Juni 19th, 2017 by Dominik

Ich muss zugeben, meine Baseballgedanken drehen sich momentan gar nicht so sehr um die MLB, denn zwei Eindrücke vom vergangenen Wochenende sind bei mir massiv haften geblieben: Der eine war ein fantastisches Bundesliga-Ballgame zwischen den Mainz Athletics und den Haar Disciples mit zwölf scorelosen Innings, darunter acht bzw. neun von Riley Barr und Ryan Bollinger, den wohl besten Pitchern, die es in Deutschland zurzeit zu sehen gibt. Im dreizehnten Inning gab es dann leider ein sehr umstrittenes und letztlich spielentscheidendes Urteil der Umpires, die einen Ball als 2-Run-Homerun für die Disciples werteten, der für die meisten Beobachter – mich eingeschlossen – stark nach einem Foulball rechts vom Pfosten aussah. Die Versuchung war groß, mir direkt nach dem Spiel den Frust über die mögliche Fehlentscheidung von der Seele zu schreiben, aber dann dachte ich mir: Schiedsrichter sind auch nur Menschen und sie machen Woche für Woche auf sämtlichen Baseballplätzen der Republik einen meistens großartigen Job. Lassen wir es damit bewenden.

Das andere Wochenend-Ereignis war das erste T-Ball-Turnier meiner beiden Söhne, die ganz frisch bei den Main Taunus Redwings eingestiegen sind. Es war ein großartiger Tag bei perfektem Wetter und wir alle hatten Riesenspaß. Gewinnen stand nicht im Mittelpunkt, sie haben es aber trotzdem in allen vier Spielen getan und weil mein Kleiner der Jüngste im Team war, durfte er den Pokal entgegen nehmen. Ich könnte platzen vor lauter Vaterstolz. Aber auch darüber werde ich keinen Blogartikel schreiben, denn irgendwie fehlt ja zugegebenermaßen doch die überregionale Relevanz…

Stattdessen mache ich mich heute an die Aktualisierung des Baseblog-Powerrankings. Hier ist meine völlig subjektive Einschätzung der Kräfteverhältnisse in der MLB:

1. Houston Astros (46-24) ⇒
Die Astros schwächeln in den letzten Tagen, nicht zuletzt wegen der DL-Aufenthalte ihrer Top-Starter Dallas Keuchel, Lance McCullers und Charlie Morton. Dass sie trotzdem noch mit Abstand den besten Record der Liga haben, spricht Bände darüber, wie stark und gefestigt dieses Team ist.

2. Los Angeles Dodgers (44-26) ⇒
Von drei Teams der NL West, die es in die Top-5 des Rankings geschafft haben, halte ich die Dodgers nach wie vor für das mit den besten Erfolgsaussichten, nicht zuletzt wegen der Erfahrung regelmäßiger Playoffteilnahmen.

3. Colorado Rockies (46-26) ⇒
Noch feiern sie den Walk-Off-Cycle von Nolan Arenado, aber nun bricht die Woche der Wahrheit an für die Rockies: erst drei Spiele gegen die Diamondbacks, dann drei bei den Dodgers.

4. New York Yankees (38-29) ⇒
Mit sechs Niederlagen in Folge, darunter einem Sweep durch die Athletics, befinden sich die Yankees in ihrem ersten echten Slump dieser Saison. Mal sehen, wie schnell sie da raus kommen.

5. Arizona Diamondbacks (44-26) ⇒
Die Diamondbacks sind mein erster Kandidat, das hohe Tempo in der NL West irgendwann nicht mehr mithalten zu können, aber mit sieben Siegen hintereinander und dem viertbesten Run Differential der MLB scheinen sie mir nicht zustimmen zu wollen.

6. Boston Red Sox (39-30) ⇒
Die Red Sox haben sich an die Yankees herangearbeitet und werden langsam, aber sicher ihrer Rolle als Contender gerecht. Was noch aussteht, ist die Leistungsexplosion der Slugger – wenn man sich das Lineup der Red Sox anschaut, möchte man nicht glauben, dass sie die drittwenigsten Homeruns der Liga erzielt haben.

7. Washington Nationals (42-27) ⇓
Ihre Division dominieren die Nationals mangels Konkurrenz nach Belieben, aber wenn ihr Bullpen nicht die Kurve kriegt und/oder durch Neuzugänge verstärkt wird, werden sie an den Playoffs keine Freude haben.

8. Cleveland Indians (36-31) ⇒
Vor ein paar Tagen waren sie noch im Mittelmaß versunken, doch nach einem Vier-Spiele-Sweep über die Twins sieht die Welt der Indians schon ganz anders aus, zumal sie nun viermal gegen die im freien Fall befindlichen Orioles spielen dürfen.

9. Milwaukee Brewers (38-33) ⇑
Alles wartet auf den Absturz des Überraschungsteams, aber mit anstehenden Serien gegen die Pirates, Braves, Reds, Marlins und Orioles könnte dieser noch eine Weile auf sich warten lassen.

10. Tampa Bay Rays (37-35) ⇑
Die Rays haben das Pech starker Divisionskonkurrenz, sind aber immerhin voll im Wild-Card-Rennen.

11. Chicago Cubs (34-34) ⇓
Der Champion versinkt derzeit im Mittelmaß und hat Glück, in einer relativ schwachen Division zu spielen. Kein Grund für Alarmglocken, aus dieser Position heraus ist noch alles möglich.

12. Texas Rangers (34-34) ⇑
Die Rangers hatten einen furchtbaren Start und es fehlt ihnen nach wie vor an Konstanz, aber sie sind wieder dabei – wenn auch nur im Kampf um einen Wild-Card-Platz.

13. Baltimore Orioles (34-34) ⇓
Noch stehen sie bei .500, aber die Orioles haben ein schweres Programm (Indians, Rays, Blue Jays, Rays, Brewers) vor sich und könnten noch weiter durchgereicht werden.

14. Minnesota Twins (34-33) ⇒
Wäre der Sweep zwischen den Indians und den Twins anders herum verlaufen, würden die beiden auch in diesem Ranking ungefähr die Plätze tauschen. So aber sieht es ganz danach aus, als wäre der Höhenflug des Kepler-Teams vorerst beendet.

15. Los Angeles Angels of Anaheim (36-37) ⇑
Mike Trout steht seit drei Wochen auf der DL und die Angels liegen nur einen Sieg unter .500 – Respekt, das hätte ich ihnen ohne ihre One-Man-Show nicht zugetraut.

16. Detroit Tigers (32-36) ⇒
Text kopiert vom letzten Mal: Graues Mittelmaß – dort habe ich die Tigers erwartet und dort stehen sie.

17. New York Mets (31-37) ⇒
Mit der Rückkehr von Cespedes, Matz und Lugo und einer kleinen Siegessierie keimte kurz die Hoffnung, doch neue bzw. verlängerte Verletzungspausen von Syndergaard, Harvey, Cabrera, Lagares und Walker sowie eine verlorene Serie gegen die Nationals lassen davon nicht viel übrig.

18. Seattle Mariners (34-37) ⇓
Die Mariners bekommen einfach keine Konstanz rein dieses Jahr. In den anstehenden vier Spielen gegen die Tigers könnte was gehen, dann allerdings warten schon wieder die Astros.

19. Toronto Blue Jays (33-35) ⇒
Die Blue Jays sind nur zwei Spiele vom Wild-Card-Platz entfernt, aber es fühlt sich an wie sieben. Ich lasse mich gerne überzeugen, dass ich falsch liege.

20. St. Louis Cardinals (31-37) ⇓
Traditionell kann man kaum einen größeren Fehler machen, als die Cardinals zu früh abzuschreiben. Zur Zeit sieht’s aber nicht gut für sie aus.

21. Chicago White Sox (31-37) ⇒
Ein Run Differential von +4 ist in meinen Augen eine echte Überraschung. Vielleicht sehe ich die White Sox doch zu kritisch.

22. Oakland Athletics (31-38) ⇑
Miese Bilanz, mieses Run Differential, schlechte Zukunftsaussichten – aber sie haben gerade die Yankees gesweept, also kann ich die A’s nicht allzu weit hinten einsortieren.

23. Kansas City Royals (33-35)⇑
Die Royals erleben gerade ein Zwischenhoch, das ich für gefährlich halte – es könnte ihnen nämlich den Blick auf den Zustand ihres Rosters vernebeln und sie daran hindern, als Seller zur Trade Deadline die nötigen Weichen für die Zukunft zu stellen.

24. Pittsburgh Pirates (31-38) ⇒
Bei ihnen selbst ist kein wirklicher Aufwärtstrend erkennbar, aber der Absturz der Reds lässt die schwache Saison der Pirates in etwas sanfterem Licht scheinen.

25. Cincinnati Reds (29-39) ⇓
Neun Niederlagen in Folge und jetzt nach Tampa und Washington. Willkommen in der Wirklichkeit.

26. Miami Marlins (30-37) ⇒
In der wohl schwächsten Division der Liga spielen die Marlins ernsthaft um Platz zwei mit, aber das sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass die Saison für sie (wie für alle Teams der NL East, die nicht Nationals heißen) längst gelaufen ist.

27. Atlanta Braves (31-37) ⇒
Die Braves tun eigentlich nichts anderes als ihre nicht vorhandenen Erwartungen an diese Übergangssaison zu erfüllen und stehen trotzdem auf dem zweiten Platz der NL East. Komisch.

28. San Francisco Giants (26-45) ⇒
Die Giants bleiben die größte Negativüberraschung der Saison. Mal sehen, ob ich mich nächstes mal traue, sie hinter den Padres einzusortieren – in der Tabelle haben sie das bereits selbst geschafft.

29. San Diego Padres (28-42) ⇒
Schaut man auf das Run Differential (-113) sind die Padres das schlechteste Team der Liga. Aber man muss ihnen zugute halten, dass sie in ihrer Division regelmäßig gegen drei der besten spielen.

30. Philadelphia Phillies (22-46) ⇒
Nur 22 Siege aus 68 Spielen und das in der schwächsten Division. Ja, das ist wirklich schlecht.

⇑= 5 oder mehr Plätze höher als im Mai-Ranking
⇓= 5 oder mehr Plätze niedriger als im Mai-Ranking
⇒ = weniger als 5 Plätze Abweichung zum Mai-Ranking

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Juni 11th, 2017 by Dominik

Die gute Nachricht zuerst: Die Mainz Athletics haben beim European Champions Cup den späteren Turniersieger Curaçao Neptunus aus Rotterdam mit 7:6 besiegt und damit einen schönen Achtungserfolg errungen. Die schlechte Nachricht: Alle anderen Spiele sowohl der A’s als auch der Regensburg Legionäre gegen die europäische Elite-Konkurrenz gingen – teilweise sehr deutlich – verloren. So mussten die beiden deutschen Vertreter heute Mittag das Finale um den Abstieg gegeneinander bestreiten. Die Athletics behielten in diesem Spiel dank Homeruns von Kevin Kotowski und Max Boldt mit 4:3 die Oberhand. Das freut mich als A’s-Getreuer natürlich, ändert aber leider nichts an der Tatsache, dass die Bundesliga einen ihrer beiden Startplätze in der europäischen Meisterklasse verloren hat.

Der größte Knackpunkt für die deutschen Teams war das Pitching: Vor allem die Mainzer mussten diverse Positionsspieler auf den Mound schicken, um die fünf Spiele in fünf Tagen irgendwie abzudecken. Für einen solchen Rhythmus ist das Roster eines Bundesligisten schlichtweg nicht gebaut und wenn der Wettbewerb über das Jahr verteilt stattgefunden hätte, hätten die deutschen Klubs vielleicht eher eine Chance gehabt.

Aber Hand aufs Herz: Der Turnierausgang ist letzten Endes verdient und muss niemandem peinlich sein, denn mit den Profimannschaften aus Europas Baseball-Hochburgen Niederlande und Italien können und müssen die deutschen Amateurteams nicht auf Augenhöhe agieren. Wenn sie das so wie die Mainzer im Spiel gegen Neptunus doch mal tun, dann ist das bereits eine kleine Sensation – und für den Gegner ein Weckruf, ohne den er vielleicht nicht bis zum Titel marschiert wäre.

Für die Athletics und die Legionäre hoffe ich, dass der fünftägige Kraftakt nicht zu sehr an die Substanz gegangen ist und dass der Lerneffekt durch die internationale Turniererfahrung überwiegt.

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Juni 5th, 2017 by Dominik

Die Fußball-Champions-League ging an diesem Wochenende zu Ende und nun wissen wir, dass Real Madrid aktuell das beste Team im europäischen Fußball ist. Aber wer ist das beste Team im europäischen Baseball? Auch dafür gibt es einen Wettbewerb, natürlich ein paar Nummern kleiner als die Champions League, aber immerhin mit zwei Teilnehmern aus Deutschland und das Ganze zu Hause, genauer gesagt in Regensburg: den European Champions Cup.

Das Turnier findet statt von Mittwoch bis Sonntag dieser Woche (7. bis 11. Juni). Qualifiziert sind acht Mannschaften, darunter Gastgeber Regensburg Legionäre und der Deutsche Meister Mainz Athletics. Die beiden deutschen Vertreter gehen allerdings – ebenso wie der französische Meister Rouen Huskies – als klare Außenseiter ins Rennen gegen die Profiteams Amsterdam Pirates, Curaçao Neptunus, ASD Rimini, Unipolsai Bologna und T&A San Marino. Den Wettbewerb gibt es – mit wechselnden Namen und Formaten – seit 1963 und seit 1969 kam der Sieger immer aus den Niederlanden oder Italien (oder aus San Marino, das in der italienischen Liga spielt).

Der Spielplan des Turniers ist anspruchsvoll: Gespielt wird zunächst in zwei Vierergruppen mit anschließendem Halbfinale und Finale. Da wegen einer Abstiegsregel auch die unteren Platzierungen zumindest teilweise ausgespielt werden, hat jedes Team mindestens vier Spiele an aufeinanderfolgenden Tagen zu absolvieren. Das ist vor allem in Bezug auf das Starting Pitching eine enorme Herausforderung, wenn man sonst nur zwei Spiele pro Woche abdecken muss. Die Legionäre haben deswegen mit Pitcher Kevin Vance kurzfristig Verstärkung an Land gezogen, die Mainzer werden neben den etablierten Startern wohl ein paar Positions- und Nachwuchsspielern Einsatzzeit auf dem Mound geben.

Erfreulicherweise werden alle Spiele des European Champions Cups live auf Legionäre-TV übertragen. Am meisten freue ich mich auf das Spiel von Mainz gegen Rouen am Mittwoch um 16:30 Uhr, einfach weil es vom gemeinsamen Niveau her die spannendste Begegnung mit deutscher Beteiligung zu werden verspricht. In alle anderen Partien gehen die Athletics und die Legionäre als Underdogs, aber vielleicht ist ja die eine oder andere Überraschung drin. Ich drücke beiden Teams fest die Daumen.

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Mai 23rd, 2017 by Dominik

Die Hälfte der regulären Saison 2017 der Baseball-Bundesliga ist vorbei – mehr oder weniger jedenfalls, denn in der Nordgruppe ist das Tabellenbild noch etwas schief mit zehn bis vierzehn absolvierten Spielen je Team. Im Süden kann man derweil mit Fug und Recht von der Halbzeit sprechen, denn alle Teams haben vierzehn Spiele und damit exakt die Hälfte der angesetzten Partien hinter sich. Erfreulicherweise geht es in beiden Staffeln spannend zu – das Rennen um die Playoffplätze ist zumindest bis zum bevorstehenden Doppelspieltag noch offen und auch die zwischenzeitlichen Ausreißer Heidenheim Heideköpfe haben sich am vergangenen Wochenende als schlagbar erwiesen. Lediglich die Entscheidung, wer das Ende der Abschlusstabelle zieren wird, scheint sowohl im Süden wie auch im Norden leider bereits relativ sicher gefallen zu sein.

Bundesliga Nord
Erwartungsgemäß stehen die Bonn Capitals (8-2) und die Solingen Alligators (8-4) auch in diesem Jahr in der Bundesliga Nord ganz vorne. Die große Überraschung folgt aber gleich dahinter in Gestalt der Dohren Wild Farmers (6-4). Der Aufsteiger hat bislang gegen jeden Gegner mindestens einen Split geholt, auch gegen Bonn und am letzten Wochenende bereits zum zweiten Mal in dieser Saison gegen Solingen. Noch ist der Norden recht eng beisammen, neben den drei Genannten spielen Paderborn (6-4), Hamburg (4-6) und Dortmund (5-9) mit um die vier Playoffplätze. Abgeschlagen Letzter sind die Cologne Cardinals (1-9) mit nur einem Sieg und einem schweren Restprogramm.

Von den Statistiken* her sind die Bonn Capitals das beste Team im Norden, sowohl von der Bilanz als auch von den erzielten (72) und kassierten (12) Runs. Auch den besten qualifizierten Pitcher haben die Bonner mit Ex-Minor-Leaguer Markus Solbach (0.64 ERA) in ihren Reihen. Solbach ist zwar nach nur zwei Starts zumindest vorübergehend in die USA zurückgekehrt, was aber den Bonnern bisher nicht allzu weh tat, denn von den anderen fünf eingesetzten Pitchern der Capitals hat kein einziger einen ERA über 2. Die beiden besten Batter bieten die Dohren Wild Farmers auf: Caleb Fenimore (.517/.625/.966, OPS 1.591) und Edvards Matusevicius (.436/.489/.795, OPS 1.284) sind – neben starkem Pitching von Jared Ney (1.6 ERA) – die Garanten, dass die Aufsteiger bislang so gut in der höchsten deutschen Spielklasse mithalten.

Über das anstehende verlängerte Wochenende absolvieren die meisten Teams einen Doppelspieltag, nur Dortmund muss tatenlos zusehen. Sollte Dohren drei oder gar alle vier Spiele gegen Hamburg gewinnen, so dürfte die Playoff-Teilnahme der Wild Farmers so gut wie feststehen. Je nachdem, wie sich gleichzeitig Solingen und Paderborn in ihrer Vier-Spiele-Serie voneinander trennen, kann bis Sonntagabend auch zwischen diesen beiden schon eine Vorentscheidung über die Playoffs fallen.

Bundesliga Süd
Im Süden waren bislang die Heidenheim Heideköpfe (12-2) sehr dominant, dem 12-0-Start in die Saison folgten nun aber gegen die Haar Disciples (9-4) sowohl zu Hause als auch auswärts die ersten Niederlagen. Hinter Heidenheim sind Titelverteidiger Mainz Athletics (10-4), die gegenüber letztem Jahr stark aufgerüsteten Mannheim Tornados (9-4) sowie nun auch Haar recht eng beisammen, sodass sich schon eine Favoritengruppe auf die Playoffs herausgebildet hat. Die große Überraschung im Süden ist, dass in dieser Favoritengruppe zur Saison-Halbzeit die Regensburg Legionäre (6-8) nicht dabei sind. Nach vier Niederlagen zum Saisonstart hatten sich die Legionäre zwischenzeitlich etwas berappelt auf 6-4 – wobei vier der sechs Siege Pflichtübungen gegen Bad Homburg und Saarlouis waren –, aber zuletzt verloren sie wieder je zweimal gegen Mainz und Mannheim und stehen somit gemeinsam mit den Stuttgart Reds (6-8) nur im unteren Mittelfeld der Tabelle. Ganz unten stehen die beiden leider nicht konkurrenzfähigen Hornets aus Saarlouis und Bad Homburg, von denen sich der Aufsteiger aus dem Saarland gerade mit einem Heimsweep über die Hessen wohl die Vorentscheidung im Kampf gegen den letzten Platz gesichert hat.

Die Heidenheim Heideköpfe dominieren den Süden auch statistisch, weisen sowohl die meisten erzielten (119) als auch die wenigsten zugelassenen (40) Runs auf. Die herausragendsten Einzelspieler der bisherigen Saison im Süden spielen aber bei anderen Teams: Die aktuell größte Attraktion der Liga ist Pitcher Ryan Bollinger von den Haar Disciples, der in 7 Spielen unglaubliche 57.0 Innings gepitcht und dabei einen noch unglaublicheren ERA von 0.32 erworfen hat. In der Offensive überragt der Mainzer Spielertrainer Max Boldt (.442/.523/.923) mit seinem OPS von 1.446 alle anderen, gefolgt von Stuttgarts Drake Zarate (.488/.571/.805) mit 1.376.

Auch im Süden wird über das Himmelfahrt-Wochenende ein Doppelspieltag absolviert. Mainz und Mannheim haben mit Bad Homburg und Saarlouis voraussichtlich lösbare Aufgaben vor sich. Hingegen ist in den Derbys zwischen Stuttgart und Heidenheim sowie zwischen Regensburg und Haar Hochspannung angesagt, denn Stuttgart und Regensburg stehen im Kampf um die Playoffs bereits mit dem Rücken zur Wand.

 

*Alle erwähnten Statistiken stammen von GameChanger, einer übrigens auch für ihre Liveticker zu allen Bundesligaspielen sehr zu empfehlenden Seite. Noch umfangreicher und übersichtlicher, aber leider nicht immer auf dem aktuellsten Stand, ist die Statistikseite des DBV.

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April 9th, 2017 by Dominik

Seit gut einer Woche fliegt nicht nur in der MLB, sondern auch in der Baseball-Bundesliga wieder der Ball und obwohl erst wenige Spiele absolviert sind, gab es schon ein paar regelrecht historische Highlights zu bestaunen.

Die Saarlouis Hornets starteten letzte Woche in ihre erste Bundesligasaison nach dem Aufstieg nicht nur mit einem 10:3-Erfolg in Bad Homburg. Sie ließen auch ein schier unglaubliches erstes Inning im zweiten Spiel des Doubleheaders folgen, in dem sie mit 12:0 in Führung gingen. Das allein wäre schon eine Meldung wert – aus der Bundesliga habe ich zwar keine historischen Zahlen parat, doch als am Samstag in der MLB den Phillies ebenfalls zwölf Runs im ersten Inning gelangen, war es das erste Mal in deren 134-jähriger Teamgeschichte und ligaweit das erste Mal seit sechs Jahren, dass das einem Team gelang. Noch viel verblüffender war an dem Spiel in Bad Homburg aber der weitere Verlauf, denn die Gastgeber gaben sich keineswegs auf, scorten immer wieder Runs und drehten bei zwei Outs im neunten Inning die Partie mit einem 2-Run-Walkoff-Single zum 17:16. Wahnsinn.

Nur eine knappe Woche später, am vergangenen Freitag, wurde ich Zeuge eines weiteren unglaublichen Comebacks. Der amtierende Meister Mainz Athletics war bei den Mannheim Tornados zu Gast und dominierte das Spiel mit dem glänzenden Starter Tim Stahlmann und einer schlagfreudigen Offense achteinhalb Innings lang quasi nach Belieben. Als im neunten Inning Marcel Schulz einen Grand Slam zum 10:0 für die A’s schlug, machten sich viele Mannheimer Zuschauer schon auf den Heimweg. Zu früh, wie sich herausstellte: Stahlmann bekam im unteren neunten Inning erstmals Probleme und musste nach 110 Pitches mit geladenen Bases die Segel streichen. Der 18-jährige Reliever Yannick Wildenhain ließ mit seinem ersten Wurf per Wild Pitch den ersten Run der Tornados zu, die sich ab diesem Moment in einen regelrechten Rausch spielten und Wildenhain sowie dessen Nachfolger auf dem Mound, Ben Briggs, eine Horrorshow bereiteten, nach der es plötzlich 10:10 stand. Briggs und die restlichen A’s überstanden dann zwar das Inning und noch ein weiteres, waren aber stehend K. O. und als Mannheim im elften Durchgang der Walkoff gelang, waren wohl alle Beteiligten froh, dass es endlich vorbei war.

Als Fan der Athletics muss ich sagen, dass es das frustrierendste Baseballspiel war, das ich je gesehen habe. Aber auf der anderen Seite sind solche Spiele ein Markenzeichen und auch eine Webung für diesen Sport, bei dem es eben keine 85. Minute gibt, in der klar ist, dass fünf Tore zeitlich gar nicht mehr machbar sind, sondern bei dem bis zum letzten Out im letzten Inning immer alles möglich ist. Hier gibt es übrigens einen kurzen Videobericht des SWR über das Spiel.

Apropos alles möglich: Neben den beiden erwähnten Partien ist in der Bundesliga Süd vor allem der schwache Start der Regensburg Legionäre erwähnenswert. Die ersten drei Spiele wurden gegen Mannheim (5:15, 1:11) und gegen Heidenheim (3:18) allesamt vorzeitig per Gnadenregel verloren, das vierte ebenfalls deutlich mit 0:6 gegen Heidenheim. Solche Ergebnisse ist man nicht gewohnt von den Legionären, die auf Grundlage ihrer starken Infrastruktur eigentlich immer vorne mitspielen. Dieses Jahr haben sie ein recht junges Team am Start, das vielleicht noch etwas reifen muss, zudem warten die Legionäre noch auf zwei amerikanische Verstärkungen, die verspätet zum Team stoßen werden. Nicht übersehen sollte man, dass die bisherigen Niederlagen allesamt gegen Teams kassiert wurden, die zum Favoritenkreis der Liga zählen. Ernsthafte Sorgen müsste man sich wohl machen, wenn Regensburg auch nach den anstehenden Spielen in Bad Homburg noch Letzter sein sollte.

In der Nordstaffel der Bundesliga wurden bislang noch nicht so viele Spiele absolviert wie im Süden und es gab auch keine ganz so spektakulären Ergebnisse. Erwähnenswert ist der starke Start des Aufsteigers Dohren Wild Farmes mit 3-1 Siegen, darunter einer bei den Solingen Alligators. Noch kein Spiel hatten bisher die Paderborn Untouchables. Sie sorgten dafür mit einem Trainerwechsel in letzter Minute für Aufsehen: Stefan Fechtig wurde am Donnerstag mit sofortiger Wirkung gegen Jendrick Speer ersetzt. Man wolle neue Strukturen aufbauen und Impulse setzen. Das klingt einerseits nachvollziehbar, andererseits aber doch etwas seltsam angesichts des Zeitpunkts.

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Oktober 3rd, 2016 by Dominik

Am 4. Mai 2014 besuchte ich das erste Baseballspiel meines Lebens. Ich hatte mich zu der Zeit schon eine Weile für diesen schönen Sport interessiert und mir auch bereits die New York Mets als Lieblingsteam in der MLB ausgesucht, aber zum Liveerlebnis in einem Ballpark hatte es mich noch nicht verschlagen – bis zu jenem schicksalhaften Nachmittag vor zweieinhalb Jahren. Die Mainz Athletics gewannen damals 5:4 gegen Heidenheim und mindestens einen neuen Fan. Ich war von Vielem begeistert: von dem überraschend ansehnlichen Spielniveau der Bundesliga, von dem schönen Stadion, von der entspannten Atmosphäre und von dem sympathischen Team. Leider waren die A’s in dem Jahr nur schwaches Mittelmaß und mussten am Ende sogar in die Playdowns statt in die Playoffs.

Warum erzähle ich so alte Geschichten? Damit man versteht, warum ich so begeistert darüber bin, dass die Mainzer dieses Jahr so eine fantastische Saison gespielt und sie heute mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft abgeschlossen haben. Ich bin nicht lange genug dabei, um behaupten zu können, ich hätte die A’s durch alle Höhen und Tiefen begleitet – aber immerhin lange genug, um ihren Weg von relativ weit unten nach ganz oben hautnah verfolgt zu haben. Besonders gut gefällt mir, dass der Erfolg auf der konsequenten Entwicklung von Eigengewächsen beruht – zwei Drittel der Stammspieler sind heute noch dieselben wie bei meinem ersten Spiel. Der Rest sind Verstärkungen aus dem Ausland, bei denen man ein wahnsinnnig gutes Händchen bewiesen hat: Peter Johannessen, Trey Stover und vor allem die beiden Asse Eric Massingham und Thomas de Wolf.

Übrigens habe ich am Samstag wieder eine Premiere gefeiert: Ich habe die Athletics zum ersten Mal zu einem weit (also weiter als Bad Homburg) entfernten Auswärtsspiel begleitet und auch das war wieder ein schönes Erlebnis. Der Ballpark und die umgebenden Anlagen in Regensburg sind beeindruckend, alles macht einen sehr gepflegten und professionellen Eindruck. Ein bisschen too much fand ich allerdings die Dauerbeschallung während des Spiels durch Musik, Stadionsprecher und Soundeffekte. Nehmt’s mir bitte nicht krumm, liebe Legionäre, aber etwas weniger ist manchmal doch mehr.

Natürlich habe ich mir mal wieder das falsche Spiel ausgesucht und zwar ein hochklassiges Pitching-Duell zwischen Mike Bolsenbroek und Jan-Niclas Stöcklin bei perfektem Baseballwetter gesehen, das aber leider in einer 0:1-Niederlage der Mainzer endete. Zum Glück folgte am Sonntag dann das 5:2-Meisterstück und angesichts des miesen Wetters, das einezeineinhalbstündige Regenpause im fünften Inning bedingte, war ich gar nicht so böse, dass ich dieses Spiel „nur“ zu Hause am Bildschirm verfolgen konnte (das „nur“ steht in Anführungszeichen, weil die Übertragung durch legionaere.tv sehr sehr gut war).

Viel mehr bleibt mir nicht zu sagen. Die Spielverläufe der Finalpartien brauche ich hier nicht herunterzubeten, die kann man nachlesen auf der Seite der Bundesliga und auf der der Mainz Athletics. Ich bin jedenfalls stolz auf „meine“ Athletics und der heutige Titelgewinn gehört neben der letztjährigen NL-Championship der Mets zu den absoluten Highlights meines Daseins als Baseballfan. Ich kann schon jetzt kaum den Beginn der neuen Saison erwarten. Ein paar Umbrüche wird es dann geben, denn Mike Larson, Manuel Möller und Eric Massingham werden wohl die Handschuhe an den Nagel hängen. Aber mein Eindruck ist, dass aus dem Mainzer Nachwuchs beständig Talente nachkommen, die – wahrscheinlich in Verbindung mit einem neuen amerikanischen Starter – die Lücken schließen können. Und dafür, dass es auf längere Sicht so bleiben wird, spricht dass gestern auch das Jugendteam der Athletics Deutscher Meister geworden ist – übrigens ebenfalls nach einem Finale gegen Regensburg.

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September 20th, 2016 by Dominik

Nach vier Wochen Wartezeit wegen der Europameisterschaft geht es am Wochenende endlich los mit den Endspielen um die Deutsche Baseball-Meisterschaft. Jeweils um 14 Uhr fliegen am Samstag und am Sonntag in Mainz die ersten Pitches der Spiele eins und zwei der Finalserie, die eine Woche später in Regensburg fortgesetzt wird. Als kleine Einstimmung auf das Finale habe ich mich an einer Gegenüberstellung der beiden Teams versucht. Dass mein Herz für die Athletics schlägt, kann und will ich nicht verbergen, aber ich hoffe trotzdem, dass der Vergleich so sachlich und neutral ankommt wie er von mir angestrebt ist.

Falls ihr das hier lest und eine Meinung dazu habt: Ich freue mich riesig über jeden Kommentar!

Starting Pitcher
In puncto Regular-Season-Wins sind die beiden Mainzer Starter Tim Stahlmann (12-1) und Eric Massingham (10-2) einsame Bundesligaspitze – aber ihr wisst ja, wie ich zu dieser nichtssagenden Statistik stehe. Wenn wir nach ERA gehen, sieht es schon etwas enger aus: Hier hat Massingham in der regulären Saison mit 1.44 den mit Abstand besten Wert der Südliga, in den Playoffs steht er jedoch bisher mit 2.03 etwas hinter dem Regensburger Mike Bolsenbroek (1.29; reguläre Saison 1.72) zurück. Übrigens hat Bolsenbroek auch eine fantastische Europmeisterschaft gespielt: In seinen fünf Innings für das niederländische Nationalteam hat er nicht einen Hit oder Walk zugelassen. Insgesamt dürfen wir uns auf absolut hochkarätiges Pitching in den Finalspielen einstellen, denn sowohl in der regulären Saison als auch in den Playoffs belegen die Mainzer und Regensburger Starter zusammen vier der Top-5-Plätze nach ERA. Neben dem amerikanischen Starter Massingham hat der Mainzer Manager Ulli Wermuth die Qual der Wahl zwischen den Nationalspielern Jan-Niclas Stöcklin und Tim Stahlmann. Für Regensburg dürfte Clay Voechting als zweiter Starter gesetzt sein, aber mit Jan Tomek haben auch die Legionäre eine hochkarätige Alternative in der Hinterhand. Auf dem Papier sehe ich ein Unentschieden auf höchstem Niveau, aber in den vier direkten Aufeinandertreffen sahen die Mainzer Pitcher gegen Regensburg besser aus als umgekehrt und deshalb:
Vorteil Mainz

Bullpen
In beiden Teams herrscht keine Knappheit an Pitchern, die Bullpens sind tief besetzt mit einer breiten Auswahl von hungrigen Talenten und erfahrenen Veteranen. Um es nicht ausufern zu lassen, erwähne ich hier nur die beiden wichtigsten Reliever jedes Teams. In Mainz steht mit – je nachdem, wer von den beiden startet – entweder Jan-Niclas Stöcklin oder Tim Stahlmann ein Ass für jede beliebige Rolle von Long Reliever bis Closer zur Verfügung. Hinzu kommt Routinier Manuel Möller, der ebenfalls eine hervorragende Saison hinter sich hat mit 27 Innings in 16 Einsätzen und einem ERA von 1.67. In den Playoffs sah Möller bisher allerdings nicht gut aus, in drei Spielen (5 Innings) kassierte er 7 earned Runs und damit zwei mehr als in der gesamten regulären Saison. Regensburg kann als Reliever Jonathan Eisenhuth und den Tschechen Jan Tomek aufbieten. Eisenhuth hatte eine durchwachsene Saison (ERA 5.34), Tomek eine ziemlich gute (ERA 2.22). Falls Möller während der EM-Pause seine Normalform wiedergefunden hat, sehe ich Mainz im Vorteil; solange das nicht sicher ist, lautet meine Einschätzung:
Unentschieden

Catcher
Auch auf der Catcher-Position sind beide Teams hochkarätig besetzt. Der Mainzer Max Boldt und der Regensburger Christopher Howard standen bei der EM in allen Spielen gemeinsam in der Startformation der deutschen Nationalmannschaft, wobei Boldt als First Baseman oder DH auflief. Auf ihrer Position hinter der Platte fungieren beide zuverlässig als Gehirn und Rückhhalt ihres Teams. Offensiv ist Boldt mit einer Regular-Season-Slashline von .372/.444/.566 und mit acht Homeruns in den letzten 16 Spielen einer der stärksten Slugger der Republik. In meinen Augen ist er damit auf jeden Fall ein Stück höher zu bewerten als Howard (.254/.349/.394).
Vorteil Mainz

First Base
Nachdem Jonathan Wagner früh in der Saison verletzungsbedingt als Catcher ausfiel und Max Boldt ihn ersetzte, war auf 1B in Mainz ein Platz frei. Dieser wurde solide besetzt mit Martin Kipphan, einem erfahrenen Spieler mit durchschnittlicher Offense (.240/.321/.406) und zuverlässiger Defense. Die Legionäre hatten während der Saison wenig Stabilität an der ersten Base, es kamen sechs verschiedene Spieler zum Einsatz. Die meisten Spiele absolvierte dabei Christoph Zirzlmeier (.295/.323/.426), in den letzten acht Partien stand jedoch immer Ludwig Glaser (.319/.457/.473) auf 1B, was den Statistiken nach sowohl offensiv als auch im Fielding noch mal ein Upgrade darstellte.
Vorteil Regensburg

Second Base
Kaum zu glauben, dass Nicolas Weichert mit einer Slashline von .356/.455/.406 in der Regel erst am Ende des Batting Lineups zum Einsatz kommt, aber daran sieht man, wie stark diese Mainzer Offense ist. Seine Defense ist solide, der eine oder andere Error kommt aber vor. Das gleiche gilt für sein Gegenüber Lukas Jahn, der an der Platte mit .294/.445/.459 für etwas weniger Average, dafür aber mit mehr Power schlägt als Weichert.
Unentschieden

Shortstop
Die Mainzer sind froh, dass ihr amerikanischer Import Trey Stover nach langer Verletztungspause zurückgekehrt ist, um den Playoff-Run zu unterstützen. Am Schlag fällt Stover mit .239/.280/.283 gegenüber dem Rest des Lineups etwas ab, dafür wird er für seine Defense allseits sehr gelobt. Das ist genug, um seinen Platz im Team zu rechtfertigen, aber nicht genug, um den direkten Vergleich mit Nino Sacasa (.362/.388/.394) zu gewinnen. Das 20-jährige Talent spielt die schwierige Position wie ein alter Hase und führt gleichzeitg mit 34 Saison-Hits sein Team an.
Vorteil Regensburg

Third Base
Lennard Stöcklin (.295/.358/.324) ist ein guter Hitter, Matt Vance (.299/.413/.478) ein noch etwas besserer – das sagen jedenfalls die Zahlen aus der regulären Saison. In den Playoffs sah es bisher anders aus: Da hat Stöcklin (.378/.400/.459) eine Schippe draufgelegt, während Matt Vance in einen .138/.194/.138-Slump geraten ist. Ohne die EM-Pause hätte ich dieses Duell zu Gunsten von Stöcklin gewertet, aber nach vier Wochen Unterbrechung wäre es albern, auf Hot- oder Cold-Streaks herumzureiten. Über das komplette Jahr betrachtet steht hier in meinen Augen ein:
Unentschieden

Outfield
Regensburg hat ein wirklich gutes Outfield. Maik Ehmcke (.320/.407/.515) und Marcel Jimenez (.398/.474/.494) sind Hitter, die jeder Bundesligist gern im Team hätte und mit Janis Muschik (.250/.371/.327) oder Bong Kyu Kang (.239/.317/.338) ist auch der dritte Outfieldposten solide besetzt. Aber, sorry liebe Legionäre, angesichts der hier vertretenen Schwergewichte der A’s ist dies der Mannschaftsteil, in dem ihr dem Vergleich nicht standhaltet. Allein Right Fielder Thomas de Wolf ist bundesligaweit eine Klasse für sich mit einer geradezu außerirdischen Slashline von .444/.640/.1.156. Das ist eine OPS von 1.796 und obwohl de Wolf erst mitten in der Saison nach Mainz kam und daher nur 15 von 28 Spielen absolvierte, führt er die Liga mit 10 Homeruns an und ist Zweiter in Walks (24) und Runs (33). Die zweiten Plätze bei den Walks und Runs teilt er sich übrigens beide mit seinem Outfield-Kollegen Kevin Kotowski (.378/.514/.439), dem Leadoff-Hitter der Athletics. Und auch die meisten Runs (34) der Bundesligasaison gehen auf das Konto eines Mainzer Outfielders, nämlich auf das von Left Fielder Peter Johanessen (.402/.492/.561).
Vorteil Mainz

Designated Hitter
Über viele Jahre hatte der Kanadier Mike Larson in Mainz die Rolle inne, die nun Thomas de Wolf übernommen hat – sowohl als gefährlichster Hitter wie auch im Right Field. In diesem Jahr hat er von den Zahlen her (.270/.383/.390) für seine Verhältnisse etwas nachgelassen und wartet seit dem 30. April vergeblich auf seinen 50. Bundesliga-Homerun. Mit seiner Erfahrung ist Larson, der schon bei der letzten Meisterschaft der Mainzer 2007 dabei war, dennoch enorm wertvoll und die Athletics können sich glücklich schätzen, dass sie ihn wiederhaben, nachdem er einen Großteil der bisherigen Playoffs zu Gunsten seiner Hochzeitsreise ausfallen lassen musste. Auf Regensburger Seite wird wohl Robert Coyle als DH ins Rennen gehen. Der Amerikaner wurde erst Ende Juni verpflichtet und hat sich als die Verstärkung erwiesen, die man sich von ihm erhofft hatte (.387/.424/.645 in den Playoffs).
Vorteil Regensburg

Fazit
Zählt man alle Bewertungen zusammen, kommt man auf dreimal Mainz, dreimal Regensburg und dreimal Unentschieden, also ein sehr ausgeglichenes Bild. Allerdings wird das ein bisschen verzerrt dadurch, dass ich das Outfield zu einer einzigen Bewertung zusammengefasst habe und der Vergleich in diesem Mannschaftsteil in meinen Augen 3:0 für Mainz ausgeht. Also wenn ihr mich fragt, wird es eine spannende Finalserie, in der die Mainzer am Ende knapp die Oberhand behalten.

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August 29th, 2016 by Dominik

Gestern war mal wieder so ein Tag, an dem man Baseballfan werden müsste, wenn man es nicht schon längst wäre. Es war der letzte Halbfinalspieltag um die Deutsche Meisterschaft zwischen den Heidenheim Heideköpfen und den Mainz Athletics. Ich muss zugeben, nach der 0:8-Niederlage vom Samstagabend und der Aussicht, am gleichen Wochenende beim gleichen Gegner noch zweimal gewinnen zu müssen, hatte ich zwar nicht die Hoffnung aber doch den Glauben an den Finaleinzug meiner Mainzer ein Stückweit verloren. Doch dann drehten die Athletics am Sonntag in einer siebeneinhalbstündigen Hitzeschlacht gegen die Heidenheim Heideköpfe alles herum, was man herum drehen kann: Sie drehten einen 4:5-Rückstand im ersten Spiel durch unglaubliche elf Runs im achten Inning zu einem 15:6-Sieg, sie drehten einen 0:3-Rückstand im zweiten Spiel zu einem 13:6-Sieg und vor allem drehten sie die Serie von 1:2 auf 3:2 und stehen damit im Endspiel. Noch einen Tag später bin ich ganz überwältigt von diesen Ereignissen. Dabei war ich nicht mal vor Ort, aber dank der Radio- und Videoübertragungen von Tim Collins auf eurobaseballtv.com (dort gibt es übrigens auch Highlight-Videos der Spiele) durfte ich mich hautnah dabei fühlen und gemeinsam mit den A’s tausend Tode sterben und tausend Mal wieder auferstehen. Bitte entschuldigt, dass ich heute so ungewohnt emotional und parteiisch… ach was, ich entschuldige mich für gar nichts. Go A’s!

Den Zuschauern – auch wenn die Mehrzahl davon für Heidenheim und am Ende entsprechend enttäuscht gewesen sein dürfte – wurde neben der unglaublichen Spannung in den beiden Spielen auch eine Menge fürs Auge geboten: zum Beispiel insgesamt sechs Homeruns sowie als extreme Rarität ein Triple Play der Mainzer Defense. Letzteres gelang im neunten Inning des ersten Spiels bei geladenen Bases und der leichten Furcht, die Heidenheimer könnten trotz des hohen Rückstands noch mal zurück ins Spiel finden. Diese Furcht war schnell überstanden, als 3B Lennard Stöcklin einen Groundball von Stefan Karpf aufnahm, ihn Catcher Max Boldt zum Force Out an der Homeplate zuwarf, dieser weiter gab zu 1B Martin Kipphan zum Out an der ersten Base und schließlich auch 2B Nici Weichert noch genug Zeit hatte, seinen Runner auszuschalten. Die Fachsprache nennt das ein 5-2-3-4-Triple-Play und ich glaube nicht, dass es diese Form des Triple Plays in der Baseballgeschichte schon oft gegeben hat. Wer eines kennt, möge es mir bitte mitteilen.*

Die überragenden Akteure des Halbfinales, bezogen auf alle fünf Spiele, waren auf Seiten der Heidenheimer Pitcher Johannes Krumm, der mit zwei Glanzleistungen Spiel 1 und 3 für die Heideköpfe gewann und insgesamt nur einen earned Run zuließ, sowie auf Seiten der Mainzer das Duo Infernale Max Boldt und Thomas de Wolf. Boldt brachte es auf 10 RBI in 18 At-Bats mit 5 Hits, darunter 3 Homeruns, sowie 6 Walks. De Wolf gelangen ebenfalls 10 RBI mit 9 Hits in 19 At-Bats, davon 2 Homeruns, und 4 Walks. Obendrein durfte de Wolf auch noch in zwei Spielen als Relief-Pitcher ran. In 3 2/3 Innings ließ er keinen Run zu und besorgte 6 Strikeouts.

Genug des Jubels über meine Lieblinge, der andere Teil des Halbfinales soll nicht unerwähnt bleiben: Zwischen den Regensburg Legionären und den Bonn Capitals war es leider und überraschenderweise nie wirklich spannend. In drei Spielen kassierten die Bonner ebenso viele Niederlagen wie zuvor in der gesamten 24 Spiele langen und als souveräner Nordmeister abgeschlossenen regulären Saison. Im Prinzip war die Serie schon nach dem ersten Wochenende so gut wie entschieden, als die Legionäre die Capitals in deren eigenem Ballpark mit 14:4 und 14:2 sweepten. In dem Auswärtsspiel in Regensburg bäumten sich die Bonner zwar mit einer kurzzeitigen Führung im ersten sowie mit zwei Runs im neunten Inning noch zweimal auf, unterlagen aber letztlich erneut mit 4:7. Regensburg hat damit zum neunten Mal in elf Jahren die Meisterschaftsserie erreicht und es kommt zur Neuauflage des Finales von 2007. Damals gewannen die Mainzer nach einem 0:2-Rückstand noch mit 3:2 zum ersten und bislang einzigen Mal den Titel.

Für eine Vorschau auf die Finalserie ist es mir noch zu früh, denn diese beginnt erst in vier Wochen. Grund für die lange Pause ist die Europameisterschaft in den Niederlanden vom 9. bis zum 18. September, in der eine ganze Reihe von Akteuren sowohl aus Regensburg als auch aus Mainz sich zunächst im Zusammenspiel in der Nationalmannschaft üben dürfen, bevor sie anschließend wieder als Gegner auf dem Platz stehen werden. Am 24. und 25. September ist aufgrund der besseren Platzierung in der regulären Saison zunächst Mainz Gastgeber, am 1. und ggf. 2. Oktober wird die Serie in Regensburg fortgesetzt, bevor man sich falls nötig am 8. Oktober noch einmal in Mainz zum Entscheidungsspiel trifft. Rechtzeitig vor dem ersten Spiel werde ich mich mit einer ausführlichen Gegenüberstellung der beiden Teams melden und mich dabei redlich um Sachlichkeit und Unparteilichkeit bemühen. Und falls ich es noch nicht erwähnt haben sollte: Go A’s!

 

*In der MLB hat es jedenfalls laut der Triple Play Database noch nie eines gegeben. Danke an meinen Leser Matthias für den Hinweis!

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August 9th, 2016 by Dominik

Als Fan einer Sportart, die auf höchstem Niveau nicht im eigenen Land sondern in einer weit entfernten Gegend der Welt ausgeübt wird, wird man oft gefragt, wie man dazu kommt, einem bestimmten Team die Daumen zu drücken. Mir geht es jedenfalls so und es liegt ja tatsächlich nicht gerade auf der Hand, warum man als Hesse zum eingefleischten Metsfan wird. Um die Frage ein für allemal zu beantworten, rede ich hier heute ausnahmsweise mal von mir selbst und erkläre, wie ich zu den Mets gekommen bin.

Anders als bei meinem Lieblingsteam in der Baseball-Bundesliga, den Mainz Athletics, spielten geographische Nähe oder direkte persönliche Bezüge bei der Auswahl meines MLB-Teams keine Rolle. Ich war zwar ein paarmal in den USA, aber nie für längere Zeit an einem Ort und ich habe auch keine Verwandten dort. Ich musste mir also andere Kriterien überlegen und als ordnungliebender Mensch bin ich die Sache systematisch und Schritt für Schritt angegangen. Nennt es unromantisch oder wie ihr wollt, aber das ist mein Weg und dass ich am Ende bei den Mets gelandet und mit dieser Entscheidung überglücklich bin, beweist, dass es für mich der richtige war.

Ich fing an mit einer Liste von allen 30 Teams und dann begann ich zu streichen: Als erstes flogen alle Teams von der Liste, bei denen mich die Stadt oder Gegend nicht so sehr interessiert, dass ich da auch ohne Baseball mehrmals Urlaub machen würde. Das war das Aus für die Cleveland Indians, Kansas City Royals, Houston Astros, Texas Rangers, Cincinnati Reds, Milwaukee Brewers, Pittsburgh Pirates, St. Louis Cardinals und die Colorado Rockies. Die Chicago White Sox, Chicago Cubs und Minnesota Twins schieden ebenfalls aus, weil ich in der NFL langjähriger Fan der Detroit Lions bin und deshalb die Städte von deren Divisionsrivalen nicht in Frage kamen. Aus dem gleichen Grund haben die Tigers den Cut an dieser Stelle geschafft, denn Detroit ist als Stadt nicht attraktiv, aber wegen der Lions allemal eine Reise wert.

Im zweiten Schritt meiner Auswahl wollte ich sicherstellen, dass ich mich auch außerhalb der Heimatstadt des Clubs mit Fan-Klamotten auf die Straße traue, ich beschäftigte mich also mit Teamnamen und Logos. Das in meinen Augen schlimmste, weil vor rassistischen Stereotypen triefende Logo haben die Indians, die aber sowieso schon nicht mehr auf der Liste waren. Die Atlanta Braves sind in Bezug auf diese Stereotype wohl etwas milder einzustufen, aber trotzdem brauche ich sowas nicht. Eine weitere, dieses Mal unpolitische, Logosünde tragen die Washington Nationals auf ihren Kappen. Ich muss immer zweimal hinschauen, ob der Träger einer solchen Kappe für ein Baseballteam oder für eine Drogeriekette wirbt. Da ich nicht religiös bin, wirken Heiligenscheine und Mönche auf mich nicht sonderlich anziehend, also schieden an dieser Stelle auch die Los Angeles Angels und die San Diego Padres aus. Zu guter Letzt verabschiedete ich mich noch von den Philadelphia Phillies. Den Namen finde ich irgendwie dämlich und ich bin froh, dass er nicht scharenweise Nachahmer gefunden hat. Auf eine Liga, in der die Bosties gegen die Washies spielen, die Balties gegen die Tampies und die Detties gegen die Minnies hätte ich jedenfalls keine Lust.

Wenn ich mal ein Heimspiel meines Teams besuche, dann soll da bitteschön auch was los sein. Ich wollte also kein Team, das regelmäßig in einem halbleeren Ballpark spielt. Während ich in den ersten beiden Ausscheidungsrunden weitgehend subjektiv entschieden hatte, hielt ich mich beim dritten Schritt an die harten Fakten und strich alle Teams, die ihr Stadion in der (damals gerade beendeten) Saison 2013 zu weniger als 60% ausgelastet hatten; außerdem auch alle, deren Zuschauerschnitt bei weniger als 75% von dem der MLB insgesamt (30.514) lag. Das 60%-Kriterium traf auf acht Teams zu; von den noch auf meiner Liste befindlichen waren das die Tampa Bay Rays, die Seattle Mariners, die Arizona Diamondbacks und die Miami Marlins. Die Oakland Athletics hätten sich dem Cut fast entzogen, indem sie geschickterweise ihre wenigen Zuschauer in ein kleines Stadion gepackt und so die 60% überschritten hatten trotz im Schnitt 4.000 Zuschauern weniger als beispielsweise die Diamondbacks. In ihrem Fall griff dann allerdings das zweite Kriterium.

Im vierten Schritt strich ich die Teams einer Art, die für mich überhaupt nicht in Frage kommt. Ich meine großspurige Teams, nach deren Ansprüchen jede Saison ohne Meisterschaft eine verlorene Saison ist, meistens einhergehend mit der Einstellung, dass man sich Erfolge durch exorbitanten finanziellen Einsatz erkaufen kann und sollte. Ich interessiere mich schon lange kaum noch für Fußball, aber immer noch ist die erste Assoziation, die ich zu solchen Clubs habe, der FC Bayern. Dass der FC Bayern der MLB die New York Yankees sind, ist wohl unstrittig und somit waren sie für mich auch von Anfang an das absolute No-Go-Team. Um die übrigen „Großkopferten“ herauszufiltern, habe ich mir noch angeschaut, wer in den letzten Jahren regelmäßig Luxury Tax für das Überschreiten des Gehälterrahmens abführen musste. Neben den Yankees waren das die Boston Red Sox und die Los Angeles Dodgers, die somit ebenfalls von der Liste gestrichen wurden.

Was wäre der Sport ohne die eine oder andere jahrelang gepflegte besondere Hass-Liebe zwischen einzelnen Teams? Für mich ist das jedenfalls das Salz in der Suppe und deshalb wollte ich kein Team ohne echte Erzrivalen. Von den bis hierhin im Rennen verbliebenen Clubs sind die Toronto Blue Jays als einziges kanadisches Team der Liga zwar irgendwie speziell und interessant, aber offenbar so weit draußen und auf lange Sicht so erfolglos, dass sie sich keine nennenswerten Rivalitäten zugelegt haben. Bei den Mets und den Giants sieht es zum Glück anders aus, beide pflegen eine ganze Reihe historischer Feindschaften, die es immerhin zu eigenen Wikipedia-Artikeln gebracht haben, und qualifizierten sich damit eindeutig für die nächste Runde. Ganz so traditionsreich scheinen die Lokalrivalitäten der Orioles mit den Yankees und den Nationals nicht zu sein, aber ich ließ sie gerade noch gelten. Nicht gelten ließ ich hingegen die wechselhaften und dadurch nie so richtig intensiven Rivalitäten der Detroit Tigers.

Die Regeln der MLB für die eine Hälfte der Teams unterscheiden sich bekanntlich etwas von denen für die andere Hälfte. Mir persönlich gefällt das Spiel ohne Designated Hitter besser. Es hat einfach einen besonderen Charme, wenn wirklich jeder Spieler seinen Teil auf beiden Seiten, Offensive und Defensive, beitragen muss. Zwar kann man mit Hilfe von Pinch Hittern und Double Switches auch ohne DH-Regel von diesem Grundprinzip abweichen, aber weil es diese strategischen Elemente nicht umsonst, sondern nur um den Preis unwiederbringlich ausgewechselter Spieler gibt, liegt in ihnen ein zusätzlicher Reiz. Ich habe etwas gezögert, ob ich meine Haltung zur DH-Regel als Kriterium für die Teamauswahl nehmen soll, denn so wichtig, dass ich deswegen gleich der halben MLB die Chance auf meine Zuneigung entziehen wollte, ist sie mir dann doch wieder nicht. Da aber inzwischen nur noch ein einziges AL-Team auf der Liste verblieben war und die Baltimore Orioles auf mich rein vom Bauchgefühl eher eine mittelmäßige Ausstrahlung ausübten, nahm ich die Regeldifferenz nun zum Anlass, im mittlerweile sechsten Schritt der Teamauswahl nur die beiden NL-Teams stehen zu lassen.

Bis hierhin war mir das Filtern leicht gefallen, aber zwischen den New York Mets und den San Francisco Giants zu entscheiden war schwer. Beide Städte hatte ich schon besucht und sie hatten mir gefallen. Die Giants punkteten durch das Stadion (inkl. der Aussicht von dort) und durch die längere Tradition. Für die Mets sprachen die günstigere Zeitzone (=mehr Spiele am mitteleuropäischen Abend), das interessantere AAA-Affiliate (ich liebe Las Vegas), das coolere Maskottchen und dass sie in den Jahren vor meiner Auswahl nicht so erfolgreich waren (Entwicklungsspielraum finde ich interessanter als direkt bei einem Contender einzusteigen). Am Ende entschied das Bauchgefühl, das mich zum Glück nicht im Stich gelassen hat. Ich wurde ein Met und aus heutiger Sicht kann ich mir kaum noch vorstellen, dass das noch nicht mal drei Jahre her ist und dass je ein anderes Team für mich infrage kam.

Mit meinen Ausschlusskriterien habe ich mir jetzt sicher einen Haufen Feinde gemacht; natürlich sind die meisten davon mit einem gewissen Augenzwinkern zu sehen, aber irgendwie muss man ja 29 Teams von der Liste bekommen, wenn am Ende nur noch eines draufstehen soll. Vielleicht nützt meine Beschreibung ja dem einen oder anderen, der für sich noch auf der Suche nach einem Team ist – was nicht heißen soll, dass jetzt alle Metsfans werden müssen, obwohl das natürlich die beste Wahl wäre.

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