Category: Grand Slam

Juli 18th, 2019 by Silversurger

Die MLB-Saison ist wieder im vollen Lauf, der All-Star-Break schon fast vergessen – nicht zuletzt, weil die Los Angeles Angels zum Wiederbeginn einen emotionalen Paukenschlag gelandet haben. Ihr erstes Heimspiel nach dem Tod von Tyler Skaggs hätte kein Drehbuchschreiber sich besser ausdenken können. Mehr dazu im „Spiel der Woche“, jetzt aber erst mal ein kurzer Überblick über die einzelnen Divisionen.

American League
Die American League East sieht vom Tabellenbild her weitgehend unverändert aus, nachdem die New York Yankees (60-33) und die Tampa Bay Rays (56-41) sich im Spitzenduell bisher die Siege geteilt haben. Die für gestern vorgesehene Partie musste wegen schlechten Wetters abgesagt werden, dafür gibt es heute einen Doubleheader zwischen den Yankees und den Rays. Die Boston Red Sox (52-44) kamen eher durchwachsen aus den Startlöchern zur zweiten Hälfte und sind im Wild-Card-Rennen hinter den Rays, den Indians und den Athletics etwas zurückgefallen. Zur Stabilisierung der bislang enttäuschenden Rotation haben die Red Sox Andrew Cashner im Tausch gegen zwei 17-jährige Prospects von den Baltimore Orioles (29-66) ertradet.

In die AL Central ist plötzlich die Spannung zurück gekehrt. Zwar starteteten die Minnesota Twins (58-36) mit zwei Siegen über Verfolger Cleveland Indians (54-40) in den zweiten Teil der Saison. Doch ein Sieg der Indians in Spiel drei sowie drei Erfolge gegen die Detroit Tigers (29-62), während die Twins sich von den Mets sweepen ließen, haben den einst komfortablen Vorsprung auf nur noch vier Spiele reduziert. Das könnte noch mal eng werden, zumal die Twins mit den Athletics und den Yankees deutlich schwerere Aufgaben vor sich haben als die Indians mit den Kansas City Royals (35-62) und den Blue Jays.

Die Spitze der AL West haben die Houston Astros (60-37) zwar noch relativ fest im Griff, doch das Team der Stunde sind eindeutig die Oakland Athletics (55-41). Die A’s sind als einziges Team der MLB seit dem All-Star-Break ohne Niederlage und haben sich im Ringen um Platz zwei und eine Wild Card inzwischen deutlich von den Texas Rangers (50-46) abgesetzt. Die Rangers, das Überraschungsteam der ersten Saisonhälfte, machen nach vier verlorenen Spielen in Folge den Eindruck, dass die Luft ziemlich draußen ist. 4:12, 2:9 und 4:19 lauteten die letzten Ergebnisse und als nächstes müssen die Rangers ausgerechnet bei den Astros antreten. Gegen Selbige haben die Los Angeles Angels (50-47) zuvor noch ein viertes Spiel. Die Angels befinden sich gegenüber den Rangers auf der Überholspur. Sie haben bislang zwei von drei gegen Houston gewonnen und davor die Mariners gesweept.

National League
Die Atlanta Braves (58-39) haben zuletzt zweimal gegen die Brewers verloren, aber der Vorsprung in der National League East beträgt beruhigende 6 Spiele. Wenn es gut läuft, können die Braves die Division in den kommenden zwei Wochen bereits mehr oder weniger eintüten: In den nächsten zwölf Partien geht es zehnmal gegen die direkten Verfolger: siebenmal gegen die Washington Nationals (50-44) und dreimal gegen die Philadelphia Phillies (49-47). Ein deutliches Lebenszeichen senden mit bislang vier Siegen hintereinander die New York Mets (44-51). Für sie steht eine interessante Serie in San Francisco an, denn dort treffen zwei Teams aufeinander, die eine enttäuschende erste Hälfte und einen vielversprechenden Start in Teil zwei der Saison gemeinsam haben.

Die NL Central ist nach wie vor die spannendste Division der Liga. Nur 7,5 Spiele liegen zwischen Platz eins und fünf, das sind weniger als in jeder anderen Division zwischen Platz eins und drei. Die Chicago Cubs (52-44) hatten einen Traumstart in die zweite Saisonhälfte. Ein Sweep gegen die Pittsburgh Pirates (45-50) und zwei von drei gegen die Cincinnati Reds (43-50) halten die Cubs an der Spitze und die aufmüpfigen Außenseiter auf Distanz. Die Milwaukee Brewers (50-47) schauen nach einer schwächeren Phase zurzeit mehr nach den St. Louis Cardinals (48-46) in ihrem Rücken als nach den Cubs, doch zuletzt zwei Siege gegen die Braves geben Milwaukee Anlass zur Hoffnung, dass der Slump vorerst überwunden ist.

Das stärkste Team im Baseball bleiben die Los Angeles Dodgers (64-34). Bei 14 Spielen Vorsprung in der NL West dürfte ihre größte Sorge darin bestehen, bis zu den Playoffs fokussiert zu bleiben und nicht nachlässig zu werden. Im Wettbewerb um die Wild-Card-Plätze mischen zurzeit nur die Arizona Diamondbacks (49-47) mit. Die San Diego Padres (46-49) und die Colorado Rockies (46-50) schwächeln zurzeit erheblich und sind sogar hinter die San Francisco Giants (47-49) zurück gefallen. Die 5-Siege-Serie der Giants, darunter ein 4-Spiele-Sweep über die Rockies, ist eine der größten Überraschungen der ersten Woche nach dem All-Star-Break.

Szene der Woche 
Ein Single von Hanser Alberto für die Baltimore Orioles beendete den acht Innings währenden Traum der Tampa Bay Rays, das erste combined Perfect Game der MLB-Geschichte zu werfen. Normalerweise wechselt man einen Pitcher, der ein perfektes Spiel am Laufen hat, nicht aus. Doch die von den Rays eingeführte Taktik des Opening Pitchers hat Ryne Stanek und Ryan Yarbrough ganz nah an das noch nie dagewesene Ereignis heran gebracht. Nach dem ersten Pitch im neunten Inning war der Traum ausgeräumt. Spielverderber Alberto scorte später noch den einzigen Run für die Orioles, bevor das Spiel mit 4:1 für Tampa Bay endete.

Statistik der Woche 
5+3. Die Cincinnati Reds sind das erste Team im modernen Baseball, das heißt seit mindestens dem Jahr 1900, das in einem Spiel 5 Triples und 3 Homeruns erzielt hat. Gelungen ist ihnen das am Samstag während eines 17:9-Auswärtssieges bei den Colorado Rockies. Eine historische Leistung vollbrachte dabei auch Phillip Ervin, der als erster Reds-Spieler seit fast exakt 70 ein Spiel mit 6 Hits vollbrachte. Winning Pitcher der Partie war übrigens Jared Hughes. Er warf genau einen Pitch.

Spiel der Woche
Ich hatte es eingangs schon erwähnt: Das Spiel der Los Angeles Angels gegen die Seattle Mariners vom letzten Freitag war wohl das unglaublichste Ereignis des MLB-Jahres. Es war das erste Heimspiel nach dem Tod von Tyler Skaggs, obendrein der Vorabend seines 28. Geburtstages, und die Trauer um den verlorenen Teamkameraden war ominpräsent. Alle Spieler der Angels trugen Skaggs-Trikots mit der Nummer 45, den zeremoniellen ersten Pitch warf die Mutter von Tyler Skaggs – übrigens einen perfekten Strike. Von dieser Sorte warfen die echten Pitcher der Angels an dem Tag noch einige mehr, es wurde ein No-Hitter. Vollbracht haben diese Leistung Taylor Cole und Felix Pena, aber dieser No-Hitter wird für immer untrennbar mit dem Namen Tyler Skaggs verbunden sein. Eine paar weitere Kuriositäten: Die Offense der Angels erzielte 13 Runs und 13 Hits wenige Stunden vor dem 13. Juli, Skaggs Geburtstag. Es war der erste combined No-Hitter in Kalifornien seit dem 13. Juli 1991, dem Tag an dem Skaggs geboren wurde.

Mein Einschalttipp
Die Oakland Athletics sind nach dem All-Star-Break bislang das erfolgreichste Team  der Liga und haben sich in Reichweite der einst übermächtig erscheinenden Houston Astros gebracht. Ob sie ihnen ernsthaft gefährlich werden, kann sich nächste Woche weisen, wenn die Kontrahenten von Montag bis Mittwoch in Houston dreimal direkt aufeinander treffen. Mein Einschalttipp ist die Partie am Mittwoch zur besten Sendezeit ab 20:10 Uhr nach mitteleuropäischer Rechnung. Da es noch fast eine Woche hin ist, stehen die Starting Pitcher für das Spiel noch nicht fest, aber wahrscheinlich wird es auf Justin Verlander (2.98 ERA, 4.07 FIP) für Houston und Chris Bassitt (3.98 ERA, 4.42 FIP) für Oakland hinauslaufen.

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Juli 11th, 2019 by Silversurger

Auch mitten im All-Star-Break gibt es den Grand Slam am Donnerstag, aber da durch selbigen seit letzter Woche nur wenige MLB-Spiele stattgefunden haben und sich an den Ständen kaum etwas verändert hat, verzichte ich dieses Mal auf die Einzelbetrachtung der Divisionen. Stattdessen liegt der Fokus auf den drei Hauptevents der All-Star-Woche – plus Einschalttipp für das Wochenende, an dem endlich wieder „richtiger“ MLB-Baseball ansteht.

Zuvor ein kurzer Hinweis in eigener Sache: Ich bin die nächsten knapp drei Wochen im Urlaub. Mein Plan ist, auch in dieser Zeit den Grand Slam am Donnerstag regelmäßig zu schreiben und zu veröffentlichen – es gilt schließlich, eine Serie von bislang 162 Folgen ohne Unterbrechung zu wahren. Aber wundert euch bitte nicht, wenn er mal etwas später kommt oder kürzer ausfällt als gewohnt und wenn ich zwischendurch wenige oder gar keine zusätzlichen Artikel schreibe.

MLB Futures Game 
Den Auftakt der All-Star-Woche bildete wie üblich das Futures Game. Dieses Stelldichein der vielversprechendsten Talente erfährt leider nicht die Beachtung, die es verdient. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es immer schon am Sonntag gleichzeitig mit der letzten Runde der MLB-Spiele vor dem Break stattfindet. Bislang traten immer die US-amerikanischen Talente gegen die aus dem Rest der Welt an. Dieses Jahr wurde der Modus geändert, sodass erstmals genau wie im All-Star-Game ein Team der American League gegen eines der National League spielte. Einen Sieger gab es dabei nicht: Im siebten und eigentlich letzten Inning gelang Samuel Huff (Texas Rangers) ein 2-Run-Homerun zum 2:2-Ausgleich für die AL, und nachdem auch ein Extra-Inning keine Entscheidung brachte, beließ man es beim Unentschieden. Die NL war zunächst im vierten Inning durch RBI-Singles von Taylor Trammell (Cincinnati Reds) und Dylan Carlson (St. Louis Cardinals) in Führung gegangen.

Homerun-Derby
In der MLB sind dieses Jahr schon einige Homerun-Rekorde gefallen – unter anderem zweimal hintereinander der Rekord für die meisten Homeruns, die je in einem Monat geschlagen wurden. Logisch, dass die Erwartungen auch an das Homerun-Derby hoch waren, und sie wurden nicht enttäuscht. 312 Homeruns bekamen die Zuschauer Dienstagnacht zu sehen, das waren 91 mehr als der bisherige Rekord aus dem letzten Jahr. Exakt so viele Homeruns, also 91, schlug allein Vladimir Guerrero Jr. Auch das ist ein neuer Rekord, ebenso wie die 40 Homeruns, die Guerrero Jr. in der zweiten Runde schlug, um gegen Joc Pederson zu gewinnen und ins Finale einzuziehen. Diese zweite Runde war ein Duell für die Ewigkeit: Beide Kontrahenten erzielten innerhalb der regulären Zeit (4 Minuten plus 30 Sekunden Bonus) je 29 Homeruns. Es folgte eine Verlängerung von 1 Minute, in der beide es auf 8 Homeruns brachten. Um das Unentschieden zu durchbrechen, wurden dann abwechselnd je drei Schwünge ausgeführt. Beim zweiten Mal gelang Guerrero Jr. einen Homerun mehr als Pederson, sodass er mit 40:39 diese Runde gewann.

Fast alles drehte sich an diesem Abend um Guerrero Jr., aber gewonnen hat er das Home Run Derby nicht. Denn im Finale unterlag der Rookie einem anderen Neuling, Pete Alonso von den New York Mets. Alonso genügte eine Gesamtzahl von 57 Homeruns für den Sieg, denn er hatte Glück mit den Gegnern und dem Spielmodus: Er durfte in jeder Runde als Zweiter schlagen und das Duell endete sofort, wenn die vorgelegte Zahl des Gegners übertroffen war. So genügten ihm 14 gegen Carlos Santana, 20 gegen Ronald Acuna und 23 gegen Guerrero Jr.

Da Alonso alle Gegner schlug und in jeder Runde noch Zeit übrig hatte, war es ein klarer und verdienter Sieg für ihn. Klar ist aber auch, dass Guerrero Jr. es schwerer hatte als er, da er in jeder Runde vorlegen und somit alles geben musste, von dem schier endlosen Duell in Runde zwei ganz zu schweigen.

All-Star-Game
Zum siebten Mal hintereinander hat die American League das All-Star-Game gewonnen. Das Astros-Duo aus Alex Bregman (Single) und Michael Brantley (RBI-Double) brachte die AL als erste aufs Scoreboard. Ein Homerun von Joey Gallo, ein RBI-Single von Jorge Polanco und ein Run von Matt Chapman während eines Double Plays gegen Xander Bogaerts waren die weiteren Scores für den 4:3-Sieger. Die Runs der NL erzielten Charlie Blackmon per Homerun und Pete Alonso per 2-RBI-Single. Auf dem Mound herrschte wie im All-Star-Game üblich viel Kommen und Gehen unter den Größten ihres Fachs. Justin Verlander, Jacob deGrom, Jose Berrios, Luis Castillo und Aroldis Chapman überzeugten mit dominanten Innings, ebenso Clevelands Lokalmatador Shane Bieber, der anschließend zum MVP des Spiels erklärt wurde.

Mein Einschalttipp
Es waren nur vier Tage Pause, obendrein mit Unterhaltungsprogramm, aber trotzdem bin ich froh, dass die Saison endlich weitergeht. Ebenfalls sehr erfreulich finde ich, dass Sport1 zurzeit mal wieder ein paar MLB-Spiele mit deutschem Kommentar ins Programm genommen hat. In den nächsten Tagen gibt es gleich zwei davon, die ich hiermit als Einschalttipp empfehle: Am Sonntag ab 20 Uhr gibt es das Verfolgerduell der NL East zwischen den Washington Nationals und den Philadelphia Phillies zu sehen. Am Mittwoch ab 21 Uhr wird ein Spiel übertragen, das ich selbst nicht besser hätte aussuchen können: Die Minnesota Twins treffen auf meine Lieblinge, die New York Mets. Zugegeben, die Mets sind (wieder mal) ein ziemlicher Verkehrsunfall, aber wegschauen kann man bei sowas ja auch nicht. Und zumindest die Twins mit Max Kepler machen dieses Jahr richtig Spaß.

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Juli 4th, 2019 by Silversurger

Noch vier Tage MLB-Baseball, dann haben die meisten Spieler erstmal Pause. Das All-Star-Game steht an –  das unwichtigste Spiel des Jahres, was das Ergebnis angeht, und gleichzeitig eines der wichtigsten hinsichtlich der Frage, ob man dabei ist oder nicht. Die vollständigen Kader findet ihr hier. Der heißeste Tipp für die World Series zur (etwas mehr als) Halbzeit sind in der NL eindeutig die Los Angeles Dodgers. Sie sind laut Fangraphs auf Kurs für 103 Siege in der regulären Saison und haben eine knapp 20-prozentige Chance, den Titel zu gewinnen. Noch etwas höher stuft Fangraphs die Chancen der Houston Astros ein – obwohl diese in der AL angesichts von Konkurrenten wie den Yankees und den Twins längst nicht so souverän vorne liegen wie die Dodgers in der NL.

American League
Die New York Yankees (55-29) sind das einzige Team der MLB, das jemals ein Spiel auf europäischem Boden gewonnen hat. Das können sie nun ein Jahr lang von sich behaupten, nachdem sie am letzten Wochenende die 2-Spiele-Serie gegen die Boston Red Sox (45-41) gesweept haben (siehe „Spiel der Woche“). Dass die Yankees als Spitzenreiter der American League East in den All-Star-Break gehen, steht bereits fest. Allerdings stehen vor der Pause noch vier Spiele gegen den direkten Verfolger, die Tampa Bay Rays (50-37), an. Die Rays hatten in dieser Saison bislang große Probleme mit den Yankees, sahen gegen kein Team so schlecht aus wie gegen sie. Wenn sich das ändern soll, wäre dieses Wochenende ein guter Zeitpunkt dafür.

Auch für die Minnesota Twins (54-31) steht fest, dass sie in der AL Central den All-Star-Break an der Spitze überdauern werden. Sie saßen aber in diesem Jahr durchaus schon mal fester im Sattel. Zuletzt setzte es ein paar nicht eingeplante Niederlagen – in zwei von drei Spielen gegen die Chicago White Sox (41-42) und in einem von bisher zwei Spielen gegen die Athletics –, während gleichzeitig die Cleveland Indians (47-38) ihren Aufwärtstrend der letzten Wochen fortsetzen. Vor einem Monat lagen sie noch bei einer negativen Bilanz, inzwischen stehen sie neun Siege über .500 und wenn die Saison nun vorüber wäre, hätten sie einen Wild-Card-Platz erobert. In einem solchen Lauf steckt man auch mal zwei 0:13-Niederlagen vom letzten Wochenende gegen die Orioles ungerührt weg. Die drei Spiele seitdem haben die Indians alle gewonnen, heute Abend setzen sie zum Sweep gegen die Kansas City Royals (29-58) an.

Die Houston Astros (55-32) haben ihren Durchhänger offensichtlich überwunden: Fünf Siege in Folge stehen aus den letzten Tagen zu Buche, drei gegen Seattle und zwei in Colorado. Zum Abschluss des ersten Saisonabschnitts steht nun noch eine 3-Spiele-Serie gegen die Los Angeles Angels (44-43) an. Die Angels sind zurzeit schwer einzuschätzen. Drei Niederlagen gegen die Oakland Athletics (47-40) schienen letztes Wochenende ihre Wild-Card-Hoffnungen auf ein Minimum zu reduzieren. Es folgten der tragische Tod von Tyler Skaggs und zwei Siege in den emotionalen Spielen bei den Texas Rangers (46-40). Für kein Team kommt die anstehende Pause wohl gelegener als für die Angels, die erst mal die Trauer bewältigen und sich dann darüber klar werden müssen, welche Ambitionen sie dieses Jahr noch verfolgen möchten.

National League
Die Ambitionen der Atlanta Braves (51-36) sind klar, sie wollen zum zweiten Mal in Folge die National League East gewinnen. Auf dieses Ziel können sie in den verbleibenden Spielen bis zur Pause noch ein großes Stück zugehen. Zunächst steht heute Abend das Rubber-Game der Serie gegen Verfolger Philadelphia Phillies (45-41) an. Anschließend geht es noch dreimal gegen die Miami Marlins (32-52), das mit Abstand schwächste Team der NL. Die Phillies müssen derweil bei den New York Mets (39-48) antreten. Die Mets sind so gut wie raus aus dem Rennen um die Playoff-Plätze, aber die Spiele gegen die Phillies können trotzdem entscheidend sein – entscheidend dafür, ob Manager Mickey Callaway seinen Job behält oder ob in der Pause ein Nachfolger installiert wird. Wie schnell im Baseball aus einem Totgesagten wieder ein Contender werden kann, beweisen unterdessen die Washington Nationals (44-41). 12 Siege aus den letzten 15 Spielen haben sowohl den Record als auch das Run Differential in den positiven Bereich gedreht und die Nationals auf einen Wild-Card-Platz befördert.

In der NL Central setzt sich die Entwicklung fort, die ich letzte Woche schon beschrieben hatte: Man wird den Eindruck nicht los, dass niemand diese Division gewinnen will. Momentan sind mal wieder die Milwaukee Brewers (46-41) vorn, obwohl sie in den letzten drei Wochen nur eine einzige Serie gewonnen haben. Das ist immerhin eine mehr als ihr Konkurrent, die Chicago Cubs (45-42). Die St. Louis Cardinals (42-42) konnten daraus keinen Nutzen ziehen, nach sechs Niederlagen aus den letzten acht Spielen pendeln sie träge um eine ausgeglichen Bilanz herum. Von einer solchen waren die Pittsburgh Pirates (42-43) lange weit entfernt. Aber in den letzten Wochen waren sie das erfolgreichste Team der Division und heute Abend können sie den 4-Spiele-Sweep gegen die Cubs und damit gleichzeitig die Rückkehr zum .500-Record perfekt machen. Und weil es langweilig wäre, nur das eine der beiden vermeintlichen Spitzenteams zu ärgern, spielen die Pirates am Wochenende auch eine Serie gegen die Brewers.

Apropos langweilig: Kommen wir zur NL West. Man kann es den Los Angeles Dodgers (59-29) kaum zum Vorwurf machen, dass sie um den Divisionssieg keinerlei Spannung aufkommen lassen. In den letzten zwölf Spielen sind die Dodgers ausnahmslos gegen ihre direkten Konkurrenten, die Colorado Rockies (44-42) und die Arizona Diamondbacks (43-45) angetreten. Sie haben acht davon gewonnen, was ziemlich genau der üblichen Quote der Dodgers in dieser Saison entspricht. Zum Abschluss des ersten Saisonteils müssen heute und an den kommenden drei Tagen auch die San Diego Padres (42-44) noch mal beim Überteam der NL antreten. Die Padres haben sich übrigens gerade von den San Francisco Giants (39-47) sweepen lassen und müssen angesichts der anstehenden Aufgabe fürchten, kurz vor der Pause den Anschluss im Wild-Card-Rennen zu verlieren.

Szene der Woche
Meine Szene der Woche ist das Immaculate Inning von Stephen Strasburg. „Immaculate“, also makellos, ist ein Inning dann, wenn der Pitcher alle drei Batter, die ihm gegenüber treten, per Strikeout wegschickt und zwar mit der niedrigstmöglichen Anzahl von Pitches: 9. In den meisten Jahren kommt nicht mehr als eine Handvoll solcher Innings in der MLB vor. Strasburg gelang das Kunststück gestern im vierten Inning gegen die Marlins:

Statistik der Woche 
1.142. So viele Homeruns wurden im Juni dieses Jahres geschlagen und damit so viele wie in keinem Monat der MLB-Geschichte zuvor. Wenn euch diese Meldung bekannt vorkommt, dann ist das kein Wunder: Der „alte“ Rekord ist gerade mal einen Monat her mit 1.135 im Mai. Den höchsten Beitrag dazu leistete ein Spiel zwischen den Phillies und den Diamondbacks mit insgesamt 13 Homeruns, ebenfalls Rekord. Über den gesamten Monat hinweg waren es als Spieler Manny Machado und Edwin Encarnacion (je 11) sowie als Team die Atlanta Braves (56), die die meisten Homeruns zum Rekord beisteuerten. Den New York Yankees gelang im Juni in jedem einzelnen Spiel mindestens ein Homerun. Insgesamt dauerte ihre Serie 31 Spiele lang. Sie fand am Dienstag ihr Ende, als die New York Mets beim 4:2 gegen die Yankees keinen Homerun zuließen.

Spiel der Woche
Gastauftritte in London war man bislang eher von der NFL gewohnt und wenn man sich das Resultat des ersten MLB-Spiels in Europa anschaut, sieht es ganz so aus, als hätten die Yankees und die Red Sox den Engländern ebenfalls ein Football-Spiel geboten: Mit 17:13 gewannen die Yankees, also mit etwas mehr als einem Field Goal Vorsprung. Schon im ersten Inning tauschten beide Seiten Touchdowns aus, scheiterten aber jeweils am Extrapunkt. So stand es nach dem ersten Durchgang 6:6, bevor die Yankees im dritten Inning per Safety auf 8:6 erhöhten. Ein weiterer Touchdown im vierten und ein Field Goal im fünften Inning trieben die Führung auf 17:6. Die Red Sox legten zwar noch einen Touchdown und den Extrapunkt (seltsamerweise vor dem Touchdown) nach, aber die Aufholjagd kam zu spät. Gunslinger Aroldis Chapman kniete das neunte Inning souverän ab.

Mein Einschalttipp
Mein persönlicher Favorit unter den Veranstaltungen der All-Star-Woche ist weder das All-Star-Game noch das Homerun-Derby – obwohl ich mir Letzteres allein schon wegen der Teilnahme von Pete Alonso anschauen werde. Ich möchte an dieser Stelle empfehlen, sich das All-Star-Futures-Game anzuschauen. Leider geht dieses immer ein bisschen unter, weil es nicht in der spielfreien Zeit stattfindet, sondern schon am Sonntag parallel zum letzten regulären Spieltag vor dem All-Star-Break. In dem Spiel treffen zwei Auswahlmannschaften der vielversprechendsten Talente aufeinander. Unterteilt werden die Mannschaften dieses Jahr erstmals nicht nach US- und internationalen Spielern, sondern nach American League und National League. Im Gegensatz zum „großen“ All-Star-Game sieht man in dieser Partie – wenn man kein großer Beobachter der Minor Leagues ist – viele Spieler zum ersten Mal, die es mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten ein, zwei Jahren in die MLB schaffen werden. Für sie ist dieses Spiel nicht ein routiniertes PR-Event, sondern die Chance, erstmals vor einer größeren TV-Audienz mit Leistung auf sich aufmerksam zu machen. Das Spiel wird Sonntagnacht ab 1 Uhr live auf mlb.com gestreamt. Dabei sind zum Beispiel vier der fünf Top-Prospects der Liga laut MLB Pipeline: Shortstop Wander Franco (Rays), LHP MacKenzie Gore (Padres), Outfielder Jo Adell (Angels) und Outfielder Luis Robert (White Sox). Die vollständigen Roster findet ihr hier.

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Juni 27th, 2019 by Silversurger

Halbzeit! Die meisten Teams der MLB haben ungefähr die Hälfte ihrer 162 Saisonspiele absolviert. Eine Pause haben sie sich jedoch noch nicht verdient, denn die gibt es in Form des All-Star-Breaks erst in knapp zwei Wochen. Für ein paar Spieler ist die Saison derweil schon gelaufen, unter anderem für zwei bislang herausragende Pitcher: Jordan Hicks, Closer der St. Louis Cardinals und seines Zeichens aktuell schnellster Werfer der Liga, muss seinem überbeanspruchten Ellenbogen Tribut zollen und sich einer Tommy-John-Surgery unterziehen. Damit wird er leider bis weit ins nächste Jahr hinein ausfallen. Weniger Leid tut es mir um Frankie Montas. Der Starter der Oakland Athletics hatte sich in den ersten Monaten der Saison mit starken Auftritten in den Vordergrund gespielt, doch dann kam heraus, dass er zu leistungssteigernden Substanzen gegriffen hat. Die Konsequenz ist die übliche Sperre für 80 Ligaspiele plus etwaige Playoffs. Recht so.

National League
Die Atlanta Braves (48-33) setzen ihren seit einigen Wochen währenden Siegeszug durch die National League East fort und haben inzwischen fünfeinhalb Spiele Vorsprung auf die Philadelphia Phillies (42-38). Für die Phillies könnte es durchaus noch schlimmer aussehen, hätten sie nicht das Glück gehabt, nach sieben Niederlagen in Folge auf die New York Mets (37-44) zu treffen. Die Mets sind gerade wieder mal an dem Punkt in der Saison angekommen, an dem sie sich komplett selbst auseinander nehmen (siehe „Szene der Woche“). Dankbare Nutznießer der Schwächen der Mets und der Phillies sind die Washington Nationals (39-40). Gewinnen sie heute Nacht auch das dritte Spiel gegen die Miami Marlins (30-48), so stehen sie erstmals seit April wieder bei einer ausgeglichenen Bilanz. Das weitere Restprogramm der Nationals bis zur Pause (dreimal Detroit, dreimal Miami, dreimal Kansas City) liest sich ebenfalls sehr vorteilhaft.

Spannung um die Tabellenspitze herrscht momentan nur in einer einzigen Division der MLB und das ist die NL Central. Es ist allerdings eher ein Schneckenrennen, das sich die Chicago Cubs (43-37) und die Milwaukee Brewers (42-38) zurzeit liefern. Beide haben seit über zwei Wochen keine Serie mehr gewonnen. Dadurch sind die St. Louis Cardinals (40-39) zunächst wieder näher gekommen, doch auch die haben sich zuletzt von den Athletics und den Angels dreimal am Stück schlagen lassen. Will denn keiner die Central gewinnen? Vielleicht wollen es ja die Pittsburgh Pirates (37-41), die als einziges Team der Division in sieben der letzten zehn Partien gesiegt haben. Ihr Programm bis zur Pause besteht aus dem Serienfinale gegen Houston und dann sechsmal Brewers und dreimal Cubs. Falls die Pirates in der Mehrzahl dieser Spiele bestehen, sind sie zurecht wieder im Rennen.

Die Los Angeles Dodgers (55-27) sind ebenfalls im Rennen und zwar in diverser Hinsicht: um die NL West, um 100 Siege, um die beste Bilanz der MLB, um das beste Run Differential – in jedem dieser Rennen liegen sie zurzeit klar vorne. Zwischen den Colorado Rockies (42-38), den San Diego Padres (40-40) und den Arizona Diamondbacks (41-41) geht es nach wie vor eng zu. In der Bewerbung um die Wild-Card-Plätze sind zurzeit die Rockies gleichauf mit den Phillies und den Brewers. Würde es am Ende der Saison genauso stehen, würde es vor Beginn der Playoffs zunächst zwei Entscheidungsspiele und dann das eigentliche Wild-Card-Spiel geben. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Wie alle Teams schauen die Rockies, die Diamondbacks und die Padres erstmal auf den Endspurt zum All-Star-Break, in dem übriges jedes von ihnen es noch mehrmals mit den Dodgers zu tun bekommt.

American League
In der American League East hat sich zwischen den ersten drei Teams einiges getan. Die Reihenfolge ist zwar noch die gleiche wie in der letzten Woche, doch die New York Yankees (52-28) haben sich mit einem Lauf von 11 Siegen aus den letzten 12 Spielen inzwischen spürbar abgesetzt. Die Tampa Bay Rays (45-35) hingegen sind seit zwei Wochen völlig von der Rolle, haben in diesem Zeitraum 11 von 14 Spielen verloren. Den Boston Red Sox (44-38) hat das die Chance eröffnet, sich ganz nah heranzuspielen. Zwei Siege in den formellen Heimspielen gegen die Yankees in London (siehe „Einschalttipp“) wären für die Red Sox im Wild-Card-Rennen Gold wert.

Die Minnesota Twins (52-27) sind weiterhin auf Kurs, nicht nur die AL Central zu gewinnen, sondern auch einen neuen Homerun-Rekord aufzustellen: 149 Bälle haben sie schon über den Zaun geschlagen und mit 79 Spielen noch nicht mal ganz die Hälfte der Saison absolviert. Die Bestmarke liegt übrigens bei 267, aufgestellt von den Yankees in der Saison 2018. Die Cleveland Indians (44-36) haben offensichtlich zu alter Stärke zurück gefunden: Vor drei Wochen standen sie noch bei 31-31, inzwischen liegen sie acht Spiele über der ausgeglichenen Bilanz und sind damit einer der Favoriten für eine Wild Card. Die Verletzungssorgen der Indians sind allerdings nicht geringer geworden. Starter Mike Clevinger hielt nach zwei Monaten Verletzungspause lediglich 4.2 Innings durch und musste anschließend mit Knöchelproblemen wieder auf die Injured List. Dort stehen auch Corey Kluber, Danny Salazar, Bradley Zimmer und Dan Otero, die allesamt noch ein Stück entfernt sind vom Comeback.

Für die Houston Astros (50-31) hatte ich letzte Woche eine Mini-Krise attestiert. Die hat sich inzwischen ausgewachsen zu einer richtigen: Gegen die Yankees setzte es drei Niederlagen in vier Spielen, was zusammen mit den vorherigen Ergebnissen in Cincinnati und gegen Toronto eine Serie von sieben Niederlagen ergab. Zwei ermutigenden Auftritten folgte letzte Nacht die höchste Niederlage der Saison beim 2:14 gegen Pittsburgh. Ich erwarte nach wie vor nicht, dass die Astros Probleme haben werden, die AL West zu gewinnen, aber ihren Ruf als ein Über-Team sind sie wohl erst mal los. Im weiteren Feld der Division wird es sehr interessant zu sehen sein, wie die Texas Rangers (44-36), die Oakland Athletics (43-38) und die Los Angeles Angels (41-40) sich bis zur Trade-Deadline positionieren können. Die steht in gut einem Monat an und bis dahin müssen die Teams sich klar werden, ob sie als Buyer oder als Seller auftreten oder schlichtweg untätig bleiben.

Szene der Woche
Zum ersten Mal seit langer Zeit kann ich die Szene der Woche nicht mit einem Video illustrieren: Es war – zum Glück! – keine laufende Kamera dabei, als in der Kabine der New York Mets Manager Mickey Callaway seinen Ausraster gegenüber einem Reporter von Newsday hatte. Vorausgegangen war ein 3:5 gegen die Cubs – zum x-ten Mal in dieser Saison hatte der Bullpen der Mets versagt und eine Führung hergeschenkt. Callaway musste sich die Kritik gefallen lassen, zu lange an dem sichtlich wackligen Reliever Seth Lugo festgehalten zu haben. Seine Nerven lagen daraufhin offensichtlich blank, denn als besagter Journalist ihn nach dem Spiel mit „See you tomorrow, Mickey“ verabschiedete – offenbar in ganz normalem, unironischem Ton –, fühlte er sich davon angegriffen, beschimpfte den Journalisten („Don’t be a smartass, motherfucker!“) und wies ihn an, zu gehen. Als jener nicht sofort reagierte, wurde er auch von Pitcher Jason Vargas mit derben Blicken und Worten und fast sogar tätlich angegangen, was Carlos Gomez und Noah Syndergaard gerade noch verhinderten. Die Peinlichkeit ging am nächsten Tag weiter, indem es bei einer Pressekonferenz zwei Nachfragen brauchte, bis Callaway sich zu einer öffentlichen Entschuldigung durchrang. Das Eis für Callaway in New York ist sichtlich dünn geworden, er scheint sowohl mit dem Management des Teams als auch im Umgang mit den Medien heillos überfordert. Wären Fred und Jeff Wilpon nicht die unberechenbarsten Owner der Liga, so würde ich fest mit einem Trainerwechsel spätestens zum All-Star-Break rechnen.

Statistik der Woche 
1.163. Das ist der aktuelle OPS-Wert von Cody Bellinger. Wenn er diese Leistung bis Ende der Saison beibehält, wäre es der höchste Jahreswert eines qualifzierten Hitters seit Barry Bonds im Jahr 2004 (1.422). Der zweithöchste wäre übrigens der von Christian Yelich, der zurzeit bei 1.149 liegt. So wie es aussieht, dürften Bellinger und Yelich sich ein großartiges Rennen um den diesjährigen MVP-Titel der NL liefern. Im All-Star-Ballot immerhin ist Platz für beide, denn dort werden für jede Liga drei Outfielder gewählt.

Spiel der Woche
Zwei beeindruckende Starts und ein spannendes Ende im Duell zweier Teams, die eine überraschend starke Saison spielen, waren die Zutaten meines Spiels der Woche. Der Auftakt gehörte den Texas Rangers, für die im ersten Inning Nomar Mazara einen wahren Monster-Homerun zur frühen 2:0-Führung schlug. 505 Fuß (154 Meter) weit flog der Ball und war damit gemeinsam mit einem Homerun von Trevor Story aus dem letzten Jahr der weiteste seit Einführung der Statcast-Technologie. Einen guten Start hatte auch Zack Collins für die Chicago White Sox: Der Rookie durfte zum ersten Mal von Beginn an spielen und schlug gleich in seinem ersten At Bat den Ball zu einem 3-Run-Homerun über den Zaun. Später im Spiel glichen die Rangers den Spielstand noch zweimal aus, doch am Ende triumphierten die White Sox nach zehn Innings mit 5:4. Der zweite Held des Spiels für Chicagos junge Truppe war ein weiterer Rookie: Eloy Jimenez brachte sein Team erst durch ein Single im dritten Inning und schließlich endgültig durch einen eigenen Run während eines Bunts im zehnten Inning in Front.

Mein Einschalttipp
Der Einschalttipp für diese Woche liegt auf der Hand: Zum ersten Mal überhaupt trägt die MLB reguläre Saisonspiele auf europäischem Boden aus. Samstag und Sonntag ist es soweit mit den Partien in London und die Paarung könnte attraktiver nicht sein: Titelverteidiger Boston Red Sox und Rekordmeister New York Yankees, die beiden größten Erzrivalen im Baseball, fügen ihrer langen gemeinsamen Geschichte ein neues Kapitel hinzu. Ich werde leider nicht vor Ort sein, bin aber sehr gespannnt auf die Spiele und werde auf jeden Fall am Samstag ab 19:10 Uhr und am Sonntag ab 16:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit reinschauen. Die Möglichkeit dazu gibt es sowohl auf DAZN als auch auf mlb.tv. Falls der eine oder die andere von euch in London sein sollte, würde ich mich sehr über ein paar Berichte von dort freuen.

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Juni 20th, 2019 by Silversurger

Das Maß aller Dinge in der MLB sind momentan die Los Angeles Dodgers: Als erstes Team in diesem Jahr haben sie die Marke von 50 Siegen erreicht – schneller waren, dem Kalenderdatum nach, übrigens allein die Seattle Mariners des Jahres 2001. Eine 100-Siege-Saison der Dodgers scheint damit so gut wie gebucht – was für den Klub sicher ein schöner Erfolg, aber längst nicht zufriedenstellend wäre: Nach zwei verlorenen World Series zählt für die Dodgers dieses Jahr allein der Titel.

American League
Die Tampa Bay Rays (43-31) spielen eine großartige Saison, doch sie haben ein Problem: Sie finden einfach kein Rezept gegen die New York Yankees (46-27). Zum dritten Mal in diesem Jahr trafen die beiden Kontrahenten um die Spitze der American League East in einer Serie aufeinander, zum dritten Mal zogen die Rays den Kürzeren. Mit 3:0, 6:3 und 12:1 fuhren die Yankees einen überzeugenden Sweep ein und stehen nun wieder klar vorne. Dafür, dass das so bleibt, sollen interne und externe Verstärkungen sorgen: Von den Mariners kommt Slugger Edwin Encarnacion im Tausch gegen ein Prospect, zudem ist Giancarlo Stanton aus seiner Verletzungspause zurück und auch Aaron Judge wird wohl heute oder morgen reaktiviert. Nach sieben Siegen in den letzten acht Spielen sind plötzlich auch die Boston Red Sox (41-35) wieder im Rennen. Den Wild-Card-Platz haben sie bereits zurück erobert und mit den Toronto Blue Jays (26-48) steht für sie eine weitere lösbar Aufgabe an.

In der AL Central haben die Minnesota Twins (48-25) durch die verlorene Serie gegen die Red Sox ein bisschen an Boden verloren, doch sie sind immer noch das stärkste Team der AL, und der Abstand auf die Cleveland Indians (39-34) ist nach wie vor komfortabel. Die Indians werden sinnvollerweise weniger auf die Twins schielen als auf die Chance, über eine Wild Card in die Playoffs zu kommen. In dieser Hinsicht könnten die zwei jüngsten Siege gegen die Rangers sich als Big Points erweisen, insbesondere wenn ihnen heute Abend ein dritter folgt (siehe Einschalttipp). Im Anschluss daran warten auf die Indians zwölfmal hintereinander drei der schlechtesten Teams der Liga: sechsmal die Kansas City Royals (25-49) sowie je dreimal die Detroit Tigers (26-44) und die Orioles.

Auch die Houston Astros (48-27) in der AL West haben einen bequemen Vorsprung und dass ihr Star José Altuve seit gestern wieder an Bord ist, wird sie noch stärker machen. Dennoch befinden die Astros sich gerade in einer Mini-Krise: Zum ersten Mal in diesem Jahr haben sie vier Spiele am Stück verloren. Ausgerechnet in dieser Situation wartet alles andere als ein Aufbaugegner, nämlich die schwierige Auswärtsserie bei den New York Yankees. Man darf aber getrost davon ausgehen, dass die Astros nicht lange im Tief verharren werden. Der Rest der Division, mit Ausnahme der tief gefallenen Seattle Mariners (32-46), liefert sich ein enges Rennen um Platz zwei. Die Texas Rangers (39-35) sind nach einer durchwachsenen Woche noch knapp vorne, doch sowohl die Oakland Athletics (39-36) als auch die Los Angeles Angels (38-37) haben sich nah herangearbeitet.

National League
In der National League East ist ordentlich Bewegung: Die Philadelphia Phillies (39-34) haben Serien gegen die Atlanta Braves (44-31) und die Washington Nationals (35-38) und damit auch erstmal den Anschluss an die Spitze verloren. An selbiger stehen die Braves inzwischen recht unangefochten, nachdem sie in den letzten zwei Wochen lediglich zwei Spiele verloren haben. Für sie steht nun eine interessante Serie gegen die Nationals an, die ähnlich gut in Form sind und sich auf Platz drei hochgearbeitet haben. Eine Schrecksekunde für Washington gab es am Dienstag, als ihr Pitching-Ass Max Scherzer sich bei einem missglückten Bunt im Training die Nase brach. Doch der als extrem ehrgeizig und willensstark bekannte Scherzer ließ sich davon nicht beirren und pitchte am Tag danach sieben scorelose Innings mit zehn Strikeouts. Die New York Mets (35-39) sind derweil auf Rang vier abgerutscht. Damit sind sie noch nicht ganz aus dem Rennen, aber angesichts der Matchups bis zum All-Star-Break (@Cubs, @Phillies, Braves, Yankees, Phillies) sind meine Hoffnungen für sie relativ gering.

Die Chicago Cubs (40-33) und die Milwaukee Brewers (40-34) liefern sich weiterhin ein munteres Wechselspiel um die Spitze der NL Central. Seit letzter Nacht sind wieder die Cubs vorne: Ein Split im Stadtduell gegen die White Sox genügte ihnen dafür, weil die Brewers sich in San Diego sweepen ließen. Richtig rund lief es zuletzt weder bei den Cubs noch bei den Brewers, daher konnten die St. Louis Cardinals (38-35) sich mit Erfolgen gegen die Marlins und die Mets zurück in die Spitzengruppe arbeiten. Auch die Cincinnati Reds (34-38) und die Pittsburgh Pirates (33-40) sind noch in Schlagweite innerhalb dieser knappsten aller MLB-Divisionen.

Wie eingangs schon erwähnt, sind die Los Angeles Dodgers (50-25) das stärkste Team der bisherigen Saison. Als solches sind sie auch in der NL West völlig unangefochten. Die Musik spielt hier eher im Ringen um Platz zwei: Die Colorado Rockies (39-34) haben zurzeit die beste Ausgangsposition, müssen aber nach bereits zwei Niederlagen heute noch einmal gegen die Arizona Diamondbacks (38-37) und am Wochenende dreimal in Dodger Stadium antreten. Gleichauf mit den Diamondbacks hoffen die San Diego Padres (38-37), ihre derzeitige Erfolgsserie auch in Pittsburgh und Baltimore fortsetzen zu können.

Szene der Woche
Die erstaunlichste Szene der letzten sieben Tage ist und bleibt für mich der Intentional Balk von Kenley Jansen. Da ich den aber bereits in einem eigenen Artikel beleuchtet habe, gehe ich hier den konservativen Weg und widme mich den in dieser Woche geschlagenen Cycles. Von dieser besonderen Hitting-Leistung – dem Erzielen je eines Singles, Doubles, Triples und eines Homeruns durch einen Spieler in einem Spiel – gibt es selten mehr als eine Handvoll pro Saison. Am Donnerstag und am Freitag gab es zum ersten Mal seit 1912 zwei an direkt aufeinander folgenden Tagen. Den Anfang machte Shohei Ohtani beim 5:3-Sieg seiner Angels in Tampa Bay:

Tags darauf folgte Clevelands Jake Bauers mit einer nicht weniger beeindruckenden Performance beim 13:4-Sieg in Detroit:

Statistik der Woche 
92. So viele Runs scorten die Colorado Rockies und die San Diego Padres während ihrer vier Duelle am letzten Wochenende. Das sind mehr Runs als je zuvor in einer 4-Spiele-Serie erzielt wurden. Es fielen noch ein paar mehr Rekorde in dieser verrückten Serie bei perfektem Wetter im hitterfreundlichsten Ballpark der Liga: Rockies-Leadoff Charlie Blackmon allein gelangen 15 Hits, ebenfalls die meisten in einer 4-Spiele-Serie. Im wildesten Spiel der Serie schafften es am Freitag die Padres zum ersten Mal in ihrer Geschichte, einen Rückstand von 6 Runs umzudrehen. Am Ende gewannen sie 16:12 in zwölf Innings. Die anderen Partien kamen ohne Extra-Innings aus: Colorado siegte am Donnerstag 9:6 und am Samstag 14:8, bevor am Sonntag noch mal die Padres mit 14:13 die Nase vorn hatten. Hier der Beweis, dass tatsächlich Baseball gespielt wurde, auch wenn die Ergebnisse eher nach Football klingen:

Spiel der Woche
Es ist mal wieder Zeit, „unseren“ Major Leaguer zu feiern: Max Kepler hatte Dienstagnacht das vielleicht aufregendste Spiel seiner Karriere. Dabei war er noch nicht mal von Anfang an dabei, sollte eigentlich einen Ruhetag bekommen während der Partie seiner Twins gegen die Red Sox. Doch er kam im sechsten Inning als Pinch Hitter und wurde anschließend im Spiel gelassen – zum Glück für die Twins, denn ohne ihren deutschen Star hätten sie wohl ziemlich sicher verloren und damit erstmals in dieser Saison drei Niederlagen in Folge eingesteckt. Im siebten Inning ging Boston 2:1 in Führung – im achten glich Kepler den Stand durch einen RBI-Single aus und rettete sein Team in die Verlängerung. Im dreizehnten Inning brachte Mookie Betts die Red Sox erneut in Front – Kepler konterte mit einem Homerun und hielt das Spiel offen. Im siebzehnten Inning schließlich entschied Kepler die Partie mit einem Walk-off-Single bei geladenen Bases zum 4:3.

Mein Einschalttipp
Zwei Teams am Scheideweg treffen sich heute zur besten deutschen Sendezeit (ab 20:05 Uhr) zum Finale ihrer 4-Spiele-Serie: Die Texas Rangers empfangen die Cleveland Indians. Die Rangers benötigen einen Sieg, um sich nach 7:2, 3:10 und 4:10 wenigstens den Split zu sichern. Noch ist es etwas zu früh in der Saison, um ernsthaft an die Verteilung der Wild Cards zu denken. Aber zurzeit deutet einiges darauf hin, dass diese beiden Teams bis zum Ende zu den heißen Kandidaten um den Hintereingang in die Playoffs gehören werden. Als Starting Pitcher werden Mike Minor (2.63 ERA, 3.72 FIP) für die Rangers und Shane Bieber (3.92 ERA, 3.89 FIP) für Cleveland antreten. Das Spiel gibt es auf DAZN über MLB Network sowie natürlich auf mlb.tv zu sehen.

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Juni 13th, 2019 by Silversurger

Die Woche begann mit einem Schock: David Ortiz, einer der größten und beliebtesten Baseballer der letzten 20 Jahre, wurde in seiner Heimatstadt Santo Domingo bei einem versuchten Raubüberfall angeschossen. Zum Glück gab es schnell Entwarnung in dem Sinne, dass die Verletzung weder lebensgefährlich ist noch mit bleibenden Schäden zu rechnen ist. „Big Papi“ Ortiz wurde zweimal operiert und befindet sich auf dem Weg der Besserung. Der Täter und weitere Beteiligte wurden am Tatort festgenommen.

Zurück zum Sport: Die Free Agency 2019 hat endlich ihren Abschluss gefunden, indem zweieinhalb Monate nach Saisonbeginn auch Dallas Keuchel sein neues Team gefunden hat. Die Atlanta Braves haben dem Linkshänder einen Vertrag für den Rest des Jahres gegeben, für den er 13 Millionen Dollar erhält. Die Braves legen somit noch mal nach für das Rennen um die NL East, mit dem auch mein Überblick über die aktuellen Stände in der MLB beginnt:

National League
Mit sechs Siegen in Folge sind die Atlanta Braves (39-29) innerhalb der letzten Tage an die Spitze der National League East gestürmt, die sie heute erstmals in dieser Saison von den Philadelphia Phillies (38-30) übernommen haben. Am Wochenende kommt es in Atlanta zu drei direkten Duellen der beiden Kontrahenten. Die New York Mets (33-34) und die Washington Nationals (31-36) wirken mit ihren negativen Bilanzen schon etwas abgeschlagen, doch so weit sind sie gar nicht weg: 7,5 Spiele sind der geringste Abstand, den es in der MLB zurzeit zwischen Platz eins und vier einer Division gibt. Die Nationals haben sieben der letzten zehn Spiele gewonnen, die Mets fünf der letzten sieben, darunter ein Split in der Subway Series bei den Yankees.

Die NL Central ist ebenfalls eine extrem spannende Division. Die Milwaukee Brewers (39-29) und die Chicago Cubs (38-29) haben sich in letzter Zeit mehrfach auf Rang eins abgewechselt. Die Brewers haben momentan knapp die Nase vorn, doch die Cubs haben ein Spiel weniger absolviert und können in der kommenden Nacht gleichziehen. Dazu müssen sie allerdings in Los Angeles gegen die Dodgers gewinnen, mit denen sie es auch an den folgenden drei Tagen zu tun haben. Die Brewers reisen mit in den Westen, haben dort mit den Giants aber den vermeintlich leichteren Gegner. Nach einer Achterbahnfahrt durch die bisherige Saison stehen die St. Louis Cardinals (33-33) derzeit bei einer ausgeglichenen Bilanz. Sie treten nun viermal bei den Mets an, einem Team in quasi identischer Situation wie sie selbst. Die Cincinnati Reds (30-36) haben erstmals seit Langem das Tabellenende verlassen und dieses an die seit sechs Spielen sieglosen Pittsburgh Pirates (30-37) abgegeben.

In der NL West gibt es ebenfalls Spannung, allerdings nicht im Hinblick auf die Tabellenführung. Die ist und bleibt fest in der Hand der Los Angeles Dodgers (45-23), welche die gesamte NL auch nach den zwei jüngsten Niederlagen gegen die Angels klar dominieren. Auf den mittleren Plätzen der Division ist jedoch einiges in Bewegung: Die Arizona Diamondbacks (36-33) haben ihr Zwischentief überwunden und nach sechs Siegen aus den letzten sieben Spielen mit den Colorado Rockies (35-32) praktisch gleichgezogen. Nur noch auf Rang vier und mit einer negativen Bilanz stehen nach vier Niederlagen in Folge die San Diego Padres (33-35) da. Zu allem Überfluss mussten die Padres ihr Ass Chris Paddack in die Minor League herabstufen, nachdem sich bei ihm körperliche Ermüdungserscheinungen zeigten – er hatte 2018 eine Tommy-John-Surgery und spielt gerade seine erste vollständige MLB-Saison. Er wird ein paar Tage pausieren und dann neu bewertet.

American League
Die New York Yankees (41-25) halten sich knapp an der Spitze der American League East, wenngleich sie während der vergangenen eineinhalb Wochen deutlich geschwächelt haben mit verlorenen Serien gegen die Toronto Blue Jays (24-43) und die Indians sowie einem Split gegen die Mets. Als zweites Spitzenteam der Division sitzen die Tampa Bay Rays (41-26) weiterhin fest im Sattel, nachdem die Serie gegen die Boston Red Sox (35-34) 3:1 gewonnen wurde. Vor allem das Pitching der Rays ist nach wie vor überragend und führt mit nur 220 zugelassenen Runs mit großem Abstand die MLB an. Nächste Woche kommt es zu einem neuen Spitzenduell zwischen den Yankees und den Rays (siehe Einschalttipp).

Die Minnesota Twins (44-22) setzen ihren Spaziergang durch die AL Central unaufhaltsam fort. Sowohl ihre Siegquote als auch ihre 394 erzielten Runs sowie das Run-Differential von +110 sind MLB-Spitze. Eine große Hilfe dabei ist sicherlich die Schwäche der anderen Teams in ihrer Division. In den kommenden zwei Wochen zum Beispiel treffen die Twins siebenmal auf das schwächste Team der Liga, die Kansas City Royals (21-46). Die Detroit Tigers (25-39) sind nicht viel besser, vom Run-Differential (-109) sogar schlechter als die Royals (-72). Eine eher positive Überraschung sind bisher die Chicago White Sox (32-34), die den Cleveland Indians (34-33) einen Kampf um Platz zwei liefern. Ob Chicagos junges Team diese Rolle dauerhaft spielen kann, wird in den kommenden Wochen auf eine harte Prüfung gestellt: Die nächsten Gegner heißen Yankees, Cubs, Rangers, Red Sox und Twins.

Dass die AL West mit den Houston Astros (46-23) ein absolutes Spitzenteam beherbergt, ist weder neu noch überraschend. Sehr überraschend ist hingegen, dass die Texas Rangers (36-31) auf Kurs für einen Wild-Card-Platz sind. Der befürchtete Einbruch nach der Verletzung der Outfielder Joey Gallo und Willie Calhoun – beide sind wohl bald wieder an Bord – blieb aus. In den letzten 16 Spielen haben die Rangers 11-5 gespielt und jede der Niederlagen war knapp. Würde die Saison jetzt enden, wären die Rangers im Wild-Card-Spiel, mit je zwei Spielen Vorsprung auf die Indians, die Red Sox und die Oakland Athletics (35-34). Die Los Angeles Angels (33-35) sind nach ihrem Zwei-Spiele-Sweep im Lokalderby gegen die Dodgers ebenfalls wieder im Rennen, müssen nun aber in einer schwierigen Auswärtsserie in Tampa Bay bestehen.

Szene der Woche
Für diese Kategorie hätte ich mal wieder ein paar Homeruns im Angebot, zum Beispiel vier hintereinander von den Nationals oder einen von Hunter Pence für die Rangers, bei dem in Fenway Park einfach niemand den Ball holen wollte. Kein Homerun wurde der weite Flyball von Brett Gardner gegen die Indians. Der Yankees-Outfielder ärgerte sich so sehr über den Catch von Jordan Luplow, dass er seinen Helm im Dugout gegen die Wand pfefferte. Der Helm ließ sich das allerdings nicht gefallen und verpasste Gardner beim Gegenangriff eine blutige Lippe. Damit ist Gardner ein ganz heißer Anwärter auf meinen diesjährigen Award für die dämlichste Verletzung des Jahres.

Statistik der Woche 
13. Ja, es ist schon wieder ein Homerun-Rekord. Nachdem es letzte Woche die meisten Homeruns in einem Monat zu vermelden gab, sind es dieses Mal die meisten, die je in einem einzelnen Spiel erzielt wurden. Zu sehen waren sie Montagnacht in der Partie der Phillies gegen die Diamondbacks. Gleich die ersten drei Batter des Abends, Jarrod Dyson, Ketel Marte und David Peralta schlugen den Ball über den Zaun. Es folgten je zwei von Eduardo Escobar und Ildemaro Vargas und einer von Alex Avila für Arizona sowie zwei von Scott Kingery und je einer von Jean Segura, Rhys Hoskins und Jay Bruce für die Phillies. Den Rekord stellten Hoskins und Bruce im neunten Inning mit den Nummern zwölf und dreizehn des Spiels auf, der Sieg ging aber mit 13:8 an die Diamondbacks.

Spiel der Woche
Die Serie hatten die Braves mit Siegen in den ersten beiden Spielen in Miami bereits in der Tasche, als sie am Sonntag im dritten Spiel mit einem 1:5-Rückstand ins neunte Inning gingen. In so einer Situation kann man es ein bisschen lässig angehen, den Gegner die restlichen drei Outs machen lassen und gemütlich die Heimreise nach Atlanta antreten. Aber so sind sie nicht, die Braves der Saison 2019. Ein Double, einen Walk, einen Balk, ein Single und schließlich Ronald Acunas Homerun boten sie auf, um auf 5:5 auszugleichen. Auch davon, dass die Marlins im zehnten Inning mit einem Runner in Scoring Position und nur einem Out nahe am Walkoff waren, ließ Atlanta sich nicht beunruhigen. Mit zwei Strikeouts hintereinander bannte Jarlin Garcia die Gefahr und im zwölften Inning gelang es Matt Joyce schließlich, die Braves erstmals und gleichzeitig endgültig in Führung zu bringen. Für sie war es bereits der zwölfte Comeback-Win in diesem Jahr, dem sie letzte Nacht gegen Pittsburgh den dreizehnte folgen ließen.

Mein Einschalttipp
Das Ringen um die AL East geht in die nächste Runde: Von Montag bis Mittwoch gastieren die Rays dreimal bei den Yankees. Wenn das Überraschungsteam aus Tampa Bay eine ernsthafte Chance auf den Divisionssieg haben will, wäre es ein Riesenschritt, mal eine Serie gegen den direkten Konkurrenten zu gewinen. Die ersten beiden Serien des Jahres zwischen den beiden gingen jeweils 2:1 für die Yankees aus. Je nach Schlafgewonheiten und Medienausstattung empfiehlt sich zum Reinschauen entweder das erste oder das letzte Spiel der Serie: Montagnacht geht es los um 1:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit, das Spiel wird auf DAZN übertragen. Am Mittwoch schließt die Partie um 19:05 Uhr unserer Zeit die Reihe ab.

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Juni 6th, 2019 by Silversurger

Die erste der beiden unendlichen Free-Agent-Geschichten dieses Jahres ist endlich vorbei: Star-Closer Craig Kimbrel hat einen Vertrag bei den Chicago Cubs unterschrieben. Es ist, wie von Kimbrel die ganze Zeit über angestrebt, ein Vertrag über mehrere Jahre, allerdings für weitaus weniger Geld als von ihm ursprünglich erhofft: 43 Millionen Dollar bekommt der 31-Jährige für dieses und die beiden folgenden Jahre, anschließend kann der Klub für 15 Millionen Dollar noch ein Jahr dranhängen. Kollege Dallas Keuchel ist nach wie vor ohne Vertrag, doch der linkshändige Starter hat wohl ebenfalls einige ernsthafte Interessenten. Genannt werden derzeit vor allem die Yankees und die Braves.

American League
Die American League East bleibt spannend, dafür haben die New York Yankees (38-22) und die Tampa Bay Rays (36-23) in den letzten Tagen gesorgt – nicht mit Absicht, versteht sich, denn sie taten es, indem sie jeweils drei bzw. vier Spiele in Folge verloren. Die Boston Red Sox (32-29) konnten dadurch den Abstand zur Spitze auf „nur noch“ sechseinhalb Spiele verkleinern und sehen einem interessanten Wochenende entgegen: An diesem treffen sie innerhalb von drei Tagen viermal auf die Rays, während die Yankees in Cleveland antreten müssen.

Die Cleveland Indians (31-30) haben ihre Bilanz gerade mal wieder auf knapp positiv gedreht, indem sie die ersten beiden Spiele einer Serie gegen die Minnesota Twins (40-20) gewonnen haben. Doch der Abstand auf die Twins in der AL Central ist immer noch enorm und die schlechten Nachrichten für die Indians reißen einfach nicht ab: Nach Mike Clevinger, Danny Salazar und Corey Kluber fällt mit Carlos Carrasco ein weiterer Teil der Rotation aus und das auf unbestimmte Zeit. Als Grund gibt der Verein eine „blood condition“ an und verzichtet vorerst auf weitere Details; die Bekundungen, dass alle Teamkameraden für ihn da sein werden und dass man der Familie viel Kraft wünscht, lassen leider auf eine möglicherweise schwere Erkrankung schließen. Auch die Detroit Tigers (23-35) müssen unschöne Neuigkeiten verdauen: Ihr einstiger Superstar Miguel Cabrera leidet unter chronischen Kniebeschwerden und wird auf Anweisung der Ärzte ab sofort nur noch als Designated Hitter zum Einsatz kommen statt auf seiner angestammten Position als First Baseman.

Wenn es gerade schon um Verletzungen geht, darf ich Joey Gallo nicht unerwähnt lassen: Bei dem Outfielder der Texas Rangers (31-28) ist es zwar „nur“ eine Bauchmuskelzerrung, aber sie wird ihn einige Wochen außer Gefecht setzen. Das könnte ein Knackpunkt für die Rangers sein, die bislang eine überraschend starke Saison gespielt haben und dabei auf Gallo als Leistungsträger setzen konnten. In der AL West sind die Rangers zwar weit entfernt von den schlichtweg konkurrenzlosen Houston Astros (42-21), halten sich aber stabil auf Platz zwei, während die Oakland Athletics munter Achterbahn fahren: Einer Reihe von zehn Siegen ließen die A’s sechs Niederlagen in sieben Spielen folgen. Heute Abend geht es im Rubber-Game der Serie gegen die Los Angeles Angels (30-32) direkt um den dritten Platz in der Division.

National League
Die Philadelphia Phillies (35-27) halten in der National League East ihren knappen Vorsprung vor den Atlanta Braves (33-28), doch das Outfield der Phillies verursacht derzeit größere Sorgen: Bryce Harper bringt bislang nicht die Leistung, die man sich von dem Mann mit dem Rekordvertrag versprochen hatte; Odubel Herrera ist vorläufig gesperrt, weil er unter Verdacht steht, seiner Freundin körperliche Gewalt angetan zu haben; Andrew McCutchen hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen und wird für den Rest des Jahres ausfallen. Als eine erste Maßnahme holten die Phillies Jay Bruce von den Mariners, aber die Baustelle im Outfield dürfte damit längst nicht behoben sein. Generell macht in dieser Division bislang niemand einen so gefestigten Eindruck, dass man von einer frühzeitigen Entscheidung ausgehen könnte. Die erfolgreichsten Teams der letzten ein, zwei Wochen waren ausgerechnet die beiden Schlusslichter: Die Washington Nationals (28-33) gewannen acht ihrer letzten zehn Spiele, die Miami Marlins (23-36) sieben.

Auch in der NL Central wird es noch lange spannend bleiben. Die Chicago Cubs (34-26) sind zwar noch vorne, doch die Division ist deutlich enger zusammengerückt, indem die St. Louis Cardinals (30-29) die Cubs am letzten Wochenende gesweept haben. Die gleiche Paarung steht am kommenden Wochenende erneut an, dieses Mal in Chicago (siehe Einschalttipp). Die Milwaukee Brewers (34-28) hatten sich zwischenzeitlich kurz die Tabellenführung ausgeliehen, diese aber durch zwei überraschende Niederlagen gegen die Marlins prompt wieder abgegeben. Die Pittsburgh Pirates (29-31) und die Cincinnati Reds (28-32) sind noch so nah dran, dass man von der NL Central als einzige Division sprechen kann, in der von Platz eins bis fünf noch für jedes Team alles möglich ist..

In der NL West kann man das beim besten Willen nicht behaupten, hier wird niemand den Los Angeles Dodgers (43-20) streitig machen, dass sie zum siebten Mal in Folge die Division gewinnen. Hier geht es für die anderen Teams einzig und allein um Platz zwei bzw. um die Chance auf einen Wild-Card-Platz. Die Colorado Rockies (31-29) haben sich durch acht Siege in Folge, darunter ein Vier-Spiele-Sweep gegen die Arizona Diamondbacks (31-32), zum „Best of the Rest“ hochgearbeitet. Die Serie wurde zwar inzwischen durch zwei Niederlagen bei den Cubs beendet, aber weder die Cardinals noch die San Diego Padres (31-31) scheinen zurzeit in der Verfassung, zum Gegenschlag auszuholen – die San Francisco Giants (25-35) sowieso nicht.

Szene der Woche
Die offensichtliche Wahl an dieser Stelle ist natürlich die Bekanntgabe des Nummer-eins-Picks der diesjährigen Draft: Herzlichen Glückwunsch an Catcher Adley Rutschman, der wie erwartet von den Baltimore Orioles ausgewählt wurde und hoffentlich in ein, zwei Jahren mit dafür sorgen wird, dass man sich die Orioles wieder gerne anschaut.

Eine interessante Spielszene habe ich auch noch parat, genauer gesagt eine wie ich sie – zumindest auf professionellem Niveau – noch nie erlebt habe. Aber seht selbst:

Statistik der Woche 
1135. So viele Homeruns wurden im Mai dieses Jahres geschlagen und damit so viele wie in keinem Monat der MLB-Geschichte zuvor. Torontos Supertalent Vladimir Guerrero Jr. hatte die Ehre, am Freitag im achten Inning in Colorado den 1120. Homerun des Monats zu schlagen und damit den Rekord zu sichern, bevor die Kollegen noch 15 draufpackten, um die neue Bestmarke zu zementieren. Den größten Anteil an der Homerunflut im Mai hatten Pittsburghs Josh Bell, Houstons Alex Bregman und Cincinnatis Derek Dietrich mit jeweils 12.

Spiel der Woche
Vielleicht sollte ich dieses Mal eher von einem „Inning der Woche“ sprechen. Ausgerechnet die Miami Marlins – immer noch das Team mit den wenigsten Siegen und den wenigsten erzielten Runs in der NL – explodierten Dienstagnacht gegen die Milwaukee Brewers mit sage und schreibe elf Runs in einem Inning. Es war das erfolgreichste Inning der Franchisegeschichte, und am Ende des Tages stand ein 16:0-Sieg von einem der – eigentlich – schlechtesten Teams der Liga gegen eines der – eigentlich – besten.

Mein Einschalttipp
Die Serie zwischen den St. Louis Cardinals und den Chicago Cubs hat am letzten Wochenende eine Menge Spannung zurück in die NL Central gebracht, indem die Cardinals als Außenseiter dem Favoriten und Tabellenführer Cubs alle drei Spiele abnahmen. Von Freitag bis Sonntag kommt es zu drei Rückspielen in Chicago. Eine angenehme Startzeit um 20:20 Uhr nach mitteleuropäischer Rechnung bietet gleich die erste Partie am Freitag mit dem Pitcher-Duell zwischen Cole Hamels (3.62 ERA, 3.92 FIP) und Mike Mikolas (4.41 ERA, 4.69 FIP). Zu sehen gibt es das Spiel nur mit einem Abo von mlb.tv, bei DAZN bleibt die Serie leider komplett unberücksichtigt.

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Mai 30th, 2019 by Silversurger

Sorry erstmal an alle regelmäßigen Leserinnen und Leser, dass ihr eine ganze Woche auf einen neuen Artikel warten musstet: Ich war neben dem üblichen privaten und beruflichen Wahnsinn zuerst mit ein paar letzten Schliffen an meinem Buch beschäftigt und dann hat mich für einige Tage ein handfester Männerschnupfen dahingerafft. Aber jetzt bin ich wieder voll da und werde nicht weiter jammern, sondern nur noch über Baseball reden. Fangen wir an mit jemandem, der eine deutlich bessere Woche hatte als ich: Max Kepler wurde zum zweiten Mal in seiner Karriere zum AL-Spieler der Woche gewählt. Mit einer überragenden Slashline von .571/.600/1.190 und ligaweit führenden zehn Runs (drei davon per Homerun) in der vergangenen Woche hat er diese Auszeichnung redlich verdient. Herzlichen Glückwunsch!

National League
In der National League East waren die Atlanta Braves (30-26) den Philadelphia Phillies (33-22) für kurze Zeit ganz eng auf die Pelle gerückt. Dann jedoch gewannen die Phillies zweimal gegen die Cardinals, während die Braves zweimal den Washington Nationals (24-32) unterlagen und schon ist der Abstand wieder etwas deutlicher. Die New York Mets (27-28) befinden sich auf einer der generell ungeliebten Touren an die andere Küste der USA. Dort haben sie letzte Nacht in epischer Weise die Chance vergeigt, zum zweiten Mal nacheinander die Dodgers zu schlagen und erstmals nach vier Wochen auf über .500 zu klettern. Nicht unerwähnt lassen möchte ich die Lebenszeichen aus Miami: Die Marlins (19-34) haben zuletzt beachtliche neun von zwölf Spielen gewonnen. In der Rangfolge der schwächsten Teams der Liga haben sie dadurch bereits die Orioles und die Royals hinter sich gelassen.

Die NL Central befindet sich in einer kollektiven Schwächephase. Keines der fünf Teams hat in den vergangenen zehn Tagen mehr Spiele gewonnen als verloren; Schlusslicht Cincinnati Reds (26-30) ist der einzige Klub, der es in dieser Zeit wenigstens auf eine ausgeglichene Bilanz brachte. In den letzten Serien zogen die Chicago Cubs (31-23) den Kürzeren gegen die Astros, während die Milwaukee Brewers (31-25) den Twins unterlagen. Damit bleiben die Cubs knapp vor den Brewers und die Pittsburgh Pirates (27-27) sowie die St. Louis Cardinals (26-28) in überbrückbarer Nähe.

In der NL West ziehen die Los Angeles Dodgers (37-19) weiterhin unangefochten ihre Kreise, weit vor den San Diego Padres (29-27). Die interessanteste Entwicklung innerhalb der Division hat sich im unteren Teil der Tabelle vollzogen, denn die Colorado Rockies (27-27) und die San Francisco Giants (21-33) scheinen klar in unterschiedliche Richtungen unterwegs zu sein. Fünf Siege aus den letzten sechs Spielen haben die Rockies aus dem Keller geführt. Für sie ist plötzlich sogar Platz drei greifbar, sie müssen dafür nur heute Nacht den Vier-Spiele-Sweep gegen die Arizona Diamondbacks (28-28) komplettieren. Die Giants hingegen haben die letzten sieben Spiele alle verloren und können die Saison wohl abhaken.

American League
Die New York Yankees (36-19) haben eine weitere gute Woche hinter sich mit gewonnene Serien gegen die Padres und die Royals. Die Führung der Yankees in der American League East scheint auf den ersten Blick gefestigter als sie ist, denn die Tampa Bay Rays (34-19) haben zwar zwei Siege weniger auf dem Konto, aber sie haben auch zwei Spiele weniger gespielt. Beide Top-Teams dürften ein anstrengendes Wochenende vor sich haben: Die Yankees empfangen die Boston Red Sox (29-27) in einer weiteren Auflage der größten Baseball-Rivalität der Geschichte. Für die Red Sox ist diese Serie die Chance, den bislang vermissten Anschluss an die Spitze der Division herzustellen. Die Rays empfangen derweil das aktuell stärkste Team der Liga, die Twins.

Für die Minnesota Twins (37-17) dürfte die Serie in Tampa Bay eine durchaus willkommene Herausforderung sein, denn innerhalb der eigenen AL Central ist es für die Twins bereits recht einsam geworden. 20 Spiele über .500 stehen sie schon und damit stolze neuneinhalb Spiele vor den Cleveland Indians (28-27). Die wollten eigentlich gern oben mitspielen, müssen sich in der kommenden Serie aber erst mal der Chicago White Sox (26-29) erwehren, um wenigstens Platz zwei der Division zu halten.

Auch die AL West ist eine Division, in der es realistisch betrachtet nur noch um Platz zwei hinter den Houston Astros (37-20) geht. Den Anspruch auf selbigen haben in den letzten Tagen die Oakland Athletics (29-27) untermauert, indem sie eine Reihe von zehn Siegen am Stück hinlegten. Gestoppt wurde die Erfolgsserie der A’s durch die Los Angeles Angels (26-29). Die Angels wollen selbst noch ein Wort mitreden, müssten dazu aber erst mal an den Texas Rangers (27-26) vorbei. Ein bisschen traurig ist die Geschichte der Seattle Mariners (24-34) in diesem Jahr: Nach einem vielversprechenden Saisonstart sind sie Woche für Woche weiter abgestürzt und inzwischen klar Letzter.

Szene der Woche
Ich habe dieses Jahr bisher viel zu wenig über Cody Bellinger geredet. Der 23-Jährige Dodger spielt offensiv eine überragende Saison mit bereits 20 Homeruns und besten Aussichten auf einen MVP-Titel. Seine 4.4 Wins Above Replacement stellen derzeit alles in den Schatten, einschließlich Mike Trout mit 3.3 auf Rang zwei der Liga. Montagnacht bewies Bellinger mal wieder, dass er auch im Feldspiel glänzen kann: Zwei fantastische Würfe, einer im ersten Inning an die Homeplate, einer im achten Inning an die dritte Base, bewahrten sein Team vor gegnerischen Runs. Einen Homerun steuerte er zum Sieg der Dodgers über die Mets übrigens auch bei, aber das ist bei ihm ja schon nichts Besonderes mehr…

Statistik der Woche 
101.5. So viele Meilen pro Stunde hatte der Pitch von Miamis Tayron Guerrero, den Matt Adams am Freitag zu einem Homerun für die Nationals schlug. Unmittelbar davor hatte Juan Soto einen 100.1 mph schnellen Ball von Guerrero ebenfalls über den Zaun befördert. Es war das erste Mal, seit regelmäßig die Pitchgeschwindigkeiten gemessen werden (2008), dass ein Team zwei Homeruns gegen Pitches über 100mph in einem Spiel geschlagen hat. Genauer gesagt, ist es sogar das erste Mal, dass einem Team zwei solcher Homeruns in einer Saison gelungen sind.

Spiel der Woche
Für die Cleveland Indians gab es dieses Jahr trotz der knapp positiven Bilanz bisher nicht viel zu lachen. Mittwochnacht immerhin gelang ihnen ein Auftritt, der sehr gut für das geschundene Selbstvertrauen sein dürfte. Gegen den amtierenden Meister, die Boston Red Sox, gab Nachwuchspitcher Zach Plesac ein sehr solides Debüt. Er erlaubte über 5.1 Innings nur einen Run und ließ sich auch durch eine 69-minütige Regenunterbrechung nicht aus dem Konzept bringen. Auf der anderen Seite machte aber auch David Price seine Sache gut und bereitete den Weg, dass vor dem letzten Inning Boston 5:2 vorne lag. Die Indians hatten dieses Jahr noch kein einziges Spiel gedreht, standen 0-24 in Spielen mit einem Rückstand nach acht Innings. Dieses Mal klappte es: Homeruns von Roberto Perez und Greg Allen, ein Double von Jordan Luplow und dazwischen ein paar Walks besorgten das späte Comeback im Nieselregen.

Mein Einschalttipp
Das Wochenende bringt eine ganze Reihe hochwertiger Duelle mit sich: Red Sox gegen Yankees, Phillies gegen Dodgers, Twins gegen Rays, Cubs gegen Cardinals, Astros gegen Athletics, um nur ein paar zu nennen. Meine Empfehlung aus dieser großen Auswahl ist das Spiel der Phillies gegen die Dodgers am Sonntag und das aus gutem Grund: Es ist endlich mal wieder ein MLB-Spiel, das mit deutschem Live-Kommentar übertragen wird. Günther Zapf und Oliver Knaack werden ab 22:10 Uhr durch den Livestream von Spox und DAZN begleiten.

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Mai 23rd, 2019 by Silversurger

Die Spreu trennt sich vom Weizen: Erstmals in dieser Saison liegen bei meiner wöchentlichen Bilanz in drei der sechs Divisionen die führenden Teams jeweils sechs oder mehr Spiele vor den Verfolgern. In zwei Fällen – Astros und Dodgers – ist das keine große Überraschung. Anders sieht es mit den Minnesota Twins aus, die nicht nur die AL Central dominieren, sondern mit doppelt so vielen Siegen wie Niederlagen zurzeit das beste Team im Baseball sind. So leid es mir für die Fans der Cleveland Indians tut – ich freue mich über den Erfolg der Twins, zum einen weil sie bei mir immer noch einen gewissen Underdog-Bonus genießen, zum anderen natürlich wegen Max Kepler. Der hatte eine schwache erste Maihälfte, doch er scheint wieder heißzulaufen: In jedem der letzten fünf Spiele hatte er mindestens einen Hit, zuletzt zweimal zwei bei den Los Angeles Angels.

American League
Die New York Yankees (31-17) haben am zweiten Wochenende in Folge eine Serie gegen die Tampa Bay Rays (28-18) gewonnen und dadurch den Spitzenplatz in der American League East erobert. Da die Yankees es zurzeit mit den Baltimore Orioles (15-34) und anschließend mit den Royals zu tun haben, den beiden schwächsten Teams der AL, stehen die Chancen gut, die Führung noch auszubauen. Die Rays und die Boston Red Sox (26-23) haben derweil in Cleveland bzw. Houston vermutlich schwierigere Aufgaben zu meistern.

In den letzten Tagen präsentierten sich die Cleveland Indians (25-23) allerdings nicht allzu sehr als schwierige Aufgabe. Jedenfalls ließen sie sich relativ trostlos zu Hause von den Athletics sweepen. Die willkommene Schützenhilfe nahmen die Minnesota Twins (32-16) gerne an, um ihren Vorsprung in der AL Central auf sieben Spiele auszubauen. Selbst den ungeliebten Westküsten-Trip nach Seattle und Los Angeles haben die Twins mit bislang fünf Siegen in sechs Spielen erfolgreich gestaltet und dürfen sich auf die morgige Heimkehr mit einer Serie gegen die Chicago White Sox (22-26) freuen. Am Ende der Tabelle liefern sich die Kansas City Royals (17-32) ein Schneckenrennen um den letzten Platz der Division mit den Detroit Tigers (18-28). Die Tigers haben neun der letzten zehn Spiele verloren und treffen als nächstes auf die Marlins – ein weiteres Schneckenrennen, in dem Fall um die schwächste Bilanz der gesamten Liga.

Ähnlich klare Verhältnisse wie in der AL Central herrschen auch in der AL West. Der Vorsprung der Houston Astros (33-17) wächst von Woche zu Woche, während alle anderen Teams der Division vor allem durch mangelnde Konstanz auffallen. Zurzeit haben die Texas Rangers (24-23) und die Oakland Athletics (25-25) einen Lauf, zu Saisonbeginn waren es die Seattle Mariners (23-29) und dazwischen auch mal die Los Angeles Angels (22-26), aber im Endeffekt dürften alle vier zu schwach sein, um auch nur an einen Wild-Card-Platz zu denken. Zum zweiten Mal in Folge steht am Wochenende das Duell der beiden letzten Champions an. Dieses Mal hat Houston Heimrecht gegen die Red Sox. Letzte Woche entführten die Astros zwei von drei Spielen aus Boston; dazwischen gelang es den Red Sox immmerhin, eine Zehn-Siege-Serie der Astros zu stoppen.

National League
Die National League East sah in den vergangenen zwei Wochen gelegentlich so aus, als könnte sich mit den Philadelphia Phillies (28-21) auch in dieser Division ein Team vom Rest des Feldes absetzen. Doch zum Glück für die Spannung kam es dazu bislang nicht. Die Atlanta Braves (27-23) haben ihren Durchhänger überwunden und sich auf eineinhalb Spiele an die Phillies herangekämpft, während diese zuletzt zweimal gegen die Cubs verloren. Auch die New York Mets (23-25) scheinen noch zu atmen, nachdem viele dieses Team bereits togesagt hatten, als es letzte Woche fünf Niederlagen in Folge kassierte, darunter ein Sweep durch die Miami Marlins (15-31). Drei konzentrierte Leistungen gegen die Washington Nationals (19-30) haben die Mets zumindest ansatzweise zurück ins Rennen gebracht, aus dem die Nationals ihrerseits so gut wie ausgeschieden sind.

In der NL Central ist noch niemand wirklich aus dem Rennen. Selbst die Cincinnati Reds (22-27) mit einem Rückstand von acht Spielen auf die Chicago Cubs (29-18) lassen gute Ansätze erkennen: Ihr Run Differential von +25 ist deutlich positiv, letzte Woche haben sie eine Serie 2:1 gegen die Cubs gewonnen und gegen die Milwaukee Brewers (29-22) gelang ihnen ein Split. Am Wochenende reisen die Reds nach Chicago, sicher mit dem Vorsatz, für eine weitere Überraschung zu sorgen. Eine Überraschung ist übrigens auch, dass die Pittsburgh Pirates (24-22) einen positiven Record aufweisen und Platz drei belegen – mit einem Run Differential von -50, verursacht durch die schlechteste Offense der NL, ist das geradezu ein Kunststück.

Ob die Bilanz der Pirates nach dem Wochenende immer noch positiv ist, darf man getrost bezweifeln, denn sie müssen nun dreimal gegen das Über-Team der NL West, die Los Angeles Dodgers (32-18), ran. Die Dogers haben mittlerweile sechs Spiele Vorsprung und können sich relativ entspannt anschauen, wie die San Diego Padres (26-24) und die Arizona Diamondbacks (25-25) um Platz zwei ringen. Die Padres haben in dieser Hinsicht gerade knapp die Nase vorn, nachdem ihnen in drei knappen Partien gegen die Diamondbacks ein Sweep gelungen ist. Sie müssen sich nun allerdings auf eine anstrengende Reise ganz ans andere Ende der MLB-Landkarte begeben mit Spielen in Toronto und bei den Yankees. Das könnte für die Diamondbacks die Chance bedeuten, in ihren Spielen gegen die San Francisco Giants (21-27) und die Colorado Rockies (22-25) Boden gut zu machen.

Szene der Woche
Die White Sox haben gestern die Astros mit 9:4 geschlagen. Zu verdanken haben sie den Sieg zum einen dem Grand Slam, den Charlie Tilson mit seinem ersten Homerun in der MLB erzielte. Meine Szene der Woche gehört jedoch der White-Sox-Defense, die mindestens ebenso großen Anteil an dem überraschenden Erfolg hatte. In den ersten beiden Innings hatte sie bereits zwei Double Plays geschafft, bevor ihr im dritten Inning der seltene Triumph eines Triple Plays gelang. Mit Robinson Chirinos und Tony Kemp als Runner auf der ersten und zweiten Base schlug Jake Marisnick einen Aufsetzer zum Third Baseman Yoan Moncada. Moncada trat selbst auf die dritte Base (erstes Out), warf zu Second Baseman Yolmer Sánchez an die zweite Base (zweites Out) und dieser schließlich zu First Baseman José Abreu an die erste Base (drittes Out). Es war das erste Triple Play der laufenden MLB-Saison.

Statistik der Woche 
0.00. Das ist der ERA von Ryan Pressly, Relief Pitcher der Houston Astros, nach bislang 19 Spielen in dieser Saison. Seine Serie von Auftritten ohne gegnerische Runs reicht noch deutlich weiter zurück, genau gesagt bis 10. August 2018. Seitdem wurde er 40-mal eingesetzt und hat keinen einzigen Run mehr zugelassen. Es ist die längste Serie von aufeinanderfolgenden Einsätzen ohne erlaubten Run. Der bisherige Rekordhalter war Craig Kimbrel mit 38 im Jahr 2011 für die Atlanta Braves.

Spiel der Woche
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: Bei dem Matchup zwischen den Brewers und den Reds am Mittwoch war eigentlich mit einem Pitcher-Duell zu rechnen. Immerhin standen sich zwei Starter gegenüber, die den zweit- und den viertbesten ERA der gesamten MLB mitbrachten. Doch sowohl Zach Davies als auch Luis Castillo kamen nicht über das dritte Inning hinaus in einem Spiel, das in erster Linie von den Offenses geprägt wurde. Die Reds sahen lange wie der Sieger aus, führten 5:0, 6:1 und 8:6. Doch im sechsten Inning glich ein Homerun von Yasmani Grandal die Partie aus, bevor Hernan Perez mit seinem dritten Hit des Tages die Führung für die Brewers brachte. Dafür, dass diese im siebten Inning bestehen blieb und Milwaukee schließlich 11:9 gewann, war das folgende kuriose Double Play verantwortlich:

Mein Einschalttipp
Auch an diesem Wochenende steht wieder eine Serie zwischen den Houston Astros und den Boston Red Sox an. Dieses Matchup hat an seinem Reiz nichts verloren, insofern gilt die Empfehlung von letzter Woche weiterhin. Da ich aber nicht mit dem immer gleichen Tipp langweilen will, habe ich noch eine andere Empfehlung: Die Serie zwischen den Philadelphia Phillies und den Milwaukee Brewers wird sicher ebenfalls sehr interessant. Beide Teams befinden sich in engen Rennen um die jeweilige Divisionsspitze, beide schwankten in ihren Leistungen zuletzt zwischen Licht und Schatten. Am Samstag und am Sonntag laufen die Partien zu europafreundlichen Zeiten – leider nur auf mlb.tv, DAZN hat die Serie nicht im Programm.

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Mai 16th, 2019 by Silversurger

Ein Viertel der MLB-Saison 2019 ist bereits vorbei. Man könnte sagen, da ist noch nichts entschieden. Tatsächlich ist aber schon für ein Drittel aller Teams anzunehmen, dass das Jahr für sie mit ziemlicher Sicherheit gelaufen ist. Die Chancen dieser zehn Mannschaften, in die Playoffs einzuziehen, liegen laut Fangraphs bereits bei unter 10% – die der Marlins und der Orioles sogar bei 0,0%. Nehmen wir noch die fünf weiteren Teams heraus, deren Chancen deutlich unter 20% rangieren, und auf der anderen Seite die fünf mit einer Playoff-Wahrscheinlichkeit von über 80%, dann bleiben scheinbar gar nicht mehr viele übrig, für die es noch richtig spannend bleibt. Aber das Reizvolle am Sport im Allgemeinen und am Baseball im Speziellen ist ja gerade das, was gegen jede Wahrscheinlichkeit passiert. In ein paar Monaten werden wir auf die Playoff-Prognosen von Mitte Mai zurück blicken und an der einen oder anderen Stelle laut auflachen oder fassungslos den Kopf schütteln. Ich freue mich darauf.

National League
Die Philadelphia Phillies (24-18) haben zuletzt zweimal gegen die Brewers verloren, führen die National League East aber nach wie vor relativ souverän an. Die Atlanta Braves (22-21) und die New York Mets (20-21) kämpfen mit der .500-Schwelle, welche für die Washington Nationals (17-25) bereits ein Stück weit entfernt ist. Die Nationals und die Mets treffen heute sowie Anfang der nächsten Woche noch fünfmal aufeinander. Am Wochenende dazwischen hat Washington mit den Cubs den unangenehmeren Gegner, während die Mets auf die Miami Marlins (10-31) treffen. Gegen die haben sie dieses Jahr bisher jedes Spiel gewonnen.

In der NL Central war es letztes Wochenende zum Spitzenduell zwischen den Chicago Cubs (25-15) und den Milwaukee Brewers (26-19) gekommen. Die Brewers starteten mit einem dominanten 7:0, das zweite Spiel ging nach 15 spannenden Innings an die Cubs, welche auch die dritte Partie für sich entschieden. So bleibt es in der Tabelle bei der knappen Führung der Cubs vor den Brewers. Die St. Louis Cardinals (23-20) können mit den beiden Konkurrenten derzeit nicht Schritt halten. Vier Niederlagen aus den letzten fünf Spielen (und 10 aus den letzten 13) haben die Cardinals auf Rang drei zurück geworfen. Selbst der ist am Wackeln, nachdem drei der Niederlagen gegen die Pittsburgh Pirates (21-19) eingefahren wurden. Die Cincinnati Reds (19-24) stehen abgeschlagen auf dem letzten Platz, auch wenn ihr Run-Differential vermuten lässt, dass sie sich bisher unter Wert verkauft haben: Mit +29 ist es das zweitbeste der Division und das viertbeste der gesamten NL.

Die Los Angeles Dodgers (29-16) haben ihre Dominanz in der NL West seit letzter Woche noch weiter ausgebaut, wofür vor allem ein Zwei-Spiele-Sweep gegen die San Diego Padres (22-21) hilfreich war. Die Arizona Diamondbacks (24-20) vergaben die Chance, an den Dodgers dranzubleiben, indem sie drei Heimspiele gegen die Braves verloren. In den nächsten zwei Wochen haben die Diamondbacks aber alle Trümpfe in der Hand, zumindest ihren zweiten Platz zu zementieren: sechsmal gegen die San Francisco Giants (18-24), dreimal gegen die Padres und viermal gegen die Colorado Rockies (20-22) lauten die kommenden Matchups, in denen einige Weichen für das Bild der NL West hinter den Dodgers gestellt werden können.

American League
Die American League East weist nach gut 40 Spielen die klare Zweiteilung auf, die man auch vor der Saison erwartet hätte: Die Baltimore Orioles (14-28) und die Toronto Blue Jays (17-25) zieren chancenlos den unteren Teil der Tabelle, während die Tampa Bay Rays (26-15), die New York Yankees (26-16) und die Boston Red Sox (23-20) den oberen Bereich unter sich ausmachen. Die drei sind gegenüber letzter Woche enger zusammengerückt, indem die Yankees die Serie in Tampa Bay 2:1 für sich entschieden und die Red Sox ihre Auholjagd mit sechs Siegen aus sieben Spielen fortsetzten (Donald Trump glaubt übrigens, dass das an ihm liegt). Von Freitag bis Samstag treffen die Yankees und die Rays schon wieder aufeinander, dieses Mal in der Bronx. Auch Boston erwartet am Wochenende einen hochkarätigen Gegner (siehe Einschalttipp).

In der AL Central schien der Siegeszug der Minnesota Twins (27-15) etwas ins Stocken geraten zu sein, als am Wochenende nur ein 2:2-Split gegen die Detroit Tigers (18-23) gelang und auch gegen die Angels das erste Spiel verloren ging. Aber zwei Siege später sieht die Welt für die Twins schon wieder rosig aus, zumal die Woche für die Cleveland Indians (22-19) nicht besser lief. Nach zwei Splits gegen die Chicago White Sox (19-22) und einer verlorenen Serie gegen die Athletics scheinen die Indians dringend ein aufbauendes Erfolgserlebnis zu brauchen – die anstehende Vier-Spiele-Heimserie gegen die Orioles sollte dazu ausreichend Möglichkeit bieten. Ein Erfolgserlebnis täte übrigens auch Max Kepler gut: Der deutsche Outfielder der Twins ist nach seinem heißen April (.304/.378/.633) deutlich abgekühlt und schlägt im Mai bislang nur .158/.231/.246.

Das aktuell stärkste Team der MLB sind die Houston Astros (29-15). Sie haben nicht nur die meisten Siege, die höchste Siegquote (65,9%) und den größten Vorsprung (7,5 Spiele) innerhalb einer Division, sondern auch das mit Abstand beste Run-Differential der Liga (+87). Die Konkurrenz innerhalb der AL West hat sich bereits mehr oder weniger verabschiedet. Die Seattle Mariners (22-23), die Los Angeles Angels (20-23), die Texas Rangers (18-22) und die Oakland Athletics (19-25) weisen allesamt eine negative Bilanz und ein negatives Run-Differential auf, keiner von ihnen macht auch nur ansatzweise den Eindruck, den Astros gefährlich werden zu können. Umso mehr darf man sich freuen auf die Duelle der Astros gegen den amtierenden Champion, die sowohl an diesem als auch am nächsten Wochenende auf dem Programm stehen (siehe Einschalttipp).

Szene der Woche
Es war ein bisschen still geworden um Vladimir Guerrero Jr. Der mit großem Hype gestartete Nachwuchsspieler der Toronto Blue Jays schlug in seinen ersten zwei Big-League-Wochen nicht so ein wie erhofft. Sein Batting Average pendelte deutlich unter .200 und der erste Homerun ließ ebenfalls auf sich warten. Am Dienstag war es dann endlich soweit: Vlad Jr. schlug den Ball gegen die San Francisco Giants aus dem Feld und offenbar fühlte sich das so gut an, dass er es im sechsten Inning gleich noch einmal tat.

Statistik der Woche 
8019. So viele Spiele haben die San Diego Padres in der MLB bislang gespielt und es war kein einziger No-Hitter dabei. Das ist nicht ganz sauber formuliert, denn tatsächlich gab es No-Hitter in zehn dieser Spiele – aber immer nur gegen die Padres. Seit Matt Strahm gestern im zweiten Inning des Spiels gegen die Dodgers ein Single von Corey Seager zuließ, haben die Padres mit den New York Mets als Rekordhalter für die meisten Spiele ohne No-Hitter gleichgezogen. Die Mets brachen den Bann in ihrem 8020. Spiel am 1. Juni 2012, als Johan Santana die St. Louis Cardinals ohne Hit hielt. Wenn die Padres in der kommenden Nacht gegen die Pirates erneut einen Hit zulassen, ist der Rekord allein der ihre.

Spiel der Woche
Einen Rekord gab es auch am Dienstag zu vermelden und zwar von Chris Sale, dem Ass der Boston Red Sox. Sale gelangen gegen die Colorado Rockies 17 Strikeouts – mehr als je zuvor ein Pitcher in sieben oder weniger Innings geschafft hatte. Der Rekord für ein komplettes Neun-Inning-Spiel liegt bei 20 Strikeouts und war definitiv in Reichweite, doch Manager Alex Cora entschied, dass 108 Pitches von Sale genug waren und nahm ihn mit einer 3:2-Führung aus dem Spiel. Das war vielleicht die richtige Entscheidung, um keine Verletzung zu riskieren, im Hinblick auf das Spiel war es jedoch die falsche: Reliever Brandon Workman ließ prompt zu, dass die Rockies das Spiel drehten. Zwar konnten die Red Sox noch einmal ausgleichen, doch am Ende triumphierten die Rockies nach elf Innings – 5:4 gewannen sie das Spiel, in dem sie insgesamt 24 Strikeouts kassiert hatten.

Mein Einschalttipp
Ein absoluter Leckerbissen für jeden MLB-Fan steht an und zwar gleich sechsmal an den beiden kommenden Wochenenden. Der Titelverteidiger von 2018, die Boston Red Sox, trifft auf den Meister des Jahres 2017, die Houston Astros. Beide Teams sind zurzeit in großartiger Form und wenn man sich bei einem davon fragt, wer die aktuelle Erfolgsserie stoppen könnte, fällt einem zwangsläufig das andere ein. Am Freitag, Samstag und Sonntag steht zunächst die Serie in Boston an, nächstes Wochenende kommt es zu den Rückspielen in Houston. Mein Einschalttipp für diese Woche ist das Spiel am Sonntag zur besten europäischen Sendezeit ab 19:05 Uhr, live auf DAZN und mlb.tv. Starting Pitcher sind voraussichtlich Chris Sale (4.24 ERA, 3.28 FIP) für die Red Sox und Brad Peacock (4.01 ERA, 3.45 FIP) für die Astros.

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