht Tommy-John-Surgery
Die San Francisco Giants müssen kurz vor Saisonstart eine Hiobsbotschaft verdauen: Mit RP Will Smith fällt ein wichtiger Teil des Bullpens für dieses Jahr aus, nachdem er sich der berühmt-berüchtigten Tommy-John-Surgery unterziehen muss.

Zwei Neue für die Rays  
Die Tampa Bay Rays haben sich Im Frühlingsschlussverkauf noch zwei neue Spieler geleistet: Peter Bourjos kommt von den Chicago White Sox für Geld oder einen später zu benennenden Spieler und soll die Tiefe im Outfield ergänzen, hauptsächlich als Ersatzmann für Kevin Kiermaier. Catcher Derek Norris, von den Washington Nationals nach der Wieters-Verpflichtung entlassen, wird bei den Rays direkt in die Stammformation einsteigen, jedenfalls bis Wilson Ramos wieder fit ist. Ramos kam im Winter ebenfalls aus Washington, jedoch mit einer bekannten Verletzung, die ihn noch mindestens für die erste Saisonhälfte zum Aussetzen zwingt.

Vertragsverlängerungen für Rougned Odor und Jose Ramirez
Zwei junge Spieler und deren Teams haben sich durch frühzeitige Vertragsabschlüsse Planungs- und Kostensicherheit gesichert: Die Texas Rangers bezahlen dem 23-jährigen 2B Rougned Odor 49,5 Millionen Dollar und zwei Pferde (!) für sechs Jahre und haben die Option auf ein siebtes Jahr. Der 24-jährige Infield-Allrounder Jose Ramirez erhält von den Cleveland Indians 26 Millionen für die nächsten fünf Jahre und auch dieser Vertrag kann über Teamoptionen bis auf sieben Jahre ausgedehnt werden.

Jeurys Familia 15 Spiele gesperrt
Dass Jeurys Familia nach einem Vorfall häuslicher Gewalt eine Sperre erwartet, galt schon seit seiner vorübergehenden Festnahme am 31. Oktober als relativ sicher. Unklar war nur, wie lange genau die New York Mets auf ihren Closer verzichten müssen. Die MLB hat nun bekannt gegeben, dass es 15 Tage sind. Das ist die Hälfte dessen, was Aroldis Chapman letztes Jahr absitzen musste, offenbar weil Familias Fall als weniger schlimm eingestuft wurde und weil er bei der Aufklärung umfassend kooperierte. Nach übereinstimmenden Aussagen aller Beteiligten hat Familia seine Frau weder geschlagen noch mit Gewalt bedroht, sich aber während eines Streits unangemessen verhalten (angeblich geht es um eine zerstörte Tür).

Zweiter No-Hitter im Spring Training
Letzte Woche war es noch etwas Besonderes, als die New York Yankees den ersten Spring-Training-No-Hitter seit zwei Jahren schafften. Bis zum nächsten dauerte es aber nun gerade mal sieben Tage: Sage und schreibe acht Pitcher der Los Angeles Angels of Anaheim vereinten ihre Künste, um beim 4:0-Sieg ihres Teams die Seattle Mariners ohne Basehit abzufertigen. Das ist eine reife Leistung, auch wenn es nur im Spring Training war und obendrein gegen einen Split Squad der Mariners, in dem Seattle nur zwei Stammspieler einsetzte.

MLB im deutschen Fernsehen
Bisher war mlb.tv konkurrenzlos, wenn man die MLB aus Deutschland in bewegten Livebildern verfolgen wollte. Für den Die-Hard-Fan, der den Zugriff auf alle Spiele braucht, bleibt das auch so, aber wer sich auch mit einer kleineren Auswahl von Spielen zufrieden gibt, hat nun gleich zwei Alternativen: Der Streaminganbieter DAZN hat bekannt gegeben, dass er ab dieser Saison mehr als 600 MLB-Spiele übertragen wird. Und auf Sport1-US werden mindestens 75 Spiele gezeigt, die meisten davon mit Originalkommentar im Pay-TV, ein paar aber sogar im Free-TV mit eigenem deutschem Kommentar. Los geht es am Sonntag ab 23:15 Uhr mit Giants@Diamondbacks. Ich werde am Wochenende noch mal in einem ausführlicheren Artikel auf die verfügbaren Quellen mit ihren Vor- und Nachteilen und den anfallenden Kosten eingehen.

Kein First Pitch von Donald Trump
Ein neu gewählter US-Präsident eröffnet üblicherweise die MLB-Saison mit einem zeremoniellen ersten Pitch. Von Donald Trump bleibt uns das vorerst erspart. Er sagte die entsprechende Anfrage der Washington Nationals unter Verweis auf einen Terminkonflikt ab.

Posted in Baseball in Deutschland, Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , , ,

März 28th, 2017 by Dominik

Die Indians waren in der Offseason recht aktiv, doch am Kern des Teams, das letztes Jahr nur um Haaresbreite den World-Series-Sieg verpasst hat, gab es sinnvollerweise nicht viele Veränderungen. 1B/DH Mike Napoli hat die Indians gen Texas verlassen und schien zunächst eine Lücke ins Lineup zu reißen, doch mit der Verpflichtung von Edwin Encarnacion wurde dieser Verlust mehr als kompensiert. Der ohnehin schon herausragende Bullpen erhielt mit Lefty Boone Logan eine weitere Verstärkung. Angesichts dessen möchte man den Gegnern der Indians raten, auf frühes Scoring zu setzen, doch auch das wird nicht einfach, solange die Rotation gesund bleibt. Corey Kluber, Danny Salazar und Carlos Carrasco sind eine Top-3, die sich mit jeder anderen in der Liga messen kann. Allerdings laborierten die beiden Letzteren 2016 an Verletzungen, Outfield-Slugger Michael Brantley fiel fast ein ganzes Jahr lang aus und auch in diesem Frühling sind mit der Tommy-John-Surgery von Cody Anderson und Schulterproblemen bei All-Star-2B Jason Kipnis bereits die ersten Hiobsbotschaften eingetroffen. Die Indians sind auch 2017 klarer Favorit auf den Divisionssieg und auf eine starke Rolle in den Playoffs; eine Wiederholung des Kraftaktes des letzten Jahres, in dem auch die zahlreichen Verletzungen kein Hindernis auf dem Weg bis in den Fall Classic waren, traue ich ihnen aber nicht ganz zu.

Voraussichtliches Lineup
C Yan Gomes
1B Carlos Santana
2B Jose Ramirez
SS Francisco Lindor
3B Giovanny Urshela
LF Michael Brantley
CF Tyler Naquin
RF Lonnie Chisenhall
DH Edwin Encarnacion

Voraussichtliche Rotation
SP Corey Kluber
SP Carlos Carrasco
SP Danny Salazar
SP Trevor Bauer
SP Josh Tomlin
Closer Cody Allen

Wichtigster Zugang
1B/DH Edwin Encarnacion (Toronto Blue Jays)

Wichtigster Abgang
1B Mike Napoli (Texas Rangers)

Bestes Prospect
OF Brad Zimmer

Größte Stärke
Der Bullpen: Andrew Miller dürfte der beste nicht-closende Reliever der Liga sein und hat den Playoffs 2016 mehr als jeder andere Indian seinen Stempel aufgedrückt. Cody Allen, Brady Shaw und Dan Otero sind weitere feste Größen für die späten Innings und Neuzugang Logan macht diese vorzügliche Einheit bestimmt nicht schlechter.

Größte Schwäche
Das Outfield: In dem ausgewogenen Team ohne nennenswerte Schwächen ist das Outfield der Mannschaftsteil, der am ehesten Fragezeichen aufweist: im Rightfield werden sich Chisenhall und Guyer wohl abwechseln, im Centerfield ist Naquin nicht unumstritten und im Leftfield bleibt abzuwarten, ob Brantley nach langer Verletzungspause wieder ganz der Alte ist.

Spannendste Frage
Erleiden die Indians einen World Series Hangover? Ein langer und doch ohne den ganz großen Erfolg beendeter Playoff-Run hat oft körperliche und mentale Nachwirkungen, die erst mal verarbeitet werden müssen. Die Kansas City Royals haben 2015 gezeigt, wie man es richtig macht mit dem unfinished Business: Sie zogen zum zweiten Mal in Folge in die World Series ein und holten sich den im Vorjahr knapp verpassten Titel. Allerdings ist das einer von lediglich zwei Fällen der letzten 25 Jahre, in dem ein World-Series-Verlierer es direkt wieder in die Endspielserie zurück schaffte – und der einzige, in dem er sie dann auch gewann.

Prognose
Platz 1 in der AL Central, Playoff-Aus in der ALCS

Hier geht’s zum Power-Ranking und allen bisher erschienenen Previews.

Posted in MLB, Preview Tagged with: , ,

März 23rd, 2017 by Dominik

Das Spring Training neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu und in nur zehn Tagen beginnt endlich die neue MLB-Saison – schon zwei Tage vorher startet übrigens die deutsche Baseball-Bundesliga, auf die ich mich genauso sehr freue. Heute steht aber erst einmal das Ergebnis eines anderen Wettbewerbs im Vordergrund: Die USA haben den World Baseball Classic gewonnen und sind somit zum ersten Mal das geworden, was man in den meisten anderen Sportarten als Weltmeister bezeichnen würde. Herzlichen Glückwunsch dazu!

Klarer Sieg der USA im Finale des WBC 
Das Finale zwischen den Gastgebern und Puerto Rico verlief einseitiger als erwartet: 8:0 siegten die USA, die in der Zwischenrunde den Puerto Ricanern noch mit 5:6 unterlegen gewesen waren. Ganz großen Anteil an dem Erfolg hatte der Starting Pitcher der USA, Marcus Stroman, der erst im siebten Inning den ersten Hit zuließ und hinterher zum MVP des Spiels gewählt wurde. In der Offensive leisteten 2B Ian Kinsler und OF Andrew McCutchen mit je zwei Hits, darunter ein 2-Run-Homerun von Kinsler, und je einem Walk den größten Beitrag.

Gute und schlechte Nachrichten für die Yankees
Die meisten Schlagzeilen aus dem Spring-Training gebührten diese Woche den New York Yankees. Erfreulich aus ihrer Sicht ist, dass sie mit 19 Siegen und nur 7 Niederlagen bislang das erfolgreichste Team der Vorbereitungsrunde sind. Für besonderes Aufsehen sorgte die Leistung vom vergangenen Freitag, als Masahiro Tanaka, Chasen Shreve und Jordan Montgomery einen No-Hitter gegen die Detroit Tigers pitchten – übrigens den ersten Spring-Trainig-No-Hitter seit zwei Jahren. Natürlich sind solche Freundschaftsspiel-Erfolge im Endeffekt nichts wert und so wird die Freude über die guten Leistungen wohl deutlich von der schlechten Nachricht dieser Woche überschattet: Shortstop Didi Gregorius kehrte mit einem gezerrten Schultermuskel von seiner WBC-Teilnahme für das niederländische Nationalteam zurück und wird mindestens bis in den Mai hinein ausfallen. Naturgemäß gab es sofort Spekulationen über einen Trade, beispielsweise für Freddy Galvis von den Phillies oder für Zack Cozart von den Reds, aber wahrscheinlicher erscheint eine interne Vertretungslösung. Diese wird aller Voraussicht nach nicht Top-Prospect Gleyber Torres sein, dem man mehr Zeit zur Entwicklung in den Minor Leagues geben will. Starlin Castro, Tyler Wade und Ruben Tajada sind wohl die aussichtsreichsten Kandidaten für den Job.

Neue Tommy-John-Opfer
Noch schlimmer als Gregorius hat es die beiden Starting Pitcher Cody Anderson von den Cleveland Indians und Trevor May von den Minnesota Twins erwischt: Beide mussten sich der berüchtigten Tommy-John-Surgery zur Reparatur von Bändern im Ellbogen unterziehen. Das bedeutet, dass die Saison 2017 ohne die beiden stattfinden wird. Sowohl Anderson als auch May waren zuletzt keine festen Größen in ihren Teams und konnten vor der Verletzung allenfalls auf den fünften Platz in der jeweiligen Rotation hoffen.

Vertragsverlängerung für Kevin Kiermaier und Tim Anderson
Grund zur Freude gibt es für OF Kevin Kiermaier von den Tampa Bay Rays und Shortstop Tim Anderson von den Chicago White Sox, denn beide haben diese Woche neue millionenschwere Verträge unterzeichnet. Kiermaier – defensiv unbestreitbar einer der besten Outfielder der Liga, als Batter bislang nicht mehr als solide – erhält von den Rays 53,5 Millionen Dollar für sechs Jahre, ein weiteres Jahr ist optional für 13 Millionen.

Anderson hat ebenfalls für sechs Jahre unterschrieben und bekommt dafür 25 Millionen Dollar. Seine Vertragsverlängerung kam überraschend, denn er spielt seit nicht mal einem Jahr in der MLB. Er wäre daher nach den zwischen der Spielergewerkschaft MLBPA und der Liga ausgehandelten Regeln ohnehin noch sechs Jahre an die White Sox gebunden gewesen und hätte sich auch mit weit weniger Geld zufrieden geben müssen. Kernstück des Vertrages sind daher die beiden optionalen Jahre, in denen die White Sox ihren Shortstop für 12,5 und 14 Millionen Dollar nach der festen Laufzeit weiterbeschäftigen können.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , ,

März 16th, 2017 by Dominik

Zum Glück bin ich nicht abergläubisch, sonst müsste ich mich jetzt schlecht fühlen: Letzte Woche habe ich mich an dieser Stelle gefreut, dass es im Spring Training bis dato keine ernsthaften Verletzungen gegeben hatte. In den Tagen darauf schienen die MLB-Spieler plötzlich zu fallen wie die Fliegen. Außerdem freute ich mich mit Israel, dem Überraschungstam der ersten Runde beim World Baseball Classic. Nach zwei Niederlagen in der Zwischenrunde sind die Israelis nun leider ausgeschieden. Hier die wichtigsten Neuigkeiten der letzte sieben Tage aus der MLB sowie vom WBC:

Japan und Niederlande im WBC-Halbfinale 
Die erste der beiden Zwischenrundengruppen des WBC hat ihre Spiele bereits abgeschlossen. Israel ist zwar auch in diese Runde mit einem Sieg über einen Favoriten gestartet (4:1 gegen Kuba), doch dann setzte es klare Niederlagen gegen den Weltranglistenersten Japan und Europameister Niederlande, die nun als erste für das Halbfinale qualifiziert sind. So weit waren beide auch 2013 beim letzten WBC gekommen, dann war allerdings Endstation gegen die Dominikanische Republik bzw. gegen Puerto Rico. Tatsächlich könnte es dazu kommen, dass dieses Jahr alle vier Halbfinalisten die gleichen sind wie 2013. Allerdings sind in der zweiten Gruppe der Zwischenrunde noch mindestens vier Spiele zu absolvieren und neben den beiden Genannten dürften auch die USA in Bezug auf den Halbfinaleinzug noch ein gewichtiges Wörtchen mitreden.

Übrigens hat sich DAZN als Inhaber der Übertragungsrechte in Deutschland inzwischen erbarmt und zeigt einige Spiele des WBC als Livestream. Der Dienst kostet 9,99 Euro im Monat. Wenn man nur den WBC sehen will, reicht dafür der kostenlose Probemonat.

Chad Bettis benötigt Chemotherapie
Für Chad Bettis, Starting Pitcher der Colorado Rockies, ist die Saison wahrscheinlich gelaufen, bevor sie überhaupt begonnen hatte: Der 27-Jährige musste erfahren, dass seine Erkrankung an Hodenkrebs sich nicht wie zunächst erhofft durch eine Ende letzten Jahres vorgenommene OP erledigt hat. Stattdessen hat der Krebs sich ausgebreitet und macht eine ausführlichere Behandlung inklusive Chemotherapie nötig. Immerhin liegen die Heilungschancen wohl bei über 90%. Ob Bettis dieses Jahr noch auf den Mound zurückkehren kann, steht in den Sternen; die Prioritäten in dieser Situation sind natürlich auch ganz klar andere.

Viele, viele Verletzungen
In der dritten Woche des Spring Trainings kam es leider zu einer ganzen Reihe von Verletzungen. Hier eine Auswahl:

IF/OF Ian Desmond, der bei den Rockies als First Baseman zum Einsatz kommen sollte, hat sich die linke Hand gebrochen, als er von einem Pitch getroffen wurde. Er musste operiert werden und dürfte frühestens Ende April wieder einsatzbereit sein.

SP Trevor May von den Minnesota Twins hat ein Band im Ellbogen des Wurfarmes gerissen. Das bedeutet, dass er sich voraussichtlich einer Tommy-John-Surgery unterziehen muss und somit mindestens für den Rest des Jahres ausfällt.

Auch bei den SPs Anthony DeSclafani von den Cincinnati Reds und Cody Anderson von den Cleveland Indians bereiten die Ellbogenbänder Probleme, allerdings sind sie bei beiden wohl nicht abgerissen und es besteht derzeit noch Hoffnung, dass beide ihre Arme nach einer mehrwöchigen Erholungspause wieder belasten können.

Ähnlich ergeht es Jason Kipnis, 2B der Indians. Bei ihm sitzt die Verletzung in der Schulter und auch in seinem Fall ist die Hoffnung derzeit, dass es mit ein paar Wochen Pause getan ist. Den Opening Day wird Kipnis in jedem Fall verpassen.

Eine wahre Schrecksekunde gab es am Freitag im Spiel der Toronto Blue Jays gegen die Detroit Tigers, als RP T. J. House von einem Comebacker hart am Hinterkopf getroffen wurde. House blieb zunächst reglos liegen, wurde lange behandelt und anschließend ins Krankenhaus gebracht, das er aber glücklicherweise schon am nächsten Tag wieder verlassen durfte, nachdem eine ernste Verletzung ausgeschlossen wurde.

Derek Norris released
Die Washington Nationals haben sich von Catcher Derek Norris getrennt. Das ist insofern bemerkenswert, als die Nationals ihn erst im Dezember via Trade geholt und im Gegenzug Pitching-Prospect Pedro Avila an die San Diego Padres abgegeben hatten. Überraschend kam der Move aber nicht, nachdem die Nationals sich auf der Catcherposition mit Free Agent Matt Wieters verstärkt haben. Norris wurde offiziell released und kann somit frei nach einem neuen Arbeitgeber suchen. Vermutlich wird er einen solchen relativ schnell finden. Die Tampa Bay Rays haben bereits ihr Interesse bekundet.

Und natürlich ein Trade der Mariners
Was wäre die MLB-Woche ohne einen Trade der Seattle Mariners? Als Partner haben sich dieses Mal die Philadelphia Phillies gefunden, die den beidhändigen Pitcher Pat Venditte bekommen und dafür OF-Prospect Joey Curletta nach Seattle schicken. Für Jerry Dipoto, den offensichtlich shoppingsüchtigen General Manager der Mariners, war es der fünfzehnte Trade in dieser Offseason.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Dezember 29th, 2016 by Dominik

Zum letzten Mal in diesem Jahr fasst der Grand Slam am Donnerstag das Geschehen der vergangenen sieben Tage in der MLB zusammen. Allzu viel hat sich erwartungsgemäß nicht getan über die Weihnachtstage, aber ein paar interessante Vertragsabschlüsse und das Gerücht über eine möglicherweise 2018 anstehende Europareise zweier MLB-Teams gibt es immerhin zu berichten.

Encarnacion ist ein Indian
Die Cleveland Indians wollen sich nicht auf dem Gewinn der American League ausruhen, sie wollen auch in den nächsten Jahren oben mitspielen und mindestens einmal die World Series holen. Das war schon vor der Verpflichtung von 1B/DH Edwin Encarnacion das erklärte Ziel, wurde durch diese aber noch mal deutlich untermauert. 60 Millionen Dollar ist den Indians der Deal für drei Jahre wert, ein viertes Jahr wurde als Club-Option vereinbart. Es ist kein Geheimnis, dass die Toronto Blue Jays Encarnacion gern behalten hätten und ihm vor einigen Wochen wohl einen Vier-Jahres-Vertrag über 80 Millionen vorgelegt hatten, was Encarnacion nicht genug war. Dass er jetzt einen etwas schlechteren Vertrag unterschrieben hat – im Alter von 34 Jahren ist eine möglichst lange garantierte Laufzeit wünschenswert – deutet daraufhin, dass „EE“ sich etwas verzockt hat. Aber am Hungertuch wird er nicht nagen und die starken Indians noch etwas stärker zu machen ist sicher eine angenehme Herausforderung.

Nova bleibt bei den Pirates 
Die Aufnahme von Ex-Yankee Ivan Nova zur Trade-Deadline der vergangenen Saison erwies sich für die Pittsburgh Pirates als wahrer Glücksgriff. Der 29-jährige Pitcher produzierte in den elf Starts für das neue Team die besten Zahlen (3.06 ERA, 2.62 FIP) seiner Karriere. Nun wird er reichlich Gelegenheit haben, unter Beweis zu stellen, dass seine bisherigen Leistungen „for real“ sind und nicht nur ein statistischer Ausreißer nach oben, denn Nova und die Pirates haben sich auf einen Dreijahresvertrag über 26 Millionen Dollar geeinigt.

Inciarte verlängert in Atlanta
Auch die Atlanta Braves haben sich das langfristige Engagement eines Leistungsträgers gesichert, indem sie eine Vertragsverlängerung mit Centerfielder Ender Inciarte fix gemacht haben. Der Abschluss weist frappierende Ähnlichkeit mit dem auf, den vor zwei Wochen die Philadelphia Phillies mit Odubel Herrera erzielt haben: Beide laufen über fünf Jahre plus Team-Option, beide sind 30, 5 Millionen Dollar wert und das für Spieler, die in der gleichen Division auf der gleichen Position spielen und ihre größten Stärken in der Defense haben. Vielleicht sehe ich das Business zu naiv, aber in meiner Vorstellung hat Inciarte seinen Agent angewiesen, für ihn das gleiche herauszuholen, was Herrera bekommen hat und so ist es dann gekommen. Beide Verträge gelten als eher teamfreundlich – Herrera und Inciarte waren offenbar bereit, zu Gunsten langfristiger Sicherheit auf die Chance zu verzichten, noch mehr jährliches Einkommen herauszuholen.

Noch einige Top-Leute zu haben
Die meisten bedeutenden Free Agents haben inzwischen eine neue (oder die alte) Heimat gefunden. Ein paar Hochkaräter sind zum Jahreswechsel aber immer noch ohne neuen Vertrag:

Für 1B/DH Mike Napoli steht seit der Encarnacion-Verpflichtung fest, dass man in Cleveland nicht mehr mit ihm plant. Er wird momentan vor allem mit den Texas Rangers in Verbindung gebracht, ein Zweijahresvertrag soll im Raum stehen.

OF José Bautista scheint Probleme bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber zu haben. Anders ist es wohl kaum zu erklären, dass der 36-Jährige inzwischen verlauten lässt, unter gewissen Umständen auch mit einem Einjahresvertrag zufrieden zu sein.

Mark Trumbo führte 2016 die MLB mit 47 Homeruns an und ist mit 30 Jahren im besten Alter. Trotzdem stehen die Teams offenbar nicht gerade bei ihm Schlange. Vermutlich hat er seinen eigenen Marktwert etwas überschätzt, als er das Angebot der Orioles über 52 Millionen Dollar für vier Jahre ablehnte. Eigentlich war das ein ziemlich gutes Angebot für einen Spieler, der erst noch beweisen muss, dass er die Leistung des Vorjahres wiederholen kann und der zudem so gut wie keinen Wert für die Defensive mitbringt. Eine zusätzliche Abschreckung für andere Teams besteht darin, dass wegen des ebenfalls abgelehnten Qualifying Offers ein Erstrundendraftpick für Trumbo fällig würde.

Der zweite „Ladenhüter“ der Orioles ist Catcher Matt Wieters. Bei seinem bisherigen Team dürfte er keine Zukunft haben, nachdem die Orioles Wellington Castillo für seine Position verpflichtet haben. Vielleicht hat auch Wieters sich etwas verzockt, weil er angesichts des recht dünnen Catcher-Marktes dieser Offseason auf bessere Angebote gehofft hatte, als er sie nun tatsächlich erhält. Als unbestritten bester offensiver Catcher unter allen Free Agents wird er aber sicher noch ein Team finden. Als Favoriten gelten zurzeit drei NL-East-Teams: die Washington Nationals, die Atlanta Braves und die New York Mets.

Red Sox vs. Yankees in London? 
Die NFL ist seit geraumer Zeit jährlich für mehrere reguläre Saisonspiele in London zu Gast. Möglicherweise tut es ihr die MLB bald nach. Nach bereits absolvierten Spielen in Mexiko, Japan, Puerto Rico und zuletzt 2014 in Australien liegt die Vorstellung nicht fern, dass auch Europa mal Gastgeber für eine Serie sein darf, um die weltweite Popularität der Liga zu steigern. Tatsächlich wird London im neuen Collective Bargaining Agreement ausdrücklich als mögliches Ziel für eine oder mehrere Auslandsserien genannt. Diese Woche kam sogar schon eine konkrete Paarung ins Gespräch und zwar die hochkarätigste, die der Baseball zu bieten hat: Die New York Yankees und die Boston Red Sox drängen laut dem Boston Herald gemeinsam darauf, 2018 eine Serie in London austragen zu dürfen. Als weiterer Favorit, innerhalb der nächsten paar Jahre mindestens einmal in London anzutreten, gelten nach dem Artikel die New York Mets. Eine definitive Entscheidung seitens der Liga, ob und zwischen wem es 2018 ein Gastspiel in London gibt, soll im Frühjahr 2017 fallen.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , ,

November 3rd, 2016 by Dominik

Ein letztes Mal für dieses Jahr dreht sich der Grand Slam am Donnerstag heute ausschließlich um die World Series. Ab nächster Woche werde ich den regelmäßigen Artikel dafür nutzen, um wieder mehr in die Breite zu schauen und zusammenzufassen, was sich während der Offseason bei den Teams der MLB tut. Ich freue mich, wenn ihr auch außerhalb der Saison immer mal wieder hier reinschaut. Ich habe mir ein bisschen was ausgedacht, um die Zeit bis zum Frühjahr zu überbrücken und ich möchte auch Anregungen von euch aufgreifen. Mehr dazu im Laufe des kommenden Wochenendes.

Die World Series
Ich hatte schon zu Beginn meiner Vorschau auf die World Series geschrieben, dass es mir manchmal so vorkommt, als gäbe es ein heimliches Drehbuch für die MLB. Dieser Eindruck hat sich durch die mitreißende Serie noch verfestigt. Die Dramaturgie, dass ausgerechnet die beiden am längsten titellosen Teams aufeinander treffen; dass der Underdog aus Cleveland durch zwei Auswärtssiege auf 3:1 davonzieht; dass die Cubs durch ihrerseits drei Auswärtssiege das Ruder herumreißen; dass in Spiel 7 wiederum die Indians einen hohen Rückstand aufholen, nur um dann nach zehn Innings und einer Regenpause knapp zu scheitern; ganz abgesehen von den vielen kleinen Geschichten um Theo Epstein und Terry Francona, um Kyle Schwarber und um Coco Crisp und so weiter und so fort – das alles könnte man sich kaum besser ausdenken als es in Wirklichkeit geworden ist. Oder wie es die Kollegen von Just Baseball formuliert haben: „Disney hätte das Drehbuch abgelehnt, so cheesy ist es.“

Spiel 7 hat die gesamte vorherige Serie noch einmal getoppt. Und obwohl ich dieses Mal wegen anhaltender Erfolglosigkeit meiner Tipps darauf verzichtet hatte, einen Sieger zu prognostizieren, lag ich schon wieder daneben. Denn ich hatte aufgrund der vielen verfügbaren Top-Pitcher ein Spiel mit wenigen Runs vorausgesagt und das 8:7 war alles andere als das.

Schon der Leadoff-Hitter des oberen ersten Innings, Dexter Fowler, besorgte per Solo-Homerun den ersten Score. Den konnten die Indians im dritten Inning ausgleichen, doch die Cubs legten nach und führten zwischenzeitlich 5:1 und 6:3. Clevelands Starter Corey Kluber war deutlich anzumerken, dass er zum zweiten Mal in Folge mit verkürzter Erholungspause von nur drei Tagen pitchte. Er musste nach vier Innings und ebenso vielen earned Runs weichen, doch auch Andrew Miller war heute nicht ganz er selbst und ließ vier Hits, einen Walk und zwei Runs zu.

Auf der anderen Seite machte Kyle Hendricks seine Sache besser, wenngleich er schon nach 4.2 Innings der Ungeduld von Manager Joe Maddon zum Opfer fiel. Die Cubs brachten sich dadurch in Zugzwang, nach weiteren drei Innings von Jon Lester im achten Inning Aroldis Chapman einzuwechseln, der bereits an den Vortagen für seine Verhältnisse außergewöhnlich viele Pitches hatte werfen müssen. Es zeigte sich, dass auch ein Ass wie Chapman offenbar nicht vor körperlicher Erschöpfung gefeit ist. Jedenfalls ist das die naheliegende Erklärung dafür, dass Chapman das Spiel entglitt und unter seiner Regie die 6:3-Führung verloren ging, noch bevor er sein erstes Aus erzielte.

Mit 6:6 ging die Partie in die Verlängerung und die Indians schienen nach dem Comeback das Momentum auf ihrer Seite zu haben. Dieses wurde jedoch ein Stückweit ausgebremst durch eine Regenunterbrechung, die Chicagos Jason Heyward für eine Motivationsrede an seine Teamkameraden nutzte. Sie scheint geholfen zu haben, denn unmittelbar danach eroberten die Cubs im zehnten Inning die Führung zurück und gaben sie nicht mehr her.

Spielzug der Woche
Es fällt schwer, nach so einem großartigen Spiel und so einer großartigen Serie einen einzelnen Spielzug herauszugreifen, aber von meiner Seite aus wird diese Ehre dem Homerun von David Ross zuteil – nicht unbedingt, weil es ein besonders spektakulärer gewesen wäre und es war auch nicht der wichtigste, aber es war einfach ein genialer Abschied für den 39-jährigen Catcher der Cubs. Im letzten Spiel der Karriere die World Series gewinnen und selbst einen Homerun dazu beitragen – das ist auch wieder so ein drehbuchverdächtiger Moment.

Statistik der Woche
1 Win. Den hat sich Aroldis Chapman in Spiel 7 „verdient“ und damit dankenswerterweise dem größtmöglichen Publikum mein Lieblingsreizthema vorgeführt, nämlich den Unsinn der Win-Statistik für Pitcher. Das „Verdienen“ sah in dem Fall so aus, dass Chapman im achten Inning beim Stand von 6:3 auf den Mound kam, einen Double von Brandon Guyer und einen Homerun von Rajai Davis zuließ und nach dem neunten Inning das Spiel beim Stand von 6:6 verließ. Weil aber seine Teamkameraden im Top des zehnten Innings die beiden Runs besorgten, die letztlich den Sieg bedeuteten, und weil Chapman offiziell erst zu Beginn des Bottom des zehnten Innings ausgewechselt wurde, steht ihm der Win zu. Deswegen steht nun für alle Zeiten unter dem Ergebnis des entscheidenden Spiels, in dem die Cubs erstmals nach 108 Jahren die World Series geholt haben, dass dieses von Aroldis Chapman gewonnen wurde. An seiner Stelle wäre mir das unangenehm, aber er kann ja nichts dafür, dass es diese dämlichste aller Statistiken gibt und dass sie einen ungebrochen hohen Stellenwert genießt.

Spiel der Woche
Das kann dieses Mal nur Spiel 7 der World Series sein, über das ich mich weiter oben schon ausgelassen habe.

Spiel der kommenden Woche
Kaum zu glauben, nachdem der Baseball in den letzten sieben Monaten ein ständiger Begleiter war, aber es ist wahr: Die Saison ist vorbei. Jedenfalls in der MLB und in der Bundesliga sowieso schon lange. Deswegen gibt es dieses Mal keinen Ausblick auf ein Spiel der Woche, dafür aber ein paar Tipps, wo man in dringenden Fällen noch eine Dosis Baseball herbekommt: zum einen natürlich in unbegrenzter Menge in Konservenform, wenn man ein Abo von mlb-tv hat; zum anderen gibt es aber auch ein paar Ligen, in denen aktuell noch (oder schon) gespielt wird. Am interessantesten für den MLB-Fan ist die Arizona Fall League, in der noch bis 19. November zahlreiche potenzielle Stars von morgen (und außerdem auch Tim Tebow) Spielpraxis sammeln. Ebenfalls eine Menge Top-Proespects gibt es in den Caribbean Leagues zu sehen, die seit Oktober und noch bis Ende des Jahres in Mexiko, Venezuela, Puerto Rico und der Dominikanischen Republik spielen. Und vom 17. November bis Ende Januar findet auf der anderen Seite des Globus die Australian Baseball League statt. Erfahrungsgemäß landen hier neben den Einheimischen viele Spieler sowohl aus den Minor Leagues als auch aus Europa, die im Winter unter Wettkampfbedingungen an sich arbeiten wollen. Viele Spiele der AFL werden kostenlos gestreamt.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , ,

November 2nd, 2016 by Dominik

Der Traum jedes neutralen Baseballfans wird heute Nacht ab 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit wahr: Die World Series zwischen den Chicago Cubs und den Cleveland Indians geht in ein alles entscheidendes siebtes Spiel.

Nach dem Zwischenstand von 3:1 für die Indians in der Serie hatte ich offen gestanden nicht mehr damit gerechnet, dass die Cubs noch mal zurück kommen. Aber sie sind zurück gekommen – zunächst beim 3:2 in Spiel 5 mit starkem Pitching von Jon Lester und Aroldis Chapman nebst etwas Glück, dann mit relativ furioser Offense beim 9:3 in Spiel 6.

Gerade mal 2.1 Innings hielt Starter Josh Tomlin gestern Nacht für die Indians durch und als er den Mound verließ, war das Spiel durch seine sechs earned Runs bereits so gut wie entschieden. Kris Bryant hatte den Punktereigen mit einem Solo-Homerun im ersten Inning eröffnet, seinem ersten von insgesamt vier Hits in diesem Spiel. Die nächsten sechs Runs gingen allesamt auf das RBI-Konto von Addison Russell, der noch im ersten Inning einen 2-Run-Double sowie im dritten Inning einen Grand Slam nachlegte. Danach tauschten beide Seiten zwar noch ein paar Runs aus, aber mein persönlicher Eindruck war trotz der Schönredeversuche der Kommentatoren, dass nach drei Innings die Luft aus dem Spiel war und sich alle mit dem Ausgang abgefunden hatten.

Das einzig Gute an der früh absehbaren Niederlage aus Sicht der Indians ist, dass Manager Terry Francona die Herzstücke seines Bullpens – Andrew Miller, Bryan Shaw und Cody Allen – auf der Bank sitzen und sich für das alles entscheidende Spiel 7 schonen lassen konnte. So scheint man bestens gerüstet für eine knappe Entscheidung sowie für den Fall, dass das erneut nach nur drei Tagen Pause startende Ass Corey Kluber ein, zwei Innings kürzer durchhält als gewohnt.

Auf der anderen Seite muss sich Joe Maddon die Kritik gefallen lassen, seinen Top-Reliever Aroldis Chapman ohne erkennbare Not für fünf Outs ins Spiel gebracht zu haben, nachdem dieser am Vortag bereits Schwerstarbeit mit einem Acht-Out-Save geleistet hatte. Chapman wird heute Nacht zur Verfügung stehen, aber ein Tag Pause hätte ihm bestimmt trotzdem gut getan. Starter Kyle Hendricks pitcht dafür mit vollen vier Tagen Pause und falls nötig stehen Jon Lester, Jake Arrieta und John Lackey aus dem Bullpen zur Verfügung.

Nachdem ich in dieser Postseason schon oft daneben gelegen habe, werde ich keinen Tipp abgeben, wer das Spiel gewinnt. Aber angesichts der Pitcherriegen, die beide Seiten aufbieten, rechne ich mit sehr wenigen Runs. Der einzige Anhaltspunkt, eines der Teams im Vorteil zu sehen, ist vielleicht das sogenannte Momentum, das nach zwei verhinderten Matchbällen des Gegners sowie der offensiven Explosion von gestern klar auf Seiten der Cubs liegen dürfte. Doch was zählt schon Momentum an so einem Tag, an dem jeder vom Scheitel bis zur Sohle vollgepumpt mit Adrenalin sein und keinen Gedanken an irgendwas verschwenden wird, das vor oder nach dem Spiel liegt?

Auch im Heimvorteil der Indians sehe ich keine Implikation für den Spielausgang. Die letzten beiden Tage haben gezeigt, dass die vielen mitreisenden Cubs-Fans für eine ausgewogene Atmosphäre sorgen, zudem haben beide Teams in der bisherigen Serie nur einen Heim-, aber zwei Auswärtssiege auf dem Konto. Historisch betrachtet ist die Bilanz in siebten Spielen der World Series mit 18-19 aus Sicht der Heimteams quasi ausgeglichen. Apropos historisch: Die Cubs und die Indians haben bisher je zweimal im siebten Spiel einer Postseason-Serie gespielt – und immer verloren. Wer auch immer heute Nacht seine 108- oder 68-jährige Strecke ohne Titel beendet, wird dies mit dem ersten Spiel-7-Sieg seiner Teamgeschichte tun.

Posted in MLB Tagged with: , ,

Oktober 30th, 2016 by Dominik

108 Jahre nach dem letzten Titel für die Cubs und 71 Jahre nach der letzten Finalteilnahme darf Chicago wieder Gastgeber für Spiele der World Series sein, aber auf einen Heimsieg warten die Fans der Cubs auch nach dem zweiten Versuch vergeblich. Nach dem 1:1-Split der Spiele in Cleveland haben die Indians nun zwei Partien aus Chicago entführt und stehen kurz davor, ihre eigene 68 Jahre alte Titel-Durststrecke zu überwinden.

Überraschend kam vor allem der 1:0-Sieg der Indians in Spiel 3 der Serie. Ein RBI-Single von Pinch Hitter Coco Crisp im siebten Inning war alles, was Clevelands erneut hervorragendes Pitching Staff um Starter Josh Tomlin und den unglaublichen Andrew Miller benötigte, um das Spiel nach Hause zu bringen.

In Spiel 4 ließ Corey Kluber schon im ersten Inning einen Run der Cubs zu, war ansonsten aber so dominant wie es von ihm als Ass des Teams erwartet wurde. Homeruns von Carlos Santana im zweiten und Jason Kipnis im siebten Inning waren die Highlights von insgesamt sieben Scores für Cleveland. Andrew Miller durfte auch wieder für zwei Innings ran und ausnahmsweise war es ein Auftritt mit Licht und Schatten: Das Licht waren die zwei Strikeouts, durch die er einen neuen Postseason-Rekord für Reliever mit nun 29 Ks in diesem Oktober aufstellte. Der Schatten war der Solo-Homerun von Dexter Fowler – Millers erster earned Run der Postseason, in der er nun einen ERA von 0.53 aufweist.

Die Indians führen in der Best-of-Seven-Serie 3:1 und haben somit drei Matchbälle. Noch ein Sieg aus bis zu drei Spielen und sie haben die World Series gewonnen. Die Cubs hingegen müssten die drei Spiele – zuerst ihr letztes Heimspiel und dann noch zwei Spiele in Cleveland – alle gewinnen, um den Titel zu holen.

Wegen der Zeitumstellung, die bei uns eine Woche früher stattgefunden hat als in Amerika, beginnen die restlichen Partien der World Series nicht mehr um 2 Uhr sondern schon um 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Das nächste und vielleicht schon letzte Spiel steigt heute Nacht mit dem Matchup von Jon Lester gegen Trevor Bauer. Beide Pitcher haben ihre ersten Auftritte in dieser World Series verloren. Interessanter Fakt am Rande: Lester ist die Situation, in der er sich mit den Cubs befindet, sehr vertraut. In der ALCS 2007 lag er mit den Red Sox ebenfalls 1:3 gegen die Indians zurück. Boston schaffte damals das Comeback und holte schließlich den Titel.

Posted in MLB Tagged with: , ,