März 1st, 2018 by Dominik

Seit einer Woche läuft das Spring-Training und ganz ehrlich: Es langweilt mich jetzt schon. Als es losging, war ich noch heiß wie Frittenfett darauf, die Spieler wieder live in Aktion zu sehen, doch leider nutzt sich das schnell ab, wenn es um nichts geht und die echte Saison noch volle vier Wochen auf sich warten lässt. Natürlich ist das Jammern auf hohem Niveau, denn man kann ja froh sein, dass überhaupt so viel auf mlb.tv gezeigt wird – mit täglichen Liveübertragungen aus der Saisonvorbereitung kann wohl keine andere Sportart mithalten. Ich schalte auch brav jeden Tag ein und schaue mir zumindest zwei, drei Innings – also den Teil, in dem üblicherweise noch viele „echte“ MLB-Spieler auf dem Feld sind – an. Dennoch interessieren mich in dieser Phase noch mehr die News von abseits des Feldes, also Free-Agents-Signings und Ähnliches. Von allem, was in den letzten Tagen rund um die MLB los war, gibt es hier wie gewohnt eine kurze Zusammenfassung:

Erste Erkenntnisse aus dem Spring-Training
Könnte man aus den Ergebnissen der Spring-Training-Spiele irgend etwas ableiten, so wären die Aussichten für die Kansas City Royals rosig: Mit 4:0 Siegen (und einem Unentschieden) führen sie die Tabelle der Cactus League an. Auch die Boston Red Sox hatten einen starken Start, sie stehen in der Grapefruit League vorne mit 6:1 Siegen. Nichts zu holen war bislang für die Pittsburgh Pirates, sie bringen es nach fünf Spielen nur auf ein Unentschieden und vier Niederlagen.

Interessant zu sehen fand ich vor allem die beeindruckende Frühform von Mets-Pitcher Noah Syndergaard, der gegen die Astros zwei perfekte Innings absolvierte und es auf Pitch-Geschwindigkeiten von über 100 mph brachte. Besondere Aufmerksamkeit wurde zudem dem Debüt von Shohei Ohtani für die Los Angeles Angels zuteil. Sein erster Auftritt als Pitcher gegen die Milwaukee Brewers war eher durchwachsen: In 1 1/3 Innings gelangen ihm zwei Strikeouts, er erlaubte aber zwei Hits, einen Walk und zwei Runs, darunter einen Homerun. Besser lief es für Ohtani zwei Tage später, als er gegen die San Diego Padres erstmals als Batter zum Einsatz kam: Mit zwei Walks und einem RBI-Single nutzte er seine drei Plate Appearances nahezu bestmöglich.

Bedauerlicherweise sind auch schon die ersten Verletzungen zu beklagen. Am schlimmsten erwischt hat es Brent Honeywell, ein Top-Pitching-Prospect der Tampa Bay Rays. Für ihn wird dieses Jahr nichts aus dem ersehnten Durchbruch in der MLB, denn er hat sich ein Band im Ellbogen gerissen und muss sich nun der Tommy-John-Surgery unterziehen. Das bedeutet für ihn eine Pause bis Mitte 2019. Auch für Will Middlebrooks von den Philadelphia Phillies ist die Saison wahrscheinlich gelaufen. Er stieß beim Fielden eines Flugballs so unglücklich mit einem Teamkollegen zusammen, dass er sich ein Bein brach.

Neue First Basemen für Royals und Twins
Die beiden wichtigsten Neuverpflichtungen der Woche betreffen beide die erste Base: Lucas Duda wird dort seinen neuen Arbeitsplatz bei den Kansas City Royals einnehmen. Er erhält einen Einjahresvertrag über 3,5 Millionen Dollar und spielt nun ausgerechnet bei dem Team, gegen das ihm in der World Series 2015 ein folgenschwerer Error unterlaufen war, welcher die Niederlage seines damaligen Teams New York Mets eingeleitet hatte. Aber keine Sorge, liebe Royals-Fans: Duda ist ein guter Griff, meiner bescheidenen Ansicht nach sogar ein echtes Schnäppchen, da er seinem sehr viel teureren Vorgänger Eric Hosmer weder im Feld noch an der Platte in irgendetwas nachsteht.

Auch die Minnesota Twins haben einen neuen First Baseman gefunden: Logan Morrison, zuletzt Teamkollege von Duda bei den Tampa Bay Rays, unterschreibt für zunächst ein Jahr und 5,5 Millionen Dollar. Eine Option auf ein weiteres Jahr für 8 Millionen aktiviert sich automatisch, wenn Morrison in diesem Jahr 600 Plate Appearances erreicht. Diese Marke zu erreichen wird schwer, denn auf seiner Stammposition wird Morrison nur Ersatz hinter Joe Mauer sein. Man kann aber davon ausgehen, dass er regelmäßig als Designated Hitter auflaufen wird.

Nachsitzen für Martinez und die Red Sox
Schon letzte Woche hatte ich hier den Deal zwischen OF/DH J. D. Martinez und den Boston Red Sox verkündet. Dieser ist inzwischen bestätigt, doch die beiden Verhandlungspartner mussten noch mal nachsitzen. Der Grund waren Röntgenaufnahmen von einer Fußverletzung, derentwegen Martinez letztes Jahr sechs Wochen pausieren musste und die wohl dauerhafte Spuren hinterlassen hat. Die Red Sox wollten sich in den Nachverhandlungen dagegen absichern, einen Haufen Geld zu verlieren, falls sich langfristige Spätfolgen der Verletzung zeigen. Daher einigte man sich, dass Martinez‘ Gehalt sich 2021 und 2022 deutlich reduziert, falls es zu nennenswerten Ausfallzeiten im Zusammenhang mit dieser Sache kommt. Im Gegenzug hat Martinez nun nicht mehr nur nach dem dritten, sondern auch nach dem zweiten und dem vierten Jahr die Option, aus dem Vertrag auszusteigen.

Weitere Signings und Trades
Hier noch ein paar kleinere Rostermoves aus den letzten Tagen:

Die Detroit Tigers ergänzen ihr Pitching-Personal um Francisco Liriano. Für einen Einjahrsvertrag über 4 Millionen Dollar wird der 34-jährige Linkshänder entweder den Bullpen der Tigers verstärken und/oder bei Bedarf Einsätze als Starter bekommmen.

Outfielder Corey Dickerson, den die Tampa Bay Rays letzte Woche designated hatten, wurde zu den Pittsburgh Pirates getradet. Im Gegenzug wechseln Reliever Daniel Hudson, Infield-Prospect Tristan Gray und eine nicht näher bezifferte Geldsumme nach Tampa.

Einen Tag zuvor hatten die Pirates sich mit Outfielder Michael Saunders auf einen Minor-League-Vertrag mit Major-League-Option geeinigt. Nach dem Dickerson-Trade sah Saunders jedoch seine Chancen auf einen Platz im Team deutlich geschmälert und bat daher die Pirates, den Vertrag wieder aufzulösen. Dieser Wunsch wurde ihm gewährt und gab ihm die Freiheit, stattdessen – ebenfalls im Rahmen eines Minor-League-Vertrages – bei den Kansas City Royals anzuheuern.

Auch Reliever Seung-hwan Oh einigte sich diese Woche mit zwei verschiedenen Teams: Zuerst nahm er ein Angebot der Texas Rangers an, die ihm einen Einjahresvertrag über 2,75 Millionen Dollar offerierten. Bei der medizinischen Untersuchung fiel Oh jedoch aus unbekannten Gründen durch und die Rangers zogen ihr Angebot zurück. Oh unterschrieb daraufhin bei den Toronto Blue Jays für ein Jahr und 1,75 Millionen. Auch bei den Blue Jays gehört natürlich eine medizinische Beurteilung zum Prozess des Vertragsabschlusses, doch offenbar waren die Bedenken in Toronto geringer. Eine Sicherheit hat man trotzdem eingebaut: Ein zweites Vertragsjahr, für das Oh 2,5 Millionen Dollar erhalten würde, tritt nur in Kraft, wenn er es im ersten Jahr auf mindestens 70 Einsätze bringt.

Ein alter Bekannter ist zurück in Cleveland: Die Indians verpflichten Mike Napoli im Rahmen eines Minor-League-Vertrages. Ein Rosterspot für das MLB-Team ist für ihn nicht in Sicht, da die erste Base mit Edwin Encarnacion und Yonder Alonso gut besetzt ist. Aber den Minor-League-Kontrakt ist Napoli als Absicherung für Verletzungen sowie als Mentor für junge Spieler sicher wert.

Und noch ein alter Bekannter ist wieder da: Pitcher Tim Lincecum hatte seine besten Zeiten mit den San Francisco Giants, für die er 2008 und 2009 den Cy-Young Award holte und 2013 und 2014 No-Hitter warf. Diverse Verletzungen beeinträchtigten seine Karriere und ein Comeback-Versuch bei den Los Angeles Angels misslang 2016 gründlich mit nur neun Einsätzen und einem ERA von 9.16. Doch Lincecum hat nie aufgegeben und konnte bei einem Tryout vor mehreren Teams letzte Woche offenbar überzeugen. Die Texas Rangers verpflichten ihn für 1 Million Dollar zuzüglich Leistungsprämien für ein Jahr. Er wird voraussichtlich aus dem Bullpen eingesetzt werden und die Chance erhalten, sich um die Rolle des Closers zu bewerben.

Saisoneröffnung 2019 in Tokio 
Die letzte Nachricht für heute wird erst in einem Jahr relevant: Die MLB-Saison 2019 soll in der japanischen Hauptstadt Tokio eröffnet werden. Aller Voraussicht nach werden es wie schon 2012 wieder die Oakland Athletics und die Seattle Mariners sein, die eine Zwei-Spiele-Serie im Tokyo Dome spielen. Es wird das achte Mal sein, dass die MLB reguläre Saisonspiele außerhalb der USA und Kanadas stattfinden lässt. Bislang war die Liga zweimal in Mexiko (1996 und 1999) zu Gast, viermal in Japan (2000, 2004, 2008, 2012) und einmal in Australien (2014). Als nächstes Ziel ist vor allem die Dominikanische Republik im Gespräch, aber auch in Mexiko soll es in den nächsten Jahren wieder MLB-Spiele geben und vielleicht auch in London.

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Dezember 21st, 2017 by Dominik

Kurz vor Weihnachten zeigen sich viele Front Offices rührig, um ihre Teams und deren Fans mit der einen oder anderen Weichenstellung für die kommende Saison zu bescheren – und natürlich, um sich selbst ein bisschen Ruhe über die Feiertage zu sichern, denn erfahrungsgemäß ist dies der Zeitpunkt, an dem die Beatwriter und Analysten unruhig werden, wenn ihr Team in der Offseason noch keine oder nur wenige Erfolge vermelden konnte. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit standen diese Woche zwei interessante Trades. Zudem hat sich einiges auf dem Free-Agent-Markt getan, besonders in Bezug auf First Basemen.

Braves und Dodgers traden, um zu sparen
Outfielder Matt Kamp kehrt von den Atlanta Braves zurück zu den Los Angeles Dodgers, für die er schon von 2006 bis 2014 gespielt hatte. Im Gegenzug schicken die Dodgers 1B Adrian Gonzalez, SP Scott Kazmir, SP Brandon McCarthy, Infielder Charlie Culberson und zusätzlich Geld nach Los Angeles. Das Bemerkenswerte an diesem Trade ist, dass er – außer Ergänzungsspieler Culberson – auf beiden Seiten lauter Spieler umfasst, die dank alter Verträge deutlich mehr Geld verdienen als sie zuletzt durch Leistung rechtfertigen konnten. Beide Teams haben mit dem Deal ihre Payrollsituation verbessert, die Dodgers für dieses und die Braves für nächstes Jahr. Die Spieler, die die Braves erhalten haben, kosten für 2018 rund 52 Millionen Dollar. Das ist ein Haufen Geld, tut den Braves aber nicht allzu weh, weil sie 2018 keine großen Pläne haben und lieber in diesem Jahr überbezahlen als im Jahr darauf – und dann sind die betreffenden Spieler alle Free Agents. Adrian Gonzalez wurde von den Braves von vornherein als so nutzlos abgestempelt, dass sie ihn direkt nach dem Trade entlassen haben – seine 22,375 Millionen zahlen sie ihm trotzdem und nun kann er sich ein Team suchen, das ihn für ein Minimalgehalt spielen lässt.

Matt Kemp hingegen hat noch zwei Jahre Vertrag und erhält dafür 43,5 Millionen Dollar. Als Spieler wird er den Dodgers nicht viel weiterhelfen, aber es hilft ihnen deutlich, dass sie die Gehälter der anderen los sind und Kemps Gehalt sich auf 2018 und 2019 verteilt. Auf diese Weise halten sie die Payroll für 2018 niedriger und müssen weniger oder sogar gar keine Strafabgabe an die Liga bezahlen. Wenn sie um die Luxussteuer ganz herum kommen, zahlt es sich für sie besonders aus, denn diese steigt deutlich an, wenn man mehrere Jahre in Folge über der festgelegten Schwelle liegt. Die Dodgers lagen zuletzt zwei Jahre hintereinander darüber.

Rays senden Longoria nach San Francisco
Der zweite große Trade der Woche hat deutlich mehr mit sportlichen Ambitionen zu tun als der erste: Die San Francisco Giants füllen eine klaffende Lücke in ihrem Lineup, indem sie 3B Evan Longoria von den Tampa Bay Rays holen. Damit signalisieren die Giants deutlich, dass sie die enttäuschende Saison 2017 schnell hinter sich lassen und schon nächstes Jahr wieder wettbewerbsfähig sein wollen. Die Rays lassen nach zehn Jahren, die Longoria für sie spielte, das Gesicht ihrer Franchise ziehen. Im Gegenzug für den 32-Jährigen erhalten sie Outfielder Denard Span, Infield-Prospect Christian Arroyo und zwei Minor-League-Pitcher. Die Kernkomponente auf dieser Seite des Trades ist Arroyo, der als herausragendes Talent gilt und den Deal zu einem klassischen Tausch macht zwischen einem Team, das kurzfristige Erfolge sucht (den Giants), und einem, dass beim Aufbau seines Kaders noch ein paar Jahre Zeit hat (den Rays).

Der Markt für die erste Base lichtet sich 
Oft fallen die Free Agents auf bestimmten Positionen wie Dominosteine, sobald einer den Anfang macht. In der Vorwoche kamen vor allem die Relief Pitcher in den Genuss, dass fast jedes Team sich einen von ihnen sichern wollte. Diese Woche waren die First Basemen an der Reihe. Den größten Paukenschlag landeten die Philadelphia Phillies, die sich für 60 Millionen Dollar für drei Jahre die Dienste von Carlos Santana sicherten. Dieser Move kam äußerst überraschend, denn erstens lässt er sich kaum mit dem laufenden Rebuilding-Projekt der Phillies in Einklang bringen und zum anderen wirft er die Frage auf, wo die Phillies mit ihrem jungen und vielversprechenden 1B Rhys Hoskins hin wollen. Wenn mir DEN Sinn dieser Verpflichtung jemand erklären kann: Ich bin ganz Ohr.

Die Cleveland Indians, Santanas bisheriger Club, haben direkt einen Nachfolger geholt und für zwei Jahre Yonder Alonso (bisher Athletics) verpflichtet. 1B Matt Adams ist unterdessen mit einem Einjahresvertrag bei den Washington Nationals untergekommen und Mitch Moreland hat sich mit den Boston Red Sox für zwei weitere Jahre geeinigt. Interessante First Basemen, die noch ohne neues Teams sind, sind Eric Hosmer (Royals), Logan Morrison (Rays), Mike Napoli (Rangers), Adam Lind (Nationals) und Lucas Duda (Rays).

Freddy Galvis nach San Diego
Ein weiterer Move der Phillies in dieser Woche erscheint deutlich nachvollziehbarer als die oben erwähnte Verpflichtung von Carlos Santana: Shortstop Freddy Galvis wurde für Pitching-Prospect Enyel De Los Santos zu den San Diego Padres getradet. Galvis ist einer der besten defensiven Shortstops der Liga, gleichwohl hatten die Phillies keine Verwendung mehr für ihn. Sein Vertrag läuft ohnehin nach der Saison 2018 aus und der talentierte J. P. Crawford gilt den Phillies als ihr Shortstop der Zukunft (und jetzt wohl auch der Gegenwart).

Brewers, Yankees und Rangers ergänzen Rotation
Zu den populäreren Namen des Free-Agent-Marktes für Pitcher wie Yu Darvish, Jake Arrieta und Lance Lynn gibt es noch keine Vollzugsmeldungen, aber einige solide Ergänzungen einer Starting Rotation konnten in den letzten Tagen an den Mann gebracht werden: Jhoulys Chacin (bisher Padres) läuft die nächsten zwei Jahre für die Milwaukee Brewers auf, C. C. Sabathia bleibt für ein weiteres Jahr bei den Yankees und Matt Moore wurde für zwei Pitching-Prospects von San Francisco zu den Texas Rangers getradet. Nach einer Saison zum Vergessen (5.52 ERA) erhält Moore die Chance auf einen Neuanfang in veränderter Umgebung.

Mets verlängern Vertrag von GM Alderson 
Die New York Mets verbringen bislang eine sehr zurückhaltende Offseason mit Reliever Anthony Swarzak als einziger nennenswerter Neuverpflichtung. Die seit zwei Jahren andauernde Untätigkeit sowie der offensichtliche Unwille, sich zum Status eines Big-Market-Teams zu bekennen und entsprechend in den Kader zu investieren, haben in den vergangenen Tagen deutliche Kritik etablierter Beatwriter wie Marc Carig von Newsday und Joe D von Metsmerized an den Ownern Fred und Jeff Wilpon sowie an General Manager Sandy Alderson hervorgerufen. Die beiden verlinkten Artikel kann ich übrigens sehr empfehlen, sie sprechen mir und sicherlich vielen weiteren Mets-Fans aus der Seele.

Die bislang einzige Reaktion der Mets bestand darin, dass sie gestern die Verlängerung von Aldersons Vertrag bekannt gegeben haben. Ganz offensichtlich ist man bereit, sich dem Wettbewerb zu stellen – wenn auch leider nur dem Wettbewerb mit Derek Jeter und Co. um die unbeliebteste Vereinsführung der Liga…

Die skurrilste Verletzung des Jahres 
Martin Perez, Starting Pitcher der Texas Rangers, hat sich am Ellbogen verletzt. Er musste operiert werden und obwohl die Verletzung zum Glück nur den rechten Arm des Linkshänders betrifft, wird Perez wohl nicht vor Mai auf dem Platz stehen können. So etwas ist bedauerlich, aber im Profisport durchaus an der Tagesordnung. Ungewöhnlich ist aber, wie er sich die Verletzung zugezogen hat. Von einem „Vorfall mit einem Bullen“ war zunächst die Rede, was eine Reihe von Spekulationen zuließ: Hatte Perez den Bullen geritten und war abgeworfen worden? War der Bulle ausgebrochen und hatte Perez mit den Hörnern attackiert? Es stellte sich heraus, dass der Vorfall nicht ganz so dramatisch, wenngleich nicht weniger peinlich war: Freizeit-Landwirt Perez hatte sich im Gehege des Bullen aufgehalten, der zwar angebunden war, aber wohl eine plötzliche Bewegung in Perez‘ Richtung machte. Als Perez vor Schreck zurück wich, fiel er hin und landete unsanft auf dem Ellbogen.

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Februar 9th, 2017 by Dominik

Wie jeder Footballfan liebe ich den Superbowl. Wie jeder Baseballfan bin ich aber auch froh, wenn er vorbei ist, denn das ist das untrügliche Signal, dass jetzt wieder Baseball auf dem Programm steht: Am kommenden Sonntag machen die Pitcher und Catcher der Cleveland Indians den Anfang und in den Tagen darauf steigen auch bei den anderen Teams zunächst die Pitcher und Catcher und kurz darauf die restlichen Spieler offiziell ins Training ein. Am 24. Februar stehen bereits die ersten Spring-Training-Spiele an und ab da vergeht die Zeit bis zum echten Saisonbeginn am 2. April wie im Fluge, zumal zwischenzeitlich auch noch der World Baseball Classic, also die Baseball-Weltmeisterschaft, auf dem Programm steht.
Kurz bevor es ernst wird, gab es diese Woche noch eine Menge interessanter Free-Agent-Verpflichtungen: Mike Napoli und Jason Hammel sind bei neuen Teams untergekommen und vor allem der Markt für Reliever ist endlich richtig in Schwung geraten. Der Grand Slam am Donnerstag hält euch auf dem Laufenden:

Neue Engagements für Napoli, Carter und Morrison
Als einer der letzten „großen“ Free Agents hat 1B/DH Mike Napoli einen neuen Verein gefunden und es sind – nach schon lange anhaltenden Spekulationen wenig überraschend – die Texas Rangers. Der Deal ist noch nicht offiziell, aber der 35-jährige Slugger wird wohl für ein Jahr plus Team-Option unterschreiben und dafür 8,5 Millionen Dollar erhalten.
Im Windschatten dieser Verpflichtung sind zwei weitere First Basemen ebenfalls zu neuen Verträgen gekommen: Logan Morrison verbringt für 4,2 Millionen Dollar ein weiteres Jahr bei den Tampa Bay Rays und Chris Carter kommt dieses Jahr für 3,5 Millionen bei den Yankees unter. Carter wird den Fans der Yankees vermutlich Wechselbäder der Gefühle bescheren: Im letzten Jahr hatte er sowohl die meisten Homeruns (41) als auch die meisten Strikeouts (206) der National League.

Jason Hammel zu den Royals
Auch der bislang interessanteste verbliebene Starting Pitcher ist nun vom Markt: Jason Hammel, zuletzt beim World-Series-Sieger Chicago Cubs (wenngleich er in der Postseason nicht zum Einsatz kam), geht zu den Kansas City Royals. Für rund 14 Millionen übernimmt der 34-Jährige in den nächsten zwei Jahren den Platz in der Rotation, der durch den tragischen Unfalltod von Yordano Ventura freigeworden war.

Der Knoten der Reliever-Free-Agency ist geplatzt
Die diesjährige Free Agency hielt einige Paukenschläge in Form ungewöhnlich teurer und langfristiger Verträge für Relief Pitcher bereit – was in manchen Fällen (Aroldis Chapman, Mark Melancon) noch halbwegs verständlich, in anderen Fällen (Brett Cecil) meiner Ansicht nach völliger Irrsinn ist. Auf jeden Fall führten diese Monsterverträge dazu, dass auch bei anderen Relievern und bei deren Beratern Begehrlichkeiten geweckt wurden und dass die Clubs, die nicht auf die Preistreiberei einsteigen wollten, lange pokern mussten. In den letzten ein, zwei Wochen scheint der Knoten endlich geplatzt und zahlreiche solide Reliever einigten sich mit ihren Teams auf „normale“ Verträge.
Das Paradebeispiel für eine solche Politik der ruhigen Hand sind die New York Mets. General Manager Sandy Alderson hatte gleich zu Beginn der Offseason deutlich gemacht, dass es mit ihm keine exorbitanten Reliever-Verträge geben wird. Im Umfeld wurde es angesichts der vorhandenen Löcher im Kader und scheinbarer Untätigkeit der Verantwortlichen schon langsam unruhig, da zauberte Alderson letzten Freitag Einigungen mit Lefty Jerry Blevins (ein Jahr, 6 Millionen, plus Option auf ein weiteres Jahr) und Righty Fernando Salas (ein Jahr, 3 Millionen) hervor – also mit genau den beiden Spielern, deren Wiederverpflichtung nach starken Auftritten im letzten Jahr von Fans und Medien vielfach erhofft worden war. Ebenfalls gute Deals konnten in den letzten Tagen die Los Angeles Dodgers mit Sergio Romo (1 Jahr, 3 Millionen), die Cleveland Indians mit Boone Logan (1 Jahr, 6,5 Millionen) und die Toronto Blue Jays mit Joe Smith (1 Jahr, 3 Millionen) schließen.

Und was ist mit Matt Wieters?
Von meiner vor drei Monaten aufgestellten Top-20-Liste der Free Agents dieser Offseason ist noch genau einer übrig: Matt Wieters galt als einer der beiden besten Catcher eines auf dieser Position dünn besetzten Marktes – eigentlich als der beste, wenn man berücksichtigt, dass der andere der beiden, Wilson Ramos, dieses Jahr verletzungsbedingt in erster Linie als DH zu gebrauchen ist. Mit 30 Jahren, einem offensiv höchstens mittelmäßigen 2016 (.243/.302/.409), aber der Aussicht auf Besserung, je weiter er seine eigene Verletzungsgeschichte hinter sich lässt, schien Wieters‘ Hoffnung auf einen lukrativen Mehrjahresvertrag nicht unbegründet zu sein. Doch es kam anders: Nach und nach orientierten sich die Favoriten auf eine Verpflichtung – die Orioles, die Nationals, die Yankees, die Mets – anderweitig und Wieters sieht mehr und mehr nach dem Unglücklichen aus, der bei der Reise nach Jerusalem ohne Stuhl dasteht, wenn die Musik aufhört zu spielen. Ganz so weit wird es nicht kommen, aber inzwischen ist wohl davon auszugehen, dass er sich mit einem Einjahresvertrag begnügen und nächstes Jahr einen neuen Anlauf auf ein besseres Engagement starten muss. Als mögliche Orte, an denen Wieters landen könnte, wurden in den letzten Tagen Tampa Bay, Colorado, Anaheim, Cincinnati und immer noch Baltimore gehandelt.

Homer Bailey operiert
Leider muss man auch schon über eines der ersten Verletzungsopfer der noch nicht begonnenen Saison berichten: Homer Bailey, Starter der Cincinnati Reds, musste sich einen Knochensporn am Ellbogen entfernen lassen und wird zumindest den Beginn der Saison verpassen. Bailey bleibt somit das Verletzungspech treu. Seit er 2014 einen Sechsjahresvertrag über 105 Millionen Dollar unterzeichnete, verpasste er wegen Ellbogen-OPs einen Teil der Saison 2014 und fast die kompletten Spielzeiten 2015 und 2016.

Regeländerungen offiziell vorgeschlagen
Die aller Wahrscheinlichkeit nach bevorstehenden Regeländerungen zur neuen Saison – Verkleinerung der Strikezone und Abkürzung von Intentional Walks – hatte ich in früheren Artikeln schon beschrieben. Damit sie wirklich in Kraft treten können, muss jedoch noch die Spielergewerkschaft MLBPA zustimmen. Diese Zustimmung wurde seitens der Liga nun erbeten und es ist wohl relativ bald mit einer Entscheidung zu rechnen, damit Spieler und Schiedsrichter die Neuerungen im Spring Training angemessen einüben können.

MLB.TV ist zurück
Zu guter Letzt noch ein Hinweis: Seit vorgestern ist MLB.TV für die kommende Saison buchbar – nach wie vor zu sehr vernünftigen Preisen, zum Beispiel 113 Dollar plus Steuern für das Premiumpaket, mit dem man ein ganzes Jahr lang sämtliche Saison- und Playoffspiele der MLB live, zeitversetzt und als Aufzeichnung sehen kann.

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Februar 2nd, 2017 by Dominik

Dafür, dass noch einige interessante Leute wie Catcher Matt Wieters, 1B/DH Mike Napoli, 1B Chris Carter oder die Reliever Sergio Romo, Boone Logan, Fernando Salas und Jerry Blevins ohne Vertrag sind, ist es auf dem Free-Agent-Markt knapp zwei Wochen vor dem offiziellen Trainingsauftakt der Teams erstaunlich ruhig geworden. Carter überlegt wohl sogar schon ernsthaft, nach Japan zu wechseln. Die größte MLB-Schlagzeile der letzten Tage war unterdessen eine Geschichte, die mit Sport nur indirekt zu tun hat. Hier die wichtigsten Neuigkeiten seit dem letzten Grand Slam am Donnerstag:

Cardinals für Hackerangriff bestraft
Es klingt nach Stoff für ein Buch oder einen Film, ist aber tatsächlich so passiert: Ein hochrangiger Mitarbeiter der Scouting-Abteilung der St. Louis Cardinals hat sich über Jahre hinweg in die Datenbanken der Houston Astros eingehackt, um Erkenntnisse über Talente zu stehlen. Laut einem schon letztes Jahr ergangenen Urteil gegen den geständigen Mitarbeiter, Chris Correa, hat dieser sich 48-mal innerhalb von zweieinhalb Jahren Zugang zum Netzwerk der Astros verschafft und dabei fünf verschiedene Accounts von Astros-Mitarbeitern missbraucht. Correa wurde nach Bekanntwerden der Vorwürfe von den Cardinals entlassen und sitzt nun eine 46-monatige Haftstrafe ab.
Die MLB hat sich mit der Entscheidung über ihre eigenen Disziplarmaßnahmen gegenüber dem Team Zeit gelassen, weil man auf den Inhalt gerichtlicher Dokumente wartete. Diese sollten Aufschluss darüber geben, ob Correa allein und in eigener Verantwortung gehandelt hat. Tatsächlich scheint dies nach allen vorhandenen Erkenntnissen der Fall gewesen zu sein, sodass die nun verkündete Strafe für die Cardinals einigermaßen glimpflich ausfällt: 2 Millionen Dollar und ihre beiden höchsten Draftpicks müssen sie abgeben und zwar direkt an den Geschädigten, also die Houston Astros.

Rekordvertrag für Carlos Martinez
Den Gürtel deutlich enger schnallen müssen die Cardinals aufgrund der Strafe offensichtlich nicht: Mit dem 25-jährigen Starter hat man sich mehreren Berichten zufolge auf eine Vertragsverlängerung um fünf Jahre geeinigt, für die Martinez etwas mehr als 50 Millionen Dollar erhalten soll. Das ist an sich kein ungewöhnlicher Vertrag für einen vielversprechenden Pitcher, der schon zwei gute MLB-Saisons gespielt hat – bemerkenswert ist der Deal aber deshalb, weil Martinez noch für drei der fünf Jahre arbitration-eligible gewesen wäre, d. h. die Cardinals hätten ihn in diesen drei Jahren über das in der MLB übliche Schiedsverfahren voraussichtlich deutlich günstiger beschäftigen können. Für einen Spieler im ersten Arbitration-Jahr stellt der neue Vertrag, wenn er so zustande kommt, einen Rekord dar. Die Cardinals greifen also tief in die Tasche, um sich Martinez als einen Eckpfeiler des Teams bis 2022 zu sichern. Voraussichtlich wird der Vertrag noch ein bis zwei optionale Jahre enthalten; das würde ihn jedenfalls aus Teamsicht verständlicher machen.

Brandon Moss zu den Royals
Eine der wenigen relevanten Free-Agent-Verpflichtungen der letzten Tag ist Brandon Moss, der bei den Kansas City Royals für zwei Jahre und 12 Millionen Dollar unterschreiben soll. Moss ist Outfielder, allerdings kein besonders guter Defender, daher wird er wohl hauptsächlich als DH auflaufen. Mit einer Karriere-Slashline von .241/.319/.455 ist Moss in erster Linie ein Power-Hitter und hat als solcher sicher seinen Wert, aber gegenüber seinem nach Toronto abgewanderten Vorgänger Kendrys Morales stellt er eine klare Verschlechterung dar.

Blue Jays holen Lefty J. P. Howell
Apropos Toronto: Die Blue Jays haben meiner bescheidenen Ansicht nach eine nicht überragende, aber doch ganz ordentliche Offseason: Mit den Neuverpflichtungen Morales und Steve Pearce sowie der Weiterbeschäftigung von Jose Bautista wurde sichergestellt, dass sich das Lineup gegenüber dem letzten Jahr zumindest nicht verschlechtert. Der größte bisher noch ausstehende Bedarf war ein linkshändiger Reliever und auch der wurde in Person von J. P. Howell nun an Land gezogen. Howell hatte 2016 bei den Dodgers ein schwaches Jahr (4.09 ERA) und wirft insofern die Frage auf, ob er in der Lage ist, an seine deutlich erfolgreichere Zeit von 2013 bis 2015 (1.97 ERA) anzuknüpfen. Für einen Einjahresvertrag über 3 Millionen Dollar ist das Risiko jedenfalls überschaubar und diese Zahlen unterstreichen, dass es für die Blue Jays vernünftig war, nicht in ein Wettbieten um den bisherigen Jobinhaber Brett Cecil einzusteigen. Dieser ist den Statistiken nach nicht wirklich besser als Howell, räumte aber bei den St. Louis Cardinals einen meiner Ansicht nach absurden Vierjahresvertrag über 30,5 Millionen Dollar ab.

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Dezember 29th, 2016 by Dominik

Zum letzten Mal in diesem Jahr fasst der Grand Slam am Donnerstag das Geschehen der vergangenen sieben Tage in der MLB zusammen. Allzu viel hat sich erwartungsgemäß nicht getan über die Weihnachtstage, aber ein paar interessante Vertragsabschlüsse und das Gerücht über eine möglicherweise 2018 anstehende Europareise zweier MLB-Teams gibt es immerhin zu berichten.

Encarnacion ist ein Indian
Die Cleveland Indians wollen sich nicht auf dem Gewinn der American League ausruhen, sie wollen auch in den nächsten Jahren oben mitspielen und mindestens einmal die World Series holen. Das war schon vor der Verpflichtung von 1B/DH Edwin Encarnacion das erklärte Ziel, wurde durch diese aber noch mal deutlich untermauert. 60 Millionen Dollar ist den Indians der Deal für drei Jahre wert, ein viertes Jahr wurde als Club-Option vereinbart. Es ist kein Geheimnis, dass die Toronto Blue Jays Encarnacion gern behalten hätten und ihm vor einigen Wochen wohl einen Vier-Jahres-Vertrag über 80 Millionen vorgelegt hatten, was Encarnacion nicht genug war. Dass er jetzt einen etwas schlechteren Vertrag unterschrieben hat – im Alter von 34 Jahren ist eine möglichst lange garantierte Laufzeit wünschenswert – deutet daraufhin, dass „EE“ sich etwas verzockt hat. Aber am Hungertuch wird er nicht nagen und die starken Indians noch etwas stärker zu machen ist sicher eine angenehme Herausforderung.

Nova bleibt bei den Pirates 
Die Aufnahme von Ex-Yankee Ivan Nova zur Trade-Deadline der vergangenen Saison erwies sich für die Pittsburgh Pirates als wahrer Glücksgriff. Der 29-jährige Pitcher produzierte in den elf Starts für das neue Team die besten Zahlen (3.06 ERA, 2.62 FIP) seiner Karriere. Nun wird er reichlich Gelegenheit haben, unter Beweis zu stellen, dass seine bisherigen Leistungen „for real“ sind und nicht nur ein statistischer Ausreißer nach oben, denn Nova und die Pirates haben sich auf einen Dreijahresvertrag über 26 Millionen Dollar geeinigt.

Inciarte verlängert in Atlanta
Auch die Atlanta Braves haben sich das langfristige Engagement eines Leistungsträgers gesichert, indem sie eine Vertragsverlängerung mit Centerfielder Ender Inciarte fix gemacht haben. Der Abschluss weist frappierende Ähnlichkeit mit dem auf, den vor zwei Wochen die Philadelphia Phillies mit Odubel Herrera erzielt haben: Beide laufen über fünf Jahre plus Team-Option, beide sind 30, 5 Millionen Dollar wert und das für Spieler, die in der gleichen Division auf der gleichen Position spielen und ihre größten Stärken in der Defense haben. Vielleicht sehe ich das Business zu naiv, aber in meiner Vorstellung hat Inciarte seinen Agent angewiesen, für ihn das gleiche herauszuholen, was Herrera bekommen hat und so ist es dann gekommen. Beide Verträge gelten als eher teamfreundlich – Herrera und Inciarte waren offenbar bereit, zu Gunsten langfristiger Sicherheit auf die Chance zu verzichten, noch mehr jährliches Einkommen herauszuholen.

Noch einige Top-Leute zu haben
Die meisten bedeutenden Free Agents haben inzwischen eine neue (oder die alte) Heimat gefunden. Ein paar Hochkaräter sind zum Jahreswechsel aber immer noch ohne neuen Vertrag:

Für 1B/DH Mike Napoli steht seit der Encarnacion-Verpflichtung fest, dass man in Cleveland nicht mehr mit ihm plant. Er wird momentan vor allem mit den Texas Rangers in Verbindung gebracht, ein Zweijahresvertrag soll im Raum stehen.

OF José Bautista scheint Probleme bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber zu haben. Anders ist es wohl kaum zu erklären, dass der 36-Jährige inzwischen verlauten lässt, unter gewissen Umständen auch mit einem Einjahresvertrag zufrieden zu sein.

Mark Trumbo führte 2016 die MLB mit 47 Homeruns an und ist mit 30 Jahren im besten Alter. Trotzdem stehen die Teams offenbar nicht gerade bei ihm Schlange. Vermutlich hat er seinen eigenen Marktwert etwas überschätzt, als er das Angebot der Orioles über 52 Millionen Dollar für vier Jahre ablehnte. Eigentlich war das ein ziemlich gutes Angebot für einen Spieler, der erst noch beweisen muss, dass er die Leistung des Vorjahres wiederholen kann und der zudem so gut wie keinen Wert für die Defensive mitbringt. Eine zusätzliche Abschreckung für andere Teams besteht darin, dass wegen des ebenfalls abgelehnten Qualifying Offers ein Erstrundendraftpick für Trumbo fällig würde.

Der zweite „Ladenhüter“ der Orioles ist Catcher Matt Wieters. Bei seinem bisherigen Team dürfte er keine Zukunft haben, nachdem die Orioles Wellington Castillo für seine Position verpflichtet haben. Vielleicht hat auch Wieters sich etwas verzockt, weil er angesichts des recht dünnen Catcher-Marktes dieser Offseason auf bessere Angebote gehofft hatte, als er sie nun tatsächlich erhält. Als unbestritten bester offensiver Catcher unter allen Free Agents wird er aber sicher noch ein Team finden. Als Favoriten gelten zurzeit drei NL-East-Teams: die Washington Nationals, die Atlanta Braves und die New York Mets.

Red Sox vs. Yankees in London? 
Die NFL ist seit geraumer Zeit jährlich für mehrere reguläre Saisonspiele in London zu Gast. Möglicherweise tut es ihr die MLB bald nach. Nach bereits absolvierten Spielen in Mexiko, Japan, Puerto Rico und zuletzt 2014 in Australien liegt die Vorstellung nicht fern, dass auch Europa mal Gastgeber für eine Serie sein darf, um die weltweite Popularität der Liga zu steigern. Tatsächlich wird London im neuen Collective Bargaining Agreement ausdrücklich als mögliches Ziel für eine oder mehrere Auslandsserien genannt. Diese Woche kam sogar schon eine konkrete Paarung ins Gespräch und zwar die hochkarätigste, die der Baseball zu bieten hat: Die New York Yankees und die Boston Red Sox drängen laut dem Boston Herald gemeinsam darauf, 2018 eine Serie in London austragen zu dürfen. Als weiterer Favorit, innerhalb der nächsten paar Jahre mindestens einmal in London anzutreten, gelten nach dem Artikel die New York Mets. Eine definitive Entscheidung seitens der Liga, ob und zwischen wem es 2018 ein Gastspiel in London gibt, soll im Frühjahr 2017 fallen.

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November 8th, 2016 by Dominik

Es ist eine schöne Tradition, dass um diese Jahreszeit allseits darüber spekuliert wird, wo die wichtigsten Free Agents der MLB unterkommen. Teams und Spieler, die Verlängerungs- oder Ausstiegsklauseln ziehen wollten, haben das größtenteils vor dem heutigen Beginn der Free Agency getan. Zudem war gestern Abend die Deadline für sogenannte Qualifying Offers. Zehn Spieler haben von ihrem Team ein solches Angebot erhalten, das ihnen einen ligaweit einheitlichen Betrag von 17,2 Millionen Dollar für ein weiteres Jahr beim bisherigen Arbeitgeber zusichert. Jeder von ihnen hat nun eine Woche Zeit, das Angebot anzunehmen. Lehnt er es ab und unterschreibt woanders, erhält das bisherige Team einen hohen Draftpick als Kompensation. Hier gibt es eine Übersicht über die zehn Qualifying Offers dieses Jahres sowie über ein paar nennenswerte Spieler, die das Angebot nicht erhalten haben. Für Spieler, die während der gerade beendeten Saison getradet wurden, können übrigens keine Qualifying Offers abgegeben werden.

Die Free-Agent-Klasse dieses Jahres erscheint mir insgesamt eher schwach; die beste Auswahl besteht an Hittern im Outfield und auch einige gute Closer sind zu haben, der Markt für Starting Pitcher, Catcher und Middle Infielder ist hingegen sehr dünn. Hier sind meine Top 20 der diesjährigen Free Agents:

  1. Yoenis Cespedes, OF, New York Mets

Nach dem vorhersehbaren Opt-Out aus dem Vertrag mit den Mets strebt Cespedes nun den großen Zahltag seiner Karriere an – mit Recht, muss man sagen, denn in seinen eineinhalb Saisons in New York hat er unter Beweis gestellt, dass er nicht nur ein guter Hitter sondern auch in der Lage ist, ein Team zu tragen. Er ist für mich die klare Nummer eins der diesjährigen Free Agency und wird für vier bis fünf Jahre einen deutlich dreistelligen Dollarbetrag herausholen. Cespedes fühlt sich bekanntlich wohl in New York und die Metsfans lieben ihn, aber ich fürchte, er wird der Vereinsführung zu teuer sein. Mein Tipp ist, dass er bei den anderen New Yorkern landet.

  1. Justin Turner, 3B, Los Angeles Dodgers

Ein flexibler Infielder, der offensiv wie defensiv seit drei Jahren gut produziert und darüber hinaus sowohl bei den Fans als auch im Clubhouse hohes Ansehen genießt – mit diesem Profil steht Justin Turner in dieser Free-Agent-Klasse ziemlich alleine da. Die Dodgers wissen, was sie an ihm haben und gelten als Favorit für eine Weiterverpflichtung, nicht zuletzt weil Turner in Kalifornien aufgewachsen und verwurzelt ist. Aber er wird sich nicht billig verkaufen, vier bis fünf Jahre für 70 bis 80 Millionen sollten schon drin sein – wenn nicht in Los Angeles, dann vielleicht in San Francisco oder in Atlanta („Hauptsache Kalifornien“ hätte Andi Möller jetzt gesagt).

  1. Aroldis Chapman, RP, Chicago Cubs

Die diesjährige Postseason hat gezeigt, dass die Reliever im modernen Baseball eine immer wichtigere Rolle spielen und Aroldis Chapman hatte daran großen Anteil, auch wenn er im legendären Spiel 7 fast zur tragischen Figur geworden wäre. Er tritt seit fünf Jahren als Closer an, in der Zeit hat er 91% seiner Savegelegenheiten verwandelt und nur 1.84 ERA zugelassen. Die heißesten Kandidaten auf einen hochdotierten Vertrag mit ihm sind die Teams, für die er letztes Jahr gespielt hat, also die Cubs und die Yankees. Aber ich lehne mich mal aus dem Fenster und prognostiziere, dass er bei den Giants unterschreibt, die damit ihren lange gehegten Schwachpunkt ausmerzen.

  1. Rich Hill, SP, Los Angeles Dodgers

Hill wird bis Saisonbeginn 37 sein und spätestens seit er in der vergangenen Saison wochenlang wegen einer Blase am Finger ausfiel, haftet ihm der Ruf der Verletzungsanfälligkeit an. Wenn er auf dem Mound stand, hat er jedoch hervorragende Arbeit abgeliefert (2.12 ERA) und angesichts der kaum vorhandenen Konkurrenz auf dem FA-Markt für Starting Pitcher dürften Hill eine Menge gut dotierter Angebote ins Haus flattern. Er wird für zwei bis drei Jahre irgendwo landen, wo Geld vorhanden und Starting Pitching gesucht ist – beides trifft auf seinen bisherigen Club zu und deshalb sehe ich ihn weiterhin bei den Dodgers.

  1. Edwin Encarnacion, 1B/DH, Toronto Blue Jays

Mit einer OPS von .886, 42 Home Runs und 127 RBIs ist Encarnacion der vielleicht gefährlichste Batter unter allen diesjährigen Free Agents. Geschmälert wird sein Wert allerdings nicht nur durch sein Alter von bald 34 Jahren, sondern auch dadurch, dass defensiv mit ihm nicht viel anzufangen ist. Ich schätze, damit ist er für die gesamte National League unattraktiv. Ich kann mir gut vorstellen, dass er sich letzten Endes mit den Blue Jays auf eine weitere Zusammenarbeit einigt. Wenn nicht, dann vermute ich, dass er bei den Boston Red Sox die Nachfolge für Big Papi David Ortiz antritt. Sagen wir mal 60 Millionen für drei Jahre.

  1. Kenley Jansen, RP, Los Angeles Dodgers
  2. Deter Fowler, OF, Chicago Cubs
  3. Mark Trumbo, OF, Baltimore Orioles
  4. Jose Bautista, OF, Toronto Blue Jays
  5. Mark Melancon, RP, Washington Nationals
  6. Jeremy Hellickson, SP, Philadelphia Phillies
  7. Ian Desmond, SS/OF, Washington Nationals
  8. Neil Walker, 2B, New York Mets
  9. Colby Rasmus, OF, Houston Astros
  10. Carlos Gomez, OF, Texas Rangers
  11. Wilson Ramos, C, Washington Nationals
  12. Josh Reddick, OF, Los Angeles Dodgers
  13. Matt Wieters, C, Baltimore Orioles
  14. Steve Pearce, 1B/OF, Baltimore Orioles
  15. Mike Napoli, 1B, Cleveland Indians

Zu guter Letzt noch eine Erinnerung: Ich freue mich über jeden weiteren Beitrag zum Offseason-Wunschkonzert.

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