August 17th, 2017 by Dominik

Die Dodgers, die Nationals, die Red Sox und die Astros marschieren, Spannung bieten in erster Linie die Central-Divisionen – soweit gibt es nichts Neues in der MLB. Aber eines schon: Das Wild-Card-Rennen in der National League erweckt gerade den Eindruck, dass es vielleicht doch noch nicht entschieden ist. Die Rockies und die Diamondbacks mussten zuletzt ein paar Federn lassen und plötzlich sind die Brewers und die Cardinals nur noch vier bis fünf Spiele entfernt von der Hintertür in die Playoffs.

American League
In der Parallelliga wird eine der beiden Wild Cards relativ sicher in die American League East an die New York Yankees (64-55) gehen. Das Tabellenbild der Division hat sich deutlich entzerrt, indem die Boston Red Sox (69-51) die Serie gegen die Yankees gewonnen haben. Gleichzeitig haben die Yankees sich mit bislang drei Siegen in der Subway-Series gegen die Mets weiter von den Tampa Bay Rays (60-62) und den Baltimore Orioles (59-62) absetzen können, bei denen es zurzeit nicht so gut läuft.

Eine ähnliche Entzerrung der Spitze ist auch in der AL Central zu beobachten. Die Cleveland Indians (65-52) reiten gerade eine Serie von fünf Siegen. Dadurch haben sie sich bereits ein Stück weit sowohl von den zwischenzeitlich gefährlich nahen Kansas City Royals (61-59) als auch von den immer noch überraschend guten Minnesota Twins (59-58) abgesetzt. Nun wird es die nächsten Tage darum gehen, ob die Indians frühzeitig den Sack zumachen können – heute noch zweimal gegen die Twins, am Wochenende dann dreimal gegen die Royals (siehe „Spiel der kommenden Woche“).

Die Houston Astros (74-46) hatten in der ersten Augusthälfte eine Durststrecke mit nur drei Siegen bei zehn Niederlagen. Ihre herausgehobene Position in der AL West brachte das nicht in Gefahr, aber natürlich macht man sich im Hinblick auf die Playoffs Sorgen, wenn sich reihenweise Pitcher verletzen und die bislang explosivste Offense der Liga plötzlich nicht mehr klickt. Das erste Thema könnte noch Gegenstand eines Trades werden – Justin Verlander? -, das zweite hat sich nach den zwei Siegen über Arizona mit je neun erzielten Runs vielleicht schon erledigt. Hinter den Astros ist das Wetteifern um Platz zwei und vor allem um eine Wild Card in vollem Gange. Die Los Angeles Angels (62-59) haben momentan knapp die Nase vorn, aber auch für die jeweils schon mehrfach tot gesagten Seattle Mariners (61-61) und Texas Rangers (60-59) ist noch alles drin. Richtungsweisend könnte die Vier-Spiele-Serie der Rangers bei den Angels werden, die nächste Woche von Montag bis Donnerstag läuft.

National League
Der National League East muss niemand mehr eine Richtung weisen, für die Washington Nationals (71-47) geht der Blick längst in Richtung Playoffs und besonders dahin, Bryce Harper bis zu selbigen wieder fit zu bekommen. Dahinter haben sich die Miami Marlins (58-61) dank des unglaublich gut aufgelegten Giancarlo Stanton (siehe Statistik der Woche) etwas absetzen können im wohl uninteressantesten Rennen um Platz zwei, das jemals in einer Division geführt wurde. Na gut, sagen wir jemals seit Einführung der Wild Cards.

Wie eingangs schon bemerkt, macht sich Hoffnung breit in der NL Central – nicht nur die Hoffnung, die Division zu gewinnen, welche die Chicago Cubs (63-56), die Milwaukee Brewers (63-59) und die St. Louis Cardinals (61-59) schon seit einer Weile teilen; sondern auch die Hoffnung, eine Wild Card in die Division zu holen, denn der Abstand zu den Colorado Rockies und den Arizona Diamondbacks ist diese Woche deutlich kleiner geworden. Passenderweise treten die Brewers in den kommenden Tagen zu einer Drei-Spiele-Serie gegen die Rockies an.

Dass die Los Angeles Dodgers (85-34) dieses Jahr unfassbar gut sind, ist wohl niemandem entgangen, das lasse ich heute einfach mal so stehen. Interessant ist, was sich in der NL West dahinter tut. Sowohl die Colorado Rockies (67-53) als auch die Arizona Diamondbacks (66-54) haben in den letzten zwei Wochen mehr Spiele verloren als gewonnen und das – insbesondere im Fall der Rockies – nicht nur gegen die Top-Teams der Liga. So sehr mich die bisher erfolgreiche Saison dieser beiden Teams erfreut hat und immer noch erfreut, genauso sehr freut es mich aber auch, wenn nun ein bisschen Spannung einkehrt, wo lange keine da zu sein schien.

Szene der Woche
Die meisten Schlagzeilen machte diese Woche eine hässliche Verletzungsszene: Bryce Harper, Washingtons Star-Outfielder, rutschte bei einem verregneten Spiel der Nationals gegen die San Francisco Giants unglücklich auf der ersten Base aus und verdrehte sich dabei das Knie. Erfreulicherweise stellte sich heraus, dass Harper wohl Glück im Unglück hatte: Statt des befürchteten Kreuzbandrisses zeigte sich bei den Untersuchungen nur eine starke Prellung des Gelenks und die Chancen stehen gut, dass Harper noch vor Saisonende wieder fit wird. Damit es nicht die hässliche Szene ist, die hängen bleibt, hier noch eine Feel-Good-Story: Chad Bettis, Pitcher bei den Colorado Rockies, kam am Montag zu seinem ersten Einsatz nach rund neun Monaten Pause wegen einer Krebserkrankung. Er überstand OPs, Chemotherapie und alles, was dazu gehört – und stand nun gegen die Braves sieben Innings auf dem Mound, ohne einen Run zuzulassen. Schön, dass er wieder da und offensichtlich topfit ist.

Statistik der Woche 
44. So viele Homeruns hat Giancarlo Stanton dieses Jahr schon geschlagen. Das sind zurzeit die meisten in der Liga und es ist bereits jetzt ein Teamrekord für die Miami Marlins. Besonders bemerkenswert ist Stantons derzeitige Form: 11 Homeruns hat er in den letzten 13 Spielen erzielt, darunter eine Serie von 6 Spielen mit Homerun hintereinander, die erst gestern Abend beim 8:1 gegen die San Francisco Giants abriss.

Spiel der Woche
Die Rivalität der Red Sox und der Yankees erlebt dieses Jahr eine Renaissance. Das liegt zum einen am Tabellenstand in der AL East und zum anderen an Duellen wie dem von Sonntagnacht – dem Rubbergame der Serie, nachdem jeder eine der beiden vorherigen Partien gewonnen hatte. Es war von Anfang an ein ganz enges Spiel, in dem beide Starter – Jordan Montgomery für die Yankees und Chris Sale für die Red Sox – eine starke Leistung zeigten und jeweils nur einen Run zuließen. Als den Yankees im achten Inning per Sacrifice Fly von Todd Frazier gegen Reliever Matt Barnes das 2:1 gelang und im neunten Inning Closer Aroldis Chapman zum Save antrat, freuten sich einige zu früh. Zum Beispiel dieser emotionale Yankees-Fan, der sich selbst filmte, während Rafael Devers den Homerun zum 2:2 schlug. Bis dahin hatte Chapman zu 387 Linkshändern hintereinander gepitcht, ohne einem von ihnen einen Homerun zu erlauben. Im folgenden Extra-Inning traf Chapman mit dem Ball einen weiteren Linkshänder, Jackie Bradley Jr., welcher schließlich bei einem Single von Andrew Benintendi das entscheidende 3:2 für die Red Sox erzielte. Zu dem Zeitpunkt hatte Chapman schon Platz machen müssen für Tommy Kahnle, der Run ging aber offiziell noch auf Chapmans Kappe.

Spiel der kommenden Woche
Die Yankees und die Red Sox treffen am Wochenende schon wieder aufeinander, dieses Mal im Fenway Park in Boston. Ich freue mich drauf und werde bestimmt reinschauen, aber es wäre ja langweilig, immer nur diesen beiden Teams den Einschalttipp zu widmen. Daher empfehle ich an dieser Stelle ein anderes interessantes Matchup und zwar die Cleveland Indians gegen die Kansas City Royals. Ein klares Ergebnis in dieser Serie kann determinieren, ob die AL Central bald zugunsten der Indians entschieden ist oder aber bis zum Schluss spannend bleibt. Falls ihr ohnehin nicht viel von Schlaf haltet, dann schaut Freitagnacht Corey Kluber bei der Arbeit zu, andernfalls empfiehlt sich das Spiel am Sonntagabend.

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August 10th, 2017 by Dominik

Rund 50 Spiele hat jedes MLB-Team noch zu absolvieren in diesem Jahr. Das sind mehr Partien als in den meisten anderen Sportarten in einem ganzen Jahr gespielt werden, in der MLB aber nicht mal ein Drittel der Saison. Ungefähr die Hälfte der für die Playoffs relevanten Entscheidungen ist so gut wie gefallen – die NL East sowie die beiden West-Divisionen sind entschieden, die Wild-Card-Plätze in der NL quasi sicher vergeben. Aber zum Glück gibt es ja noch die andere Hälte der Divisionen sowie die Wild Cards der AL, um die allesamt noch lange gerangelt werden wird, vielleicht bis zum letzten Spieltag. Und wenn nicht, dann lässt man sich eben durch die vielen netten Geschichten am Rande unterhalten: von kuriosen Spielverläufen, von verblüffenden Statistiken oder von MLB-Stars, die sich mit Drachen anlegen. Das alles und noch viel mehr gibt es heute im Grand Slam am Donnerstag.

National League
Um eine Steigerungsmöglichkeit zu wahren, fangen wir an mit der langweiligsten Division im Baseball, der National League East. Die Washington Nationals (67-45) dominieren souverän und fliegen doch ein wenig unter dem Radar, was die Gesamtbetrachtung der Liga angeht: Den Divisionssieg haben sie längst in der Tasche, weil Konkurrenz darum nicht existent ist, mit den ganz Großen – also den Dodgers und den Astros – können sie aber mit ihrer bisherigen Bilanz nicht mithalten. Ich muss es hier mal sagen, so leid es mir tut: Die Teamführung der Nationals leistet sehr gute Arbeit. Ohne viel Rampenlicht und ohne viel dafür abzugeben, wurde zur Trade-Deadline die bisherige Schwachstelle ausgemerzt, indem das Relief Pitching mit Ryan Madson, Sean Doolittle und Brandon Kintzler aufgerüstet wurde. Ganz anders hingegen meine New York Mets (50-61): Sie haben mit OF Jay Bruce (nach Cleveland) gestern den dritten Top-Spieler nach RP Addison Reed (nach Boston) und 1B Lucas Duda (nach Tampa Bay) abgegeben. Das wäre prinzipiell völlig in Ordnung und sinnvoll, wenn sie nur ein bisschen mehr dafür herausgeholt hätten als fünf unter ferner liefen einzustufende Minor-League-Reliever…

Deutlich mehr Spaß als der Blick auf die NL East macht der auf die NL Central. Das bisherige Führungsduo schwächelte in den letzten Tagen: Die Chicago Cubs (59-54) verloren zweimal gegen die San Francisco Giants, die Milwaukee Brewers (59-57) unterlagen gegen die Tampa Bay Rays und die San Francisco Giants viermal in Folge. Lachender Dritter sind die St. Louis Cardinals (58-56), die mit fünf Siegen hintereinander zu den beiden anderen aufgeschlossen haben, sodass nun alle drei nahezu gleichauf liegen. Auch die Pittsburgh Pirates (56-58), die seit letzten Donnerstag fünf von sieben Spielen gewonnen haben, könnten zumindest theoretisch noch ins Geschehen an der Spitze eingreifen. Die NL Central ist dieses Jahr sicher nicht die hochkarätigste, aber wohl die spannendste Division der MLB.

Das krasse Gegenteil davon ist die NL West. Hochkarätig? Aber hallo – mit den unglaublichen Los Angeles Dodgers (80-33) an der Spitze und dahinter den Colorado Rockies (65-48) und den Arizona Diamondbacks (64-49), die in jeder anderen Division um Platz eins mitspielen würden. Spannend? Leider nein – die Dodgers haben inzwischen fünfzehneinhalb Spiele Vorsprung und den beiden anderen sind die Wild Cards der NL so gut wie sicher. Die einzige Frage, die im Hinblick auf die Playoffs noch zu beantwoten ist, ist die nach dem Heimrecht im Wild-Card-Spiel. Wenigstens dieses Rennen ist noch spannend zwischen den Rockies und den Diamondbacks.

American League
In der American League East herrscht ein bisschen Showdown-Stimmung: Die Boston Red Sox (65-49) haben zuletzt acht Partien in Folge gewonnen und dabei den Abstand auf die New York Yankees (60-52) auf vier Spiele ausgebaut. An den beiden kommenden Wochenenden kann sich in dieser Division eine Vorentscheidung ergeben, denn die Red Sox und die Yankees treffen sich zu sechs direkten Duellen – diese Woche in New York, nächste Woche in Boston. Wenn die Red Sox aus diesen beiden Serien als deutlicher Sieger hervorgehen, dürften sie so gut wie durch sein. Die Yankees müssen übrigens dazwischen viermal gegen die Mets spielen – mit denen ist zwar zurzeit nicht viel los, aber umso motivierter dürften sie in die Stadtderbys gehen. Die Tampa Bay Rays (58-57) laufen immer Gefahr, im Windschatten der Red Sox und Yankees übersehen zu werden. Dabei spielen sie nach wie vor eine konstant solide Saison und in der ausgeglichenen AL könnte das am Ende durchaus für einen Wild-Card-Platz reichen.

Die AL Central wird angeführt vom nächsten Gegner der Rays, den Cleveland Indians (60-51). Die haben allerdings drei der letzten vier Spiele verloren und können froh sein, dass die Kansas City Royals (57-56) es ihnen gleich getan und somit nichts am Abstand von vier Spielen geändert haben. Anders als die Royals haben die Minnesota Twins (56-56) die Gunst der Stunde genutzt und sich mit fünf Siegen aus den letzten sechs Spielen zurück in die Spitzengruppe gespielt, aus der ich sie schon abgeschrieben hatte. Mit drei Homeruns, fünf RBIs und drei Walks in diesen Spielen hatte „unser“ Major Leaguer Max Kepler einen ordentlichen Anteil an den Erfolgen. Minnesota steht nun viereinhalb Spiele hinter Cleveland und nur eineinhalb Spiele hinter der zweiten Wild Card.

Diese Wild Card belegen momentan die Seattle Mariners (59-56). Die Mariners haben sich nach einem enttäuschenden Saisonstart beständig hochgearbeitet und weisen seit 1. Juni eine Bilanz von 34-27 auf. In der AL West gibt es für sie zwar mit Sicherheit kein Vorbeikommen an den Houston Astros (71-42), auch wenn diese momentan etwas schwächeln und gerade eine Serie gegen die Chicago White Sox verlieren. Aber nach dem schwachen Beginn überhaupt in die Playoffs zu kommen, wäre schon ein toller Erfolg für die Mariners. Doch noch ist es ein weiter Weg, denn um die eine Wild Card (die andere wird wohl an die Yankees gehen) balgen sich mit den Mariners noch die Rays, die Royals, die Twins, die Orioles sowie in der eigenen Division die Los Angeles Angels (57-58). Die Angels sind übrigens ab heute zu einer Vier-Spiele-Serie zu Gast in Seattle.

Szene der Woche
Ich habe offen gestanden massiv damit geliebäugelt, den Cameo-Auftritt von Mets-Pitcher Noah Syndergaard bei Game of Thrones zur Szene der Woche zu erklären. Es war dann aber doch nicht so großartig wie erhofft, meinen Lieblingsspieler in meiner Lieblingsserie zu sehen. Zum einen war sein Auftauchen so kurz, dass man quasi mit Lupe und Standbild danach suchen musste. Zum anderen ließ die Leistung aus sportlicher Sicht zu wünschen übrig: He hit the first opponent he faced and then he got burned badly. (Sorry, das Wortspiel funktioniert nur auf Englisch.) Daher wähle ich dann doch die konservativere Variante und bestimme den Walk-Off-Homerun von Steven Souza Jr. zur Szene der Woche. Das Besondere daran ist, dass dieser Hit die längste Phase eines MLB-Teams ohne einen Walk-Off-Homerun beendete. Seit 22. Mai 2014 hatten die Tampa Bay Rays keinen solchen mehr erzielt, bis Souza Jr. am Sonntag mit seiner Aktion den 2:1-Sieg über die Milwaukee Brewers sicherte.

Statistik der Woche 
26. So alt ist Mike Trout seit Montag, was an sich noch keine bemerkenswerte Zahl ist. Aber wie wäre es mit diesen hier: Es war bereits das vierte Mal, dass Trout an seinem Geburtstag einen Homerun erzielte. Ausgerechnet an seinem Geburtstag gelang ihm auch sein 1000. Hit in der MLB. Währenddessen schlug Bryce Harper den 150. Homerun seiner Karriere – im auf den Tag genau gleichen Alter von 24 Jahren und 295 Tagen, in dem auch Trout seinen 150. Homerun erzielte. Und das ausgerechnet an dessen Geburtstag.

Spiel der Woche
Die Chancen stehen nicht schlecht, dass die Chicago Cubs und die Arizona Diamondbacks sich dieses Jahr in den Playoffs begegnen. Falls es dazu kommen sollte, werden es hoffentlich wieder Spiele wie das am vergangenen Donnerstag. In einer geradezu epischen Regenschlacht machte Arizonas Paul Goldschmidt den Unterschied, indem er nach jeder Regenpause einen Homerun erzielte. Der erste trug dazu bei, die Diamondbacks im ersten Inning mit 4:0 in Front zu bringen. Der zweite baute die Führung im fünften Durchgang auf 6:1 aus. Nachdem die Cubs die Partie zwischenzeitlich auf 6:7 gedreht hatten und es nach acht Innings 8:8 stand, war es gegen Cubs-Closer Wade Davis Goldschmidts dritter Blast, der Arizona endgültig auf den Weg zum 10:8-Sieg brachte.

Spiel der kommenden Woche
In den kommenden Tagen sollte man sich das eine oder andere Spiel der Boston Red Sox anschauen – zum einen, weil sie mit ihrer aktuellen Acht-Siege-Serie das sind, was man im US-Sport „red hot“ nennt, zum anderen weil ihr Spielplan für die nächsten zwei Wochen ausnahmsls hochkarätige Begegnungen vorsieht: sechsmal gegen die Yankees, fünfmal gegen die Indians und zweimal gegen die Cardinals. Mein konkreter Einschalttipp ist die Partie gegen die Yankees am Samstag mit einem interessanten Pitcherduell zwischen Luis Severino (2.91 ERA, 2.91 FIP) und Drew Pomeranz (3.36 ERA, 3.69 FIP) und einer bequemen Startzeit von 22:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

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August 3rd, 2017 by Dominik

Zum zweiten und vorerst letzten Mal gibt es den Grand Slam am Donnerstag in der etwas kürzeren Urlaubsversion. Ab nächster Woche läuft auf dem Baseblog wieder alles wie gewohnt.

Leider komme ich nicht dazu, mich ausführlich mit den interessanten Entwicklungen zur am vergangenen Montag erreichten Deadline für No-Waiver-Trades auseinanderzusetzen. Pitching stand dieses Jahr definitiv im Mittelpunkt der Trades: Vor allem die Los Angeles Dodgers mit Yu Darvish und die New York Yankees mit Sonny Gray und Jaime Garcia haben noch mal ordentlich nachgelegt. Für eine ausgiebige deutschsprachige Auseinandersetzung mit den Deadline-Trades lege ich einmal mehr meinen Lieblingspodcast Just Baseball ans Herz, insbesondere die Aufzeichnung der Livesendung vom Montag.

American League
Die American League East ist etwas enger zusammengerückt. Das gilt sowohl für die Spitze, an der die Boston Red Sox (59-49) nach sechs Niederlagen aus den letzten zehn Partien nur noch zwei Nachholspiele von den New York Yankees (57-49) trennen, als auch für den hinteren Tabellenbereich. Dort haben die Baltimore Orioles (53-54) und die Toronto Blue Jays (51-57) jeweils sieben der letzten zehn Spiele gewonnen und wahren damit ihre Chancen auf einen Wild-Card-Platz.

In der AL Central sind sich die Cleveland Indians (57-48) und die Kansas City Royals (55-51) erstaunlich einig: Zuerst haben die Kontrahenten parallele Siegesserien hingelegt, jetzt haben sie beide drei Spiele in Folge verloren. Die Minnesota Twins (51-54) sind inzwischen schon sechs Spiele hinter die Indians zurückgefallen.

Die Houston Astros (69-38) bleiben in der AL West natürlich unangefochten, interessant ist aber die Entwicklung der Seattle Mariners (55-54), die inzwischen bei einer positiven Bilanz und nur noch eineinhalb Spiele hinter den Wild-Card-Plätzen liegen.

National League
Die Washington Nationals (63-43) haben gerade zweimal gegen die Miami Marlins (51-55) verloren, aber wen interessiert’s? Die National League East ist lange schon entschieden.

Ganz anders die NL Central, in der es zwischen den wiedererstarkten und favorisierten Chicago Cubs (57-49) und den Milwaukee Brewers (56-53) nach wie vor recht eng zugeht. Die direkte Serie am vergangenen Wochenende endete mit einem 2-1 für die Cubs in drei spannenden, knappen Spielen.

Die NL West ist natürlich weiterhin fest in der Hand der Los Angeles Dodgers (75-31), die schon vor den jüngsten Trades das beste Team der MLB waren und sich nun weiter verstärkt haben. Vor der Niederlage gegen die Braves letzte Nacht hatten die Dodgers wieder mal neun Spiele in Folge gewonnen. Sie stehen nun vierzehn bzw. vierzehneinhalb Spiele vor den Arizona Diamondbacks (61-46) und den Colorado Rockies (61-47), die ihrerseits nach wie vor die Wild Cards der AL fest im Griff haben.

Szene der Woche
Ich hatte leider die ganze Woche keinen vernünftigen Internetempfang, aber zwei besondere Szenen sind dann doch zu mir durchgedrungen: zum einen der Zahnverlust von Yankee Aaron Judge während eines Walk-Off-Jubels, zum anderen der unglaubliche Catch von Indian Austin Jackson.

Statistik der Woche 
3002. So viele Hits hat 3B Adrian Beltre von den Texas Rangers in seiner MLB-Karriere bislang erzielt. Er ist seit Sonntag der 31. Spieler im elitären Club derjenigen Spieler, die mehr als 3000 Hits gesammelt haben – und unter diesen der einzige noch aktive neben Ichiro Suzuki.

Spiel der Woche
Mit meinem Einschalttipp aus der Vorwoche lag ich tatsächlich richtig, auch wenn es nicht das erwartete hochklassige Pitcherduell wurde: Sowohl Carlos Carrasco für die Cleveland Indians als auch Chris Sale für die Boston Red Sox hatten Dienstagnacht ungewohnt schwache Starts und ließen haufenweise Runs zu, zudem hatten auch die Star-Reliever Andrew Miller (Cleveland) und Craig Kimbrel (Boston) Probleme. Dreimal gingen die Indians in Führung, teilweise deutlich. Austin Jackson (siehe „Szene der Woche“) schien ihnen den Sieg zu retten, doch am Ende hieß es dann doch 10:12 zu Gunsten der Red Sox durch einen 3-Run-Walk-Off-Homerun von Christian Vazquez.

Spiel der kommenden Woche
Der Wechsel von Starting Pitcher Yu Darvish zu den Los Angeles Dodgers war die wohl größte Meldung zur Trade-Deadline, nun will man ihn natürlich auch mal im neuen Trikot in Aktion sehen. Die erste Gelegenheit dazu gibt es voraussichtlich Freitagnacht ab 1:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit, wenn die Dodgers zu Gast im Citi Field bei den New York Mets sind. Gegen Jacob deGrom (3.29 ERA, 3.57 FIP) hat Darvish (4.01 ERA, 3.99 FIP) ein schweres Matchup zu erwarten.

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Juli 27th, 2017 by Dominik

Wie letzte Woche angekündigt gibt es heute eine etwas kürzer als gewohnt ausfallende Urlaubsedition des Grand Slam am Donnerstag. Das Team der Stunde sind die Kansas City Royals mit derzeit acht Siegen am Stück. Die Los Angeles Dodgers schienen Ende letzter Woche etwas zu stolpern, aber nach zwei Niederlagen gegen die Atlanta Braves haben sie nun schon wieder fünfmal hintereinander gewonnen und sind auch ohne den verletzten Clayton Kershaw dabei, ihre dominante Saison fortzusetzen.

National League
Wenig Neues in der National League East: Die Washington Nationals (60-39) ziehen weiterhin einsam ihre Kreise vor dem abgeschlagenen Rest der Division. Angesichts von zwölfeinhalb Spielen Vorsprung wird auch der Ausfall von Stephen Strasburg zu verkraften sein. Der Pitcher ist wegen eines eingeklemmten Nervs im Unterarm auf der DL gelandet, wird aber voraussichtlich nur einen Start verpassen.

Deutlich spannender geht es in der NL Central zu, in der die Chicago Cubs (53-47) seit dem All-Star-Break ihre Vorjahresform wiedergefunden und inzwischen auch die Führung übernommen haben. Die Milwaukee Brewers (54-49) sind mit nur zwei Siegen aus den letzten zehn Spielen böse abgestürzt, aber noch liegen sie nur ein halbes Spiel hinter den Cubs und von Freitag bis Sonntag treffen die beiden Kontrahenten direkt aufeinander. Mit etwas Abstand sind auch die St. Louis Cardinals (50-51) und die Pittsburgh Pirates (50-52) noch im Rennen.

Die NL West ist nach wie vor die stärkste Division im Baseball und auf gutem Weg, beide Wild-Card-Plätze der National League zu holen. Die Arizona Diamondbacks (58-43) und die Colorado Rockies (58-45) würden in jeder anderen Gruppe ernsthaft um Platz eins mitspielen, doch auf die Los Angeles Dodgers (71-31) haben sie schon zwölfeinhalb bzw. dreizehneinhalb Spiele Rückstand. Die Dodgers müssen voraussichtlich vier bis sechs Wochen auf ihren Starpitcher Clayton Kershaw verzichten. Man darf gespannt sein, ob sie nun zur Trade Deadline noch einmal nachlegen und jemanden wie Sonny Gray oder Yu Darvish an Land ziehen.

American League
Die Boston Red Sox (56-47) haben sich zwischendurch vier Niederlagen in Folge erlaubt und damit für neue Spannung in der American League East gesorgt. Sie stehen nun nur noch knapp vor den New York Yankees (53-46) und den Tampa Bay Rays (53-49) und werden froh sein, dass diese sich in den nächsten Tagen im direkten Duell gegenseitig Punkte wegnehmen. Die Red Sox selbst werden es aber auch nicht leicht haben, denn sie treffen nun nacheinander auf die beiden Contender der AL Central.

Diese beiden, die Cleveland Indians (54-45) und die Kansas City Royals (53-47), schenken sich zurzeit mit sechs bzw. acht Siegen hintereinander überhaupt nichts im Kampf und die Spitze der AL Central. Leidtragender davon sind die Minnesota Twins (49-51), die sich vorerst von dem lange aufrecht erhaltenen Führungsanspruch verabschieden müssen. Daran ändert leider auch die gute Form „unseres“ MLBlers Max Kepler (.292/.366/.444 im Juli) nichts.

In der AL West bleiben die Houston Astros (67-34) das Maß aller Dinge. Angesichts des Hypes um die Los Angeles Dodgers ist der um die Astros etwas abgeflaut. Doch auch sie spielen nach wie vor eine absolut beeindruckende Saison. Mit siebzehn Spielen auf die zweitplatzierten Seattle Mariners (51-52) halten sie den derzeit höchsten Vorsprung innerhalb der Majors und ihre 599 erzielten Runs führen die MLB mit weitem Abstand an.

Szene der Woche
Triple Plays, also drei Outs auf einen Streich, sieht man generell schon selten in der MLB. Ein Run-Scoring-Triple-Play, also eines, bei dem gleichzeitig ein Run nach Hause kommt, ist noch weitaus seltener – genauer gesagt kam das erst zehnmal vor. Und wenn dies dann auch noch beim allerersten At Bat im neuen Heimstadion eines frisch verpflichteten Spielers passiert, dann haben wir ein vermutlich historisch einmaliges Ereignis. Passiert ist das Ganze am Dienstag Third Baseman Todd Frazier, der letzte Woche im Zuge eines Trades von den Chicago White Sox zu den New York Yankees gewechselt war – ausgerechnet gegen die Cincinnati Reds, für die Frazier von 2011 bis 2015 gespielt hatte.

Statistik der Woche 
20 Jahre, 275 Tage. So alt ist der aktuell jüngste Spieler in der MLB, der frisch aus den Minors ins Team der Boston Red Sox geholte Third Baseman Rafael Devers. Es soll eigentlich nur ein kurzes Hineinschnuppern sein, um die Lücke bis zur Ankunft des neu aus San Francisco verpflichteten Eduardo Nunez zu füllen. Doch Devers hat sich offenbar vorgenommen, es den Red Sox sehr schwer zu machen, ihn wieder nach unten zu schicken: In seinem ersten Spiel holte er zwei Walks heraus, im zweiten zwei Hits und der erste davon war gleich ein Home Run. Devers ist damit der jüngste Red-Sox-Spieler mit einem Homerun seit Tony Conigliaro im Jahr 1965.

Spiel der Woche
Ich sehe zurzeit urlaubsbedingt nicht viel Baseball, aber das Spiel zwischen den Cleveland Indians und den Los Angeles Angels Dienstagnacht war sicher sehr unterhaltsam: Zuerst sah es nach einer klaren Angelegenheit für die Indians aus, als diese im zweiten Inning auf 7:0 davon zogen. Doch die Angels verkürzten Stück um Stück und nach sechs Durchgängen stand es 7:7. Bis ins elfte Inning hinein blieb es bei diesem Spielstand, bevor schließlich Edwin Encarnacion per Walk-Off-Grand-Slam doch noch den Sieg für Cleveland sicherte. Encarnacions Homerun war übrigens sein 1000. RBI in der MLB – genauer gesagt seine RBIs 998 bis 1001.

Spiel der kommenden Woche
Sowohl die Cleveland Indians als auch die Boston Red Sox führen derzeit mit hauchdünnem Vorsprung ihre jeweilige Division an. Insofern wird es auf jeden Fall spannend, was das Aufeinandertreffen dieser beiden Teams von Montag bis Mittwoch hervorbringt. Obendrein gibt es voraussichtlich in der Partie Dienstagnacht ab 1:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit ein starkes Pitcherduell zu sehen, wenn für Boston Chris Sale (2.37 ERA, 1.91 FIP) und für Cleveland Carlos Carrasco (3.58 ERA, 3.59 FIP) auf dem Mound stehen.

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Juli 20th, 2017 by Dominik

Willkommen in der Trade Season: Ab Mitte Juli bis zur Trade Deadline am 31. Juli ist traditionell die Zeit, in der sich die Clubs der MLB auf diverse Spielerwechsel einigen. Die Teams, die sich Chancen auf einen Playoff-Run ausrechnen, rüsten ihren Kader auf; die aktuell schwächeren Teams entledigen sich guter, aber oft teurer Spieler, die meist sowieso nicht mehr lange unter Vertrag stehen, und lassen sich dafür mit Talenten entschädigen, die ihnen langfristig weiterhelfen. Die bislang interessantesten Trades dieses Jahres fanden zwischen den New York Yankees und den Chicago White Sox (IF Tod Frazier, RP David Robertson und RP Tommy Kahnle für drei Prospects und RP Tyler Clippard), den Chicago Cubs und den Chicago White Sox (SP Jose Quintana für vier Prospects) sowie zwischen den Washington Nationals und den Oakland Athletics (RP Sean Doolittle und RP Ryan Madson für zwei Prospects und RP Blake Treinen) statt. Einmal mehr sehen die White Sox nach dem großen Gewinner unter den Rebuilding-Teams aus. Inzwischen haben sie 10 der 70 besten Prospects laut der Liste von mlb.com unter Vertrag – allen voran Prospect Nummer eins, 2B Yoan Moncada, der gestern Abend sein MLB-Debüt feierte.

Noch ein kurzer Hinweis in eigener Sache: Ich bin die nächsten gut zwei Wochen im Urlaub. Mein Plan ist, auch in dieser Zeit den Grand Slam am Donnerstag regelmäßig zu schreiben und zu veröffentlichen. Aber wundert euch bitte nicht, wenn er mal etwas später kommt oder kürzer ausfällt als gewohnt und wenn ich wenige oder gar keine zusätzlichen Artikel schreibe.

American League
In der American League East liegen nach vor die Boston Red Sox (54-42) vorne, doch das bemerkenswerteste an der Rangliste ist Platz zwei, der inzwischen von den Tampa Bay Rays (51-45) belegt wird. Die Rays sicherten sich beide Serien, die sie seit dem All-Star-Break zu absolvieren hatten, während die New York Yankees (48-45) über einen Split gegen Boston und ein 1-2 gegen Minnesota nicht hinauskamen. Von ihrem Run Differential (+96) sind die Yankees nach wie vor ein Top-Team, doch sie haben mittlerweile zehn Serien hintereinander nicht für sich entscheiden können. Noch belegt New York einen Wild-Card-Platz, doch der Vorsprung ist auf nur noch ein halbes Spiel vor Minnesota, eineinhalb vor Seattle und zwei vor Kansas City zusammengeschmolzen. Und es steht nun ausgerechnet eine Vier-Spiele-Serie in Seattle an.

Die AL Central ist an der Spitze sehr eng beisammen, nur eine einzige Niederlage trennt die Cleveland Indians (48-45) und die Minnesota Twins (48-46). Auch die Kansas City Royals (46-47) haben noch alle Chancen, wenngleich sie mit vier Niederlagen aus sechs Spielen gegen Gegner, die allesamt eine schlechtere Bilanz aufwiesen, schwach in die zweite Saisonhälfte gestartet sind. Den Royals stehen nun sieben weitere Spiele gegen die beiden Kellerkinder der Division, die Detroit Tigers (43-50) und die Chicago White Sox (38-54), bevor. Die müssen sie positiv bestreiten, wenn sie im Kampf um den Divisionssieg weiterhin mitmischen wollen.

Die Houston Astros (63-32) müssen sich schon lange keine Sorgen mehr um den Divisionssieg in der AL West machen. Dieser ist so sicher wie er sein kann und die Astros können den Rest der Saison gelassen angehen. Der Terminplan ist derzeit ebenfalls freundlich zu ihnen, denn sie spielen nun neun Spiele gegen Gegner mit negativer Bilanz. Keine negative Bilanz mehr haben die Seattle Mariners, die sich durch eine 2-1 gewonnene Serie gegen die Astros auf 48-48 hochgearbeitet haben und zwar 15.5 Spiele hinter Houston, aber nur 1.5 Spiele hinter der Wild Card stehen. Die Texas Rangers (45-49) sind derweil durch vier Niederlagen hintereinander deutlich in den negativen Bereich und gleichzeitig hinter die Los Angeles Angels (47-50) gerutscht.

National League
Nachdem die Washington Nationals (57-37) nun auch ihre eine große Schwäche, den Bullpen, aufgerüstet haben, ist der Abstand zwischen ihnen und dem Rest der National League East noch größer geworden. Keines der anderen Teams ist konkurrenzfähig, weder in der Division noch in Bezug auf die Wild Cards. Das hat durchaus auch Vorteile für die Atlanta Braves (45-48), die New York Mets (43-50), die Miami Marlins (42-51) und die Philadelphia Phillies (32-61). Im Gegensatz zu vielen anderen Teams in der Liga müssen sie sich keine Gedanken machen, ob man zur Trade Deadline noch irgendwelche Ambitionen für die laufende Saison hat. Sie können alle vier beruhigt als Seller auftreten und an ihren Plänen für eine bessere Zukunft arbeiten.

Das beste Gegenbeispiel dazu ist die NL Central, in der einzig die Cincinnati Reds (40-55) schon klar aus dem Rennen sind. Die Milwaukee Brewers (52-46), das Überraschungsteam der ersten Saisonhälfte, hat derzeit fünf Spiele in Folge verloren, darunter ein Vier-Spiele-Sweep durch die Pittsburgh Pirates (48-48). Schon vor Wochen war Pittsburgh eigentlich komplett abgeschrieben, jetzt beträgt der Abstand auf die Spitze nur noch drei Spiele. Zwischen den Pirates und den Brewers steht noch Titelverteidiger Chicago Cubs (49-45), der seit dem Ende des All-Star-Breaks ebenfalls auf einer Erfolgswelle reitet. Diese könnte durchaus noch eine Weile anhalten, denn mit den St. Louis Cardinals (46-49) und dem Stadtrivalen Chicago White Sox (38-54) stehen zwei Serien gegen deutlich angezählte Gegner bevor und anschließend kommt es gegen Milwaukee möglicherweise zu einem Showdown um die Divisionsführung.

Die NL West, nein: die ganze Liga wird zurzeit klar von den Los Angeles Dodgers (66-29) dominiert. Ich gehe weiter unten bei der Statistik noch ein bisschen näher darauf ein, was für unglaubliche Zahlen die Dodgers zurzeit produzieren. Vor nicht allzu langer Zeit war in dieser Division noch ein Dreikampf zugange, doch inzwischen haben die Dodgers einen genauso großen Abstand vor dem Rest des Feldes wie die Nationals in der NL East. Im Gegensatz zu den East-Teams stehen die Colorado Rockies (56-41) und die Arizona Diamondbacks (55-40) aber immer noch in einer sehr guten Position, was die Wild-Card-Plätze angeht. Nach wie vor abgeschlagen sind die San Diego Padres (40-54) und die San Francisco Giants (37-59), die nun zu allem Überfluss viermal gegeneinander antreten müssen.

Szene der Woche
Die Woche brachte eine ganze Reihe großartiger Szenen hervor. Da wäre zum einen der spektakuläre Homerun-Klau von Jackie Bradley Jr. gegen Aaron Judge im achten Inning eines 3:0-Sieges der Red Sox über die Yankees am Sonntag. Dann natürlich die vier Hits von Cody Bellinger zum ersten Cycle eines Rookies in der Geschichte der Dodgers. Nicht zu vergessen der erste Homerun in der Karriere von Seth Lugo einschließlich der coolen Reaktion seiner Teamkameraden und des Mets-Pitchers selbst. Mein Lieblingsmoment dieser MLB-Woche jedoch stammt von Derek Holland: Der White-Sox-Pitcher fängt einen Aufsetzer hinter dem Rücken, stellt fest, dass der Ball im kaputten Netz des Handschuhs feststeckt – und wirft daraufhin einfach den kompletten Handschuh mitsamt Ball zum Force Out an der First Base durch Jose Abreu.

Statistik der Woche 
44. So viele Spiele haben die Los Angeles Dodgers hintereinander gewonnen, wenn sie an irgendeinem Punkt des Spiels in Führung gegangen sind. Das ist die längste solche Serie, die es je in der MLB gegeben hat. Ebenfalls beeindruckend: Die Dodgers haben derzeit elf Spiele hintereinander gewonnen und 31 von den letzten 35. Mit ihren bislang 66 Siegen in dieser Saison sind sie momentan auf Kurs für 113 Siege. Das wären die zweitmeisten seit den Seattle Mariners von 2001.

Spiel der Woche
Endlich kann ich mal ruhigen Gewissens behaupten, dass mein Einschalttipp im letzten Grand Slam sich tatsächlich als das interessanteste Spiel der Woche herausgestellt hat. Das Aufeinandertreffen der Yankees und der Red Sox Freitagnacht hatte es gewaltig in sich. Hier nur ein paar der zahlreichen Highlights dieses Spiels: Zunächst mal gab es hervorragendes Pitching zu sehen. Red-Sox-Starter Chris Sale absolvierte 7 2/3 Innings mit 13 Strikeouts, ließ nur drei Hits zu und keinen Run. Auf der anderen Seite hielt Luis Severino sieben Innings durch, in denen er vier Hits und einen Run erlaubte. Anschließend teilten sich sieben Reliever der Yankees die restlichen neun Innings und ließen keinen weiteren Run zu. Dass es überhaupt so viele Innings gab, haben die Yankees Matt Holliday zu verdanken, der im neunten Inning gegen Closer Craig Kimbrel per Solo-Homerun den 1:1-Ausgleich besorgte. Zwei Innings später stand Holliday erneut im Mittelpunkt, dieses Mal mit einer sehr seltsamen Baserunning-Aktion: Holliday geriet nach einem Schlag von Jacoby Ellsbury auf dem Weg von der ersten zur zweiten Base in ein Force Out, doch statt den Lauf einfach abzubrechen, drehte er um, rannte zurück, slidete zur ersten Base und behinderte dort Mitch Moreland beim Versuch, den Ball zum Double Play zu fangen. Ellsbury wurde von den Umpires save an der ersten Base gegeben, was zu vergeblichen Beschwerden der Red Sox führte. Boston spielte daraufhin unter Protest weiter, doch die Szene erwies sich als nicht spielentscheidend, denn das Inning war kurz darauf beendet. Erst nach 16 Innings, 5:50 Stunden und 512 Pitches endete das umkämpfte Spiel mit einem 4:1-Sieg der Yankees. Es war das längste Spiel zwischen Boston und New York im Fenway Park seit 1966.

Spiel der kommenden Woche
Generell empfiehlt es sich zurzeit, die Spiele der Los Angeles Dodgers anzuschauen – zum einen, weil man sie auf dem atemberaubenden Trip, auf dem sie sich gerade befinden, mal gesehen haben sollte, zum anderen weil man natürlich auch gerne dabei sein möchte, wenn die Serie irgendwann mal endet. Davon abgesehen erscheint mir die heute Nacht beginnende Vier-Spiele-Serie zwischen den New York Yankees und den Seattle Mariners die interessanteste der kommenden Tage zu sein. Beide stehen gerade am Scheideweg dieser Saison, die Mariners eineinhalb Spiele hinter den Yankees im Wild-Card-Rennen, aber dafür mit deutlich mehr Rückenwind aus den letzten Spielen. Mein Einschalttipp ist das Serienfinale am Sonntag – aus dem pragmatischen Grund, dass man es ab 22:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit ohne allzu viel Schlafentzug anschauen kann.

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Juli 6th, 2017 by Dominik

Noch vier Tage, dann haben die meisten Spieler der MLB erstmal Pause. Das All-Star-Game steht an – das unwichtigste Spiel des Jahres, was das Ergebnis angeht, aber gleichzeitig eines der wichtigsten, wenn es darum geht, ob man dabei ist oder nicht. Apropos: Über den letzten Platz in beiden Rostern wird noch bis heute Abend abgestimmt, hier findet ihr den Link und meine Wahlempfehlung. Der heißeste World-Series-Tipp zur (etwas mehr als) Halbzeit ist dieses Jahr nicht schwer zu erraten, die Houston Astros und die Los Angeles Dodgers machen in dieser Hinsicht klar das Rennen. Andererseits gibt es wohl kaum eine Sportart, in der man sich häufiger zu früh freut oder ärgert als beim Baseball mit seiner 162-Spiele-Saison. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Astros und die Dodgers am Ende tatsächlich gegeneinander um die World Series spielen, liegt laut Fangraphs bei gerade mal 3,7%!

American League
Es hatte sich schon ein paar Wochen lang abgezeichnet, inzwischen ist es soweit: Die Boston Red Sox (49-36) haben in der American League East den New York Yankees (44-39) den Rang abgelaufen. Mit acht Siegen aus den letzten zehn Spielen sind die Red Sox gerade rechtzeitig in Schwung gekommen, um zur Pause die Favoritenrolle auszufüllen, die ihnen vor der Saison allenthalben zugeschrieben wurde. Die Yankees finden sich unterdessen in einem neuen Zweikampf wieder: Ihnen sind die Tampa Bay Rays (44-42) inzwischen so nah auf die Pelle gerückt, dass vor dem All-Star-Break noch ein ganz knappes Rennen um Platz zwei in der Division und den Wild-Card-Rang in der AL ansteht. Beide haben es dabei mit hochkarätigen Gegnern zu tun: Die Yankees empfangen an den kommenden Tagen die Milwaukee Brewers und die Rays die Red Sox.

In der AL Central gibt es zwar bisher noch keinen neuen Tabellenführer, aber die Cleveland Indians (44-39) haben in den Kansas City Royals (44-40) einen neuen Hauptverfolger. Die Royals haben sich dieses Jahr bemerkenswert gesteigert: Im April (7-16) waren sie noch das schwächste Team der ganzen Liga, im Mai schwammen sie mit 15-14 im Durchschnitt, im Juni (17-9) hatten sie die beste Bilanz der AL und im bisherigen Juli (5-1) die beste der MLB. Ich bin gespannt, wo das noch hinführt. Auch die Minnesota Twins (43-41) sind in dieser spannenden Division noch gut dabei. Mit sieben Niederlagen aus den letzten elf Spielen haben sie etwas Boden verloren, allerdings kamen sechs davon gegen die Royals und die Red Sox zustande, die zurzeit einfach unheimlich gut drauf sind. Max Kepler, der einzige Deutsche in der MLB, spielt übrigens nach wie vor eine gute Saison für die Twins. Er schlägt dieses Jahr bislang .259/.331/.440 und hatte am Montag einen fantastischen Auftritt beim 9:5 gegen die Los Angeles Angels, in dem er aus fünf Plate Appearances einen Homerun, einen Double, zwei Singles, einen Walk und drei RBIs machte.

Die Houston Astros (58-27) lassen in der AL West nichts anbrennen und haben ihren Vorsprung gegenüber sämtlichen Divisionskonkurrenten auch in dieser Woche weiter ausgebaut. Sage und schreibe 16 Spiele beträgt mittlerweile der Abstand zwischen den Astros mit der besten Bilanz der MLB und den Los Angeles Angels (44-45), die trotz knapp negativem Record Platz zwei der Division halten und noch in Richtung Wild Card schielen. Davon sind auch die Texas Rangers (41-44) und die Seattle Mariners (41-45) nicht weit entfernt, aber beide scheinen es sich dieses Jahr zur Gewohnheit gemacht zu haben, immer dann, wenn sie sich mal wieder mühsam herangearbeitet haben, eine Niederlagenserie hinzulegen. Momentan sind es sieben Niederlagen aus den letzten zehn Spielen für die Rangers und acht für die Mariners. Bis zur Pause kann sich allerdings noch ein bisschen was tun auf den nachrangigen Plätzen der AL West: In den letzten Serien vor dem All-Star-Spiel treffen die Mariners auf die Oakland Athletics (37-48) und die Rangers auf die Angels.

National League
Ich würde ja gern mal etwas abwechslungsreicher über die National League East schreiben statt sie schon vor dem All-Star-Break abzuhaken, aber es tut sich leider nichts, was dies rechtfertigen würde. Die Division ist nicht nur für die Washington Nationals (50-34) faktisch entschieden, es bestehen auch kaum noch Chancen auf eine Wild Card für die anderen Teams. Die eingangs schon zitierten Eintrittswahrscheinlichkeiten von Fangraphs sehen bei keinem NL-East-Team außer den Nationals eine Playoff-Wahrscheinlichkeit von 10 Prozent oder mehr. Zum Vergleich: In jeder anderen Division der MLB weisen mindestens drei Teams einen solchen Wert auf. Einen überraschenden Fakt habe ich aber doch parat: Die New York Mets (38-45) sind das einzige Team der National League East, das mit 6-4 eine positive Bilanz aus den letzten zehn Tagen aufzuweisen hat. Zu sagen hat das freilich wenig, zumal die Siege „nur“ gegen die San Francisco Giants, die Miami Marlins (38-45) und die Philadelphia Phillies (28-55) eingefahren wurden, bevor es nun wieder zwei Niederlagen gegen die Nationals setzte. Ach, bevor ich es vergesse: Die Atlanta Braves (40-43) haben die 44-jährige Pitching-, Fielding– und Batting-Legende Bartolo Colon entlassen, nachdem er es dieses Jahr in 63 gepitchten Innings nur auf einen ERA von 8.14 gebracht hat. Möglicherweise ist dies das Ende einer großartigen Karriere, aber daran kann und will ich noch nicht glauben – hoffentlich kommt Bartolo noch mal in der MLB unter, am liebsten bei den Mets.

In den vergangenen Wochen ging es hier in Bezug auf die NL Central meist darum, dass die Chicago Cubs (42-42) sich nach und nach an das Überraschungsteam der Milwaukee Brewers (47-40) herantasten. Das hat sich erstmal erledigt, nachdem die Brewers in der vergangenen Woche sechs ihrer sieben Spiele gewannen und sich damit wieder etwas Luft vor dem Titelverteidiger (sechs Spiele, drei Siege) verschafften. Heute Abend kommt es zwischen den beiden zu einem einzelnen Nachholspiel in Chicago (siehe „Spiel der kommenden Woche“). Noch halbwegs im Rennen sind die St. Louis Cardinals (40-44), während die Pittsburgh Pirates (39-46) und die Cincinnati Reds (36-48) bereits mitten in den Plänen für die nächste Saison stecken und sich dementsprechend für die Trade-Deadline am 31. Juli in Stellung bringen.

In der NL West findet gerade etwas statt, was es dort seit Saisonbeginn noch nicht gegeben hat, nämlich eine gewisse Entzerrung innerhalb des Führungstrios. Die Los Angeles Dodgers (57-29) haben seit Mai eine Bilanz von 43-14 eingefahren, das heißt sie haben in diesem Zeitraum gut 75% ihrer Spiele gewonnen – da kann keiner mithalten, noch nicht mal die Houston Astros (71%). Die Arizona Diamondbacks (52-33) sind lange drangeblieben, doch nach zwei Niederlagen im direkten Vergleich mit den Dodgers sind sie nun dreieinhalb Spiele zurück und müssen heute Abend ein weiteres Mal in Los Angeles antreten. Noch etwas weiter zurückgefallen sind die Colorado Rockies (50-37), nachdem sie zuletzt vier Serien in Folge verloren haben, davon zwei gegen die Diamondbacks, eine gegen die Dodgers und eine gegen die San Francisco Giants (34-52). Dennoch genießen die Rockies immer noch einen komfortablen Vorsprung im Kampf um die Wild Cards – die Chicago Cubs als momentan stärkster Konkurrent stehen sechseinhalb Spiele hinter ihnen.

Szene der Woche
In dieser Rubrik gibt es heute ausnahmsweise mal keine bewegten Bilder, sondern „nur“ ein Foto: dieses Foto, aufgenommen letzten Sonntag beim Spiel der Astros gegen die Yankees. New Yorks Aaron Judge neben Houstons Jose Altuve. 2,01 Meter, 128 Kilo, neben 1,68 Meter, 75 Kilo. Oder auch: MLB-Star neben MLB-Star. Toll, was für eine wunderbare Vielfalt dieser Sport erlaubt.

Statistik der Woche 
1101. So viele Homeruns wurden diesen Juni in der MLB geschlagen. Das sind mehr als in irgendeinem anderen Monat der MLB-Geschichte. Das Phänomen steigender Homerunzahlen fiel schon letztes Jahr ins Auge und ich hatte mir ein paar Erklärungsansätze dafür angeschaut. Inzwischen wurde als zusätzlicher Vorteil für die Batter die Strikezone verkleinert. Eine der momentan beliebtesten Spekulationen dreht sich um eine veränderte Beschaffenheit der Bälle. Unschön wäre das insofern, als man so eine Maßnahme gern vorab transparent verkündet gesehen hätte. Aber falls tatsächlich die Bälle der Grund sind, ist das zumindest besser als wenn sich herausstellt, dass eine neue Welle des Missbrauchs leistungssteigernder Substanzen dahinter steckt. MLB-Commissioner Rob Manfred gibt sich jedenfalls überzeugt, dass weder die Bälle noch Doping die Antwort sind, beides sei ausführlich geprüft worden. Eine alternative Erklärung hat Cubs-Manager Joe Maddon: Er schiebt die Entwicklung – mit einem Augenzwinkern – auf die globale Klimaerwärmung, weil Bälle in wärmerer Umgebung weiter fliegen.

Spiel der Woche
MLB-Spiele werden selten in Deutschland entschieden, aber ich bin sicher, gestern Abend war es so: Die Toronto Blue Jays traten im Yankee Stadium an und lagen zur Mitte des vierten Innings schon 5:0 in Führung. Dann blies Aaron Judge zur Aufholjagd, die er mit einem 2-Run-Shot, seinem 29. Homerun in der laufenden Saison, eröffnete. Ein Inning später, nach einem Homerun von Ji-Man Choi und einem Double von Didi Gregorius für je zwei Runs, lagen die Yankees 6:5 in Front. Nun schlug die große Stunde von Andreas Thies, einer der drei Stimmen des wöchentlichen Pflicht-Podcasts Just Baseball: Auf Twitter verbreitete er die Ansicht „Mann, die Blue Jays können aber auch nichts“. Dieses Manöver schien fast schon zu durchsichtig, aber es funktionierte: Prompt trug im siebten Innning ein günstiger Wind Russel Martins Fly Ball über das Center Field zum 6:6 und Yankees-Reliever Dellin Betances flatterten im folgenden Durchgang die Nerven dermaßen, dass er sich mit vier Walks den siegbringenden Run der Blue Jays ins Haus holte. Chapeau, Andreas, das hast du sauber hinbekommen!

Spiel der kommenden Woche
Wohin geht die Reise für den Titelverteidiger? Die Chicago Cubs, denen viele nach dem letzten Jahr vorschnell das Prädikat einer „Dynasty“ aufdrücken wollten, enttäuschen bislang die Erwartungen. Mit ihrer .500-Bilanz können sie von Glück sagen, dass sie in ihrer Division noch alle Chancen auf den Sieg haben. Den werden sie auch brauchen, denn die Wild Cards scheinen angesichts der Dominanz der NL West dieses Jahr unerreichbar für den Rest der National League. Aber auch in der Division sind die Cubs nun schon ein Stück hinter den Milwaukee Brewers zurück und das heute Abend um 20:20 Uhr mitteleuropäischer Zeit anstehende Nachholspiel zwischen den beiden könnte richtungsweisenden Charakter entwickeln. Den Mound wird als erstes Mike Montgomery (2.80 ERA, 3.68 FIP) für die Cubs besteigen, danach darf Zach Davies (5.03 ERA, 4.98 FIP) seine Künste für die Brewers unter Beweis stellen. Bei den Cubs wird übrigens Kyle Schwarber erstmals wieder dabei sein, seit er vor zwei Wochen in die Minor Leagues geschickt wurde, um dort den verlorenen Schwung wieder zu finden. Das könnte geklappt haben: Nach indiskutablen .171/.295/.378 in 64 MLB-Spielen brachte er es in elf AAA-Spielen auf eine Slashline von .343/.477/.714.

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Mai 25th, 2017 by Dominik

Was für ein Tag ist heute eigentlich? Religiöse Menschen feiern Christi Himmelfahrt, gleichzeitig gilt der Tag aber auch in weiten Teilen des deutschsprachigen Raums als Vatertag oder – hauptsächlich in den östlichen Bundesländern – als Herrentag. Nennt ihn wie ihr wollt, auf jeden Fall ist es ein Donnerstag und da gibt es hier wie üblich den Grand Slam, den wöchentlichen Überblick zur MLB. Wenn ihr mit Lesen fertig seid, dann schnappt euch eure Freundinnen und Freunde, Kinder und sonstigen Familienmitglieder und macht einen Ausflug in den lokalen Ballpark, denn fast überall wird heute Baseball gespielt und schöner kann man einen Feiertag doch kaum verbringen, ganz egal wie er bei euch heißt.

American League
Die American League East bleibt neben der NL West die Highlight-Division der MLB. Dem tut auch keinen Abbruch, dass die New York Yankees (27-17) und die Baltimore Orioles (25-20) diese Woche mehr Spiele verloren als gewonnen haben. Im Gegenteil, das erlaubte den Boston Red Sox (24-21) den Anschluss an die Spitze herzustellen und aus dem bisherigen Zwei- einen Dreikampf zu machen.

Quasi täglich rechne ich damit, dass die Minnesota Twins (25-18) der unvermeidlich erscheinende Einbruch ereilt, doch bislang bleibt er aus: Nach derzeit vier Siegen in Folge, darunter ein Sweep gegen die Orioles, haben sie die Führung in der AL Central sogar etwas stabilisiert, auch wenn ihnen die Cleveland Indians (24-21) nach wie vor dicht auf den Fersen sind. War letzte Woche noch die gesamte Division sehr eng beisammen, so hat sich das inzwischen etwas entzerrt, da die Detroit Tigers (22-23), die Chicago White Sox (20-25) und die Kansas City Royals (19-27) in den letzten Tagen allesamt schwächelten und momentan den Anschluss an die Twins und die Indians nicht halten können.

Die Houston Astros (31-16) haben als erstes MLB-Team in diesem Jahr 30 Siege erreicht und führen nach wie vor souverän die AL West an. Dennoch brachte diese Woche mehrere Rückschläge für die Astros, denn zum einen wurden sie in der Serie gegen die Indians zum ersten Mal in diesem Jahr gesweept und zum anderen mussten sie ihr Pitching-Ass Dallas Keuchel auf die Verletztenliste setzen. Es sieht momentan aber ganz danach aus, dass Keuchel schon am kommenden Wochenende wieder dabei sein kann und auf die verlorene Serie antworteten die Astros direkt mit einem Sweep gegen die Tigers. Ernsthafte Verfolger hat Houston bislang noch nicht, aber mit den wiedererstarkten Texas Rangers (24-23) und den überraschend soliden Los Angeles Angels (25-24) weisen immerhin zwei weitere Teams der Division eine positive Bilanz auf. Die Oakland Athletics (21-25) und nach der jüngsten Serie von fünf Niederlagen auch die Seattle Mariners (20-27) sind schon recht abgeschlagen.

National League
Es tut mir in der Seele weh, aber zurzeit habe ich den Eindruck, dass ich – obwohl erst gut ein Viertel der Saison vorbei ist – für den Rest des Jahres immer nur das Gleiche über die National League East zu sagen habe: Die Washington Nationals (28-17) spulen routiniert ihr Programm ab und langweilen sich dabei ein bisschen, denn die anderen Teams der Division sind derzeit schlichtweg nicht konkurrenzfähig – entweder weil sie wie die Atlanta Braves (20-24) und die Philadelphia Phillies (15-29) in der Entwicklung ihres Rosters generell noch nicht so weit sind oder weil sie wie die New York Mets (19-25) extrem von Verletzungen gebeutelt werden oder weil sie die Miami Marlins (16-29) sind, bei denen beide Faktoren zutreffen und sich mit massiver Plan- und Richtungslosigkeit der Franchise paaren.

Was die Minnesota Twins in der American League sind, sind die Milwaukee Brewers (25-21) in der National League: ein Team, das eigentlich mitten im Rebuild steckt, sich aber erstaunlich stark und erstaunlich konstant an der Spitze hält, in diesem Fall an der der NL Central. Je drei Siegen gegen die Mets und die Padres sowie einem Split mit den Cubs folgte nun zwar ein gegen die Blue Jays erlittener Sweep, der die Führung der Bewers vor den St. Louis Cardinals (23-20) und den Chicago Cubs (24-21) aber noch nicht gefährdete. Deutlich abgerutscht ist hingegen das zweite überraschend stark gestartete Team, die Cincinnati Reds (22-24), die sich nach neun Niederlagen aus den letzten zwölf Spielen nur noch knapp vor dem derzeitigen Schlusslicht Pittsburgh Pirates (21-26) halten.

Für die NL West erwartet zwar fast jeder, mich selbst eingeschlossen, dass über kurz oder lang die Los Angeles Dodgers (27-20) sich als die konstanteste Größe im derzeitigen Führungstrio erweisen, aber noch gibt es dafür keine sichtbaren Anzeichen, denn sowohl die Colorado Rockies (31-17) als auch die Arizona Diamondbacks (29-19) befinden sich schon wieder auf Siegesserien. Die San Francisco Giants (20-28) scheinen mit acht Siegen aus den letzten zwölf Spielen, darunter eine Serie von fünf gewonnenen Partien hintereinander, so langsam in Tritt zu kommen. Von einer Aufholjagd zu sprechen, wäre derzeit noch übertrieben; aber zumindest setzen sich die Giants inzwischen deutlich von den San Diego Padres (17-31) ab, dem momentan schlechtesten Team außerhalb der NL East.

Szene der Woche
Zugegeben, mit Baseball hat meine Szene der Woche nicht viel zu tun, aber mit irgendwas muss man sich ja während einer zweistündigen Regenpause beschäftigen. Die Bullpens der Chicago Cubs und der Milwaukee Brewers nutzten die Unterbrechung des Spiels am Freitag, um sich und die ausharrenden Zuschauer mit einem lustigen Tanzwettbewerb bei Laune zu halten. Joachim Llambi wäre ob der dargebotenen Künste wohl nicht gerade vor Begeisterung vom Stuhl gefallen, aber ich habe mich köstlich amüsiert.

Statistik der Woche 
8. In so vielen Spielen hintereinander hat Red-Sox-Pitcher Chris Sale jeweils eine zweistellige Anzahl von Strikeouts erzielt. Damit hat er seinen eigenen, mit Pedro Martinez geteilten Rekord von 2015 eingestellt. Übertreffen konnte er ihn aber nicht, denn letzte Nacht endete die Serie, als Sale beim 9:4-Sieg gegen die Texas Rangers nur sechs Strikeouts gelangen.

Spiel der Woche
Die San Francisco Giants haben dieses Jahr bislang nicht allzu viele Highlights produziert, aber der Sieg bei den St. Louis Cardinals vom Samstag war auf jeden Fall eines: Volle zwölf Innings lang gelang es San Francisco nicht, auch nur einen einzigen Runner in Scoring Position, also auf die zweite Base oder weiter zu bringen – das hatte seit 1990 kein anderes Team „geschafft“. Im dreizehnten Inning fanden die Giants dann doch noch ihre Bats. Mit drei Singles hintereinander wurden die Bases geladen und der 21-jährige Rookie Christian Arroyo brachte am Ende eines 12-Pitch-At-Bats einen Double an und damit die ersten zwei Runs des 3:1-Erfolges nach Hause. Erwähnen sollte man noch die starken Auftritte der beiden Starter Jeff Samardzija (Giants) und Carlos Martinez (Cardinals): Es war das erste Spiel in diesem Jahr, in dem beide Starter mindestens acht Innings durchhielten und keine Runs erlaubten.

Spiel der kommenden Woche
Letzte Woche habe ich an dieser Stelle ordentlich daneben gegriffen, denn ausgerechnet das von mir als Einschalttipp gewählte Spiel der Cubs gegen die Brewers wurde wegen schlechten Wetters abgesagt. In der Hoffnung, dass sich meine Empfehlung nicht wieder als schlechtes Omen erweist, lege ich euch für diese Woche das Gipfeltreffen der AL East zwischen den New York Yankees und den Baltimore Orioles ans Herz. Das europafreundlichste Spiel der Serie ist gleich das erste am Montag um 19:05 Uhr unserer Zeit. Die Starting Pitcher werden voraussichtlich Luis Severino (3.11 ERA) für die Yankees und Dylan Bundy (2.92 ERA) für die O’s sein.

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Mai 11th, 2017 by Dominik

Beim 18-Inning-Thriller zwischen den Yankees und den Cubs am Montagmorgen kam bei mir zum ersten Mal in diesem Jahr  so etwas wie Playoff-Feeling auf. Das hat Spaß gemacht, aber trotzdem bin ich froh, dass die MLB-Saison noch sehr lange dauert und noch sehr viel passieren kann und wird. Was in den vergangenen sieben Tagen alles passiert ist, verrät der heutige Grand Slam am Donnerstag:

American League
Die New York Yankees (21-10) und die Baltimore Orioles (23-11) marschieren an der Spitze der American League East nahezu im Gleichschritt: Beide haben sieben der letzten zehn Spiele gewonnen, beiden ist diese Woche eine Serie von sechs Siegen in Folge gelungen und für beide endeten diese Serien gestern Abend. Allerdings machen die Yankees deutlich stärker den Eindruck, sich dort oben auf Dauer halten zu können, als die Orioles: Sie scoren mehr Runs, sie lassen weniger Runs zu, vor allem sind sie weniger abhängig von 1-Run-Games. Die Orioles haben acht ihrer Siege mit nur einem Run Unterschied eingefahren, was in der Regel mit Glück und einem guten Bullpen zu tun hat. Nur ist Glück nicht planbar und Baltimores Bullpen hat gerade einen herben Schlag durch die erneute Verletzung von Zach Britton erlitten. Knapp positiv, aber immerhin schon fünf Spiele hinter den beiden Führenden, stehen die Boston Red Sox (17-16), die immer noch nach ihrem Rhythmus suchen. Vielleicht hilft die anstehende Heimserie gegen die Tampa Bay Rays (17-19) den Red Sox, sich ein bisschen aus dem Mittelmaß zu befreien.

Die AL Central ist nach wie vor eng beisammen. Zwischen den Cleveland Indians (18-15) an der Spitze und den Chicago White Sox (15-16) auf Platz vier liegen gerade mal zwei Spiele. Von Freitag bis Sonntag steht eine Serie zwischen den Indians und den derzeit zweitplatzierten Minnesota Twins (16-14). Da sollte man mal reinschauen – zum einen weil es interessant ist, wie sich der erklärte Favorit Cleveland gegen den überraschend guten Underdog Minnesota schlägt, zum anderen um mal wieder unseren deutschen Lokalmatador Max Kepler in Aktion zu sehen, der bei den Twins in diesem Jahr unumstrittener Stammspieler ist. Sein Bat ist im bisherigen Mai (.136/.269/.136) gegenüber dem April (.280/.368/.467) leider deutlich abgekühlt, aber vielleicht geht es ja schon in der Serie gegen die Indians wieder aufwärts.

Unter die AL West möchte man gedanklich schon fast einen Haken machen, so deutlich liegen die Houston Astros (23-11) vorne. Der Abstand zum Zweiten beträgt schon sechs Spiele, das ist mehr als zwischen dem Ersten und dem Letzten in der NL Central. Interessant ist allerdings, wer neuerdings auf Platz zwei steht, denn mit sechs Siegen aus den letzten sieben Spielen haben sich die Seattle Mariners (17-17) nach ihrem enttäuschenden Start zu einer ausgeglichenen Bilanz und vorbei an den Los Angeles Angels (17-19) gearbeitet. Auch die Texas Rangers (15-20) haben mit vier Siegen eine ordentliche Woche hinter sich und damit immerhin verhindert, am Tabellenende völlig abgeschlagen zu sein.

National League
Ähnlich wie in der AL West herrschen auch in der National League East klare Verhältnisse und ich habe nicht den Eindruck, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern dürfte. An den Washington Nationals (22-12) und ihren als einziges MLB-Team über 200 erzielten Runs (209) scheint dieses Jahr kein Weg vorbei zu führen. Die New York Mets (16-17) sind in meinen Augen das einzige Team der Division, das grundsätzlich mit den Nationals mithalten könnte, doch eine Kombination aus Verletzungen, schlechtem Feldmanagement und fortwährender Selbstbeschäftigung (siehe „Szene der Woche) hält sie davon ab. Mit den Philadelphia Phillies (13-19), den Miami Marlins (13-20) und den Atlanta Braves (11-20) hat die AL West gleich drei Teams, die derzeit nicht konkurrenzfähig sind – im Gleichschritt haben alle drei jeweils acht der letzten zehn Spiele verloren.

Umso spannender präsentiert sich dieser Tage die NL Central. Wer mit einem glatten Durchmarsch der Chicago Cubs (17-17) gerechnet hatte, sieht sich getäuscht. Stattdessen ist der Titelverteidiger nach dem Sweep durch die Yankees und einer verlorenen Serie gegen die Rockies auf Platz vier der sehr eng beisammen stehenden Division abgerutscht. Vorne stehen plötzlich die St. Louis Cardinals (19-14), die die vergangene Woche zu einer Serie von sechs Siegen genutzt haben. Das war zwar nur gegen die Braves und die Marlins, aber nun stehen drei Spiele gegen die Cubs an, in denen die Cardinals zeigen können, ob sie zurecht Platz eins besetzen. Mehr als solide halten sich auch die Cincinnati Reds (18-15) und die Milwaukee Brewers (18-16), während die Pittsburgh Pirates (14-20) als einziges Team der Division eine Negativbilanz aufweisen und sich nach bislang vier Niederlagen in Folge für die nächste Zeit im Keller der Tabelle eingerichtet haben.

Noch tiefer im Keller sitzen in der NL West die San Francisco Giants (12-23), bei denen dieses Jahr einfach gar nichts zusammen läuft – die zweitwenigsten Runs (115) und die meisten kassierten Runs (183) der MLB machen wenig Hoffnung, dass diese Saison noch zu retten wäre. Mit den San Diego Padres (13-22) haben die Giants in ihrem Keller immerhin einen Nachbarn in ähnlich aussichtsloser Lage. Zwischen diesen beiden und dem Führungstrio Colorado Rockies (22-13), Los Angeles Dodgers (20-14) und Arizona Diamondbacks (19-16) klafft bereits eine Lücke von sechs Siegen. Die Dodgers haben diese Woche fünf Spiele absolviert und fünf Siege eingefahren und mischen nun auf Augenhöhe mit den beiden anderen mit. Da passt es geradezu perfekt, dass nun eine Vier-Spiele-Serie zwischen den Dodgers und den Rockies ansteht (siehe „Spiel der kommenden Woche“). Diese werden die Dodgers allerdings – ebenso wie den Rest der Saison – ohne Outfielder Andrew Toles bestreiten müssen, der sich im vorgestrigen Spiel gegen die Pirates das Kreuzband gerissen hat.

Szene der Woche
Die bisherige Saison der New York Mets ist sportlich eher mittelmäßig, vom Drumherum aber ist es eine erstklassige Seifenoper. Bisherige Highlights: ein Closer, der sich gegen häusliche Gewalt engagiert und dann 15 Spiele gesperrt wird, nachdem er im Streit mit seiner Frau eine Tür zerstört hat (Jeurys Familia); ein Starting Pitcher, der eine ärztliche Untersuchung ablehnt, weil er „seinen Körper am besten kennt“ und sich im nächsten Spiel den Muskel reißt (Noah Syndergaard); ein anderer Starter, der nicht zum Spiel erscheint, nachdem er bis 4 Uhr morgens seinen Frust darüber ertränkt hat, dass seine Ex mit ihrem Ex ausgegangen ist (Matt Harvey). Und jetzt meine Szene der Woche: Die Mets veröffentlichen auf Twitter ein Foto von T. J. Rivera, der seinen ersten MLB-Homerun geschlagen hat – und übersehen, dass im Hintergrund im Schrank von Kevin Plawecki ein großer schwarzer Dildo zu sehen ist. Ich fürchte, wenn für mich als Metsfan von dieser Saison etwas hängen bleibt, dann vor allem das Gefühl des Fremdschämens.

Statistik der Woche 
4,62 Fuß. Das sind 1,41 Meter und somit eine ziemliche Höhe für einen Pitch, wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Strike Zone ihre obere Grenze auf ca. 3,5 Fuß (1,07 Meter) hat. Orioles-Slugger Mark Trumbo hat am Montag beim 6:4-Sieg seines Teams gegen die Nationals das Kunststück fertig gebracht, solch einen Pitch von Gio Gonzalez zum Homerun zu schlagen. Es war der höchste Homerun-Pitch seit Beginn der Messungen, also seit mindestens 2008.

Spiel der Woche
Das Matchup der New York Yankees gegen die Chicago Cubs versprach schon vorher ein interessantes zu werden, aber das dritte Spiel der Serie am Sonntag übertraf alle Erwartungen. Bis zur Mitte des neunten Innings sah es nach einem relativ klaren Sieg der Yankees aus mit einer 4:1-Führung und Top-Closer Aroldis Chapman auf dem Weg zum Mound. Doch Chapman vergab die Save-Situation, nach zwei Walks und drei Singles ließ er durch einen Hit-by-Pitch bei geladenen Bases den Ausgleich zu. So ging das Spiel in die Verlängerung, welche nach den neun regulären Innings volle neun weitere Innings andauerte und deren Highlight ein Wahnsinnscatch von Kyle Schwarber im zwölften Inning war. Die Entscheidung im 18. Inning brachte ein mit äußerster Mühe – Bunt, Error, Sacrifice, Fielders Choice – zusammengeschusterter Run der Yankees durch Aaron Hicks. Was aber vor allem in Erinnerung bleiben wird, ist der neue MLB-Rekord für die meisten Strikeouts in einem Spiel: Mit 48 wurde die alte Marke von 43 (aus einem 20-Inning-Spiel der Angels gegen die Athletics von 1971) deutlich übertroffen.

Spiel der kommenden Woche
Die Colorado Rockies und die Los Angeles Dodgers haben ab heute vier Tage lang Gelegenheit, unter sich auszumachen, wer Herr im Hause NL West ist. Das vierte Spiel der Serie läuft am Sonntag nicht nur zur europafreundlichen Zeit von 21:10 Uhr, es ist obendrein sogar das Free Game of the Day auf mlb.tv. Das Pitching-Matchup dieses Spiels besteht aus zwei Top-Talenten: Für die Dodgers wird Julio Urias (1.06 ERA) starten, der vorgestern gegen die Pirates einen No-Hitter bis ins siebte Inning laufen hatte. Sein Gegenüber ist Antonio Senzatela (2.86 ERA), der NL-Rookie des Monats April.

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Mai 4th, 2017 by Dominik

Vor gut drei Wochen habe ich bei einem Blick auf die Ergebnisse der letzten Jahre festgestellt, dass die Chancen auf das Erreichen der Playoffs sehr gering sind, wenn man Ende April bei unter 40% Siegen steht. Jetzt sind wir schon ein paar Tage im Mai und es scheint an der Zeit, sich von einigen Teams für dieses Jahr zu verabschieden: Die Toronto Blue Jays, die San Francisco Giants, die Texas Rangers und die Kansas City Royals stehen allesamt unter den erwähnten 40% und brauchen schon ein kleines Wunder, um aus dem Loch noch heraus zu kommen, dass sie sich selbst gegraben haben. Hier der gewohnte wöchentliche Überblick, was sich sonst so tut in der MLB:

National League
Die National League East wird nach wie vor sehr deutlich dominiert von den Washington Nationals (18-9), die vor allem mit ihrer Offense die Liga rocken. Mit 175 erzielten Runs führen sie die MLB mit großem Abstand vor den Yankees und den Diamondbacks (je 148) an und auch ihr Run Differential von +46 ist das beste der Liga. Einen großen Beitrag dazu leistete das 23:5 über die New York Mets (12-15). Allerdings täuscht dieses Resultat leicht darüber hinweg, dass die Serie gegen die Mets eher ein Rückschlag für die Nationals war, die nicht nur die beiden anderen Spiele verloren sondern auch den in der Offseason teuer ertradeten Outfielder Adam Eaton, der sich einen Kreuzbandriss zuzog. Die Mets haben ihrerseits große Verletzungssorgen: Neu auf der ohnehin schon langen und hochkarätig besetzten Abwesenheitsliste ist Pitching-Ass Noah Syndergaard, der mit einem gerissenen oder angerissenen Rückenmuskel voraussichtlich rund drei Monate lang ausfallen wird.

Deutlich ausgeglichener als die NL East ist die Lage in der NL Central. Die favorisierten Chicago Cubs (15-12) liegen vorne, aber die Milwaukee Brewers (13-13) und die St. Louis Cardinals (12-12) sind nicht weit zurück und alle drei haben in der Woche seit Freitag im Gleichschritt genauso viele Spiele gewonnen wie sie verloren haben. Das gilt im übrigen auch für die Pittsburgh Pirates (12-15), sodass die Cincinnati Reds (13-14) mit drei Siegen und zwei Niederlagen die einzigen in der Division sind, für die sich in der vergangenen Woche irgendetwas bewegt hat.

Auch in der NL West hat sich am Tabellenbild seit letzter Woche nichts Nennenswertes verändert, doch das allein ist nach wie vor Überraschung genug: Die Colorado Rockies (17-11) und die Arizona Diamondbacks (17-12) halten sich wacker an der Spitze und die Los Angeles Dodgers (15-14) tun bislang zu wenig, um daran etwas zu ändern – insbesondere kamen sie gegen die beiden Konkurrenten bisher nicht über Splits in den Heim- und Niederlagen in den Auswärtsserien hinaus und auch gegen die ansonsten recht desolaten San Francisco Giants (11-18) tun sich die Dodgers schwer. Siebenmal trafen die beiden Traditionsrivalen an den letzten zehn Tagen aufeinander, viermal behielten die Giants die Oberhand. Eine schlechte Nachricht für die Diamondbacks muss ich leider noch erwähnen: SP Shelby Miller muss sich einer Tommy-John-Surgery unterziehen, für ihn ist die Saison somit definitiv gelaufen.

American League
In der American League East muss man sich wohl langsam, aber sicher an den Gedanken gewöhnen, dass die New York Yankees (17-9) „for real“ sind. Seit letzter Woche haben sie drei weitere Serien gegen die Divisionsrivalen Baltimore Orioles (16-10), Boston Red Sox (15-12) und Toronto Blue Jays (9-19) gewonnen. Jetzt bin ich besonders gespannt auf das anstehende Drei-Spiele-Duell gegen den amtierenden Champion Chicago Cubs (siehe „Spiel der kommenden Woche“). Derweil scheint sich zwischen den Red Sox und den Orioles momentan eine Rivalität zu entwickeln, die das gesunde Maß bereits deutlich überschritten hat. Es ging los mit einem ungestümen, aber offenbar unabsichtlichen Slide von Baltimores Manny Machado an die zweite Base, bei dem sich Bostons Dustin Pedroia verletzte und für ein paar Tage ausfiel. Getreu den sogenannten „unwritten rules“ im Baseball warf Red-Sox-Pitcher Eduardo Rodriguez im folgenden Spiel den Ball mehrfach inside in Richtung von Machados Knien – das ist allein schon albern genug, aber die Sache hätte damit zumindest erledigt sein müssen. Stattdessen eskalierte Reliever Matt Barnes die Situation, indem er bei nächster Gelegenheit knapp hinter den Kopf von Machado warf. Barnes wurde dafür mit Recht vier Spiele lang gesperrt. War es das nun endlich? Nein, entschied Chris Sale, das Pitching-Ass der Red Sox, und warf beim vorgestrigen Aufeinandertreffen schon wieder einen Ball hinter Machado, der später mit einem Homerun und einer angemessenen Tirade antwortete. Liebe Red Sox, ich habe euch immer gemocht, aber was soll dieser Schwachsinn? Ganz zu schweigen von den rassistischen Anfeindungen, die sich Orioles-Outfielder Adam Jones am 1. Mai durch offenbar mehrere Dutzend Zuschauer im Fenway Park anhören musste. Haben diese Vollidioten etwa schon vergessen, dass der von ihnen jahrelang als Idol gefeierte Big Papi David Ortiz die gleiche Hautfarbe hat wie der Gegenspieler, den sie nun mit dem N-Wort beschimpften und mit Erdnüssen bewarfen?

Zurück zum Sport. In der AL Central sind die Minnesota Twins (14-11) mit vier Siegen hintereinander und sechs aus den letzten sieben Spielen zurück an die Spitze gestürmt. Die Cleveland Indians (15-12) hatten am Dienstag einen bitteren Abend, als sie nicht nur das Spiel gegen die Detroit Tigers (14-13) und die Tabellenführung verloren sondern auch Pitcher Corey Kluber, der mit Rückenbeschwerden auf die Verletztenliste gesetzt werden musste. Die Chicago White Sox (14-12) und die Kansas City Royals (9-17) sorgten zwischenzeitlich für Schlagzeilen, indem Erstere sechs Siege und Letztere neun Niederlagen in Folge einfuhren. In den letzten drei Tagen gewannen aber die Royals zwei von drei Spielen gegen die White Sox. Die extremen Trends sind somit beide erstmal gestoppt.

Die Houston Astros (19-9) weisen mittlerweile nicht mehr nur in der AL West sondern in der gesamten MLB die beste Bilanz auf. Nach drei Siegen hintereinander gegen die Texas Rangers (11-17) herrschen klare Verhältnisse in der Lokalrivalität. Als wären die Rangers nicht schon gebeutelt genug, fällt nun auch noch Pitcher Cole Hamels für mehrere Monate aus. Da auch die Seattle Mariners (12-16) nach wie vor nicht wirklich in Tritt kommen und die Oakland Athletics (11-16) nach ordentlichem Start inzwischen deutlich eingebrochen sind, richten sich die Los Angeles Angels (15-14) in der Rolle des derzeit einzigen Verfolgers der Astros ein. Die übers Wochenende anstehende Serie zwischen den Astros und den Angels verspricht interessant zu werden.

Szene der Woche
Die Versuchung war groß, hier den Pickoff durch Jon Lester gegen Aaron Altherr zu küren – Würfe zur ersten Base sind bekanntlich die große Schwäche des Cubs-Pitchers und ein Pickoff-Throw durch ihn ist schon eine Sondermeldung wert. Aber da dieser hier „nur“ an die zweite Base ging, erlaube ich mir als Szene der Woche das Triple Play der Orioles gegen die Red Sox vorzuziehen. Ein Triple Play ist immer sehenswert, aber dieses war ganz besonders kurios, weil es nur durch Fehler von fast allen Beteiligten zustande kam: die Umpires signalisieren keinen Infield Fly, Orioles-Shortstop J. J. Hardy fängt den Ball nicht, die Baserunner Mitch Moreland und Dustin Pedroia laufen nicht los, Batter/Runner Jackie Bradley Jr. bricht den Weg zur ersten Base ab und plötzlich sind alle drei Spieler aus statt nur einem.

Statistik der Woche 
32. So viele Runs erzielte Bryce Harper im April und stellte damit einen neuen MLB-Rekord auf, den bislang Larry Walker mit 29 Runs im April 1997 gehalten hatte. Mit dieser Leistung stellt er sogar seinen Teamkollegen bei den Washington Nationals, Anthony Rendon, in den Schatten. Dieser legte diese Woche ebenfalls beeindruckende Zahlen vor, allerdings vor allem in Bezug auf ein einzelnes Spiel und nicht wie Harper auf einen ganzen Monat: Beim 23:5 über die Mets erzielte er in sechs Plate Appearances sechs Hits, davon drei Homeruns, und insgesamt 10 RBIs – in ihrer Gesamtheit ebenfalls eine in der MLB-Geschichte noch nie dagewesene Leistung.

Spiel(e) der Woche
Auf das Podest des Spiels der Woche setze ich dieses Mal gleichrangig zwei Partien, in denen es eindrucksvolle Comebacks zu sehen gab: Das eine geht auf das Konto der New York Yankees, die aus 1:9- und 4:11-Rückständen gegen die Baltimore Orioles mit Hilfe von fünf Homeruns einen 14:11-Sieg nach zehn Innings machten. Das andere war ein 6:5 der Los Angeles Dodgers über die Philadelphia Philles. Mit einem 2:5-Rückstand waren die Dodgers in den Bottom des neunten Innings gegangen, bevor Yasiel Puig, Cody Bellinger und Justin Turner mit Back-to-Back-to-Back-Homeruns gegen Phillies-Closer Hector Neris den Ausgleich besorgten. Zwei Outs später brachte ein Walkoff-Single von Adrian Gonzalez das Spiel nach Hause

Spiel der kommenden Woche
Zwei sehr reizvolle Duelle stehen übers Wochenende an: zum einen das der Houston Astros gegen die Los Angeles Angels of Anaheim, zum anderen das der Chicago Cubs gegen die New York Yankees. Das erste Spiel des Titelverteidigers gegen den wiedererstarkten Rekordmeister ist mein Einschalttipp der Woche: Am Freitag um 20:20 Uhr mitteleuropäischer Zeit geht es los, auf dem Mound werden voraussichtlich Kyle Hendricks (4.18 ERA) für die Cubs und Michael Pineda (3.14 ERA) für die Yankees stehen.

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April 27th, 2017 by Dominik

Was für eine bittere MLB-Woche: Meine Mets hatten ihren stärksten Auftritt Dienstagnacht in Form eines Rainouts gegen die Braves – den konnten sie wenigstens nicht verlieren. In Giants-Pitcher Madison Bumgarner hat sich einer der besten und interessantesten Spieler der Liga ernsthaft verletzt und gestern Abend musste Brewers-1B Eric Thames, Hauptakteur der Cinderella-Story des bisherigen Jahres, mit Oberschenkelproblemen den Platz verlassen. Zu allem Überfluss haben die Padres das spannende Experiment mit Christian Bethancourt als Allround-Spieler für gescheitert erklärt und ihn in die Minors geschickt. Zum Glück sorgte Chris Coghlan von den Blue Jays dafür, dass von dieser Woche nicht nur deprimierende Szenen hängen bleiben werden. Dazu später mehr, jetzt erst mal der obligatorische Schwenk durch die einzelnen Divisionen:

National League
In der National League East sieht es derzeit danach aus, dass sich in dieser Division besonders schnell die Spreu vom Weizen trennt. Die Washington Nationals (14-6) ziehen nach den ersten 20 Spielen bereits recht einsam ihre Kreise an der Spitze vor den Miami Marlins (10-8) und den Philadelphia Phillies (9-9), die beide für ihre Verhältnisse gut in die Saison gekommen sind, den Nationals aber realistisch betrachtet nicht gefährlich werden dürften. Leider ein Totalausfall in der ihnen zugedachten Rolle des Co-Favoriten in der Division sind die New York Mets (8-11). Nach ordentlichem Beginn haben sie nun zwei Wochen lang quasi nur verloren: Fünf Niederlagen in Folge und neun in den letzten zehn Spielen stehen mittlerweile zu Buche. Am Anfang dieses Slumps hatten sie ein paarmal Pech mit dem Spielausgang, dann kamen Verletzungen dazu und inzwischen scheint auch einfach das Selbstvertrauen ein Stückweit verloren zu sein. So war jedenfalls mein Eindruck letzte Nacht beim 2:8 gegen die Atlanta Braves (6-12), die nach dem Sweep durch die Nationals ein willkommener Aufbaugegner hätten sein können, aber stattdessen auf erstaunlich wenig Gegenwehr der Mets stießen. Bei den Marlins tut sich übrigens etwas im Hinblick auf den angestrebten Verkauf der Franchise durch Owner Jeffrey Loria: Eine Bietergruppe um den ehemaligen Governeur, Präsidentensohn, -bruder und -kandidaten Jeb Bush und um Ex-Yankees-Star Derek Jeter gilt inzwischen als klarer Favorit, die Marlins zu erwerben.

Titelverteidiger Chicago Cubs (11-8) hat in der NL Central mittlerweile die Verhältnisse gerade gerückt und sich mit nacheinander gewonnenen Serien gegen die Milwaukee Brewers (11-11), die Cincinnati Reds (10-11) und die Pittsburgh Pirates (9-12) an die Spitze der Division gesetzt. Die schwach gestarteten St. Louis Cardinals (9-11) zeigen inzwischen Anzeichen eines Aufschwungs. Dem Sweep gegen die Pirates vor einer Woche ließen sie weitere drei Siege über die Brewers folgen und setzen heute in einem Doubleheader das Duell der Fehlgestarteten mit den Toronto Blue Jays fort.

Die NL West fühlt sich immer noch ein bisschen an, als würde sie auf dem Kopf stehen, denn unverändert halten sich die etwas überraschenden Colorado Rockies (14-8) und die noch mehr überraschenden Arizona Diamondbacks (14-9) an der Spitze mit spürbarem Vorsprung auf die Los Angeles Dodgers (10-12). In einer schwierigen Lage befinden sich die San Francisco Giants (7-14). Zwar sprangen aus den letzten drei Spielen immerhin zwei Siege gegen die Dodgers heraus, doch davor setzte es gegen die Rockies einen Drei-Spiele-Sweep und vor allem fällt Star-Pitcher Madison Bumgarner nun für mindestens zwei Monate aus, nachdem er in seiner Freizeit einen Fahrradunfall hatte und sich dabei die Rippen und die Schulter des Wurfarms verletzte. Eine Aufholjagd ohne den wichtigsten Leistungsträger des Teams dürfte schwierig werden.

American League
Die Baltimore Orioles (13-6) führen nach wie vor die American League East an und das zwar knapp, aber überzeugend: Von ihren bislang sieben Serien in diesem Jahr haben sie noch keine einzige verloren und sechs davon absolvierten sie gegen Divisionsrivalen. Auf Platz zwei halten sich die New York Yankees (11-7), bei denen sich nach der zwischenzeitlichen Siegesserie in den letzten Tagen Licht und Schatten abwechselten. Die nächsten Tage werden richtungsweisend sein, denn heute Nacht geht es zunächst noch einmal gegen die Boston Red Sox (11-8) und dann drei Tage lang gegen die Orioles. Genau wie die Yankees haben auch die Toronto Blue Jays (6-14) in den letzten sieben Tagen immer abwechselnd gewonnen und verloren, was in ihrem Fall aber nach dem katastrophalen Start ein Fortschritt war. Wenn sie dem turbulenten Sieg im ersten Spiel gegen die  Cardinals (siehe unten) heute einen erfolgreichen Doubleheader folgen lassen, sind die Blue Jays wieder halbwegs im Rennen.

Die knappste Division der MLB ist die AL Central, in der die Cleveland Indians, die Chicago White Sox und die Detroit Tigers allesamt mit 11-9 gleichauf stehen und nur knapp dahinter die Minnesota Twins (10-11), für die Max Kepler am Sonntag seinen zweiten Homerun des Jahres geschlagen hat. Den Anschluss verloren haben derzeit die Kansas City Royals, die nach sieben Niederlagen in Folge – jeweils Sweeps gegen die Texas Rangers und die White Sox – plötzlich bei 7-14 stehen und als nächstes dreimal gegen die Twins ran müssen.

Die AL West bietet momentan neben der NL East das klarste Tabellenbild: Der Vorsprung der Houston Astros (14-10) ist bereits recht komfortabel, zumal auf den nächsten Rängen die Los Angeles Angels (11-12) und die Oakland Athletics (10-11) folgen, die beide keine ernsthaften Kandidaten dafür sind, um den Divisionstitel mitzuspielen. Die Texas Rangers (10-12) haben sich, insbesondere durch den Sweep über die Royals, wieder ans Feld herangespielt, während es für die Seattle Mariners (9-13) momentan schlecht aussieht. Sie haben zwar nur einen Sieg weniger als die Rangers und die A’s, müssen aber nun den Rückschlag verkraften, dass gleichzeitig Pitching-Ass Felix Hernandez und der in der bisherigen Saison sehr starke Outfielder Mitch Haniger (.338/.442/.600) auf die Verletztenliste gesetzt werden mussten.

Szene der Woche
Vielleicht ist es nicht nur die Szene der Woche sondern schon die des Jahres. Jedenfalls wird auf absehbare Zeit kein Highlight-Reel ohne den gigantischen Sprung von Torontos Chris Coghlan über Cardinals-Catcher Yadier Molina und seine anschließende Rolle über die Homeplate auskommen. Ich muss mir das Ding jedenfalls immer wieder ansehen. Wow.

Statistik der Woche 
11. So viele Homeruns hat 1B Eric Thames von den San Diego Padres dieses Jahr bereits erzielt, vier mehr als die zehn Spieler, die gemeinsam den zweiten Platz der Rangliste belegen. Sofern die Verletzung, derentwegen Thames gestern Abend ausgewechselt werden musste, ihn nicht daran hindert, hat er in den nächsten Tagen die Chance, am Rekord von Albert Pujols (2006) und Alex Rodriguez (2007) mit je 14 April-Homeruns zu kratzen. Das Erstaunliche daran ist, dass der 30-jährige Thames die letzten vier Jahre nicht mal in der MLB gespielt sondern sich zuerst ein Jahr in den Minors und dann in Südkorea bei den NC Dinos verdingt hat. Dort produzierte er zwar starke Zahlen, doch dass er bei seiner Rückkehr nach Amerika derart auftrumpfen würde, hat ihm wohl kaum jemand zugetraut.

Spiel der Woche
Ich muss hier noch mal auf das Spiel der Toronto Blue Jays bei den St. Louis Cardinals zurückkommen, in dem sich die Akrobatik-Aktion von Chris Coghlan zutrug. Nicht nur wegen dieses Moments war Torontos 6:5-Erfolg ein spektakuläres Spiel mit Happy End für die enttäuschend in die Saison gestarteten Blue Jays: Erst drehten sie einen Rückstand um, dann gingen sie dreimal in Führung, die von den Cardinals immer wieder ausgeglichen wurde, bevor schließlich im elften Inning der als Pinch Hitter eingewechselte Pitcher Marcus Stroman einen Double schlug und später bei einem Error – dem vierten der Cardinals in diesem Spiel – den siegbringenden Run erzielte. Es war übrigens der erste Pinch Hit eines Blue-Jays-Pitchers überhaupt.

Spiel(e) der kommenden Woche
Die Entscheidung fällt schwer, denn mir erscheinen zwei Matchups der kommenden Tage gleichermaßen interessant: Sowohl in der AL East mit den Orioles und den Yankees als auch in der NL West mit den Rockies und den Diamondbacks ringen je zwei Teams um die Spitze, denen ich das vor der Saison nicht zugetraut hätte – und in beiden Fällen treffen diese beiden Teams nun in einer Wochenendserie von Freitag bis Sonntag aufeinander. Mein Einschalttipp sind die beiden Spiele am Sonntag, weil sie sich zeitlich (Orioles@Yankees um 19:05 Uhr, Rockies@Diamondbacks um 22:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit) so gut aneinander fügen, dass man einen schönen langen Baseballabend daraus machen kann – und am Tag danach ist passenderweise Feiertag.

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