Category: Baseball in Deutschland

Oktober 15th, 2018 by Dominik

Es war ein hartes Stück Arbeit und benötigte die volle Länge der Best-of-Five-Serie, aber nun ist es geschafft: Die Bonn Capitals feiern die erste nationale Meisterschaft in ihrer Vereinsgeschichte – so sah es jedenfalls gestern Abend aus angesichts von über 2000 ausgelassen jubelnden, tanzenden und trinkenden Fans und Spielern. Einige von ihnen ließen sich gleich vor Ort die ausufernden Playoff-Bärte schneiden. Ob sie damit zu voreilig waren, muss sich angesichts eines ausstehenden Protests noch zeigen.

Die Bonner hatten bereits während der regulären Saison der Bundesliga Nord Historisches geleistet, indem sie diese ungeschlagen mit 40-0 Siegen abschlossen. In den anschließenden Playoffs, die dieses Jahr nur aus Halbfinale und Finale bestanden, machten die Top-Teams aus dem Süden es ihnenn deutlich schwerer als die Nord-Konkurrenz. In beiden Serien gerieten die Capitals zwischenzeitlich 1:2 in Rückstand und waren somit jeweils gezwungen, zwei Spiele hintereinander zu gewinnen. Eines davon war der jetzt schon legendäre 19-Inning-Marathon mit Maurice Wilhelms perfektem „Spiel im Spiel“ gegen die Regensburg Legionäre.

Ein ganz so spektakuläres Spiel gab es im Finale gegen Titelverteidiger Heidenheim Heideköpfe zwar nicht, aber auch diese Serie war hochspannend: Nach ihrem Auftaktsieg am 3. Oktober unterlagen die Capitals in Heidenheim zweimal deutlich und standen erneut mit einem Fuß über dem Abgrund. Doch einmal mehr demonstrierte Bonn seine enorme Heimstärke und gewann die beiden entscheidenden Partien mit 4:2 und 7:5. In beiden Spielen gab es mehrere Führungswechsel, aber am Ende hatten die Capitals jeweils rechtzeitig die Nase vorn, um auf das Nachschlagen im unteren neunten Inning verzichten zu können.

Dass noch ein kleines Fragezeichen hinter der Meisterschaft der Bonn Capitals steht, liegt an einer Szene aus Spiel vier: Beim Stand von 2:1 für Heidenheim im siebten Inning wurde Bonns Shortstop Eric Brenk von einem der Umpires versehentlich am Wurf zur Homeplate gehindert. Dadurch kam ein weiterer Heidenheimer Runner über die Platte, doch die Schiedsrichter entschieden auf „dead ball“ und gaben den Punkt nicht. Gegen diese Entscheidung legten die Heideköpfe Protest ein. Über den muss das Schiedsgericht des Verbandes erst noch befinden, weshalb die Meisterschaft noch nicht offiziell ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Protest Erfolg hat, dürfte allerdings recht gering sein.

Ich erlaube mir jedenfalls schon jetzt, den Capitals ganz herzlich zu gratulieren. Nach Jahren der Dominanz in der Bundesliga Nord mit vier Nordmeisterschaften hintereinander haben sie sich redlich verdient, auch mal die „große“ Meisterschaft nach Hause zu holen. Besonders gönnt man den Erfolg dem Bonner Spielertrainer BJ Roper-Hubbert, der zuvor bereits angekündigt hatte, seine siebenjährige Tätigkeit bei den Capitals nach der Saison zu beenden und zurück in die USA zu gehen. Mit dem lange ersehnten Titel im Gepäck fällt der Abschied sicher etwas leichter.

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September 29th, 2018 by Dominik

Vor zwei Wochen hatten die Bonn Capitals und die Regensburg Legionäre sich noch einen Baseball-Marathon von historischen Ausmaßen geliefert, heute ging es hingegen extrem schnell. Nicht mal ganz eine Stunde dauerte es, das am 26. September wegen Dunkelheit abgebrochene Spiel 5 des Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft zu Ende zu spielen, dann durften die Regensburger schon wieder ihre viereinhalbstündige Heimfahrt antreten.

Zu sehen gab es in den verbleibenden knapp vier Innings nichts außer erstklassigem Pitching: Sascha Koch setzte seine begonnene Partie für die Capitals fort und ließ nichts zu außer einem einzigen Walk. Insgesamt brachte er es auf ein Complete Game über 9 Innings mit 3 erlaubten Hits und 2 Runs. Für die Regensburger pitchte ihr Ass Mike Bolsenbroek die 3.2 Innings und ließ nur einen Hit zu. Sein starker Auftritt war vergebens, denn es blieb letztlich bei dem 2:3-Rückstand aus Regensburger Sicht, mit dem das Spiel vor zwei Wochen unterbrochen worden war. 2:3 Siege  war dementsprechend auch das Ergebnis der Halbfinalserie und so stehen die Bonn Capitals zum zweiten Mal in Folge im Finale um die Deutsche Meisterschaft.

Der Gegner der Capitals ist der gleiche wie im letzten Jahr: Genau wie 2017 wurden die Heidenheim Heideköpfe Südmeister und die Bonn Capitals Nordmeister, genau wie damals stehen sich beide nun in der Endspielserie gegenüber.

Los geht es am kommenden Mittwoch, dem 3. Oktober – wegen der notwendigen Verlängerung des Halbfinales muss der Feiertag dran glauben. Das erste Spiel findet in Bonn statt, das zweite und dritte am kommenden Wochenende (6./7. Oktober) in Heidenheim. Wenn in der Best-of-3-Serie ein viertes und ein fünftes Spiel notwendig werden sollten, finden diese am 13. und 14. Oktober wieder in Bonn statt.

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September 18th, 2018 by Dominik

Ganz ehrlich, wer hat schon mal von Ernie Shore gehört? Mir sagte der Name bisher nichts, aber der gute Herr hat vor etwas mehr als hundert Jahren eine Leistung vollbracht, die bis heute als die beste Rellieve-Appearance der MLB-Geschichte gilt: Am 23. Juni 1917 startete Babe Ruth als Pitcher für die Boston Red Sox gegen die Washington Senators. Er walkte den ersten Batter und flog anschließend vom Platz, weil er sich beim Umpire massiv über dessen Entscheidung beschwerte. An seiner Stelle kam Ernie Shore ins Spiel. Der Runner, den er von Ruth geerbt hatte, wurde bei einem Stealversuch ausgeworfen und Shore arbeitete alle 26 Batter ab, die ihm gegenüber traten, ohne einen weiteren Baserunner zuzulassen. Es war ein perfektes Spiel von ihm, aber es fand keinen Eintrag in die offizielle Liste der Perfect Games, weil ihm dazu eben der eine Batter fehlte, der gegen Ruth den Walk hatte.

Warum erzähle ich uralte Geschichten aus Amerika, obwohl es hier eigentlich um die Bundesliga gehen soll? Ich möchte damit bei der Einordnung helfen, was für ein unglaubliches Ereignis sich am Sonntag in Bonn zugetragen hat. Es war das vierte Spiel der Halbfinalserie zwischen den Capitals und den Regensburg Legionären. Regensburg hatte zuvor zwei von drei Spielen gewonnen und benötigte somit nur noch einen Sieg, um ins Finale einzuziehen. Bonn brauchte unbedingt den Sieg, um ein fünftes Spiel zu erzwingen. Entsprechend verbissen kämpften beide Teams. Regensburg ging 2:0 in Führung, Bonn konnte kurz vor Schluss ausgleichen und es stand nach neun Innings 2:2. Für die Capitals übernehm ab dem zehnten Inning Maurice Wilhelm den Mound und ihm gelang etwas, was in der MLB (und ziemlich sicher auch in der Bundesliga) noch nie einem Pitcher gelungen ist: Er feuerte volle neun Innings als Reliever, ohne einen einzigen Gegner auf Base kommen zu lassen. Da das Spiel mit ihm als Pitcher weder begann noch endete – nach Inning Nummer 18 stand es immer noch 2:2 – kann die Partie nicht als das zweite Perfect Game der Bundesliga-Geschichte gewertet werden, auch wenn sie einem solchen gleichzusetzen ist.

Im 19. Inning des besagten Spiels schafften es die Bonner schließlich, den siegbringenden Run nach Hause zu schlagen, nachdem sie zuvor schon in jedem Extra-Inning Runner auf die Bases, aber niemanden über die Platte gebracht hatten. Den Walk-off-Run nach einem Hit von Danny Lankhorst erzielte übrigens – man höre und staune! – Maurice Wilhelm. Mit diesem Spiel hat der MVP der Jahre 2016 und 2017 in der Bundesliga Nord sich sein eigenes Denkmal gesetzt.

Nach einem fünfeinhalbstündigen Marathonduell hat man vermutlich anderes im Sinn, als gleich eine weitere Partie zu beginnen, doch genau das musste am Sonntag in Bonn sein: Durch den Sieg hatten die Capitals die Serie auf 2:2 ausgeglichen und das entscheidende fünfte Spiel war terminiert, direkt im Anschluss an das vierte stattzufinden. Die Legionäre waren damit alles andere als glücklich, da ihnen inzwischen die Pitcher ausgegangen waren und es ohnehin absehbar war, dass das Spiel wegen der einsetzenden Dunkelheit nicht zu Ende gespielt werden konnte. Doch die Partie wurde um 18 Uhr begonnen und bis zur unteren Hälfte des fünften Innings gespielt. Bonn war zum Zeitpunkt des Abbruchs gerade 3:2 in Führung gegangen und hatte noch zwei Runner auf den Bases. Mit genau dieser Spielsituation wird das Spiel fortgesetzt, allerdings erst zwei Wochen später, am 29. September. Ein Termin am kommenden Wochenende war nicht möglich, da in Bonn die Deutsche Meisterschaft der U15-Jugend stattfindet. Aus diesem Grund entschied der DBV, den Beginn der Finalspiele um die Deutsche Meisterschaft vom 29./30. September auf den 3. Oktober zu verlegen.

Ganz entspannt können sich auf diese Spiele die Heidenheim Heideköpfe vorbereiten. Der Meister der Bundesliga Süd wurde in seiner Halbfinalserie der Favoritenrolle gegen die Solingen Alligatos gerecht und brachte sie mit glatten 3:0 Siegen über die Bühne. Spiel eins (9:8) war noch eine knappe Angelegenheit, die Spiele zwei (11:0) und drei (15:0) wurden von den Heideköpfen so überlegen geführt, dass sie schon nach sieben Innings durch die 10-Run-Gnadenregel endeten.

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September 4th, 2018 by Dominik

In der Baseball-Bundesliga sind am Wochenende die Zwischenrunde zur Meisterschaft sowie (bis auf ein unbedeutendes Nachholspiel) die Playdowns zu Ende gegangen. Sowohl im Norden als auch im Süden war bis zuletzt offen, welche Teams als Zweitplatzierte ins Halbfinale einziehen. Letztendlich setzten sich die Favoriten durch: die Regensburg Legionäre durch zwei knapp Siege über die Mainz Athletics sowie die Solingen Alligators im Fernduell mit den Paderborn Untouchables. Im Halbfinale treffen nun erstmals in diesem Jahr Teams aus der Nord- und der Südstaffel direkt aufeinander.

Die Bonn Capitals haben ihre perfekte reguläre Saison auch in der Zwischenrunde erhalten und ziehen mit sage und schreibe 40:0 Siegen in die Playoffs ein. Dort dürften sie gegen die Regensburg Legionäre klarer Favorit sein, welche die Zwischenrunde nur mit einer 6:6-Bilanz absolvierten und am Ende etwas glücklich Platz zwei verteidigten. Die ersten beiden Partien des Halbfinales finden am kommenden Wochenende in Regensburg statt. In der Woche darauf folgen ein bis drei Spiele in Bonn. Wer dreimal gewinnt, zieht ins Finale ein.

Im Süden waren die Heidenheim Heideköpfe zwar nicht perfekt, aber mit 32:8 liest sich auch ihre Saisonbilanz beeindruckend. Natürlich fällt die vergleichende Einschätzung immer schwer, wenn die Nord- und Südteams das ganze Jahr über nie aufeinander treffen. Aber auf Basis der Erfahrungen aus den Vorjahren halte ich die Favoritenstellung der Heideköpfe gegen die Alligators für noch deutlicher als die der Capitals gegenüber den Legionären. Die Leistungsdichte im Südteil der Bundesliga erscheint mir schlichtweg höher als die im Norden. Ich würde so weit gehen zu behaupten, dass die Capitals in der Bundesliga Süd – oder wenn es noch eine Interleague-Runde gäbe – wahrscheinlich keine perfekte Saison gespielt hätten. Das zweite Halbfinale beginnt mit Spielen am Samstag und am Sonntag in Heidenheim. In der Woche darauf sind zuerst zwei Heimspiele für Solingen angesetzt; falls ein fünftes Spiel nötig wird, findet auch das in Solingen statt, aber mit formalem Heimrecht für die Heideköpfe.

Da das Viertelfinale in der neu eingeführten Zwischenrunde aufgegangen ist, gibt es Playoff-Baseball dieses Jahr nur für die genannten vier Teams. Für alle anderen ist die Saison bereits beendet, was mir persönlich natürlich besonders für meine geliebten Mainz Athletics weh tut. Die A’s hatten eine sehr durchwachsene Saison, in der sie erst spät in Schwung kamen, dann aber noch mal einen furiosen Angriff auf den Halbfinalplatz hinlegten und schließlich um Haaresbreite zu kurz sprangen.

In der Abstiegsrunde war es auch spannend, im Nachhinein sind deren Ergebnisse aber weitgehend Makulatur. Vorgesehen sind eigentlich je ein Absteiger und je ein Relegationsteilnehmer in den beiden Ligen, doch leider ist aus den Zweiten Bundesligen kaum jemand an einem Aufstieg interessiert. Dadurch steht bereits fest, dass die Bremen Dockers und die Saarlouis Hornets auf die Relegation verzichten können und in der Bundesliga bleiben dürfen. Auch die Ulm Falcons als Schlusslicht der Bundesliga Süd werden voraussichtlich die Klasse erhalten, denn es will tatsächlich aus allen drei Staffeln der Zweiten Bundesliga Süd überhaupt niemand aufsteigen. Der Ausschuss für Wettkampfsport des DBV hat im Herbst eine Entscheidung zu treffen, aber aller Wahrscheinlichkeit nach wird diese lauten, dass Ulm auch nächstes Jahr in der Bundesliga spielen darf. Ich gönne es Bremen, Saarlouis und Ulm von Herzen, aber ich finde es auch ein bisschen schade, dass der Sprung zwischen den ersten und zweiten Ligen offenbar als so groß oder unattraktiv empfunden wird, dass die aufstiegsberechtigten Teams nicht motiviert sind, ihn anzunehmen.

Als einzige tatsächlich absteigen werden wohl die Berlin Flamingos, die im Norden den letzten Platz belegen. Auf der ersten und vorerst einzigen Bundesligasaison der Berliner wird für immer ein dunkler Schatten liegen, nachdem sich auf der Heimfahrt vom Auswärtsspiel in Paderborn im Mai ein furchtbarer Unfall ereignete. Bei diesem wurde der Spieler Ron Rodriguez schwer verletzt, seine schwangere Frau und das gemeinsame ungeborene Kind wurden getötet. Angesichts einer solchen Tragödie wird einem bewusst, was für eine unbedeutende Kleinigkeit im Vergleich dazu ein sportlicher Abstieg ist.

Den Platz der Flamingos in der Bundesliga Nord werden die Wesseling Vermins einnehmen. Diese sicherten sich durch einen Sweep über die Dortmund Wanderers am Wochenende das Aufstiegsrecht als Dritter der Zweiten Bundesliga Nord-West – weil die beiden vor ihnen stehenden Teams als „zweite Mannschaften“ von Bundesligateams nicht aufsteigen dürfen und weil die Top-Teams der Zweiten Bundesligen Nord und Nord-Ost nicht aufsteigen wollen. Für die Vermins wird es das erste Mal sein, dass sie in der höchsten deutschen Spielklasse antreten.

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August 13th, 2018 by Dominik

Ich kann nicht behaupten, ein Fan des neuen Modus sein, nach dem die Baseball-Bundesliga dieses Jahr zum ersten Mal spielt. Sowohl die letztes Jahr erst eingeführte Interleague-Runde als auch die Playoff-Viertelfinals wurden abgeschafft und durch eine längliche Zwischenrunde ersetzt. In dieser bleiben Nord und Süd wie in der regulären Saison streng voneinander getrennt, und am Ende ziehen nur die Erst- und Zweitplatzierten der beiden Ligateile in die verkürzten Playoffs ein. Meine Befürchtung war, dass in weiten Teilen der Liga sehr früh Langeweile einkehrt, weil es für viele Teams wochen- oder gar monatelang quasi um nichts mehr geht. In Teilen hat sich diese Befürchtung bewahrheitet, aber zum Glück sind am vergangenen Wochenende fast alle Spiele genau so ausgegangen wie sie ausgehen mussten, um doch noch einiges an Spannung zu erhalten.

Sechs Spiele hat jeder noch zu absolvieren (Köln und Hamburg zudem noch ein Nachholspiel) und nur von drei der 16 Bundesligisten kann man behaupten, dass das Jahr für sie komplett gelaufen ist: Die Dohren Wild Farmers (17-17) haben keine realistische Chance mehr auf das Halbfinale, während die Hamburg Stealers (16-17) und die Mannheim Tornados (21-13) in den Abstiegsrunden so weit vorne stehen, dass ihnen nichts mehr passieren kann. Ein bisschen langweilig ist es auch ganz oben in der Tabelle, denn für die Bonn Capitals (34-0) und die Heidenheim Heideköpfe (27-7) sind die Playoffs längst gebucht. Ziele, für die es sich zu kämpfen lohnt, gibt es aber dennoch: Die Capitals werden alles daran setzen, ihre perfekte Saison zu vollenden, und die Heideköpfe brauchen noch einen Sieg, um sich Platz eins und damit einen vermutlich angenehmeren Halbfinalgegner zu sichern.

Der wirklich spannende Bereich der Liga ist der Kampf um die beiden zweiten Halbfinalplätze. Im Norden sind die Solingen Alligators (22-12) den Untouchables Paderborn (23-11) ganz nah auf die Pelle gerückt, indem sie am Wochenende in zwei spannenden Spielen die Wild Farmers sweepten, während Paderborn die beiden erwarteten Niederlagen gegen Bonn kassierte. Am Samstag kommt es zum möglicherweise vorentscheidenden Doubleheader zwischen Solingen und Paderborn.

In der Südstaffel der Bundesliga balgen sich mit den Regensburg Legionären (22-12), den Haar Disciples (21-13) und den Mainz Athletics (20-14) noch drei Teams um den zweiten Platz. Dafür, dass sich jetzt so ein interessantes Bild bietet, sorgten am Wochenende drei hautenge Comeback-Siege: Die Disciples drehten ein 0:3 gegen Heidenheim zum 4:3-Erfolg, die Mainzer überwanden gegen Regensburg gleich zwei Rückstände. Im ersten Spiel lagen die Athletics 0:2 zurück und gewannen am Ende 3:2, im zweiten stand es bis ins siebte Inning hinein gar 3:11, bevor die A’s das scheinbar Unmögliche möglich machten – sie glichen auf 11:11 aus, gerieten im neunten Inning erneut mit zwei Runs in Rückstand und siegten am Ende per Walkoff mit 14:13. Der große Held dieses Wunders von Mainz war Lennard Stöcklin: In Spiel eins gewann der umgeschulte Infielder das erste Complete Game seiner noch jungen Pitcher-Karriere und in Spiel zwei war ausgerechnet er es, der den siegbringenden Hit für die Mainzer erzielte – zu dem es freilich nur deshalb kommen konnte, weil seine Teamkameraden in der Aufholjagd sage und schreibe fünf Homeruns vorgelegt hatten.

Haar und Mainz haben fantastische Leistungen gebracht, um die Spannung im Playoff-Rennen zu erhalten, doch beide stehen immer noch mit dem Rücken zur Wand vor dem anstehenden Doppelspieltag der A’s gegen Heidenheim und der Disciples gegen Regensburg – nicht nur wegen des Tabellenstands, sondern auch, weil beide nach Verletzungen und Abgängen nur noch äußerst dünn mit Pitchern besetzt sind.

Auch im Abstiegskampf der Bundesliga sind noch einige Entscheidungen offen. Die Cologne Cardinals (11-22) haben beim Split gegen die Bremen Dockers (7-27) die Gelegenheit verpasst, ihren Kopf endgültig aus der Schlinge zu ziehen. Das wollen sie nun beim Schlusslicht Berlin Flamingos (5-29) nachholen, was die Bremer wohl mit gemischten Gefühlen betrachten würden: Einerseits wäre dadurch ihre theoretische Möglichkeit auf den direkten Klassenerhalt verloren, andererseits würde es ihre Chancen verbessern, sich wenigstens in die Relegationsspiele zu retten.

Im Süden haben die Stuttgart Reds (10-24) am Wochenende zwei deutliche Siege gegen die Ulm Falcons (6-28) errungen. Das sichert den Reds eine günstige Ausgangsposition vor dem direkten Duell mit dem Tabellennachbarn Saarlouis Hornets (9-23). Zwischen den beiden geht es hauptsächlich um den Relegationsplatz, während Ulm bereits mit einem Bein in der zweiten Liga steht. Zu allem Überfluss müssen die Falcons als nächstes gegen die übermächtig erscheinenden Tornados antreten. Aber vielleicht sind die ja doch nicht so übermächtig oder jedenfalls nicht mehr hundertprozentig motiviert – gegen die Hornets kamen sie zuletzt jedenfalls nicht über einen Split hinaus.

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Juni 12th, 2018 by Dominik

Während in der MLB erst ein gutes Drittel der Spiele absolviert ist, tritt die Baseball-Bundesliga bereits in ihre heiße Phase ein. 20 bis 22 Partien hat jeder Bundesligist schon hinter sich, am 7. Juli werden es 28 und die reguläre Saison damit beendet sein. Spätestens dann steht fest, welche jeweils vier Teams im Norden und im Süden in die Zwischenrunde zur Deutschen Meisterschaft einziehen, während die restlichen jeweils vier die Abstiegsrunde spielen müssen.

Hinsichtlich der anstehenden Entscheidungen stellen sich die beiden Ligateile zurzeit sehr unterschiedlich dar. Im Norden sind kaum noch Fragen offen: Die Bonn Capitals sind eine Klasse für sich mit einer Bilanz von 22-0. Als weitere Teilnehmer der Zwischenrunde stehen die Dohren Wild Farmers (16-6) bereits fest und auch die Paderborn Untouchables (14-8) und die Solingen Alligators (13-9) sind so gut wie sicher dabei. In der Abstiegsrunde wird man dementsprechend die Hamburg Stealers (9-13), die Cologne Cardinals (5-15), die Berlin Flamingos (4-16) und die Bremen Dockers (3-19) sehen. Ganz uninteressant sind die letzten Spieltage deswegen aber nicht: Am kommenden Wochenende wird es zum Beispiel zwischen Paderborn und Dohren sowie zwischen Bremen und Berlin darum gehen, möglicherweise entscheidende Weichen für die Folgerunden zu stellen.

Die Teams nehmen nämlich in die Meisterschafts- und Abstiegsrunden alle Ergebnisse mit, die sie in der regulären Saison gegen die anderen drei Teilnehmer erzielt haben. Gegen jeden davon spielen sie dann einen weiteren Doppelspieltag. Danach tragen die Erst- und Zweitplatzierten der Meisterschaftsrunden zwischen Nord und Süd die Halbfinalspiele und schließlich das Finale um die Deutsche Meisterschaft aus. Aus den Abstiegsrunden steigt jeweils der Letzte direkt ab und der Vorletzte muss in die Relegation.

In der Bundesliga Süd geht es weitaus spannender zu als in der Nordstaffel, denn hier ist noch fast gar nichts entschieden. Die Heidenheim Heideköpfe (19-3) hatten zunächst einen ähnlich dominanten Start wie im Norden die Bonner. Doch am Fronleichnamswochenende setzte es in drei Spielen zwei Niederlagen und plötzlich spürt Heidenheim den Atem der Regensburg Legionäre (17-5) im Nacken. Eben diese Legionäre gastieren am kommenden Wochenende in Heidenheim und könnten sich mit zwei Siegen eine geteilte Tabellenführung erstreiten. Im Mittelfeld der Tabelle ist es ein noch heißeres Rennen, denn mit den Haar Disciples (14-8), den Mannheim Tornados (13-9) und den Mainz Athletics (11-9) wetteifern drei gleich gute Teams um zwei Plätze in der Meisterschaftsrunde. Zurzeit belegen die Athletics den undankbaren fünften Platz, aber sie haben ihr Schicksal selbst in der Hand, denn ihr Restspielplan sieht noch je zwei Spiele gegen Haar und Mannheim vor.

Wer von diesen dreien am Ende auf Rang fünf steht, muss an der Abstiegsrunde teilnehmen, wird sich dort aber nicht allzu viele Sorgen machen müssen. Denn mit den Saarlouis Hornets (4-16), den Stuttgart Reds (4-18) und den Ulm Falcons (4-18) stehen auch im unteren Bereich der Tabelle drei Teams gleichauf und diese drei werden es sein, die den Abstieg realistischerweise unter sich ausmachen.

Nicht ganz unerwähnt lassen möchte ich, dass am vergangenen Wochenende zwei Europapokalwettbewerbe stattgefunden haben, in denen die deutschen Vertreter durchaus beachtliche Ergebnisse erzielten. Die Heidenheim Heideköpfe spielten als Deutscher Meister im European Champions Cup in Rotterdam. Sie verpassten zwar knapp das Halbfinale, fuhren aber Siege gegen die Vertreter der italienischen Liga, A.S.D. Rimini (3:1) sowie T&A San Marino (6:5) ein. Die Heideköpfe haben damit nicht nur einen Achtungserfolg erzielt, sondern auch den deutschen Startplatz für diesen Wettbewerb im nächsten Jahr gesichert. Den Pokal gewann das Heimteam Curaçao Neptunus Rotterdam.

Gleichzeitig waren die Bonn Capitals im tschechischen Ostrava beim Turnier um den CEB-Cup dabei. Ein 7:3-Halbfinalsieg über die Gastgeber brachte Bonn die Finalteilnahme. Im Endspiel unterlag man dann knapp mit 0:2 dem belgischen Meister Borgerhout Squirrels.

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Mai 29th, 2018 by Dominik

Ich muss zugeben, dass ich während der Baseballsaison viel zu selten dazu komme, mal ein Buch in die Hand zu nehmen. Aber für eine kleine Perle, die mir kürzlich in die Finger geraten ist, habe ich mir nun doch die Zeit genommen und möchte sie kurz vorstellen. Es handelt sich um nicht weniger als den ersten Baseballroman, der im Original in deutscher Sprache verfasst wurde – jedenfalls soweit ich weiß und auch nach Einschätzung des Autors Bernd P. M. Scholz.

Das gute Stück heißt „Base on Balls“ und ist als On-Demand-Druck im Selbstverlag des Autors erschienen. Schön, dass es diese Möglichkeit heute gibt, denn Hand aufs Herz: Für einen etablierten Verlag, der sein Geld damit verdient, nennenswerte Auflagen zu produzieren und in den Buchhandel zu bringen, ist das Thema Baseball in Deutschland doch sehr speziell und bei „Base on Balls“ handelt es sich nicht wirklich um ein professionelles Werk. Das ist von mir keineswegs abwertend gemeint; man kann vielleicht sagen, das Buch verhält sich zu einem Roman aus einem renommierten Verlagsprogramm so ähnlich wie dieser Blog zu professionellem Journalismus: Man wird damit nicht den Lebensunterhalt verdienen, keinen Preis gewinnen und auf keiner Bestsellerliste stehen, aber es ist ein Produkt von einem Baseballliebhaber für andere Baseballliebhaber und das spürt man von der ersten bis zur letzten Seite.

Eine Kategorisierung von „Base on Balls“ fällt schwer, denn es ist eine Mischung aus Roman und Erfahrungsbericht, aus Fakten und Fiktion. Vier verschiedene Schriftarten dienen dem Zweck, die vier verschiedenen, kapitelweise wechselnden Erzählebenen leichter auseinander halten zu können: Ein Erzählstrang ist die fiktive Geschichte des alternden Baseballcoaches Frank Whittacker, der in Deutschland seinen zweiten Baseball-Frühling findet; zwei weitere Sränge berichten die wahre Geschichte der Memmelsdorf Barons, wobei einer in der Gründungszeit des Vereins beginnt, der andere 25 Jahre später. Hinzu kommt eine Reihe von „Intermezzi“ mit persönlichen Erlebnissen des Autors, die wohl anders nicht reingepasst haben. Man braucht eine Weile – besser gesagt: ich habe eine Weile gebraucht -, um den Aufbau des Buches und die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Strängen zu durchschauen.

Hauptthema und -verdienst des Buches ist, dass es einen Einblick gewährt in die Aufbruchszeit des deutschen Baseballs, die 80er- und 90er-Jahre, als ein Großteil der heute existierenden Teams gegründet wurde. Die Geschichte des fränkischen Provinzclubs Memmelsdorf Barons steht exemplarisch für zahlreiche Vereine, die sich in einem Umfeld zu etablieren suchten, in dem man weder auf vorhandene Strukturen noch auf viel Verständnis für die Eigenheiten und Bedürfnisse dieses „neuen“ Sports bauen konnte.

Sprachlich fehlt dem Buch die eine oder andere Glätte und manche Schilderung ist für meinen Geschmack etwas zu detailverliebt, aber im Großen und Ganzen ist „Base on Balls“ gut und flüssig zu lesen. Es ist kein literarischer Höhenflug, der mit Chad Harbachs „Kunst des Feldspiels“ oder Philipp Roths „Great American Novel“ konkurriert, und es wird auch – sorry, Bernd – nicht von Kevin Costner verfilmt werden. Aber es ist eine unterhaltsame und lohnende Lektüre, die man jedem Baseballfan aus dem deutschsprachigen Raum sowie jenen, die es werden wollen, ans Herz legen kann.

„Base on Balls“ ist im März 2018 als Taschenbuch mit einem Umfang von 428 Seiten im Selbstverlag über Epubli erschienen. Es ist zum Preis von 13,99 Euro im Online-Buchhandel erhältlich.

Transparenz-Hinweis: Das vorgestellte Buch wurde mir vom Autor als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Diese freundliche Geste hat wie immer keine Auswirkung auf meine Beurteilung des Produkts.

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Mai 23rd, 2018 by Dominik

Heute möchte ich mal ein paar Möglichkeiten vorstellen, wie ihr Baseball in Deutschland verfolgen könnt. Wenn der Verein, der euch interessiert, in der Bundesliga spielt, ist das ganz einfach und die meisten der Optionen sind sicher bekannt: Zentrale Anlaufstelle ist die Homepage der Baseball-Bundesliga, auf der ihr Ergebnisse, Tabellen, umfassende Spielberichte und Hintergrundartikel findet sowie an Spieltagen auch die aktuellen Zwischenstände sowie Links zu etwaigen Audio- und Videoübertragungen und zum Liveticker auf Gamechanger. Neu seit diesem Jahr ist, dass es auch einen offiziellen Podcast der Baseball-Bundesliga gibt: Tim Collins, den man vor allem von seinen Übertragungen der Haar Disciples auf Eurobaseball-TV kennt, sowie Andreas Thies von meinem Lieblings-Podcast Just Baseball berichten mehr oder weniger regelmäßig in Beiträgen von rund einer halben Stunde auf meinsportradio.de über die höchste deutsche Liga. Zur Bundesliga sowie zur Zweiten Bundesliga und zur Softball-Bundesliga gibt es auch eine Statistikseite mit vielen interessanten Daten, wenngleich diese leider meistens ein, zwei Wochen hinter dem aktuellen Rand zurück liegen.

Etwas schwieriger wird es, wenn euer Verein in einer niedrigeren Spielklasse zu Hause ist und/oder euch auch die Ergebnisse beispielsweise der Nachwuchsmannschaften interessieren. Bislang musste man in dem Fall entweder hoffen, dass die Vereine selbst auf ihren Homepages oder Social-Media-Kanälen aktuelle Infos zur Verfügung stellen, oder man musste sich durch die diversen Homepages der regionalen Baseballverbände klicken. Diese Arbeit nimmt jetzt eine sehr nützliche App ab, die ich kürzlich für mich entdeckt habe und die ich dringend weiterempfehlen möchte: Sie heißt „Mein Baseball Club“ und ist sowohl im Play-Store für Android als auch über iTunes für Apple erhältlich. Die Bedienung der App ist denkbar einfach: Man wählt im ersten Schritt seinen Verein aus und im zweiten Schritt, über welche Mannschaften dieses Clubs man informiert werden möchte – zur Auswahl steht alles von Schülern bis Senioren, sowohl Baseball als auch Softball.

Teamauswahl in „Mein Baseball Club“

Nun kann man regelmäßig die aktuellen und früheren Spielergebnisse sowie Tabellenstände abrufen, auf Wunsch erhält man Neuigkeiten auch als Push-Message. Zusätzlich zu dem gewählten Club kann man noch fünf Ligen festlegen, über die man ebenfalls Meldungen erhalten möchte. Wenn man auf eines der Ergebnisse klickt, erfährt man die offizielle Spielnummer, wer die Umpires und Scorer waren und man kann das Scoresheet herunterladen, sofern es zur Verfügung gestellt wurde.

Darstellung von Ergebnissen in „Mein Baseball Club“

„Mein Baseball Club“ ist eine kleine, aber extrem nützliche App. Meine einzigen Kritikpunkte sind, dass man (neben den erwähnten fünf Zusatz-Ligen) immer nur einen Club auswählen kann und dass manchmal völlig unvermittelt Werbung aufpoppt. Das ist an sich nichts Verwerfliches, aber da es sich oft um Spots mit Ton handelt, traue ich mich kaum, die App zu nutzen, während ich mich im öffentlichen Raum aufhalte. Was mich betrifft, wäre ich gerne bereit, ein paar Euro für eine werbefreie Premium-Version zu bezahlen.

Bevor jemand fragt: Nein, ich bekomme nichts dafür, dass ich hier Werbung für „Mein Baseball Club“ sowie für die anderen genannten Seiten mache. Ich bin einfach nur froh, dass es diese Angebote gibt und möchte meine Begeisterung mit euch teilen.

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April 23rd, 2018 by Dominik

Das Schöne an der Baseball-Bundesliga in diesem Jahr ist, dass jeder jeden schlagen kann. Zugegeben, das klingt nach einem Allgemeinplatz, für den man in gewissen Fußballsendungen eine Zahlung ins Phrasenschwein leisten muss. Aber es ist wahr und es ist wirklich eine Neuigkeit. Denn leider war es in der Vergangenheit allzu oft so, dass in jeder der beiden Liga-Staffeln eine Zwei- bis Drei-Klassen-Gesellschaft herrschte, in der Spiele meistens nur dann spannend waren, wenn Spitzenteams auf Spitzenteams und Kellerteams auf Kellerteams trafen.

Dieses Jahr ist es anders: Im Norden gibt es zwei Mannschaften, die bislang zwar nur je einen Sieg geholt haben, doch diesen einen Sieg haben die Hamburg Stealers (1-5) gegen die Solingen Alligators (6-2) eingefahren und die Bremen Dockers (1-7) gegen die Paderborn Untouchables (3-3), also gegen Teams, die eigentlich immer oben mitspielen. Ähnlich sieht es im Süden aus, wo am Wochenende die Stuttgart Reds (2-6) den Mainz Athletics (5-3) ein Spiel abgenommen haben und Aufsteiger Ulm Falcons (2-6) den Regensburg Legionären (5-3). Die Saarlouis Hornets (2-6) waren ganz nah dran am Überraschungssieg gegen den Deutschen Meister Heidenheim Heideköpfe (7-0), als sie am Samstag nach fünf Innings 12:9 führten, am Ende aber doch mit 12:16 den Kürzeren zogen.

Vom Record her unantastbar erscheinen bislang nur die beiden Vorjahresfinalisten Heidenheim und Bonn Capitals (8-0). Doch auch diese beiden sind schlagbar und zwar nicht nur durch Solingen oder Regensburg – für Heidenheim hat dies das schon erwähnte Spiel gegen Saarlouis gezeigt, für Bonn vor allem eine Partie letzte Woche, in der sie erst im elften Inning einen 2:1-Walkoff nach 0:1-Rückstand gegen Hamburg erreichten.

Auch wenn bei den immer noch reinen Westen der beiden Spitzenklubs also etwas Glück dabei war, sind diese beiden auf jeden Fall klare Favoriten auf den erneuten Playoff-Einzug. Hinter Bonn und Heidenheim wird es dann schon eng, denn bekanntlich schaffen es dieses Jahr nur zwei Teams je Staffel in die Postseason, welche nach regulärer Saison und Zwischenrunde nur noch aus Halbfinale und Finale besteht. Im Norden hat sich Solingen im Rennen um den zweiten Playoff-Platz schon etwas abgesetzt, im Süden sind Regensburg, Mainz sowie die Haar Disciples (4-3) und die Mannheim Tornados (4-4) noch sehr eng beisammen.

Das kommende Wochenende bringt wieder ein paar hochinteressante Begegnungen mit sich. Besonders gespannt bin ich, wie sich im Norden der gut gestartete Aufsteiger Berlin Flamingos (4-4) beim Doubleheader in Bonn schlägt und ob sich im Süden die Meister von 2016 und 2017, Mainz und Heidenheim, wieder so legendäre Schlachten liefern wie so oft in den letzten Jahren.

Wer keine Gelegenheit hat, einen der Ballparks zu besuchen, der kann viele der Spiele per Videostream verfolgen (in der Regel die aus Bonn, Solingen, Regensburg, Haar und Berlin) und ein paar weitere (z. B. aus Mainz) per Audiostream. Einen Liveticker für alle Spiele der Baseball-Bundesliga gibt es auf GameChanger. Dafür reicht es, einen kostenlosen Account anzulegen, weitergehende Features wie z. B. Saisonstatistiken sind hingegen nur im kostenpflichtigen Abo enthalten. Das ist schade, vor allem weil die offizielle Statistikseite der Bundesliga leider selten aktuell ist und man somit kaum Möglichkeiten hat, die Stärken und Schwächen der Teams anhand von Zahlen tiefer zu analysieren.

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März 31st, 2018 by Dominik

Nach dem Opening Day der MLB ist vor dem Opening Day der Bundesliga: Zwei Tage nach den amerikanischen Vorbildern startet heute auch die höchste deutsche Baseball-Spielklasse in die neue Saison. Ein kompletter Doppelspieltag über das Osterwochenende sollte den Auftakt in das Bundesligajahr 2018 bilden, leider mussten aber die Partien zwischen Köln und Hamburg wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt werden. Sie werden wahrscheinlich an Pfingsten nachgeholt.

Der Austragungsmodus der Bundesliga hat sich gegenüber der Vorsaison erneut geändert: Die erst letztes Jahr eingeführte Interleague-Runde zwischen Nord und Süd wurde leider schon wieder abgeschafft. Stattdessen folgt auf die reguläre Runde mit Hin- und Rück-Doppelspieltagen innerhalb der Gruppen nun eine Zwischenrunde. In dieser treten die ersten vier Teams der jeweiligen Staffel erneut in Doppelspieltagen zu Hause und auswärts gegeneinander an. Erst dann folgen die Playoffs, für die sich nur der Meister und der Vizemeister aus dem Norden und dem Süden qualifizieren. Die Teams aus der Nord- und der Südgruppe sehen sich somit erstmals im Halbfinale. Der Umfang der Saison ändert sich nicht nennenswert: Es sind wie bisher 28 Spiele reguläre Saison und dann 14 Spiele Zwischenrunde statt bisher 12 Interleague-Spielen plus Viertelfinale, welches jetzt wegfällt. Die letzten vier der jeweiligen Liga spielen als  Playdowns ebenfalls eine weitere Hin- und Rückrunde untereinander, an deren Ende ein Absteiger und ein Relegationsteilnehmer feststehen.

Für eine Vorschauserie mit Vorstellung aller Mannschaften, wie ich sie für die MLB-Teams geschrieben habe, fehlen mir in Bezug auf die Bundesliga leider sowohl die Zeit als auch das Wissen. Aber ich verweise gern auf die offizielle Seite der Liga, die eine solche Serie zu bieten hat. Ich fühle mich von den dortigen Artikel gut vorbereitet auf die neue Bundesligasaison und kann nur empfehlen, die Links in den folgenden Absätzen zu nutzen.

In der Bundesliga Nord gibt es dieses Jahr gleich zwei Neulinge, die Bremen Dockers und die Berlin Flamingos. Sie ersetzen zum einen Absteiger Dortmund und füllen zum anderen den mehrere Jahre lang vakanten achten Startplatz der Liga wieder aus. Die Favoriten im Norden dürften wie bisher die Bonn Capitals und die Solingen Alligators sein. Zuletzt waren die Bonner dreimal hintereinander Nordmeister und ohne Zweifel wäre für sie auch dieses Jahr alles andere als der Titel eine Enttäuschung. Der letztjährige Neuling Dohren Wild Farmers möchte nach seiner überraschend guten Debütsaison erneut vorne mitmischen, was auch das Ziel der Paderborn Untouchables und der Hamburg Stealers ist. Die letztes Jahr nur knapp dem Abstieg entronnenen Cologne Cardinals hingegen wären sicher bereits froh, zumindest einen der beiden Aufsteiger hinter sich zu lassen.

Im Süden ist die Leistungsdichte an der Spitze traditionell höher als in der Bundesliga Nord. Der amtierende Deutsche Meister Heidenheim Heideköpfe, dessen Vorgänger Mainz Athletics sowie die finanziell und infrastrukturell führenden Regensburg Legionäre machen sich allesamt berechtigte Hoffnungen, am Ende vorne zu stehen. Die München-Haar Disciples, die Mannheim Tornados und die Stuttgart Reds können ohne Weiteres in einem guten Jahr in die Spitzengruppe vorstoßen. Überraschungen sind im Sport immer möglich, aber es wäre schon eine sehr große, wenn der Abstieg nicht zwischen den Saarlouis Hornets und den frisch aufgestiegenen Ulm Falcons ausgemacht würde.

Verfolgen kann man alle Spiele der Baseball-Bundesliga per Liveticker auf GameChanger, ein paar wenige auch als Radio- oder TV-Stream. Die entsprechenden Links finden sich dann immer auf der Homepage der Liga. Der Königsweg ist und bleibt aber natürlich der Besuch im Ballpark. Lasst euch dort mal blicken, es lohnt sich.

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