Drei Gewinner, drei Verlierer zur Trade-Deadline

Die Trade-Deadline 2016 ist Geschichte und es waren wieder mal ein paar aufregende Stunden für sämtliche Team-Manager, für viele Spieler und natürlich für alle mitfiebernden Fans. Wer einen Überblick über alle durchgeführten Trades sucht, der wird zum Beispiel hier fündig. Mein Senf zu der Angelegenheit besteht in einer Beschreibung von jeweils drei meiner Ansicht nach großen Gewinnern und Verlierern der Trades der letzten Tage und Stunden:

Gewinner 1: New York Yankees
Die Yankees hatten sich überraschend frühzeitig damit angefreundet, dieses Jahr hauptsächlich als Seller aufzutreten, und schon eine knappe Woche vor der Deadline gewaltig die Cubs über den Tisch gezogen, indem sie sich die letzten zwei Vertragsmonate von RP Aroldis Chapman vergolden ließen. Auch für RP Andrew Millers Wechsel zu den Indians sowie für OF Carlos Beltran, der nach Texas wechselt, wurden ordentlich Prospects eingesammelt. Für SP Ivan Nova dürfte noch etwas von den Pirates kommen, hier ist die Gegenleistung meines Wissens noch nicht bekannt. Die Yankees haben jedenfalls ordentlich etwas für die Farm getan und bei jedem einzelnen der Trades habe ich das Gefühl, dass sie sehr gut verhandelt haben.

Gewinner 2: Texas Rangers
Die Rangers sind den gegenteiligen Weg zu jenem der Yankees gegangen: Sie haben sich von einer Reihe von Prospects getrennt, um kurzfristig Verstärkung an Land zu ziehen und das ist ihnen mit der Verpflichtung von OF Carlos Beltran (Yankees), C Jonathan Lucroy und RP Jeremy Jeffress (beide Brewers) hervorragend gelungen. Mit RP Dario Alvarez und RP Lucas Harrell wurden schon vor einigen Tagen zwei weitere solide Ergänzungen für den Bullpen geholt. Was sie nicht bekommen haben, ist ein Starting Pitcher, aber zweifelsfrei ist das Team mit dem besten Record der American League heute noch ein ganzes Stück stärker geworden.

Gewinner 3: Los Angeles Dodgers
Auch die Dodgers haben sich deutlich verstärkt, vor allem durch den Trade mit den Athletics, der ihnen SP Rich Hill und OF Josh Reddick einbrachte. Schwerer einzuschätzen ist der Tausch, bei dem die Dodgers SP/RP Mike Bolsinger nach Toronto schickten und dafür SP/RP Jesse Chavez erhielten. Nach dem, was ich von Bolsinger dieses Jahr bisher gesehen habe, kann es aber nur ein Upgrade und Verhandlungserfolg sein, ihn losgeworden zu sein und sogar noch etwas dafür bekommen zu haben.

Verlierer 1: New York Mets
Ich kann kaum beschreiben, wie sehr es mich ärgert: In der Situation der Mets sollte man sich entweder gezielt verstärken, um einen Run auf die gerade noch in Reichweite befindlichen Playoffs zu wagen oder aber man lässt die Saison auf gut Glück laufen und richtet den Fokus auf nächstes Jahr. Die Mets tun nichts von beidem. Stattdessen holen sie mit Jay Bruce einen Karriere-.249-Hitter mit Defensivschwäche und überlassen dafür den Cincinnati Reds ihr bereits MLB-fähiges Top-Infield-Prospect Dilson Herrera – während das eigene Infield nach den Verletzungen von Wright, Duda, Reyes und Cabrera in Scherben liegt! Wer hätte gedacht, dass ich die Rückkehr von SP/RP Jon Niese aus Pittsburgh mal als den halbwegs positiven Lichtblick eines Trade-Deadline-Tages sehen würde? Ich jedenfalls nicht, aber genau so ist es gekommen.

Verlierer 2:  Houston Astros 
Vor ein paar Tagen noch schien es nur eine Frage der Zeit, bis die Astros ihren Divisionskonkurrenten, die Rangers, nach einer wochenlangen Aufholjagd entthronen. Doch stattdessen folgten erst ein Seriensweep durch die Detroit Tigers und dann diese Trade-Deadline, zu der die Rangers sich ordentlich verstärkten, während die Astros – bis auf den Verkauf von zwei Ergänzungsspielern gegen zwei Prospects – völlig untätig blieben.

Verlierer 3: Chicago White Sox
Untätig blieben auch die White Sox auf Seiten der erwarteten Seller. In Chris Sale und José Quintana hatten sie zwei Starting Pitcher im Schaufenster stehen, die vielen anderen Teams hätten weiterhelfen und den White Sox selbst zukunftsträchtige Gegenwerte hätten bringen können. Aber offenbar haben die White Sox sich verzockt und sind am Ende auf den beiden attraktiven Ködern sitzen geblieben.

August 2nd, 2016 by