März 15th, 2018 by Dominik

Zwei Wochen bis zum Opening Day und das Fieber steigt. Die aktuellen Stände im Spring Training habe ich der Vollständigkeit halber hiermit verlinkt, ansonsten breite ich darüber lieber den Mantel des Schweigens – zum Glück sind diese Spiele völlig bedeutungslos. Interessanter dürfte sein, dass es diese Woche einige erwähnenswerte Free-Agent-Signings gab. Den meisten davon merkt man an, dass die betreffenden Spieler – obwohl wirklich tolle Leute darunter sind – nach dem letzten Strohhalm gegriffen haben, um endlich irgendwo unterzukommen. Von den „großen“ Namen sind nun nur noch wenige auf dem Markt übrig. Die prominentesten Arbeitslosen der MLB dürften momentan RP Greg Holland und SP Alex Cobb sein.

Moustakas hat sich verzockt
So hat sich das 3B Mike Moustakas sicher nicht vorgestellt mit seinem Free-Agent-Jahr: Zu Beginn der Offseason lehnte er das Qualifying Offer der Royals ab. Dieses hätte ihm gut 17 Millionen Dollar für ein weiteres Jahr in Kansas City eingebracht. Das reichte Moustakas und seinem Agenten Scott Boras nicht, sie wollten mehr Dollars und eine längere Vertragslaufzeit. Aber der Markt spielte nicht mit, Moustakas blieb lange ohne neuen Vertrag und nun blieb ihm offenbar nichts anderes übrig als zu deutlich schlechteren Konditionen bei den Royals zu bleiben. Der Vertrag läuft zunächst ein Jahr und bringt ihm 6,5 Millionen plus leistungsbezogene Boni. Es gibt eine beidseitige Option für ein zweites Jahr, in dem Moustakas 15 Millionen bekommen würde. Für die Royals ist das ein toller Verhandlungserfolg, zu Contendern werden sie aber auch durch Moustakas nicht werden.

Arrieta zu den Phillies 
Auch Jake Arrieta ist ein Stück weit zum Opfer der aus Spielersicht ungünstig verlaufenden Offseason geworden. Über das Jahresgehalt von 25 Millionen Dollar, das der Pitcher bei den Philadelphia Phillies bekommen wird, kann er sich sicher nicht beschweren, doch eigentlich hatte er nach einer längeren Bindung als drei Jahre gesucht. Es ist vermutlich die zentrale Erkenntnis dieser Offseason, dass die Zeiten weitgehend vorbei sind, in denen die Klubs 32-jährigen Spielern Sechsjahresverträge angeboten haben. Das ist sicher vernünftig und genauso vernünftig ist, dass Arrieta und die Phillies zusammen gefunden haben. In meiner Saisonvorschau letzte Woche hatte ich einen erfahrenen Starter als das fehlende Puzzleteil für dieses Team identifiziert und die Phillies haben prompt den besten geholt, der für Geld zu bekommen war.

Twins holen Lynn
Ganz ähnlich ist die Situation bei den Minnesota Twins. Auch sie stellen ein junges Team, dessen größtes Fragezeichen bis vor Kurzem die Starting Rotation war, und auch sie haben sich nun an dieser Stelle verstärkt: Lance Lynn unterschreibt für ein Jahr und 12 Millionen Dollar. Im Vergleich mit zum Beispiel Arrieta oder Yu Darvish ist das ein echtes Schnäppchen für den Verein. Lynn spielte von 2011 bis 2017 für die St. Louis Cardinals und hatte in keinem Jahr seiner MLB-Karriere einen ERA von über 4. 2016 musste er zwar wegen einer Tommy-John-Surgery aussetzen, doch seine Leistungen im Jahr 2017 (3.43 ERA in 186.1 IP) ließen keine Zweifel an seiner vollständigen Genesung aufkommen.

Walker von Queens in die Bronx
Neil Walker, ehemals Second Baseman der Mets, kehrt nach seinem kurzen Milwaukee-Ausflug zurück nach New York, allerdings in einen anderen Stadtteil. Er spielt nun zwar beim namhaftesten Baseballklub der Welt, allerdings musste auch er zu einem relativen Schnäppchenpreis unterschreiben. Er bekommt 4 Millionen Dollar für ein Jahr und wird bei den Yankees dazu dienen, den Übergang zu den Nachwuchs-Infieldern Gleyber Torres und Miguel Andujar zu erleichtern – indem er als Mentor fungiert und ihnen mit seinen Einsätzen Pausen oder wenn nötig auch noch etwas Zeit in den Minors ermöglicht. Eine solche Rolle ist fast zu schade für einen Spieler seines Kalibers, für den Fangraphs zu Beginn der Offseason einen Dreijahresvertrag über 39 Millionen Dollar prognostizierte. Möglicherweise haben die Yankees auch deshalb zugegriffen, weil sie damit rechnen, Walker während der Saison gewinnbringend weitertraden zu können.

CarGo bleibt bei den Rockies
Im Gegensatz zu den bisher erwähnten Spielern war es für Outfielder Carlos Gonzalez fast schon absehbar, dass er nicht mit einem großen Zahltag in der Free Agency rechnen durfte. Er hatte 2017 offensiv ein schwieriges Jahr (.262/.339/.423, 14 HR, -0.2 fWAR) und seine schwache Defense sowie Probleme mit linkshändigen Pitchern machen ihn nicht gerade attraktiver. Dass er nun für 5 Millionen Dollar ein weiteres Jahr bei den Colorado Rockies bleiben darf, ist von daher durchaus als Erfolg für ihn zu werten – obwohl er letztes Jahr an gleicher Stelle noch das Vierfache verdient hat.

Lucroy landet in Oakland 
Auch für die Oakland Athletics ist beim Winterschlussverkauf noch etwas abgefallen: Sie haben sich mit Catcher Jonathan Lucroy auf einen Einjahresvertrag von 6,5 Millionen Dollar geeinigt. Die Athletics sind weit entfernt von Konkurrenzfähigkeit, doch Lucroy ist definitv eine sinnvolle Ergänzung. Er wertet die bislang auf Replacement-Level besetzte Position sowohl direkt auf als auch indirekt, indem er die neuen Kollegen an seiner reichhaltigen Erfahrung teilhaben lassen wird.

Dopingsperre für Royals-Outfielder Bonifacio
Unterdessen hat Jorge Bonifacio Erfahrungen gemacht, auf die man gerne verzichtet: Er hat versucht, sich mit verbotenen Mitteln – konkret geht es um das Steroid Boldenon – einen Vorteil zu verschaffen, und er hat sich dabei erwischen lassen. Der Outfielder wird nun 80 Spiele lang, also rund die halbe Saison, zuschauen und in dieser Zeit auch auf sein Gehalt verzichten müssen. Für Ned Yost, den Manager der Royals, war es ein Schock („It really kind of made me sick to my stomach“), aber wenigstens sparte er sich dadurch eine unangenehme Personalentscheidung. Denn durch Bonifacios Sperre wurde automatisch der Rosterplatz frei, den die Royals für Moustakas brauchten.

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März 1st, 2018 by Dominik

Seit einer Woche läuft das Spring-Training und ganz ehrlich: Es langweilt mich jetzt schon. Als es losging, war ich noch heiß wie Frittenfett darauf, die Spieler wieder live in Aktion zu sehen, doch leider nutzt sich das schnell ab, wenn es um nichts geht und die echte Saison noch volle vier Wochen auf sich warten lässt. Natürlich ist das Jammern auf hohem Niveau, denn man kann ja froh sein, dass überhaupt so viel auf mlb.tv gezeigt wird – mit täglichen Liveübertragungen aus der Saisonvorbereitung kann wohl keine andere Sportart mithalten. Ich schalte auch brav jeden Tag ein und schaue mir zumindest zwei, drei Innings – also den Teil, in dem üblicherweise noch viele „echte“ MLB-Spieler auf dem Feld sind – an. Dennoch interessieren mich in dieser Phase noch mehr die News von abseits des Feldes, also Free-Agents-Signings und Ähnliches. Von allem, was in den letzten Tagen rund um die MLB los war, gibt es hier wie gewohnt eine kurze Zusammenfassung:

Erste Erkenntnisse aus dem Spring-Training
Könnte man aus den Ergebnissen der Spring-Training-Spiele irgend etwas ableiten, so wären die Aussichten für die Kansas City Royals rosig: Mit 4:0 Siegen (und einem Unentschieden) führen sie die Tabelle der Cactus League an. Auch die Boston Red Sox hatten einen starken Start, sie stehen in der Grapefruit League vorne mit 6:1 Siegen. Nichts zu holen war bislang für die Pittsburgh Pirates, sie bringen es nach fünf Spielen nur auf ein Unentschieden und vier Niederlagen.

Interessant zu sehen fand ich vor allem die beeindruckende Frühform von Mets-Pitcher Noah Syndergaard, der gegen die Astros zwei perfekte Innings absolvierte und es auf Pitch-Geschwindigkeiten von über 100 mph brachte. Besondere Aufmerksamkeit wurde zudem dem Debüt von Shohei Ohtani für die Los Angeles Angels zuteil. Sein erster Auftritt als Pitcher gegen die Milwaukee Brewers war eher durchwachsen: In 1 1/3 Innings gelangen ihm zwei Strikeouts, er erlaubte aber zwei Hits, einen Walk und zwei Runs, darunter einen Homerun. Besser lief es für Ohtani zwei Tage später, als er gegen die San Diego Padres erstmals als Batter zum Einsatz kam: Mit zwei Walks und einem RBI-Single nutzte er seine drei Plate Appearances nahezu bestmöglich.

Bedauerlicherweise sind auch schon die ersten Verletzungen zu beklagen. Am schlimmsten erwischt hat es Brent Honeywell, ein Top-Pitching-Prospect der Tampa Bay Rays. Für ihn wird dieses Jahr nichts aus dem ersehnten Durchbruch in der MLB, denn er hat sich ein Band im Ellbogen gerissen und muss sich nun der Tommy-John-Surgery unterziehen. Das bedeutet für ihn eine Pause bis Mitte 2019. Auch für Will Middlebrooks von den Philadelphia Phillies ist die Saison wahrscheinlich gelaufen. Er stieß beim Fielden eines Flugballs so unglücklich mit einem Teamkollegen zusammen, dass er sich ein Bein brach.

Neue First Basemen für Royals und Twins
Die beiden wichtigsten Neuverpflichtungen der Woche betreffen beide die erste Base: Lucas Duda wird dort seinen neuen Arbeitsplatz bei den Kansas City Royals einnehmen. Er erhält einen Einjahresvertrag über 3,5 Millionen Dollar und spielt nun ausgerechnet bei dem Team, gegen das ihm in der World Series 2015 ein folgenschwerer Error unterlaufen war, welcher die Niederlage seines damaligen Teams New York Mets eingeleitet hatte. Aber keine Sorge, liebe Royals-Fans: Duda ist ein guter Griff, meiner bescheidenen Ansicht nach sogar ein echtes Schnäppchen, da er seinem sehr viel teureren Vorgänger Eric Hosmer weder im Feld noch an der Platte in irgendetwas nachsteht.

Auch die Minnesota Twins haben einen neuen First Baseman gefunden: Logan Morrison, zuletzt Teamkollege von Duda bei den Tampa Bay Rays, unterschreibt für zunächst ein Jahr und 5,5 Millionen Dollar. Eine Option auf ein weiteres Jahr für 8 Millionen aktiviert sich automatisch, wenn Morrison in diesem Jahr 600 Plate Appearances erreicht. Diese Marke zu erreichen wird schwer, denn auf seiner Stammposition wird Morrison nur Ersatz hinter Joe Mauer sein. Man kann aber davon ausgehen, dass er regelmäßig als Designated Hitter auflaufen wird.

Nachsitzen für Martinez und die Red Sox
Schon letzte Woche hatte ich hier den Deal zwischen OF/DH J. D. Martinez und den Boston Red Sox verkündet. Dieser ist inzwischen bestätigt, doch die beiden Verhandlungspartner mussten noch mal nachsitzen. Der Grund waren Röntgenaufnahmen von einer Fußverletzung, derentwegen Martinez letztes Jahr sechs Wochen pausieren musste und die wohl dauerhafte Spuren hinterlassen hat. Die Red Sox wollten sich in den Nachverhandlungen dagegen absichern, einen Haufen Geld zu verlieren, falls sich langfristige Spätfolgen der Verletzung zeigen. Daher einigte man sich, dass Martinez‘ Gehalt sich 2021 und 2022 deutlich reduziert, falls es zu nennenswerten Ausfallzeiten im Zusammenhang mit dieser Sache kommt. Im Gegenzug hat Martinez nun nicht mehr nur nach dem dritten, sondern auch nach dem zweiten und dem vierten Jahr die Option, aus dem Vertrag auszusteigen.

Weitere Signings und Trades
Hier noch ein paar kleinere Rostermoves aus den letzten Tagen:

Die Detroit Tigers ergänzen ihr Pitching-Personal um Francisco Liriano. Für einen Einjahrsvertrag über 4 Millionen Dollar wird der 34-jährige Linkshänder entweder den Bullpen der Tigers verstärken und/oder bei Bedarf Einsätze als Starter bekommmen.

Outfielder Corey Dickerson, den die Tampa Bay Rays letzte Woche designated hatten, wurde zu den Pittsburgh Pirates getradet. Im Gegenzug wechseln Reliever Daniel Hudson, Infield-Prospect Tristan Gray und eine nicht näher bezifferte Geldsumme nach Tampa.

Einen Tag zuvor hatten die Pirates sich mit Outfielder Michael Saunders auf einen Minor-League-Vertrag mit Major-League-Option geeinigt. Nach dem Dickerson-Trade sah Saunders jedoch seine Chancen auf einen Platz im Team deutlich geschmälert und bat daher die Pirates, den Vertrag wieder aufzulösen. Dieser Wunsch wurde ihm gewährt und gab ihm die Freiheit, stattdessen – ebenfalls im Rahmen eines Minor-League-Vertrages – bei den Kansas City Royals anzuheuern.

Auch Reliever Seung-hwan Oh einigte sich diese Woche mit zwei verschiedenen Teams: Zuerst nahm er ein Angebot der Texas Rangers an, die ihm einen Einjahresvertrag über 2,75 Millionen Dollar offerierten. Bei der medizinischen Untersuchung fiel Oh jedoch aus unbekannten Gründen durch und die Rangers zogen ihr Angebot zurück. Oh unterschrieb daraufhin bei den Toronto Blue Jays für ein Jahr und 1,75 Millionen. Auch bei den Blue Jays gehört natürlich eine medizinische Beurteilung zum Prozess des Vertragsabschlusses, doch offenbar waren die Bedenken in Toronto geringer. Eine Sicherheit hat man trotzdem eingebaut: Ein zweites Vertragsjahr, für das Oh 2,5 Millionen Dollar erhalten würde, tritt nur in Kraft, wenn er es im ersten Jahr auf mindestens 70 Einsätze bringt.

Ein alter Bekannter ist zurück in Cleveland: Die Indians verpflichten Mike Napoli im Rahmen eines Minor-League-Vertrages. Ein Rosterspot für das MLB-Team ist für ihn nicht in Sicht, da die erste Base mit Edwin Encarnacion und Yonder Alonso gut besetzt ist. Aber den Minor-League-Kontrakt ist Napoli als Absicherung für Verletzungen sowie als Mentor für junge Spieler sicher wert.

Und noch ein alter Bekannter ist wieder da: Pitcher Tim Lincecum hatte seine besten Zeiten mit den San Francisco Giants, für die er 2008 und 2009 den Cy-Young Award holte und 2013 und 2014 No-Hitter warf. Diverse Verletzungen beeinträchtigten seine Karriere und ein Comeback-Versuch bei den Los Angeles Angels misslang 2016 gründlich mit nur neun Einsätzen und einem ERA von 9.16. Doch Lincecum hat nie aufgegeben und konnte bei einem Tryout vor mehreren Teams letzte Woche offenbar überzeugen. Die Texas Rangers verpflichten ihn für 1 Million Dollar zuzüglich Leistungsprämien für ein Jahr. Er wird voraussichtlich aus dem Bullpen eingesetzt werden und die Chance erhalten, sich um die Rolle des Closers zu bewerben.

Saisoneröffnung 2019 in Tokio 
Die letzte Nachricht für heute wird erst in einem Jahr relevant: Die MLB-Saison 2019 soll in der japanischen Hauptstadt Tokio eröffnet werden. Aller Voraussicht nach werden es wie schon 2012 wieder die Oakland Athletics und die Seattle Mariners sein, die eine Zwei-Spiele-Serie im Tokyo Dome spielen. Es wird das achte Mal sein, dass die MLB reguläre Saisonspiele außerhalb der USA und Kanadas stattfinden lässt. Bislang war die Liga zweimal in Mexiko (1996 und 1999) zu Gast, viermal in Japan (2000, 2004, 2008, 2012) und einmal in Australien (2014). Als nächstes Ziel ist vor allem die Dominikanische Republik im Gespräch, aber auch in Mexiko soll es in den nächsten Jahren wieder MLB-Spiele geben und vielleicht auch in London.

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Februar 22nd, 2018 by Dominik

Jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht: Zum ersten Mal in dieser zu Ende gehenden Offseason kann man sagen, dass es in den letzten Tagen mit Free-Agent-Verpflichtungen und Trades Schlag auf Schlag ging. Offensichtlich fühlen sich einige Teams nun doch unter Druck, vor dem Beginn der Spring-Training-Spiele noch den Kader zu komplettieren. Die Verträge, die zum Beispiel Eric Hosmer und J. D. Martinez unterschrieben haben, machen jedenfalls nicht den Eindruck, als wären es die Spieler gewesen, die am Ende des Verhandlungsmarathons klein beigegeben haben.

Auch die Ligaführung ist endlich zu Potte gekommen und hat bekannt gegeben, welche Regeländerungen zur neuen Saison in Kraft treten werden. Erwartungsgemäß dreht sich dabei alles um das Ziel, das Spiel zu beschleunigen. Wenigstens wurde auf die Einführung einer Pitch-Clock verzichtet.

Start der Spring-Training-Spiele
Gestern gab es schon die erste Baseball-Action mit einem Freundschaftsspiel der Arizona Diamondbacks gegen die Arizona State University. Erwartungsgemäß gewannen die Diamondbacks 6:2, Major Leaguer kamen allerdings kaum zum Einsatz. Heute gibt es ein paar weitere Spiele von MLB-Teams gegen Colleges in Florida, am morgigen Freitag geht es dann richtig los mit den ersten Spring-Training-Spielen der Cactus League (Arizona) und der Grapefruit League (Florida). Viele der Spiele werden auf mlb.tv übertragen. Es sind nur Vorbereitungsspiele und die Ergebnisse letztlich egal, aber ich mag das Spring Training und schalte gerne rein, weil es eine schöne Gelegenheit ist, die MLB-Spieler mal wieder in Aktion zu sehen und sich ein erstes Bild von dem einen oder anderen Prospect zu machen.

Die Liga drückt aufs Tempo
Kurz vor Saisonstart hat die MLB eine ganze Reihe von Regeländerungen festgelegt, die dem von Commissioner Rob Manfred ausgegebenen Ziel dienen sollen, die durchschnittliche Spieldauer zu verkürzen. Die von vielen Spielern gefürchtete Pitch-Clock wird vorerst nicht eingeführt, dafür stimmte die Spielergewerkschaft MLBPA zwei anderen Maßnahmen zu: Die erste und wichtigste Änderung besteht darin, dass Besuche auf dem Mound auf sechs pro Spiel begrenzt werden, egal ob von Trainern und Spielern. Geht ein Spiel in Extra-Innings, ist pro Inning ein weiterer Mound-Besuch erlaubt. Mound-Besuche, die der Auswechslung eines Pitchers dienen, werden dabei nicht mitgezählt. Der zweite Mound-Besuch eines Trainers innerhalb eines Innings bedeutet nach wie vor automatisch die Auswechslung des Pitchers. Das gleiche gilt nun auch für jeden anderen Mound-Besuch, der über die erlaubte Anzahl hinaus geht.

Ebenfalls begrenzt wird die Zeit der Pausen zwischen den (Halb-)Innings sowie bei Pitcherwechseln. Diese dürfen ab sofort höchstens 2:05 Minuten dauern, wenn ein Spiel nur lokal im TV übertragen wird, 2:25 Minuten bei landesweiten Übertragungen und 2:55 Minuten bei Playoff-Spielen. Diese Regeländerung finde ich so überraschend wie erfreulich, denn sie läuft eine Kürzung der Werbepausen hinaus.

Eric Hosmer zu den Padres
Für First Baseman Eric Hosmer hat sich das lange Warten gelohnt: Er hat sich mit den San Diego Padres auf einen Vertrag geeinigt, der ihm in den kommenden acht Jahren 144 Millionen Dollar einbringen wird. Diese setzen sich zusammen aus einem Unterschriftsbonus von 5 Millionen, je 20 Millionen für die ersten fünf Jahre und je 13 Millionen für die drei folgenden Jahre. Obendrein konnte Hosmers Agent Scott Boras für seinen Klienten aushandeln, dass dieser nach fünf Jahren die Möglichkeit hat, aus dem Vertrag auszusteigen. Meiner Ansicht nach ist es eine Wahnsinnsleistung des Agenten, einen so vorteilhaften Vertrag für einen 28-Jährigen herauszuholen, der bislang vor allem durch jährlich schwankende Leistungen aufgefallen ist. Um genau zu sein, haben sich in Hosmers Karriere bislang gute und schlechte Jahre konsequent abgewechselt. Das gilt jedenfalls für die Offense. Seine Defense hingegen war durchgehend unterdurchschnittlich. Mit -8.7 UZR und -13 DRS war er in den letzten beiden Jahren einer der schlechtesten First Basemen der Liga – und trotzdem gewann er 2017 bereits seinen vierten Gold Glove. Es ist manchmal schon seltsam, wie um einige Spieler ein Hype entsteht, der ihnen Auszeichnungen und Monsterverträge bringt, ohne dass diese durch tatsächliche Leistungen erklärbar wären. Ich habe keine Ahnung, was die Padres geritten hat, ausgerechnet für Hosmer ihr Konto zu plündern.

J. D. Martinez und die Red Sox finden zueinander
Dass die Boston Red Sox an J. D. Martinez interessiert sind, war buchstäblich seit Monaten allgemein bekannt. Dennoch dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis der Deal in trockenen Tüchern war, da beide Seiten offenbar hart und geduldig verhandelten und sich zwischendurch auch mal öffentlich übereinander beschwerten. Nun haben sich der 30-jährige Slugger – auch er wird übrigens von Scott Boras vertreten – und der Klub also endlich geeinigt: Der Vertrag läuft über fünf Jahre, bringt Martinez 110 Millionen Dollar ein und gibt ihm die Chance, nach drei Jahren zu kündigen. Aller Voraussicht nach wird Martinez eher selten im Outfield spielen, wo Mookie Betts, Jackie Bradley Jr. und Andrew Benintendi ihre Stammplätze haben, sondern meistens als DH eingesetzt werden. Dort klaffte seit dem Karriereende von „Big Papi“ David Ortiz eine Lücke, die Hanley Ramirez allenfalls mittelmäßig ausfüllte. Ramirez wird sich nun vermutlich mit Mitch Moreland an der ersten Base abwechseln. Das gilt jedenfalls solange sich keiner der regulären Outfielder verletzt; in dem Fall würde Martinez dort einspringen und Ramirez wieder als DH übernehmen.

Haufenweise weitere Signings und Trades
Neben den beiden großen Fischen Hosmer und Martinez gab es in den letzten Tagen eine ganze Reihe weiterer Vertragsabschlüsse, die ich wenigstens mal kurz erwähnt haben möchte, auch wenn ich nicht ausführlich auf jeden davon eingehen kann:

Die Baltimore Orioles ergänzen ihre Starting Rotation mit Andrew Cashner (2 Jahre, 16 Millionen, mit Option auf ein drittes Jahr) und mit Rückkehrer Chris Tillman (1 Jahr, 3 Millionen Dollar). Mit Colby Rasmus kommt zudem eine linkshändige Alternative fürs Outfield über einen Minor-League-Vertrag nach Baltimore.

Die Minnesota Twins haben sich ebenfalls zwei Ergänzungs-Starter gesichert: Anibal Sanchez bekommt für einen Einjahresvertrag 2,5 Millionen Dollar, die er durch leistungsbezogene Vereinbarungen verdoppeln kann. Für Jake Odorizzi wird Minor-League-Shortstop Jermaine Palacios zu den Tampa Bay Rays geschickt. Odorizzi bringt einen Einjahresvertrag über 6,3 Millionen Dollar mit und bleibt für ein weiteres Jahr per Arbitration an die Twins gebunden.

Auch die New York Mets holen sich mit Jason Vargas einen weiteren Starter; sein Vertrag ist quasi eine Kopie von dem, den Cashner bei den Orioles unterschrieben hat: zwei Jahre, 16 Millionen Dollar und ein optionales drittes Jahr.

Für ein Jahr und 8 Millionen Dollar geht SP Jaime Garcia zu den Toronto Blue Jays. Auch sie haben sich die Option gesichert, den Vertrag um ein Jahr zu verlängern.

SP Edinson Volquez kehrt, zunächst nur im Rahmen eines Minor-League-Vertrages, zurück zu den Texas Rangers. Er hofft, 2019 noch mal den Sprung in die MLB zu schaffen, wenn er seine aktuelle Verletzung auskuriert hat. Einen weiteren Minor-League-Vertrag vergeben die Rangers an Pitcher Jesse Chavez; sollte er im Spring Training einen Platz in der Rotation oder im Bullpen erobern, wird er dieses Jahr 1,5 Millionen Dollar verdienen.

Reliever Tony Watson verstärkt die San Francisco Giants für 7 bis 9 Millionen Dollar in den nächsten zwei Jahren, der Klub hat die Option auf ein weiteres Jahr.

Auch die Washington Nationals ergänzen ihren Bullpen, zu ihnen kommt der 40-jährige Joaquin Benoit (1 Jahr, 1 Million).

Die Arizona Diamondbacks waren bei ihrer Suche nach Hilfe für das Outfield wohl auch an J. D. Martinez interessiert, doch nachdem dieser sich mit den Red Sox einig wurde, handelten sie schnell: Nach Arizona kommt nun Jarrod Dyson, der für zwei Jahre 7,5 Millionen Dollar erhält.

Auch die Miami Marlins sichern sich einen zusätzlichen Outfielder: Nach 2008 bis 2010 wird Cameron Maybin nun zum zweiten Mal in seiner Karriere für die Marlins spielen. Für seinen Einjahresvertrag erhält er 3,25 Millionen Dollar.

Die Tampa Bay Rays haben überraschend Outfielder Corey Dickerson designated for assignment. Als Ersatz kommt Carlos Gomez (1 Jahr, 4 Millionen), der außer im Outfield auch als DH zu Einsätzen kommen könnte. Zudem haben die Rays 1B C. J. Cron gegen Cash oder einen später zu benennenden Spieler von den Los Angeles Angels geholt.

Die Angels wiederum tun etwas für die Tiefe ihres Outfields mit der Verpflichtung von Chris Young (1 Jahr, 2 Millionen) und einem Trade für Jabari Blash, für den die New York Yankees ebenfalls Cash oder einen später zu benennenden Spieler erhalten. Einen Minor-League-Vertrag bei den Angels erhält 1B Chris Carter. Bei Bedarf wird dieser zu einem Major-League-Kontrakt über ein Jahr und 1,75 Millionen umgewandelt.

Infield-Allrounder Eduardo Nunez wird bei den Boston Red Sox bleiben: Für 4 Millionen Dollar verlängert er seinen Vertrag zunächst um ein Jahr und hat dann die Option auf seiner Seite, ein weiteres Jahr für weitere vier Millionen dranzuhängen.

Zum Abschluss noch ein schön unübersichtlicher Dreiecks-Trade: 2B/3B Brandon Drury wechselt von den Diamondbacks zu den Yankees, die somit eine Absicherung für den Fall gefunden haben, dass einer der Rookies Gleyber Torres und Miguel Andujar nicht die Erwartungen erfüllt. Outfielder Steven Souza Jr. geht von den Rays zu den Diamondbacks. Minor-League-Pitcher Anthon Widener wird von den Yankees zu den Diamondbacks geschickt. Die Rays erhalten von den Yankees 2B-Prospect Nick Solak und von den Diamondbacks Pitching-Prospect Anthony Banda sowie zwei später zu bennende Spieler.

Diese Spieler sind noch zu haben
So langsam lichten sich die Reihen der Free Agents, die noch kein Team gefunden haben. Natürlich gibt es immer noch Dutzende, die auf einen Vertrag hoffen, aber die meisten von ihnen fallen in den Graubereich, aus dem heraus man mit etwas Glück einen Ein- oder Zweijahresvertrag in der MLB bekommt, sich vielleicht aber auch mit einem Minor-League-Kontrakt zufrieden geben oder über das Karriere-Ende nachdenken muss. Kandidaten, die meiner Einschätzung nach sicher noch eine Beschäftigung zu attraktiven Bedingungen finden werden, sind SP Jake Arrieta, 3B Mike Moustakas, RP Greg Holland, SP Lance Lynn und SP Alex Cobb in der ersten sowie C Jonathan Lucroy, OF Carlos Gonzalez, SP John Lackey, 1B Lucas Duda und 2B Neil Walker in der zweiten Reihe.

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März 2nd, 2017 by Dominik

Eine knappe Woche Spring Training liegt hinter uns und bisher haben wir einen klaren Gewinner und einen klaren Verlierer. Die Los Angeles Angels of Anaheim haben fünf von fünf Spielen als Sieger beendet, die Cincinnati Reds hingegen kassierten in sechs Versuchen sechs Niederlagen. Dass die Reds auch in der regulären Saison eher wenige Erfolge feiern werden, ist wohl zu erwarten; dass die Angels ab April weiterhin groß auftrumpfen, ist hingegen nicht allzu wahrscheinlich. Die gute Nachricht für die Reds (und gleichzeitig die schlechte Nachricht für die Angels) ist jedenfalls, dass die Ergebnisse des Spring Trainings erfahrungsgemäß nur einen sehr schwachen Zusammenhang mit den Ergebnissen der kommenden Saison aufweisen. Also genießt es fürs Erste einfach, Baseball unter der Sonne Arizonas und Floridas sehen zu können, drückt euren Lieblingsspielern die Daumen, wenn sie noch um einen Stammplatz kämpfen, aber macht euch über die Resultate eures Teams nicht allzu viele Gedanken.
Während die Baseballwelt gierig die ersten Vorbereitungsspiele komsumierte, passierte jenseits der Ballparks nicht allzu viel Erwähnenswertes: Diese Woche gab es keine Regeländerungen, keine Skandale, kaum relevante Free-Agent-Signings – aber immerhin einen Trade der Mariners wie gefühlt in jeder Woche dieser Offseason.

Kubanische Talente suchen ihre Chance 
Aus Kuba flüchten nach wie vor regelmäßig Baseballer, die auf ein Engagement in der MLB hoffen. Zwei davon haben diese Woche Verträge bekommen: Der 24-jährige Outfielder Jose Adolis Garcia, ein Bruder von Braves-3B Adonis Garcia, unterzeichnete bei den St. Louis Cardinals und der 28-jährige Infielder Luis Valdes bei den Detroit Tigers. Beide gelten als talentiert genug, um es in einer Rolle als Reserve- oder Ergänzungsspieler in die MLB zu schaffen. Deutlich mehr wird dem 19-jährigen Outfielder Luis Robert zugetraut, den die Scouts allgemein als vielversprechendstes internationales Talent neben dem Japaner Shohei Ohtani einstufen. Robert wird voraussichtlich Ende März ein Vorführtraining für die MLB-Clubs absolvieren; bis alle Formalitäten seitens der Liga und der Einreisebehörden geklärt sind, wird es wahrscheinlich Juni oder Juli werden. Die Athletics, Astros, Braves, Cardinals, Nationals, Padres und Reds hoffen stark, dass die Freigabe vor dem 15. Juni erfolgt. An diesem Tag endet die aktuelle Signing-Periode und in der neuen Periode ab 2. Juli dürfen sie – ebenso wie schon jetzt die Cubs, Dodgers und Royals – nicht mitbieten, weil sie ihre Limits für die Verpflichtung internationaler Free Agents überzogen haben.

Joe Blanton zu den Nationals 
Die Washington Nationals haben sich in Person von Joe Blanton noch eine Ergänzung ihres Bullpens gesichert. Der 36-jährige Free Agent bekommt einen Einjahresvertrag über 4 Millionen Dollar plus bis zu einer weiteren Million in Abhängigkeit von den absolvierten Innings. Interessant sind die durchgesickerten Zahlungsdetails: Die Nationals planen demnach, von dem Gehalt für 2017 eine Million erst 2018 und zwei Millionen sogar erst 2019 zu bezahlen. Der Hintergrund dieses Konstrukts ist unklar – falls die Nationals finanziell so klamm sein sollten, dass sie das Gehalt anders nicht zahlen können, dürften sie für weitere Verpflichtungen (im Gespräch sind Outfielder Angel Pagan sowie ein Trade für Closer David Robertson) wohl aus dem Rennen sein.

Dodgers und Mariners traden Prospects 
Die Seattle Mariners um General Manager Jerry Dipoto untermauern ein weiteres Mal, dass sie derzeit das verhandlungsfreudigste Team der Liga sind. Dieses Mal wurden „nur“ Prospects getauscht und zwar senden die Mariners Shortstop Drew Jackson und Pitcher Aneurys Zabala zu den Los Angeles Dodgers und erhalten dafür Pitcher Chase De Jong. Keiner der drei ist den gängigen Rankings zufolge ein Top-Prospect mit unmittelbaren Aussichten auf eine MLB-Karriere. Aber die Mariners scheinen in De Jong – laut mlb.com Prospect #16 der Dodgers – etwas zu sehen, das ihnen sehr gefällt, denn laut Dipoto versuchten sie schon seit Juli letzten Jahres, ihn von den Dodgers loszueisen und nach Seattle zu holen.

Sorge um David Price
Ganz frisch eingetrudelt ist die Meldung, dass David Price, Starpitcher der Boston Red Sox, seinen ersten Spring-Training-Einsatz wegen Ellenbogenproblemen absagen muss. Nach einem ersten MRT möchte er eine zweite Meinung bei Dr. Andrews einholen. Dieser Name ist in der MLB so beliebt wie gefürchtet, denn Andrews gilt als Experte für die Tommy-John-Surgery – die OP, die Pitcherkarrieren rettet, aber in der Regel auch ein Jahr Pause bedeutet. Ich hoffe, Price hat Glück und seine Verletzung stellt sich als nicht so schlimm heraus wie man nach diesen ersten Meldungen befürchten muss.

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Februar 9th, 2017 by Dominik

Wie jeder Footballfan liebe ich den Superbowl. Wie jeder Baseballfan bin ich aber auch froh, wenn er vorbei ist, denn das ist das untrügliche Signal, dass jetzt wieder Baseball auf dem Programm steht: Am kommenden Sonntag machen die Pitcher und Catcher der Cleveland Indians den Anfang und in den Tagen darauf steigen auch bei den anderen Teams zunächst die Pitcher und Catcher und kurz darauf die restlichen Spieler offiziell ins Training ein. Am 24. Februar stehen bereits die ersten Spring-Training-Spiele an und ab da vergeht die Zeit bis zum echten Saisonbeginn am 2. April wie im Fluge, zumal zwischenzeitlich auch noch der World Baseball Classic, also die Baseball-Weltmeisterschaft, auf dem Programm steht.
Kurz bevor es ernst wird, gab es diese Woche noch eine Menge interessanter Free-Agent-Verpflichtungen: Mike Napoli und Jason Hammel sind bei neuen Teams untergekommen und vor allem der Markt für Reliever ist endlich richtig in Schwung geraten. Der Grand Slam am Donnerstag hält euch auf dem Laufenden:

Neue Engagements für Napoli, Carter und Morrison
Als einer der letzten „großen“ Free Agents hat 1B/DH Mike Napoli einen neuen Verein gefunden und es sind – nach schon lange anhaltenden Spekulationen wenig überraschend – die Texas Rangers. Der Deal ist noch nicht offiziell, aber der 35-jährige Slugger wird wohl für ein Jahr plus Team-Option unterschreiben und dafür 8,5 Millionen Dollar erhalten.
Im Windschatten dieser Verpflichtung sind zwei weitere First Basemen ebenfalls zu neuen Verträgen gekommen: Logan Morrison verbringt für 4,2 Millionen Dollar ein weiteres Jahr bei den Tampa Bay Rays und Chris Carter kommt dieses Jahr für 3,5 Millionen bei den Yankees unter. Carter wird den Fans der Yankees vermutlich Wechselbäder der Gefühle bescheren: Im letzten Jahr hatte er sowohl die meisten Homeruns (41) als auch die meisten Strikeouts (206) der National League.

Jason Hammel zu den Royals
Auch der bislang interessanteste verbliebene Starting Pitcher ist nun vom Markt: Jason Hammel, zuletzt beim World-Series-Sieger Chicago Cubs (wenngleich er in der Postseason nicht zum Einsatz kam), geht zu den Kansas City Royals. Für rund 14 Millionen übernimmt der 34-Jährige in den nächsten zwei Jahren den Platz in der Rotation, der durch den tragischen Unfalltod von Yordano Ventura freigeworden war.

Der Knoten der Reliever-Free-Agency ist geplatzt
Die diesjährige Free Agency hielt einige Paukenschläge in Form ungewöhnlich teurer und langfristiger Verträge für Relief Pitcher bereit – was in manchen Fällen (Aroldis Chapman, Mark Melancon) noch halbwegs verständlich, in anderen Fällen (Brett Cecil) meiner Ansicht nach völliger Irrsinn ist. Auf jeden Fall führten diese Monsterverträge dazu, dass auch bei anderen Relievern und bei deren Beratern Begehrlichkeiten geweckt wurden und dass die Clubs, die nicht auf die Preistreiberei einsteigen wollten, lange pokern mussten. In den letzten ein, zwei Wochen scheint der Knoten endlich geplatzt und zahlreiche solide Reliever einigten sich mit ihren Teams auf „normale“ Verträge.
Das Paradebeispiel für eine solche Politik der ruhigen Hand sind die New York Mets. General Manager Sandy Alderson hatte gleich zu Beginn der Offseason deutlich gemacht, dass es mit ihm keine exorbitanten Reliever-Verträge geben wird. Im Umfeld wurde es angesichts der vorhandenen Löcher im Kader und scheinbarer Untätigkeit der Verantwortlichen schon langsam unruhig, da zauberte Alderson letzten Freitag Einigungen mit Lefty Jerry Blevins (ein Jahr, 6 Millionen, plus Option auf ein weiteres Jahr) und Righty Fernando Salas (ein Jahr, 3 Millionen) hervor – also mit genau den beiden Spielern, deren Wiederverpflichtung nach starken Auftritten im letzten Jahr von Fans und Medien vielfach erhofft worden war. Ebenfalls gute Deals konnten in den letzten Tagen die Los Angeles Dodgers mit Sergio Romo (1 Jahr, 3 Millionen), die Cleveland Indians mit Boone Logan (1 Jahr, 6,5 Millionen) und die Toronto Blue Jays mit Joe Smith (1 Jahr, 3 Millionen) schließen.

Und was ist mit Matt Wieters?
Von meiner vor drei Monaten aufgestellten Top-20-Liste der Free Agents dieser Offseason ist noch genau einer übrig: Matt Wieters galt als einer der beiden besten Catcher eines auf dieser Position dünn besetzten Marktes – eigentlich als der beste, wenn man berücksichtigt, dass der andere der beiden, Wilson Ramos, dieses Jahr verletzungsbedingt in erster Linie als DH zu gebrauchen ist. Mit 30 Jahren, einem offensiv höchstens mittelmäßigen 2016 (.243/.302/.409), aber der Aussicht auf Besserung, je weiter er seine eigene Verletzungsgeschichte hinter sich lässt, schien Wieters‘ Hoffnung auf einen lukrativen Mehrjahresvertrag nicht unbegründet zu sein. Doch es kam anders: Nach und nach orientierten sich die Favoriten auf eine Verpflichtung – die Orioles, die Nationals, die Yankees, die Mets – anderweitig und Wieters sieht mehr und mehr nach dem Unglücklichen aus, der bei der Reise nach Jerusalem ohne Stuhl dasteht, wenn die Musik aufhört zu spielen. Ganz so weit wird es nicht kommen, aber inzwischen ist wohl davon auszugehen, dass er sich mit einem Einjahresvertrag begnügen und nächstes Jahr einen neuen Anlauf auf ein besseres Engagement starten muss. Als mögliche Orte, an denen Wieters landen könnte, wurden in den letzten Tagen Tampa Bay, Colorado, Anaheim, Cincinnati und immer noch Baltimore gehandelt.

Homer Bailey operiert
Leider muss man auch schon über eines der ersten Verletzungsopfer der noch nicht begonnenen Saison berichten: Homer Bailey, Starter der Cincinnati Reds, musste sich einen Knochensporn am Ellbogen entfernen lassen und wird zumindest den Beginn der Saison verpassen. Bailey bleibt somit das Verletzungspech treu. Seit er 2014 einen Sechsjahresvertrag über 105 Millionen Dollar unterzeichnete, verpasste er wegen Ellbogen-OPs einen Teil der Saison 2014 und fast die kompletten Spielzeiten 2015 und 2016.

Regeländerungen offiziell vorgeschlagen
Die aller Wahrscheinlichkeit nach bevorstehenden Regeländerungen zur neuen Saison – Verkleinerung der Strikezone und Abkürzung von Intentional Walks – hatte ich in früheren Artikeln schon beschrieben. Damit sie wirklich in Kraft treten können, muss jedoch noch die Spielergewerkschaft MLBPA zustimmen. Diese Zustimmung wurde seitens der Liga nun erbeten und es ist wohl relativ bald mit einer Entscheidung zu rechnen, damit Spieler und Schiedsrichter die Neuerungen im Spring Training angemessen einüben können.

MLB.TV ist zurück
Zu guter Letzt noch ein Hinweis: Seit vorgestern ist MLB.TV für die kommende Saison buchbar – nach wie vor zu sehr vernünftigen Preisen, zum Beispiel 113 Dollar plus Steuern für das Premiumpaket, mit dem man ein ganzes Jahr lang sämtliche Saison- und Playoffspiele der MLB live, zeitversetzt und als Aufzeichnung sehen kann.

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