September 14th, 2017 by Dominik

Mit 21 Siegen in Folge haben die Cleveland Indians einen neuen Rekord aufgestellt – zumindest für die American League und je nach Definition haben sie auch den Rekord für die gesamte MLB eingestellt. Diese fantastische Leistung ist zurzeit mit Recht das große Thema in der MLB. Andere wichtige Neuigkeiten treten dahinter ein bisschen in den Schatten, sollen aber hier nicht unerwähnt bleiben: Die Washington Nationals und die Los Angeles Dodgers stehen als erste Playoffteilnehmer fest; die Oakland Athletics haben nach langer Suche den Platz für ein neues Stadion gefunden; und der Japaner Shohei Otani, von einigen Scouts bereits überschwänglich als bester Baseballer der Welt gefeiert, plant diversen Berichten zufolge, nächstes Jahr zu einem MLB-Team zu wechseln.

American League
Die American League East bleibt eine von nur noch zwei Divisionen, in denen es zweieinhalb Wochen vor Schluss noch heiß her geht im Kampf um die Spitze. Während die Boston Red Sox (82-63) diese Woche zwei spielfreie Tage hatten, traten die New York Yankees (79-66) jeden Tag an und nutzten die Gelegenheit, um zwei Siege auf den Konkurrenten auzuholen. Beide haben nun in der gesamten Saison wieder gleich viele Spiele absolviert und liegen nur drei Spiele auseinander. Ein direktes Aufeinandertreffen gibt es dieses Jahr nicht mehr, die entscheidenden Punkte müssen im Fernduell geholt werden. Das Zünglein an der Waage könnten dabei die Baltimore Orioles (72-74) spielen, denn gegen sie müssen in den kommenden sieben Tagen zuerst die Yankees und dann die Red Sox antreten. Leichte Matchups dürften das nicht werden, denn die Orioles hoffen selbst noch auf die Playoffteilnahme, für die sie angesichts von viereinhalb Spielen Rückstand auf den zweiten Wild-Card-Platz jeden Sieg bitter nötig haben.

Zurzeit befindet sich dieser zweite Wild-Card-Platz in der AL Central, genauer gesagt in den Händen der Minnesota Twins (76-69). Sollten die Twins ihren Vorsprung von momentan zwei Spielen verteidigen und in die Postseason einziehen, hätten sie Geschichte geschrieben: Sie wären das erste Team, dass nach einer Saison mit 100 oder mehr Niederlagen (in dem Fall waren es 103) im folgenden Jahr in die Playoffs einzieht. Ich würde es ihnen sehr gönnen, zum einen weil ich solche Underdog-Storys mag und zum anderen, weil auch Max Kepler dann sein Können auf einer noch größeren Bühne zeigen dürfte. Die Cleveland Indians (90-56) haben unterdessen ihren Platz in den Geschichhtsbüchern bereits gebucht, 21 Siege hintereinander sind die längste Erfolgsserie seit den Chicago Cubs von 1935 und auch die können sie mit nur einem weiteren Sieg heute Nacht gegen die Kansas City Royals (72-73) hinter sich lassen.

Die Houston Astros (87-58) haben in den letzten Tagen geschwächelt – von den Oakland Athletics (64-81) ließen sie sich in vier Spielen sweepen, gegen die Los Angeles Angels (74-71) reichte es bislang zu einem knappen Sieg und einer deutlichen Niederlage. Klar, die AL West wird den Houston Astros niemand mehr nehmen, aber den Rang des Top-Seeds in der AL haben die Indians ihnen inzwischen abgelaufen. Es scheint sich abzuzeichnen, dass die Astros in der ersten Playoffrunde, der ALDS, gegen die Boston Red Sox antreten müssen – gegen die sie interessanterweise auch die reguläre Saison mit einer Vier-Spiele-Serie abschließen werden. Auch sonst haben die Astros ein schwieriges Restprogramm. Heute Nacht und noch dreimal nächste Woche geht es gegen die Angels, den derweil ernstzunehmendsten Verfolger der Twins im Kampf um den zweiten Wild-Card-Platz hinter den Yankees; dazwischen dreimal gegen die Seattle Mariners (73-73), für die die Wild Card ebenfalls noch in Reichweite ist.

National League
Deutlich bequemer ist das Leben der Washington Nationals (88-57), die den Gewinn der konkurrenzfreien National League East mittlerweile auch rechnerisch unter Dach und Fach gebracht haben und selbst die zwei deutlichen Niederlagen gegen die Atlanta Braves (66-78) mit einem müden Schulterzucken erdulden können. Die Hauptsorge der Nationals besteht darin, ihren Superstar Bryce Harper bis zu den Playoffs fit zu bekommen. Das ging bisher nicht so schnell vonstatten wie anfangs erhofft, aber inzwischen hat Harper mit leichten Baseballaktivitäten – lockeres Rennen und Werfen, Schlagen vom Tee – begonnen. Da die Minor Leagues die Saison bereits beendet haben, wird es kein klassisches Rehab-Assignment für Harper geben. Umso wichtiger wäre es für die Nationals, ihm noch in der regulären Saison etwas Spielpraxis verschaffen zu können.

Die NL Central ist sicher nicht die stärkste, dafür aber zurzeit die spannendste Division der MLB. Zwischenzeitlich schien Titelverteidiger Chicago Cubs (79-66) schon ein Stück davon gezogen zu sein, doch durch einen Drei-Spiele-Sweep in Chicago konnten die Milwaukee Brewers (77-69) den Abstand auf nur noch zweieinhalb Spiele reduzieren und auch die St. Louis Cardinals (76-69) haben sich weiter herangearbeitet und stehen nur ein halbes Spiel hinter den Brewers. Zwischen Chicago und St. Louis könnte sich während des direkten Aufeinandertreffens an diesem Wochenende (siehe „Spiel der kommenden Woche“) einiges klären. Profitieren könnten von diesen Duellen vor allem die Brewers, die in der Zeit gegen die zuletzt sehr schwachen Miami Marlins antreten – übrigens im heimischen Miller Park, da die eigentliche Auswärtsserie wegen Hurrikan Irma in Absprache beider Teams nach Milwaukee verlegt wurde.

Die Los Angeles Dodgers (94-52) sahen eine Zeitlang so aus, als könnten sie den Rekord von 116 gewonnen Spielen in einer Saison brechen, dann allerdings verloren sie in einer Reihe von 16 Spielen 15 und mussten sich sogar um den Gewinn der NL West sorgen. Beides – die 116 Siege sowie der Verlust der Divison – ist theoretisch noch drin, praktisch aber wohl ausgeschlossen. Praktischerweise aus Sicht der Dodgers haben die Colorado Rockies (80-66) den Höhenflug der Arizona Diamondbacks (84-62) gestoppt und für beide ist es weiterhin wahrscheinlich, dass sie sich direkt nach der regulären Saison im Wild-Card-Spiel der National League wiedersehen. Die Brewers und die Cardinals aus der NL Central stehen zwar nur drei bzw. dreieinhalb Spiele hinter den Rockies, doch das Restprogramm der beiden West-Vertreter ist deutlich einfacher und daher gehe ich davon aus, dass diese nichts mehr anbrennen lassen.

Szene der Woche
Rache ist süß: Der letzte Inside-the-Park-Grand-Slam in der MLB fand statt am 25. September 2015, erzielt von Aaron Altherr für die Philadelphia Phillies, unterstützt von einer missglückten Abwehraktion von Michael Taylor von den Washington Nationals. Fast genau zwei Jahre später, am 8. September 2017, gab es wieder einen Inside-the-Park-Grand-Slam. Wieder war es im Spiel Philadelphia gegen Washington, dieses Mal jedoch für die Nationals und zwar von – ja genau, Michael Taylor.

Statistik der Woche 
128. So viele Spiele benötigte Dodgers-Pitcher Yu Darvish, um seine ersten 1000 Strikeouts in der Major League zu erzielen. Das sind sechs Spiele weniger als der bisherige Rekordhalter, das ehemalige Ass der Cubs, Kerry Wood. Auch wenn man es nach Innings betrachtet, hat Darvish Wood entthront: 812 IP brauchte Darvish für die 1000 Ks, bei Wood waren es 853. Groß gefeiert wurde diese beachtliche Leistung allerdings nicht, denn sie fiel mitten in die Niederlagenserie der Dodgers und auch Darvishs Auftritt war bei dem 4:5 gegen die Rockies nicht besonders gut.

Spiel der Woche
Dafür, dass die Minnesota Twins nun klarer Favorit auf die zweite Wild Card der AL, die Kansas City Royals hingegen so gut wie aus dem Rennen sind, ist vor allem der Ausgang eines einzigen Spieles verantwortlich: Mit 2:1 lagen die Royals am Freitag nach acht Innings vorne, doch angeführt von Max Kepler drehten die Twins die Partie im letzten Durchgang. Royals-Closer Kelvin Herrera ließ nach Keplers Leadoff-Single zwei weitere Hits, zwei Walks und insgesamt drei Runs zu – und erfuhr nach dem Spiel, dass er nicht mehr der Closer ist. Übrigens revanchierten sich die Royals zwei Tage später, indem sie ihrerseits ein 0:2 gegen die Twins spät zu einem 5:2-Erfolg für sich drehten und die Serie schließlich mit 2:2 Siegen abschlossen. Um im Wild-Card-Rennen dranzubleiben, war das aus Royals-Sicht jedoch zu wenig.

Spiel der kommenden Woche
Der Dreikampf der NL Central wird möglicherweise der interessanteste Teil der verbleibenden zweieinhalb Wochen dieser MLB-Saison. Von Freitag bis Sonnntag treffen die Chicago Cubs dreimal auf die St. Louis Cardinals. Verläuft es ideal für die Cubs, haben sie nach dem Wochenende mindestens einen Verfolger weniger; genauso gut können sie aber schon am Sonntag die Tabellenführung los sein, wenn es andersherum läuft. In dieses Duell sollte man auf jeden Fall mal reinschauen, zum Beispiel gleich am Freitag zur für uns besten Sendezeit (20:20 Uhr mitteleuropäischer Zeit). Die Cardinals schicken zu diesem Spiel ihren besten Starter Carlos Martinez (3.33 ERA, 3.78 FIP) ins Rennen, die Cubs den in diesem Jahr eher enttäuschenden Jon Lackey (4.65 ERA, 5.26 FIP).

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September 11th, 2017 by Dominik

Die Los Angeles Dodgers haben die meisten Siege auf dem Konto, die Washington Nationals stehen seit letzter Nacht als erster Divisionssieger fest, aber das alles verblasst im Lichte der unglaublichen Siegesserie, die die Cleveland Indians gerade hinlegen. 18 gewonnene Spiele hintereinander sind es bisher und in der immer nach Bestmarken gierenden MLB liegt die Frage nahe: Wie hoch ist der Rekord?

Die Frage ist nicht so einfach zu beantworten, wie man denken könnte. Der offizielle, von der MLB anerkannte Rekordhalter sind die New York Giants des Jahres 1916 mit einer Serie von 26 Siegen. Ganz sauber war diese Serie jedoch nicht, denn zwischen dem zwölften und dem dreizehnten Sieg gab es am 18. September 1916 ein Spiel gegen die Pittsburgh Pirates, das nach acht Innings beim Stand von 1:1 wegen Regens abgebrochen und als Unentschieden gewertet wurde. Die MLB ignoriert Unentschieden in ihren offiziellen Statistiken, daher gelten die Giants als Sieger von 26 Spielen hintereinander.

Natürlich wird diese offizielle Zählweise – völlig zurecht, wie ich finde – oft kritisiert und die Kritik wird wieder sehr laut werden, falls die Indians mit ihrer Serie irgendwo zwischen 21 und 26 Siegen landen sollten. 21 ist nämlich der „echte“ Rekord, das heißt die höchste Anzahl von hintereinander erzielten Siegen ohne Unentschieden. Diese Bestleistung haben die Chicago Cubs erzielt, sogar zweimal: zuerst 1880, damals noch als „Chicago White Stockings“, und dann erneut 1935.

Während 26 Siege für die Cleveland Indians derzeit noch in relativ weiter Ferne liegen, scheinen 21 in greifbarer Nähe: Der Gegner in den nächsten drei Spielen sind die Detroit Tigers, die von ihren letzten zehn Spielen acht verloren haben und voraussichtlich Myles Jaye (erster MLB-Start), Matthew Boyd (5.93 ERA), und Buck Farmer (6.32 ERA) pitchen lassen.

Mit 21 Siegen in Folge wären die Indians zumindest alleiniger Rekordhalter der American League. Die längste Siegesserie der AL liegt bislang bei 20 Spielen von den Oakland Athletics des Jahres 2002 und ist den meisten Baseballfans aus dem Buch und dem Film „Moneyball“ ein Begriff.

Die längste Niederlagenserie der Geschichte liegt übrigens ebenfalls bei 26 Spielen. Die Louisville Colonels vollbrachten diese „Leistung“ im Jahr 1889; auch hier gibt es geteilte Meinungen, ob der Rekord zählen soll, denn damals gab es die MLB noch nicht. Diese erkennt aber die in der American Asscociation als einer ihrer Vorläufer erbrachten Resultate für die eigene Rekorde-Buchführung an. Die längste Niederlagenserie im modernen Baseball geht mit 23 auf das Konto der Philadelphia Phillies von 1961.

Die Niederlagenrekorde scheinen momentan nicht in Gefahr – vor allem dank Clayton Kershaw, der den Los Angeles Dodgers am 1. September einen 1:0-Erfolg gegen die San Diego Padres ermöglichte und damit ihren einzigen Sieg in den letzten 16 Spielen.

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Juni 22nd, 2017 by Dominik

Die gute Nachricht zuerst: Die MLB ist in weiten Teilen verdammt spannnend – zum Beispiel gab es in drei der sechs Divisionen diese Woche mindestens einen Wechsel an der Tabellenspitze. Die schlechte Nachricht ist, dass es wieder einige prominente Verletzte gab, beispielsweise Outfielder Michael Brantley von den Indians, die (gefühlt) halbe Mannschaft der Mets sowie allen voran das Top-Prospect der Yankees, Shortstop Gleyber Torres, der eine Tommy-John-Surgery braucht und sein viel erwartetes MLB-Debüt mindestens bis nächstes Jahr verschieben muss. Überhaupt war es eine recht frustrierende Woche für die Yankees, die sieben Niederlagen am Stück einstecken mussten. Was sich sonst noch in der MLB getan hat, verrät wie jede Woche der Grand Slam am Donnerstag:

American League
Die New York Yankees (39-30) sind zum ersten Mal in dieser Saison in einen veritablen Slump geraten und mussten kurzzeitig die Führung in der American League East an die Boston Red Sox (40-32) abgeben. Das hat sich zwar durch die Ergebnisse der letzten Nacht (Sieg der Yankees gegen die Angels, Niederlage der Red Sox bei den Royals) wieder geändert, aber so oder so sieht es nach einem spannenden Rennen zwischen den beiden Traditions-Franchises aus. Dahinter stehen die Tampa Bay Rays (39-36) in Lauerstellung und haben gute Chancen, sich noch enger an das Führungsduo heranzuspielen, denn mit zwei Serien gegen die abgestürzten Baltimore Orioles (35-36) und einer gegen die Pittsburgh Pirates stehen lösbare Aufgaben an. Für die Toronto Blue Jays (35-36) bleibt die Saison wie verhext: Achtmal sind sie nun schon bis auf einen Sieg an eine ausgeglichene Bilanz herangekommen, achtmal haben sie in dieser Situation verloren. Den neunten Anlauf unternehmen sie heute Abend in Texas.

Die AL Central sieht erstmals in diesem Jahr so aus, wie die meisten es erwartet hatten: mit den Cleveland Indians (38-32) ganz vorne und dahinter vier Teams, denen man nicht allzu viel zutraut. Wobei die letztere Einschätzung nicht ganz gerecht ist, denn immerhin haben die Minnesota Twins (36-33) den Sweep durch die Indians, der sie die Tabellenführung kostete, offenbar schnell verdaut und seitdem zweimal gegen die Chicago White Sox (31-39) gewonnen. Und dahinter tritt mit den Kansas City Royals (35-36) mehr und mehr ein Team auf den Plan, das vor zwei Wochen schon abgeschrieben schien. Acht Siege aus den letzten zehn Spielen sprechen dafür, dass die „alten Herren“ es ihrer Franchise schwer machen wollen, sich zur bald anstehenden Trade-Deadline voll zum Rebuilding zu bekennen.

Gähnende Langeweile herrscht nach wie vor an der Spitze der AL West, wo die Houston Astros (49-24) einsam ihre Kreise ziehen, doch dahinter geht es durchaus spannend zu: Die Seattle Mariners (37-37) sind nach vier Siegen in Folge bei .500 angekommen, die Los Angeles Angels (37-38) und die Texas Rangers (35-36) jeweils nur einen Sieg davon entfernt und alle drei halten Tuchfühlung zu einem Wild-Card-Platz. Von diesem sind die Oakland Athletics (31-41) mit 6.5 Siegen Rückstand innerhalb der AL derzeit am weitesten entfernt – und damit trotzdem näher dran als jedes NL-Team, das noch auf einen solchen Platz hofft.

National League
Die National League East macht es den Washington Nationals (43-29) weiterhin sehr einfach. Die Hauptstädter spielen alles andere als überragend, stehen im Juni bei einer glatten .500-Bilanz mit zehn Siegen und zehn Niederlagen, und doch sind sie an der Divisionsspitze absolut unangefochten. Die Atlanta Braves (33-38) sind zurzeit von den „Verfolgern“ am besten drauf, aber realistisch betrachtet ist das Jahr für sie nach weniger als der Hälfte der Saison ebenso gelaufen wie für die Miami Marlins (32-38), die New York Mets (31-40) und natürlich für die Philadelphia Phillies (22-48). Für alle vier stehen im Mittelpunkt längst nur noch die Fragen, welche Spieler sich wann und an wen sinnvoll traden lassen und wie und wann man seine Nachwuchshoffnungen am besten an die MLB heranführt.

Deutlich spannender geht es in der NL Central zu. Das Leistungsniveau dort ist nicht entscheidend höher ist als in der NL East, aber durch das Fehlen eines dominanten Teams wie den Nationals können sich drei bis vier Teams Hoffnungen machen, über den Divisionssieg in die Playoffs zu kommmen. Die Pole Position dafür nehmen nach wie vor die Milwaukee Brewers (39-35) ein, dicht gefolgt von den Chicago Cubs (36-35). Am Wochenende duellieren sich drei Spiele lang die St. Louis Cardinals (33-37) und die Pittsburgh Pirates (33-39) um die Chance, den Anschluss nach oben zu halten. Derweil haben die Cincinnati Reds (30-41) nach hervorragendem Start in die Saison neun der letzten zehn Spiele verloren und sind ganz nach unten durchgerutscht. Woran es in Cincinnati krankt, offenbart ein Blick in die Pitching-Statistiken: Mit einem Starter-ERA von 6.12 belegen die Reds den letzten Platz in der MLB – mit bereits deutlichem Abstand zum Vorletzten (Orioles, 5.59). Der 40-jährige Veteran Bronson Arroyo (7.35 ERA) denkt angesichts seines missglückten Comebacks inzwischen laut darüber nach, seine Karriere zu beenden. Besser wird das die Reds nicht machen, aber wahrscheinlich auch nicht schlechter.

Meine klare Lieblingsdivision in diesem Jahr ist die NL West, daran ändern auch die drei deprimierenden Abfuhren nichts, die die Los Angeles Dodgers (47-26) meinen Mets gerade zugefügt haben. Die Dodgers haben dadurch momentan knapp die Nase vorn vor den Colorado Rockies (47-27) und den Arizona Diamondbacks (45-27), die sich die direkten Aufeinandertreffen an den beiden letzten Tagen geteilt haben und heute um 21:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit das Rubber Match der Serie austragen. Direkt im Anschluss sind drei Tage lang die Rockies bei den Dodgers zu Gast, es geht also munter weiter im Dreikampf des Jahres. Und einen Zweikampf gibt es ebenfalls, wenn auch nur darum, wer das zweitschlechteste Team der Liga ist – die San Francisco Giants (27-47) oder die San Diego Padres (29-44).

Szene der Woche
Nolan Arenado hat am Sonntag beim 7:5 der Colorado Rockies gegen die Chicago Cubs einen Cycle geschlagen. Diese Kombination aus einem Single, einem Double, einem Triple und einem Homerun in einem Spiel ist an sich schon selten genug, dieses Jahr war es MLB-weit erst der vierte Cycle. Arenado gelang aber eine noch seltenere Leistung, indem er sowohl den Cycle als auch das Spiel mit einem Walkoff-Homerun vollendete. Das schafften vor ihm erst sechs Spieler überhaupt – als letzter sein Teamkamerad Carlos Gonzalez im Jahr 2010, übrigens ebenfalls im Coors Field in Colorado. In diesem hitterfreundlichen Ballpark fanden drei der vier Cycles des laufenden Jahres statt. Der von Arenado war jedoch der erste, über den die Fans der Heimmannschaft jubeln durften, nachdem vorher Trea Turner von den Nationals und Wil Myers von den Padres das Kunststück vollbracht hatten.

Statistik der Woche 
Undefiniert. So lautet die Strikeout-to-Walk-Ratio (K/BB) von Kenley Jansen. Ihr habt richtig gelesen: Der Closer der Los Angeles Dodgers ist so gut, dass man seine Leistung nicht in Zahlen ausdrücken kann, denn dafür müsste man die mathematische Grundregel brechen, die das Teilen durch Null verbietet. Im Klartext: Jansen hat in dieser Saison in knapp 30 Innings bislang 50 Strikeouts erzielt und keinen einzigen Walk zugelassen. Schon mit Strikeout Nummer 36 hatte er den bisherigen Rekord für die meisten Strikeouts ohne Walks in einer Saison übertroffen und seitdem wird die neue Bestmarke jeden Tag ein Stück fantastischer. Um doch noch ein paar Zahlen beizusteuern: Jansens ERA für dieses Jahr liegt bei 0.91, sein FIP bei 0.29, sein WHIP bei 0.57 und von 15 möglichen Saves hat er 15 geholt. Kann man mal machen.

Spiel der Woche
Wenn die Texas Rangers auf die Toronto Blue Jays treffen, dann ist das seit rund zwei Jahren regelmäßig eine emotionale Angelegenheit. Das gilt umso mehr, wenn das Spiel einen so dramatischen Verlauf nimmt wie am Montag in Arlington: Nomar Mazara brachte die Rangers per Solo-Homerun im ersten Inning in Führung, doch schon im zweiten glich Justin Smoak ebenfalls per Solo-Homerun aus und im vierten Inning zogen die Blue Jays duch einen Homerun von (ausgerechnet) Jose Bautista und einen bases-clearing Double von Steve Pearce auf 5:1 davon. Nun war es an den Rangers, die Partie zu drehen und das taten sie prompt mit einem 2-Run-Single von Elvis Andrus und einem Double von Adrian Beltre, der wie zuvor Pearce die geladenen Bases für drei Runs leerte. Torontos Starter Marco Estrada bescherte das einen frühen Feierabend nach dreizweidrittel Innings mit 7 Hits, 4 Walks und 6 Runs. Die Führung der Rangers hielt bis ins neunte Inning, in dem ihr Closer Matt Bush zum dritten Mal in diesem Jahr eine Save-Gelegenheit vergab und Runs von Ryan Goins und Josh Donaldson zuließ. Torontos Roberto Osuna machte seine Sache mit einem perfekten Schlussinning deutlich besser als Bush und brachte die Partie mit 7:6 nach Hause.

Zwei weitere interessante Spiele möchte ich noch erwähnt haben: zum anderen den bis ins achte Inning getragenen No-Hitter von Max Scherzer, an dessen Ende die Washington Nationals gegen die Miami Marlins am Mittwoch 1:2 verloren; zum anderen das der Philadelphia Phillies gegen die St. Louis Cardinals vom Dienstag: Eine 11-Inning-Partie mit 1:8 zu verlieren muss man erst mal schaffen…

Spiel der kommenden Woche
Zum zweiten Mal in Folge ist mein Einschalttipp eines der zahlreichen Gipfeltreffen in der NL West: In einer Wochenendserie von Freitag bis Sonntag treffen die Los Angeles Dodgers auf die Colorado Rockies. Wenn man sich nur eines der Spiele einer Dodgers-Serie anschauen will, wählt man im Zweifelsfall das mit Clayton Kershaw (2.61 ERA) – der wird sich Freitagnacht um 4:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit Tyler Chatwood (4.08 ERA) gegenüber sehen und auf Wiedergutmachung hoffen, nachdem er gegen die Mets am Montag einen seiner seltenen schwachen Starts ablieferte (und trotzdem das Spiel gewann). Etwas europafreundlicher ist die Startzeit der Partie am Sonntag um 22:10 Uhr. Auf dem Mound werden dann Rookie German Marquez (3.92 ERA) für die Rockies und der überraschend gut in die Saison gestartete Veteran Brandon McCarthy (2.87 ERA) für die Dodgers stehen.

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April 13th, 2017 by Dominik

Hoffentlich erinnert sich niemand mehr an mein Power-Ranking. Die MLB-Saison ist eineinhalb Wochen alt und das bisher erfolgreichste Team mit 7-2 sind die Cincinnati Reds. Genau, eben jene Reds, die ich als schwächstes Team der Liga eingestuft hatte. Auf der anderen Seite haben ein paar Teams, denen ich eine gute Rolle zugetraut hatte, einen wirklich miesen Start hingelegt, allen voran die Toronto Blue Jays (1-7) und die Seattle Mariners (2-8). Sicher ist nach acht bis zehn von 162 Spielen noch keine Panik angebracht, aber wie kürzlich festgestellt kann eine schlechte Bilanz im April die Chancen auf eine Playoff-Teilnahme schon sehr stark beschädigen.

National League
In der National League East haben die New York Mets (6-3) durch einen Drei-Spiele-Sweep gegen die Philadelphia Phillies (3-6) die Führung übernommen und vor allem mit dem 14:4-Erfolg im mittleren Spiel auch etwas für das Run Differential getan. Schlecht lief es bisher für die Atlanta Braves (2-6), die aber bisher nur auswärts antreten durften und morgen ihren großen Tag mit der Einweihung des neuen Stadions gegen die San Diego Padres haben.

In der NL Central dominieren wie erwähnt die Cincinnati Reds (7-2) und das noch nicht mal mit Glück sondern mit überwiegend deutlichen Erfolgen gegen die St. Louis Cardinals (3-6) und die Pittsburgh Pirates (3-5). Die Reds haben nun nicht nur die beste Bilanz sondern auch das beste Run Differential (+25) der Liga. Gleich hinter dem bisherigen Überraschungsteam lauert aber bereits Titelverteidiger Chicago Cubs (5-3), der sich gerade eine spannende Serie mit den Los Angeles Dodgers liefert mit bislang einem knapp gewonnenen und einem knapp verlorenen Spiel.

Die Dodgers (5-4) haben in der NL West ihrerseits mit starker Konkurrenz zu kämpfen: Die Arizona Diamondbacks (7-3) und die Colorado Rockies (6-4) sind gut in die Saison gestartet und auch die San Diego Padres (5-5) stehen mit einer ausgeglichenen Bilanz bislang besser da als ich es ihnen über die gesamte Saison hinweg zutraue. Einen schwachen Start hatten in dieser Division nur die San Francisco Giants (4-6), die sich aber mit zwei Siegen in der Heimspielserie gegen die Diamondbacks etwas gefangen haben und nun in vier Spielen gegen die Rockies die Möglichkeit haben, das Tabellenbild für sich angenehmer zu gestalten.

American League
Den Boston Red Sox (4-4) wurde der Start in die American League East erschwert durch eine Grippewelle im Team, die sicher eine Rolle dabei spielte, dass sie die Serie gegen die Detroit Tigers 1:3 verloren. Besser läuft es bisher für die  Baltimore Orioles (5-2), die nun zu einer interessanten Vier-Spiele-Serie nach Toronto reisen. Die Toronto Blue Jays (1-7) müssen diese Serie dringend gewinnen, um nach ihrem Katastrophenstart nicht schon ganz früh in der Saison den Anschluss zu verlieren.

In der AL Central hatten die Minnesota Twins (5-3) einen starken Start mit gewonnenen Serien gegen die Kansas City Royals (2-6) und die Chicago White Sox (3-4), aber nach zwei Niederlagen gegen die Detroit Tigers (6-2) könnte der unerwartete Höhenflug der Twins bereits vorbei sein. Unser Lokalmatador Max Kepler ist bisher leider noch nicht richtig in Schwung gekommen, seine Slashline steht nach acht Spielen bei .222/.300/.259. Schwer einzuschätzen sind bisher die Cleveland Indians (4-4): erst sweepen sie die Texas Rangers, dann lassen sie sich von den Arizona Diamondbacks sweepen und zuletzt gab es je einen knappen Sieg und eine knappe Niederlage gegen die White Sox.

Die Houston Astros (6-4) werden ihrer Favoritenrolle in der AL West bisher gerecht. Außer ihnen weisen etwas überraschend auch die Los Angeles Angels (6-3) und die Oakland Athletics (5-4) positive Bilanzen auf, während ebenso überraschend die Texas Rangers (3-5) und die Seattle Mariners (2-8) schwach in die Saison gestartet sind. Die Rangers und die Mariners treffen am Wochenende dreimal direkt aufeinander, danach könnte es für einen von beiden schon ziemlich zappenduster aussehen.

Szene der Woche*
Ein guter Catcher zieht den Ball an wie ein Magnet. Allerdings sollte es im Regelfall eher der Handschuh sein, der die magnetische Wirkung entfaltet und nicht die Schutzkleidung des Catchers. Bei Yadier Molina war es am letzten Donnerstag anders: Als er Matt Szczur nach dem nicht gefangenen dritten Strike auswerfen wollte, gelang ihm das nicht, weil er den Ball nicht finden konnte. Erst nach freundlichem Hinweis des Schiedsrichters entdeckte er ihn schließlich in Höhe seines Bauchnabels – schwebend, klebend, feststeckend? So genau konnte oder wollte das niemand sagen. Molina beteuerte natürlich, dass weder der Ball noch seine Kleidung mit irgendwelchen Substanzen behandelt waren. Klar.

Statistik der Woche 
15. So viele Cycles – ein Single, ein Double, ein Triple und ein Homerun eines Spielers im gleichen Spiel – hat es in der Geschichte des Coors Field gegeben, den jüngsten davon am Montag durch Will Myers von den San Diego Padres. Das Stadion der Colorado Rockies führt diese Statistik für die Zeit seit seiner Eröffnung im Jahr 1995 mit großem Abstand vor allen anderen Ballparks an. Der Globe Life Park der Texas Rangers liegt mit 7 Cycles auf Platz zwei.

Spiel der Woche
Eigentlich war es eher das Inning als das Spiel der Woche: Sage und schreibe 12 Runs erzielten die Philadelphia Phillies Samstagnacht im ersten Inning gegen die Washington Nationals. Neun Hits, vier Walks und zwei Sacrifice Flyballs trugen zum besten Start der Phillies in ein Spiel in ihrer 134-jährigen Geschichte bei. Danach war das Spiel weitgehend gelaufen; anders als eine Woche zuvor den Bad Homburg Hornets in der Baseball-Bundesliga gelang es den Nationals nicht, die Partie noch mal spannend zu machen. Die Phillies gewannen letzten Endes mit 17:3. Die tragische Figur des Tages war Nationals-Starter Jeremy Guthrie. Ausgerechnet an seinem 38. Geburtstag kam der arme Kerl nicht aus dem ersten Inning heraus, sein Arbeitstag endete mit zehn zugelassenen Runs und nur zwei Outs. Einen Tag später wurde Guthrie, dessen ERA für die Saison bei 135.0 steht, aus dem Kader der Nationals entlassen.

Spiel(e) der kommenden Woche
Hier entscheide ich mich wieder für eine Serie statt für ein einzelnes Spiel: In der AL West haben zwei der drei Teams, die vor der Saison als relativ gleichrangige Favoriten galten, einen klassischen Fehlstart hingelegt. Von Freitag bis Sonntag treffen nun die Texas Rangers und die Seattle Mariners dreimal direkt aufeinander und das könnte für eines der Teams bedeuten, dass das Erreichen der Playoffs schon sehr früh in weite Ferne rückt. Wenn ihr euch eines der Spiele anschauen wollt, empfiehlt sich das am Sonntag wegen der europafreundlichen Startzeit von 22:10 Uhr und wegen des interessanten Pitching-Matchups von Cole Hamels gegen James Paxton.

 

*Dem aufmerksamen Leser ist vielleicht aufgefallen, dass diese Kategorie ab heute anders heißt – statt „Spielzug der Woche“ nun „Szene der Woche“, einfach weil ich mich hier sowieso noch nie zwangsläufig auf Spielzüge beschränkt sondern immer den interessantesten, beeindruckendsten oder lustigsten Clip gewählt habe, der mir in der jeweiligen Woche begegnet ist.

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März 16th, 2017 by Dominik

Zum Glück bin ich nicht abergläubisch, sonst müsste ich mich jetzt schlecht fühlen: Letzte Woche habe ich mich an dieser Stelle gefreut, dass es im Spring Training bis dato keine ernsthaften Verletzungen gegeben hatte. In den Tagen darauf schienen die MLB-Spieler plötzlich zu fallen wie die Fliegen. Außerdem freute ich mich mit Israel, dem Überraschungstam der ersten Runde beim World Baseball Classic. Nach zwei Niederlagen in der Zwischenrunde sind die Israelis nun leider ausgeschieden. Hier die wichtigsten Neuigkeiten der letzte sieben Tage aus der MLB sowie vom WBC:

Japan und Niederlande im WBC-Halbfinale 
Die erste der beiden Zwischenrundengruppen des WBC hat ihre Spiele bereits abgeschlossen. Israel ist zwar auch in diese Runde mit einem Sieg über einen Favoriten gestartet (4:1 gegen Kuba), doch dann setzte es klare Niederlagen gegen den Weltranglistenersten Japan und Europameister Niederlande, die nun als erste für das Halbfinale qualifiziert sind. So weit waren beide auch 2013 beim letzten WBC gekommen, dann war allerdings Endstation gegen die Dominikanische Republik bzw. gegen Puerto Rico. Tatsächlich könnte es dazu kommen, dass dieses Jahr alle vier Halbfinalisten die gleichen sind wie 2013. Allerdings sind in der zweiten Gruppe der Zwischenrunde noch mindestens vier Spiele zu absolvieren und neben den beiden Genannten dürften auch die USA in Bezug auf den Halbfinaleinzug noch ein gewichtiges Wörtchen mitreden.

Übrigens hat sich DAZN als Inhaber der Übertragungsrechte in Deutschland inzwischen erbarmt und zeigt einige Spiele des WBC als Livestream. Der Dienst kostet 9,99 Euro im Monat. Wenn man nur den WBC sehen will, reicht dafür der kostenlose Probemonat.

Chad Bettis benötigt Chemotherapie
Für Chad Bettis, Starting Pitcher der Colorado Rockies, ist die Saison wahrscheinlich gelaufen, bevor sie überhaupt begonnen hatte: Der 27-Jährige musste erfahren, dass seine Erkrankung an Hodenkrebs sich nicht wie zunächst erhofft durch eine Ende letzten Jahres vorgenommene OP erledigt hat. Stattdessen hat der Krebs sich ausgebreitet und macht eine ausführlichere Behandlung inklusive Chemotherapie nötig. Immerhin liegen die Heilungschancen wohl bei über 90%. Ob Bettis dieses Jahr noch auf den Mound zurückkehren kann, steht in den Sternen; die Prioritäten in dieser Situation sind natürlich auch ganz klar andere.

Viele, viele Verletzungen
In der dritten Woche des Spring Trainings kam es leider zu einer ganzen Reihe von Verletzungen. Hier eine Auswahl:

IF/OF Ian Desmond, der bei den Rockies als First Baseman zum Einsatz kommen sollte, hat sich die linke Hand gebrochen, als er von einem Pitch getroffen wurde. Er musste operiert werden und dürfte frühestens Ende April wieder einsatzbereit sein.

SP Trevor May von den Minnesota Twins hat ein Band im Ellbogen des Wurfarmes gerissen. Das bedeutet, dass er sich voraussichtlich einer Tommy-John-Surgery unterziehen muss und somit mindestens für den Rest des Jahres ausfällt.

Auch bei den SPs Anthony DeSclafani von den Cincinnati Reds und Cody Anderson von den Cleveland Indians bereiten die Ellbogenbänder Probleme, allerdings sind sie bei beiden wohl nicht abgerissen und es besteht derzeit noch Hoffnung, dass beide ihre Arme nach einer mehrwöchigen Erholungspause wieder belasten können.

Ähnlich ergeht es Jason Kipnis, 2B der Indians. Bei ihm sitzt die Verletzung in der Schulter und auch in seinem Fall ist die Hoffnung derzeit, dass es mit ein paar Wochen Pause getan ist. Den Opening Day wird Kipnis in jedem Fall verpassen.

Eine wahre Schrecksekunde gab es am Freitag im Spiel der Toronto Blue Jays gegen die Detroit Tigers, als RP T. J. House von einem Comebacker hart am Hinterkopf getroffen wurde. House blieb zunächst reglos liegen, wurde lange behandelt und anschließend ins Krankenhaus gebracht, das er aber glücklicherweise schon am nächsten Tag wieder verlassen durfte, nachdem eine ernste Verletzung ausgeschlossen wurde.

Derek Norris released
Die Washington Nationals haben sich von Catcher Derek Norris getrennt. Das ist insofern bemerkenswert, als die Nationals ihn erst im Dezember via Trade geholt und im Gegenzug Pitching-Prospect Pedro Avila an die San Diego Padres abgegeben hatten. Überraschend kam der Move aber nicht, nachdem die Nationals sich auf der Catcherposition mit Free Agent Matt Wieters verstärkt haben. Norris wurde offiziell released und kann somit frei nach einem neuen Arbeitgeber suchen. Vermutlich wird er einen solchen relativ schnell finden. Die Tampa Bay Rays haben bereits ihr Interesse bekundet.

Und natürlich ein Trade der Mariners
Was wäre die MLB-Woche ohne einen Trade der Seattle Mariners? Als Partner haben sich dieses Mal die Philadelphia Phillies gefunden, die den beidhändigen Pitcher Pat Venditte bekommen und dafür OF-Prospect Joey Curletta nach Seattle schicken. Für Jerry Dipoto, den offensichtlich shoppingsüchtigen General Manager der Mariners, war es der fünfzehnte Trade in dieser Offseason.

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März 5th, 2017 by Dominik

Nach den drei bisher vorgestellten Teams, die ich ungefähr gleichauf für die schwächsten der MLB halte, eröffnen die Phillies die zweite Kategorie: Mannschaften, die ebenfalls nichts mit den Playoffs zu tun haben dürften, aber deutliche positive Ansätze erkennen lassen, welche durchaus schon dieses oder nächstes Jahr zum Tragen kommen und für die eine oder andere Überraschung sorgen könnten. Mit 3B Maikel Franco, CF Odubel Herrera sowie den Pitchern Aaron Nola, Vincent Velasquez und Jerad Eickhoff steht ein Grundgerüst an guten jungen Spielern, das aus einem der besseren Farmsysteme der Liga in absehbarer Zeit noch ordentlich Zuwachs erhalten wird. In der Offseason haben sich die Phillies mit ein paar Veteranen – LF Howie Kendrick, RF Michael Saunders, SP Clay Buchholz – ergänzt, die allesamt nur für ein Jahr oder zumindest mit einer Kündigungsklausel verpflichtet wurden. Das drückt klar den eigenen Anspruch aus: 2017 ist noch ein Übergangsjahr, ab 2018 gilt es die ersten Früchte des Neuaufbaus zu ernten.

Voraussichtliches Lineup
C Cameron Rupp
1B Tommy Joseph
2B Cesar Hernandez
SS Freddy Galvis
3B Maikel Franco
LF Howie Kendrick
CF Odubel Herrera
RF Michael Saunders

Voraussichtliche Rotation
SP Jeremy Hellickson
SP Aaron Nola
SP Clay Buchholz
SP Jerad Eickhoff
SP Vincent Velasquez
Closer Jeanmar Gomez

Wichtigster Zugang
LF Howie Kendrick (Los Angeles Dodgers)

Wichtigster Abgang
1B Ryan Howard (bisher ohne neuen Verein)

Bestes Prospect
SS J. P. Crawford

Größte Stärke
Aufbruchstimmung: Mit Ryan Howard hat der letzte Dinosaurier aus der bis 2011 andauernden Erfolgsphase der Phillies den Verein verlassen. Die Fans werden das mit einem weinenden, aber auch einem lachenden Auge sehen, denn ungeachtet aller früheren Verdienste war Howard zuletzt mindestens finanziell zu einer Belastung geworden und sein Abgang stellt das klare Signal dar, dass man in Philadelphia mit der Vergangenheit abgeschlossen hat und nach vorne blickt.

Größte Schwäche
Run-Scoring: Die Phillies haben ein paar vielversprechende Batter, aber noch zu viele Platzhalter im Lineup als dass man mit einer deutlichen Verbesserung gegenüber dem letzten Jahr rechnen dürfte, in dem sie mit 610 Runs das Ende der MLB-Rangliste zierten.

Spannendste Frage
Ist Aaron Nola wieder der Alte? Der ehemalige Erstrundenpick wurde sämtlichen in ihn gesetzten Hoffnungen gerecht, als er in der ersten Saisonhälfte 2016 einen ERA von 2.65 mit 85 Strikeouts in 78 Innings pitchte. In den folgenden acht Starts erschien er wie ausgewechselt mit einem ERA von 9.82 und nur noch 33 Innings; in fast jedem Spiel wurde er frühzeitig ausgewechselt. Im August stellte sich schließlich heraus, dass er unter einer Bänderdehnung im Ellbogen litt. Diese sollte inzwischen überwunden sein und man darf gespannt sein, ob Nola an den vielversprechenden Start ins letzte Jahr anknüpfen kann.

Prognose
Platz 5 in der NL East

Hier geht’s zum Power-Ranking und allen bisher erschienenen Previews.

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Januar 26th, 2017 by Dominik

Der vergangene Sonntag wird als ein besonders trauriger Tag in die Baseballgeschichte eingehen, denn an ihm verloren gleich zwei MLB-Spieler viel zu früh ihr Leben. Die Trauer um Yordano Ventura und Andy Marte dominierte diese Woche das Geschehen rund um die Major Leagues, aber natürlich halten auch zwei tragische Todesfälle die Welt nicht davon ab, sich weiterzudrehen und so gab es auch einige „normale“ News, die ich in dieser Folge des Grand Slam am Donnerstag nicht unberücksichtigt lassen will.

Ventura und Marte sterben bei Autounfällen
Das Leben schreibt manchmal wirklich komische Geschichten: Yordano Ventura und Andy Marte sind am gleichen Tag im gleichen Land (ihrer Heimat Dominikanische Republik) bei zwei verschiedenen Autounfällen ums Leben gekommen. Ventura stand noch relativ am Anfang einer vielversprechenden Karriere als Pitcher, wenngleich er für seine 25 Jahre schon beachtliche drei Spielzeiten als Starter für die Kansas City Royals absolviert und eine World Series gewonnen hatte. Infielder Marte hingegen war nie über den Status eines Ergänzungsspielers hinausgekommen und verbrachte die beiden vergangenen Jahre in Korea. Seine MLB-Karriere endete am 6. August 2014 mit einem Spiel für die Arizona Diamondbacks gegen die Kansas City Royals. Starting Pitcher in jener Partie war ein Rookie namens Yordano Ventura…

Karriereende für Matt Imhof
Ein anderer, im Juni letzten Jahres erlittener Unfall, kostete Pitching-Prospect Matt Imhof zwar wenigstens nicht das Leben, aber seine Karriere. Das Talent der Philadelphia Phillies hatte Dehnübungen an einem Trainingsgerät absolviert, als sich ein Metallteil aus der Wand löste und ihm ins Gesicht schlug. Imhof brach sich mehrere Gesichtsknochen und verlor ein Auge. Gestern gab er bekannt, dass er seine aktive Laufbahn beendet und zurück an die Uni geht, um sein finanzwissenschaftliches Studium abzuschließen und gleichzeitig als Assistenz-Pitching-Trainer eine mögliche neue Karriere zu beginnen.

Mark Trumbo bleibt bei den Orioles
Um nach all den traurigen Geschichten endlich mal eine gute Nachricht für einen MLB-Spieler zu verkünden: Mark Trumbo und die Baltimore Orioles haben sich auf einen neuen Vertrag geeinigt. Mit dem Deal über 37,5 Millionen Dollar für drei Jahre können meiner Ansicht nach beide Seiten zufrieden sein: Die Orioles behalten ihren Power-Hitter und dürfen gespannt sein, ob er die ligaweite Spitzenleistung von 47 Homeruns aus der letzten Saison wiederholen kann; Trumbo hat nicht den ganz großen Vertrag bekommen, den er sich wohl erhofft hatte, aber die erzielte Summe ist für einen 31-jährigen eher eindimensionalen Slugger eine Menge Geld. Einen Monat vor Beginn des Spring Trainings stehen nun als letzte große Namen, die bisher noch kein neues Engagement gefunden haben, Catcher Matt Wieters und 1B/DH Mike Napoli auf der Liste der Free Agents.

Die Dodgers traden für Forsythe
Die Los Angeles Dodgers waren lange auf der Suche nach einem als Leadoff-Hitter geeigneten Second-Baseman als Nachfolger des 38-jährigen Chase Utley. In Logan Forsythe haben sie für diesen Posten nun eine adäquate Besetzung gefunden, allerdings für einen recht hohen Preis: Im Austausch für ihn mussten die Dodgers das hoch gerankte Pitching-Prospect Jose De Leon zu den Tampa Bay Rays schicken. Das ist ein klassischer Deal zwischen einem Team, das oben mitspielt, und einem Team, das sich im Neuaufbau befindet. Wenn man mich fragt: Ich finde, die Rays haben das bessere Ende des Handels erwischt. Aber mit Sicherheit sagen kann man das natürlich erst, wenn sich im Laufe der nächsten Jahre zeigt, ob De Leon zurecht als eines der vielversprechendsten Pitching-Talente gesehen wurde.

Neue Arbeitgeber für Felix, Holland und Feldman
Zwei der prominenteren Reliever haben in den letzten Tagen neue Teams gefunden: Neftali Feliz geht für ein Jahr zu den Milwaukee Brewers und dürfte dort eine Chance auf den Closer-Job haben. Den hatte er vor Jahren schon mal erfolgreich für die Texas Rangers ausgefüllt, bevor ihn ab 2012 eine Tommy-John-Surgery und mehrere kleinere Verletzungen aus der Bahn warfen. In Pittsburgh fand er letztes Jahr mit einem ERA von 3.52 in 62 Auftritten erstmal wieder seine Form und verdiente sich so das neue Engagement, das leistungsabhängig zwischen 5,35 und 6,85 Millionen Dollar wert sein soll.
Ebenfalls für ein Jahr (plus ein optionales zweites Jahr) hat bei den Colorado Rockies Reliever Greg Holland unterschrieben. Auch er hat eine Tommy-John-Surgery hinter sich und infolgedessen seit 16 Monaten nicht gepitcht. In der Hoffnung, dass Holland an seine bis zur Verletzung sehr starken Leistungen (Karriere-ERA 2.42 für die Kansas City Royals) anknüpfen kann, bezahlen ihm die Rockies laut noch unbestätigten Berichten ein Gehalt von 7 Millionen Dollar, das leistungsabhängig bis zum Doppelten ansteigen könnte.
Ebenfalls einen neuen Arbeitsplatz gefunden hat Starting Pitcher Scott Feldman. Der 34-Jährige Veteran ergänzt die Rotation der im Umbruch befindlichen Cincinnati Reds und erhält für ein Jahr 2,3 bis 4,5 Millionen Dollar.

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Dezember 22nd, 2016 by Dominik

O. K., so langsam sind wir wohl wirklich in der Saure-Gurken-Zeit der MLB-Offseason angekommen. Jedes Team hat noch ein, zwei Needs und jeder brauchbare Free Agent hat ein paar vermeintliche oder tatsächliche Interessenten, aber Nägel mit Köpfen wurden in den letzten Tagen nur sehr wenige gemacht. Die Spekulationen sprudeln natürlich wie eh und je, von irgendetwas müssen die ganzen hauptberuflichen Baseballschreiber ja leben. Die meisten der Gerüchte erweisen sich jedoch als heiße Luft und die Wahrheit ist vermutlich, dass sich zwischen den Winter Meetings und dem Beginn des neuen Jahres schlichtweg nicht viel tut, weil auch die Verantwortlichen der MLB-Teams sich mal ein bisschen relative Ruhe gönnen. Entsprechend kurz fällt heute der Grand Slam am Donnerstag aus.

Die Phillies verlängern mit Herrera und holen Buchholz
Aktiver als der Rest der Liga waren in den letzten Tagen die Philadelphia Phillies. Zunächst sicherten sie sich letzten Donnerstag den Verbleib von Odubel Herrera bis mindestens 2021. Der Vertrag, der dem nächste Woche 25 werdenden Outfielder ein Einkommen von 30,5 Millionen Dollar sichert, enthält zudem zwei Cluboptionen für die Jahre 2022 (11,5 Millionen) und 2023 (12,5 Millionen). Herrera (.286/.361/.420) war in der vergangenen Saison Philadelphias einziger All-Star und soll ein wichtiger Teil des Kerns junger Spieler bleiben, um den herum die Phillies ein konkurrenzfähiges Team aufbauen wollen.

Eher eine Übergangslösung für die Zeit bis dahin ist Pitcher Clay Buchholz, den die Phillies mitsamt seinem 13,5 Millionen Dollar teuren Vertrag für 2017 von den Red Sox geholt haben. Buchholz überzeugte letztes Jahr zwar eher in seinen 13 Relieve-Auftritten (3.57 ERA) als in den 21 Starts (5.01 ERA), wird aber wohl auch in Philadelphia hauptsächlich als Starter in Erscheinung treten. Nach meiner Einschätzung stehen die Phillies ohnehin vor einem weiteren Jahr, in dem einzelne Ergebnisse noch nicht so wichtig sind und in dem Buchholz eher als Mentor für die jungen Spieler gefragt ist denn als Leistungsträger. Für Buchholz haben die Phillies 2B-Prospect Josh Tobias nach Boston geschickt.

Die Marlins verstärken den Bullpen
Ein weiteres NL-East-Team im Umbruch sind die Miami Marlins und auch sie haben diese Woche ihr Pitching-Personal mit ehemaligen Red Sox verstärkt. Für jeweils zwei Jahre und recht stolze Preise von 16 bzw. 12 Millionen Dollar steigen die beiden Rechtshänder Brad Ziegler und Junichi Tazawa in den Wettbewerb mit A. J. Ramos um die Rolle des Closers der Marlins ein. Diese drei, zusammen mit Kyle Barraclough und Dustin McGowan, bilden einen durchaus ansehnlichen Bullpen, den die Marlins dank ihrer fragwürdigen Starting-Rotation auch bitter nötig haben dürften.

Mike Dunn unterschreibt bei den Rockies
Auch die Colorado Rockies haben sich Hilfe für den Bullpen geholt und bezahlen Linkshänder Mike Dunn 19 Millionen Dollar für drei Jahre plus optional 6 Millionen für ein weiteres Jahr. Dunn bringt aus der letzten Saison in Miami einen ERA von 3.40 mit und als seine Stärke gilt, dass er wenige Homeruns zulässt (bisher 34 in 351 Karriere-Innings). Das klingt nach einer Fähigkeit, die man gut gebrauchen kann, wenn man seine Heimspiele im hitterfreundlichen Coors Field austrägt.

Daniel Hudson geht zu den Pirates
Und noch mal Verstärkung für den Bullpen: Die Pittsburgh Pirates haben sich für zwei Jahre und 11 Millionen Dollar mit Daniel Hudson (zuvor bei den Diamondbacks) geeinigt. Der 29-Jährige, der schon zwei Tommy-John-Surgeries und ein schwaches Jahr 2016 (5.22 ERA in 70 Auftritten) hinter sich hat, ist wohl das nächste Projekt von Pitching-Coach Ray Searage; Searage gilt als Spezialist dafür, aus dem Tritt geratene Pitcher zurück in die Erfolgsspur zu bringen.

Ein Schnäppchen für die Padres
1,75 Millionen Dollar sind für die meisten von uns eine unverschämte Menge Geld, als Jahresgehalt für einen als Free Agent verpflichteten erfahrenen Major-League-Pitcher ist das jedoch ein regelrechtes Schnäppchen. Angeblich verzichtete Jhoulys Chacin auf deutlich lukrativere Angebote, weil die San Diego Padres ihm im Gegenzug einen Platz in der Starting Rotation zusicherten. Diese Rotation wird nach derzeitigem Stand aus Chacin (2016: 144 IP, 4.81 ERA), Luis Perdomo (146.2, 5.71), Christian Friedrich (129.1, 4.80), Paul Clemens (61.1, 3.67) und Jared Cosart (37.1, 6.03) bestehen. Furchterregend klingt anders, ehrlich gesagt.

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September 29th, 2016 by Dominik

Bei all der Trauer und den emotionalen Szenen um den Tod von José Fernández ging in den letzten Tagen das tagesaktuelle sportliche Geschehen in der MLB verständlicherweise fast ein wenig unter. Aber es ist viel passiert, unter anderem haben inzwischen sämtliche Entscheidungen über die Divisionssieger auch die letzten theoretischen Hürden genommen. Noch keine Entscheidungen sind hinsichtlich der heiß umkämpften Wild Cards gefallen, die Rennen in beiden Ligen bleiben spannend bis zum letzten der nur noch vier Spieltage. Entsprechend stark werde ich mich dieses Mal auf die beiden Wild-Card-Rennen konzentrieren. Daneben gehe ich kurz auf die Playoffpaarungen ein, wie sie momentan aussähen.

National League
In der National League ist der Dreikampf zwischen den New York Mets (85-74), den San Francisco Giants (83-75) und den St. Louis Cardinals (82-76) nach wie vor in vollem Gange. Die Mets konnten sich inzwischen ein wenig absetzen, indem sie ihre Pflichtaufgaben gegen die Phillies und bei den Marlins lösten, während die Konkurrenz sich Patzer erlaubte. Alle drei müssen in ihrer letzten Serie der regulären Saison gegen langjährige Rivalen ran, von denen keine Geschenke zu erwarten sind: die Mets gegen die Phillies, die Cardinals gegen die Pirates und die Giants gegen die Dodgers. Auch hier sieht es danach aus, dass die Mets die einfachste Aufgabe haben. Allerdings haben sie schon ein Spiel mehr auf dem Konto und müssen heute tatenlos zusehen, was die beiden Mitbewerber aus ihren Chancen machen, jeweils einen Sieg aufzuholen.

Die Playoffpaarungen der National League mit Ausnahme des Wild-Card-Spiels stehen bereits weitgehend fest: Der Wild-Card-Sieger wird in der NLDS-Runde auf die Chicago Clubs (101-57) treffen, die das erste Heimrecht genießen. Die andere NLDS-Serie findet zwischen den Washington Nationals (92-66) und den Los Angeles Dodgers (90-68) statt. Die Nationals haben derzeit zwei Siege mehr und hätten somit Heimrecht, aber das kann sich durch die verbleibenden vier Spiele noch ändern.

American League
In der American League geht es um die Wild Cards genauso spannend zu wie in der NL, nur dass hier sogar noch vier Teams im Rennen sind. Die Toronto Blue Jays (87-71) haben momentan die besten Karten, nur ein Spiel dahinter belegen die Baltimore Orioles (86-72) zurzeit den zweiten Wild-Card-Platz. Die beiden treffen heute noch einmal aufeinander, nachdem sie sich die aktuelle Serie bisher geteilt haben. Auf ihre Chance lauern noch die Detroit Tigers (85-73) und die Seattle Mariners (84-74). Mit den Braves respektive den Athletics haben beide schlagbare Gegner in ihren letzten Serien, während es die Orioles gegen die Yankees und die Blue Jays gegen die Red Sox mit dickeren Brocken zu tun bekommen.

Wäre die Saison jetzt schon zuende, so würden Toronto und Baltimore das Wild-Card-Spiel bestreiten und der Sieger dann bei den Texas Rangers (94-65) zur ALDS-Runde antreten. Die anderen ALDS-Spiele fänden zwischen den Boston Red Sox (92-66) und den Cleveland Indians (91-67) statt. Die drei Divisionssieger sind aber derzeit noch so nah beieinander, dass sowohl die Paarungen als auch die Heimrechte noch komplett durcheinander gewürfelt werden können.

Spielzug der Woche
Eigentlich sollte es ein Unding sein, sich über einen Homerun gegen die eigene Lieblingsmannschaft zu freuen. Montagnacht ist mir das aber tatsächlich passiert: Es war das erste Spiel der Miami Marlins nach dem tragischen Tod von José Fernández, der übrigens in genau diesem Spiel hätte starten sollen. Schon vor der Partie gab es bewegende Szenen im Marlins Park, aber der Gipfel der Emotionen wurde erst mit Dee Gordons Leadoff-At-Bat erreicht: Gordon trat zunächst für einen Pitch mit Fernandez‘ Helm und auf der ungewohnten Rechtshänderseite an, um seinen toten Freund zu ehren. Dann wechselte er auf seine gewohnte Seite und schlug den Ball weit aus dem Feld zu seinem ersten Homerun der Saison. Beim Umrunden der Bases flossen die ersten Tränen und kurz darauf lagen sich die Spieler der Marlins ein weiteres Mal in den Armen. Ich kann mich nur an einen einzigen so emotionsgeladenen, in seiner Bedeutung weit über das Ballspiel hinausreichenden Homerun erinnern – das war fast auf den Tag genau 15 Jahre vorher.

Statistik der Woche
21. So viele Strikeouts erzielten die Pitcher der Boston Red Sox während der ersten neun Innings ihrer Partie gegen die Tampa Bay Rays am Sonntag. Das ist ein neuer MLB-Rekord, genauso wie die Anzahl von 11 aufeinander folgenden Strikeouts, die Starter Eduardo Rodriguez und Reliever Heath Hembree zwischenzeitlich warfen. Eine Siegesgarantie war der Rekord nicht, stattdessen wurde ein zehntes Inning nötig. Erst dann entschieden ein RBI-Double von David Ortiz und zwei weitere Strikeouts das Spiel zu Gunsten von Boston.

Spiel der Woche
Ein wirklich irres Spiel lieferten sich die Mets und die Phillies letzten Donnerstag zum Auftakt ihrer Serie im Citi Field: Erst gingen im zweiten Inning die Mets per Homerun von Curtis Granderson 2:0 in Führung, welche die Phillies im fünften Inning durch Homeruns von Ryan Howard und Cameron Rupp zum 3:2 drehten. Die Mets glichen direkt wieder aus und gingen im siebten Inning 4:3 in Front. Ein Inning und einen 3-Run-Homerun von Maikel Franco später stand es 6:4 für die Phillies. Mit einem Out im Bottom des neunten Innings gelang José Reyes der 2-Run-Homer zum 6:6. Im zehnten Inning roch es kurz nach Walk-off, doch Lucas Dudas weiter Schlag verfehlte den Foulpfosten um Haaresbreite. Es ging also ins elfte Inning, in dem Philadelphia zwei Runs über die Platte brachte. Game over? Mitnichten, da waren sich die Mets einig. Nach einem Walk von Conforto und einem Single von Reyes brachte Ausdrubal Cabrera das Spiel mit einem Homerun zum 9:8 nach Hause und ließ zur Krönung noch einen epischen Batflip folgen.

Spiel der kommenden Woche
Die wichtigsten Spiele vor nächsten Donnerstag sind natürlich die Wild-Card-Spiele der AL am Dienstag und der NL am Mittwoch. Aber erstmal muss ja entschieden werden, wer daran teilnimmt und deshalb ist mein Spiel der Woche das Rubber-Match zwischen den Blue Jays und den Orioles heute Nacht (1:07 Uhr unserer Zeit) als das letzte Aufeinandertreffen von zwei direkten Konkurrenten um die Wild-Card-Plätze – und darüber hinaus von den beiden Teams, die nach derzeitigem Stand auch das Wild-Card-Spiel gegeneinander bestreiten würden.

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August 4th, 2016 by Dominik

So langsam legt sich die Aufregung um die turbulente Trade-Deadline und spätestens jetzt befinden wir uns in der heißen Phase der regulären MLB-Saison, in der die Konzentration statt wilder Wechselgerüchte wieder ungeteilt dem Ballspiel und den Ergebnissen im Rennen um die Playoffs gilt. Hier der wöchentliche Überblick zum Stand der Dinge:

National League
In der National League East haben sich die Washington Nationals (64-44) nach einer kleinen Schwächephase wieder gefangen. Mit drei deutlichen Siegen wurden in Arizona die Diamondbacks gesweept und da sich die Miami Marlins (57-51) gleichzeitig von den Cubs haben sweepen lassen, liegt der Vorsprung der Nationals wieder bei komfortablen sieben Spielen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Nationals die Division gewinnen, liegt laut Fangraphs inzwischen bei 95,5%. Die New York Mets (55-52) haben sich nach sechs Niederlagen aus den letzten acht Spielen aus dem Rennen um die Division verabschiedet und nun auch schon zwei Spiele Rückstand auf den Wild-Card-Platz. Wenn sie die Saison noch retten wollen, müssen sie schleunigst damit anfangen, aber die Zeichen stehen nicht gut: Nach der heute endenden Subway-Serie gegen die Yankees wartet in den Detroit Tigers das Team mit der aktuell längsten Siegesserie und die Verletzungsmisere hat nun auch Yoenis Cespedes auf die DL-Liste gebracht.

Das erfolgreichste Team der MLB sind nach wie vor die Chicago Cubs (66-41) in der NL Central. Sieben Siege aus den letzten acht Spielen haben den Abstand zum einzigen Verfolger St. Louis Cardinals (57-50) auf neun Spiele anwachsen lassen und die Schedule der nächsten Tage meint es gut mit den Cubs: Zuerst warten mit den Oakland Athletics und den Los Angeles Angels zwei Teams, für die die Saison schon lange gelaufen ist, danach können die Cubs in einer Vier-Spiele-Heimserie gegen die Cardinals endgültig für klare Verhältnisse sorgen. Die Cardinals werden sich keine allzu großen Hoffnungen auf den Divisionssieg machen, aber immerhin haben sie sich inzwischen auf den zweiten Wild-Card-Platz vorgearbeitet, hinter den Dodgers und vor den Marlins, Mets, Pirates und Rockies. Die Pittsburgh Pirates (53-52) dümpeln derweil im Mittelfeld vor sich hin und haben das Jahr offenbar aufgegeben, denn warum sonst hätten sie SP Francisco Liriano und ihren Closer Marc Melancon wegtraden sollen?

Deutlich spannender als in den anderen beiden Divisionen geht es in der NL West zu: Die San Francisco Giants (61-46) schwächeln weiterhin und die Los Angeles Dodgers (59-48) werden sich massiv ärgern, dass sie durch zwei Niederlagen gegen die Colorado Rockies (54-53) die Gelegenheit versäumt haben, zu den Giants aufzuschließen. Die Rockies schicken sich derweil an, zum Überraschungsteam der zweiten Saisonhälfte zu werden. Seit dem All-Star-Break stehen sie bei 14-5 und sind plötzlich wieder im Rennen um die Wild-Card. In diesem Rennen sind sie zwar immer noch der krasse Außenseiter – Fangraphs beziffert die Chancen auf den WC-Platz auf 1,7% –, aber es ist beeindruckend, dass sie überhaupt dabei sind.

American League
Kommen wir zur American League East, die in den Baltimore Orioles (61-45) ausnahmsweise mal an zwei Donnerstagen hintereinander den gleichen Tabellenführer hat. Die scheinbare Stabilität täuscht jedoch, denn am Wochenende standen zeitweise die Toronto Blue Jays oben (61-47), die dann allerdings auf den dritten Rang hinter den Boston Red Sox (58-48) abrutschten, bevor sie nun wieder nach Siegen mit den Orioles gleichgezogen haben. Es wird wohl bis zum Schluss ein ganz enges Rennen in der AL East bleiben und das ist gut so. Knapp positiv stehen noch die New York Yankees (54-53) da, die aber zur Trade-Deadline bereits klar demonstriert haben, dass ihre Prioritäten auf der Weichenstellung für die Zukunft liegen und sie für dieses Jahr keine Ambitionen mehr hegen.

In der AL Central laufen die Detroit Tigers (59-48) gerade heiß, acht Spiele in Folge haben sie gewonnen und allein in den vergangenen drei Tagen den Abstand auf Tabellenführer Cleveland Indians (60-45) von fünf Spielen auf nur noch zwei verringert. Zwischen den beiden ist das Rennen nun wieder völlig offen, während sich sowohl die Chicago White Sox (51-56) als auch die Kansas City Royals (51-56) durch eine schwache Woche endgültig aus selbigem verabschiedet haben. Nie im Rennen waren die Minnesota Twins (43-64), die aber immerhin gerade vier Spiele in Folge gewonnen haben und daran war Max Kepler, der einzige Deutsche in der MLB, nicht ganz unschuldig. Sagenhafte drei Homeruns steuerte er zum 12:5-Sieg über die Indians am Montag bei, einen weiteren zum 10:6 am Dienstag und am 13:5 vom Mittwoch war er ebenfalls mit zwei RBI beteiligt. Unter den Spielern mit mehr als 100 At-Bats ist Kepler mittlerweile mit einer OPS von .907 der beste Batter seines Teams. Und weil mir gerade ein hervorragender Artikel über Max Kepler über den Weg gelaufen ist, trage ich diesen hier nach als ausdrücklichen Lesetipp

Die Aufholjagd der Houston Astros (56-51) in der AL West scheint vorerst beendet. Nach sieben Niederlagen aus den letzten zehn Spielen und Inaktivität zur Trade-Deadline ist der Elan der letzten Wochen verpufft. Die Texas Rangers (62-46) dürfen sich mit nun 5.5 Spielen Vorsprung wieder fester im Sattel fühlen und im Gegensatz zur Konkurrenz haben sie sich kurz vor Ladenschluss noch ordentlich verstärkt. Eine Vorentscheidung kann das Wochenende bringen, wenn die Astros die Rangers zu einer Drei-Spiele-Serie empfangen (siehe „Spiel der kommenden Woche“). Im Übrigen frage ich mich jede Woche, was ich über die Seattle Mariners (54-52) schreiben soll. Die Mariners halten sich konstant in einem Fahrwasser, in dem man sie nicht völlig ignorieren kann, aber ein ernster Playoffkandidat sind sie für mich auch nicht. Mal sehen, wann sich hier eine klarere Tendenz herauskristallisiert.

Spielzug der Woche
Ein Triple Play ist immer eine spektakuläre Angelegenheit und das gilt ganz besonders für das der Nationals im achten Inning ihres 4:1-Sieges gegen die Giants am vergangenen Samstag. Es war nämlich das erste 3-3-5-Triple-Play in der MLB-Geschichte, also das erste, das nach folgendem Muster ablief: erstes Aus, als der First-Baseman (Ryan Zimmerman) den Ball (von Brandon Crawford) aus der Luft fängt; zweites Aus, als er auf die erste Base tritt und damit den voreilig losgelaufenen Baserunner (Buster Posey) kalt erwischt; drittes Aus, als der Third-Baseman (Anthony Rendon) an seiner Base den Ball fängt und damit auch den zweiten losgelaufenen Baserunner (Denard Span) erledigt.

Statistik der Woche
1 Inning, 9 Batters, 4 Runs, 0 Hits. Diese erstaunlichen Zahlen produzierten die Phillies am Samstag im achten Inning des Spiels gegen die Braves. Noch mal im Klartext: Die Phillies haben in diesem Inning ihr komplettes Lineup an den Schlag gebracht und vier Runs erzielt, ohne dass ihnen ein einziger Hit gelungen wäre. Es traten auf: Tyler Goeddel (Walk), Freddy Galvis (Fielder’s Choice, 1. Out), Taylor Featherston (Walk), Cesar Hernandez (Walk), Odubel Herrera (Walk, Run), Maikel Franco (Error, 2 Runs), Ryan Howard (Error), Aaron Altherr (Hit by Pitch, Run), Cameron Rupp (grounded into Double Play, 2. und 3. Out).

Spiel der Woche
Die Cubs verstehen es wirklich, sich in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stellen. Das bewiesen sie mal wieder am Sonntag im Spiel gegen die Mariners. Nicht genug damit, dass sie einen 0:6-Rückstand überwanden, der das Spiel schon nach drei Innings scheinbar entschieden hatte. Auch nicht genug damit, dass sie den Ausgleich erst bei einem Wild Pitch mit zwei Aus im neunten Inning vollbrachten. Um wirklich die volle Aufmerksamkeit der Baseballwelt zu erlangen, mussten sie zudem noch Pitcher Travis Wood zeitweise ins Outfield beordern und ihn dort einen hervorragenden Catch machen lassen und dann im zwölften Inning Pitcher Jon Lester als Pinch-Hitter bringen und ihn den Walk-Off erzielen lassen.

Spiel der kommenden Woche
Die interessantesten Paarungen der nächsten Tage sind das Aufeinandertreffen der Rangers und der Astros, das der Dodgers und der Red Sox sowie die Rückspielserie der Giants bei den Nationals, bei der es voraussichtlich am Sonntag zum Premium-Matchup Bumgarner gegen Strasburg kommt. Letzteres wäre auf jeden Fall ein würdiges Spiel der Woche, aber da ich Nationals gegen Giants an dieser Stelle schon letzte Woche gewählt habe, entscheide ich mich dieses Mal für das Lokalderby der Rangers gegen die Astros und zwar konkret für das Spiel am Sonntag. Um 20:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit kann man sich das prima anschauen und es wird interessant sein, wie sich Astros-Rookie Joe Musgrove bei seinem ersten MLB-Start gegen das wiedergenesene Rangers-Ass Yu Darvish schlägt.

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