August 17th, 2017 by Dominik

Die Dodgers, die Nationals, die Red Sox und die Astros marschieren, Spannung bieten in erster Linie die Central-Divisionen – soweit gibt es nichts Neues in der MLB. Aber eines schon: Das Wild-Card-Rennen in der National League erweckt gerade den Eindruck, dass es vielleicht doch noch nicht entschieden ist. Die Rockies und die Diamondbacks mussten zuletzt ein paar Federn lassen und plötzlich sind die Brewers und die Cardinals nur noch vier bis fünf Spiele entfernt von der Hintertür in die Playoffs.

American League
In der Parallelliga wird eine der beiden Wild Cards relativ sicher in die American League East an die New York Yankees (64-55) gehen. Das Tabellenbild der Division hat sich deutlich entzerrt, indem die Boston Red Sox (69-51) die Serie gegen die Yankees gewonnen haben. Gleichzeitig haben die Yankees sich mit bislang drei Siegen in der Subway-Series gegen die Mets weiter von den Tampa Bay Rays (60-62) und den Baltimore Orioles (59-62) absetzen können, bei denen es zurzeit nicht so gut läuft.

Eine ähnliche Entzerrung der Spitze ist auch in der AL Central zu beobachten. Die Cleveland Indians (65-52) reiten gerade eine Serie von fünf Siegen. Dadurch haben sie sich bereits ein Stück weit sowohl von den zwischenzeitlich gefährlich nahen Kansas City Royals (61-59) als auch von den immer noch überraschend guten Minnesota Twins (59-58) abgesetzt. Nun wird es die nächsten Tage darum gehen, ob die Indians frühzeitig den Sack zumachen können – heute noch zweimal gegen die Twins, am Wochenende dann dreimal gegen die Royals (siehe „Spiel der kommenden Woche“).

Die Houston Astros (74-46) hatten in der ersten Augusthälfte eine Durststrecke mit nur drei Siegen bei zehn Niederlagen. Ihre herausgehobene Position in der AL West brachte das nicht in Gefahr, aber natürlich macht man sich im Hinblick auf die Playoffs Sorgen, wenn sich reihenweise Pitcher verletzen und die bislang explosivste Offense der Liga plötzlich nicht mehr klickt. Das erste Thema könnte noch Gegenstand eines Trades werden – Justin Verlander? -, das zweite hat sich nach den zwei Siegen über Arizona mit je neun erzielten Runs vielleicht schon erledigt. Hinter den Astros ist das Wetteifern um Platz zwei und vor allem um eine Wild Card in vollem Gange. Die Los Angeles Angels (62-59) haben momentan knapp die Nase vorn, aber auch für die jeweils schon mehrfach tot gesagten Seattle Mariners (61-61) und Texas Rangers (60-59) ist noch alles drin. Richtungsweisend könnte die Vier-Spiele-Serie der Rangers bei den Angels werden, die nächste Woche von Montag bis Donnerstag läuft.

National League
Der National League East muss niemand mehr eine Richtung weisen, für die Washington Nationals (71-47) geht der Blick längst in Richtung Playoffs und besonders dahin, Bryce Harper bis zu selbigen wieder fit zu bekommen. Dahinter haben sich die Miami Marlins (58-61) dank des unglaublich gut aufgelegten Giancarlo Stanton (siehe Statistik der Woche) etwas absetzen können im wohl uninteressantesten Rennen um Platz zwei, das jemals in einer Division geführt wurde. Na gut, sagen wir jemals seit Einführung der Wild Cards.

Wie eingangs schon bemerkt, macht sich Hoffnung breit in der NL Central – nicht nur die Hoffnung, die Division zu gewinnen, welche die Chicago Cubs (63-56), die Milwaukee Brewers (63-59) und die St. Louis Cardinals (61-59) schon seit einer Weile teilen; sondern auch die Hoffnung, eine Wild Card in die Division zu holen, denn der Abstand zu den Colorado Rockies und den Arizona Diamondbacks ist diese Woche deutlich kleiner geworden. Passenderweise treten die Brewers in den kommenden Tagen zu einer Drei-Spiele-Serie gegen die Rockies an.

Dass die Los Angeles Dodgers (85-34) dieses Jahr unfassbar gut sind, ist wohl niemandem entgangen, das lasse ich heute einfach mal so stehen. Interessant ist, was sich in der NL West dahinter tut. Sowohl die Colorado Rockies (67-53) als auch die Arizona Diamondbacks (66-54) haben in den letzten zwei Wochen mehr Spiele verloren als gewonnen und das – insbesondere im Fall der Rockies – nicht nur gegen die Top-Teams der Liga. So sehr mich die bisher erfolgreiche Saison dieser beiden Teams erfreut hat und immer noch erfreut, genauso sehr freut es mich aber auch, wenn nun ein bisschen Spannung einkehrt, wo lange keine da zu sein schien.

Szene der Woche
Die meisten Schlagzeilen machte diese Woche eine hässliche Verletzungsszene: Bryce Harper, Washingtons Star-Outfielder, rutschte bei einem verregneten Spiel der Nationals gegen die San Francisco Giants unglücklich auf der ersten Base aus und verdrehte sich dabei das Knie. Erfreulicherweise stellte sich heraus, dass Harper wohl Glück im Unglück hatte: Statt des befürchteten Kreuzbandrisses zeigte sich bei den Untersuchungen nur eine starke Prellung des Gelenks und die Chancen stehen gut, dass Harper noch vor Saisonende wieder fit wird. Damit es nicht die hässliche Szene ist, die hängen bleibt, hier noch eine Feel-Good-Story: Chad Bettis, Pitcher bei den Colorado Rockies, kam am Montag zu seinem ersten Einsatz nach rund neun Monaten Pause wegen einer Krebserkrankung. Er überstand OPs, Chemotherapie und alles, was dazu gehört – und stand nun gegen die Braves sieben Innings auf dem Mound, ohne einen Run zuzulassen. Schön, dass er wieder da und offensichtlich topfit ist.

Statistik der Woche 
44. So viele Homeruns hat Giancarlo Stanton dieses Jahr schon geschlagen. Das sind zurzeit die meisten in der Liga und es ist bereits jetzt ein Teamrekord für die Miami Marlins. Besonders bemerkenswert ist Stantons derzeitige Form: 11 Homeruns hat er in den letzten 13 Spielen erzielt, darunter eine Serie von 6 Spielen mit Homerun hintereinander, die erst gestern Abend beim 8:1 gegen die San Francisco Giants abriss.

Spiel der Woche
Die Rivalität der Red Sox und der Yankees erlebt dieses Jahr eine Renaissance. Das liegt zum einen am Tabellenstand in der AL East und zum anderen an Duellen wie dem von Sonntagnacht – dem Rubbergame der Serie, nachdem jeder eine der beiden vorherigen Partien gewonnen hatte. Es war von Anfang an ein ganz enges Spiel, in dem beide Starter – Jordan Montgomery für die Yankees und Chris Sale für die Red Sox – eine starke Leistung zeigten und jeweils nur einen Run zuließen. Als den Yankees im achten Inning per Sacrifice Fly von Todd Frazier gegen Reliever Matt Barnes das 2:1 gelang und im neunten Inning Closer Aroldis Chapman zum Save antrat, freuten sich einige zu früh. Zum Beispiel dieser emotionale Yankees-Fan, der sich selbst filmte, während Rafael Devers den Homerun zum 2:2 schlug. Bis dahin hatte Chapman zu 387 Linkshändern hintereinander gepitcht, ohne einem von ihnen einen Homerun zu erlauben. Im folgenden Extra-Inning traf Chapman mit dem Ball einen weiteren Linkshänder, Jackie Bradley Jr., welcher schließlich bei einem Single von Andrew Benintendi das entscheidende 3:2 für die Red Sox erzielte. Zu dem Zeitpunkt hatte Chapman schon Platz machen müssen für Tommy Kahnle, der Run ging aber offiziell noch auf Chapmans Kappe.

Spiel der kommenden Woche
Die Yankees und die Red Sox treffen am Wochenende schon wieder aufeinander, dieses Mal im Fenway Park in Boston. Ich freue mich drauf und werde bestimmt reinschauen, aber es wäre ja langweilig, immer nur diesen beiden Teams den Einschalttipp zu widmen. Daher empfehle ich an dieser Stelle ein anderes interessantes Matchup und zwar die Cleveland Indians gegen die Kansas City Royals. Ein klares Ergebnis in dieser Serie kann determinieren, ob die AL Central bald zugunsten der Indians entschieden ist oder aber bis zum Schluss spannend bleibt. Falls ihr ohnehin nicht viel von Schlaf haltet, dann schaut Freitagnacht Corey Kluber bei der Arbeit zu, andernfalls empfiehlt sich das Spiel am Sonntagabend.

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August 3rd, 2017 by Dominik

Zum zweiten und vorerst letzten Mal gibt es den Grand Slam am Donnerstag in der etwas kürzeren Urlaubsversion. Ab nächster Woche läuft auf dem Baseblog wieder alles wie gewohnt.

Leider komme ich nicht dazu, mich ausführlich mit den interessanten Entwicklungen zur am vergangenen Montag erreichten Deadline für No-Waiver-Trades auseinanderzusetzen. Pitching stand dieses Jahr definitiv im Mittelpunkt der Trades: Vor allem die Los Angeles Dodgers mit Yu Darvish und die New York Yankees mit Sonny Gray und Jaime Garcia haben noch mal ordentlich nachgelegt. Für eine ausgiebige deutschsprachige Auseinandersetzung mit den Deadline-Trades lege ich einmal mehr meinen Lieblingspodcast Just Baseball ans Herz, insbesondere die Aufzeichnung der Livesendung vom Montag.

American League
Die American League East ist etwas enger zusammengerückt. Das gilt sowohl für die Spitze, an der die Boston Red Sox (59-49) nach sechs Niederlagen aus den letzten zehn Partien nur noch zwei Nachholspiele von den New York Yankees (57-49) trennen, als auch für den hinteren Tabellenbereich. Dort haben die Baltimore Orioles (53-54) und die Toronto Blue Jays (51-57) jeweils sieben der letzten zehn Spiele gewonnen und wahren damit ihre Chancen auf einen Wild-Card-Platz.

In der AL Central sind sich die Cleveland Indians (57-48) und die Kansas City Royals (55-51) erstaunlich einig: Zuerst haben die Kontrahenten parallele Siegesserien hingelegt, jetzt haben sie beide drei Spiele in Folge verloren. Die Minnesota Twins (51-54) sind inzwischen schon sechs Spiele hinter die Indians zurückgefallen.

Die Houston Astros (69-38) bleiben in der AL West natürlich unangefochten, interessant ist aber die Entwicklung der Seattle Mariners (55-54), die inzwischen bei einer positiven Bilanz und nur noch eineinhalb Spiele hinter den Wild-Card-Plätzen liegen.

National League
Die Washington Nationals (63-43) haben gerade zweimal gegen die Miami Marlins (51-55) verloren, aber wen interessiert’s? Die National League East ist lange schon entschieden.

Ganz anders die NL Central, in der es zwischen den wiedererstarkten und favorisierten Chicago Cubs (57-49) und den Milwaukee Brewers (56-53) nach wie vor recht eng zugeht. Die direkte Serie am vergangenen Wochenende endete mit einem 2-1 für die Cubs in drei spannenden, knappen Spielen.

Die NL West ist natürlich weiterhin fest in der Hand der Los Angeles Dodgers (75-31), die schon vor den jüngsten Trades das beste Team der MLB waren und sich nun weiter verstärkt haben. Vor der Niederlage gegen die Braves letzte Nacht hatten die Dodgers wieder mal neun Spiele in Folge gewonnen. Sie stehen nun vierzehn bzw. vierzehneinhalb Spiele vor den Arizona Diamondbacks (61-46) und den Colorado Rockies (61-47), die ihrerseits nach wie vor die Wild Cards der AL fest im Griff haben.

Szene der Woche
Ich hatte leider die ganze Woche keinen vernünftigen Internetempfang, aber zwei besondere Szenen sind dann doch zu mir durchgedrungen: zum einen der Zahnverlust von Yankee Aaron Judge während eines Walk-Off-Jubels, zum anderen der unglaubliche Catch von Indian Austin Jackson.

Statistik der Woche 
3002. So viele Hits hat 3B Adrian Beltre von den Texas Rangers in seiner MLB-Karriere bislang erzielt. Er ist seit Sonntag der 31. Spieler im elitären Club derjenigen Spieler, die mehr als 3000 Hits gesammelt haben – und unter diesen der einzige noch aktive neben Ichiro Suzuki.

Spiel der Woche
Mit meinem Einschalttipp aus der Vorwoche lag ich tatsächlich richtig, auch wenn es nicht das erwartete hochklassige Pitcherduell wurde: Sowohl Carlos Carrasco für die Cleveland Indians als auch Chris Sale für die Boston Red Sox hatten Dienstagnacht ungewohnt schwache Starts und ließen haufenweise Runs zu, zudem hatten auch die Star-Reliever Andrew Miller (Cleveland) und Craig Kimbrel (Boston) Probleme. Dreimal gingen die Indians in Führung, teilweise deutlich. Austin Jackson (siehe „Szene der Woche“) schien ihnen den Sieg zu retten, doch am Ende hieß es dann doch 10:12 zu Gunsten der Red Sox durch einen 3-Run-Walk-Off-Homerun von Christian Vazquez.

Spiel der kommenden Woche
Der Wechsel von Starting Pitcher Yu Darvish zu den Los Angeles Dodgers war die wohl größte Meldung zur Trade-Deadline, nun will man ihn natürlich auch mal im neuen Trikot in Aktion sehen. Die erste Gelegenheit dazu gibt es voraussichtlich Freitagnacht ab 1:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit, wenn die Dodgers zu Gast im Citi Field bei den New York Mets sind. Gegen Jacob deGrom (3.29 ERA, 3.57 FIP) hat Darvish (4.01 ERA, 3.99 FIP) ein schweres Matchup zu erwarten.

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Juli 27th, 2017 by Dominik

Wie letzte Woche angekündigt gibt es heute eine etwas kürzer als gewohnt ausfallende Urlaubsedition des Grand Slam am Donnerstag. Das Team der Stunde sind die Kansas City Royals mit derzeit acht Siegen am Stück. Die Los Angeles Dodgers schienen Ende letzter Woche etwas zu stolpern, aber nach zwei Niederlagen gegen die Atlanta Braves haben sie nun schon wieder fünfmal hintereinander gewonnen und sind auch ohne den verletzten Clayton Kershaw dabei, ihre dominante Saison fortzusetzen.

National League
Wenig Neues in der National League East: Die Washington Nationals (60-39) ziehen weiterhin einsam ihre Kreise vor dem abgeschlagenen Rest der Division. Angesichts von zwölfeinhalb Spielen Vorsprung wird auch der Ausfall von Stephen Strasburg zu verkraften sein. Der Pitcher ist wegen eines eingeklemmten Nervs im Unterarm auf der DL gelandet, wird aber voraussichtlich nur einen Start verpassen.

Deutlich spannender geht es in der NL Central zu, in der die Chicago Cubs (53-47) seit dem All-Star-Break ihre Vorjahresform wiedergefunden und inzwischen auch die Führung übernommen haben. Die Milwaukee Brewers (54-49) sind mit nur zwei Siegen aus den letzten zehn Spielen böse abgestürzt, aber noch liegen sie nur ein halbes Spiel hinter den Cubs und von Freitag bis Sonntag treffen die beiden Kontrahenten direkt aufeinander. Mit etwas Abstand sind auch die St. Louis Cardinals (50-51) und die Pittsburgh Pirates (50-52) noch im Rennen.

Die NL West ist nach wie vor die stärkste Division im Baseball und auf gutem Weg, beide Wild-Card-Plätze der National League zu holen. Die Arizona Diamondbacks (58-43) und die Colorado Rockies (58-45) würden in jeder anderen Gruppe ernsthaft um Platz eins mitspielen, doch auf die Los Angeles Dodgers (71-31) haben sie schon zwölfeinhalb bzw. dreizehneinhalb Spiele Rückstand. Die Dodgers müssen voraussichtlich vier bis sechs Wochen auf ihren Starpitcher Clayton Kershaw verzichten. Man darf gespannt sein, ob sie nun zur Trade Deadline noch einmal nachlegen und jemanden wie Sonny Gray oder Yu Darvish an Land ziehen.

American League
Die Boston Red Sox (56-47) haben sich zwischendurch vier Niederlagen in Folge erlaubt und damit für neue Spannung in der American League East gesorgt. Sie stehen nun nur noch knapp vor den New York Yankees (53-46) und den Tampa Bay Rays (53-49) und werden froh sein, dass diese sich in den nächsten Tagen im direkten Duell gegenseitig Punkte wegnehmen. Die Red Sox selbst werden es aber auch nicht leicht haben, denn sie treffen nun nacheinander auf die beiden Contender der AL Central.

Diese beiden, die Cleveland Indians (54-45) und die Kansas City Royals (53-47), schenken sich zurzeit mit sechs bzw. acht Siegen hintereinander überhaupt nichts im Kampf und die Spitze der AL Central. Leidtragender davon sind die Minnesota Twins (49-51), die sich vorerst von dem lange aufrecht erhaltenen Führungsanspruch verabschieden müssen. Daran ändert leider auch die gute Form „unseres“ MLBlers Max Kepler (.292/.366/.444 im Juli) nichts.

In der AL West bleiben die Houston Astros (67-34) das Maß aller Dinge. Angesichts des Hypes um die Los Angeles Dodgers ist der um die Astros etwas abgeflaut. Doch auch sie spielen nach wie vor eine absolut beeindruckende Saison. Mit siebzehn Spielen auf die zweitplatzierten Seattle Mariners (51-52) halten sie den derzeit höchsten Vorsprung innerhalb der Majors und ihre 599 erzielten Runs führen die MLB mit weitem Abstand an.

Szene der Woche
Triple Plays, also drei Outs auf einen Streich, sieht man generell schon selten in der MLB. Ein Run-Scoring-Triple-Play, also eines, bei dem gleichzeitig ein Run nach Hause kommt, ist noch weitaus seltener – genauer gesagt kam das erst zehnmal vor. Und wenn dies dann auch noch beim allerersten At Bat im neuen Heimstadion eines frisch verpflichteten Spielers passiert, dann haben wir ein vermutlich historisch einmaliges Ereignis. Passiert ist das Ganze am Dienstag Third Baseman Todd Frazier, der letzte Woche im Zuge eines Trades von den Chicago White Sox zu den New York Yankees gewechselt war – ausgerechnet gegen die Cincinnati Reds, für die Frazier von 2011 bis 2015 gespielt hatte.

Statistik der Woche 
20 Jahre, 275 Tage. So alt ist der aktuell jüngste Spieler in der MLB, der frisch aus den Minors ins Team der Boston Red Sox geholte Third Baseman Rafael Devers. Es soll eigentlich nur ein kurzes Hineinschnuppern sein, um die Lücke bis zur Ankunft des neu aus San Francisco verpflichteten Eduardo Nunez zu füllen. Doch Devers hat sich offenbar vorgenommen, es den Red Sox sehr schwer zu machen, ihn wieder nach unten zu schicken: In seinem ersten Spiel holte er zwei Walks heraus, im zweiten zwei Hits und der erste davon war gleich ein Home Run. Devers ist damit der jüngste Red-Sox-Spieler mit einem Homerun seit Tony Conigliaro im Jahr 1965.

Spiel der Woche
Ich sehe zurzeit urlaubsbedingt nicht viel Baseball, aber das Spiel zwischen den Cleveland Indians und den Los Angeles Angels Dienstagnacht war sicher sehr unterhaltsam: Zuerst sah es nach einer klaren Angelegenheit für die Indians aus, als diese im zweiten Inning auf 7:0 davon zogen. Doch die Angels verkürzten Stück um Stück und nach sechs Durchgängen stand es 7:7. Bis ins elfte Inning hinein blieb es bei diesem Spielstand, bevor schließlich Edwin Encarnacion per Walk-Off-Grand-Slam doch noch den Sieg für Cleveland sicherte. Encarnacions Homerun war übrigens sein 1000. RBI in der MLB – genauer gesagt seine RBIs 998 bis 1001.

Spiel der kommenden Woche
Sowohl die Cleveland Indians als auch die Boston Red Sox führen derzeit mit hauchdünnem Vorsprung ihre jeweilige Division an. Insofern wird es auf jeden Fall spannend, was das Aufeinandertreffen dieser beiden Teams von Montag bis Mittwoch hervorbringt. Obendrein gibt es voraussichtlich in der Partie Dienstagnacht ab 1:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit ein starkes Pitcherduell zu sehen, wenn für Boston Chris Sale (2.37 ERA, 1.91 FIP) und für Cleveland Carlos Carrasco (3.58 ERA, 3.59 FIP) auf dem Mound stehen.

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Juni 29th, 2017 by Dominik

Wie doch die Zeit vergeht: In nur eineinhalb Wochen steht bereits der All-Star-Break an, sozusagen die Halbzeitpause der MLB-Saison. Als erstes Team der Liga haben die Los Angeles Angels bereits über die Hälfte ihrer Spiele (82 von 162) absolviert. Mit dem Walkoff-Win gegen ihren Lokalrivalen, die Los Angeles Dodgers, sind die Angels erfolgreich in ihre zweite Saisonhhälfte gestartet. Trotz der Niederlage sind die Dodgers derzeit die Attraktion der Liga: Mit 17 Siegen aus 20 Spielen sind sie in den vergangenen drei Wochen derart heiß gelaufen, dass sie inzwischen den Houston Astros die Rolle als stärkstes Teams der MLB streitig machen.

National League
Die Washington Nationals (47-31) spielen in der National League East seit Wochen nicht mehr als das, was Baseballer einen .500er-Ball nennen, aber das reicht locker aus, um die Divisionskonkurrenz in Schach zu halten. Immer wenn es drauf ankommt, ist die sagenhafte Offense (MLB-Spitze mit 442 erzielten Runs) zur Stelle und holt den nach wie vor schwachen Bullpen aus der Bredouille. Hinter den Nationals geht es um nicht viel mehr als die Ehre – die Ehre, in der Endabrechnung Platz zwei zu belegen, den momentan die Atlanta Braves (37-40) vor den Miami Marlins (35-41) und den New York Mets (35-42) behaupten, sowie die Ehre, am Ende vielleicht doch nicht das schlechteste Team der Liga zu sein. Momentan sind es die Philadelphia Phillies (26-51), aber zwei Siege hintereinander gegen die Mariners lassen zumindest ein ernsthaftes Bemühen erkennen.

Ein wahres Schneckenrennen bietet momentan die NL Central: Obwohl sich die Chicago Cubs (39-39) mit Mühe auf einer lediglich ausgeglichenen Bilanz halten, tasten sie sich Woche für Woche ein Stückchen näher an die Milwaukee Brewers (41-39) heran, welche sich wahrscheinlich selbst am meisten darüber wundern, immer noch an der Spitze der Division zu stehen. Die St. Louis Cardinals (36-41) und die Pittsburgh Pirates (36-42) sind noch nicht aus dem Rennen, machen auf mich aber nicht den Eindruck, dieses Jahr noch viel reißen zu können – andererseits tun das ja auch die Brewers und die Cubs nur sehr eingeschränkt und die Cincinnati Reds (33-44) sowieso nicht. Hier noch eine interessante Geschichte aus dem Lager der Cubs: Dienstagnacht ließen sich Pitcher Jake Arrieta und Catcher Miguel Montero sage und schreibe sieben Bases von den Nationals stehlen. Statt sich an die eigene Nase zu fassen, beschwerte Montero sich hinterher öffentlich über die langsame Pitching-Bewegung von Jake Arrieta – und wurde prompt aus dem Team entlassen. Irgendwie hat er das mit seinem Verhalten durchaus verdient – es zeigt aber auch, wie blank die Nerven beim Titelverteidiger angesichts der bisher höchst mittelmäßigen Saison offenbar liegen.

Vom Schneckenrennen in der NL Central kommen wir zum genauen Gegenteil in der NL West. Die Los Angeles Dodgers (52-28) und die Arizona Diamondbacks (50-29) marschieren nahezu im Gleichschritt, haben 17 bzw. 16 ihrer letzten 20 Spiele gewonnen. Die Leidtragenden dieser beiden Erfolgsserien sind die Colorado Rockies (47-34), die sich in ihrem ersten echten Slump des Jahres befinden und derzeit acht Spiele in Folge verloren haben – ungünstigerweise allesamt gegen Divisionskonkurrenz, zuletzt sogar dreimal gegen die San Francisco Giants (30-51). Am Wochenende müsste für die Rockies nun dringend ein Seriensieg über die Diamondbacks her, wenn man in dem Dreikampf um die Division nicht noch deutlicher zurückfallen will.

American League
Ich bereite Teile dieses Artikels meistens schon am Mittwoch vor und nun muss ich schon zum zweiten Mal in Folge am Donnerstagnachmittag den Text umschreiben, in dem ich vermelden wollte, dass die New York Yankees (42-34) die Führung in der American League East an die Boston Red Sox (43-35) verloren haben. Ich glaube so langsam, die machen sich einen Spaß daraus, ausgerechnet Mittwochnacht immer wieder alles zu drehen – das macht mir die Yankees nicht gerade sympathischer… Was ich hingegen so erfreulich wie bemerkenswert finde ist, wie sich seit Wochen in winzigen Schritten die Tampa Bay Rays (41-39) an den Titelkampf heranpirschen. Wenn das so weitergeht, wird die AL East dieses Jahr auch über die ewig junge Yankees-Red-Sox-Rivalität hinaus eine sehr spannende Division. Zumal auch die Baltimore Orioles (38-39) sich von ihrem zwischenzeitlichen Absturz inzwischen gefangen und die Toronto Blue Jays (37-40) sich ebenfalls noch nicht aufgegeben haben.

Ebenfalls ein heißes Rennen gibt es in der AL Central, in der sich die Cleveland Indians (41-36) und die Minnesota Twins (40-36) alle paar Tage an der Spitze abwechseln. An den letzten beiden Wochenenden trafen die beiden Kontrahenten direkt aufeinander und interessanterweise haben sie sich jeweils im Auswärts-Ballkpark gegenseitig gesweept. Ob auch die Kansas City Royals (38-38) noch ein Wörtchen mitreden können, wird sich vielleicht schon über das kommende Wochenende zweigen, wenn sie viermal auf die Twins treffen. Die bis vor Kurzem noch bemerkenswerte Ausgeglichenheit der Division ist derweil Vergangenheit, denn durch anhaltend schwache Auftritte der Detroit Tigers (34-43) und der Chicago White Sox (33-44) ist inzwischen eine Zwei-Klassen-Gesellschaft aus der AL Central geworden.

Zwei Klassen gibt es auch in der AL West: die Houston Astros (53-26) als Klasse für sich und der Rest irgendwo dahinter. Ähnlich wie in der NL East hinter den Nationals spielen die anderen Teams nur noch die Plätze untereinander aus, wobei in der AL West durchaus realistische Hoffnung auf eine Wild Card besteht. Bemerkenswerterweise halten die Los Angeles Angels (42-40) sich wacker über .500 und damit vor den Texas Rangers (39-39) und den Seattle Mariners (39-41) auf Platz zwei. Das hätte ich ihnen insbesondere wegen des Ausfalls von Superstar Mike Trout – der übrigens kurz vor oder kurz nach dem All-Star-Break zurück erwartet wird – nicht zugetraut.

Szene(n) der Woche
Diese Woche haben mich vor allem einige fantastische Catches beeindruckt. Gleich zwei davon gehen auf das Konto von Cubs-Infielder Javier Baez, beide aus dem gleichen Spiel gegen die Nationals: Zuerst klaute er Bryce Harper einen sicheren Hit durch einen hart geschlagenen Linedrive und später im Spiel sprintete er 132 Fuß (gut 40 Meter), um kurz vor der Spielfeldbegrenzung einen Foulball von Adam Lind abzufangen. Ein weiteres Highlight lieferte Reds-Outfielder Scott Schebler ab, der mit einem gigantischen Sprung einen Homerun von Brewers-Neuzugang Stephen Vogt verhinderte. Nicht ganz gelungen war ein Fangversuch von Rockies-3B Nolan Arenado, der sich gegen einen Groundball von Giants-Pitcher Ty Blach ganz lang machte, den Ball aber nicht zu fassen bekam. Umso beeindruckender war dann aber, wie er  ihn sich blitzschnell angelte und ihn im Liegen zum Aus an der ersten Base feuerte.

Statistik der Woche 
0.99. Das ist der ERA von Nationals-Pitcher Max Scherzer aus seinen 5 Starts im Juni. In 36.1 Innings hat er nur 14 Hits und 6 Walks zugelassen, was einem WHIP von 0.55 entspricht. Gleichzeitig hat er 51 Strikeouts geworfen, das sind 12.63 Strikeouts pro 9 Innnings. Den Gegnern, die es mit Scherzer in diesem Monat zu tun bekamen, erlaubte er einen Batting Average von gerade mal .114.

Spiel der Woche
Das Spiel der Cleveland Indians gegen die Texas Rangers am Montag schien frühzeitig entschieden, als die Gäste schon im ersten Inning vier Runs scorten und die Führung bis zum vierten Inning auf 9:2 ausbauten. Die Indians mussten ab dem vierten Inning auch noch ohne ihren Manager Terry Francona auskommen, der mit Herzbeschwerden in die Notaufnahme musste (glücklicherweise stellte sich heraus, dass keine ernsthafte Erkrankung vorlag). Doch die amtierenden AL-Champions weigerten sich, einfach aufzugeben und kamen mit 13 Punkten zurück, ohne weitere Runs des Gegners zuzulassen. Schon nach dem siebten Inning hatten die Indians das Spiel komplett gedreht und den 15:9-Endstand hergestellt. Der Erfolg geht wohl als geschlossene Teamleistung durch: Keiner der 15 Runs wurde als Homerun erzielt, dafür hatte jeder einzelne Batter mindestens einen Hit; alle außer Jason Kipnis hatten sogar zwei oder mehr.

Spiel der kommenden Woche
In der NL West steht mit der Serie der Rockies gegen die Diamondbacks das nächste Gipfeltreffen des spannnenden Dreikampfs an, doch nach zwei Einschalttipps aus dieser Division in Folge soll es dieses Mal etwas anderes sein: Die New York Yankees treffen übers Wochenende dreimal auf die Houston Astros zu einer bestimmt sehr attraktiven Serie. Von der Startzeit her bietet sich das Matchup am Sonntag um 20:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit an. Auf dem Mound werden voraussichtlich die beiden Rechtshänder Luis Severino (3.15 ERA) für die Yankees und Mike Fiers (3.98 ERA) für die Astros stehen.

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Mai 11th, 2017 by Dominik

Beim 18-Inning-Thriller zwischen den Yankees und den Cubs am Montagmorgen kam bei mir zum ersten Mal in diesem Jahr  so etwas wie Playoff-Feeling auf. Das hat Spaß gemacht, aber trotzdem bin ich froh, dass die MLB-Saison noch sehr lange dauert und noch sehr viel passieren kann und wird. Was in den vergangenen sieben Tagen alles passiert ist, verrät der heutige Grand Slam am Donnerstag:

American League
Die New York Yankees (21-10) und die Baltimore Orioles (23-11) marschieren an der Spitze der American League East nahezu im Gleichschritt: Beide haben sieben der letzten zehn Spiele gewonnen, beiden ist diese Woche eine Serie von sechs Siegen in Folge gelungen und für beide endeten diese Serien gestern Abend. Allerdings machen die Yankees deutlich stärker den Eindruck, sich dort oben auf Dauer halten zu können, als die Orioles: Sie scoren mehr Runs, sie lassen weniger Runs zu, vor allem sind sie weniger abhängig von 1-Run-Games. Die Orioles haben acht ihrer Siege mit nur einem Run Unterschied eingefahren, was in der Regel mit Glück und einem guten Bullpen zu tun hat. Nur ist Glück nicht planbar und Baltimores Bullpen hat gerade einen herben Schlag durch die erneute Verletzung von Zach Britton erlitten. Knapp positiv, aber immerhin schon fünf Spiele hinter den beiden Führenden, stehen die Boston Red Sox (17-16), die immer noch nach ihrem Rhythmus suchen. Vielleicht hilft die anstehende Heimserie gegen die Tampa Bay Rays (17-19) den Red Sox, sich ein bisschen aus dem Mittelmaß zu befreien.

Die AL Central ist nach wie vor eng beisammen. Zwischen den Cleveland Indians (18-15) an der Spitze und den Chicago White Sox (15-16) auf Platz vier liegen gerade mal zwei Spiele. Von Freitag bis Sonntag steht eine Serie zwischen den Indians und den derzeit zweitplatzierten Minnesota Twins (16-14). Da sollte man mal reinschauen – zum einen weil es interessant ist, wie sich der erklärte Favorit Cleveland gegen den überraschend guten Underdog Minnesota schlägt, zum anderen um mal wieder unseren deutschen Lokalmatador Max Kepler in Aktion zu sehen, der bei den Twins in diesem Jahr unumstrittener Stammspieler ist. Sein Bat ist im bisherigen Mai (.136/.269/.136) gegenüber dem April (.280/.368/.467) leider deutlich abgekühlt, aber vielleicht geht es ja schon in der Serie gegen die Indians wieder aufwärts.

Unter die AL West möchte man gedanklich schon fast einen Haken machen, so deutlich liegen die Houston Astros (23-11) vorne. Der Abstand zum Zweiten beträgt schon sechs Spiele, das ist mehr als zwischen dem Ersten und dem Letzten in der NL Central. Interessant ist allerdings, wer neuerdings auf Platz zwei steht, denn mit sechs Siegen aus den letzten sieben Spielen haben sich die Seattle Mariners (17-17) nach ihrem enttäuschenden Start zu einer ausgeglichenen Bilanz und vorbei an den Los Angeles Angels (17-19) gearbeitet. Auch die Texas Rangers (15-20) haben mit vier Siegen eine ordentliche Woche hinter sich und damit immerhin verhindert, am Tabellenende völlig abgeschlagen zu sein.

National League
Ähnlich wie in der AL West herrschen auch in der National League East klare Verhältnisse und ich habe nicht den Eindruck, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern dürfte. An den Washington Nationals (22-12) und ihren als einziges MLB-Team über 200 erzielten Runs (209) scheint dieses Jahr kein Weg vorbei zu führen. Die New York Mets (16-17) sind in meinen Augen das einzige Team der Division, das grundsätzlich mit den Nationals mithalten könnte, doch eine Kombination aus Verletzungen, schlechtem Feldmanagement und fortwährender Selbstbeschäftigung (siehe „Szene der Woche) hält sie davon ab. Mit den Philadelphia Phillies (13-19), den Miami Marlins (13-20) und den Atlanta Braves (11-20) hat die AL West gleich drei Teams, die derzeit nicht konkurrenzfähig sind – im Gleichschritt haben alle drei jeweils acht der letzten zehn Spiele verloren.

Umso spannender präsentiert sich dieser Tage die NL Central. Wer mit einem glatten Durchmarsch der Chicago Cubs (17-17) gerechnet hatte, sieht sich getäuscht. Stattdessen ist der Titelverteidiger nach dem Sweep durch die Yankees und einer verlorenen Serie gegen die Rockies auf Platz vier der sehr eng beisammen stehenden Division abgerutscht. Vorne stehen plötzlich die St. Louis Cardinals (19-14), die die vergangene Woche zu einer Serie von sechs Siegen genutzt haben. Das war zwar nur gegen die Braves und die Marlins, aber nun stehen drei Spiele gegen die Cubs an, in denen die Cardinals zeigen können, ob sie zurecht Platz eins besetzen. Mehr als solide halten sich auch die Cincinnati Reds (18-15) und die Milwaukee Brewers (18-16), während die Pittsburgh Pirates (14-20) als einziges Team der Division eine Negativbilanz aufweisen und sich nach bislang vier Niederlagen in Folge für die nächste Zeit im Keller der Tabelle eingerichtet haben.

Noch tiefer im Keller sitzen in der NL West die San Francisco Giants (12-23), bei denen dieses Jahr einfach gar nichts zusammen läuft – die zweitwenigsten Runs (115) und die meisten kassierten Runs (183) der MLB machen wenig Hoffnung, dass diese Saison noch zu retten wäre. Mit den San Diego Padres (13-22) haben die Giants in ihrem Keller immerhin einen Nachbarn in ähnlich aussichtsloser Lage. Zwischen diesen beiden und dem Führungstrio Colorado Rockies (22-13), Los Angeles Dodgers (20-14) und Arizona Diamondbacks (19-16) klafft bereits eine Lücke von sechs Siegen. Die Dodgers haben diese Woche fünf Spiele absolviert und fünf Siege eingefahren und mischen nun auf Augenhöhe mit den beiden anderen mit. Da passt es geradezu perfekt, dass nun eine Vier-Spiele-Serie zwischen den Dodgers und den Rockies ansteht (siehe „Spiel der kommenden Woche“). Diese werden die Dodgers allerdings – ebenso wie den Rest der Saison – ohne Outfielder Andrew Toles bestreiten müssen, der sich im vorgestrigen Spiel gegen die Pirates das Kreuzband gerissen hat.

Szene der Woche
Die bisherige Saison der New York Mets ist sportlich eher mittelmäßig, vom Drumherum aber ist es eine erstklassige Seifenoper. Bisherige Highlights: ein Closer, der sich gegen häusliche Gewalt engagiert und dann 15 Spiele gesperrt wird, nachdem er im Streit mit seiner Frau eine Tür zerstört hat (Jeurys Familia); ein Starting Pitcher, der eine ärztliche Untersuchung ablehnt, weil er „seinen Körper am besten kennt“ und sich im nächsten Spiel den Muskel reißt (Noah Syndergaard); ein anderer Starter, der nicht zum Spiel erscheint, nachdem er bis 4 Uhr morgens seinen Frust darüber ertränkt hat, dass seine Ex mit ihrem Ex ausgegangen ist (Matt Harvey). Und jetzt meine Szene der Woche: Die Mets veröffentlichen auf Twitter ein Foto von T. J. Rivera, der seinen ersten MLB-Homerun geschlagen hat – und übersehen, dass im Hintergrund im Schrank von Kevin Plawecki ein großer schwarzer Dildo zu sehen ist. Ich fürchte, wenn für mich als Metsfan von dieser Saison etwas hängen bleibt, dann vor allem das Gefühl des Fremdschämens.

Statistik der Woche 
4,62 Fuß. Das sind 1,41 Meter und somit eine ziemliche Höhe für einen Pitch, wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Strike Zone ihre obere Grenze auf ca. 3,5 Fuß (1,07 Meter) hat. Orioles-Slugger Mark Trumbo hat am Montag beim 6:4-Sieg seines Teams gegen die Nationals das Kunststück fertig gebracht, solch einen Pitch von Gio Gonzalez zum Homerun zu schlagen. Es war der höchste Homerun-Pitch seit Beginn der Messungen, also seit mindestens 2008.

Spiel der Woche
Das Matchup der New York Yankees gegen die Chicago Cubs versprach schon vorher ein interessantes zu werden, aber das dritte Spiel der Serie am Sonntag übertraf alle Erwartungen. Bis zur Mitte des neunten Innings sah es nach einem relativ klaren Sieg der Yankees aus mit einer 4:1-Führung und Top-Closer Aroldis Chapman auf dem Weg zum Mound. Doch Chapman vergab die Save-Situation, nach zwei Walks und drei Singles ließ er durch einen Hit-by-Pitch bei geladenen Bases den Ausgleich zu. So ging das Spiel in die Verlängerung, welche nach den neun regulären Innings volle neun weitere Innings andauerte und deren Highlight ein Wahnsinnscatch von Kyle Schwarber im zwölften Inning war. Die Entscheidung im 18. Inning brachte ein mit äußerster Mühe – Bunt, Error, Sacrifice, Fielders Choice – zusammengeschusterter Run der Yankees durch Aaron Hicks. Was aber vor allem in Erinnerung bleiben wird, ist der neue MLB-Rekord für die meisten Strikeouts in einem Spiel: Mit 48 wurde die alte Marke von 43 (aus einem 20-Inning-Spiel der Angels gegen die Athletics von 1971) deutlich übertroffen.

Spiel der kommenden Woche
Die Colorado Rockies und die Los Angeles Dodgers haben ab heute vier Tage lang Gelegenheit, unter sich auszumachen, wer Herr im Hause NL West ist. Das vierte Spiel der Serie läuft am Sonntag nicht nur zur europafreundlichen Zeit von 21:10 Uhr, es ist obendrein sogar das Free Game of the Day auf mlb.tv. Das Pitching-Matchup dieses Spiels besteht aus zwei Top-Talenten: Für die Dodgers wird Julio Urias (1.06 ERA) starten, der vorgestern gegen die Pirates einen No-Hitter bis ins siebte Inning laufen hatte. Sein Gegenüber ist Antonio Senzatela (2.86 ERA), der NL-Rookie des Monats April.

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April 18th, 2017 by Dominik

Man stelle sich vor, in Deutschland träte ein Sportverein auf den Plan, der sich beispielsweise „Castrop-Rauxel Zigeuner“ nennt und als Logo die vor rassistischen Stereotypen strotzende Karikatur eines Angehörigen des „fahrenden Volkes“ trägt. Der Aufschrei wäre groß, außer vielleicht wenn es ein von Sinti und Roma gegründeter Club wäre, dessen Bezeichnung einen selbstironischen Hintergrund hat. Das Beispiel klingt an den Haaren herbei gezogen, aber das ist es nicht, denn die Cleveland Indians entsprechen ziemlich genau diesem Muster: Sie tragen einen Namen, dessen Neutralität als Bezeichnung amerikanischer Ureinwohner zumindest fragwürdig ist, und obendrein als Logo die Karikaturfigur „Chief Wahoo“, die man mit ihrer knallroten Haut und der Hakennase relativ eindeutig als offen rassistisch bezeichnen muss.

Der Konflikt um den Namen und das Logo der Indians ist nicht neu, vielmehr schwelt er seit Jahrzehnten und kocht in unregelmäßigen Abständen immer wieder hoch. Dass es nun mal wieder so weit ist und sich dieses Mal tatsächlich etwas ändern könnte, geht auf niemand Geringeren als MLB-Commissioner Rob Manfred zurück. Gegenüber der New York Times ließ Manfred durch einen Sprecher verlauten, er habe gegenüber den Cleveland Indians den Wunsch deutlich gemacht, dass man sich von Chief Wahoo als Logo verabschiedet. Manfred galt schon früher als Gegner des Logos, hatte sich aber noch nie so deutlich öffentlich geäußert wie mit dem jüngsten Statement.

Sehr viel früher und sehr viel deutlicher haben sich schon zahlreiche Andere über Chief Wahoo geäußert: Seit den 1970er Jahren gibt es immer wieder Proteste und Klagen amerikanischer Ureinwohner, die sich durch den Teamnamen und vor allem durch das Logo beleidigt und herabgewürdigt fühlen, und schon seit über 20 Jahren wird jedes Jahr zum Opening Day eine Demonstration (wenngleich oft in überschaubarer Größe) gegen Chief Wahoo abgehalten.

Natürlich gibt es auch Anhänger der Gegenposition, die den Namen und das Logo nicht als Problem sehen sondern als liebgwonnene Tradition, von der man sich nicht trennen will. Das Argument dieser Seite ist, dass die wenig dezenten Anspielungen auf die amerikanischen Ureinwohner positive Assoziationen wecken sollen: Man wolle die Ureinwohner damit ehren, sich ihre Stärke und Standhaftigkeit zum Vorbild nehmen.

Ich glaube den Vertrern dieser Ansicht, zu denen natürlich vor allem der Verein selbst und die große Mehrheit seiner Anhänger gehören, dass sie das ernst meinen. Warum sollten sie ihr Team nach einer Volksgruppe benennen, die sie damit beleidigen wollen? Doch gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut. Chief Wahoo ist und bleibt ein stereotypes Zerrbild von einem amerikanischen Ureinwohner und in erster Linie sollten die Betroffenen selbst entscheiden, ob sie sich von einer Bezeichnung oder einer Darstellung beleidigt fühlen oder nicht. Für eine nicht unerhebliche Anzahl von Angehörigen und Interessenvertretern der betreffenden Volksgruppen ist das offensichtlich der Fall und das halte ich für Grund genug, sich zumindest von dem Logo zu verabschieden. Terry Pluto, einer der Beatwriter in Cleveland, hat es meiner Ansicht nach sehr gut auf den Punkt gebracht mit der Frage „Würdest du dich damit wohl fühlen, eine Chief-Wahoo-Kappe zu tragen, wenn du ein Indianer-Reservat besuchst?“ und seiner eigenen Antwort darauf: „No way.“

Die Politik des Clubs selbst ist übrigens, die Verwendung von Chief Wahoo seit rund zehn Jahren behutsam zurückzufahren, ohne sich offiziell zu einem Abschied von dem Logo zu bekennen. Das Logo wurde über die Jahre hinweg weniger präsent im Ballpark der Indians und auch auf Uniformen und Fanartikeln wurde Chief Wahoo inzwischen zum sekundären Logo heruntergestuft gegenüber einem großen roten „C“. Ein klarer Schnitt sieht freilich anders aus, die Präsenz der Rothaut-Karikatur ist nach wie vor unübersehbar und zwar nicht nur auf der Kleidung von Zuschauern sondern auch auf den meisten Varianten der von den Spielern getragenen Caps.

Ich hoffe sehr, dass man in Cleveland (und anderswo, zum Beispiel beim NFL-Team Washington Redskins) über kurz oder lang zur Vernunft kommt und sich zu klarer Kante gegen Rassismus und offenem Umgang mit dem Thema bekennt statt zu halbherzigen Rechtfertigungen und verschämtem Verschwindenlassen auf Raten. Die Indians haben ein starkes, sympathisches Team und eine große und treue Fanbasis. Von beidem werden sie kein Stück verlieren, wenn sie sich von Chief Wahoo verabschieden.

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März 30th, 2017 by Dominik

Am Sonntag geht es endlich los mit der MLB-Saison 2017. Die Tampa Bay Rays und die New York Yankees machen (warum auch immer) den Anfang um 19:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit, anschließend spielen die Arizona Diamondbacks gegen die San Francisco Giants und die St. Louis Cardinals gegen Titelverteidiger Chicago Cubs. Alle anderen Teams haben ihr Eröffnungsspiel am Montag.

Was ich von der neuen Saison erwarte, habe ich in meinen Previews nach und nach verraten – O. K., der letzte Teil kommt erst morgen früh, aber der aufmerksame Leser hat sich bereits an dreißig Fingern abgezählt, welches Team ich dieses Jahr als World-Series-Sieger tippe.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass auch die Baseball-Bundesliga am Wochenende die Saison eröffnet. Los geht es schon am Freitagabend mit dem Spiel Heidenheim Heideköpfe gegen Haar Disciples. Auch auf die Bundesliga bin ich heiß wie Frittenfett, aber wegen der vielen wechselnden Importspieler und weil ich auch nur die Mainz Athletics wirklich intensiv verfolge, traue ich mir hier keine Prognose zu.

Jetzt aber erstmal das Wichtigste aus den vergangenen sieben Tagen – zum vorerst letzten Mal im Offseason-Format, ab nächster Woche gibt es dann wieder den bewährten Aufbau nach Divisionen mit Spielzug und Statistik der Woche etc.

Will Smith braucht Tommy-John-Surgery
Die San Francisco Giants müssen kurz vor Saisonstart eine Hiobsbotschaft verdauen: Mit RP Will Smith fällt ein wichtiger Teil des Bullpens für dieses Jahr aus, nachdem er sich der berühmt-berüchtigten Tommy-John-Surgery unterziehen muss.

Zwei Neue für die Rays  
Die Tampa Bay Rays haben sich Im Frühlingsschlussverkauf noch zwei neue Spieler geleistet: Peter Bourjos kommt von den Chicago White Sox für Geld oder einen später zu benennenden Spieler und soll die Tiefe im Outfield ergänzen, hauptsächlich als Ersatzmann für Kevin Kiermaier. Catcher Derek Norris, von den Washington Nationals nach der Wieters-Verpflichtung entlassen, wird bei den Rays direkt in die Stammformation einsteigen, jedenfalls bis Wilson Ramos wieder fit ist. Ramos kam im Winter ebenfalls aus Washington, jedoch mit einer bekannten Verletzung, die ihn noch mindestens für die erste Saisonhälfte zum Aussetzen zwingt.

Vertragsverlängerungen für Rougned Odor und Jose Ramirez
Zwei junge Spieler und deren Teams haben sich durch frühzeitige Vertragsabschlüsse Planungs- und Kostensicherheit gesichert: Die Texas Rangers bezahlen dem 23-jährigen 2B Rougned Odor 49,5 Millionen Dollar und zwei Pferde (!) für sechs Jahre und haben die Option auf ein siebtes Jahr. Der 24-jährige Infield-Allrounder Jose Ramirez erhält von den Cleveland Indians 26 Millionen für die nächsten fünf Jahre und auch dieser Vertrag kann über Teamoptionen bis auf sieben Jahre ausgedehnt werden.

Jeurys Familia 15 Spiele gesperrt
Dass Jeurys Familia nach einem Vorfall häuslicher Gewalt eine Sperre erwartet, galt schon seit seiner vorübergehenden Festnahme am 31. Oktober als relativ sicher. Unklar war nur, wie lange genau die New York Mets auf ihren Closer verzichten müssen. Die MLB hat nun bekannt gegeben, dass es 15 Tage sind. Das ist die Hälfte dessen, was Aroldis Chapman letztes Jahr absitzen musste, offenbar weil Familias Fall als weniger schlimm eingestuft wurde und weil er bei der Aufklärung umfassend kooperierte. Nach übereinstimmenden Aussagen aller Beteiligten hat Familia seine Frau weder geschlagen noch mit Gewalt bedroht, sich aber während eines Streits unangemessen verhalten (angeblich geht es um eine zerstörte Tür).

Zweiter No-Hitter im Spring Training
Letzte Woche war es noch etwas Besonderes, als die New York Yankees den ersten Spring-Training-No-Hitter seit zwei Jahren schafften. Bis zum nächsten dauerte es aber nun gerade mal sieben Tage: Sage und schreibe acht Pitcher der Los Angeles Angels of Anaheim vereinten ihre Künste, um beim 4:0-Sieg ihres Teams die Seattle Mariners ohne Basehit abzufertigen. Das ist eine reife Leistung, auch wenn es nur im Spring Training war und obendrein gegen einen Split Squad der Mariners, in dem Seattle nur zwei Stammspieler einsetzte.

MLB im deutschen Fernsehen
Bisher war mlb.tv konkurrenzlos, wenn man die MLB aus Deutschland in bewegten Livebildern verfolgen wollte. Für den Die-Hard-Fan, der den Zugriff auf alle Spiele braucht, bleibt das auch so, aber wer sich auch mit einer kleineren Auswahl von Spielen zufrieden gibt, hat nun gleich zwei Alternativen: Der Streaminganbieter DAZN hat bekannt gegeben, dass er ab dieser Saison mehr als 600 MLB-Spiele übertragen wird. Und auf Sport1-US werden mindestens 75 Spiele gezeigt, die meisten davon mit Originalkommentar im Pay-TV, ein paar aber sogar im Free-TV mit eigenem deutschem Kommentar. Los geht es am Sonntag ab 23:15 Uhr mit Giants@Diamondbacks. Ich werde am Wochenende noch mal in einem ausführlicheren Artikel auf die verfügbaren Quellen mit ihren Vor- und Nachteilen und den anfallenden Kosten eingehen.

Kein First Pitch von Donald Trump
Ein neu gewählter US-Präsident eröffnet üblicherweise die MLB-Saison mit einem zeremoniellen ersten Pitch. Von Donald Trump bleibt uns das vorerst erspart. Er sagte die entsprechende Anfrage der Washington Nationals unter Verweis auf einen Terminkonflikt ab.

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März 28th, 2017 by Dominik

Die Indians waren in der Offseason recht aktiv, doch am Kern des Teams, das letztes Jahr nur um Haaresbreite den World-Series-Sieg verpasst hat, gab es sinnvollerweise nicht viele Veränderungen. 1B/DH Mike Napoli hat die Indians gen Texas verlassen und schien zunächst eine Lücke ins Lineup zu reißen, doch mit der Verpflichtung von Edwin Encarnacion wurde dieser Verlust mehr als kompensiert. Der ohnehin schon herausragende Bullpen erhielt mit Lefty Boone Logan eine weitere Verstärkung. Angesichts dessen möchte man den Gegnern der Indians raten, auf frühes Scoring zu setzen, doch auch das wird nicht einfach, solange die Rotation gesund bleibt. Corey Kluber, Danny Salazar und Carlos Carrasco sind eine Top-3, die sich mit jeder anderen in der Liga messen kann. Allerdings laborierten die beiden Letzteren 2016 an Verletzungen, Outfield-Slugger Michael Brantley fiel fast ein ganzes Jahr lang aus und auch in diesem Frühling sind mit der Tommy-John-Surgery von Cody Anderson und Schulterproblemen bei All-Star-2B Jason Kipnis bereits die ersten Hiobsbotschaften eingetroffen. Die Indians sind auch 2017 klarer Favorit auf den Divisionssieg und auf eine starke Rolle in den Playoffs; eine Wiederholung des Kraftaktes des letzten Jahres, in dem auch die zahlreichen Verletzungen kein Hindernis auf dem Weg bis in den Fall Classic waren, traue ich ihnen aber nicht ganz zu.

Voraussichtliches Lineup
C Yan Gomes
1B Carlos Santana
2B Jose Ramirez
SS Francisco Lindor
3B Giovanny Urshela
LF Michael Brantley
CF Tyler Naquin
RF Lonnie Chisenhall
DH Edwin Encarnacion

Voraussichtliche Rotation
SP Corey Kluber
SP Carlos Carrasco
SP Danny Salazar
SP Trevor Bauer
SP Josh Tomlin
Closer Cody Allen

Wichtigster Zugang
1B/DH Edwin Encarnacion (Toronto Blue Jays)

Wichtigster Abgang
1B Mike Napoli (Texas Rangers)

Bestes Prospect
OF Brad Zimmer

Größte Stärke
Der Bullpen: Andrew Miller dürfte der beste nicht-closende Reliever der Liga sein und hat den Playoffs 2016 mehr als jeder andere Indian seinen Stempel aufgedrückt. Cody Allen, Brady Shaw und Dan Otero sind weitere feste Größen für die späten Innings und Neuzugang Logan macht diese vorzügliche Einheit bestimmt nicht schlechter.

Größte Schwäche
Das Outfield: In dem ausgewogenen Team ohne nennenswerte Schwächen ist das Outfield der Mannschaftsteil, der am ehesten Fragezeichen aufweist: im Rightfield werden sich Chisenhall und Guyer wohl abwechseln, im Centerfield ist Naquin nicht unumstritten und im Leftfield bleibt abzuwarten, ob Brantley nach langer Verletzungspause wieder ganz der Alte ist.

Spannendste Frage
Erleiden die Indians einen World Series Hangover? Ein langer und doch ohne den ganz großen Erfolg beendeter Playoff-Run hat oft körperliche und mentale Nachwirkungen, die erst mal verarbeitet werden müssen. Die Kansas City Royals haben 2015 gezeigt, wie man es richtig macht mit dem unfinished Business: Sie zogen zum zweiten Mal in Folge in die World Series ein und holten sich den im Vorjahr knapp verpassten Titel. Allerdings ist das einer von lediglich zwei Fällen der letzten 25 Jahre, in dem ein World-Series-Verlierer es direkt wieder in die Endspielserie zurück schaffte – und der einzige, in dem er sie dann auch gewann.

Prognose
Platz 1 in der AL Central, Playoff-Aus in der ALCS

Hier geht’s zum Power-Ranking und allen bisher erschienenen Previews.

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März 23rd, 2017 by Dominik

Das Spring Training neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu und in nur zehn Tagen beginnt endlich die neue MLB-Saison – schon zwei Tage vorher startet übrigens die deutsche Baseball-Bundesliga, auf die ich mich genauso sehr freue. Heute steht aber erst einmal das Ergebnis eines anderen Wettbewerbs im Vordergrund: Die USA haben den World Baseball Classic gewonnen und sind somit zum ersten Mal das geworden, was man in den meisten anderen Sportarten als Weltmeister bezeichnen würde. Herzlichen Glückwunsch dazu!

Klarer Sieg der USA im Finale des WBC 
Das Finale zwischen den Gastgebern und Puerto Rico verlief einseitiger als erwartet: 8:0 siegten die USA, die in der Zwischenrunde den Puerto Ricanern noch mit 5:6 unterlegen gewesen waren. Ganz großen Anteil an dem Erfolg hatte der Starting Pitcher der USA, Marcus Stroman, der erst im siebten Inning den ersten Hit zuließ und hinterher zum MVP des Spiels gewählt wurde. In der Offensive leisteten 2B Ian Kinsler und OF Andrew McCutchen mit je zwei Hits, darunter ein 2-Run-Homerun von Kinsler, und je einem Walk den größten Beitrag.

Gute und schlechte Nachrichten für die Yankees
Die meisten Schlagzeilen aus dem Spring-Training gebührten diese Woche den New York Yankees. Erfreulich aus ihrer Sicht ist, dass sie mit 19 Siegen und nur 7 Niederlagen bislang das erfolgreichste Team der Vorbereitungsrunde sind. Für besonderes Aufsehen sorgte die Leistung vom vergangenen Freitag, als Masahiro Tanaka, Chasen Shreve und Jordan Montgomery einen No-Hitter gegen die Detroit Tigers pitchten – übrigens den ersten Spring-Trainig-No-Hitter seit zwei Jahren. Natürlich sind solche Freundschaftsspiel-Erfolge im Endeffekt nichts wert und so wird die Freude über die guten Leistungen wohl deutlich von der schlechten Nachricht dieser Woche überschattet: Shortstop Didi Gregorius kehrte mit einem gezerrten Schultermuskel von seiner WBC-Teilnahme für das niederländische Nationalteam zurück und wird mindestens bis in den Mai hinein ausfallen. Naturgemäß gab es sofort Spekulationen über einen Trade, beispielsweise für Freddy Galvis von den Phillies oder für Zack Cozart von den Reds, aber wahrscheinlicher erscheint eine interne Vertretungslösung. Diese wird aller Voraussicht nach nicht Top-Prospect Gleyber Torres sein, dem man mehr Zeit zur Entwicklung in den Minor Leagues geben will. Starlin Castro, Tyler Wade und Ruben Tajada sind wohl die aussichtsreichsten Kandidaten für den Job.

Neue Tommy-John-Opfer
Noch schlimmer als Gregorius hat es die beiden Starting Pitcher Cody Anderson von den Cleveland Indians und Trevor May von den Minnesota Twins erwischt: Beide mussten sich der berüchtigten Tommy-John-Surgery zur Reparatur von Bändern im Ellbogen unterziehen. Das bedeutet, dass die Saison 2017 ohne die beiden stattfinden wird. Sowohl Anderson als auch May waren zuletzt keine festen Größen in ihren Teams und konnten vor der Verletzung allenfalls auf den fünften Platz in der jeweiligen Rotation hoffen.

Vertragsverlängerung für Kevin Kiermaier und Tim Anderson
Grund zur Freude gibt es für OF Kevin Kiermaier von den Tampa Bay Rays und Shortstop Tim Anderson von den Chicago White Sox, denn beide haben diese Woche neue millionenschwere Verträge unterzeichnet. Kiermaier – defensiv unbestreitbar einer der besten Outfielder der Liga, als Batter bislang nicht mehr als solide – erhält von den Rays 53,5 Millionen Dollar für sechs Jahre, ein weiteres Jahr ist optional für 13 Millionen.

Anderson hat ebenfalls für sechs Jahre unterschrieben und bekommt dafür 25 Millionen Dollar. Seine Vertragsverlängerung kam überraschend, denn er spielt seit nicht mal einem Jahr in der MLB. Er wäre daher nach den zwischen der Spielergewerkschaft MLBPA und der Liga ausgehandelten Regeln ohnehin noch sechs Jahre an die White Sox gebunden gewesen und hätte sich auch mit weit weniger Geld zufrieden geben müssen. Kernstück des Vertrages sind daher die beiden optionalen Jahre, in denen die White Sox ihren Shortstop für 12,5 und 14 Millionen Dollar nach der festen Laufzeit weiterbeschäftigen können.

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März 16th, 2017 by Dominik

Zum Glück bin ich nicht abergläubisch, sonst müsste ich mich jetzt schlecht fühlen: Letzte Woche habe ich mich an dieser Stelle gefreut, dass es im Spring Training bis dato keine ernsthaften Verletzungen gegeben hatte. In den Tagen darauf schienen die MLB-Spieler plötzlich zu fallen wie die Fliegen. Außerdem freute ich mich mit Israel, dem Überraschungstam der ersten Runde beim World Baseball Classic. Nach zwei Niederlagen in der Zwischenrunde sind die Israelis nun leider ausgeschieden. Hier die wichtigsten Neuigkeiten der letzte sieben Tage aus der MLB sowie vom WBC:

Japan und Niederlande im WBC-Halbfinale 
Die erste der beiden Zwischenrundengruppen des WBC hat ihre Spiele bereits abgeschlossen. Israel ist zwar auch in diese Runde mit einem Sieg über einen Favoriten gestartet (4:1 gegen Kuba), doch dann setzte es klare Niederlagen gegen den Weltranglistenersten Japan und Europameister Niederlande, die nun als erste für das Halbfinale qualifiziert sind. So weit waren beide auch 2013 beim letzten WBC gekommen, dann war allerdings Endstation gegen die Dominikanische Republik bzw. gegen Puerto Rico. Tatsächlich könnte es dazu kommen, dass dieses Jahr alle vier Halbfinalisten die gleichen sind wie 2013. Allerdings sind in der zweiten Gruppe der Zwischenrunde noch mindestens vier Spiele zu absolvieren und neben den beiden Genannten dürften auch die USA in Bezug auf den Halbfinaleinzug noch ein gewichtiges Wörtchen mitreden.

Übrigens hat sich DAZN als Inhaber der Übertragungsrechte in Deutschland inzwischen erbarmt und zeigt einige Spiele des WBC als Livestream. Der Dienst kostet 9,99 Euro im Monat. Wenn man nur den WBC sehen will, reicht dafür der kostenlose Probemonat.

Chad Bettis benötigt Chemotherapie
Für Chad Bettis, Starting Pitcher der Colorado Rockies, ist die Saison wahrscheinlich gelaufen, bevor sie überhaupt begonnen hatte: Der 27-Jährige musste erfahren, dass seine Erkrankung an Hodenkrebs sich nicht wie zunächst erhofft durch eine Ende letzten Jahres vorgenommene OP erledigt hat. Stattdessen hat der Krebs sich ausgebreitet und macht eine ausführlichere Behandlung inklusive Chemotherapie nötig. Immerhin liegen die Heilungschancen wohl bei über 90%. Ob Bettis dieses Jahr noch auf den Mound zurückkehren kann, steht in den Sternen; die Prioritäten in dieser Situation sind natürlich auch ganz klar andere.

Viele, viele Verletzungen
In der dritten Woche des Spring Trainings kam es leider zu einer ganzen Reihe von Verletzungen. Hier eine Auswahl:

IF/OF Ian Desmond, der bei den Rockies als First Baseman zum Einsatz kommen sollte, hat sich die linke Hand gebrochen, als er von einem Pitch getroffen wurde. Er musste operiert werden und dürfte frühestens Ende April wieder einsatzbereit sein.

SP Trevor May von den Minnesota Twins hat ein Band im Ellbogen des Wurfarmes gerissen. Das bedeutet, dass er sich voraussichtlich einer Tommy-John-Surgery unterziehen muss und somit mindestens für den Rest des Jahres ausfällt.

Auch bei den SPs Anthony DeSclafani von den Cincinnati Reds und Cody Anderson von den Cleveland Indians bereiten die Ellbogenbänder Probleme, allerdings sind sie bei beiden wohl nicht abgerissen und es besteht derzeit noch Hoffnung, dass beide ihre Arme nach einer mehrwöchigen Erholungspause wieder belasten können.

Ähnlich ergeht es Jason Kipnis, 2B der Indians. Bei ihm sitzt die Verletzung in der Schulter und auch in seinem Fall ist die Hoffnung derzeit, dass es mit ein paar Wochen Pause getan ist. Den Opening Day wird Kipnis in jedem Fall verpassen.

Eine wahre Schrecksekunde gab es am Freitag im Spiel der Toronto Blue Jays gegen die Detroit Tigers, als RP T. J. House von einem Comebacker hart am Hinterkopf getroffen wurde. House blieb zunächst reglos liegen, wurde lange behandelt und anschließend ins Krankenhaus gebracht, das er aber glücklicherweise schon am nächsten Tag wieder verlassen durfte, nachdem eine ernste Verletzung ausgeschlossen wurde.

Derek Norris released
Die Washington Nationals haben sich von Catcher Derek Norris getrennt. Das ist insofern bemerkenswert, als die Nationals ihn erst im Dezember via Trade geholt und im Gegenzug Pitching-Prospect Pedro Avila an die San Diego Padres abgegeben hatten. Überraschend kam der Move aber nicht, nachdem die Nationals sich auf der Catcherposition mit Free Agent Matt Wieters verstärkt haben. Norris wurde offiziell released und kann somit frei nach einem neuen Arbeitgeber suchen. Vermutlich wird er einen solchen relativ schnell finden. Die Tampa Bay Rays haben bereits ihr Interesse bekundet.

Und natürlich ein Trade der Mariners
Was wäre die MLB-Woche ohne einen Trade der Seattle Mariners? Als Partner haben sich dieses Mal die Philadelphia Phillies gefunden, die den beidhändigen Pitcher Pat Venditte bekommen und dafür OF-Prospect Joey Curletta nach Seattle schicken. Für Jerry Dipoto, den offensichtlich shoppingsüchtigen General Manager der Mariners, war es der fünfzehnte Trade in dieser Offseason.

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