April 6th, 2017 by Dominik

Die MLB-Saison 2017 hat begonnen, daher gibt es ab sofort wieder die „In-Season“-Version des Grand Slams am Donnerstag. Über Tabellenstände brauchen wir noch nicht groß zu reden, nachdem jedes Team erst eins bis drei von 162 Spielen absolviert hat, aber die eine oder andere interessante Entwicklung oder Überraschung hat es bereits gegeben – und leider auch schon mehrere Spielausfälle wegen schlechten Wetters; der neueste davon betrifft die für heute vorgesehene Partie der Pittsburgh Pirates bei den Boston Red Sox.

American League
Die American League East hatte dieses Jahr die Ehre, das Eröffnungsspiel zu bestreiten – zwischen den Tampa Bay Rays und den New York Yankees, zwei Teams, die in diesem Jahr voraussichtlich für nicht allzu viel Furore sorgen werden. Der Favoritenrolle gerecht geworden sind bisher die Boston Red Sox mit zwei Siegen in zwei Spielen gegen die Pittsburgh Pirates, auch wenn im zweiten Spiel erst ein Walkoff-Homerun von Sandy Leon die ersten Punkte und gleichzeitig die Entscheidung brachte. Ebenfalls schadlos hielten sich die Baltimore Orioles, die zweimal gegen die Toronto Blue Jays gewannen und damit zeigten, dass sie von dem Abwärtstrend nichts wissen wollen, den viele (mich selbst eingeschlossen) ihnen für dieses Jahr prognostiziert hatten.

Die AL Central präsentiert sich in dieser sehr frühen Momentaufnahme als die stärkste Division der Liga mit gleich drei ungeschlagenen Teams. Im Fall der Cleveland Indians, welche die Texas Rangers 3-0 gesweept haben, entspricht das der Erwartungshaltung eines AL-Champions und erneuten Mitfavoriten; für die Detroit Tigers ist die perfekte Bilanz ein Muster von wenig Wert, da sie nur ein einziges Spiel absolviert haben, denn die zweite Partie gegen die White Sox musste wegen Regens verschoben werden; bleiben als Dritter im Bunde die Minnesota Twins, bislang das Überraschungsteam der Liga – nicht nur, weil sie die beiden ersten Spiele gegen die Kansas City Royals gewonnen haben, sondern weil die Ergebnisse von 7:1 und 9:1 an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließen. Damit haben die Twins bislang ligaweit sowohl die meisten Runs pro Spiel erzielt als auch die wenigsten Runs pro Spiel zugelassen. Die sehenswerteste Defensivaktion der bisherigen Saison geht übrigens ebenfalls auf das Konto der Twins.

Für die AL West rechne ich dieses Jahr mit einem Dreikampf zwischen den Texas Rangers, den Seattle Mariners und den Houston Astros. Das bisherige Bild ist allerdings ein anderes, denn die Astros haben zum Saisonstart durch drei Siege in drei Spielen gegen den Mitkonkurrenten aus Seattle ein klares Ausrufezeichen hinter ihren Anspruch auf den Divisionstitel gesetzt. Die Mariners hingegen müssen neben dem 0-3-Start auch noch die Hiobsbotschaft verdauen, dass Starter Drew Smyly mit einer Ellbogenverletzung im Wurfarm für mindestens zwei Monate ausfällt. Die Rangers kamen gegen die Cleveland Indians mit drei Niederlagen unter die Räder und hoffen, nun in den Oakland Athletics den benötigten Aufbaugegner zu finden.

National League
In der National League East starteten die Washington Nationals mit zwei erwarteten Siegen gegen die Miami Marlins, alle anderen Teams haben von ihren ersten beiden Spielen eines gewonnen und eines verloren. Die Extra-Innings-Niederlage meiner Mets in der letzten Nacht tut besonders weh – nicht nur, weil es mich wehmütig stimmt, Bartolo Colon im Citi Field in der falschen Uniform zu sehen, sondern auch weil eine Glanzleistung von Jacob deGrom am Ende unbelohnt blieb, da der Bullpen und die Batter ihm keine Stütze waren.

Die NL Central ist am schwächsten in das Jahr gestartet, kein einziges Team weist bislang eine positive Bilanz auf. Das wird sich heute allerdings definitiv ändern, wenn die Chicago Cubs und die St. Louis Cardinals gegeneinander das dritte Spiel ihrer Serie absolvieren – vorausgesetzt, die wegend schlechten Wetters von gestern auf heute verschobene Partie muss nicht erneut ausfallen. Einen großen Erfolg haben die Cardinals vor ein paar Tagen abseits des Platzes erzielt: Mit Catcher Yadier Molina, dem Gesicht der Franchise, einigte man sich auf eine Vertragsverlängerung, die ihm in den nächsten drei Jahren 60 Millionen Dollar einbringt.

Die NL West ist die einzige Division, in der schon jedes Team mindestens einmal gewonnen und einmal verloren hat. Erwähnenswert finde ich hier die Arizona Diamondbacks und die Colorado Rockies, die als einzige Teams der Liga mit negativem Rundifferential eine positive Bilanz (jeweils 2-1) erspielt haben. Spricht das nun für Glück oder für Effizienz? Vielleicht auch für nichts von beidem, die Stichprobengröße ist ja noch extrem klein.

Spielzug der Woche
Es gab in den ersten Spielen schon eine Menge sehenswerter Hits und Catches, aber eines habe ich wirklich noch nie gesehen und das war dass innerhalb eines Innings dreimal derselbe Spieler vom Ball getroffen wurde. Stephen Piscotty, Outfielder der St. Louis Cardinals, ist der Pechvogel, dem im fünften Inning der 1:2-Niederlage gegen die Cubs genau das passiert ist. Ich fand es beim ersten Mal zum Lachen, beim zweiten Ansehen machte ich mir Sorgen, ob sich der arme Kerl vor allem bei dem dritten Treffer nicht ernsthaft verletzt hat. Zum Glück hat er das nicht; er wurde zwar auf eine Gehirnerschütterung untersucht, aber es war alles in Ordnung.

Statistik der Woche 
50. So viele aufeinanderfolgende Saves hat der Closer der Orioles, Zach Britton, inzwischen erzielt. Das ist eine beeindruckende Serie, mit der er bereits auf Platz 5 der ewigen Bestenliste der MLB liegt. Platz zwei ist bereits in Sichtweite, denn davon trennen Britton nur noch Jose Valverde (51), Jeurys Familia (52) und Tom Gordon (54). Bis zu Platz eins, den Eric Gagne mit 84 erfolgreichen Save-Opportunities hintereinander belegt, ist es aber noch ein weiter Weg.

Spiel der Woche
Es gab bereits einige sehenswerte Begegnungen an diesen ersten Tagen der Saison, aber ich entscheide mich für das Spiel der San Francisco Giants bei den Arizona Diamondbacks am Opening Day. Zum einen weil es ein sehenswertes und spannendes Spiel war – mit Madison Bumgarner, der mit fünf perfekten Innings startete und obendrein zum ersten Pitcher wurde, der zwei Homeruns am Opening Day schlug, mit einem nie aufgebenden Diamondbacks-Team, dem ersten Blown Save und schließlich dem ersten Walkoff des Jahres –, zum anderen weil es das erste Spiel seit sehr langer Zeit war, dass im deutschen Free-TV zu empfangen war. Ich habe mir die Übertragung aus Interesse angeschaut und fand sie größtenteils gelungen, außer der ärgerlichen Tatsache, dass man erst mitten in das schon seit einer Stunde laufende Spiel eingestiegen ist. Ich hoffe sehr, dass das bei der nächsten Übertragung anders wird. Übrigens habe ich keine Ahnung, wann das sein wird, im Sport1-Programm bin ich bisher nicht fündig geworden. Für sachdienliche Hinweise wäre ich sehr dankbar.

Spiel(e) der kommenden Woche
Mit der Serie der Los Angeles Dodgers beim World-Series-Titelverteidiger Chicago Cubs von Dienstag bis Donnerstag treten erstmals in diesem Jahr zwei der vermutlichen Spitzenteams gegeneinander an. Daher sind diese Spiele mein Einschalttipp für die kommende Woche.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

März 30th, 2017 by Dominik

Am Sonntag geht es endlich los mit der MLB-Saison 2017. Die Tampa Bay Rays und die New York Yankees machen (warum auch immer) den Anfang um 19:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit, anschließend spielen die Arizona Diamondbacks gegen die San Francisco Giants und die St. Louis Cardinals gegen Titelverteidiger Chicago Cubs. Alle anderen Teams haben ihr Eröffnungsspiel am Montag.

Was ich von der neuen Saison erwarte, habe ich in meinen Previews nach und nach verraten – O. K., der letzte Teil kommt erst morgen früh, aber der aufmerksame Leser hat sich bereits an dreißig Fingern abgezählt, welches Team ich dieses Jahr als World-Series-Sieger tippe.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass auch die Baseball-Bundesliga am Wochenende die Saison eröffnet. Los geht es schon am Freitagabend mit dem Spiel Heidenheim Heideköpfe gegen Haar Disciples. Auch auf die Bundesliga bin ich heiß wie Frittenfett, aber wegen der vielen wechselnden Importspieler und weil ich auch nur die Mainz Athletics wirklich intensiv verfolge, traue ich mir hier keine Prognose zu.

Jetzt aber erstmal das Wichtigste aus den vergangenen sieben Tagen – zum vorerst letzten Mal im Offseason-Format, ab nächster Woche gibt es dann wieder den bewährten Aufbau nach Divisionen mit Spielzug und Statistik der Woche etc.

Will Smith braucht Tommy-John-Surgery
Die San Francisco Giants müssen kurz vor Saisonstart eine Hiobsbotschaft verdauen: Mit RP Will Smith fällt ein wichtiger Teil des Bullpens für dieses Jahr aus, nachdem er sich der berühmt-berüchtigten Tommy-John-Surgery unterziehen muss.

Zwei Neue für die Rays  
Die Tampa Bay Rays haben sich Im Frühlingsschlussverkauf noch zwei neue Spieler geleistet: Peter Bourjos kommt von den Chicago White Sox für Geld oder einen später zu benennenden Spieler und soll die Tiefe im Outfield ergänzen, hauptsächlich als Ersatzmann für Kevin Kiermaier. Catcher Derek Norris, von den Washington Nationals nach der Wieters-Verpflichtung entlassen, wird bei den Rays direkt in die Stammformation einsteigen, jedenfalls bis Wilson Ramos wieder fit ist. Ramos kam im Winter ebenfalls aus Washington, jedoch mit einer bekannten Verletzung, die ihn noch mindestens für die erste Saisonhälfte zum Aussetzen zwingt.

Vertragsverlängerungen für Rougned Odor und Jose Ramirez
Zwei junge Spieler und deren Teams haben sich durch frühzeitige Vertragsabschlüsse Planungs- und Kostensicherheit gesichert: Die Texas Rangers bezahlen dem 23-jährigen 2B Rougned Odor 49,5 Millionen Dollar und zwei Pferde (!) für sechs Jahre und haben die Option auf ein siebtes Jahr. Der 24-jährige Infield-Allrounder Jose Ramirez erhält von den Cleveland Indians 26 Millionen für die nächsten fünf Jahre und auch dieser Vertrag kann über Teamoptionen bis auf sieben Jahre ausgedehnt werden.

Jeurys Familia 15 Spiele gesperrt
Dass Jeurys Familia nach einem Vorfall häuslicher Gewalt eine Sperre erwartet, galt schon seit seiner vorübergehenden Festnahme am 31. Oktober als relativ sicher. Unklar war nur, wie lange genau die New York Mets auf ihren Closer verzichten müssen. Die MLB hat nun bekannt gegeben, dass es 15 Tage sind. Das ist die Hälfte dessen, was Aroldis Chapman letztes Jahr absitzen musste, offenbar weil Familias Fall als weniger schlimm eingestuft wurde und weil er bei der Aufklärung umfassend kooperierte. Nach übereinstimmenden Aussagen aller Beteiligten hat Familia seine Frau weder geschlagen noch mit Gewalt bedroht, sich aber während eines Streits unangemessen verhalten (angeblich geht es um eine zerstörte Tür).

Zweiter No-Hitter im Spring Training
Letzte Woche war es noch etwas Besonderes, als die New York Yankees den ersten Spring-Training-No-Hitter seit zwei Jahren schafften. Bis zum nächsten dauerte es aber nun gerade mal sieben Tage: Sage und schreibe acht Pitcher der Los Angeles Angels of Anaheim vereinten ihre Künste, um beim 4:0-Sieg ihres Teams die Seattle Mariners ohne Basehit abzufertigen. Das ist eine reife Leistung, auch wenn es nur im Spring Training war und obendrein gegen einen Split Squad der Mariners, in dem Seattle nur zwei Stammspieler einsetzte.

MLB im deutschen Fernsehen
Bisher war mlb.tv konkurrenzlos, wenn man die MLB aus Deutschland in bewegten Livebildern verfolgen wollte. Für den Die-Hard-Fan, der den Zugriff auf alle Spiele braucht, bleibt das auch so, aber wer sich auch mit einer kleineren Auswahl von Spielen zufrieden gibt, hat nun gleich zwei Alternativen: Der Streaminganbieter DAZN hat bekannt gegeben, dass er ab dieser Saison mehr als 600 MLB-Spiele übertragen wird. Und auf Sport1-US werden mindestens 75 Spiele gezeigt, die meisten davon mit Originalkommentar im Pay-TV, ein paar aber sogar im Free-TV mit eigenem deutschem Kommentar. Los geht es am Sonntag ab 23:15 Uhr mit Giants@Diamondbacks. Ich werde am Wochenende noch mal in einem ausführlicheren Artikel auf die verfügbaren Quellen mit ihren Vor- und Nachteilen und den anfallenden Kosten eingehen.

Kein First Pitch von Donald Trump
Ein neu gewählter US-Präsident eröffnet üblicherweise die MLB-Saison mit einem zeremoniellen ersten Pitch. Von Donald Trump bleibt uns das vorerst erspart. Er sagte die entsprechende Anfrage der Washington Nationals unter Verweis auf einen Terminkonflikt ab.

Posted in Baseball in Deutschland, Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , , , , ,

März 23rd, 2017 by Dominik

Das Spring Training neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu und in nur zehn Tagen beginnt endlich die neue MLB-Saison – schon zwei Tage vorher startet übrigens die deutsche Baseball-Bundesliga, auf die ich mich genauso sehr freue. Heute steht aber erst einmal das Ergebnis eines anderen Wettbewerbs im Vordergrund: Die USA haben den World Baseball Classic gewonnen und sind somit zum ersten Mal das geworden, was man in den meisten anderen Sportarten als Weltmeister bezeichnen würde. Herzlichen Glückwunsch dazu!

Klarer Sieg der USA im Finale des WBC 
Das Finale zwischen den Gastgebern und Puerto Rico verlief einseitiger als erwartet: 8:0 siegten die USA, die in der Zwischenrunde den Puerto Ricanern noch mit 5:6 unterlegen gewesen waren. Ganz großen Anteil an dem Erfolg hatte der Starting Pitcher der USA, Marcus Stroman, der erst im siebten Inning den ersten Hit zuließ und hinterher zum MVP des Spiels gewählt wurde. In der Offensive leisteten 2B Ian Kinsler und OF Andrew McCutchen mit je zwei Hits, darunter ein 2-Run-Homerun von Kinsler, und je einem Walk den größten Beitrag.

Gute und schlechte Nachrichten für die Yankees
Die meisten Schlagzeilen aus dem Spring-Training gebührten diese Woche den New York Yankees. Erfreulich aus ihrer Sicht ist, dass sie mit 19 Siegen und nur 7 Niederlagen bislang das erfolgreichste Team der Vorbereitungsrunde sind. Für besonderes Aufsehen sorgte die Leistung vom vergangenen Freitag, als Masahiro Tanaka, Chasen Shreve und Jordan Montgomery einen No-Hitter gegen die Detroit Tigers pitchten – übrigens den ersten Spring-Trainig-No-Hitter seit zwei Jahren. Natürlich sind solche Freundschaftsspiel-Erfolge im Endeffekt nichts wert und so wird die Freude über die guten Leistungen wohl deutlich von der schlechten Nachricht dieser Woche überschattet: Shortstop Didi Gregorius kehrte mit einem gezerrten Schultermuskel von seiner WBC-Teilnahme für das niederländische Nationalteam zurück und wird mindestens bis in den Mai hinein ausfallen. Naturgemäß gab es sofort Spekulationen über einen Trade, beispielsweise für Freddy Galvis von den Phillies oder für Zack Cozart von den Reds, aber wahrscheinlicher erscheint eine interne Vertretungslösung. Diese wird aller Voraussicht nach nicht Top-Prospect Gleyber Torres sein, dem man mehr Zeit zur Entwicklung in den Minor Leagues geben will. Starlin Castro, Tyler Wade und Ruben Tajada sind wohl die aussichtsreichsten Kandidaten für den Job.

Neue Tommy-John-Opfer
Noch schlimmer als Gregorius hat es die beiden Starting Pitcher Cody Anderson von den Cleveland Indians und Trevor May von den Minnesota Twins erwischt: Beide mussten sich der berüchtigten Tommy-John-Surgery zur Reparatur von Bändern im Ellbogen unterziehen. Das bedeutet, dass die Saison 2017 ohne die beiden stattfinden wird. Sowohl Anderson als auch May waren zuletzt keine festen Größen in ihren Teams und konnten vor der Verletzung allenfalls auf den fünften Platz in der jeweiligen Rotation hoffen.

Vertragsverlängerung für Kevin Kiermaier und Tim Anderson
Grund zur Freude gibt es für OF Kevin Kiermaier von den Tampa Bay Rays und Shortstop Tim Anderson von den Chicago White Sox, denn beide haben diese Woche neue millionenschwere Verträge unterzeichnet. Kiermaier – defensiv unbestreitbar einer der besten Outfielder der Liga, als Batter bislang nicht mehr als solide – erhält von den Rays 53,5 Millionen Dollar für sechs Jahre, ein weiteres Jahr ist optional für 13 Millionen.

Anderson hat ebenfalls für sechs Jahre unterschrieben und bekommt dafür 25 Millionen Dollar. Seine Vertragsverlängerung kam überraschend, denn er spielt seit nicht mal einem Jahr in der MLB. Er wäre daher nach den zwischen der Spielergewerkschaft MLBPA und der Liga ausgehandelten Regeln ohnehin noch sechs Jahre an die White Sox gebunden gewesen und hätte sich auch mit weit weniger Geld zufrieden geben müssen. Kernstück des Vertrages sind daher die beiden optionalen Jahre, in denen die White Sox ihren Shortstop für 12,5 und 14 Millionen Dollar nach der festen Laufzeit weiterbeschäftigen können.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , ,

März 11th, 2017 by Dominik

Im Rahmen ihrer Möglichkeiten haben die Rays in der Offseason ordentliche Arbeit geleistet: Mit C Wilson Ramos und OF Colby Rasmus wurden für relativ schmales Geld zwei gute – wenngleich verletzte und nur deshalb so günstige – Free Agents eingekauft und ein Trade mit den Dodgers brachte mit SP Jose de Leon einen weiteren vielversprechenden Pitcher an Bord. Dennoch sind und bleiben die Rays der Underdog in der AL East, was angesichts der finanziellen und sportlichen Konkurrenz wenig verwunderlich ist. Um mithalten zu können, müssten die Rays insbesondere Schwächen im mittleren Infield und im Bullpen abstellen – was kurzfristig nicht gelingen wird, ohne an anderer Stelle neue Löcher aufzureißen.

Voraussichtliches Lineup
C Curtis Casali
1B Logan Morrison
2B Brad Miller
SS Matt Duffy
3B Evan Longoria
LF Colby Rasmus
CF Kevin Kiermaier
RF Steven Souza
DH Corey Dickerson

Voraussichtliche Rotation
SP Chris Archer
SP Jake Odorizzi
SP Alex Cobb
SP Matt Andriese
SP Blake Snell
Closer Alex Colome

Wichtigster Zugang
C Wilson Ramos (Washington Nationals)

Wichtigster Abgang
2B Logan Forsythe (Los Angeles Dodgers)

Bestes Prospect
SS Willy Adames

Größte Stärke
Das Potenzial der Rotation: Sie ist eindeutig das Prunkstück der Franchise; mit Chris Archer, Jake Odorizzi, Alex Cobb, Matt Andriese, Blake Snell und Jose de Leon stehen sechs Starting Pitcher zur Verfügung, die 2016 alle einen ERA unter 4 erreichten, alle unter 30 sind und außer Cobb alle noch mindestens zwei Jahre unter Vertrag stehen.

Größte Schwäche
Die Divisionszugehörigkeit: In jeder anderen Division würde ich die Rays als Kandidat für das Mittelfeld und eine ungefähr ausgeglichene Win-Loss-Bilanz sehen – aber nicht in der starken AL East, in der ich sie bestenfalls um Platz vier konkurrieren sehe.

Spannendste Frage
Bleiben die Rays gesund? Die Frage stellt sich für jedes Team, aber mit einem der geringsten Budgets der Liga haben die Rays geringere Reaktionsmöglichkeiten, vor allem im Vergleich mit den vier Divisionsrivalen, die allesamt in den Top-10 der MLB-Gehälterrangliste stehen. CF Kevin Kiermaier, SS Matt Duffy, 1B Logan Morrison, LF Colby Rasmus und RF Steven Souza müssen alle erst beweisen, dass sie von ihren Verletzungen aus dem letzten Jahr dauerhaft genesen sind; ganz zu schweigen von C Wilson Ramos, der frühestens zur Mitte der Saison einsatzfähig sein wird.

Prognose
Platz 5 in der AL East

Hier geht’s zum Power-Ranking und allen bisher erschienenen Previews.

Posted in MLB, Preview Tagged with: , ,

Januar 26th, 2017 by Dominik

Der vergangene Sonntag wird als ein besonders trauriger Tag in die Baseballgeschichte eingehen, denn an ihm verloren gleich zwei MLB-Spieler viel zu früh ihr Leben. Die Trauer um Yordano Ventura und Andy Marte dominierte diese Woche das Geschehen rund um die Major Leagues, aber natürlich halten auch zwei tragische Todesfälle die Welt nicht davon ab, sich weiterzudrehen und so gab es auch einige „normale“ News, die ich in dieser Folge des Grand Slam am Donnerstag nicht unberücksichtigt lassen will.

Ventura und Marte sterben bei Autounfällen
Das Leben schreibt manchmal wirklich komische Geschichten: Yordano Ventura und Andy Marte sind am gleichen Tag im gleichen Land (ihrer Heimat Dominikanische Republik) bei zwei verschiedenen Autounfällen ums Leben gekommen. Ventura stand noch relativ am Anfang einer vielversprechenden Karriere als Pitcher, wenngleich er für seine 25 Jahre schon beachtliche drei Spielzeiten als Starter für die Kansas City Royals absolviert und eine World Series gewonnen hatte. Infielder Marte hingegen war nie über den Status eines Ergänzungsspielers hinausgekommen und verbrachte die beiden vergangenen Jahre in Korea. Seine MLB-Karriere endete am 6. August 2014 mit einem Spiel für die Arizona Diamondbacks gegen die Kansas City Royals. Starting Pitcher in jener Partie war ein Rookie namens Yordano Ventura…

Karriereende für Matt Imhof
Ein anderer, im Juni letzten Jahres erlittener Unfall, kostete Pitching-Prospect Matt Imhof zwar wenigstens nicht das Leben, aber seine Karriere. Das Talent der Philadelphia Phillies hatte Dehnübungen an einem Trainingsgerät absolviert, als sich ein Metallteil aus der Wand löste und ihm ins Gesicht schlug. Imhof brach sich mehrere Gesichtsknochen und verlor ein Auge. Gestern gab er bekannt, dass er seine aktive Laufbahn beendet und zurück an die Uni geht, um sein finanzwissenschaftliches Studium abzuschließen und gleichzeitig als Assistenz-Pitching-Trainer eine mögliche neue Karriere zu beginnen.

Mark Trumbo bleibt bei den Orioles
Um nach all den traurigen Geschichten endlich mal eine gute Nachricht für einen MLB-Spieler zu verkünden: Mark Trumbo und die Baltimore Orioles haben sich auf einen neuen Vertrag geeinigt. Mit dem Deal über 37,5 Millionen Dollar für drei Jahre können meiner Ansicht nach beide Seiten zufrieden sein: Die Orioles behalten ihren Power-Hitter und dürfen gespannt sein, ob er die ligaweite Spitzenleistung von 47 Homeruns aus der letzten Saison wiederholen kann; Trumbo hat nicht den ganz großen Vertrag bekommen, den er sich wohl erhofft hatte, aber die erzielte Summe ist für einen 31-jährigen eher eindimensionalen Slugger eine Menge Geld. Einen Monat vor Beginn des Spring Trainings stehen nun als letzte große Namen, die bisher noch kein neues Engagement gefunden haben, Catcher Matt Wieters und 1B/DH Mike Napoli auf der Liste der Free Agents.

Die Dodgers traden für Forsythe
Die Los Angeles Dodgers waren lange auf der Suche nach einem als Leadoff-Hitter geeigneten Second-Baseman als Nachfolger des 38-jährigen Chase Utley. In Logan Forsythe haben sie für diesen Posten nun eine adäquate Besetzung gefunden, allerdings für einen recht hohen Preis: Im Austausch für ihn mussten die Dodgers das hoch gerankte Pitching-Prospect Jose De Leon zu den Tampa Bay Rays schicken. Das ist ein klassischer Deal zwischen einem Team, das oben mitspielt, und einem Team, das sich im Neuaufbau befindet. Wenn man mich fragt: Ich finde, die Rays haben das bessere Ende des Handels erwischt. Aber mit Sicherheit sagen kann man das natürlich erst, wenn sich im Laufe der nächsten Jahre zeigt, ob De Leon zurecht als eines der vielversprechendsten Pitching-Talente gesehen wurde.

Neue Arbeitgeber für Felix, Holland und Feldman
Zwei der prominenteren Reliever haben in den letzten Tagen neue Teams gefunden: Neftali Feliz geht für ein Jahr zu den Milwaukee Brewers und dürfte dort eine Chance auf den Closer-Job haben. Den hatte er vor Jahren schon mal erfolgreich für die Texas Rangers ausgefüllt, bevor ihn ab 2012 eine Tommy-John-Surgery und mehrere kleinere Verletzungen aus der Bahn warfen. In Pittsburgh fand er letztes Jahr mit einem ERA von 3.52 in 62 Auftritten erstmal wieder seine Form und verdiente sich so das neue Engagement, das leistungsabhängig zwischen 5,35 und 6,85 Millionen Dollar wert sein soll.
Ebenfalls für ein Jahr (plus ein optionales zweites Jahr) hat bei den Colorado Rockies Reliever Greg Holland unterschrieben. Auch er hat eine Tommy-John-Surgery hinter sich und infolgedessen seit 16 Monaten nicht gepitcht. In der Hoffnung, dass Holland an seine bis zur Verletzung sehr starken Leistungen (Karriere-ERA 2.42 für die Kansas City Royals) anknüpfen kann, bezahlen ihm die Rockies laut noch unbestätigten Berichten ein Gehalt von 7 Millionen Dollar, das leistungsabhängig bis zum Doppelten ansteigen könnte.
Ebenfalls einen neuen Arbeitsplatz gefunden hat Starting Pitcher Scott Feldman. Der 34-Jährige Veteran ergänzt die Rotation der im Umbruch befindlichen Cincinnati Reds und erhält für ein Jahr 2,3 bis 4,5 Millionen Dollar.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , , , ,

Januar 12th, 2017 by Dominik

Steigt bei euch auch schon die Vorfreude auf die neue Baseballsaison? Noch befindet sich die MLB weitgehend im Winterschlaf, aber in einem Monat beginnt es wieder ernst zu werden: Ab dem 12. Februar melden sich die Pitcher und Catcher bei ihren Teams zum Dienst, wenige Tage später kommen die Positionsspieler hinzu und am 24. Februar beginnen die Spring-Trainig-Spiele, bevor am 2. April endlich die echte Saison anfängt. Die Baseball-Bundesliga ist übrigens einen Tag früher dran, beide Staffeln starten am 1. April in die neue Spielzeit.
In der vergangenen Woche war rund um die MLB nicht allzu viel los, abgesehen davon dass die Seattle Mariners weiterhin traden wie die Weltmeister. Hier die wichtigsten Neuigkeiten der letzten Tage:

Vier weitere Mariners-Trades
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass in der MLB momentan kaum ein Trade vonstatten geht, bei dem nicht der General Manager der Mariners, Jerry Dipoto, seine Finger im Spiel hat. Aus den letzten Tagen gibt es jedenfalls vier relevante Geschäfte zu vermelden und die Mariners waren an allen beteiligt: Zuerst schickten sie Outfielder Seth Smith zu den Baltimore Orioles im Tausch gegen Starting Pitcher Yovani Gallardo – keine Ahnung, was dabei der Hintergedanke war, denn einen Pitcher vom Format Gallardos (5.42 ERA im letzten Jahr) hätte man relativ problemlos unter den verfügbaren Free Agents gefunden. Jedenfalls war durch diesen Trade ein Platz im Outfield frei geworden und der wurde unmittelbar neu besetzt, indem man den flinken Jarrod Dyson aus Kansas City holte und dafür Pitcher Nathan Karns abgab. Gestern schickte Dipoto zunächst die Minor-League-Pitcher Luiz Gohara und Thomas Burrows nach Atlanta für Outfield-Prospect Mallex Smith und Reliever Shae Simmons. „Smith adds to our growing inventory of multi-skilled, athletic outfielders“, ließ sich Dipoto unmittelbar nach dem Trade zitieren, doch nur 77 Minuten später war Smith schon wieder weg als Teil eines Trades mit den Tampa Bay Rays. Die Rays erhielten neben Smith noch Pitcher Ryan Yarbrough und Shortstop Carlos Vargas als Preis für Starter Drew Smyly.
Das waren übrigens die Trades Nummer acht bis elf der Mariners seit Ende der letzten Saison und seit seinem Amtsantritt vor 16 Monaten hat Dipoto nun stolze 36 Trades auf dem Konto. Ich finde, das ist eine ziemlich beeindruckende Zahl in einem Sport, den man mit neun bis zehn Spielern ausübt. Ist Dipoto ein Genie oder eher ein moderner Hans im Glück? Wir werden sehen.

Plouffe und Casilla zu den Athletics 
Aktiv waren in den letzten Tagen auch die Oakland Athletics, wenngleich nicht in Form von Trades sondern durch Free-Agent-Verpflichtungen: Third-Baseman Trevor Plouffe (ehemals bei den Twins) unterschrieb einen Ein-Jahres-Vertrag über 5 Millionen Dollar und Reliever Santiago Casilla kommt aus San Francisco zurück auf die andere Seite der Bay für 11 Millionen Dollar und zwei Jahre. Die beiden Verpflichtungen passen in das Schema, das die A’s in dieser Offseason bisher erkennen lassen: Sie setzen in ihrer noch andauernden Rebuilding-Phase auf kurze Veträge mit erfahrenen Spielern, die einerseits als Platzhalter und Mentoren für die eigenen Nachwuchsleute dienen können und andererseits möglicherweise noch etwas Gegenwert bringen, wenn der eine oder andere Contender zur Trade-Deadline bereit ist, Talente gegen kurzfristige Kaderergänzungen einzutauschen.

Die Rays holen Colby Rasmus
In einer ähnlichen Situation wie die Athletics sind die Tampa Bay Rays und auch ihre neueste Verpflichtung, der ehemalige Astros-Outfielder Colby Rasmus, passt in das eben beschriebene Schema. Der 30-Jährige hat eine schwache Saison mit einem Average von .206 und 15 Homeruns hinter sich und lässt sich mit 5 Millionen Dollar plus leistungsbezogene Prämien das Jahr in Tampa Bay versüßen, in dem er versuchen wird, seine Karriere wiederzubeleben. Auch Rasmus könnte, sofern er bessere Stats abliefert als 2016, ein Tradekandidat für die Deadline Ende Juli sein.

Max Scherzer verletzt
Top-Pitcher Max Scherzer von den Washington Nationals sollte eigentlich einer der Stars des US-Teams beim World Baseball Classic (der Baseball-Weltmeisterschaft) im März sein, doch daraus wird nichts: Wegen eines Ermüdungsbruches in einem Finger seiner Wurfhand muss Scherzer die Teilnahme am Turnier absagen. Der Finger macht wohl schon seit August letzten Jahres Probleme und soll nun noch ein wenig länger geschont werden. Scherzer und die Nationals rechnen aber damit, dass er am Spring Training teilnehmen kann und rechtzeitig zum Saisonbeginn wieder voll einsatzfähig ist.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , , , , ,

August 11th, 2016 by Dominik

Rund 50 Spieltage sind noch zu absolvieren und für die Hälfte der MLB-Divisionen kann man schon sagen, dass sich die Spreu vom Weizen getrennt hat und die Divisionssieger nahezu sicher erscheinen. In den anderen drei Divisionen geht es noch äußerst spannend zu. Neben den aktuellen Spielergebnissen sind die wichtigsten Neuigkeiten der letzten Tage die angekündigten Karriereenden der drei großen Baseballer Alex Rodriguez (siehe auch „Spiel der kommenden Woche“), Mark Teixeira und Prince Fielder.

American League
Fangen wir gleich mit der spannendsten Division an, der American League East. Die Toronto Blue Jays (65-50) sind zurück an der Spitze, dicht gefolgt von den Baltimore Orioles (63-50) und den Boston Red Sox (61-51). Baltimore hat gerade dreimal gegen die Oakland Athletics verloren und nun ein schweres Programm vor sich mit Serien gegen die Giants, die Red Sox, die Astros und die Nationals. In diesen Spielen wird sich zeigen, ob die Orioles „for real“ sind oder ob Fangraphs damit Recht behält, ihnen trotz einer bisher guten Saison beständig schlechtere Playoffchancen einzuräumen als den beiden Kontrahenten um die Divisionskrone.

Ebenfalls zu den spannenden Divisionen zählt die AL Central. Die Detroit Tigers (61-53) standen am Wochenende kurz davor, die Cleveland Indians (63-48) zu entthronen, doch dann ließen sie sich von den Seattle Mariners sweepen und sind nun wieder 3.5 Siege hinter den Indians. Die Chicago White Sox und die Kansas City Royals (jeweils 54-59) sind inzwischen deutlich abgehängt. Das gilt natürlich auch für die Minnesota Twins (46-67), aber wie immer schauen wir kurz nach Max Kepler: Seit letzter Woche hat er seiner Bilanz keine weiteren Homeruns, aber immerhin sechs Hits und drei Walks hinzugefügt und schlägt im August nun. 343/.442/.686. Das sind Spitzenwerte und mit ihnen hat Kepler es verdientermaßen zum AL Player Of The Week gebracht. Herzlichen Glückwunsch! 

Im Hinblick auf die AL West hatte ich letzte Woche bereits geunkt, dass die Aufholjagd der Houston Astros (58-55) beendet und der Weg zum Divisionssieg für die Texas Rangers (68-47) nun frei wäre. Dieser Eindruck hat sich inzwischen bestätigt: Die Rangers sitzen mit 7 Siegen Vorsprung fest im Sattel und diesen Vorsprung haben sie nicht auf die Astros sondern auf die Seattle Mariners (60-53), welche die Astros inzwischen von Platz zwei verdrängt haben und sich wieder ernsthaft Hoffnung auf einen Wild-Card-Platz machen dürfen. Mit acht Siegen aus den letzten neun Spielen haben die Mariners gerade einen ganz starken Lauf und die Schedule meint es gut mit den ihnen, denn für sie geht es nun siebzehnmal hintereinander gegen Teams, die nicht mehr um die Playoffs spielen.

National League
Die National League East war lange umkämpft, ist inzwischen aber klar in der Hand der Washington Nationals (67-46). 7.5 Siege dahinter stehen die Miami Marlins (60-54) zumindest im Wild-Card-Rennen noch gut da. Für meine New York Mets (57-56) hingegen dürfte die Saison gelaufen sein. Außenseiterchancen auf einen WC-Platz bestehen noch, aber eine ellenlange Verletztenliste sowie immer öfter kritikwürdiges Management von Terry Collins lassen mich nicht daran glauben, dass sich dieses Jahr noch etwas zum Besseren wendet.

Die Chicago Cubs (71-41) haben seit letzter Woche nichts anderes getan als zu gewinnen, neun Siege in Folge haben sie nun eingefahren. Die NL Central haben sie schon vorher nach Belieben dominiert und nun steht auch noch eine Vier-Spiele-Heimserie gegen den „Verfolger“ St. Louis Cardinals (60-54) an. Die größte Herausforderung für die Cubs dürfte darin bestehen, die Konzentration aufrecht zu erhalten, wenn der Divisionssieg frühzeitig feststeht und bis zu den Playoffs keine ernsten Prüfungen mehr warten. Die Cardinals liefern sich unterdessen ein Fernduell mit den Miami Marlins, mit denen sie momentanen Rennen um den zweiten Wild-Card-Platz der NL exakt gleichauf liegen. 

Der erste WC-Platz dürfte ziemlich sicher in die NL West gehen als Trostpreis für den am Ende Unterlegenen des Kampfes um die Division zwischen den San Francisco Giants (65-49) und den Los Angeles Dodgers (64-50). Das kurze Aufflammen der Colorado Rockies (55-59) ist nach vier Niederlagen in Folge wieder erloschen und die Rockies sind sowohl in der Division als auch in Bezug auf die Wild Cards wieder genauso abgeschrieben wie sie es vor dem All-Star-Break schon gewesen waren.

Spielzug der Woche
An dieser Stelle wähle ich dieses Mal ganz klassisch einen Homerun. Natürlich nicht irgendeinen Homerun, sondern den mit 504 Yards (461 Meter) weitesten Homerun, der seit der Einführung von Statcast gemessen wurde. Giancarlo Stanton gelang die sehenswerte Aktion am Samstag zum zwischenzeitlichen 3:2 seiner Miami Marlins im Coors Field in Colorado. Die Rockies ließen sich von dem Monsterhit nicht beeindrucken, sie gewannen am Ende mit 12:6.

Statistik der Woche 
7. Die offensichtlichste Wahl wäre sicher 3000 gewesen, aber ich habe mich dagegen entschieden. Erstens weil Ichiro schon vor ein paar Wochen angemessen von mir gewürdigt wurde. Zweitens weil mir der Hype um den lange bevorstehenden und jetzt vollzogenen dreitausendsten Hit offen gestanden etwas auf die Nerven gegangen ist, so sehr ich Ichiro mag und achte. Und drittens, weil Brandon Crawford es schlichtweg verdient hat, mit seinen sieben Hits in einem Spiel gesondert erwähnt zu werden. Geschafft hat er das am Montag im 8:7-Sieg der Giants über die Marlins in 14 Innings. Es war das erste 7-Hit-Spiel eines Batters in der MLB seit 1975.

Spiel der Woche
Einen Comeback-Win der besonders sehenswerten Sorte feierten die St. Louis Cardinals am Montag gegen die Cincinnati Reds. Letztere hatten den Sieg wohl gedanklich bereits für sich verbucht, als sie mit einer 4:0-Führung ins letzte Halbinning des Spiels gegangen und in selbigem nur noch ein Out vom erfolgreichen Shutout entfernt waren. Doch es kam anders, die Cards nutzten die letzte Gelegenheit und erzielten noch fünf Runs, um das Spiel zu drehen. Der Held des Tages war Yadier Molina, der das Inning mit einem Single begann und es mit dem Walk-Off-RBI beendete. Für den musste er nicht mehr tun als stehen zu bleiben, denn der Score kam durch ein Hit by Pitch durch Ross Ohlendorf bei geladenen Bases zustande.

Spiel der kommenden Woche
Diese Woche wähle ich ein Spiel, dessen Ergebnis höchstwahrscheinlich unbedeutend sein wird, denn sowohl die Yankees als auch die Rays sind nicht mehr im Rennen um einen Platz in der Postseason. Trotzdem hat die Partie am Freitag einen ganz besonderen Reiz, denn sie wird das Abschiedsspiel von Alex Rodriguez sein. A-Rods (mutmaßliches) Karriereende wurde relativ kurzfristig entschieden, nachdem seine Leistungen dieses Jahr deutlich auf dem absteigenden Ast waren und die Yankees – wie schon zur Trade-Deadline eindeutig signalisiert – den Rest der Saison damit verbringen möchten, Weichen für die Zukunft zu stellen. Mit A-Rod geht ein ganz Großer dieses Sports, der diverse Offensivstatistiken als bester derzeit noch aktiver Spieler anführt.

Posted in Grand Slam, MLB Tagged with: , , , , , , , , ,