Juni 1st, 2017 by Dominik

Mit sieben Siegen in Folge enteilen die Houston Astros dem Rest der Liga und leben sich in diesem Jahr mehr und mehr in die Rolle des World-Series-Favoriten ein, die letzte Saison die Chicago Cubs hatten. Diese wiederum sind bislang nicht in der Lage, die hochgesteckten Erwartungen einer jahrelang dominierenden Dynastie zu erfüllen, stehen nun sogar bei einer negativen Bilanz. Unterdessen produzieren die beiden wohl größten Stars der Liga auf unterschiedliche Weise Schlagzeilen: Bryce Harper teilt Prügel aus, während Mike Trout unters Messer muss und bis auf Weiteres ausfällt. Das und alles, was sonst in der MLB los ist, verrät der heutige Grand Slam am Donnerstag:

National League
Die National League East macht ihrem im Laufe der Saison erworbenen Ruf als langweiligste Division der Liga weiterhin alle Ehre. Die Washington Nationals (33-19) cruisen einsam an der Spitze und wenn wie in den letzten Tagen ihre ansonsten überragende Offense mal nicht klickt, dann zeigen sie, dass sie Spiele auch durch starkes Pitching gewinnen können. Die New York Mets (23-28), Atlanta Braves (22-29), Miami Marlins (21-30) und Philadelphia Phillies (17-34) wechseln sich beständig dabei ab, mal – wie zurzeit die Marlins – ein paar Spiele zu gewinnen und dann wieder – wie zurzeit die Phillies – ein paar mehr zu verlieren und sich dabei durchweg klar unter einer .500-Bilanz zu halten.

In der NL Central sticht momentan vor allem die Schwächephase der Chicago Cubs (25-27) heraus, die heilfroh sein werden, dass der Trip an die Westküste, auf dem sie alle sechs Spiele verloren haben, endlich beendet ist. Zu Hause in Chicago kommt es nun zu einer möglicherweise wegweisenden Serie gegen Tabellennachbar St. Louis Cardinals (27-27). Die Cardinals sind ebenfalls nicht gut drauf, haben zehn der letzten vierzehn Spiele verloren. Man darf gespannt sein, welches der beiden Teams gestärkt aus den Aufeinandertreffen hervor gehen kann. An der Spitze der Division stehen nach wie vor die Milwaukee Brewers (28-25), die allerdings zuletzt auch nicht überzeugen konnten und nur das Glück haben, dass es die Konkurrenten nicht besser machten.

Eindeutiger als in der NL West kann sich eine Zweiklassengesellschaft nicht darstellen: Auf der Sonnenseite stehen die Los Angeles Dodgers (33-21), die Arizona Diamondbacks (33-22) und die Colorado Rockies (33-22) mit jeweils 33 Siegen, auf der Schattenseite die San Diego Padres (22-33) und die San Francisco Giants (22-33) mit ebenso vielen Niederlagen. Hauchdünn an der Spitze stehen seit Neuestem die Dodgers, die eine Serie von sechs gewonnen Spielen – drei davon gegen den World Champion Chicago Cubs – genutzt haben, um an den leicht schwächelnden Rockies (fünf Niederlagen in den letzten sieben Spielen) vorbei zu ziehen. Für die Giants ist unterdessen der kleine Zwischenspurt aus der Vorwoche verpufft. Nach einem Drei-Spiele-Sweep durch die Washington Nationals sind sie nun wieder auf Augenhöhe mit den San Diego Padres, welche ihrerseits mit einem Sweep gegen die Cubs überraschten.

American League
Zur American League East kann man nur sagen: Was für eine Division! Mit den New York Yankees (30-20), den Boston Red Sox (29-23), den Baltimore Orioles (27-24) und den Tampa Bay Rays (29-27) stehen vier von fünf Teams über .500 und selbst die miserabel gestarteten Toronto Blue Jays (26-27) sind nur noch ein einziges Spiel von einer ausgeglichenen Bilanz entfernt. Bei fast allen Teams der Division zeigt der Trend der letzten Spiele nach oben, einzig die Baltimore Orioles erlebten letzte Woche mit sieben Niederlagen hintereinander ihren ersten größeren Einbruch der Saison. Aber auch die O’s scheinen sich wieder gefangen zu haben: Gegen die Yankees gewannen sie gerade zwei von drei und nun steht eine sehr interessante Vier-Spiele-Serie zu Hause gegen die Red Sox an.

Die AL Central ähnelt stark der anderen Central-Division, auch hier macht zurzeit keiner den Eindruck, diese Division ernsthaft gewinnnen zu wollen. Alle fünf Teams haben diese Woche mehr Spiele verloren als gewonnen und so kommt es, dass die Minnesota Twins (26-23) trotz momentan vier Niederlagen in Folge die Tabellenspitze halten. Knapp dahinter folgen die favorisierten Cleveland Indians (27-24), während die Detroit Tigers (25-28), die Chicago White Sox (24-28) und die Kansas City Royals (22-30) in den meisten anderen Divisionen schon deutlich abgeschlagen wären, in dieser aber mit einer mittleren Erfolgsserie relativ schnell oben dabei sein könnten. Insofern ist die AL Central eigentlich genauso spannend wie die AL East, nur auf einem ganz anderen Niveau.

Die AL West stellt sich ähnlich einseitig dar wie die NL East, jedenfalls wäre es schon jetzt – nach knapp einem Drittel der Saison – mehr als überraschend, wenn an den Houston Astros (38-16) in der Division noch irgendwein Weg vorbei führen sollte. Schon vor einer Woche standen die Astros als bestes Team der gesamten Liga da und seitdem haben sie nichts anderes getan als weitere Spiele zu gewinnnen – sieben hintereinander. Anders als in der NL East sehen die restlichen Teams der Division aber nicht ganz so desolat aus – den Texas Rangers (26-28) und den Seattle Mariners (25-29) traue ich durchaus zu, mit einer starken Restsaison um die Wild-Card-Plätze mitspielen zu können. Die Los Angeles Angels (28-28) wären dazu möglicherweise auch in der Lage gewesen, doch ihnen ist jetzt das passiert, was auf keinen Fall passieren durfte: Ihre One-Man-Show Mike Trout, der Superstar der MLB, fällt mit einer Daumenverletzung aus. Er wurde gestern operiert und muss sechs bis acht Wochen pausieren. Bis dahin dürfte die Saison der Angels gelaufen sein.

Szene der Woche
Diese Woche fiel die Wahl leicht, denn die folgende Szene zwischen den Giants und den Nationals war zwar alles andere als schön, aber sie war definitiv das größte Thema in den letzten Tagen: San Franciscos Reliever Hunter Strickland feuert Washingtons Bryce Harper einen 98 mph schnellen Fastball an den Arm, daraufhin wirft dieser Schläger und Helm von sich und stürmt auf Strickland zu, um eine wilde Prügel zu beginnen. Es drängte sich die Vermutung auf, dass es wieder mal um ungeschriebene Regeln ging, aber in dem Fall war die Erklärung noch ein bisschen alberner: Strickland warf Harper offenbar ab, weil dieser vor zwei Jahren (!) gegen ihn zwei Homeruns geschlagen hatte. Beide Spieler wurden nach dem Vorfall gesperrt, Strickland für sechs Spiele und Harper zunächst für vier. Nach einem Einspruch Harpers wurde seine Sperre auf drei Spiele reduziert. Mir erscheint das sehr wenig, denn die erste unfaire Aktion ging zwar von Strickland aus, die Prügelei aber von Harper. Andererseits bedeuten sechs Spiele für Strickland, dass er seinem Team in drei oder vier Innings fehlen wird, die er normalerweise absolviert hätte, während Harper für 27 Innings oder 12 bis 15 At Bats fehlt.

Statistik der Woche 
599 und 2873. Klar, ich hätte noch abwarten können, bis Albert Pujols seinen 600. Homerun schlägt, bevor ich ihn in dieser Kategorie dafür abfeiere. Aber Homerun Nummer 599, erzielt am Dienstag während des 9:3-Sieges der Los Angeles Angels gegen die Atlanta Braves, war gleichzeitig der 2873. MLB-Hit in Pujols Karriere, womit er den wohl größten Baseballer aller Zeiten, Babe Ruth, auf Platz 44 der ewigen Hitliste eingeholt hat. Ziemlich kurios, dass ein einziger Schlag gleich zwei interessante Zahlen produziert. Pujols ist übrigens derzeit die Nummer neun in der Karriere-Rangliste für Homeruns; realistisch anzunehmen ist, dass er es dieses Jahr noch bis zur Nummer sieben bringt.

Spiel der Woche
Gegen die Houston Astros zu gewinnen, ist zurzeit nicht einfach, das bekamen die Minnesota Twins diese Woche dreimal deutlich zu spüren. Insbesondere in dem Spiel am Montag hatte es zwischenzeitlich ganz anders ausgesehen: Zwar gingen die Astros im vierten Inning 2:0 in Führung, doch die Twins kamen mit sieben Runs im fünften Inning zurück und sahen wie der sichere Sieger aus, als ihr wieder mal starker Starter Ervin Santana nach sieben Innings mit einer 8:2-Führung das Spiel verließ. Doch die Astros explodierten mit elf Runs im achten und drei weiteren im neunten Inning gegen den Bullpen der Twins und siegten am Ende mit 16:8. Auch eine Regenunterbrechung beim Stand von 6:8 im achten Inning, über die sich einige Astros-Spieler sichtbar ärgerten, konnte die Aufholjagd nicht stoppen. Für die Astros war es zwar das erste Mal seit 2008, dass sie einen Rückstand von sechs Runs aufholen konnten, aber in der laufenden Saison war es für sie bereits das vierte gedrehte Spiel nach einem Rückstand von fünf Runs.

Spiel der kommenden Woche
Eine sehr interessante Serie wird bestimmt die zwischen den Boston Red Sox und den Baltimore Orioles werden; zum einen wegen der Konstellation, dass sie um die Rolle des ersten Yankees-Verfolgers wetteifern, zum anderen wegen der emotional aufgeladenen Atmosphäre, die seit den letzten Begegnungen zwischen den beiden herrscht. Mit Erschrecken habe ich aber festgestellt, dass ich meinen Einschalttipp der Woche in diesem Jahr noch kein einziges Mal den Houston Astros gewidmet habe. Die haben sich diese Ehre redlich verdient und gegen die Texas Rangers steht Samstagnacht (2:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit) das Lokalderby mit einem hervorragenden Pitching-Matchup an: Houstons Dallas Keuchel (1.81 ERA) trifft auf Texan Yu Darvish (2.97). Für dieses Spiel dürfte es sich lohnen, nachts aufzustehen (oder wach zu bleiben, je nachdem).

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Januar 5th, 2017 by Dominik

Was stellt die Welt der Baseballschreiber und -analysten an, wenn sich in der MLB aktuell kaum etwas tut und wenn fast jede halbwegs sinnvolle Spekulation über anstehende Trades oder Vertragsabschlüsse schon längst zwei-, dreimal aufgewärmt und durchgekaut worden ist? Ganz klar: Man stürzt sich auf eine obskure Meldung, laut der einer der größten Stars des Spiels einer juristischen Spitzfindigkeit wegen angeblich plötzlich Free Agent werden könnte. In 50 von 52 Wochen des Jahres wäre die Geschichte nicht mehr als eine Randnotiz wert gewesen, aber jetzt im tiefsten Winterloch ist man ja schon dankbar und irgendwie ist die Sache ja auch ganz witzig. Daher stellt auch der Grand Slam am Donnerstag heute die weltbewegende Frage:

Wird Mike Trout sich zum Free Agent erklären?
Und hier ist auch schon die Antwort (Trommelwirbel bitte): Nein, wird er nicht. Dass über diese Möglichkeit überhaupt spekuliert wird, obwohl der 25-jährige Superstar noch bis 2020 bei den Los Angeles Angels of Anaheim unter Vertrag steht, liegt an einem kalifornischen Staatsgesetz, das Nathaniel Grow von Fangraphs ausgegraben hat. In seinem gut recherchierten, lesenswerten Artikel führt der Jurist Grow aus, dass nach Absatz 2855 des California Labor Code kein Arbeitsvertrag länger als sieben Jahre gelten darf und dass dementsprechend ein Arbeitnehmer, der einen Kontrakt mit längerer Gültigkeit unterzeichnet hat, diesen nach sieben Jahren jederzeit einseitig kündigen kann. Nun hat Trout zwar 2014 „nur“ einen Sechsjahresvertrag unterzeichnet und fällt damit nicht eindeutig unter jene Regel. Doch es gibt mindestens ein kalifornisches Gerichtsurteil, nach dem auch die Zeit zu berücksichtigen ist, in der der der Arbeitnehmer schon vor dem aktuellen Vertrag unter Kontrolle des Arbeitgebers stand. Das würde für Trout, wenn man seine Zeit bei den Angels und in deren Farmsystem vor dem aktuellen Vertrag berücksichtigt, zutreffen – und übrigens auch für eine Reihe anderer Spieler wie Madison Bumgarner oder Clayton Kershaw.

Es ist ein interessantes Gedankenspiel, sich einen dieser Stars vorzustellen, wie er sich heute oder morgen zum Free Agent erklärt und seinen Agenten beauftragt, ihm ein neues Team zu suchen. Es wird aber nicht passieren, denn was hätte ein Spieler in dieser Situation zu gewinnen? Einige Millionen zusätzlich zu denen, die er ohnehin schon bekommt und im Leben nicht alle ausgeben kann. Was hätte er zu verlieren? Zum einen natürlich den unweigerlich folgenden, wahrscheinlich jahrelangen Rechtsstreit mit seinem Team und der MLB – und damit mindestens jene erhofften zusätzlichen Millionen. Zum anderen müsste er davon ausgehen, unabhängig vom Prozessausgang in erster Linie nicht als der große Spieler, der er ist, in die Baseballgeschichte eingehen, sondern als der gierige Raffzahn, der eine zum Schutz „einfacher“ Arbeitnehmer gedachte Regel für sich auszunutzen versucht. So etwas macht kein Trout und auch kein Bumgarner oder Kershaw. Wenn diesen Weg tatsächlich mal jemand geht, dann wohl eher ein weniger bekannter Spieler, vielleicht ein Karriere-Minor-Leaguer, für den das Verhältnis zwischen dem, was er zu gewinnen und was er zu verlieren hat, deutlich anders aussieht. Quasi ein Jean-Marc Bosman des Baseballs.

A’s holen sich Rajai Davis zurück
Ein paar wenige „echte“ News gab es in den letzten Tagen auch; die interessanteste davon war, dass Outfielder Rajai Davis zu den Oakland Athletics zurückkehrt. 6 Millionen Dollar für einen Einjahresvertrag sind kein schlechtes Geschäft für den 36-jährigen Veteranen. Durch seine Verpflichtung werden die A’s sicher keine Contender und bis sie es irgendwann mal werden, wird Davis wohl seine Karriere beendet haben. Aber Davis gilt als erstklassiger Integrations- und Führungsspieler und als solcher kann er einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung der Prospects leisten, mit denen die A’s ihren Neuaufbau vorantreiben.

Drew Storen unterschreibt bei den Reds
Auch die Cincinnati Reds sind kein Team, das mit großen Hoffnungen in die neue Saison starten dürfte. Mit Drew Storen haben sie sich für ein Jahr und drei Millionen Dollar die Dienste eines ehemaligen Top-Relievers gesichert, der nach einem schlechten Jahr zurück in die Spur zu finden versucht. Storens Zeit in Toronto (6.21 ERA, 5.01 FIP) erwies sich als wahres Fiasko, aber immerhin ging es nach dem Wechsel zu den Seattle Mariners schon deutlich aufwärts (3.44 ERA, 2.76). Das nährt die Hoffnung für die Reds, dass Storen seinen Job nicht verlernt hat und den im letzten Jahr katastrophalen Bullpen des Teams ein bisschen besser macht.

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November 18th, 2016 by Dominik

Kris Bryant und Mike Trout sind die MVPs, also die wertvollsten Spieler der abgelaufenen MLB-Saison. Das hat der Baseball-Journalistenverband BBWA per Abstimmung entschieden und im Gegensatz zur gestern von mir kritisierten Vergabe des Cy-Young-Awards an die angeblich besten Pitcher treffen die MVP-Auszeichnungen genau die Richtigen.

Um mit dem Offensichtlichen anzufangen: In der National League war die Sache klar. Auf die Wahl von Kris Bryant hätte man ruhigen Gewissens einen Haufen Geld verwetten können, aber man hätte nicht viel zurück bekommen, weil kaum jemand dagegen gesetzt hätte. Entsprechend eindeutig fiel das Votum aus: 29 von 30 Stimmberechtigten hatten Bryant auf Platz eins, Daniel Murphy und Corey Seager landeten mit großem Abstand auf den Rängen zwei und drei.

Bryant, letztes Jahr bereits Rookie of the Year, hatte großen Anteil am Erfolg des World-Series-Gewinners Chicago Clubs. Er war der beste Batter des besten Teams und überzeugte auch in der Defensive bei seinen Einsätzen sowohl im Infield als auch im Outfield. Die Zahlen untermauern dies: Mit einer Slashline von .292/.385/.554, einer OPS von .939, 39 Homeruns, 102 RBIs und 121 Runs ist Bryant in allen wichtigen Offensivkategorien ganz vorne dabei. Weil bei Bryant im Gegensatz zu den meisten anderen Sluggern auch sein Feldspiel keine Schwäche sondern ein zusätzlicher Erfolgsfaktor ist, kommt er je nach Quelle auf 7.7 (laut Baseball-Reference) bis 8.4 (laut Fangraphs) Wins Above Replacement, womit er klar an der Spitze der NL steht.

Noch höhere WAR-Werte – 9.4 bei Fangraphs, 10.6 bei Baseball-Reference – hat der MVP der American League erzielt. Mike Trout überzeugte offensiv mit .315/.441/.550 und 123 Runs scored, gepaart mit nicht überragendem aber zumindest überdurchschnittlichem Spiel im Outfield. Seine OPS von .991wurde ligaweit nur von David Ortiz (1.021) übertroffen. Letzterer kam in seiner Abschiedssaison nicht ernsthaft als MVP in Betracht, da er fast ausschließlich als DH zum Einsatz kam und seinem Team somit nicht auf beiden Seiten der Platte helfen konnte.

Das Besondere an der MVP-Wahl von Trout, schon seiner zweiten im zarten Alter von 25 Jahren, ist nicht, dass es über seine zählbaren Beiträge irgend etwas zu diskutieren gäbe. Es ist vielmehr, dass für seine Wahl mit dem ungeschriebenen (und in meinen Augen relativ dämlichen) Gesetz gebrochen wurde, üblicherweise nur Spieler aus erfolgreichen Teams mit dem MVP-Titel auszustatten. Das Argument dahinter ist, dass ein wirklich wertvoller Spieler sein Team zum Erfolg führt. Mike Trout ist hingegen das beste Beispiel dafür, dass selbst ein überragender Spieler begrenzt ist in dem Vermögen, im Alleingang aus einem miesen Team einen Contender zu machen. Ich würde sogar so weit gehen, die Argumentation komplett umzudrehen: Wer innerhalb einer Truppe wie den 2016er Los Angeles Angels of Anaheim beständig Leistungen auf höchstem Niveau bringt anstelle an der vergeblichen Liebesmüh zu verzweifeln, der hat sich eine Auszeichnung redlich verdient. Das sahen – etwas überraschend – wohl auch ausreichend viele der BBWA-Mitglieder so: 19 von 30 ersten Plätzen auf den Stimmzetteln sammelte Trout ein, hinter ihm landete Mookie Betts auf einem guten zweiten Rang. Mike Trout ist damit erst der fünfte MVP aus einem Team mit negativer Saisonbilanz.

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