Baseball-Bundesliga: Das Viertelfinale steht

Das Playoff-Rennen der Baseball-Bundesliga war in beiden Ligateilen spannend bis zum allerletzten Nachholspiel.

In der Bundesliga Nord schien die Sache eigentlich klar: Die Dohren Wild Farmers hatten nach dem Ende der regulären Saison noch zweieinhalb Nachholspiele gegen die Cologne Cardinals zu absolvieren, von denen sie nur eines gewinnen mussten, um in die Playoffs einzuziehen. Das hörte sich nach einer reinen Formsache an, doch bekanntlich werden die Spiele gespielt, weil man vorher nicht weiß wie sie ausgehen. Jedenfalls schockte Köln die Wild Farmers mit starken Leistungen und gewann die beiden Heimspiele einmal knapp mit 5:4 und einmal deutlich mit 13:1. So durften sich die zum untätigen Beobachter verdammten Hamburg Stealers plötzlich wieder Hoffnung machen. Zum Glück für die Wild Farmers mussten sie im dritten Spiel des Wochenendes, dieses Mal zu Hause, nicht bei Null anfangen: Die Partie gegen die Cardinals war am ersten Spieltag der Saison beim Stand von 5:1 für Dohren nach fünf Innings abgebrochen worden. So genügten nun vier konzentrierte Innings, mit denen Starter J. P. Stevenson sein zwölf Wochen zuvor begonnenes Complete Game vollendete und den Viertelfinaleinzug der Wild Farmers perfekt machte.

Im Süden ging es zuletzt nur noch um die Setzliste, genauer gesagt um Platz drei oder vier für Heidenheim und Mannheim. Beide Teams mussten in ihren letzten Saisonspielen beim Südmeister Mainz Athletics antreten, beide holten sich Niederlagen ab. So blieb es am Ende dabei, dass die Heidenheim Heideköpfe von Rang drei in die Postseason einziehen und die Mannheim Tornados von Rang vier. Vorher lieferten sich die Tornados mit den Athletics aber noch eine furiose Partie: Mannheim ging zunächst 2:0 in Führung, später lag Mainz nach sechs Innings mit 6:2 und nach acht Innings mit 8:3 vorne. Im neunten Inning gelang den Tornados die Rallye zum 8:8 und im zehnten schienen sie das Spiel mit 9:8 endgültig gedreht zu haben. Doch sie konnten den Erfolg nicht festhalten und nach vier Walks und einem Error triumphierten am Ende doch die Mainzer mit 10:9. 

Im Viertelfinale an den beiden kommenden Wochenenden spielt nun Nord gegen Süd über Kreuz. Nordmeister Solingen Alligators ist gegen den Südvierten Mannheim Tornados ebenso klarer Favorit wie Südmeister Mainz Athletics gegen den Nordvierten Dohren Wild Farmers. Sehr spannend dürfte es hingegen zwischen den Paderborn Untouchables und den Heidenheim Heideköpfen sowie zwischen den Regensburg Legionären und Titelverteidiger Bonn Capitals werden. Die Viertelfinalserien werden im Modus Best-of-5 ausgetragen. Das heißt, es finden jeweils zwei Spiele an diesem Wochenende statt und dann noch ein bis drei Partien je Serie am 6. und 7. Juli, so lange bis ein Team drei Siege eingefahren hat und damit eine Runde weiter ist.

Gleichzeitig mit den Playoffs finden auch die Playdowns statt, also die Abstiegsrunden. Hier gibt es keine Vermischung der Ligen, der Norden und der Süden bleiben unter sich. Die Teams auf den Plätzen vier bis acht tragen jeweils eine weitere Hin- und Rückrunde untereinander aus. Am Ende steigt der Achtplatzierte jeder Liga direkt ab, während der Siebte in die Relegation muss, sofern sich genug aufstiegswillige Zweitligisten finden. Da in die Playdowns die bisher erzielten Ergebnisse mitgenommen werden, hält sich die Spannung für die meisten Teams in engen Grenzen: Die Hamburg Stealers (17-11) und die Cologne Cardinals (11-17) im Norden sowie die Haar Disciples (13-15) und die Stuttgart Reds (13-15) im Süden werden mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Interessant ist allein die Frage, ob die Wesseling Vermins (2-26) die Bremen Dockers (4-24) und/oder die Saarlouis Hornets (2-26) die Ulm Falcons (5-23) noch einholen können.

Juni 25th, 2019 by