Mai 29th, 2017 by Dominik

Eine Gnadenregel (englisch: „mercy rule“) sorgt dafür, dass ein Spiel vorzeitig endet, sobald ein Team nach einer bestimmten Anzahl von Innings einen bestimmten Vorsprung herausgespielt hat, der als uneinholbar angesehen wird. Gnadenregeln sind immer dann sinnvoll, wenn das Leistungsgefälle innerhalb eines Wettbewerbs groß ist und es regelmäßig zu sehr einseitigen Spielen kommt. Bekanntlich ist die reguläre Dauer eines Baseballspiels über die Anzahl von Innings definiert und die Dauer eines Innings über das Zustandekommen von drei Outs je Mannschaft. Bei sehr ungleichen Stärkeverhältnissen kann es dür das schwächere Team sehr lange dauern, die nötigen Outs zu erzielen und der Spielausgang kann schon nach wenigen Innings faktisch entschieden sein. In dem Fall sorgt die Gnadenregel für ein vorzeitiges Ende des Spiels im Interesse aller Beteiligten: Die Regel schützt nicht nur die Zuschauer vor Langeweile, sondern vor allem auch die Aktiven beider Mannschaften davor, in endlosen, längst entschiedenen Partien verheizt zu werden.

In der MLB gibt es keine Gnadenregel. Sofern es die äußerlichen (Wetter-)Bedingungen nicht unmöglich machen, läuft jedes Spiel über volle neun oder – falls das Spiel bereits zu Gunsten des Heimteams entschieden ist – achteinhalb Innings. Das finde ich gut so, denn in der MLB ist das Leistungsgefällle in der Regel nicht so groß, dass es einer Gnadenregel bedürfte. Natürlich gibt es auch hier immer mal wieder Spiele wie das 23:5 der Nationals gegen die Mets, die lange vor dem neunten Inning gelaufen sind. Aber solche Spiele sind Einzelfälle und von den hochbezahlten Profis kann man erwarten, dass sie auch so ein Spiel anständig über die Bühne bringen, selbst wenn irgendwann Positionsspieler auf dem Mound stehen, um die Pitcher zu schonen. Auch in den Minor Leagues und der japanischen Profiliga gibt es keine Gnadenregeln.

In anderen Ligen sind solche Regeln aber sehr verbreitet: zum Beispiel in den Profiligen von Kuba und Korea und vor allem im Jugend- und Amateurbereich, einschließlich des gesamten deutschen Baseball-Spielbetriebs bis hin zur Bundesliga. Hier trifft das Argument mit dem Leistungsgefälle eindeutig zu: In der Bundesliga Süd beispielsweise besteht eine deutliche Kluft zwischen den Bad Homburg Hornets, den Saarlouis Hornets und dem Rest der Liga. Entsprechend enden die Spiele dieser beiden Teams gegen eines der anderen Teams sehr häufig durch eine Gnadenregel – in der bisherigen Saison 2017 in 20 von 28 Fällen. Die Bundesspielordnung des DBV sieht in Artikel 11.3.04 für alle Ligen drei Gnadenregeln vor:

  1. Die 20-Run-Regel (Führung mit 20 oder mehr Runs nach 3 Innings).
  2. Die 15-Run-Regel (Führung mit 15 oder mehr Runs nach 5 Innings).
  3. Die 10-Run-Regel (Führung mit 10 oder mehr Runs ein oder zwei Innings vor dem angesetzten Ende).

Mit Abstand am häufigsten kommt die 10-Run-Regel zum Einsatz. Diese ist auch am sinnvollsten formuliert: Sie tritt nach sieben (bzw. sechseinhalb) Innings in Kraft, aber wenn zu dem Zeitpunkt noch keine Führung von 10 Runs besteht, greift die Regel auch nach acht Innings, wenn dann die Kriterien erfüllt sind. Das ist logisch, denn wenn man einem unterlegenen Team nicht zutraut, den Spielstand innerhalb von zwei Innings umdrehen zu können, warum sollte man ihm dann zutrauen, dies innerhalb nur eines Innings zu bewerkstelligen?

Dieser Gedanke führt mich zu der Anregung, die ich den für die Regeln zuständigen Gremien des DBV gern mit auf den Weg geben möchte: Die gleiche Logik sollte auch für die 20-Run-Regel und die 15-Run-Regel gelten! Die Spielordnung sieht für diese beiden Regeln momentan nicht vor, dass die Kriterien auch zu einem späteren Zeitpunkt greifen. Wenn ein Team also nach vier Innings mit 20 Runs Vorsprung führt, dann endet das Spiel nicht; es muss stattdessen noch das fünfte Inning gespielt werden. Und wenn zwar nicht nach fünf, aber nach sechs Innings ein 15-Run-Vorsprung besteht, dann geht das Spiel ins siebte Inning, bevor es (wahrscheinlich) durch die 10-Run-Regel endet. Dafür gibt es keinen vernünftigen Grund. Man sollte die Regeln ändern, indem man an den betreffenden Stellen die Worte „oder mehr“ einfügt, also zum Beispiel für die 20-Run-Regel, „dass das Spiel beendet ist, wenn eine Mannschaft nach drei (3) oder mehr Innings mit 20 oder mehr Runs führt“.

Was meint ihr dazu?

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Februar 23rd, 2017 by Dominik

Endlich wieder Baseball! Gestern Abend fand das erste Spring-Training-Spiel des Jahres 2017 statt. Zugegeben, die Paarung und das Ergebnis waren eher nebensächlich: Die Arizona Diamondbacks gewannen 9:1 gegen das Collegeteam Grand Canyon University Antelopes. Aber der Startschuss ist damit erfolgt und schon morgen gibt es die ersten Vorbereitungsspiele zwischen MLB-Teams. Besonders erwähnen möchte ich an dieser Stelle die Partie der Boston Red Sox gegen die New York Mets (Freitag, 19:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit). Ich lehne mich jetzt mal gaaaanz weit aus dem Fenster und prophezeie: Dieses Matchup sehen wir nicht nur im ersten Aufeinandertreffen zweier MLB-Mannschaften in diesem Jahr, sondern auch im letzten.
O. K., genug geträumt; hier sind die harten Fakten aus einer Woche MLB-Preseason:

Regeländerung bei Intentional Walks 
Von den für die beginnende Saison vorgeschlagenen Regeländerungen ist die erste nun beschlossen: Die Spielergewerkschaft MLBPA hat zugestimmt, dass Intentional Walks ab sofort nicht mehr in Form von vier absichtlichen Balls gepitcht werden müssen, sondern dass künftig ein simples Signal aus dem Dugout reicht, um den gegnerischen Batter auf die erste Base zu schicken. Die Änderung ist keine große Sache, aber ein bisschen werde ich Highlightvideos wie dieses und dieses und natürlich dieses schon vermissen.
Zu weiteren Änderungsvorschlägen der Ligaführung – vor allem einer Verkleinerung der Strikezone um die Höhe einer Kniescheibe, aber auch einer Begrenzung von Mound Visits und der Einführung einer festen Zeitbegrenzung für Pitches – gibt sich die MLBPA bisher reserviert. Commissioner Rob Manfred versucht nun offenbar, Druck zu erzeugen: Auf einer Pressekonferenz drohte er offen mit der Möglichkeit, Regeländerungen ohne Zustimmung der MLBPA für 2018 zu beschließen.

Matt Wieters findet ein Team
Als letzter wichtiger Free Agent ist nun endlich auch Catcher Matt Wieters bei einem neuen Team untergekommen. Es sind die Washington Nationals, von denen es schon in der gesamten Offseason immer wieder hieß, dass sie an ihm dran seien. Für den recht moderaten Preis von 21 Millionen Dollar über zwei Jahre erhalten die Nationals ein zumindest hinsichtlich der Offensive klares Upgrade zu Derek Norris. Wieters hatte sicher auf einen größeren Zahltag gehofft, sonst hätte seine Arbeitsplatzsuche nicht so lange gedauert; aber immerhin hat er die Option ausgehandelt, nach einem Jahr aus dem Kontrakt auszusteigen und kann somit weiter von einem richtig großen Vertrag träumen.
Die Nationals scheinen unterdessen noch nicht ganz fertig zu sein mit ihrer Last-Minute-Einkaufstour: Seit Tagen hält sich hartnäckig das Gerücht, man stehe in Verhandlungen mit den Chicago White Sox über einen Transfer von Closer David Robertson. Die White Sox wollen für ihn wohl mindestens ein Top-Prospect, ihr Favorit dafür soll Catcher Pedro Severino sein. Wenn aus dem Geschäft etwas wird, lest ihr es spätestens im nächsten Grand Slam am Donnerstag.

Jered Weaver zu den Padres
Die San Diego Padres sind ebenfalls noch mal auf dem Free-Agent-Markt tätig geworden und haben sich die Dienste von Starting Pitcher Jered Weaver gesichert. Weaver, zuvor elf Jahre lang bei den Los Angeles Angels of Anaheim, erhält 3 Millionen Dollar für ein Jahr. Der 34-Jährige hat nun seine vielleicht letzte Chance, unter Beweis zu stellen, dass er nicht zum alten Eisen gehört und seine Karriere noch einmal wiederbeleben kann. Die Entwicklung seines ERA in den letzten fünf Jahren stimmt eher bedenklich: 2.81 – 3.27 – 3.59 – 4.64 – 5.06.

Eric Gagne strebt Comeback an
Apropos altes Eisen: Eric Gagne, ehemals Closer der Los Angeles Dodgers und Cy-Young-Award-Gewinner 2003, strebt allen Ernstes ein Comeback an. Mit 41 ist er zwar zwei Jahre jünger als Bartolo Colon, aber seine MLB-Karriere liegt bereits neun Jahre hinter ihm. Die Chance, dass wir ihn noch einmal in den Big Leagues sehen, dürfte verschwindend gering sein, aber dank des anstehenden World Baseball Classic (der Baseball-Weltmeisterschaft), bei dem er für Kanada antritt, wird er zumindest die Chance haben, vor großem Publikum zu zeigen, was er noch drauf hat.

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Februar 16th, 2017 by Dominik

Wie gewohnt fasst der Grand Slam am Donnerstag die Geschehnisse der vergangenen sieben Tage rund um die MLB zusammen. Inzwischen sind alle Teams ins Training für die neue Saison eingestiegen. Dementsprechend werden die Free-Agent-Signings weniger und die Verletzungsmeldungen mehr. Die meisten Schlagzeilen produzierten diese Woche die Miami Marlins und damit meine ich gar nicht so sehr die sensationelle Meldung, dass Marlins-Spieler wieder Bärte tragen dürfen sondern die Gerüchte um einen möglichen Verkauf der Franchise:

Loria, die Marlins und der Trump-Clan
Eine knappe Stunde nach Veröffentlichung des Grand Slams am letzten Donnerstag begann die Nachricht die Runde zu machen, die Miami Marlins stünden für 1,6 Milliarden Dollar zum Verkauf und Owner Jeffrey Loria habe bereits eine mündliche Vereinbarung mit einem potenziellen Käufer getroffen. Der Zeitpunkt ärgerte mich ein bisschen, denn natürlich hätte ich diese Neuigkeit gern noch berücksichtigt; andererseits erschienen mir die Gerüchte noch zu vage als dass ich ihnen einen eigenen Artikel hätte widmen wollen. Tatsächlich sieht es inzwischen so aus, als sollte aus dem Geschäft derzeit nichts werden: Zunächst sickerte durch, dass es sich bei dem geheimnisvollen Bieter um die Kushner Group handelte – ein Immobilienunternehmen in Händen der Familie von Jared Kushner, dem Schwiegersohn und engen Berater von US-Präsident Donald Trump. Dann wurde gestern bekannt, dass der aktuelle Teambesitzer Loria von Trump zum US-Botschafter in Frankreich berufen werden soll. Die Kushner Group ließ daraufhin verlauten, dass sie unter diesen Umständen vorerst auf den Kauf verzichtet, um nicht den Eindruck eines Zusammenhanges entstehen zu lassen. Im Endeffekt war der angebliche Verkauf der Marlins also viel Lärm um nichts, aber man hat mal wieder ein bisschen was über die Zusammenhänge im amerikanischen Sport-, Politik- und Wirtschaftsbetrieb gelernt….

Test einer neuen Extra-Innings-Regel
Über die voraussichtlich anstehenden Regeländerungen in Bezug auf das untere Ende der Strikezone und die vereinfachte Durchführung von Intentional Walks wurde hier schon ein paar Mal berichtet. Neu ist ein weiterer Vorschlag zur angestrebten Beschleunigung des Spiels: Ab dem zehnten Inning soll jedes Team sein Halbinning mit einem Runner auf der zweiten Base beginnen. Diese Regel soll bereits in diesem Jahr in einem Teil der Minor Leagues getestet werden und hat das Ziel, in den Extra-Innings mehr Scores und gleichzeitig ein schnelleres Spielende hervorzubringen. Ein ähnliches Verfahren wurde auch schon bei der Baseball-EM 2016 in den Niederlanden angewendet – dort begann man jedes Extra-Inning mit Runnern auf der ersten und zweiten Base.
Ich bin wirklich alles andere als ein konservativer, Änderungen gegenüber verschlossener Mensch. Aber ich hoffe ganz stark, dass dieser Vorschlag sich nicht durchsetzt, denn er würde in meinen Augen das Spiel unattraktiver machen. Die logische Konsequenz, wenn ein Inning mit einem Runner auf der zweiten Base und null Outs beginnt, ist Small Ball: Sacrifice Flys, Sacrifice Bunts, schwache Grounder und im schlimmsten Fall Walkoff-Passed-Balls. Großartiges Pitching und großartiges Batting sind in diesem veränderten Modus nicht gefragt, zum Helden taugt allenfalls ein Pinch Runner. Sorry, liebe MLB-Verantwortliche, aber für mich ist das die absurdeste Regelidee, von der ich seit Langem gehört habe.

Chase Utley bleibt bei den Dodgers
Wo ich schon gerade dabei bin, mit meiner unmaßgeblichen Meinung hausieren zu gehen: Chase Utley hätte spätestens nach seiner unrühmlichen Blutgrätsche gegen Ruben Tejada vor eineinhalb Jahren in Rente gehen sollen. Aber natürlich interessiert es die Dodgers nicht die Bohne, dass mir immer noch jedes Mal, wenn ich Utley an die Platte treten sehe, der Hals schwillt. Dass der 38-Jährige auch leistungsmäßig seinen Zenit längst überschritten hat, sollte sie schon eher interessieren, aber auch das hielt sie nicht davon ab, ihm einen neuen Einjahresvertrag über 2 Millionen Dollar anzubieten. Was soll’s, ohne Feindbilder macht Sport ja auch nur halb so viel Spaß. 😉

Travis Wood zu den Royals
Weit weniger Emotionen hat die zweite nennenswerte Free-Agent-Verpflichtung der vergangenen Tage bei mir ausgelöst: Lefty Travis Wood geht für zwei Jahre und zwölf Millionen Dollar zu den Kansas City Royals. Nach Jason Hammel ist Wood innerhalb weniger Tage der zweite Pitcher vom World-Series-Sieger Chicago Cubs, dessen Dienste die Royals sich gesichert haben. Beide waren in Chicago eher am unteren Ende der Rotation angesiedelt, Wood zuletzt sogar im Bullpen, aber bei den Royals haben beide gute Aussichten auf einen Posten als Starter.

Braves traden für Brandon Philipps
Die Atlanta Braves arbeiten weiter daran, zur Eröffnung ihres neuen Stadions ein schlagkräftiges Team zu präsentieren. Um den Ausfall von Sean Rodriguez (siehe unten) zu kompensieren, wurde in einem Trade mit den Cincinnati Reds 2B Brandon Phillips an Land gezogen. Für die Braves war es ein extrem günstiges Geschäft, denn sie mussten nur die eher vernachlässigbaren Pitching-Prospects Andrew McKirahan und Carlos Portuondo abgeben und die Reds übernehmen sogar noch 13 von den 14 Millionen Dollar, die Phillips dieses Jahr an Gehalt zustehen. Die Reds wollten den 35-jährigen Veteranen offenbar verzweifelt loswerden, obwohl dieser mit einer Slashline von .291/.320/.416 eine sehr ordentliche Saison hinter sich hat und bei den Fans sehr beliebt war. Da Cincinnatis Team dieses Jahr definitiv nicht konkurrenzfähig sein wird, mit Jose Peraza und Dilson Herrera aber zwei große Infield-Talente darauf warten, ihr Können unter Beweis zu stellen, war man froh, für das letzte Vertragsjahr von Phillips überhaupt noch einen Gegenwert zu erhalten.

Verletzungsopfer der ersten Trainingswoche
Leider hat die erste Trainingswoche bereits einige nennenswerte Verletzungen hervorgebracht. An erster Stelle ist hier sicher Alex Reyes zu nennen, der als die große Pitcher-Hoffnung der St. Louis Cardinals galt. Letztes Jahr hatte er in der zweiten Saisonhälfte seine ersten zwölf MLB-Auftritte, darunter fünf Starts, und produzierte einen beachtlichen ERA von 1.57. Dieses Jahr hätte sein endgültiger Durchbruch anstehen können, doch stattdessen wird er sich nun der berühmt-berüchtigten Tommy-John-Surgery am Ellbogen unterziehen müssen. Die Saison ist damit für ihn vorbei, bevor sie überhaupt angefangen hatte.

Ähnlich schlimm hat es Infield/Outfield-Allrounder Sean Rodriguez erwischt, der gerade erst von den Pittsburgh Pirates zu den Atlanta Braves gewechselt war. Er verletzte sich bei einem Autounfall an der Schulter und wird nach der notwendigen Operation wohl ebenfalls für die gesamte Saison ausfallen.

Nicht die schlimmste, aber die auf skurrilste Art zugezogene Verletzung erlitt Royals-Reliever Brian Flynn: Der frisch Vermählte wollte kurz vor Abreise zum Spring Training noch schnell das Dach der Scheune abdichten, die zum neu erworbenen Häuschen am See gehört. Leider brach er dabei durch das Dach und landete nach knapp vier Metern freiem Fall bewusstlos auf Beton. Zum Glück stellte sich heraus, dass er mit einer gebrochenen Rippe und drei angeknacksten Wirbeln davon gekommen ist und wahrscheinlich nach rund zwei Monaten wieder spielen kann.

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Januar 7th, 2017 by Dominik

Heute beschäftige ich mich mit der Evolution der Regeln unseres schönen Sports. Roman hatte im Offseason-Wunschkonzert gefragt, ob im Laufe der Zeit generell mal Änderungen im Gespräch waren und ob speziell die Abstände zwischen den Bases sowie zwischen Mound und Homeplate irgendwann geändert wurden. Kurz gesagt: Änderungen gab es schon oft und wird es auch immer wieder geben. Wirklich massive Eingriffe, die den Charakter des Spiels verändert haben, waren in den ersten Jahrzehnten der Entwicklung des Baseballsports (d. h. vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts) relativ häufig, sind aber seit Beginn der „modernen Ära“ an einer Hand abzuzählen.

Historische Entwicklung der Regeln
Das erste bekannte Regelwerk für Baseball stammt aus dem Jahr 1845. Die sogenannten Knickerbocker Rules unterschieden sich noch recht stark von dem Spiel, das wir heute kennen. Zum Beispiel dauerte ein Spiel damals noch nicht neun Innings sondern so lange, bis eines der Teams 21 Runs erzielt hatte (und das andere Team genauso oft am Schlag gewesen war wie das führende). Der Standort des Pitchers war nicht genau geregelt, eindeutig war aber die Vorschrift, dass ein Pitch „underhand“ zu werfen war, also von unten und mit steifem Handgelenk und Ellenbogen. Homeruns gab es damals nicht: Es wurde in der Regel auf sehr großen Feldern gespielt und falls der Ball tatsächlich über selbiges hinwegsegelte, galt er als Foulball.

Es dauerte rund 50 Jahre, bis sich durch Versuch und Irrtum die Regeln herauskristallisiert hatten, die weitgehend dem heute üblichen Spiel entsprechen. Als Meilensteine können die 1884 erteilte Erlaubnis von Überhandpitches sowie die 1893 erfolgte Festlegung des Abstands zwischen dem Pitcher und der Homeplate auf 60 Fuß und 6 Zoll (18,44 Meter) gelten. Zwischenzeitlich hatte man sich auch auf neun Innings (1856), auf neun Spieler pro Team (1856), auf die Einführung von called Strikes (1858), auf den Walk nach vier Balls (1889) und leider auch auf den rassistischen Ausschluss dunkelhäutiger Spieler aus den Major Leagues (1889) geeinigt. Das Recht des Batters, einen hohen oder niedrigen Pitch zu verlangen, wurde 1867 eingeführt und 1887 wieder abgeschafft. Eine der allerersten Regeln ist bis heute unverändert geblieben: Der Abstand zwischen den Bases betrug schon in den Knickerbocker Rules von 1845 (ungefähr) 90 Fuß (27,423 Meter).

Seit ca. 1900 spricht man von der modernen Ära des Baseballs und meint damit, dass die Grundregeln sich in dieser Zeit kaum noch geändert haben. Dennoch gab es natürlich immer wieder kleinere und größere Eingriffe in das Regelwerk, weswegen man auch sehr vorsichtig dabei sein sollte, Statistiken aus verschiedenen Jahren miteinander zu vergleichen, ohne Anpassungsfaktoren für das jeweilige „Run Environment“ zu berücksichtigen. Letzteres bedeutet, dass es in der Geschichte des Baseballs unterschiedliche Phasen gibt, zwischen denen sich die übliche Anzahl von Runs und anderen zählbaren Elementen stark voneinander unterscheidet – abhängig von sich verändernden Taktiken, Ballparks und Materialien und eben von den jeweils gültigen Regeln. So gibt es zum Beispiel die Dead Ball Era von 1900 bis 1919, in der generell sehr wenige Runs erzielt wurden, oder die Steroid Era von Ende der 80er-Jahre bis in die frühen 2000er, in der sehr viel mehr Homeruns üblich waren als früher, wobei Doping wohl eine starke Rolle spielte. Statistiken wie den ERA eines Pitchers oder den Average eines Batters aus dem Jahr 1909 dem eines Spielers aus dem Jahr 1999 gegenüber zu stellen, würde angesichts der unterschiedlichen Run Environments zu völligen Fehlurteilen über die Qualität der jeweiligen Spieler führen.

Hier die wichtigsten Regeländerungen während der modernen Ära des Baseballs:

  • 1904: Die Höhe des Mounds wird auf 15 Zoll (38,1 cm) festgelegt.
  • 1907: Die Höhe der Strikezone reicht von der Schulter bis zum Knie des Batters.
  • 1920: Es wird nicht mehr für das ganze Spiel der gleiche Ball verwendet und der Pitcher darf den Ball nicht mehr mit Spucke, Schmirgelpapier oder sonstigen Materialien bearbeiten (der mutmaßliche Hauptgrund für das Ende der Dead Ball Era).
  • 1947: Die Rassentrennung in der MLB wird aufgehoben.
  • 1950: Die Höhe der Strikezone reicht von der Achselhöhle bis zum oberen Ende des Knies des Batters.
  • 1959: Neue Ballparks müssen Mindestmaße von 325 Fuß (99 Meter) in den Ecken und 400 Fuß (122 Meter) im Zentrum des Outfields aufweisen.
  • 1963: Die Höhe der Strikezone reicht vom oberen Ende der Schulter bis zum Knies des Batters.
  • 1969: Die Höhe der Strikezone reicht von der Achselhöhle bis zum oberen Ende des Knies des Batters.
  • 1969: Die Höhe des Mounds wird auf 10 Zoll (25,4 cm) reduziert.
  • 1971: Alle Batter werden verpflichtet, Helme zu tragen.
  • 1973: Farben und Größen der Fanghandschuhe werden vereinheitlicht.
  • 1973: Die American League führt den Designated Hitter (DH) ein.
  • 1975: Die Bälle werden künftig aus Rinderhaut gefertigt statt wie bisher aus Pferdehaut.
  • 1988: Die Höhe der Strikezone reicht von der Mitte zwischen dem oberen Ende der Schulter und dem oberen Ende der Uniformhose bis zum oberen Ende des Knies des Batters.
  • 1996: Die Höhe der Strikezone reicht von der Mitte zwischen dem oberen Ende der Schulter und dem oberen Ende der Uniformhose bis unterhalb der Kniescheibe des Batters.
  • 2005: Nach rund 15 Jahren, in denen Doping von der MLB zwar als illegal eingestuft, aber nicht ernsthaft verfolgt wurde, werden erstmals strikte Anti-Doping-Regeln und entsprechende Strafen eingeführt.
  • 2008: Die MLB führt den Videobeweis (instant replay) für bestimmte Situationen ein.
  • 2014: Die Anti-Doping-Regeln werden verschärft: Für den ersten Verstoß erfolgt nun eine Sperre von 80 Spielen, für den zweiten sind es 162 Spiele und für den dritten gilt die Sperre lebenslang.
  • 2014: Catcher dürfen nicht mehr die Homeplate blockieren, um einen Run zu verhindern, wenn sie nicht in Ballbesitz sind.
  • 2016: Slides von Baserunnern bei einem potenziellen Double Play sind illegal, wenn sie kein Bemühen erkennen lassen, die Base zu erreichen und darauf zu bleiben.
  • Aktuelle Regeländerungen
    Die MLB verfolgt momentan zwei Ziele: Zum einen möchte sie die Gesamtdauer der Spiele verkürzen. Zu diesem Zweck ist seit letztem Jahr die Dauer eines Besuchs auf dem Mound auf 30 Sekunden beschränkt und die Pausen zwischen Innings wurden um 20 Sekunden verkürzt auf 2 Minuten und 25 Sekunden für USA-weit übertragene und 2 Minuten und 5 Sekunden für sonstige Spiele. Eine weitere Beschleunigungsmaßnahme ist die ganz neue Regel, über die ich hier schon mal geschrieben habe: Intentional Walks werden künftig nicht mehr gepitcht sondern nur noch gegenüber dem Batter angezeigt. Das andere Ziel der MLB ist mehr Aktion, also mehr ins Spiel kommende Bälle. Dafür wird – wie schon häufig zuvor – an der Strikezone herumgedoktort: Sie verkleinert sich ab diesem Jahr um die Höhe einer Kniescheibe, indem ihr unteres Ende von unter dem Knie auf über das Knie verlegt wird. Auch dazu hatte ich im genannten Artikel schon meine Meinung geäußert.

    Ich habe mich hier auf Änderungen beschränkt, die unmittelbar das Spiel betreffen. Daneben hat sich im Laufe der Zeit eine Menge getan, was die Regeln abseits des Spielfeldes – Draft, Free Agency, Gehaltsgrenzen, Trades, internationale Verpflichtungen, Rostergrößen, Spielpläne etc. – betrifft. Das ist genug Stoff für einen eigenen Artikel, den ich bestimmt auch irgendwann mal schreiben werde. Eines muss ich noch erwähnen: MLB-Spieler dürfen sich ab diesem Jahr bei Rookie-Initiationsriten nicht mehr als Frauen verkleiden. Klingt komisch, ist aber richtig und gut so.

    Wünschenswerte Regeländerungen
    Zu guter Letzt gönne ich mir ein bisschen Träumerei mit einer kleinen Wunschliste von Regeländerungen, die mir gefallen würden:

  • Komplette Abschaffung der DH-Regel. Battende Pitcher sowie die damit verbundenen strategischen Elemente wie Pinch Hitting und Double Switches sind eine Bereicherung des Baseballsports.
  • Wenn ein Baserunner bei einem Ground Rule Double eindeutig scoren würde, dann sollte ihm der Run zugesprochen werden. Es kann nicht im Sinne des Erfinders sein, dass ein Outfielder dafür belohnt wird, auf das Fielden des Balls zu verzichten.
  • Absichtliche Hit-by-Pitches (meist als Revanche für das Brechen „ungeschriebener Regeln“) sollten stärker sanktioniert werden, ganz besonders wenn sie auf den Kopf abzielen. Keiner braucht diese Spirale der Gewalt.
  • Und natürlich die Abschaffung der Pitcher-Wins als offizielle Statistik.
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    Juli 4th, 2016 by Dominik

    Jedes Jahr am 2. Juli ist der International Signing Day der MLB. Das bedeutet, dass ab diesem Tag Spieler von außerhalb USA, Kanada und Puerto Rico von MLB-Teams verpflichtet werden dürfen, sofern sie mindestens 17 Jahre alt sind oder es in Kürze werden. Wie üblich wurde auch dieses Jahr gleich zu Beginn der noch bis 15. Juni 2017 andauernden Periode ein Großteil der interessantesten Talente unter Vertrag genommen. Die Spieler, um die es geht, haben in aller Regel noch einen weiten Weg durch die diversen Minor Leagues vor sich, bis sie es vielleicht irgendwann in die MLB schaffen. Deshalb spare ich mir die Mühe, hier auf eine große Anzahl von Spielern einzugehen, von denen wir vielleicht in fünf Jahren und vielleicht auch nie wieder etwas hören werden.

    Erwähnen sollte man auf jeden Fall das Top-Prospect der auf mlb.com gepflegten Liste der besten in dieser Signing-Periode verfügbaren Talente: Der 16-Jährige Shortstop Kevin Maitan hat überschwängliche Scouting Reports erhalten, die ihn mit Größen wie Miguel Cabrera und Chipper Jones vergleichen und ihn zum höchstbewerteten Prospect seit Miguel Sano (2009 von den Twins verpflichtet) küren. Er ist ein Switch-Hitter mit Power, der an der Plate bereits sehr reif für sein Alter wirkt. Auch seine Defense wird gelobt, allerdings sieht die Mehrzahl der Scouts ihn langfristig eher auf 3B als auf SS. Maitan wurde von den Atlanta Braves mit einem Vertrag über 4,25 Millionen Dollar ausgestattet.

    In der Liste nur auf Platz sechs, aber finanziell bislang der größte Abräumer ist der 22-jährige SS Alfredo Rodriguez, der von den Cincinnati Reds einen 7-Millionen-Dollar-Vertrag erhalten hat. Dieser Deal stand schon seit einigen Monaten fest, wurde aber in die neue Signing-Periode verschoben. Dafür, dass Rodriguez zwar defensiv als Spitzentalent eingestuft wird, sich offensiv aber noch sehr viel weiterentwickeln muss, erscheint der gezahlte Preis für ihn sehr hoch, vor allem wegen der fälligen Strafe gegen die Reds (dazu später mehr). In seiner letzten Saison in Kuba schlug Rodriguez gerade mal .265/.301/.284 mit nur vier Extra-Basehits und keinem Homerun in 304 Plate Appearances.

    Die Braves haben sich nicht nur die Nummer eins der Liste gesichert sondern waren auch darüber hinaus eines der aktivsten Teams zu Beginn der Signing-Periode: Laut mlb.com haben sie bereits 13 internationale Talente unter Vertrag genommen, darunter fünf aus der erwähnten Top-30-Liste. Ebenfalls sehr rührig waren die San Diego Padres, die sechs Top-30-Talente an sich banden. Andere Teams mit mehreren hochkarätigen Vertragsabschlüssen sind die Astros, die Athletics, die Cardinals, die Nationals und die Phillies.

    Welche Teams mehr oder weniger aktiv auf dem internationalen Markt sind, hängt übrigens nicht nur von den Vorlieben des Front Offices ab. Zum einen bestimmt das Abschneiden der Teams im Vorjahr darüber, wie hoch das erlaubte Budget für internationale Verträge sein darf. Weil die Phillies 2015 den schlechtesten Record hatten, dürfen sie 2016 etwas mehr ausgeben als die anderen Teams, die Cardinals mit dem besten Record 2015 haben dementsprechend das geringste Budget. Zum anderen können die Teams, um die Sache noch etwas komplizierter zu machen, mit den zugewiesenen Budgets untereinander Handel treiben und sie zudem in gewissem Rahmen überziehen. Allerdings zieht das Überziehen Strafen nach sich: erstens eine finanzielle Strafe in Höhe von 100% des überzogenen Budgets und zweitens Auflagen für die folgenden Signing-Perioden. Wer sein Budget um 5-10 Prozent überzieht, darf ein Jahr lang keine internationalen Spieler für mehr als 500.000 Dollar verpflichten, bei 10-15 Prozent vermindert sich dies auf 300.000 Dollar pro Spieler und bei über 15 Prozent gilt die gleiche Auflage für zwei Jahre. Erst im Lichte dieser Regeln wird deutlich, wie teuer beispielsweise die Reds für Eduardo Rodriguez bezahlt haben, denn er kostet sie nicht nur die 7 Millionen Dollar für den Vertrag sondern auch die Strafzahlung und vor allem die Handlungsfähigkeit auf dem Markt internationaler Talente für voraussichtlich die nächsten zwei Jahre (durch Trades lässt sich die Strafe eventuell noch drücken).

    Hier ein Artikel, in dem die Regeln noch mal übersichtlich erläutert und die Bonuspools der einzelnen Teams für die aktuelle Signing-Periode dargestellt sind. 2016 gilt für die Cubs, die Dodgers, die Giants, die Royals, die Angels, die Diamondbacks, die Rays, die Yankees und die Blue Jays, dass sie keine Spieler aus dem internationalen Talentepool für mehr als 300.000 Dollar verpflichten dürfen. Noch härter trifft es die Red Sox: Weil Boston letztes Jahr versucht hat, die Regeln zu umgehen, wurde ihnen für dieses Jahr die Verpflichtung internationaler Prospects komplett verboten und fünf Verträge aus dem letzten Jahr wurden aufgelöst (wobei die betreffenden Spieler die erhaltenen Bonuszahlungen behalten dürfen, damit sie nicht die Leidtragenden der Schummelei des Vereins sind).

    Die internationale Signing-Periode hat erst begonnen und einige interessante Deals werden in den nächsten Tagen noch folgen. Es lohnt sich daher, den Tracker von Baseball America zu verfolgen. Zu beachten ist dabei, dass Baseball America eine eigene Prospect-Liste führt, die sich von der auf mlb.com unterscheidet.

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    Juni 11th, 2016 by Dominik

    Das Competition Committee der MLB sowie die Ligaleitung haben sich vor ein paar Tagen auf zwei Regeländerungen geeinigt, die 2017 in Kraft treten sollen.

    Die erste Änderung ist, dass die vier Balls für einen Intentional Walk zukünftig nicht mehr gepitcht werden müssen. Es reicht stattdessen aus, wenn der Pitcher dem Home Plate Umpire anzeigt, dass er den Batter walken möchte und damit ist die Sache erledigt. Mir erscheint das vernünftig, denn die bisherige Form des Intentional Walks ist in aller Regel eine langweilige Formalie, auf die man gut und gerne verzichten kann – auch wenn wir nun auf seltene Perlen wie diese oder diese in Zukunft gänzlich verzichten müssen.

    Etwas einschneidender und sicher auch umstrittener ist die andere Regeländerung: Die Strikezone wird ab nächster Saison etwas kleiner sein als bisher. Genauer gesagt geht es um deren untere Grenze: Bislang beginnt die Strikezone laut Regeln mit der Vertiefung unterhalb der Kniescheibe des Batters, in der neuen Fassung verschiebt sich diese Linie auf das obere Ende des Knies. Durch diese Anpassung sollen die Pitcher gezwungen werden, höher zu zielen, damit es weniger Strikeouts gibt und mehr Bälle ins Spiel kommen. Damit möchte man der Entwicklung entgegen wirken, dass die Zahl der Runs und Hits im Laufe der letzten Jahre deutlich abgenommen hat, was wohl zumindest zu einem Teil dadurch verursacht wurde, dass viele Umpires die untere Ausdehnung der Strikezone zunehmend pitcherfreundlich ausgelegt haben.

    Die Frage ist, ob dieser Effekt tatsächlich erreicht wird. Ich bin da eher skeptisch und vermute, dass die meisten Pitcher ihren Stil nicht von heute auf morgen umstellen, vor allem weil niedrige Pitches auch weiterhin für den Batter schwer zu treffen und für den Umpire schwer zu beurteilen sind. Es wird dann zwar weniger Strikeouts geben, dafür aber nicht unbedingt mehr Bälle im Spiel sondern vor allem mehr Walks. Das wäre dann zwar ebenfalls eine Stärkung der Offensive, aber nicht die von der Liga gewünschte Zunahme an Spielaction. Trotz meiner Skepsis halte ich die Änderung für einen sinnvollen Schritt. Mein Interesse besteht ohnehin nicht in mehr Action sondern in einem ausgeglichenen Duell zwischen Pitcher und Batter und in der Hinsicht geht die Verkleinerung der Strikezone in die richtige Richtung.

    Beide Änderungen sind übrigens noch nicht endgültig beschlossen, ihr Inkrafttreten zur nächsten Saison darf aber nach den Signalen der letzten Tage als sehr wahrscheinlich angesehen werden.

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