Dezember 7th, 2017 by Dominik

Die MLB-Offseason ist im Vergleich zu den vergangenen Wochen deutlich in Bewegung gekommen: Die Yankees haben einen neuen Manager, die ersten interessanten Free Agents haben neue Teams gefunden und auch für die beiden „großen“ Personalien Giancarlo Stanton und Shohei Ohtani sind nun zumindest gewisse Entwicklungslinien absehbar.

Aaron Boone ist neuer Yankees-Manager
Als letztes Team, das noch nach einer neuen sportlichen Leitung gesucht hatte, haben sich die New York Yankees für einen Nachfolger von Joe Girardi entschieden. Aaron Boone heißt der neue Mann, dessen Verpflichtung – zumindest in meinen Augen – eine Überraschung ist. Boone kommt nämlich ohne jede Vorerfahrung als Trainer oder Manager an den wohl begehrtesten Baseball-Job der Welt. Die acht Jahre seit dem Ende seiner Spielerkarriere hat der 44-Jährige als TV-Experte bei ESPN verbracht. Zuvor war Boone von 1997 bis 2009 als Infielder in der MLB aktiv, darunter 2003 ein halbes Jahr lang für die Yankees. Dieser Aufenthalt dürfte in New York in zwiespältiger Erinnerung geblieben sein: seine größte Heldentat war ein Walkoff-Homerun in Spiel 7 der ALCS gegen Boston, seine größte Verfehlung war die unerlaubte Teilnahme an einem Basketballspiel, bei der er sich das Knie verletzte und damit seinen vorzeitigen Abschied von den Yankees provozierte.
Den unrühmlichen Abgang von damals hat man Boone offenbar verziehen und auch die fehlende Erfahrung war kein Grund, seine Bewerbung als Manager der Yankees negativ zu bescheiden. Boone gilt als kommunikative Persönlichkeit mit einem guten Draht zu jungen Spielern, was genau dem Typ entspricht, den die Yankees gesucht und den sie in Boones Vorgänger Girardi nicht gesehen haben.

Sieben Kandidaten im Rennen um Ohtani
Nachdem das Supertalent Shohei Ohtani und sein Agent Bewerbungsunterlagen von allen 30 Teams angefordert (und wahrscheinlich auch erhalten) hatten, haben sie eine Auswahl von sieben Teams getroffen, mit denen man sich zusammensetzen und einen Vertragsabschluss ausloten will. Die größte Überraschung ist sicherlich, dass die Yankees nicht in der engeren Auswahl sind. Der Pitcher und Outfielder, den einige den japanischen Babe Ruth nennen, bevorzugt einen Arbeitsplatz an der Westküste und trifft sich dieser Tage mit Vertretern der San Francisco Giants, Los Angeles Dodgers, Los Angeles Angels, Seattle Mariners, San Diego Padres, Texas Rangers und Chicago Cubs. Das meiste Geld könnte er bei den Texas Rangers verdienen, die über 3,535 Millionen Dollar aus dem Bonuspool für internationale Verpflichtungen verfügen. Die Mariners und die Angels haben letzte Nacht extra noch je 1 Million Dollar für ihren Bonuspool ertradet, indem sie Prospects zu den Minnesota Twins geschickt haben – sie verfügen nun über einen Spielraum von 2,557 Millionen (Mariners) bzw. 2,315 Millionen (Angels). Ohtani hat zwar längst deutlich gemacht, dass Geld nicht an erster Stelle für ihn steht – andernfalls hätte er die zwei Jahre bis zu seinem 25. Geburtstag gewartet, was ihm ermöglicht hätte, für eine neunstellige Summe zu unterschreiben. Ich gehe aber schon davon aus, dass er zu einem der drei genannten Teams geht, da die restlichen Kandidaten jeweils nicht mehr als 300.000 Dollar bieten können.

Die Entscheidung liegt bei Stanton
Nicht nur Ohtani sondern auch Giancarlo Stanton hat in den nächsten Tagen eine wichtige Entscheidung zu treffen: Der MVP der National League hat die Wahl, ob er zukünftig in San Francisco oder in St. Louis spielen möchte – oder ob ihm beides nicht recht ist und er die Miami Marlins zwingt, seinen Vertrag zu erfüllen oder einen attraktiveren Tradepartner zu finden. Mit den Giants und den Cardinals haben die Marlins bereits Einigungen erzielt, zu welchen Konditionen ein Trade des Sluggers durchgeführt werden könnte. Ohne Stantons Zustimmung läuft allerdings nichts, da sein Vertrag eine No-Trade-Klausel enthält.

Aberkannte Braves-Prospects finden neue Teams
Nachdem die Atlanta Braves vor zwei Wochen wegen Regelverstößen eine ganze Reihe von internationalen Prospects ziehen lassen mussten, sind diese nun frei, bei anderen Teams zu unterzeichnen. Den größten Fang haben dabei die Los Angeles Angels gemacht: Für einen Signing Bonus von 2,2 Millionen Dollar haben sie den 17-jährigen Shortstop Kevin Maitan verpflichtet, der als sehr großes Talent gilt. Maitan wird von mlb.com derzeit auf Rang 38 der besten Prospects geführt. Für 850.000 Dollar hat auch Livan Soto, ein weiterer 17-jähriger Shortstop, bei den Angels unterschrieben.

Neuer Catcher für die White Sox
Die Chicago White Sox befinden sich erklärtermaßen im Rebuilding und sind nach wie vor auf der Suche nach Tradepartnern für alle Spieler, die anderen Klubs etwas wert sein könnten, zum Beispiel Jose Abreu und Avisail Garcia. Vor diesem Hintergrund kommt die Meldung etwas überraschend, dass die White Sox den 30-jährigen Catcher Wellington Castillo mit einem Zweijahresvertrag über 15 Millionen Dollar plus Team-Option für ein drittes Jahr ausstatten. Castillo ist vor allem für seine Defensivstärke bekannt. 2017 führte er die MLB mit 49% ausgeworfenen Basestealern an, aber auch offensiv produzierte er für die Baltimore Orioles mit .282/.323/.490 sehr ordentlich. Für die unerwartete Investition der White Sox sehe ich zwei potenzielle Erklärungen: Entweder geht es ihnen darum, die Entwicklung junger Pitcher durch die Anwesenheit eines erfahrenen Catchers zu fördern, oder sie hoffen, Castillo im Juli gewinnbringend traden zu können. Vielleicht spielen auch beide Gedanken eine Rolle.

Rangers verpflichten Mike Minor
Das von der Vertragssumme her bedeutendste Signing der bisherigen Offseason haben die Texas Rangers getätigt, indem sie Pitcher Mike Minor mit einem Kontrakt über 28 Millionen Dollar für drei Jahre ausgestattet haben. Minor hatte zuletzt ein starkes Jahr (2.55 ERA, 2.62 FIP) als Reliever für die Kansas City Royals. Die Rangers planen aber wohl, den Linkshänder als Starter einzusetzen. Als solcher hatte er vor der Zeit in Kansas City und einer längeren Verletzungspause fünf Jahre lang für die Atlanta Braves gepitcht und es dabei auf solide, aber nicht herausragende Werte von 4.10 ERA und 3.90 FIP gebracht.

Mikolas von Japan nach St. Louis
Die St. Louis Cardinals haben ebenfalls ihr Starting Pitching aufgerüstet: Miles Mikolas hat für 15,5 Millionen Dollar und zwei Jahre unterschrieben. Mikolas spielte von 2012 bis 2014 mit eher mittelmäßigem Erfolg für die Padres und die Rangers. Nach seiner Entlassung in Texas ging er 2015 nach Japan zu den Yomiuri Giants und entwickelte sich dort umgehend zu einem Star-Spieler, der er es in drei Spielzeiten auf einen ERA von 2.18 brachte (besser als Shohei Ohtani). Man darf gespannt sein, ob es dem 29-Jährigen gelingt, die Erfolge aus der NPB in die MLB zu transferieren.

Wily Peralta zu den Royals
Auch die Kansas City Royals gönnen sich einen neuen Pitcher, allerdings eher in der Sparvariante: Für 1,5 Millionen Dollar plus leistungsbezogene Bestandteile spielt Rechtshänder Wily Peralta 2018 in Kansas City, zudem hat sich das Team eine Option für 2019 gesichert. Peralta war nach sechs Jahren in Milwaukee Free Agent geworden und hatte ausgerechnet im letzten Jahr seines Vertrags bei den Brewers eine katastrophale Saison (7.85 ERA, 5.34 FIP). Die Brewers beorderten ihn nach acht schwachen Starts zunächst in den Bullpen und verzichteten in den letzten drei Monaten ganz auf seine Dienste. Das klingt nach keiner besonders vielversprechenden Verpflichtung, aber manchmal wirkt ein Neuanfang in veränderter Umgebung ja Wunder.

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Mai 18th, 2017 by Dominik

Sie ist schon toll, diese MLB, da ist für jeden was dabei: Mögt ihr klare Verhältnisse, einer geht voran und alle anderen folgen in respektvollem Abstand? Dann werdet ihr die NL East und die AL West lieben. Seht ihr lieber einen spannenden Dreikampf auf hohem Niveau? Dann ist die AL East oder die NL West die passende Division für euch. Oder gefällt euch eher große Ausgeglichenheit mit Chancen für jeden? Dann beschäftigt ihr euch am besten mit den Central-Divisionen. Egal, welche Division ihr zurzeit am liebsten verfolgt – der Grand Slam am Donnerstag bringt sie euch alle:

National League
Fangen wir an mit der momentan langweiligsten Division, der National League East. Die Washington Nationals (25-14) ziehen einsam ihre Kreise und der Rest übt sich gekonnt darin, sie dabei auf keinen Fall zu stören. Stolze acht Spiele beträgt der Vorsprung auf den Zweiten – zurzeit übrigens die Atlanta Braves (16-21) – bereits, das sind mehr als in manch anderer Division der Abstand zwischen dem Ersten und dem Letzten. Tatsächlich waren die Braves die Einzigen, die in den letzten Tagen mit einer Serie von drei Siegen gegen die Blue Jays ein Lebenszeichen von sich gaben. Die anderen drei Teams verloren im Gleichschritt jeweils acht ihrer letzten zehn Spiele, die New York Mets (16-23) sogar sieben in Folge. Die Nationals sind beileibe kein Überteam – zwar haben sie eine brachiale Offense um Bryce Harper und Ryan Zimmerman, doch im Pitching gibt es Schwächen, vor allem im Bullpen. Das merkt aber keiner, solange der Rest der Division so desolat bleibt wie er momentan ist.

Der direkte Gegenentwurf zur einseitigen NL East ist die NL Central. Woche für Woche darf ich hier einen neuen Tabellenführer vorstellen, dieses Mal die Milwaukee Brewers (23-18). Die Brewers haben sich in den letzten Tagen ausgiebig an halbtoten Teams wie den Mets und den Padres gelabt und so die St. Louis Cardinals (21-17) hinter sich gelassen. Aber auch die Chicago Cubs (20-19) und trotz zuletzt fünf Niederlagen die Cincinnati Reds (19-20) sind nicht weit entfernt von der Spitze. Selbst die Pittsburgh Pirates (17-23) sind auf ihrem letzten Platz nur fünfeinhalb Spiele hinter den Brewers. Eine für die Division möglicherweise richtungweisende Serie steht am Wochenende an, wenn von Freitag bis Sonntag die Cubs die Brewers im Wrigley Field empfangen (siehe auch „Spiel der kommenden Woche“).

Spannend ist auch die NL West, allerdings in deutlich zweigeteilter Weise: Die Colorado Rockies (25-15), die Arizona Diamondbacks (24-18) und die Los Angeles Dodgers (23-18) spielen die Spitze unter sich aus, während die San Francisco Giants (17-25) und die San Diego Padres (15-27) sich das Schneckenrennen gegen den letzten Platz liefern. Ich muss zugeben, ich hatte für die vergangene Woche erwartet, dass die Dodgers sich den Spitzenplatz holen und dass die beiden Überraschungsteams aus Arizona und Colorado so langsam nachlassen. Aber ich habe mich geirrt: Die Spitzenserie zwischen den Dodgers und den Rockies endete unentschieden und die Diamondbacks haben sich durch einen Sweep über die Mets den Verbleib im Führungstrio gesichert.

American League
Kommen wir zu einer ganz ähnlichen Division, der American League East. Auch hier ringen drei Teams um die Spitze, während die anderen beiden dieses Jahr mit selbiger nicht viel zu tun haben werden. Die Kluft ist hier allerdings nicht ganz so groß wie in der NL West und dass die Boston Red Sox (21-18) sich eher nach oben Richtung New York Yankees (24-13) und Baltimore Orioles (23-15), die Tampa Bay Rays (21-22) sich hingegen eher nach unten Richtung Toronto Blue Jays (17-24) zu orientieren haben, ist vielleicht eher mein Bauchgefühl und Vorurteil als dass es wirklich aus dem bisherigen Saisonverlauf ableitbar wäre – immerhin haben die Rays gerade Auswärtsserien gegen die Red Sox und gegen die Indians gewonnen und das jeweils völlig verdient.

Lediglich fünf Spiele auseinander von Platz eins bis fünf liegen die Teams der AL Central. Keines davon ist zurzeit in allzu bestechender Form, aber die Ausgeglichenheit der Division ist schon sehr reizvoll. Vorne liegen zurzeit die Minnesota Twins (19-16) dank der gewonnenen Serie gegen die Cleveland Indians (20-19). Die Detroit Tigers (19-19) spielen nach wie vor einen konsequenten .500-Ball und besetzen damit die Mitte der Rangliste vor den Chicago White Sox (17-21) und den Kansas City Royals (16-23), die durch einen Zwischenspurt mit gewonnen Serien gegen die Rays und die Orioles den Anschluss an den Rest des Feldes wiederhergestellt haben.

Ähnlich einseitig wie die NL East, aber von den aktuellen Bilanzen her auf insgesamt höherem Niveau ist die AL West. Die Houston Astros (29-12) haben neun ihrer letzten zehn Spiele gewonnen und führen mit einer Winning Percentage von .707 mit Abstand die gesamte Liga an. Angesichts dieser Dominanz könnte man fast übersehen, dass sich hinter den Astros ebenfalls Erstaunliches tut: Nach derzeit acht Siegen in Folge sind die katastrophal in die Saison gestarteten Texas Rangers (21-20) inzwischen bei einem positiven Record und auf Platz zwei angelangt. Und auch die Los Angeles Angels (22-21) sind mit bisher vier Siegen hintereinander in starker Form und da sie es nun mit den derzeit restlos enttäuschenden Mets zu tun bekommen, könnte diese Serie durchaus noch etwas anhalten, vor allem wenn ihr Superstar Mike Trout an seine fünf Homeruns aus den letzten sechs Spielen anknüpft.

Szene der Woche
Die für mich bemerkenswerteste Szene der letzten Tage stammt aus einem Spiel der Chicago White Sox gegen die San Diego Padres: Beim Stand von 2:1 für die Padres im vierten Inning erreicht Chicagos Jose Abreu die erste Base und scort dann im Zuge von drei Wild Pitches von Trevor Cahill während eines einzigen At Bats den Ausgleich. So etwas sieht man nur sehr selten, also schaut es euch an.

Statistik der Woche 
1849. So viele RBIs hat Albert Pujols in seiner langen MLB-Karriere schon über die Platte gebracht und nimmt damit inzwischen Platz dreizehn in der ewigen Rangliste ein. Zumindest Platz zwölf (derzeit Mel Ott mit 1860) wird er wohl dieses Jahr noch erreichen, vielleicht sogar Rang elf (Willie Mays, 1903). Wenn der 37-jährige Pujols seinen bis 2021 laufenden Vertrag bei den Angels erfüllt, wird ihm ein Platz in den Top-10 wohl sicher sein. Ein weiterer statistischer Meilenstein steht ihm ebenfalls voraussichtlich noch dieses Jahr bevor: Mit 596 Homeruns steht er vor der Aufnahme in den exklusiven 600er-Club, der bisher nur acht Mitglieder hat.

Spiel der Woche
Das sehenswerteste Spiel der letzten Tage war für mich das zwischen den Detroit Tigers und den Baltimore Orioles am Dienstag. Zu bieten hatte die Partie unter anderem: 7 Runs der Orioles im dritten Inning; zwei durch Baltimores Bullpen im siebten und im zwölften Inning vergebene hohe Führungen; zwei Homeruns von Chris Davis in aufeinander folgenden Extra-Innings; und am Ende einen 13:11-Erfolg der Orioles, die zuvor vier Niederlagen hintereinander mit jeweils nur einem Run Unterschied erlitten hatten.

Spiel der kommenden Woche
Mein Einschalttipp der Woche ist das Spiel der Chicago Cubs gegen die Milwaukee Brewers am Samstag um 20:20 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Titelverteidiger Chicago wird unter Beweis stellen wollen, dass man in der NL Central über kurz oder lang wieder den Ton anzugeben gedenkt. Ein Erfolg gegen die Überraschungsmannschaft aus Milwaukee wäre ein guter erster Schritt für die Cubs und Jake Arrieta, der mit einem ERA von 5.44 und 4.18 FIP noch nicht die Form des Meisterjahres gefunden hat. Die Brewers schicken Chase Anderson auf den Mound, der mit einem ERA von 3.43 und 3.02 FIP bislang sein bestes Jahr in den Majors hat.

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April 6th, 2017 by Dominik

Die MLB-Saison 2017 hat begonnen, daher gibt es ab sofort wieder die „In-Season“-Version des Grand Slams am Donnerstag. Über Tabellenstände brauchen wir noch nicht groß zu reden, nachdem jedes Team erst eins bis drei von 162 Spielen absolviert hat, aber die eine oder andere interessante Entwicklung oder Überraschung hat es bereits gegeben – und leider auch schon mehrere Spielausfälle wegen schlechten Wetters; der neueste davon betrifft die für heute vorgesehene Partie der Pittsburgh Pirates bei den Boston Red Sox.

American League
Die American League East hatte dieses Jahr die Ehre, das Eröffnungsspiel zu bestreiten – zwischen den Tampa Bay Rays und den New York Yankees, zwei Teams, die in diesem Jahr voraussichtlich für nicht allzu viel Furore sorgen werden. Der Favoritenrolle gerecht geworden sind bisher die Boston Red Sox mit zwei Siegen in zwei Spielen gegen die Pittsburgh Pirates, auch wenn im zweiten Spiel erst ein Walkoff-Homerun von Sandy Leon die ersten Punkte und gleichzeitig die Entscheidung brachte. Ebenfalls schadlos hielten sich die Baltimore Orioles, die zweimal gegen die Toronto Blue Jays gewannen und damit zeigten, dass sie von dem Abwärtstrend nichts wissen wollen, den viele (mich selbst eingeschlossen) ihnen für dieses Jahr prognostiziert hatten.

Die AL Central präsentiert sich in dieser sehr frühen Momentaufnahme als die stärkste Division der Liga mit gleich drei ungeschlagenen Teams. Im Fall der Cleveland Indians, welche die Texas Rangers 3-0 gesweept haben, entspricht das der Erwartungshaltung eines AL-Champions und erneuten Mitfavoriten; für die Detroit Tigers ist die perfekte Bilanz ein Muster von wenig Wert, da sie nur ein einziges Spiel absolviert haben, denn die zweite Partie gegen die White Sox musste wegen Regens verschoben werden; bleiben als Dritter im Bunde die Minnesota Twins, bislang das Überraschungsteam der Liga – nicht nur, weil sie die beiden ersten Spiele gegen die Kansas City Royals gewonnen haben, sondern weil die Ergebnisse von 7:1 und 9:1 an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließen. Damit haben die Twins bislang ligaweit sowohl die meisten Runs pro Spiel erzielt als auch die wenigsten Runs pro Spiel zugelassen. Die sehenswerteste Defensivaktion der bisherigen Saison geht übrigens ebenfalls auf das Konto der Twins.

Für die AL West rechne ich dieses Jahr mit einem Dreikampf zwischen den Texas Rangers, den Seattle Mariners und den Houston Astros. Das bisherige Bild ist allerdings ein anderes, denn die Astros haben zum Saisonstart durch drei Siege in drei Spielen gegen den Mitkonkurrenten aus Seattle ein klares Ausrufezeichen hinter ihren Anspruch auf den Divisionstitel gesetzt. Die Mariners hingegen müssen neben dem 0-3-Start auch noch die Hiobsbotschaft verdauen, dass Starter Drew Smyly mit einer Ellbogenverletzung im Wurfarm für mindestens zwei Monate ausfällt. Die Rangers kamen gegen die Cleveland Indians mit drei Niederlagen unter die Räder und hoffen, nun in den Oakland Athletics den benötigten Aufbaugegner zu finden.

National League
In der National League East starteten die Washington Nationals mit zwei erwarteten Siegen gegen die Miami Marlins, alle anderen Teams haben von ihren ersten beiden Spielen eines gewonnen und eines verloren. Die Extra-Innings-Niederlage meiner Mets in der letzten Nacht tut besonders weh – nicht nur, weil es mich wehmütig stimmt, Bartolo Colon im Citi Field in der falschen Uniform zu sehen, sondern auch weil eine Glanzleistung von Jacob deGrom am Ende unbelohnt blieb, da der Bullpen und die Batter ihm keine Stütze waren.

Die NL Central ist am schwächsten in das Jahr gestartet, kein einziges Team weist bislang eine positive Bilanz auf. Das wird sich heute allerdings definitiv ändern, wenn die Chicago Cubs und die St. Louis Cardinals gegeneinander das dritte Spiel ihrer Serie absolvieren – vorausgesetzt, die wegend schlechten Wetters von gestern auf heute verschobene Partie muss nicht erneut ausfallen. Einen großen Erfolg haben die Cardinals vor ein paar Tagen abseits des Platzes erzielt: Mit Catcher Yadier Molina, dem Gesicht der Franchise, einigte man sich auf eine Vertragsverlängerung, die ihm in den nächsten drei Jahren 60 Millionen Dollar einbringt.

Die NL West ist die einzige Division, in der schon jedes Team mindestens einmal gewonnen und einmal verloren hat. Erwähnenswert finde ich hier die Arizona Diamondbacks und die Colorado Rockies, die als einzige Teams der Liga mit negativem Rundifferential eine positive Bilanz (jeweils 2-1) erspielt haben. Spricht das nun für Glück oder für Effizienz? Vielleicht auch für nichts von beidem, die Stichprobengröße ist ja noch extrem klein.

Spielzug der Woche
Es gab in den ersten Spielen schon eine Menge sehenswerter Hits und Catches, aber eines habe ich wirklich noch nie gesehen und das war dass innerhalb eines Innings dreimal derselbe Spieler vom Ball getroffen wurde. Stephen Piscotty, Outfielder der St. Louis Cardinals, ist der Pechvogel, dem im fünften Inning der 1:2-Niederlage gegen die Cubs genau das passiert ist. Ich fand es beim ersten Mal zum Lachen, beim zweiten Ansehen machte ich mir Sorgen, ob sich der arme Kerl vor allem bei dem dritten Treffer nicht ernsthaft verletzt hat. Zum Glück hat er das nicht; er wurde zwar auf eine Gehirnerschütterung untersucht, aber es war alles in Ordnung.

Statistik der Woche 
50. So viele aufeinanderfolgende Saves hat der Closer der Orioles, Zach Britton, inzwischen erzielt. Das ist eine beeindruckende Serie, mit der er bereits auf Platz 5 der ewigen Bestenliste der MLB liegt. Platz zwei ist bereits in Sichtweite, denn davon trennen Britton nur noch Jose Valverde (51), Jeurys Familia (52) und Tom Gordon (54). Bis zu Platz eins, den Eric Gagne mit 84 erfolgreichen Save-Opportunities hintereinander belegt, ist es aber noch ein weiter Weg.

Spiel der Woche
Es gab bereits einige sehenswerte Begegnungen an diesen ersten Tagen der Saison, aber ich entscheide mich für das Spiel der San Francisco Giants bei den Arizona Diamondbacks am Opening Day. Zum einen weil es ein sehenswertes und spannendes Spiel war – mit Madison Bumgarner, der mit fünf perfekten Innings startete und obendrein zum ersten Pitcher wurde, der zwei Homeruns am Opening Day schlug, mit einem nie aufgebenden Diamondbacks-Team, dem ersten Blown Save und schließlich dem ersten Walkoff des Jahres –, zum anderen weil es das erste Spiel seit sehr langer Zeit war, dass im deutschen Free-TV zu empfangen war. Ich habe mir die Übertragung aus Interesse angeschaut und fand sie größtenteils gelungen, außer der ärgerlichen Tatsache, dass man erst mitten in das schon seit einer Stunde laufende Spiel eingestiegen ist. Ich hoffe sehr, dass das bei der nächsten Übertragung anders wird. Übrigens habe ich keine Ahnung, wann das sein wird, im Sport1-Programm bin ich bisher nicht fündig geworden. Für sachdienliche Hinweise wäre ich sehr dankbar.

Spiel(e) der kommenden Woche
Mit der Serie der Los Angeles Dodgers beim World-Series-Titelverteidiger Chicago Cubs von Dienstag bis Donnerstag treten erstmals in diesem Jahr zwei der vermutlichen Spitzenteams gegeneinander an. Daher sind diese Spiele mein Einschalttipp für die kommende Woche.

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März 23rd, 2017 by Dominik

Das Spring Training neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu und in nur zehn Tagen beginnt endlich die neue MLB-Saison – schon zwei Tage vorher startet übrigens die deutsche Baseball-Bundesliga, auf die ich mich genauso sehr freue. Heute steht aber erst einmal das Ergebnis eines anderen Wettbewerbs im Vordergrund: Die USA haben den World Baseball Classic gewonnen und sind somit zum ersten Mal das geworden, was man in den meisten anderen Sportarten als Weltmeister bezeichnen würde. Herzlichen Glückwunsch dazu!

Klarer Sieg der USA im Finale des WBC 
Das Finale zwischen den Gastgebern und Puerto Rico verlief einseitiger als erwartet: 8:0 siegten die USA, die in der Zwischenrunde den Puerto Ricanern noch mit 5:6 unterlegen gewesen waren. Ganz großen Anteil an dem Erfolg hatte der Starting Pitcher der USA, Marcus Stroman, der erst im siebten Inning den ersten Hit zuließ und hinterher zum MVP des Spiels gewählt wurde. In der Offensive leisteten 2B Ian Kinsler und OF Andrew McCutchen mit je zwei Hits, darunter ein 2-Run-Homerun von Kinsler, und je einem Walk den größten Beitrag.

Gute und schlechte Nachrichten für die Yankees
Die meisten Schlagzeilen aus dem Spring-Training gebührten diese Woche den New York Yankees. Erfreulich aus ihrer Sicht ist, dass sie mit 19 Siegen und nur 7 Niederlagen bislang das erfolgreichste Team der Vorbereitungsrunde sind. Für besonderes Aufsehen sorgte die Leistung vom vergangenen Freitag, als Masahiro Tanaka, Chasen Shreve und Jordan Montgomery einen No-Hitter gegen die Detroit Tigers pitchten – übrigens den ersten Spring-Trainig-No-Hitter seit zwei Jahren. Natürlich sind solche Freundschaftsspiel-Erfolge im Endeffekt nichts wert und so wird die Freude über die guten Leistungen wohl deutlich von der schlechten Nachricht dieser Woche überschattet: Shortstop Didi Gregorius kehrte mit einem gezerrten Schultermuskel von seiner WBC-Teilnahme für das niederländische Nationalteam zurück und wird mindestens bis in den Mai hinein ausfallen. Naturgemäß gab es sofort Spekulationen über einen Trade, beispielsweise für Freddy Galvis von den Phillies oder für Zack Cozart von den Reds, aber wahrscheinlicher erscheint eine interne Vertretungslösung. Diese wird aller Voraussicht nach nicht Top-Prospect Gleyber Torres sein, dem man mehr Zeit zur Entwicklung in den Minor Leagues geben will. Starlin Castro, Tyler Wade und Ruben Tajada sind wohl die aussichtsreichsten Kandidaten für den Job.

Neue Tommy-John-Opfer
Noch schlimmer als Gregorius hat es die beiden Starting Pitcher Cody Anderson von den Cleveland Indians und Trevor May von den Minnesota Twins erwischt: Beide mussten sich der berüchtigten Tommy-John-Surgery zur Reparatur von Bändern im Ellbogen unterziehen. Das bedeutet, dass die Saison 2017 ohne die beiden stattfinden wird. Sowohl Anderson als auch May waren zuletzt keine festen Größen in ihren Teams und konnten vor der Verletzung allenfalls auf den fünften Platz in der jeweiligen Rotation hoffen.

Vertragsverlängerung für Kevin Kiermaier und Tim Anderson
Grund zur Freude gibt es für OF Kevin Kiermaier von den Tampa Bay Rays und Shortstop Tim Anderson von den Chicago White Sox, denn beide haben diese Woche neue millionenschwere Verträge unterzeichnet. Kiermaier – defensiv unbestreitbar einer der besten Outfielder der Liga, als Batter bislang nicht mehr als solide – erhält von den Rays 53,5 Millionen Dollar für sechs Jahre, ein weiteres Jahr ist optional für 13 Millionen.

Anderson hat ebenfalls für sechs Jahre unterschrieben und bekommt dafür 25 Millionen Dollar. Seine Vertragsverlängerung kam überraschend, denn er spielt seit nicht mal einem Jahr in der MLB. Er wäre daher nach den zwischen der Spielergewerkschaft MLBPA und der Liga ausgehandelten Regeln ohnehin noch sechs Jahre an die White Sox gebunden gewesen und hätte sich auch mit weit weniger Geld zufrieden geben müssen. Kernstück des Vertrages sind daher die beiden optionalen Jahre, in denen die White Sox ihren Shortstop für 12,5 und 14 Millionen Dollar nach der festen Laufzeit weiterbeschäftigen können.

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März 9th, 2017 by Dominik

Nach Jahren des Daseins als Weder-Fisch-noch-Fleisch-Franchise – und nach einem Jahr, in dem der Lokalrivale Chicago Cubs vorgemacht hat, wie es geht – haben die White Sox einen klaren Entschluss gefasst: Der Neuaufbau muss her, ohne Wenn und Aber. Dass sie es ernst damit meinen, haben die White Sox gleich zu Beginn der Offseason unter Beweis gestellt, indem sie bei den Winter Meetings der MLB zwei zukunftsweisende Trades aushandelten. SP Chris Sale wurde zu den Boston Red Sox getradet, dafür kamen das Top-Prospect der MLB, 2B Yoan Moncada, sowie drei weitere Prospects, darunter Flamethrower Michael Kopech. Die Aufregung um diesen Blockbuster hatte sich noch nicht gelegt, da wurde schon der nächste verkündet, welcher OF Adam Eaton zu den Washington Nationals schickte. Die Gegenleistung waren drei weitere Prospects, allen voran Pitcher Lucas Giolito. Allein diese beiden Trades machten aus einem zuvor unterdurchschnittlichen Farmsystem ein gutes und die White Sox sind aller Voraussicht nach noch nicht fertig mit ihren Weichenstellungen für die Zukunft. Sowohl SP Jose Quintana als auch Closer David Robertson stehen beständig im Mittelpunkt von Tradegerüchten und werden wohl spätestens zur Trade-Deadline Ende Juli ebenfalls gegen vielversprechende Talente eingetauscht werden. Für 2017 liegt der Fokus der White Sox definitiv nicht darauf, Spiele zu gewinnen. Da das aber in der AL Central mit Ausnahme der Cleveland Indians dieses Jahr der Normalzustand sein dürfte, ist von Platz zwei bis fünf prinzipiell alles drin.

Voraussichtliches Lineup
C Geovany Soto
1B Jose Abreu
2B Yoan Moncada
SS Tim Anderson
3B Todd Frazier
LF Melky Cabrera
CF Charlie Tilson
RF Avisail Garcia
DH Cody Asche

Voraussichtliche Rotation
SP Jose Quintana
SP James Shields
SP Carlos Rodon
SP Miguel Gonzalez
SP Derek Holland
Closer David Robertson

Wichtigster Zugang
2B Yoan Moncada (Boston Red Sox)

Wichtigster Abgang
SP Chris Sale (Boston Red Sox)

Bestes Prospect
2B Yoan Moncada

Größte Stärke
Eine klare Perspektive: Selbige hat den White Sox lange gefehlt, doch nun ist sie da und jeder im Team und im Umfeld weiß, was mit welchem Zeithorizont von ihm erwartet wird.

Größte Schwäche
Die Stadtrivalität: Wer ein Rebuilding einläutet, während der Konkurrent im Norden der Metropole gerade den Gewinn der World Series und die mögliche Geburt einer Dynasty feiert, muss sich wohl oder übel mit dem Gedanken anfreunden, die nächsten zwei, drei Jahre mit etwas gesenktem Haupt durch die Stadt zu schlurfen.

Spannendste Frage
Gibt es weitere Blockbuster-Trades? Mit den beiden oben erwähnten Trades während der Winter Meetings hat GM Rick Hahn sein Verhandlungsgeschick bereits demonstriert und es wäre eine Überraschung, wenn Quintana und Robertson im August noch in Chicago spielen. Weitere potenzielle Tradekandidaten sind 3B Todd Frazier, 1B Jose Abreu und OF Melky Cabrera.

Prognose
Platz 4 in der AL Central

Hier geht’s zum Power-Ranking und allen bisher erschienenen Previews.

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November 29th, 2016 by Dominik

Im dritten Teil der Serie über die interessantesten Rivalitäten in der MLB schaue ich mir heute eine der naheliegendsten Feindschaften an, nämlich die zwischen den Chicago White Sox und den Chicago Cubs. Das Wort „naheliegend“ darf man dabei ruhig wörtlich nehmen, denn die Ballparks der beiden Teams trennen gerade mal 13 Kilometer Luftlinie, welche sich in weniger als einer halben Stunde ohne Umsteigen mit der Red Line der Chicago Transit Authority überbücken lassen.

In Chicago hängt es ganz stark von der Wohngegend ab, welchem Team man anhängt: Die Trennlinie zwischen den Ballungsgebieten der Cubs und denen der White Sox verläuft horizontal durch die Stadt, ungefähr auf Höhe der Interstate 290. Im südlichen Teil der Stadt sowie in den südlichen Vororten dominieren deutlich die White Sox, während nördlich der Linie – im weiteren Einzugsgebiet allerdings auch rings um Chicago herum – ebenso deutlich die Cubs dominieren, wie eine auf Facebook basierende Karte der New York Times veranschaulicht. Dementsprechend bezeichnen sich auch die Fans landläufig als „North Siders“ oder „South Siders“.

Entstanden ist die Rivalität bereits mit der Gründung der White Sox im Jahr 1900, welche die Vereinsführung der Cubs erfolglos zu verhindern versuchte. Die White Sox waren Grüdungsmitglied der American League, die sich zu Beginn des letzten Jahrhunderts als Konkurrenzorganisation zur National League etablierte, bevor sie mit dieser 1903 zur Major League Baseball verschmolz. Bis 1997 bestand die Verschmelzung allerdings spielplantechnisch nur in der World Series. Während der regulären Saison trafen die Teams der National League und der American League, also auch die Cubs und die White Sox, bis dahin nie aufeinander. So kam es, dass sich die beiden Chicagoer Teams in den ersten 97 Jahren einer geliebten und gelebten Rivalität nur in einer einzigen Serie direkt gegenüber standen. Das war die World Series 1906, welche die als Außenseiter angetretenen White Sox mit 4:2 Spielen für sich entschieden.

Nach jener World Series sahen sich die Cubs und die White Sox 90 Jahre lang ausschließlich in Freundschaftsspielen – bis die MLB 1997 die Interleague-Serien einführte. Seitdem stehen jährlich drei bis sechs Lokalderbys auf dem Plan und die Konkurrenz kann endlich regelmäßig auf dem Platz ausgetragen werden und nicht mehr nur im Fernduell, welches jahrzehntelang in erster Linie aus Schadenfreude über die jeweils reichlich vorhandenen Misserfolge des Gegners bestand.

Von 1997 bis 2016 wurden zwischen Chicago Nord und Chicago Süd 108 Partien absolviert, von denen die White Sox 57 gewannen und die Cubs 51. Dabei erzielten die White Sox 484 Runs (4,5 pro Spiel) und die Cubs 477 (4,4). Der höchste Sieg ging am 24. Juni 2005 mit 12:2 an die White Sox. Die aufsehenerregendste Partie fand am 20. Mai 2006 statt, als White-Sox-Catcher A. J. Pierzynski bei einem Sacrifice-Fly-Score mit Cubs-Catcher Michael Barrett kollidierte, der dabei den Ball fallen ließ und anschließend seinem Gegenüber vor lauter Zorn einen Kinnhaken verpasste. Das Resultat war eine Schlägerei zwischen beiden Teams, die mit mehreren Spielausschlüssen und Sperren endete.

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November 10th, 2016 by Dominik

Herzlich willkommen zur ersten Offseason-Ausgabe des Grand Slam am Donnerstag. Bis es im April wieder Spielzüge, Ergebnisse und Tabellenstände zu diskutieren gibt, werde ich an dieser Stelle aktuelle Stories anreißen, die ich nicht wichtig genug für einen eigenen Artikel, aber so interessant finde, dass ich sie mal erwähnt haben möchte. Außerdem möchte ich ein letztes Mal die Werbetrommel für mein Offseason-Wunschkonzert rühren. Es ist schon eine ganze Reihe von Anregungen eingegangen, womit Baseblog.de sich in den nächsten Monaten beschäftigen soll, und ich freue mich über jede weitere.

Trade zwischen Mariners und Dodgers
Die Seattle Mariners haben sich die Dienste von Catcher Carlos Ruiz gesichert, der durch eine zu ziehende Club-Option für 4,5 Millionen Dollar ein Jahr lang unter Vertrag steht. Im Gegenzug wechselt Relief Pitcher Vidal Nuno zu den Los Angeles Dodgers. Das ist nicht gerade ein Blockbuster, aber immerhin der erste erwähnenswerte Trade dieser Offseason.

Bud Black wird Rockies-Manager
Die Colorado Rockies haben ihren neuen Manager vorgestellt und für die NL West ist es ein alter Bekannter: Bud Black managte zuletzt von 2007 bis 2015 die San Diego Padres. Auf den ehemaligen Pitcher wartet ein gutes Stück Arbeit beim Versuch, die Rockies zu einem Playoff-Kandidaten zu machen. Ihre 75-87-Bilanz des vergangenen Jahres war schon die beste seit 2010, in der Postseason war Colorado zum bislang letzten Mal 2009. Blacks Resultate in San Diego waren allerdings auch eher gemischt mit einer Gesamtbilanz von 649-713. Seine letzte Winning Season war 2010, das hat er mit seinem neuen Team schon mal gemeinsam.

Bürger stimmen für neues Rangers-Stadion 
Die Wahl vom Dienstag ist in aller Munde, aber wer hat mitbekommen, dass an dem Tag nicht nur für Donald Trump und für die Legalisierung von Cannabis in einigen Bundesstaaten gestimmt wurde sondern auch für einen neuen Ballpark in Arlington? Mit 60 zu 40 Prozent entschieden die Wähler, dass der Staat bis zu 500 Millionen Dollar und damit die Hälfte des Stadionprojektes mit einfahrbarem Dach finanziert. Der Ballpark soll 2020 oder 2021 fertig sein und ist verbunden mit der Garantie, dass die Texas Rangers bis mindestens 2053 in Arlington bleiben.

Mets wollen Cespedes behalten 
Anders als im letzten Jahr, in dem die New York Mets sich lange aus den Verhandlungen um Yoenis Cespedes mehr oder weniger heraushielten, um dann ganz überraschend doch einen faktischen Einjahresvertrag mit ihm abzuschließen, ist eine Verlängerung mit ihm dieses Mal erklärtes Ziel von General Manager Sandy Alderson. Die Fans werden es gerne hören, denn diese Nachricht bedeutet nicht nur, dass man den Leistungsträger und Publikumsliebling halten möchte, sondern wohl auch, dass man nicht vor größeren Investitionen zurückschreckt.

Blue Jays bemühen sich um Encarnacion
Auch Edwin Encarnacion wird stark von seinem aktuellen Team umworben. Beim Bemühen, einen ihrer beiden Big Bats zu halten, genießt Encarnacion für die Blue Jays offenbar klare Priorität gegenüber José Bautista. Gefühlt wird aber auch kaum einem Spieler in diesen ersten Tagen der Free Agency so viel Interesse anderer Clubs nachgesagt wie Encarnacion. Unter den Bewerbern um seine Dienste befinden sich Meldungen zufolge die Red Sox, die Astros und die Yankees.

100 Millionen für Chapman? 
Für einen Top-Hitter wie Cespedes oder Encarnacion wäre ein Vertrag, der einen dreistelligen Millionenbetrag garantiert, keine Sensation. Die gleiche Summe für einen Relief Pitcher wäre hingegen ein regelrechter Erdrutsch, auch wenn es um Aroldis Chapman geht. Vermutlich greift er mit dieser ihm nachgesagten Forderung etwas zu hoch, aber er kann ohne Weiteres in Kürze der bestbezahlte Reliever aller Zeiten sein. Bisher hält diesen Rekord Jonathan Papelbon mit 50 Millionen Dollar für einen Vierjahresvertrag.

White Sox starten Rebuild
Keine großen Verträge für Spieler über 30 darf man von den Chicago White Sox erwarten, denn jüngste Aussagen von GM Rick Hahn lassen darauf schließen, dass die White Sox einen langfristigen Neuaufbau anstreben. Das Team verfehlt seit Jahren die selbst gesteckten Erwartungen, die Altersstruktur steigt und das Farmsystem ist nicht gerade prall mit Talenten gefüllt. Wenn die White Sox tatsächlich den Resetknopf drücken, dann darf man ein paar interessante Trades erwarten. Chris Sale und José Quintana werden gerade bei dem schwachen Free-Agent-Markt für Starting Pitcher auf großes Interesse stoßen.

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August 23rd, 2016 by Dominik

Für die Teams, die sich Hoffnungen auf die Playoffs machen, ist längst die heiße Phase der Saison angebrochen. Aber auch bei denen, die schon aus dem Rennen sind, geht es in mancher Hinsicht noch heiß her – unter anderem unter den Stühlen einiger Manager.

(Nur kurz zur Erklärung für alle, die mit den sprachlichen Gepflogenheiten im Baseball nicht vollständig vertraut sind: Unter dem Manager versteht man in der MLB die Person, die für Strategie und Einstellung des Teams verantwortlich ist; in anderen Sportarten nennt man diese Personen Head Coach oder Cheftrainer.)

Die Atlanta Braves haben sich bereits im Mai von Fredi Gonzalez getrennt. Die Kandidatenliste, wer der nächste gefeuerte Manager sein wird, ist lang und es ist eine beliebte Beschäftigung der Baseball-Schreiberlinge, entsprechende Tipps abzugeben. Da will ich nicht zurück stehen, hier sind meine Top 5:

1. Terry Collins, New York Mets
Es mag verwundern, dass Collins ganz oben auf dieser Liste steht, nachdem er ein jahrelang erfolgloses Team vor wenigen Monaten bis in die World Series geführt hat. Aber die aktuelle Saison der Mets ist eine massive Enttäuschung und auch wenn das sicher nicht allein Collins‘ Verschulden ist, häufen sich doch zunehmend kritikwürdige Handlungen und Entscheidungen des Managers – zum Beispiel eine nicht genutzte Challenge, die ohne Risiko die Möglichkeit geboten hätte, das letzte Out einer Niederlage gegen die Tigers anzufechten; oder die Entscheidungen, angeschlagene Spieler wie Yoenis Cespedes und Steven Matz zu oft oder zu lange aufs Feld zu schicken, bis sie schließlich auf der DL landeten; oder das Überstrapazieren von Closer Jeurys Familia in der zweiten Julihälfte, das in zwei blown Saves endete; von einigen seltsamen Lineups und Pinch-Hit-Entscheidungen in den letzten Wochen mal ganz abgesehen. Ich weiß nicht, was mit Collins los ist und es tut mir leid, weil er ein verdienter Coach und ein sehr sympathischer Mensch ist. Aber er macht momentan keinen guten Job und ich hoffe, das Front Office ist bereit, frühzeitig die Weichen für einen Neubeginn zu stellen, sobald das absehbare Aus im Playoffrennen endgültig besiegelt ist.

2. Chip Hale, Arizona Diamondbacks
Ähnlich wie Collins hatte Hale 2015 eine gute Saison mit seinem Team, konnte 2016 aber die daraus entstandenen hohen Erwartungen nicht erfüllen. Schon seit Wochen gibt es immer wieder Gerüchte um Hales Entlassung – sogar unter konkreter Nennung eines designierten Nachfolgers in Person von Phil Nevin – und das Front Office um General Manager Dave Stewart tritt diesen Gerüchten nur wachsweich entgegen. Welche Verfehlungen man Hale genau vorwirft, liegt nicht so klar auf der Hand wie bei Collins. Weder der schlechte Trade für Shelby Miller noch die Verletzungsmisere sind Hale zuzurechnen, aber Stewart kämpft selbst um seinen Job und wird über kurz oder lang ein Signal setzen wollen, dass man bereit zu radikalen Änderungen ist. Dass Hale dafür geopfert wird, ist alles andere als unwahrscheinlich.

3. Robin Ventura, Chicago White Sox
Die Achterbahnfahrt, die Collins und Hale mit ihren Teams in zwei Jahren erlebt haben, machte White-Sox-Manager Ventura innerhalb von wenigen Monaten durch: Einem 23-10-Start in die laufende Saison, der so Manchen schon von einer World Series als Stadtderby träumen ließ, folgte der Absturz auf inzwischen 59-64. Insgesamt ist es Venturas fünftes Jahr und nachdem also auch 2016 trotz des Traumstarts nicht der erhoffte Turnaround gelungen ist, könnte die Zeit gekommen sein, das Experiment mit dem damals ohne Vorerfahrung eingestellten Manager für gescheitert zu erklären.

4. Bryan Price, Cincinnati Reds
Im Gegensatz zu den drei oben genannten Managern blickt Price nicht auf Aufs und Abs in seiner Zeit mit den Reds zurück, sondern lediglich auf Abs. In den knapp drei Jahren hat er es auf eine Bilanz von 193-255 gebracht und Besserung ist nicht ernsthaft in Sicht. Natürlich hatte er es schwer, weil in Cincinnati nicht das große Geld zu Hause ist und weil viele gute Spieler weggetradet wurden, um kurzfristige Wettbewerbsfähigkeit gegen die Hoffnung auf langfristigen Erfolg auf Basis einer starken Farm zu tauschen. Aber als die guten Spieler da waren, hat Price auch nicht wirklich etwas daraus gemacht. Er hatte zur gleichen Zeit Todd Frazier, Johnny Cueto, Aroldis Chapman, Jay Bruce und Joey Votto, aber auch in dieser Zeit waren die Reds nicht konkurrenzfähig. Ich kann mir vorstellen, dass man noch ein Jahr an Price als Manager festhält, aber nicht weil man von ihm überzeugt wäre sondern weil man dem Team für 2017 noch nicht den Sprung zum Contender zutraut und einen neuen Manager nicht verheizen möchte. In dem Moment, in dem die Reds sich in der Lage sehen, von der Kultur des Verlierens zur Kultur des Gewinnens zu wechseln, wird dieser angestrebte Wechsel auch durch einen Austausch des Managers manifestiert werden.

5. Mike Scioscia, Los Angeles Angels
Scioscia ist mit großem Abstand der dienstälteste Manager eines MLB-Teams. Nicht nur deswegen wäre es gewagt, seine Ablösung vorherzusagen, sondern auch weil er erst letztes Jahr einen jahrelang schwelenden teaminternen Machtkampf gewann, indem General Manager Jerry Tipoto nach Jahren der Reibung zwischen ihm und Scioscia seinen Hut nahm. Seit Übernahme seines Postens im Jahr 1999 hatte Scioscia viele erfolgreiche Jahre mit den Angels, doch momentan gehören diese zum Bodensatz der Liga – trotz Superstar Mike Trout und trotz einer Payroll im oberen Fünftel der Liga. So ziemlich jeder andere Manager würde in dieser Situation mit dem Rücken zur Wand stehen, aber Scioscia wird wohl auch diese Widrigkeiten überstehen. Denn ihn zu feuern würde die Entscheidung der Teamführung im letzten Jahr, ihm gegenüber Tipoto den Vorzug zu geben, nachträglich in Frage stellen. Diese Blöße wird man sich nicht geben wollen.

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August 2nd, 2016 by Dominik

Die Trade-Deadline 2016 ist Geschichte und es waren wieder mal ein paar aufregende Stunden für sämtliche Team-Manager, für viele Spieler und natürlich für alle mitfiebernden Fans. Wer einen Überblick über alle durchgeführten Trades sucht, der wird zum Beispiel hier fündig. Mein Senf zu der Angelegenheit besteht in einer Beschreibung von jeweils drei meiner Ansicht nach großen Gewinnern und Verlierern der Trades der letzten Tage und Stunden:

Gewinner 1: New York Yankees
Die Yankees hatten sich überraschend frühzeitig damit angefreundet, dieses Jahr hauptsächlich als Seller aufzutreten, und schon eine knappe Woche vor der Deadline gewaltig die Cubs über den Tisch gezogen, indem sie sich die letzten zwei Vertragsmonate von RP Aroldis Chapman vergolden ließen. Auch für RP Andrew Millers Wechsel zu den Indians sowie für OF Carlos Beltran, der nach Texas wechselt, wurden ordentlich Prospects eingesammelt. Für SP Ivan Nova dürfte noch etwas von den Pirates kommen, hier ist die Gegenleistung meines Wissens noch nicht bekannt. Die Yankees haben jedenfalls ordentlich etwas für die Farm getan und bei jedem einzelnen der Trades habe ich das Gefühl, dass sie sehr gut verhandelt haben.

Gewinner 2: Texas Rangers
Die Rangers sind den gegenteiligen Weg zu jenem der Yankees gegangen: Sie haben sich von einer Reihe von Prospects getrennt, um kurzfristig Verstärkung an Land zu ziehen und das ist ihnen mit der Verpflichtung von OF Carlos Beltran (Yankees), C Jonathan Lucroy und RP Jeremy Jeffress (beide Brewers) hervorragend gelungen. Mit RP Dario Alvarez und RP Lucas Harrell wurden schon vor einigen Tagen zwei weitere solide Ergänzungen für den Bullpen geholt. Was sie nicht bekommen haben, ist ein Starting Pitcher, aber zweifelsfrei ist das Team mit dem besten Record der American League heute noch ein ganzes Stück stärker geworden.

Gewinner 3: Los Angeles Dodgers
Auch die Dodgers haben sich deutlich verstärkt, vor allem durch den Trade mit den Athletics, der ihnen SP Rich Hill und OF Josh Reddick einbrachte. Schwerer einzuschätzen ist der Tausch, bei dem die Dodgers SP/RP Mike Bolsinger nach Toronto schickten und dafür SP/RP Jesse Chavez erhielten. Nach dem, was ich von Bolsinger dieses Jahr bisher gesehen habe, kann es aber nur ein Upgrade und Verhandlungserfolg sein, ihn losgeworden zu sein und sogar noch etwas dafür bekommen zu haben.

Verlierer 1: New York Mets
Ich kann kaum beschreiben, wie sehr es mich ärgert: In der Situation der Mets sollte man sich entweder gezielt verstärken, um einen Run auf die gerade noch in Reichweite befindlichen Playoffs zu wagen oder aber man lässt die Saison auf gut Glück laufen und richtet den Fokus auf nächstes Jahr. Die Mets tun nichts von beidem. Stattdessen holen sie mit Jay Bruce einen Karriere-.249-Hitter mit Defensivschwäche und überlassen dafür den Cincinnati Reds ihr bereits MLB-fähiges Top-Infield-Prospect Dilson Herrera – während das eigene Infield nach den Verletzungen von Wright, Duda, Reyes und Cabrera in Scherben liegt! Wer hätte gedacht, dass ich die Rückkehr von SP/RP Jon Niese aus Pittsburgh mal als den halbwegs positiven Lichtblick eines Trade-Deadline-Tages sehen würde? Ich jedenfalls nicht, aber genau so ist es gekommen.

Verlierer 2:  Houston Astros 
Vor ein paar Tagen noch schien es nur eine Frage der Zeit, bis die Astros ihren Divisionskonkurrenten, die Rangers, nach einer wochenlangen Aufholjagd entthronen. Doch stattdessen folgten erst ein Seriensweep durch die Detroit Tigers und dann diese Trade-Deadline, zu der die Rangers sich ordentlich verstärkten, während die Astros – bis auf den Verkauf von zwei Ergänzungsspielern gegen zwei Prospects – völlig untätig blieben.

Verlierer 3: Chicago White Sox
Untätig blieben auch die White Sox auf Seiten der erwarteten Seller. In Chris Sale und José Quintana hatten sie zwei Starting Pitcher im Schaufenster stehen, die vielen anderen Teams hätten weiterhelfen und den White Sox selbst zukunftsträchtige Gegenwerte hätten bringen können. Aber offenbar haben die White Sox sich verzockt und sind am Ende auf den beiden attraktiven Ködern sitzen geblieben.

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Juni 16th, 2016 by Dominik

Ich blicke zurück auf die Woche, in der Max Kepler seinen ersten Homerun in der MLB geschlagen hat, in der Freddie Freeman der erste Cycle des Jahres gelungen ist und in der Ichiro Suzuki für einen Rekord gefeiert wird, den es offiziell nicht gibt. Noch sind wir ein gutes Stück entfernt von der Halbzeit der Saison, aber in der Mehrzahl der Divisionen hat man bereits den Eindruck, dass sich die Spreu vom Weizen trennt.

American League

Die American League bleibt der spannendere der beiden MLB-Teile, denn in zwei von drei Divisionen ist die Tabellenspitze ganz eng beisammen.

In der AL East wechselt die Führung zwischen den Baltimore Orioles (37-27) und den Boston Red Sox (37-27) hin und her, momentan sind beide gleichauf. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, treffen die beiden Kontrahenten gerade in einer Drei-Spiele-Serie in Boston aufeinander, deren Rubber Match heute Nacht stattfinden wird. Die Toronto Blue Jays (37-31) haben gleich viele Siege eingefahren wie die Red Sox und die Orioles, allerdings schon vier Niederlagen mehr. Dass mit ihnen noch zu rechnen ist, haben sie jedenfalls am Wochenende mit einer 3:1 gewonnenen Serie gegen die Orioles untermauert. Und zu allem Überfluss zeigen plötzlich auch die schon abgeschriebenen Tampa Bay Rays (31-32) mehr als nur Zeichen von Leben, indem sie neun ihrer letzten elf Spiele gewonnen haben.

Genauso knapp geht es in der AL Central zu, in der die Cleveland Indians (35-30) und die Kansas City Royals (35-30) sich die Spitze teilen, nachdem die Royals einer Niederlagenserie von acht Spielen eine Siegesserie von bislang fünf Spielen folgen ließen. Nur zwei bzw. zweieinhalb Spiele zurück sind die Detroit Tigers (33-32) und die Chicago White Sox (33-33).

Als zurzeit einzige AL-Division weist die AL West relativ klare Verhältnisse auf: Die Texas Rangers (41-25) kristallisieren sich nach Anlaufschwierigkeiten inzwischen mehr und mehr als das dominierende Team der AL heraus und haben 19 ihrer letzten 25 Spiele gewonnen – das sind stolze 76% und das trotz der erneuten Verletzung von Pitching-Ass Yu Darvish und eines immer noch fragwürdigen Bullpens (ERA von 4.99). Die Seattle Mariners (34-31) sind mit einer Juni-Bilanz von bisher 3-10 nun schon ziemlich abgeschlagen, der Rest der Division steht ohnehin klar unter .500.

National League

Die klaren Verhältnisse, die es in der AL nur in einer Division gibt, sind für die National League inzwischen der Normalfall und wer nicht gerade Fan eines der drei führenden Teams ist wird hoffen, dass das nicht auf Dauer so bleibt, denn sonst beschränkt sich das Playoff-Rennen dieses Jahr schon bald auf die Wild-Card-Plätze.

In der NL Central drehen die Chicago Cubs (44-20) nach wie vor einsam ihre Kreise und man muss als neutraler Beobachter schon dankbar sein, dass sie aus den letzten zehn Spielen wenigstens mal „nur“ mit 5-5 herausgegangen sind. Es folgen nun zwei interessante Serien, zuerst gegen die Pittsburgh Pirates (33-32) und dann gegen die St. Louis Cardinals (35-30). Je nach Ausgang dieser Serien kommt in der Division vielleicht doch noch ein bisschen Spannung auf oder wir können im Grand Slam der nächsten Woche bereits einen dicken Haken an die NL Central machen, weil dort – zumindest was den Divisionssieg angeht – nichts mehr passieren wird.

Die NL West war vor einer Woche noch vom Zweikampf zwischen den San Francisco Giants (41-26) und den Los Angeles Dodgers (35-32) geprägt, doch mit sechs Siegen in den letzten sieben Spielen (darunter eine 2:1 gewonnene Serie gegen die Dodgers) haben sich die Giants an der Spitze etwas Luft verschafft. Die Dodgers haben im gleichen Zeitraum nur drei Spiele gewonnen und müssen so langsam über die Schulter schauen, denn die Colorado Rockies (32-33) sind richtig gut drauf und haben acht ihrer letzten zehn Spiele gewonnen.

Acht von zehn haben auch die Washington Nationals (41-25) zuletzt gewonnen und damit den Vorsprung vor den New York Mets (35-29) vergrößert. Das tut mir als Metsfan natürlich weh, aber die gestrige Offensivexplosion (11:2 gegen die Pirates) gibt mir Hoffnung. Das Monatsrestprogramm der Mets sieht unter anderem drei Spiele gegen die Nationals und sieben gegen die Atlanta Braves (19-46), das schwächste Team nicht nur der Division sondern wahrscheinlich der ganzen Liga, vor. Wenn sie danach nicht wieder Tuchfühlung zur Spitze haben, haben sie es wohl nicht besser verdient. Nicht ganz abschreiben darf man unterdessen die Miami Marlins (34-32), die sich – für mich überraschend – mit einem offensiv und defensiv recht ausgeglichenen Team beständig bei einer knapp positiven Bilanz halten und das, obwohl ihr Star-Batter Giancarlo Stanton nach wie vor (2016: .193/.301/.416) weit von seiner Normalform (Karriere: .264/.357/.538) entfernt ist.

Spielzug der Woche

In dieser Kategorie entscheide ich mich diese Woche nicht für ein einzelnes Play sondern für vier, genauer gesagt für einen Single, einen Double, einen Triple und einen Homerun. Im Baseball nennt man das Kunststück, jede Sorte von Hit in einem einzigen Spiel unterzubringen, einen Cycle und der gelang letzte Nacht zum ersten Mal in dieser Saison Freddie Freeman während des 9:8-Sieges seiner Atlanta Braves gegen die Cincinnati Reds. Natürlich hat ein Cycle keine zählbare Auswirkung, die über die Summme seiner Teile hinausgeht, und wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich lieber vier Homeruns schlagen als die vier verschiedenen Hits. Aber ich halte es für eine liebenswürdige Eigenart des Baseballs, dass solchen kleinen Besonderheiten hohe Aufmerksamkeit zuteil wird. Es ist zudem nur fair, dass man auch als Batter die Möglichkeit hat, sich die Anerkennung der Baseballszene mit einer Leistung zu verdienen, die von der Häufigkeit ihres Auftretens dem No-Hitter sehr ähnlich ist.

Statistik der Woche

4.257. So viele Hits hat Ichiro Suzuki in seiner Karriere in den höchsten Ligen erzielt – jedenfalls, wenn man sich erlaubt, als „höchste Ligen“ die Hits in der MLB und in der Japan Pacific League zusammenzuzählen. Das ist methodisch nicht ganz sauber und deshalb auch nur eine inoffizielle Statistik. Ist Ichiro, der in dieser kombinierten Zählung seit gestern Nacht MLB-All-Time-Leader Pete Rose (4256) überholt hat, nun der größte Hitter aller Zeiten oder bleibt dieser Titel bei Rose? Dazu kann man stehen wie man will. Eine beeindruckende Karriereleistung sind die 4.257 Hits in jedem Fall und das auch deshalb, weil Ichiro sie in über 1.500 weniger Plate Appearances als Rose vollbracht hat (14.334 gegenüber 15.890).

Spiel der Woche

Einen wahren Krimi lieferten sich Montagnacht die Chicago White Sox und die Detroit Tigers. Dabei hatte es nach zweieinhalb Innings bei einer 7:0-Führung der Tigers gegen Chicagos bislang glücklose Neuverpflichtung James Shields schon so ausgesehen, als wäre die Partie gelaufen. Aber die White Sox gaben sich nicht auf und arbeiteten sich bis zum fünften Inning auf 6:7 heran, unter anderem durch Homeruns von Jose Abreu und Dioner Navarro. Im sechsten und im neunten Inning baute Detroit die Führung jeweils auf zwei Runs aus, Chicago verkürzte beide Male gleich im Anschluss auf einen Run. Erst als mit zwei Outs und Full Count der letzte Strike des Spiels anzustehen schien, gelang Avisail Garcia mit einem Single der Ausgleich für die White Sox und zweeinhalb scorelose Innings später machte Adam Eaton per Walk-Off-RBI-Single das Comeback für Chicago perfekt.

Spiel der kommenden Woche

Bei meinem Anschau-Tipp entscheide ich mich dieses Mal für das von der Tabellenkonstellation her interessanteste Spiel: Kommende Nacht, genauer gesagt um 1:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit, treffen die Boston Red Sox und die Baltimore Orioles zum dritten Spiel ihrer bisher 1:1-unentschiedenen Serie aufeinander und machen die Tabellenführung der AL East unter sich aus. Als Starting Pitcher treffen die Youngster Tyler Wilson (Orioles) und Eduardo Rodriguez (Red Sox) aufeinander.

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