Mai 25th, 2017 by Dominik

Was für ein Tag ist heute eigentlich? Religiöse Menschen feiern Christi Himmelfahrt, gleichzeitig gilt der Tag aber auch in weiten Teilen des deutschsprachigen Raums als Vatertag oder – hauptsächlich in den östlichen Bundesländern – als Herrentag. Nennt ihn wie ihr wollt, auf jeden Fall ist es ein Donnerstag und da gibt es hier wie üblich den Grand Slam, den wöchentlichen Überblick zur MLB. Wenn ihr mit Lesen fertig seid, dann schnappt euch eure Freundinnen und Freunde, Kinder und sonstigen Familienmitglieder und macht einen Ausflug in den lokalen Ballpark, denn fast überall wird heute Baseball gespielt und schöner kann man einen Feiertag doch kaum verbringen, ganz egal wie er bei euch heißt.

American League
Die American League East bleibt neben der NL West die Highlight-Division der MLB. Dem tut auch keinen Abbruch, dass die New York Yankees (27-17) und die Baltimore Orioles (25-20) diese Woche mehr Spiele verloren als gewonnen haben. Im Gegenteil, das erlaubte den Boston Red Sox (24-21) den Anschluss an die Spitze herzustellen und aus dem bisherigen Zwei- einen Dreikampf zu machen.

Quasi täglich rechne ich damit, dass die Minnesota Twins (25-18) der unvermeidlich erscheinende Einbruch ereilt, doch bislang bleibt er aus: Nach derzeit vier Siegen in Folge, darunter ein Sweep gegen die Orioles, haben sie die Führung in der AL Central sogar etwas stabilisiert, auch wenn ihnen die Cleveland Indians (24-21) nach wie vor dicht auf den Fersen sind. War letzte Woche noch die gesamte Division sehr eng beisammen, so hat sich das inzwischen etwas entzerrt, da die Detroit Tigers (22-23), die Chicago White Sox (20-25) und die Kansas City Royals (19-27) in den letzten Tagen allesamt schwächelten und momentan den Anschluss an die Twins und die Indians nicht halten können.

Die Houston Astros (31-16) haben als erstes MLB-Team in diesem Jahr 30 Siege erreicht und führen nach wie vor souverän die AL West an. Dennoch brachte diese Woche mehrere Rückschläge für die Astros, denn zum einen wurden sie in der Serie gegen die Indians zum ersten Mal in diesem Jahr gesweept und zum anderen mussten sie ihr Pitching-Ass Dallas Keuchel auf die Verletztenliste setzen. Es sieht momentan aber ganz danach aus, dass Keuchel schon am kommenden Wochenende wieder dabei sein kann und auf die verlorene Serie antworteten die Astros direkt mit einem Sweep gegen die Tigers. Ernsthafte Verfolger hat Houston bislang noch nicht, aber mit den wiedererstarkten Texas Rangers (24-23) und den überraschend soliden Los Angeles Angels (25-24) weisen immerhin zwei weitere Teams der Division eine positive Bilanz auf. Die Oakland Athletics (21-25) und nach der jüngsten Serie von fünf Niederlagen auch die Seattle Mariners (20-27) sind schon recht abgeschlagen.

National League
Es tut mir in der Seele weh, aber zurzeit habe ich den Eindruck, dass ich – obwohl erst gut ein Viertel der Saison vorbei ist – für den Rest des Jahres immer nur das Gleiche über die National League East zu sagen habe: Die Washington Nationals (28-17) spulen routiniert ihr Programm ab und langweilen sich dabei ein bisschen, denn die anderen Teams der Division sind derzeit schlichtweg nicht konkurrenzfähig – entweder weil sie wie die Atlanta Braves (20-24) und die Philadelphia Phillies (15-29) in der Entwicklung ihres Rosters generell noch nicht so weit sind oder weil sie wie die New York Mets (19-25) extrem von Verletzungen gebeutelt werden oder weil sie die Miami Marlins (16-29) sind, bei denen beide Faktoren zutreffen und sich mit massiver Plan- und Richtungslosigkeit der Franchise paaren.

Was die Minnesota Twins in der American League sind, sind die Milwaukee Brewers (25-21) in der National League: ein Team, das eigentlich mitten im Rebuild steckt, sich aber erstaunlich stark und erstaunlich konstant an der Spitze hält, in diesem Fall an der der NL Central. Je drei Siegen gegen die Mets und die Padres sowie einem Split mit den Cubs folgte nun zwar ein gegen die Blue Jays erlittener Sweep, der die Führung der Bewers vor den St. Louis Cardinals (23-20) und den Chicago Cubs (24-21) aber noch nicht gefährdete. Deutlich abgerutscht ist hingegen das zweite überraschend stark gestartete Team, die Cincinnati Reds (22-24), die sich nach neun Niederlagen aus den letzten zwölf Spielen nur noch knapp vor dem derzeitigen Schlusslicht Pittsburgh Pirates (21-26) halten.

Für die NL West erwartet zwar fast jeder, mich selbst eingeschlossen, dass über kurz oder lang die Los Angeles Dodgers (27-20) sich als die konstanteste Größe im derzeitigen Führungstrio erweisen, aber noch gibt es dafür keine sichtbaren Anzeichen, denn sowohl die Colorado Rockies (31-17) als auch die Arizona Diamondbacks (29-19) befinden sich schon wieder auf Siegesserien. Die San Francisco Giants (20-28) scheinen mit acht Siegen aus den letzten zwölf Spielen, darunter eine Serie von fünf gewonnenen Partien hintereinander, so langsam in Tritt zu kommen. Von einer Aufholjagd zu sprechen, wäre derzeit noch übertrieben; aber zumindest setzen sich die Giants inzwischen deutlich von den San Diego Padres (17-31) ab, dem momentan schlechtesten Team außerhalb der NL East.

Szene der Woche
Zugegeben, mit Baseball hat meine Szene der Woche nicht viel zu tun, aber mit irgendwas muss man sich ja während einer zweistündigen Regenpause beschäftigen. Die Bullpens der Chicago Cubs und der Milwaukee Brewers nutzten die Unterbrechung des Spiels am Freitag, um sich und die ausharrenden Zuschauer mit einem lustigen Tanzwettbewerb bei Laune zu halten. Joachim Llambi wäre ob der dargebotenen Künste wohl nicht gerade vor Begeisterung vom Stuhl gefallen, aber ich habe mich köstlich amüsiert.

Statistik der Woche 
8. In so vielen Spielen hintereinander hat Red-Sox-Pitcher Chris Sale jeweils eine zweistellige Anzahl von Strikeouts erzielt. Damit hat er seinen eigenen, mit Pedro Martinez geteilten Rekord von 2015 eingestellt. Übertreffen konnte er ihn aber nicht, denn letzte Nacht endete die Serie, als Sale beim 9:4-Sieg gegen die Texas Rangers nur sechs Strikeouts gelangen.

Spiel der Woche
Die San Francisco Giants haben dieses Jahr bislang nicht allzu viele Highlights produziert, aber der Sieg bei den St. Louis Cardinals vom Samstag war auf jeden Fall eines: Volle zwölf Innings lang gelang es San Francisco nicht, auch nur einen einzigen Runner in Scoring Position, also auf die zweite Base oder weiter zu bringen – das hatte seit 1990 kein anderes Team „geschafft“. Im dreizehnten Inning fanden die Giants dann doch noch ihre Bats. Mit drei Singles hintereinander wurden die Bases geladen und der 21-jährige Rookie Christian Arroyo brachte am Ende eines 12-Pitch-At-Bats einen Double an und damit die ersten zwei Runs des 3:1-Erfolges nach Hause. Erwähnen sollte man noch die starken Auftritte der beiden Starter Jeff Samardzija (Giants) und Carlos Martinez (Cardinals): Es war das erste Spiel in diesem Jahr, in dem beide Starter mindestens acht Innings durchhielten und keine Runs erlaubten.

Spiel der kommenden Woche
Letzte Woche habe ich an dieser Stelle ordentlich daneben gegriffen, denn ausgerechnet das von mir als Einschalttipp gewählte Spiel der Cubs gegen die Brewers wurde wegen schlechten Wetters abgesagt. In der Hoffnung, dass sich meine Empfehlung nicht wieder als schlechtes Omen erweist, lege ich euch für diese Woche das Gipfeltreffen der AL East zwischen den New York Yankees und den Baltimore Orioles ans Herz. Das europafreundlichste Spiel der Serie ist gleich das erste am Montag um 19:05 Uhr unserer Zeit. Die Starting Pitcher werden voraussichtlich Luis Severino (3.11 ERA) für die Yankees und Dylan Bundy (2.92 ERA) für die O’s sein.

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Dezember 8th, 2016 by Dominik

Der Knoten ist geplatzt. Wodurch genau, darüber kann man nur spekulieren. War es der Abschluss des neuen Collective Bargaining Agreements, der die Abwartehaltung einiger Teams aufgebrochen hat? War es das erste große Free-Agent-Signing von Yoenis Cespedes, das den Domino-Effekt auslöste? Oder liegt es einfach daran, dass momentan die Winter Meetings stattfinden, die jährliche Konferenz von Vertretern der MLB und aller Teamführungen, bei der traditionell viele Trades und Transaktionen besprochen werden? Fakt ist jedenfalls, dass in dieser Woche haufenweise Meldungen über neue Verträge und Geschäft eingingen und somit richtig Bewegung in die Offseason gekommen ist. Gut, dass heute Grand-Slam-Tag ist und damit Gelegenheit, die wichtigsten Entwicklungen der letzten Tage zusammenzufassen:

Die White Sox traden Sales und Eaton für massenweise Talente
Gestern Morgen wurde der erste echte Blockbuster-Trade bekannt: Die Boston Red Sox erhalten in Chris Sale das lange gesuchte Pitching-Ass – mit 27 im besten Alter und mit einem relativ teamfreundlichen Vertrag über noch drei Jahre und 38 Millionen Dollar. Mit Sale, David Price und Rick Porcello haben die Red Sox nun ein mehr als respektables Triumvirat in der Rotation und dürfen sich, da trotz des Abschieds von David Ortiz auch offensive Feuerkraft noch reichlich vorhanden ist, zu den frühen Favoriten der kommenden Saison zählen.

Der für Sale an die White Sox zu zahlende Preis ist hoch, auch wenn er „nur“ aus Prospects besteht: Das Kernstück dieser Seite des Trades ist Infielder Yoan Moncada, nach verbreiteter Einschätzung das Top-Prospect der Liga. Dazu kommen mit Michael Kopech ein 20-jähriger Flamethrower, der schon mit 18 bis zu 105 mph schnelle Fastballs geworfen hat, und als Beigabe noch OF Luis Alexander Basabe und RHP Victor Diaz. Wenn Moncada und Kopech die erhoffte Entwicklung nehmen, war es ein hervorragender, zukunftsweisender Trade für die White Sox, die für mich auf den ersten Blick als Gewinner des Deals dastehen. Natürlich muss man auch sehen, dass das scheinbare Ungleichgewicht aufgewogen wird durch das Risiko, dass unfertige Spieler manchmal nicht das werden, was man erwartet. Moncada hatte dieses Jahr 24,2% Strikeouts in den Minor Leagues und weitere 12 in 20 Plate Appearances für die Red Sox. Kopech hat eine Doping-Vorgeschichte und Anfang des Jahres brach er sich die Hand bei einer Prügelei mit einem Teamkameraden. Das alles muss nicht heißen, dass Moncada und Kopech keine glänzende MLB-Zukunft vor sich haben, aber die Möglichkeit, dass es anders kommt, muss man bei diesem Trade mitdenken. Deshalb finde ich ihn auf den zweiten Blick doch ziemlich ausgeglichen.

Wie ernst die White Sox es damit meinen, ihren Talentpool aufzurüsten, zeigt sich daran, dass sie ein paar Stunden später den nächsten Blockbuster vermelden konnten: Outfielder Adam Eaton verstärkt ab sofort die Washington Nationals und wieder besteht der Preis in einem attraktiven Paket von Prospects. Allen voran wechselt Pitcher Lucas Giolito nach Chicago – damit haben die White Sox innerhalb eines Tages sowohl das beste Batting-Prospect (Moncada) als auch das beste Pitching-Prospect der Liga an Land gezogen. Giolito dürfte in seiner Entwicklung weit genug sein, um bereits 2017 zu starten, möglicherweise auch schon gemeinsam mit Reynaldo Lopez, dem zweiten Teil des Trades. Dazu kommt mit Dane Dunning noch ein dritter junger Pitcher, der allerdings etwas mehr Zeit brauchen wird, bevor die MLB für ihn infrage kommt. Meine Bewertung dieses Trades gleicht der des ersten: Wenn die Prospects das halten, was sie versprechen, sitzen die White Sox am besseren Ende des Geschäfts.

Man darf gespannt sein, ob die White Sox nun auch noch SP Jose Quintana versilbern und was sie für ihn herauszuholen im Stande sind.

Die Cubs haben ihren Closer
Auch beim dritten „großen“ Trade der Woche führt eine Spur nach Chicago, in dem Fall allerdings in den Norden der Stadt zu den Cubs. Die haben gerade eine Meisterschaftssaison hinter sich mit einem Team, das auf Jahre hinaus vielversprechende Aussichten bietet. Eine Lücke gab es aber, da der Vertrag des erst im Juli ertradeten Closers Aroldis Chapman ausgelaufen war. Diese Lücke wurde nun hochkarätig besetzt mit Wade Davis von den Kansas City Royals. Davis bringt einen hervorragenden ERA von 1.18 in 185 Auftritten innerhalb der letzten drei Jahre mit und ließ in dieser Zeit lediglich drei Homeruns zu. Einziger Wermutstropfen aus Sicht der Cubs ist, dass der 31-Jährige mit nur einem Jahr Vertrag zu ihnen wechselt, es für sie also nach wie vor keine Langzeitlösung für die Position gibt. Aber für 2017 macht er den amtierenden World Champion sicher nicht schlechter. Für Davis geht in einem 1:1-Tausch Outfielder Jorge Soler nach Kansas City. Von ihm haben die Royals voraussichtlich auf lange Sicht etwas, denn Soler ist talentiert, nur 24 Jahre alt und hat noch vier Jahre eines sehr bezahlbaren Vertrags vor sich. Klingt für mich nach einem klassischen Win-Win-Geschäft für die beiden beteiligten Teams.

Rekordverträge für Reliever
Nicht nur an dem Trade für Wade Davis sieht man, dass Relief Pitcher dieses Jahr sehr gefragt sind, sondern auch an einigen frisch abgeschlossenen Verträgen mit Free Agents. Am Montag wurde sich Mark Melancon mit den San Francisco Giants einig. 62 Millionen Dollar für vier Jahre waren eine neue Rekordsumme; bisher war Jonathan Papelbon mit einem 50-Millionen-Vertrag der teuerste Reliever aller Zeiten gewesen. Melancons Rekord hielt allerdings nur zwei Tage, dann einigten sich die New York Yankees mit Aroldis Chapman auf dessen Rückkehr, die sie ihm mit stolzen 86 Millionen Dollar für fünf Jahre versüßen. Bei der Gelegenheit muss man sich mal in Erinnerung rufen, was die Yankees beim Trade im Juli alles bekommen haben für Chapman, der nun wieder da ist und (außer der Masse Geld für den neuen Vertrag, der so oder so angestanden hätte) nichts gekostet hat.

Weitere Free-Agent-Signings
Angesichts der Masse an hochkarätigen Trades und Verpflichtungen der vergangenen Tage liste ich die folgenden nur in aller Kürze auf. In ruhigeren Wochen wäre jeder einzelne von ihnen eine ausführliche Meldung wert gewesen:

Starting Pitcher Rich Hill bleibt bei den Los Angeles Dodgers. Für einen 37-Jährigen Spätentwickler ist ein Dreijahresvertrag über 48 Millionen Dollar ein stolzer Preis, aber Hill war der beste Free-Agent-Starter dieser Offseason und das spiegelt der Vertrag wider.

Outfielder Carlos Gomez bleibt bei den Texas Rangers. Sein neuer Vertrag bringt ihm 11,5 Millionen Dollar für ein Jahr, danach kann der 31-Jährige erneut den Free-Agent-Markt testen.

OF/DH Carlos Beltran kehrt mit einem Einjahresvertrag zurück zu den Houston Astros. Da er im April 40 Jahre alt wird, wird zweifellos die Frage aufkommen, ob er nach der Saison aufhört, aber noch hat er sich nicht in diese Richtung geäußert. Warum auch, solange seine Dienste einem MLB-Team noch 16 Millionen Dollar Jahresgehalt wert sind?

Catcher Wilson Ramos geht für zwei Jahre und leistungsabhängig 12,5 bis 18,25 Millionen Dollar zu den Tampa Bay Rays. Diese Verpflichtung leuchtet mir nicht ganz ein, vor allem angesichts der Vertragsdauer. In meinen Augen sind die Rays mindestens zwei Jahre davon entfernt, in der AL East konkurrenzfähig zu werden. Warum gibt man für diesen Zeitraum Geld für einen Top-Catcher aus, dessen Vertrag genau dann ausläuft, wenn man ihn vielleicht wirklich brauchen könnte? Ganz davon abgesehen, dass Ramos frisch operiert ist und voraussichtlich erst in der zweiten Saisonhälfte 2017 wieder spielen kann.

Allrounder Steve Pearce geht für zwei Jahre und 12,5 Millionen Dollar zu den Toronto Blue Jays. Das verstärkt den Eindruck, dass die Blue Jays sich zunehmend damit abfinden, die eigenen Free Agents Edwin Encarnacion und Jose Bautista nicht an sich binden zu können.

Ian Desmond, bei den Rangers erst kürzlich von Shortstop auf Center Fielder umgeschult, hat bei den Colorado Rockies einen Fünfjahresvertrag über 70 Millionen Dollar unterschrieben und soll dort wohl hauptsächlich als Firstbaseman eingesetzt werden.

RP Fernando Rodney hat in den Arizona Diamondbacks sein achtes MLB-Team gefunden. Der zum Saisonstart 40-Jährige kommt für ein Jahr und 2,75 Millionen Dollar plus leistungsbezogene Bestandteile. Rodney wird wohl als Closer antreten und könnte eine gute Gelegenheit für die Diamondbacks sein, zur Trade-Deadline etwas Gewinn abzuschöpfen, wenn sie wie erwartet aus dem Rennen sind und ein anderes Team für die Schlussphase der Saison einen erfahrenen Reliever braucht.

OF/DH Matt Holliday wird für ein Jahr und 13 Millionen Dollar bei den Yankees spielen. Holliday wird nächsten Monat 37 Jahre und soll ein Team mit vielen jungen Spielern mit seiner Erfahrung bereichern.

Die Miami Marlins haben SP Jeff Locke und Catcher A. J. Ellis mit Ein-Jahres-Verträgen ausgestattet. Die Marlins sind recht aktiv in dieser Offseason, allerdings auf einem Niveau, das 2017 eher als Übergangsjahr ohne große Pläne aussehen lässt – zumindest solange sich nicht das Gerücht bewahrheitet, dass sie ein hochdotiertes Angebot an RP Kenley Jansen gemacht haben.

Under Armour wird neuer Trikotausrüster 
Bis 2020 ist es noch eine Weile hin, aber die MLB hat sich diese Woche mit dem Sportartikelhersteller Under Armour geeinigt, dass dieser ab dann für zehn Jahre die Trikots aller 30 Mannschaften produzieren wird. Under Armour löst damit den bisherigen Ausrüster Majestic ab.

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November 17th, 2016 by Dominik

Es ist Donnerstag und damit Zeit für das wöchentliche Update zum Geschehen in der MLB und um sie herum. Die interessantesten News der Woche waren für mich die vergebenen Awards für die vergangene Saison. Die beiden wichtigsten Awards, die MVP-Auszeichnungen der American League und der National League, werden allerdings erst heute Nacht bekannt gegeben. Außerdem gab es ein paar Trades und Free-Agency-Entscheidungen. Als besonders aktiv haben sich in dieser frühen Phase der Offseason die Atlanta Braves und die Toronto Blue Jays hervorgetan.

Scherzer und Porcello erhalten Cy-Young-Award
Die besten Pitcher der Saison 2016 waren Max Scherzer in der National League und Rick Porcello in der American League. So sehen es jedenfalls die Stimmberechtigten des Baseball-Journalistenverbandes BBWA. Diese Auszeichnungen überraschen mich etwas, vor allem im Fall von Scherzer. Er wurde auf 25 von 30 Stimmzetteln auf den ersten Platz gewählt und auf 3 weiteren auf den zweiten Platz. Damit ließ er seine Mitfinalisten Jon Lester und Kyle Hendricks deutlich hinter sich, obwohl diese deutlich bessere ERA-Werte (2.44 und 2.13 gegenüber Scherzers 2.96) aufwiesen. Schaut man auf andere aussagekräftige Daten wie FIP oder WAR, so besagen diese Zahlen, dass Noah Syndergaard und der verstorbene Jose Fernandez mehr für ihr Team getan haben als Scherzer, aber diese beiden waren noch nicht mal unter den Finalisten der Wahl. Klar, Zahlen sind nicht alles, Scherzer ist unbestreitbar ein großartiger Pitcher und er hatte eine gute Saison. Aber als so überragend gegenüber den genannten Konkurrenten, wie es das Wahlergebnis aussehen lässt, kann ich ihn beim besten Willen nicht sehen.

Auch mit Porcello bin ich nicht ganz einverstanden, aber wenigstens war es in dem Fall ein knappes Wahlergebnis zwischen ihm und Justin Verlander, der die Auszeichnung meiner Ansicht nach ein bisschen mehr verdient hätte. Ganz vorne hätte ich persönlich Corey Kluber gesehen, aber natürlich ist mein Urteilsvermögen in dem Fall etwas durch die starke Postseason von Kluber beeinflusst, welche für die Cy-Young-Entscheidung nicht berücksichtigt wurde.

Francona und Roberts sind Managers of the Year
Man sollte meinen, dass die Favoritenrolle für den Titel des Managers des Jahres derjenige Manager hat, der sein Team zum World-Series-Sieg geführt hat. Tatsächlich spielt das aber überhaupt keine Rolle, denn die Stimmabgabe innerhalb der BBWA erfolgt vor dem ersten Spiel der Postseason. Insofern fühlt es sich zwar ein bisschen komisch an, dass die Auszeichnung an die beiden Manager geht, deren Teams letztlich in den entscheidenden Momenten den Kürzeren gegenüber dem leer ausgehenden Joe Maddon und seinen Chicago Cubs zogen, aber eine gute Wahl ist es in meinen Augen trotzdem. Terry Francona und Dave Roberts haben miteinander gemeinsam, dass ihre Teams, die Cleveland Indians und die Los Angeles Dodgers, nicht als klare Favoriten in ihre Divisionen gingen, das ganze Jahr über mit überdurchschnittlich hohem Verletzungspech leben mussten und dennoch eine großartige Saison hinlegten. Das darf man ruhig mal anerkennen.

Seager und Fulmer sind Rookies of the Year
Die Wahl zum Rookie des Jahres in der NL war ein No-Brainer: Dodgers-Shortstop Corey Seager ging als klarer Favorit ins Rennen und wurde letztlich einstimmig gewählt. Seager produzierte den besten Average (.308) und die meisten Runs (105) seines Teams, die beste OPS (.877) aller MLB-Shortstops und überzeugte gleichermaßen in der Defensive auf der wohl schwierigsten aller Feldpositionen.

Ebenfalls recht eindeutig fiel die Wahl in der AL aus, die Tigers-Pitcher Michael Fulmer mit 26 von 30 Stimmen gewann. Fulmer, der 2015 im Tausch gegen Yoenis Cespedes von den New York Mets nach Detroit gekommen war, brachte es in seiner ersten vollen Saison auf einen ERA von 3.06 und scheint für die nächsten Jahre als das Ass seines Teams gesetzt. Beeindrucken konnte er vor allem mit seinem Changeup, den er über 400-mal warf und den Gegnern dabei einen Average von nur .167 und keinen einzigen Homerun erlaubte.

Nicht unerwähnt lassen sollte man Gary Sanchez. Der junge Catcher der Yankees hatte einen furiosen Einstand mit einem Average von .299, 20 Homeruns und einer OPS von 1.032 in nur 53 Spielen. Allerdings wurden ihm diese nur 53 Spiele wohl bei der Wahl zum Verhängnis, weil das als in der Fachwelt als zu kleine Stichprobengröße gilt, um eine Schlagleistung stabil beurteilen zu können. Das klingt ein bisschen komisch angesichts der Tatsache, dass Michael Fulmer nur 26 Spiele benötigte, um Rookie of the Year zu werden, aber es ist natürlich auch klar, dass an einen Starting Pitcher, der standardmäßig nur alle fünf Spiele antritt, ein anderes Maß angelegt wird als an einen Batter.

Braves setzen auf erfahrene Pitcher
Die Atlanta Braves beziehen mit Beginn der Saison 2017 ein neues Stadion, den SunTrust Park, und sie scheinen wild entschlossen, zu diesem Anlass ein konkurrenzfähiges Team auf die Beine zu stellen. Dieser Wunsch ist nicht so weit hergeholt, wie es der letzte Platz in der NL East vermuten lässt: Die Offensive machte schon in den letzten Wochen der abgelaufenen Saison den Eindruck, die entscheidende Kurve genommen zu haben; für das Pitching sind mit Julio Teheran und Mike Foltynewicz ein Ass und ein ordentlicher Starter vorhanden, dazu stehen im Farmsystem einige Talente in den Startlöchern. Was bislang fehlte, waren ein paar einigermaßen verlässliche Leute, die die ein bis zwei Jahre überbrücken, bis die Rotation aus dem eigenen Nachwuchs komplettiert werden kann. Insofern war es ein kluger Zug, mit Bartolo Colon und R. A. Dickey gleich zwei Mammuts zu verpflichten, die genau diesen Zweck erfüllen und zudem als Mentoren für das junge Team fungieren können. Gerüchten zufolge sind die Braves mit dem Aufrüsten ihrer Rotation noch nicht fertig, sie gelten als ernsthafte Mitbieter für Chris Sale und Chris Archer.

Blue Jays stellen Weichen
Neben den Braves sind vor allem die Toronto Blue Jays mit einem aggressiven Start in die Free Agency aufgefallen: Am Freitag sicherten sie sich für sieben Jahre die Dienste des 23-jährigen vielseitig einsetzbaren Kubaners Lourdes Gourriel sowie für drei Jahre die von 1B/DH Kendrys Morales. Darüber hinaus gelten sie als starke Interessenten an einem Deal mit den New York Mets für Jay Bruce. Für die eigenen Free Agents Edwin Encarnacion und Jose Bautista bedeutet das wohl, dass man in Toronto tendenziell ohne sie plant.

Walker und Hellickson akzeptieren Qualifying Offers
Von den zehn Qualifying Offers über 17,2 Millionen Dollar für einen 1-Jahres-Vertrag wurden erwartungsgemäß die meisten – genauer gesagt acht – von den betreffenden Spielern abgelehnt. Angenommen wurden sie allerdings von 2B Neil Walker, der somit ein weiteres Jahr bei den New York Mets bleibt, sowie von RHP Jeremy Hellickson von den Philadelphia Phillies.

Neue Arbeitgeber für Danny Valencia und Howie Kendrick
Das Warten auf den ersten „großen“ Trade der Offseason dauert an, derweil sind zwei kleinere eine Erwähnung wert: Die Seattle Mariners haben sich mit den Oakland Athletics geeinigt, dass sie Allrounder Danny Valencia im Tausch für Prospect-Pitcher Paul Blackburn erhalten. Und OF Howie Kendrick geht von den Los Angeles Dodgers zu den Philadelphia Phillies, welche dafür die beiden Utility-Player Darin Ruf und Darnell Sweeney bekommen.

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