März 26th, 2018 by Dominik

Auf den ersten Blick haben die Chicago Cubs nach dem Gewinn der World Series 2016 letztes Jahr einen Schritt zurück gemacht. Auf den zweiten Blick war dieser Schritt aber kleiner, als er zunächst erscheinen mag: Zwar war ihr Start in die Saison bestenfalls durchwachsen und zum All-Star-Break standen die Cubs nur bei 43-45. Doch nach der Pause dominierten sie die National League mit einer beeindruckenden Bilanz von 49 Siegen und nur noch 25 Niederlagen. In der Postseason schafften die Cubs es zum zweiten Mal in Folge in die NLCS. Dort verpassten sie gegen die Dodgers den erneuten Einzug in die World Series und damit die Chance auf eine Titelverteidigung. Doch dieses Team wird noch mehrere Jahre lang wettbewerbsfähig und regelmäßig in den Playoffs dabei sein. Der Kern der Mannschaft hat sich nur an zwei Stellen geändert: Starter Jake Arrieta ist als Free Agent weitergezogen nach Philadelphia, wurde aber durch Yu Darvish mindestens gleichwertig ersetzt. Was die Ersetzbarkeit von Closer Wade Davis angeht, bin ich nicht ganz so zuversichtlich (siehe unten). Aber auch mit diesem einen Fragezeichen traue ich den Cubs zu, den Weg zurück an die Spitze der NL zu finden. Unabhängig davon, ob es tatsächlich die Cubs sind, die die NL Ende Oktober in der World Series vertreten, oder doch die Dodgers, die Nationals oder ein ganz anderes Team: Als Favorit sehe ich nach derzeitigem Stand den Teilnehmer aus der AL, denn wie die Besetzung der Top-5 meines Rankings schon andeutet, erscheint mir die AL dieses Jahr in der Spitze deutlich besser aufgestellt als die NL.

Voraussichtliches Lineup
C Willson Contreras
1B Anthony Rizzo
2B Javier Baez
SS Addison Russell
3B Kris Bryant
LF Kyle Schwarber
CF Albert Almora
RF Jason Heyward

Voraussichtliche Rotation
SP Yu Darvish
SP Jon Lester
SP Jose Quintana
SP Kyle Hendricks
SP Tyler Chatwood
Closer Brandon Morrow

Wichtigster Zugang
SP Yu Darvish (Los Angeles Dodgers)

Wichtigster Abgang
SP Jake Arrieta (Philadelphia Phillies)

Bestes Prospect
SP Adbert Alzolay

Größte Stärke
Das Batting-Lineup: Die Positionsspieler der Cubs lieferten letztes Jahr die beste On-Base-Percentage (.338), die zweitmeisten Runs (822), die zweitbeste Walk-Quote (9,9%), die zweitmeisten WAR (26.7) und obendrein die zweitbeste Defense (22.8 UZR) in der NL ab. Das Lineup besitzt zudem die Tiefe, um Verletzungen und wechselnde Herausforderungen zu bewältigen. Das illustriert nicht zuletzt die Tatsache, dass in die oben aufgeführte voraussichtliche Aufstellung gute Leute wie Ian Happ und Ben Zobrist noch gar nicht hinein gepasst haben.

Größte Schwäche
Der Bullpen: Als letztes Jahr Aroldis Chapman ging, wurde er durch Wade Davis gleichwertig ersetzt. Aber nun ist auch Davis weg und der neu verpflichtete Brandon Morrow hat kaum Erfahrung als Closer. Morrow hatte bei den Dodgers 2017 zwar das beste Jahr seiner Karriere (2.06 ERA, 1.55 FIP), doch ob er diese Leistung wiederholen und auf die Closer-Rolle übertragen kann, ist völlig offen.

Spannendste Frage
Gelingt es Kyle Schwarber, sich neu zu erfinden? Der Catcher/Outfielder galt mal als das Megatalent der Cubs, war letztes Jahr aber eine Megaenttäuschung und wurde mit einem Batting Average von .171 ins AAA-Team nach Iowa versetzt. Er kehrte stärker zurück und beendete die Saison noch mit 30 Homeruns, aber er muss seine extremen Leistungsschwankungen in den Griff bekommen. Dass er offenbar bereit ist, alles dafür zu tun, zeigt das Resultat seiner Offseason-Workouts, nach denen er fast zehn Kilo weniger auf die Waage bringt. Im Spring Training schlägt er bislang sagenhafte .356/.444/.733.

Prognose
Platz 1 in der NL Central, World-Series-Teilnahme

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März 19th, 2018 by Dominik

Die Milwaukee Brewers haben in meiner Rangliste gegenüber dem letzten Jahr von allen Klubs den größten Sprung nach vorne gemacht: von #28 auf #9. Offenbar war es eine Fehleinschätzung von mir, dass sie in ihrem Rebuilding-Projekt noch ein paar Jahre von Konkurrenzfähigkeit entfernt sind. Sie haben es 2017 auf 86 Siege gebracht und waren damit bis zum letzten Tag der regulären Saison im Playoff-Rennen. Für 2018 gibt es keine Anzeichen, dass die Brewers schlechter geworden wären – eher im Gegenteil, denn vor allem im Outfield haben sie mit Christian Yelich und Lorenzo Cain noch einmal gewaltig aufgerüstet. Hinzu kommt, dass die Gelegenheit in der NL Central sich gerade relativ günstig gestaltet: Die Reds und die Pirates werden aller Voraussicht nach dem Keller nicht entkommen, die Cardinals sind wie immer schwer einzuschätzen, gesetzt scheinen nur die Cubs an der Spitze der Division zu sein. Das lässt den Brewers genug Raum, sich ernsthaft um eine Wild Card zu bewerben. Es wäre erst die fünfte Playoff-Teilnahme in der 50. MLB-Saison der Franchise aus dem kleinsten Markt der MLB.

Voraussichtliches Lineup
C Stephen Vogt
1B Eric Thames
2B Jonathan Villar
SS Orlando Arcia
3B Travis Shaw
LF Christian Yelich
CF Lorenzo Cain
RF Domingo Santana

Voraussichtliche Rotation
SP Chase Anderson
SP Zach Davies
SP Jhoulys Chacin
SP Brandon Woodruff
SP Brent Suter
Closer Corey Knebel

Wichtigster Zugang
OF Christian Yelich (Miami Marlins)

Wichtigster Abgang
OF Lewis Brinson (Miami Marlins)

Bestes Prospect
2B Keston Hiura

Größte Stärke
Das Outfield: Die Brewers haben sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten weit aus dem Fenster gelehnt. Für Lorenzo Cain werden 80 Millionen Dollar über 5 Jahre fällig, für Christian Yelich gingen Top-Prospect Lewis Brinson und vier weitere Talente nach Miami. Dafür kann Milwaukee nun eines der besten Outfields der Liga sein eigen nennen. Neben den beiden Neuverpflichtungen wird wohl Eigengewächs Domingo Santana die Startformation komplettieren. Der 24-Jährige hatte 2017 sein Breakout-Jahr mit einer Slashline von .278/.371/.505 und 30 Homeruns. Keon Broxton und Ryan Braun (siehe unten) sind übrigens auch noch da.

Größte Schwäche
Die Rotation: Chase Anderson, Zach Davies und Jhoulys Chacin sind solide Starter, die allerdings nicht unbedingt durch Konstanz glänzen. Die beiden übrigen Plätze sind noch relativ offen, wobei einer davon wahrscheinlich Jimmy Nelson gehören wird, sobald er gegen Mitte des Jahres seine Tommy-John-Surgery überwunden hat. Um die Brewers regelmäßig soweit im Spiel zu halten, dass die starke Offense und der Bullpen den Rest erledigen können, sollten sie noch mindestens eine Verstärkung finden. Von den relevanten Free Agents ist nur noch Alex Cobb verfügbar. Die Brewers und Cobb wurden während der Offseason immer wieder miteinander in Verbidnung gebracht, es gab aber wohl keine ernsthaften Verhandlungen geschweige denn einen Abschluss. Eine andere Möglichkeit wäre ein Trade, bei dem man sich zugunsten eines etablierten Starters zum Beispiel von Santana oder Broxton trennen könnte.

Spannendste Frage
Wie fügt sich Ryan Braun ins Puzzle ein? Jahrelang war Braun so ziemlich der einzige Spieler der Brewers, den ein durchschnittlicher Baseballfan kannte. Jetzt haben die Brewers endlich ein konkurrenzfähiges Team und plötzlich wird es schwer, für Braun einen Platz zu finden. Da sein angestammtes Terrain im Leftfield fest in der Hand von Neuzugang Christian Yelich ist, hat man in der Offseason mit einer Umschulung von Braun zum First Baseman experimentiert. Ganz wohl fühlt er sich dort erklärtermaßen aber nicht und mit Eric Thames ist die Position auch schon solide besetzt. Ich bin sicher, dass wir Braun, das Gesicht der Franchise, auch dieses Jahr regelmäßig auf dem Feld sehen werden – es fragt sich bloß wo.

Prognose
Platz 2 in der NL Central, Wild Card

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März 14th, 2018 by Dominik

Die Cardinals sind ein Team, das bei mir immer ein bisschen unter dem Radar fliegt und am Ende meistens besser abschneidet als ich gedacht hätte. Nun haben sie allerdings zwei Jahre hintereinander die Playoffs verpasst und ich tippe, dass 2018 als drittes Jahr hinzukommt. Das Potenzial, dass sie mich wieder eines Besseren belehren, ist durchaus vorhanden: Das Team, das es letztes Jahr auf eine knapp positive Bilanz von 83-79 brachte, wurde gezielt verstärkt und vier bis fünf Siege mehr dürften schon für eine Wild Card reichen. Die interessantesten Neuverpflichtungen der Cardinals sind Outfielder Marcell Ozuna, der mehr Power ins Lineup bringen soll; Luke Gregerson als neuer Closer; und Starting Pitcher Miles Mikolas, der nach drei starken Jahren in Japan eine neue Chance bekommt, sich in der MLB zu beweisen. Wenn die drei Neulinge so einschlagen wie erhofft, dann dürften die Cardinals auf jeden Fall im Rennen um die Postseason sein. Entschieden wird dieses möglicherweise in den direkten Duellen mit dem Divisionsrivalen Milwaukee Brewers.

Voraussichtliches Lineup
C Yadier Molina
1B Matt Carpenter
2B Kolten Wong
SS Paul DeJong
3B Jedd Gyorko
LF Marcell Ozuna
CF Tommy Pham
RF Dexter Fowler

Voraussichtliche Rotation
SP Carlos Martinez
SP Michael Wacha
SP Adam Wainwright
SP Luke Weaver
SP Miles Mikolas
Closer Luke Gregerson

Wichtigster Zugang
OF Marcell Ozuna (Miami Marlins)

Wichtigster Abgang
IF Aledmys Diaz (Toronto Blue Jays)

Bestes Prospect
SP Alex Reyes

Größte Stärke
Ausgeglichenheit: Ich sehe bei den Cardinals keine herausragenden Stärken oder Superstars. Aber ich sehe ein rundherum solides Team und es kann durchaus ein Vorteil sein, dass die Cards nicht auf Gedeih oder Verderb von einem einzelnen Spieler oder Mannschaftsteil abhängen.

Größte Schwäche
Bullpen/Closer: Ein möglicher Schwachpunkt könnte das hintere Ende des Bullpens sein. Neuzugang Luke Gregerson ist als Closer vorgesehen, doch die Eignung des 33-Jährigen für die Rolle ist umstritten, zumal 2017 das schwächste Jahr in seiner Karriere war (4.57 ERA, 4.62 FIP, 0.0 fWAR) und er gerade einen guten Teil des Spring Trainings mit einer Bauchmuskelzerrung verpasst. Kleiner Tipp: Greg Holland sucht noch einen Job.

Spannendste Frage
Wie schnell kann Alex Reyes helfen? Der 23-Jährige ist die größte Nachwuchshoffnung der Cards. Zum Ende der Saison 2016 hatte er es in zwölf Spielen (fünf Starts) auf glänzende 1.57 ERA und 10.9 K/9 gebracht. Doch im Februar 2017 ereilte ihn die berüchtigten Tommy-John-Surgery. Wenn alles gut läuft, kann er vielleicht im Mai wieder auf dem Mound stehen und in der Rotation zum Beispiel den zuletzt spürbar nachlassenden Adam Wainwright ablösen.

Prognose
Platz 3 in der NL Central

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März 8th, 2018 by Dominik

Vor einem Jahr stufte ich die Cincinnati Reds auf dem letzten Platz meines Rankings ein und bedachte sie mit dem Satz „Ich rechne mit den Reds weder in diesem noch im nächsten Jahr.“ Sofern „mit jemandem rechnen“ bedeutet, dass die Reds ein Anwärter auf die Playoffs sind, dann war und ist diese Aussage wohl richtig. Aber dass ich sie dieses Jahr zehn Plätze höher einsortiert habe, spricht deutlich dafür, dass sich meiner Einschätzung nach etwas entwickelt in Cincinnati – und zwar in die richtige Richtung. Das Hitting der Reds rangierte 2017 bereits in fast allen Kategorien im Mittelfeld der Liga. Das Pitching war das schlechteste der MLB mit 5.17 ERA, den meisten erlaubten Homeruns und den zweitmeisten Walks. Besserung ist aber in Sicht nach der sehr guten Rookiesaison von Luis Castillo, einem starken Jahresabschluss von Robert Stephenson und der Rückkehr von Anthony DeSclafani aus seiner Verletzungspause. In den Playoffs werden wir die Reds mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch dieses Jahr nicht sehen, aber ich glaube, sie werden einige nach Höherem strebende Teams ärgern können und in der Endabrechnung vielleicht erstmals seit vier Jahren den letzten Platz in ihrer Division abgeben.

Voraussichtliches Lineup
C Tucker Barnhart
1B Joey Votto
2B  Scooter Gennett
SS Jose Peraza
3B Eugenio Suarez
LF Adam Duvall
CF Billy Hamilton
RF Jesse Winker

Voraussichtliche Rotation
SP Homer Bailey
SP Brandon Finnegan
SP Luis Castillo
SP Robert Stephenson
SP Sal Romano
Closer Raisel Iglesias

Wichtigster Zugang
RP Jared Hughes (Milwaukee Brewers)

Wichtigster Abgang
IF Zack Cozart (Los Angeles Angels)

Bestes Prospect
3B Nick Senzel

Größte Stärke
Joey Votto: Der First Baseman spielte letztes Jahr in allen 162 Spielen. Er schlug .320/.454/.578 mit 34 Doubles, 36 Homeruns, 100 RBI und 106 Runs. Votto führte die Liga in OBP, OPS und intentional Walks an und spielte obendrein eine gute Defense. Man kann dem 34-Jährigen nur wünschen, dass er mit seinem Team noch mal erfolgreichere Zeiten erlebt, solange er noch auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit ist.

Größte Schwäche
Die Rotation: Die Hoffnung auf Verbesserung ist wie gesagt vorhanden und begründet. Dennoch weist das Starting Pitching nach wie vor so viele Fragezeichen und Unsicherheiten auf, dass es als Schwachpunkt gelten muss. Wie fit DeSclafani nach der Verletzung ist, bleibt abzuwarten, Homer Bailey hatte ein furchtbares Jahr (6.43 ERA, 91 Innings) und Finnegan und Stephenson müssen die für ein paar Wochen gezeigten Ansätze erst mal für längere Zeit bestätigen.

Spannendste Frage
Wie schlagen sich die Arizona League Reds mit Hitting Coach Donald Lutz? Objektiv ist das natürlich nicht die spannendste Frage, die sich in der Franchise dieses Jahr stellt. Aber für uns Baseballfans aus Deutschland wird es schon sehr interessant zu beobachten, ob es dem historisch ersten deutschen MLB-Spieler gelingt, nun auch eine erfolgreiche Trainerkarriere zu starten.

Prognose
Platz 4 in der NL Central

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März 3rd, 2018 by Dominik

Mit Pitcher Gerrit Cole (Houston Astros) und Andrew McCutchen (San Francisco Giants) haben die Pittsburgh Pirates im Januar zwei bisherige Grundpfeiler ihres Teams in Trades ziehen lassen. In Anbetracht dessen sowie zuletzt zweier aufeinander folgenden Losing-Seasons könnte man meinen, man habe es mit einem weiteren Team im Rebuilding zu tun. Doch das entspricht nicht dem Selbstbild der Pirates, die ausdrücklich mit dem Ziel antreten, die Playoffs zu erreichen. Diesen Anspruch zu verwirklichen wird nicht einfach, denn die Cubs, die Brewers und die Cardinals haben allesamt in Verstärkungen investiert und selbst die Reds scheinen nicht mehr das Kanonenfutter der vergangenen drei, vier Jahre zu sein. Die Pirates hingegen weisen eine ganze Reihe von Unsicherheitsfaktoren auf, derentwegen ich ihnen keine starke Saison zutraue: Starling Marte und Gregory Polanco müssten ihre Form wiederfinden, für die dritte Base müsste sich eine dauerhafte Lösung ergeben, die jungen Pitcher wie Trevor Williams und Chad Kuhl müssten sich etablieren, die erfahrenen Leute wie Ivan Nova und James Taillon müssten gesund bleiben. Das sind eine Menge Konjunktive und für mich Anzeichen, dass die Pirates zu optimistisch in die Saison 2018 gehen.

Voraussichtliches Lineup
C Francisco Cervelli
1B Josh Bell
2B Josh Harrison
SS Jordy Mercer
3B Colin Moran
LF Corey Dickerson
CF Starling Marte
RF Gregory Polanco

Voraussichtliche Rotation
SP James Taillon
SP Tyler Glasnow
SP Ivan Nova
SP Chad Kuhl
SP Joe Musgrove
Closer Felipe Rivero

Wichtigster Zugang
SP Joe Musgrove (Houston Astros)

Wichtigster Abgang
OF Andrew McCutchen (San Francisco Giants)

Bestes Prospect
SP Mitch Keller

Größte Stärke
Ray Searage: Der Pitching-Coach der Pirates gilt als ein Guru seines Faches. Unerfahrene oder anderswo aussortierte Pitcher blühen unter seiner Anleitung regelmäßig auf. Das gibt zumindest für diesen Aspekt des Spiels Grund zur Hoffnung.

Größte Schwäche
Fehlende Power: Während der Rest der Baseballwelt munter Homerun-Rekorde aufstellt, sind die Pirates in Sachen Powerhitting recht dünn aufgestellt. Mit einem Batting Average von .244, Slugging von .386 und 151 Homeruns waren sie 2017 jeweils Vorletzter in der NL – und das war noch mit McCutchen.

Spannendste Frage
Kann Starling Marte es auch ohne verbotene Mittel? Der Outfielder hatte sich 2016 mit starken Leistungen empfohlen, doch dann stellte sich heraus, dass er mit dem Steroid Nandrolon nachgeholfen hatte. Marte wurde für die halbe Saison 2017 gesperrt und in der anderen Hälfte kam er auf die niedrigste On-Base-Percentage (.333) und das schwächste Slugging (.379) seiner Karriere. Er hat dieses Jahr einiges zu beweisen.

Prognose
Platz 5 in der NL Central

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März 29th, 2017 by Dominik

Wenn eine Mannschaft eine Sportart über mehrere Jahre hinweg dominiert – zum Glück kommt das im US-Sport sehr viel seltener vor als beispielsweise im europäischen Fußball -, dann sprechen die Amerikaner von einer Dynasty. Die Cubs sind ein Team, dem von Vielen zugetraut wird, zur ersten Baseball-Dynasty seit den New York Yankees um die Jahrtausendwende zu werden: Die Mannschaft ist von Joe Maddon hervorragend gemanagt, in allen Bereichen stark besetzt, erfolgserfahren und dennoch jung und bezahlbar genug, um ihr Zeitfenster noch für ein paar Jahre offen zu halten. Die wichtigste Veränderung gegenüber der letzten Saison betrifft die Position des Closers: Aroldis Chapman geht für viel Geld zurück zu den Yankees, aber mit Wade Davis wurde bereits ein adäquater Ersatz an Land gezogen. Mit ihm und dem letztes Jahr fast die ganze Saison über verletzten Kyle Schwarber stellen die Cubs ein Team, das dem von 2016 in nichts nachsteht. Ich rechne fest damit, dass sie auch in diesem Jahr klar die NL Central dominieren und dass die Titelverteidgung in Reichweite ist. Allerdings sehe ich die Cubs nicht als Übermannschaft sondern „nur“ als eines von fünf, sechs Teams, denen die World Series zuzutrauen ist. Am Ende entscheidet ein wenig das Glück und natürlich auch, ob der eine oder andere den Erfolg nicht noch ein kleines bisschen mehr will als die Cubs, die gerade ihre 108 Jahre lange Durststrecke überwunden haben.

Voraussichtliches Lineup
C Willson Contreras
1B Anthony Rizzo
2B Ben Zobrist
SS Addison Russell
3B Kris Bryant
LF Kyle Schwarber
CF Jon Jay
RF Jason Heyward

Voraussichtliche Rotation
SP Jon Lester
SP Jake Arrieta
SP Kyle Hendricks
SP John Lackey
SP Brett Anderson
Closer Wade Davis

Wichtigster Zugang
RP Wade Davis (Kansas City Royals)

Wichtigster Abgang
RP Aroldis Chapman (New York Yankees)

Bestes Prospect
2B Ian Happ

Größte Stärke
Ausgewogenheit: Sorry, aber eine einzelne Stärke herauszupicken ist mir im Fall der Cubs nicht möglich: Die Rotation, der Bullpen, das Batting Lineup, die Defense – jeder einzelne Bereich ist für sich einer der besten der Liga.

Größte Schwäche
Die Zielscheibe auf dem Rücken: Die Cubs werden dieses Jahr zum ersten Mal die Erfahrung machen, als Gejagter in die Saison und in jede einzelne Serie zu gehen. Damit müssen sie erstmal umzugehen lernen.

Spannendste Frage
Wie vermeidet man Frust auf der Bank? Es ist ein Luxusproblem, aber die Cubs haben tatsächlich zu viele gute Leute, die es verdienen, auf dem Platz zu stehen. Auf die Bats von Ben Zobrist und Kyle Schwarber will man sicher nicht verzichten, doch für Zobrist muss ein anderer etablierter Infielder – voraussichtlich Javier Baez – weichen und weil es defensiv bessere Catcher gibt als Schwarber, vergrößert dieser das ohnehin schon bestehende Überangebot im Outfield. Ein tiefer Kader ist toll, kann aber auch zu vielen Unzufriedenen führen.

Prognose
Platz 1 in der NL Central, Playoff-Aus in der NLCS

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März 21st, 2017 by Dominik

Nach drei ersten Plätzen in der NL Central in Folge wurden die Cardinals letztes Jahr durch die Chicago Cubs entthront. Angesichts der Stärke der Cubs ist damit zu rechnen, dass es dabei für eine Weile bleibt. Dessen ungeachtet sind die Cardinals ein gutes, ausgewogenes Team, das weitgehend zusammen gehalten und punktuell verstärkt wurde, vor allem durch Outfielder Dexter Fowler und Lefty-Reliever Brett Cecil. Letztes Jahr litten die Cardinals unter einer unter ihren Möglichkeiten spielenden Rotation und diversen Verletzungen. Wenn sie in diesen beiden Punkten 2017 mehr Glück haben, dürften Sie zumindest im Rennen um eine Wild Card sein. Allerdings gab es schon Mitte Februar wieder die erste Hiobsbotschaft: Top-Prospect Alex Reyes fällt nach Tommy-John-Surgery für dieses Jahr aus.

Voraussichtliches Lineup
C Yadier Molina
1B Matt Carpenter
2B Kolten Wong
SS Aledmys Diaz
3B Jhonny Peralta
LF Randal Grichuk
CF Dexter Fowler
RF Stephen Piscotty

Voraussichtliche Rotation
SP Carlos Martinez
SP Mike Leake
SP Adam Wainwright
SP Michael Wacha
SP Lance Lynn
Closer Seung Hwan Oh

Wichtigster Zugang
OF Dexter Fowler (Chicago Cubs)

Wichtigster Abgang
OF Matt Holliday (New York Yankees)

Bestes Prospect
SP Alex Reyes

Größte Stärke
Yadier Molina: In einem ausgeglichen besetzten Team ohne Topstars ist Molina derjenige, der am ehesten herausragt. Trotz seiner 34 Lenze ist er immer noch einer der besten und ausdauerndsten Catcher der Liga und überzeugt defensiv, offensiv sowie in der Rolle als Mentor und Führungsspieler. Letzte Saison hat er die meisten Spiele (147) seiner Karriere absolviert und damit die gesamte MLB angeführt.

Größte Schwäche
Schlechte Verhandlungen: Fowler und Cecil sind für das Team sinnvolle Ergänzungen, aber für beide haben die Cardinals überbezahlt. 85 Millionen über fünf Jahre für den 31-jährigen Fowler sind im Vergleich mit anderen Free-Agent-Outfieldern dieser Saison schon viel, Cecils 30,5-Millionen-Vertrag über vier Jahre erscheint geradezu irrsinnig für einen eher mittelmäßigen nicht-closenden Reliever.

Spannendste Frage
Finden die Starter zurück zu alter Stärke? Den Namen nach haben die Cardinals noch immer eine gute Rotation, doch letztes Jahr lief fast alles schief, was schief laufen konnte: Lance Lynn fiel nach Tommy-John-Surgery aus und Adam Wainwright, Michael Wacha, Mike Leake sowie der inzwischen getradete Jaime Garcia pitchten jeweils die schwächste Saison ihrer Karriere. Das kann eigentlich nur besser werden. Oder?

Prognose
Platz 2 in der NL West (keine Wild Card)

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März 18th, 2017 by Dominik

Die Pirates haben von allen NL-Teams den größten Sinkflug zwischen 2015 und 2016 hinter sich: von 98 Siegen und einer Wild Card auf nur noch 78 Siege. Die Frage ist nun, ob dies ein dauerhafter Absturz oder nur ein statistischer Ausreißer war. Ich tendiere zu Letzterem, denn wenn ich mir den Kader der Pirates anschaue, so sehe ich eine solide Mannschaft, zwar ohne große Stärken, aber auch ohne große Schwächen. Da ich die Pirates zudem für ein gut gemanagtes und gecoachtes Team mit ebensolchem Farmsystem halte, gehe ich davon aus, dass mit ihnen über kurz oder lang wieder zu rechnen ist. Für 2017 erwarte ich, dass sie sich gegenüber dem Vorjahr ein bisschen konsolidieren und in der Mitte der Division einpendeln. Von mehr dürften sie derzeit noch zu viele Baustellen, insbesondere in Teilen der Rotation und des Bullpens, sowie die unklaren Situationen von 3B Jung-ho Kang und OF Andrew McCutchen trennen.

Voraussichtliches Lineup
C Francisco Cervelli
1B Josh Bell
2B Josh Harrison
SS Jordy Mercer
3B Jung-ho Kang
LF Gregory Polanco
CF Starling Marte
RF Andrew McCutchen

Voraussichtliche Rotation
SP Gerrit Cole
SP James Taillon
SP Ivan Nova
SP Juan Nicasio
SP Drew Hutchison
Closer Tony Watson

Wichtigster Zugang
RP Daniel Hudson (Arizona Diamondbacks)

Wichtigster Abgang
RP Neftali Feliz (Milwaukee Brewers)

Bestes Prospect
SP Tyler Glasnow

Größte Stärke
Das Outfield: Andrew McCutchen, Starling Marte und Gregory Polanco müssen sich – solange sie alle fit und in Form sind – vor kaum einem Trio in der Liga verstecken. Die Hoffnungen der Pirates auf eine gute Saison ruhen ganz zentral auf McCutchens Rückkehr zu alter Stärke nach einem für seine Verhältnisse unbefriedigenden Jahr 2016 (.256/.336/.430). Erleichtert werden soll ihm dies durch Versetzung vom CF ins RF, was ihn von ungeliebten Defensivaufgaben entlastet.

Größte Schwäche
Die untere Hälfte der Rotation: Mit Gerrit Cole, Jaimes Taillon und Ivan Nova sind die ersten drei Plätze solide besetzt. Die Belegung der restlichen Posten ist fragwürdig. Letztes Jahr kamen 14 verschiedene Starter zum Einsatz, ohne dass sich eine dauerhaft befriedigende Besetzung herauskristallisierte. Vielleicht erweist sich Rookie Tyler Glasnow als Teil der Lösung.

Spannendste Frage
Wie geht es weiter mit Jung-ho Kang? Der Third Baseman verbrachte die Offseason damit, sich einem Gerichtsverfahren in seiner südkoreanischen Heimat zu stellen, nachdem er schon zum dritten Mal betrunken am Steuer erwischt worden war, dieses Mal in Verbindung mit Unfallflucht. Er wurde zu einer achtmonatigen Gefängsnisstrafe verurteilt, die aber auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt ist. Nachdem Kang wegen der Verhandlung und einer langwierigen, immer noch andauernden Visaprozedur bereits den Großteil des Spring Trainings verpasst hat, wird er wohl nicht gleich zu Saisonbeginn eingesetzt werden. Es steht zudem noch aus, ob die Pirates und/oder die MLB ihn mit einer Sperre belegen.

Prognose
Platz 3 in der NL Central

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März 4th, 2017 by Dominik

Die Brewers sind neben den San Diego Padres und ihren Divisionsrivalen Cincinnati Reds das dritte Team, das so tief im Rebuilding steckt und so weit von Konkurrenzfähigkeit entfernt ist, dass alles andere als eine deutliche Negativbilanz eine echte Sensation wäre. Wie die beiden anderen haben die Brewers ihre der Situation angemessenen Hausaufgaben gemacht und sich in den letzten zwei, drei Jahren mit Talenten eingedeckt, die man nun geduldig heranreifen lässt. 2B Jonathan Villar hat den Durchbruch in der MLB bereits geschafft, einige Weitere wie zum Beispiel SS Orlando Arcia und OF Lewis Brinson stehen kurz davor. Größere Löcher klaffen derzeit noch im Pitching Staff. Das ist der eine Grund, aus dem ich für die Brewers dieses Jahr keine Chance sehe, aus dem Keller herauszukommen. Der andere ist die starke Konkurrenz innerhalb der Division, die wie keine andere in der MLB eine Drei-Klassen-Gesellschaft bildet: unten die Brewers und die Reds, in der Mitte die soliden Cardinals und Pirates und oben als Klasse für sich die Cubs.

Voraussichtliches Lineup
C Andrew Susac
1B Eric Thames
2B Jonathan Villar
SS Orlando Arcia
3B Travis Shaw
LF Ryan Braun
CF Keon Broxton
RF Domingo Santana

Voraussichtliche Rotation
SP Junior Guerra
SP Zach Davies
SP Jimmy Nelson
SP Matt Garza
SP Wily Peralta
Closer Neftali Feliz

Wichtigster Zugang
1B Eric Thames (Korea)

Wichtigster Abgang
1B Chris Carter (New York Yankees)

Bestes Prospect
OF Lewis Brinson

Größte Stärke
Speed: Mit 181 gestohlenen Bases führten die Brewers letztes Jahr die MLB an und es deutet nichts darauf hin, dass sie langsamer werden könnten.

Größte Schwäche
Der Bullpen: Hier waren zuletzt immer wieder Abgänge zu verkraften, zuletzt Tyler Thornburg zu den Red Sox im Austausch gegen 3B Travis Shaw. Für ein Rebuilding-Team, das noch ca. zwei Jahre von irgendwelchen Ambitionen entfernt sein dürfte, sollte der Bullpen aber auch keine Priorität darstellen. Es ist der Bereich, den man noch am einfachsten kurzfristig aufrüsten kann, sobald es sinnvoll und nötig wird.

Spannendste Frage
Was wird aus Ryan Braun? Ähnlich wie die Reds mit Joey Votto haben auch die Brewers in Braun eine Identifikationsfigur, über die sie sich klar werden müssen, ob man einen Trade für weitere Prospects anstrebt oder ob man den Veteran behält in der Hoffnung, dass er zum Zeitpunkt X noch zwei Jahre im Tank hat, um das junge Team zum Erfolg zu führen.

Prognose
Platz 4 in der NL Central

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März 2nd, 2017 by Dominik

Der Nachteil von vollständigen Rankings ist, dass irgendein Team ganz unten stehen muss. Bei mir sind es die Reds und ich habe dafür keine bessere Entschuldigung als dass es letztlich eine Bauchentscheidung zwischen drei Teams war, welche ich alle für ungefähr gleich schwach halte. Ich sehe die Reds prinzipiell auf dem richtigen Weg: Sie setzen stark auf junge Spieler im Team und im Farmsystem und trennen sich konsequent von teuren Veteranen, die ihnen langfristig nicht weiterhelfen – beste Beispiele dafür sind die Trades von OF Jay Bruce zu den Mets kurz vor der Trade-Deadline 2016 und von 2B Brandon Phillips zu den Braves in der Offseason. Der Weg wird allerdings noch ein langer sein, insbesondere das Pitching ist noch weit von MLB-Konkurrenzfähigkeit entfernt. Ich rechne mit den Reds weder in diesem noch im nächsten Jahr.

Voraussichtliches Lineup
C Devin Mesoraco
1B Joey Votto
2B Jose Peraza
SS Zack Cozart
3B Eugenio Suarez
LF Adam Duvall
CF Billy Hamilton
RF Scott Schebler

Voraussichtliche Rotation
SP Anthony DeSclafani
SP Brandon Finnegan
SP Homer Bailey
SP Tim Adleman
SP Robert Stephenson
Closer Raisel Iglesias

Wichtigster Zugang
RP Drew Storen (Toronto Blue Jays)

Wichtigster Abgang
2B Brandon Phillips (Atlanta Braves)

Bestes Prospect
3B Nick Senzel

Größte Stärke
Die fehlende Erwartungshaltung: Wie schon im letzten Jahr (52 eingesetzte Spieler, darunter 12 MLB-Debüts) können die Reds ganz ungeniert mit Spielern und Systemen experimentieren und niemand wird enttäuscht sein, wenn es dabei immer wieder mal Fehlgriffe und Niederlagenserien setzt.

Größte Schwäche
Das Pitching: Außer DeSclafani und dem verletzten Homer Bailey sind die Starter allesamt unerfahren. Der Bullpen war im vergangenen Jahr mit Abstand der schwächste der Liga, erlaubte bei einem ERA von 5.09 die meisten Runs, die meisten Homeruns und die meisten Walks. Als Verstärkung von außen kam Drew Storen hinzu, der aber selbst ein miserables Jahr hinter sich hat. Das gibt wenig Anlass zu Optimismus.

Spannendste Frage
Wann trennen sich die Reds von ihrem Star Joey Votto? Der Kanadier ist der Leistungsträger und das Gesicht der Franchise und noch bis 2023 unter Vertrag. Auch wenn es schwer fällt: Wahrscheinlich wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, ihn zu einem Contender zu traden und ihn sich teuer mit weiteren vielversprechenden Prospects bezahlen zu lassen.

Prognose
Platz 5 in der NL Central

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