Spieltipp: Baseball Highlights 2045

In zehn Tagen ist Weihnachten. Wer bislang weder alle Geschenke beisammen hat noch sich mit seinen Liebsten auf einen „Nichtangriffspakt“ einigen konnte, kommt wahrscheinlich so langsam in Stress. Aber kein Grund zur Panik, denn ich habe ein paar hervorragende Geschenktipps für euch. Der erste davon ist ganz unbescheiden mein eigenes Buch. Kauft es und schenkt es allen, denen ihr den schönen Baseballsport näher bringen wollt. Ich habe inzwischen mehrfach die Rückmeldung erhalten, dass „Baseball – Alles, was man wissen muss“ sich zum Beispiel als Geschenk für Eltern und Großeltern von Baseballspielern großer Beliebtheit erfreut.

Aber genug der Eigenwerbung, denn der Hauptgrund für diesen Artikel ist mein zweiter Geschenktipp: Ich möchte euch Baseball Highlights 2045 vorstellen, das mit Abstand beste Baseball-Brettspiel, das ich kenne.

Baseball Highlights 2045 ist ein Deck-Building-Spiel. Jeder Mitspieler bekommt zu Beginn ein eigenes Kartendeck, das er im Laufe des Spiels durch regelmäßige Kaufrunden ausbaut und individualisiert. Der bekannteste Vetreter dieses Spielgenres ist wohl Dominion, das Spiel des Jahres 2009.

Das Spielmaterial von Baseball Highlights 2045 besteht in erster Linie aus Karten: Es gibt vier leicht unterschiedliche Grundsets (Teams) aus je 15 Spielerkarten sowie 60 Free-Agent-Karten, mit denen man sein Team verbessern kann. Hinzu kommen vier Spielbretter, eine Handvoll Spielfiguren, die als Batter und Baserunner fungieren, sowie einige Marker für die Anzeige des Heimteams, der erzielten Runs und der gewonnenen Einzelspiele. Zusätzliche Grundsets und Free Agents kann man in Form von Erweiterungspacks erwerben.

Gespielt wird in Serien, das heißt wie im echten Baseball ist das Hauptziel nicht ein Einzelsieg, sondern 2 von 3, 3 von 5 oder 4 von 7 Spielen zu gewinnen. Das erweitert das taktische Element, denn manchmal kann es sinnvoll sein, in einem Einzelspiel nicht auf Sieg zu spielen, sondern auf Kaufkraft, um das Team für die nächste Runde aufzurüsten.

Zwei Eigenheiten, die schon im Namen des Spiels angelegt sind, bedürfen einer näheren Erklärung: Baseball Highlights deutet darauf hin, dass nicht detailliert neun Innings á 3 Outs simuliert werden, sondern es werden von jedem Team je Einzelspiel nur sechs Spielerkarten gespielt, die eben die Highlights des jeweiligen Spiels symbolisieren. Eine Spielerkarte droht in der Regel Offensiv-Aktionen (Hits) an und/oder verhindert mit Defensiv-Aktionen Hits des Gegners. Zudem gibt es Sofort-Aktionen, die abhängig von der jeweiligen Spielsituation direkt in Kraft treten.

Der zweite Erklärungsbedarf steckt in der Jahresangabe 2045. Das Spiel ist in der Zukunft angesiedelt – in einer Zukunft, in der nach wie vor Baseball gespielt wird, aber nicht mehr ausschließlich von Menschen. Baseball Highlights 2045 unterscheidet zwischen drei Spielertypen: Naturals (normale Menschen), Cyborgs (durch Prothesen und Implantate verbesserte Menschen) und Roboter. Das klingt etwas abgedreht, ist aber letztlich nur eine Hintergrundstory, die eine vielfältige Gestaltung der Karten rechtfertigt, sich auf das Spiel an sich jedoch kaum auswirkt. Man muss also kein Science-Fiction-Nerd sein, um an Baseball Highlights 2045 Spaß zu haben.

Die Altersempfehlung des Herstellers lautet „ab 10 Jahren“. Das ist realistisch, wobei man das Spiel durchaus auch schon mit einem (oder einer) brettspielerfahrenen 7- bis 8-Jährigen spielen kann, sofern er/sie die englischsprachigen Karten lesen kann oder jemand dabei ist, der sie übersetzt und erklärt. Das Spiel ist am besten geeignet für zwei Spieler, aber es lässt sich auch gut in Turnierform mit drei oder vier Leuten spielen, und ein Solo-Modus ist ebenfalls vorgesehen. Ein normales 2-Spieler-Duell mit einer 3-Spiele-Serie als Vorrunde und einer Best-of-7-Serie als Hauptrunde dauert in der Regel eine knappe Stunde.

Die Brettspielversion von Baseball Highlights 2045 ist in Deutschland nicht gerade an jeder Ecke erhältlich, aber man findet sie problemlos im Onlinehandel, zum Beispiel bei Amazon. Noch einfacher zu bekommen ist das Spiel für wenige Euro als App auf Android– und Apple-Geräten. Die Umsetzung ist sehr gelungen und macht fast so viel Spaß wie das „richtige“ Spiel – aber eben nur fast, denn mit einem zünftigen Brettspielnachmittag am Tisch kann sich ein Handy- oder Tabletspiel meiner Ansicht nach niemals messen.

Transparenz-Hinweis: Das vorgestellte Spiel wurde privat erworben. Ich erhalte für die Rezension keinerlei Vergünstigungen, Provisionen oder Ähnliches.

Dezember 14th, 2019 by