Category: Baseball international

August 11th, 2019 by Silversurger

In einer Woche, am 19. August, erscheint mein Buch „Baseball – Alles, was man wissen muss“ beim Sportverlag Meyer & Meyer. Als kleinen Appetitanreger habe ich eine Verlosung von drei Exemplaren der Erstausgabe veranstaltet. Über jeden der 64 Teilnahmewünsche habe ich mich sehr gefreut. Sie alle sind in der Lostrommel gelandet, aus der ich heute in reiner Zufallsauswahl vor zwei Zeugen drei Gewinner gezogen habe. Trommelwirbel bitte, die Gewinner sind:

Cosy

Steffen

Niels

[Nachtrag: Leider ist mir erst nach der Ziehung aufgefallen, dass es zwei Steffens unter den Teilnehmern gab. Da sich im Nachhinein nicht mehr feststellen ließ, welcher Steffen der „echte“ Gewinner war, habe ich entschieden, dass ihr einfach beide gewonnen habt.]

Herzlichen Glückwunsch euch Dreien Vieren! Ich werde euch unter den von euch angegebenen Adressen anmailen, damit ihr mir eure Versanddaten schicken könnt.

Kleiner Trost für alle, die nicht gewonnen haben: Das Buch kostet nur 14,95 Euro und ich behaupte, das ist es wert. Es kann bereits bei Amazon (Affiliate-Link) und so ziemlich jedem anderen Buchhändler bestellt werden und sollte dann pünktlich zum Veröffentlichungstermin bei euch sein.

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Juli 7th, 2019 by Silversurger

Vor einigen Wochen habe ich angekündigt, dass am 19. August mein Buch „Baseball – Alles, was man wissen muss“ beim Sportverlag Meyer & Meyer erscheinen soll. Inzwischen sind die notwendigen redaktionellen Arbeiten und Korrekturläufe abgeschlossen und es sieht sehr gut aus, dass der angekündigte Termin gehalten wird.

Das Buch wird 14,95 Euro kosten und kann bereits vorbestellt werden, sowohl bei Amazon (Affiliate-Link) als auch beim Buchhändler eures Vertrauens. Mit etwas Glück müsst ihr es aber nicht kaufen, denn ich bekomme ein paar Autorenexemplare und habe entschieden, drei davon hier zu verlosen. Um teilzunehmen, müsst ihr nichts weiter tun als bis spätestens 7. August als Kommentar unter diesem Artikel euer Interesse kundzutun. Bitte gebt im dafür vorgesehenen Feld eine Mailadresse an, damit ich euch im Gewinnfall benachrichtigen und nach eurer Postadresse fragen kann. Öffentlich angezeigt wird nur der von euch angegebene Benutzername.

Teilnahmebedingungen: Veranstalter des Gewinnspiels bin ich. Die Teilnahme ist kostenlos und nicht vom Erwerb von Waren oder Dienstleistungen abhängig. Teilnahmeberechtigt sind alle natürlichen Personen mit einem ständigen Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass der Teilnahmewunsch von dem oder der Teilnehmenden selbst als Kommentar unter diesem Artikel erklärt wird. Die Teilnahme ist ab Veröffentlichung des vorliegenden Artikels bis zum 07.08.2019, 24 Uhr, möglich. Nach Ablauf der Frist werde ich aus allen Teilnehmern vor mindestens einem Zeugen drei Gewinner ziehen. Die Gewinner werden in einem Blogartikel unter dem in der Teilnahmeerklärung verwendeten Benutzernamen veröffentlicht. Jeder Gewinner erhält auf meine Kosten ein gedrucktes Exemplar meines Buches „Baseball – Alles, was man wissen muss“ zugeschickt. Der Gewinn gilt unter der Bedingung seiner Verfügbarkeit. Der Veranstalter behält sich das Recht vor, einen Gewinn durch einen gleich- oder höherwertigen Gewinn zu ersetzen, soweit dies erforderlich sein sollte, ohne dass der Veranstalter dies zu vertreten hat. Eine Übertragung des Gewinns ist unzulässig. Eine Auszahlung des Gewinns in bar oder der Tausch gegen einen anderen Gewinn ist ausgeschlossen. Damit ich die Gewinne versenden kann, benötige ich von jedem Gewinner den Namen und die Anschrift. Die Daten werden ausschließlich zu diesem Zweck genutzt und anschließend vernichtet. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Sollte eine Regelung der vorliegenden Teilnahmebedingungen unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Regelungen unberührt.

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Mai 21st, 2019 by Silversurger

Ein jahrelanger Traum wird für mich wahr: Bald wird mein erstes Buch veröffentlicht. „Baseball – Alles, was man wissen muss“ wird es heißen und voraussichtlich am 19. August 2019 beim Sportverlag Meyer & Meyer erscheinen. Man kann es jetzt schon vorbestellen, zum Beispiel bei Amazon (Affiliate-Link), aber auch bei so ziemlich jedem anderen Buchhändler. Eine Vorbestellung garantiert, dass ihr das Buch so schnell wie möglich in den Händen haltet. Außerdem hilft sie mir und dem Verlag, indem die Höhe der Startauflage besser kalkuliert werden kann.

Mein Buch richtet sich in erster Linie an interessierte Laien. Der Anspruch ist, sowohl komplette Neueinsteiger als auch Leserinnen und Leser, die schon ein solides Baseball-Vorwissen mitbringen, abzuholen und ihnen diesen schönen Sport (noch) näher zu bringen. Es wird der zweite Teil einer Reihe des Verlags sein, die letztes Jahr mit „American Football – Alles, was man wissen muss“ von Adrian Franke einen sehr erfolgreichen Start hatte. 

Wie man es von so einem Buch erwarten würde, erkläre ich auf den ersten Seiten erst mal, was Baseball ist und wie das Spiel abläuft. In weiteren Kapiteln geht es um die Geschichte des Sports, um die MLB, um Taktiken und Techniken, um ein paar Statistiken und um die Verbreitung des Baseballs in Deutschland und anderen Ländern. Den Abschluss des Buches bildet ein ausführliches Wörterbuch zum Nachschlagen der wichtigsten Begriffe, die einem im täglichen Baseball-Leben begegnen.

Treuen Leserinnen und Lesern meines Blogs werden einige Texte im Buch bekannt vorkommen, weil sie auf Blogartikeln basieren. Vieles habe ich aber auch neu und exklusiv für das Buch geschrieben. Der Kauf lohnt sich somit auch dann, wenn ihr den Blog bereits in- und auswendig kennt.

Ich werde hier bis zum Erscheinen des Buches noch ein-, zweimal die Werbetrommel rühren und auch bald ein paar Erstausgaben verlosen (nachdem ich geklärt habe, was dabei rechtlich zu beachten ist…). Also schaut öfter mal rein!

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April 9th, 2019 by Silversurger

Kurz vor Weihnachten 2018 war der diplomatische Durchbruch erzielt worden: Die MLB, die Spielergewerkschaft MLBPA und die Cuban Baseball Federation hatten sich auf ein Verfahren geeinigt, nach dem künftig normale Transfers aus der kubanischen Liga möglich sein sollten. Statt sich auf eine gefährliche Flucht aus dem Heimatland begeben zu müssen, sollten kubanische Baseballer sich offiziell um einen Wechsel in die USA bewerben können. Interessierte MLB-Klubs hätten nach dem angestrebten Verfahren je nach Alter und Erfahrung der Spieler entweder Minor-League-Verträge oder direkt MLB-Kontrakte vergeben, der kubanische Verband hätte dafür Ablösesummen erhalten. Die Einigung wurde von allen Beteiligten als großer Erfolg gefeiert, da sie einen unhaltbaren Zustand beendet hätte.

Leider war die Freude über das historische Verhandlungsergebnis verfrüht: Die US-Regierung unter Donald Trump hat das Vorhaben gestoppt. Konkret scheiterten die Pläne daran, dass das Office of Foreign Assets Control (OFAC), eine Kontrollbehörde des Finanzministeriums, seine frühere Interpretation der vorgesehenen Ablösezahlungen revidiert hat. Die neue Auffassung von OFAC lautet, dass Zahlungen an den kubanischen Baseballverband Zahlungen an den Staat Kuba und somit nicht erlaubt sind. Ganz überraschend kam die Entscheidung nicht: Trump hatte sich schon früher als heftiger Kritiker der Entspannungspolitik gegenüber Kuba gezeigt, durch die sein Vorgänger Obama die Verhandlungen der Baseballverbände erst ermöglicht hatte.

Die neue Situation bedeutet für eine ganze Reihe kubanischer Spieler, die gehofft hatten, bald einen MLB-Vertrag unterschreiben zu können, dass sie den Traum vom Profisport aufgeben müssen. Es sei denn, sie begeben sich auf den illegalen, aber nach wie vor einzigen Weg, sich mit Hilfe von Menschenschmugglern und anderen zwielichtigen Gestalten in ein Drittland abzusetzen, dort einen Wohnsitz zu erlangen und sich dann um eine Freigabe für die MLB zu bewerben. Die Chance, diesen Wahnsinn zu beenden, ist vorerst leider vertan.

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Mai 9th, 2018 by Silversurger

Bekannt ist es zwar bereits seit sechs Wochen und wurde auch hier im Blog schon berichtet, aber seit gestern ist es offiziell: Die MLB kommt nach London! Am 29. und 30. Juni 2019 sind die beiden populärsten Baseball-Teams der Welt – und auch die beiden zurzeit erfolgreichsten – zu Gast in der britischen Hauptstadt, um die ersten Major-League-Spiele auf europäischem Boden auszutragen. Die beiden Partien gegen die Yankees werden formal Heimspiele der Red Sox sein und im 55.000 Zuschauer fassenden Olympiastadion stattfinden.

Der Termin verlockt dazu, mit der ganzen Familie anzureisen, jedenfalls haben an dem Wochenende schon in der Hälfte der deutschen Bundesländer die Ferien angefangen. Zeitgleich mit der gestrigen Bekanntgabe der Spiele durch Commissioner Rob Manfred wurde eine Website freigeschaltet, auf der man sich bereits für einen Newsletter und für den Ticketvorverkauf registrieren kann.

Ein Baseballspiel in Europa, das ist vor allem von der Austragungsstätte her eine Herausforderung, denn ein Fußball- oder Rugbyfeld ist für Baseball zu klein. Das Olympiastadion weist durch die breite Laufbahn einen ausreichend großen Innenraum auf, um gerade so ein Baseballfeld unterzubringen. Dieses wird allerdings trotzdem relativ kurz sein mit einer Entfernung von nur 385 Fuß (117m) von der Homeplate bis zum 12 bis 14 Fuß (3,66m bis 4,27m) hohen Zaun des Centerfields. Zum Vergleich: Das kürzeste Centerfield der MLB ist das in Boston mit 390 Fuß (119m) und einer 17 Fuß (5,18m) hohen Mauer. Aaron Judge und Mookie Betts werden sich schon jetzt die Hände reiben…

Übrigens darf man sich bereits auf weitere MLB-Spiele in London freuen: Die Liga hat einen Zweijahresvertrag mit der Stadt und dem Stadion geschlossen, das heißt es wird auch 2020 Gastspiele geben. Die Teams, die dazu antreten, werden voraussichtlich erst nächstes Jahr bekannt gegeben.

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April 28th, 2018 by Silversurger

Die internationale Signing-Periode der MLB beginnt erst in gut zwei Monaten, genauer gesagt am 2. Juli. Sie wirft aber längst ihre Schatten voraus, spätestens seit zu Saisonbeginn die internationalen Bonuspools bekannt gegeben wurden. Das ist das Geld, dass die einzelnen Klubs für internationale Talente verwenden dürfen, und längst stehen die Vereine in Verhandlungen um die begehrtesten Kandidaten, denen sie es gerne geben möchten.

Aber der Reihe nach: Als internationale Talente können sich bei der MLB alle Spieler von außerhalb USA, Kanada und Puerto Rico anmelden, sofern sie mindestens 16 Jahre alt sind oder es bis 1. September werden. Im Gegensatz zur Auswahl der amerikanischen Talente gibt es für internationale Spieler keine Draft. Um trotzdem eine faire Verteilung zu gewährleisten, ist die Summe, die jeder Club für internationale Signings ausgeben darf, begrenzt. Das sind die sogenannten internationalen Bonuspools. Der Bonuspool liegt in der Regel bei 4,98 Millionen Dollar pro Jahr und kann sich aufgrund verschiedener Ausgleichsregelungen nach oben oder unten verändern.

Für die anstehende Signing-Periode 2018 haben die Marlins, Twins, Brewers und Rays die höchsten Bonuspools von je 6,03 Millionen Dollar zugesprochen bekommen. Die geringsten Pools haben die Athletics, Astros, Braves, Cardinals, Nationals, Padres, Reds und White Sox. Sie dürfen dieses Jahr nicht mehr als 300.000 Dollar für internationale Prospects ausgeben, weil sie in früheren Jahren ihren Bonuspool überzogen hatten.

Den Bonuspool nutzen die Teams, indem sie internationalen Prospects Zahlungen zur Vertragsunterschrift anbieten. Der Vertrag selbst ist zwangsläufig ein Minor-League-Vertrag – also im wesentlichen der gleiche Vertrag, den ein gedrafteter Rookie erhält: Man bekommt drei Jahre lang das Mindestgehalt und anschließend drei weitere Jahre lang eine über das Arbitration-Verfahren ausgehandelte Summe, bevor man als Free Agent einen „großen“ Vertrag anstreben kann.

Mit den Bonuspools kann zwischen den Teams auch Handel getrieben werden. So gab es zum Beispiel letzte Woche einen Trade, bei dem die Mariners Minor-League-Pitcher Edwin Quezada von den Diamondbacks erhielten und dafür einen Teil ihres Bonuspools der noch laufenden Signing-Periode 2017 an Arizona abgaben. Die Mariners hatten Ende letzten Jahres in diversen Trades ihren Bonuspool in die Höhe getrieben beim Versuch, Shohei Ohtani zu verpflichten. Nachdem das nicht funktionierte, blieben sie auf einer Menge ungenutzten finanziellen Spielraums sitzen und sind jetzt froh, dafür noch etwas zu bekommen, bevor der ungenutzte Teil des Budgets am 15. Juni verfällt.

Zwei Ausnahmen sind noch zu erwähnen: Verpflichtungen für einen Bonus von höchstens 10.000 Dollar fallen nicht unter die Regel des Bonuspools. Und Spieler ab 25, die sechs oder mehr Jahre in einer professionellen Liga (z. B. in Kuba, Japan oder Südkorea) gespielt haben, sind von dem ganzen System ausgenommen; ihnen kann man als Klub einen frei ausgehandelten MLB-Vertrag anbieten.

Um von einer MLB-Franchise verpflichtet werden zu können, muss ein Spieler zunächst beantragen, von der Liga als internationaler Free Agent anerkannt zu werden. Das tun immer mehr Spieler und es werden auch immer mehr internationale Prospects verpflichtet. In der aktuellen Periode, die vom 2. Juli 2017 bis 15. Juli 2018 läuft, sind es bereits mehr als 950 – die meisten davon wird man, genau wie die meisten Draftpicks, nie in der MLB sehen, viele weitere erst in ein paar Jahren und nur ganz wenige spielen schon jetzt in der höchsten Liga mit. Der prominenteste von ihnen ist Shohei Ohtani, das Pitcher- und Batter-Phänomen der Los Angeles Angels.

Ein weiterer Ohtani ist für die kommende Signing-Periode bislang nicht in Sicht, aber natürlich gibt es auch dieses Jahr einige Talente, für die Teams bereit sein werden, sich mit viel Geld gegenseitig zu überbieten. MLB Pipeline hat ganz frisch eine Liste der Top-30-Talente des internationalen Marktes veröffentlicht. Die regionalen Schwerpunkte der Liste sind unübersehbar: Sie enthält 16 Spieler aus der Dominikanischen Republik, 10 aus Venezuela, 3 Kubaner und einen Kolumbianer. Spieler aus Europa fallen zwar auch unter die Regeln für internationale Talentverpflichtungen, werden aber wegen des niedrigeren Wettbewerbsniveaus in aller Regel nicht so hoch gestuft wie die lateinamerikanische Konkurrenz.

Die Nummer eins der Prospects-Liste ist der venezolanische Catcher Diego Cartaya. Er wird derzeit vor allem mit den Los Angeles Dodgers in Verbindung gebracht. Für die Verpflichtung des Outfielders Marco Luciano aus der Dominikanischen Republik gelten die San Francisco Giants als Favoriten und Outfielder Misael Urbina aus Venezuela steht wohl in Verbindung mit den Minnesota Twins. Unterschrieben wird vor dem 2. Juli natürlich noch nichts, doch es gilt als offenes Geheimnis in der MLB, dass die Klubs sich oft Monate, mitunter sogar Jahre vor dem offiziellen Termin mit den Talenten auf Verträge einigen.

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Januar 2nd, 2018 by Silversurger

Zum Abschluss der Serie über Baseball auf der ganzen Welt werfe ich einen Blick auf Wettbewerbe der Nationalmannschaften. Traditionell haben im Baseball – genau wie in den anderen US-Sportarten – Nationalteams bei weitem nicht die Bedeutung wie zum Beispiel im Fußball. Doch es gibt die internationalen Turniere seit Jahrzehnten und gerade für Spieler aus „kleinen“ Baseballnationen ist die Gelegenheit, sich auf höherem Niveau zu messen, etwas ganz Besonderes.

Organisiert wird Baseball auf internationaler Ebene von der World Baseball Softball Confederation (WBSC), die 2013 aus der Fusion der seit 1938 bestehenden International Baseball Federation (IBAF) und der International Softball Federation (ISF) entstand. Die WBSC führt eine Weltrangliste. An deren Spitze steht zurzeit Japan, dicht gefolgt vom aktuellen Weltmeister USA. Bei der Ermittlung der Punktwerte fließen Ergebnisse der letzten vier Jahre ein – übrigens nicht nur die der Senioren-Nationalmannschaften, sondern auch die der Jugendmannschaften ab U12. In der Liste geführt werden momentan 122 Baseball-Nationalteams – von Afghanistan bis Zypern.

Weltmeisterschaften: Vom World Cup zum World Baseball Classic
Die erste Baseball-Weltmeisterschaft und gleichzeitig das erste offizielle Baseball-Länderspiel fand 1938 statt. Das „Turnier“ umfasste lediglich zwei Teilnehmer, die USA und Großbritannien. Großbritannien wurde erster Baseball-Weltmeister durch 4:1 Siege in einer Best-of-7-Serie. Kurioserweise schaffte es Großbritannien nach diesem Erfolg über 70 Jahre lang nicht mehr, sich überhaupt für eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft zu qualifizieren.

Der Baseball World Cup (BWC), zunächst bekannt als Amateur World Series, fand ab 1938 bis 1953 mit wenigen Ausnahmen jährlich statt, dann bis Ende der 1960er Jahre nur noch unregelmäßig. Der Teilnehmerkreis rekrutierte sich in diesem Zeitraum meistens nahezu ausschließlich aus Süd- und Mittelamerika. Das änderte sich, als ab 1969 die USA nach 27 Jahren Pause wieder mitmachten und in den Jahren darauf asiatische (Japan, Südkorea) und europäische (Niederlande, Italien) Vertreter dazustießen. Ab 1974 bis 1990 wurde das Turnier alle zwei Jahre ausgespielt, dann im vierjährlichen und ab 2001 wieder im zweijährlichen Rhythmus. 2011 fand der letzte BWC statt – ausgerechnet in diesem letzten Turnier siegte erstmals seit 1938 wieder eine europäische Mannschaft, nämlich die Niederlande.

Zu diesem Zeitpunkt hatte allerdings bereits ein anderes internationales Turnier dem BWC den Rang abgelaufen. Die Regeln des BWC hatten bis 1998 vorgesehen,  dass nur Amateurspieler teilnehmen durften. Ab 1998 waren Minor-League-Profis erlaubt, jedoch keine Major-League-Spieler. Dies war der entscheidende Unterschied zum 2006 in Kooperation mit der MLB aus der Taufe gehobenen World Baseball Classic (WBC). Bei diesem Turnier durften erstmals Profis aus den Major Leagues eingesetzt werden, sodass man eigentlich nur den WBC als echte Weltmeisterschaft bezeichnen kann. Dem Interesse sowohl der Zuschauer als auch der teilnehmenden Verbände folgend, konzentrierte man sich nach zwei erfolgreichen Durchführungen auf den WBC und stellte den BWC ein.

Für die ersten WBCs 2006 und 2009 wurde durch den Verband ein in beiden Turnieren identisches Teilnehmerfeld aus 16 Mannschaften festgelegt. Japan gewann beide Male, 2006 im Finale gegen Kuba und 2009 gegen Südkorea. Im Vorfeld des WBC 2013 fand erstmals ein Qualifikationswettbewerb statt, an dem die vier schwächsten Teams der letzten Runde sowie zwölf Teams, die beim letzten Mal nicht dabei gewesen waren, teilnahmen. So schafften es Brasilien und Spanien, die Plätze von Südafrika und Panama zu erobern. Den Titel holte die Dominikanische Republik im Finale gegen Puerto Rico.

World Baseball Classic 2017 im Dodger Stadium1

Der Qualifikationsmodus blieb für den WBC 2017 unverändert. Dieses Mal kamen Kolumbien und Israel erstmals ins Turnier. Insbesondere Israel sorgte auch in der Hauptrunde für einen Achtungserfolg, indem es in einer Gruppe mit Südkorea, Taiwan und den Niederlanden ungeschlagen die zweite Runde erreichte – das Team bestand allerdings fast ausschließlich aus jüdisch-amerikanischen Major- oder Minor-League-Profis. Erstmals seit Beginn der WBC-Turniere überzeugten auch die bislang stets enttäuschenden USA und holten sich am Ende den Titel im Endspiel gegen Puerto Rico. Im Gegensatz zu früheren Turnieren war die öffentliche Aufmerksamkeit für den WBC in Amerika dieses Mal größer und es fanden sich deutlich mehr namhafte Spieler als früher bereit, für ihr Nationalteam anzutreten. Bis dahin war man gewohnt, dass für die anderen Nationen fast alle MLB-Stars aus dem jeweiligen Land in der Nationalmannschaft spielten, während die meisten US-Profis das Interesse daran vermissen ließen. Dieses Mal waren für die USA zum Beispiel Chris Archer, Marcus Stroman, Andrew Miller, Eric Hosmer, Daniel Murphy, Paul Goldschmidt und Giancarlo Stanton im Einsatz und prompt reichte es zur ersten Meisterschaft.

Das deutsche Team war von 1972 bis 2011 fünfmal beim BCW dabei und landete immer auf einem der hinteren Plätze. An den Qualifikationsrunden zu den WBCs 2013 und 2017 nahm Deutschland teil, scheiterte aber jeweils.

Baseball bei Olympia
Das Bestreben, Baseball zu einer olympischen Sportart zu machen, ist fast so alt wie die Olympischen Spiele der Neuzeit selbst: Schon 1904 fand während der Spiele in St. Louis ein inoffizielles Baseballturnier statt. 1912 in Stockholm war Baseball erstmals als offizielle Demonstrationssportart vertreten, was sich 1936, 1956, 1964, 1984 und 1988 wiederholte. Von 1992 bis 2008 war Baseball dann fünfmal vollwertige Medaillensportart. Dabei durften zunächst nur Amateuerspieler antreten, ab 2000 dann auch Profis. Dennoch musste sich das Turnier mit Spielern aus der dritten Reihe oder bestenfalls Prospects zufrieden geben, denn die Olympischen Sommerspiele fielen zeitlich immer mitten in die MLB-Saison und die Prioritäten der Teams und der Liga waren eindeutig: Spieler aus den aktuellen 25-Mann-Kadern wurden nicht freigestellt. Schaut man auf die Kader des bislang letzten olympische Baseballturniers im Jahr 2008 zurück, so stößt man dennoch auf einige aus heutiger Sicht illustre Namen: Zum Beispiel traten Jake Arrieta, Stephen Strasburg und Dexter Fowler für die USA an, Masahiro Tanaka und Yu Darvish für Japan, Hyun-Jin Ryu und Dae-Ho Leee für Südkorea und Yuliesky Gurriel für Kuba.

Olympia 2008 in Beijing: Die Teams China und USA mit US-Präsident George W. Bush2

Die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Baseball ab 2012 wieder aus dem Programm zu nehmen, hing mit Sicherheit stark damit zusammen, dass es die Verantwortlichen der MLB nicht überzeugen konnte, die besten Spieler zu Olympia zu schicken – anders als beispielsweise die NBA seit 1992 und die NHL seit 1998. Seither gab es drei Abstimmungen über eine Wiederaufnahme, von denen die ersten beiden verloren gingen:  2016 wurden Golf und Rugby neu aufgenommen und für 2020 das ursprünglich schon als Streichkandidat festgelegte Ringen doch als olympische Sportart erhalten. In der dritten Abstimmung wurde auf Vorschlag des japanischen Organisationskomitees beschlossen, Baseball (männliche Athleten) und Softball (weibliche Athleten) für Tokio 2020 zumindest einmalig aufzunehmen. Die Entscheidung dürfte insofern leicht gefallen sein, als diese Sportarten in Japan sehr populär und zahlreiche geeignete Wettkampfstätten vorhanden sind. Für Paris 2024 wird neu entschieden und ich fürchte, die Aussichten für den Baseball sind dann nicht mehr so gut.

Die Bereitschaft der MLB, die Top-Spieler für Olympia freizustellen, wäre sicher ein gutes Argument, Baseball wieder dauerhaft bei den Spielen zu etablieren. Allerdings wäre das ein gravierender Eingriff in den Spielplan, dessen einzige längere Unterbrechung bislang der All-Star-Break von vier bis fünf Tagen darstellt. Eine Olympia-Pause würde rund 14 Tage Ende Juli / Anfang August in Anspruch nehmen und müsste von den Teambesitzern sowie von der Spielergewerkschaft abgesegnet werden.

Bei den fünf bisherigen olympischen Baseball-Turnieren war Kuba mit drei Gold- und zwei Silbermedaillen die dominierende Mannschaft. Die nicht von Kuba gewonnenen Turniere gingen im Jahr 2000 an die USA und 2008 an Südkorea. Deutschland qualifizierte sich bislang nie für die Olympia-Teilnahme.

Europa- und sonstige Kontinentalmeisterschaften
Der internationale Verband WBSC gliedert sich in vier Kontinentalverbände. Einer davon ist die Confederation of European Baseball (CEB), die seit 1954 die Baseball-Europameisterschaft ausrichtet.

Die Europameisterschaft fand zunächst jährlich statt, seit 1959 hat sie einen zweijährlichen Rhythmus. In Ausnahmefällen wurde der Abstand zwischen zwei Turnieren auf drei Jahre ausgedehnt, um das Ergebnis für die Qualifikation einer Weltmeisterschaft oder eines olympischen Turniers mitzunutzen. Spanien 1955 und Belgien 1967 sind die einzigen beiden Länder, die die Dominanz der Niederlande (22 EM-Titel) und Italiens (10) kurz unterbrechen konnten. Deutschland ist regelmäßiger Teilnehmer der Turniere, erreichte aber nur 1957 einmal das Finale, das man gegen die Niederlande verlor. Bei der letzten EM 2016 wurde Deutschland Vierter hinter den Niederlanden, Spanien und Italien. Die nächste Europameisterschaft findet 2019 in Bonn und Solingen statt.

Die Baseball Federation of Asia führt seit 1954 die Asia Baseball Championship durch, seit 1983 findet sie regelmäßig alle zwei Jahre statt. Mit 18 Titeln aus 27 Turnieren ist Japan Rekordmeister, regelmäßig auf dem Treppchen stehen zudem Südkorea und Taiwan. Diese drei Teams haben 2017 ein neues, zusätzliches Turnier ins Leben gerufen: die Asia Professional Baseball Championship. Es richtet sich hauptsächlich an Spieler unter 24 oder mit weniger als drei Profijahren; jedes Team darf aber drei Spieler einsetzen, die diesen Kriterien nicht entsprechen. Das erste Turnier fand im November statt und wurde von Japan durch drei Siege in drei Spielen gewonnen.

Japan und Südkorea vor dem allerersten Spiel der Asia Professional Baseball Championship3

Die African Baseball and Softball Association scheint derzeit keine regelmäßige Kontinentalmeisterschaft zu veranstalten. In den 1990er und den frühen 2000er Jahren gab es ein paarmal die Africa Cup Baseball Championship und zweimal (1999 und 2003) war Baseball eine Disziplin bei den Africa Games. Beide Wettbewerbe wurden offenbar nicht fortgesetzt, jedenfalls habe ich nichts darüber gefunden. Was man sicher sagen kann ist, dass im afrikanischen Baseball eine große Kluft zwischen dem übermächtigen Südafrika und den restlichen Nationalmannschaften des Kontinents besteht.

Auch im Gebiet der Baseball Confederation of Oceania finden mangels Konkurrenz derzeit keine Meisterschaften statt. Die beiden bislang letzten Anläufe wurden 2004 und 2007 unternommen, als der jeweils einzige gemeldete Gegner für Australien – 2004 Guam und 2007 Neuseeland – seine Teilnahme zurückzog, sodass Australien kampflos zum Sieger erklärt wurde.

Die Pan American Baseball Confederation umfasst die Länder der kompletten amerikanischen Kontinente. Eine eigenständige panamerikanische Meisterschaft existiert nicht, aber Baseball ist eine Disziplin der Pan American Games seit deren Einführung 1951. Die Spiele finden alle vier Jahre statt. Prinzipiell sind auch Profispieler erlaubt, es haben aber bislang noch nie MLB-Spieler an dem Turnier teilgenommen. Kuba hat die bisher 18 Turniere mit 12 Goldmedaillen deutlich dominiert. Zuletzt hat allerdings 2011 und 2015 zweimal hintereinander Kanada gewonnen und Kuba auf Platz drei hinter den USA verwiesen.

Südamerika hat zudem noch eine eigene Meisterschaft, die South American Baseball Championship. Es gibt die Veranstaltung seit 1957, allerdings mit Unterbrechungen zwischen 1973 und 2004 sowie zwischen 2005 und 2011. Das Turnier fand bisher meistens alle zwei Jahre statt, manchmal aber auch jährlich und 2016 sogar zweimal in einem Jahr. Häufigster Titelträger und auch amtierender Champion ist Brasilien.

Wer darf in welcher Mannschaft spielen? 
Die Antwort auf diese Frage scheint eigentlich auf der Hand zu liegen, aber die Spielberechtigung für Baseball-Nationalmannschaften orientiert sich nicht am Staatsbürgerschaftsrecht und ist für Außenstehende mitunter schwer durchschaubar. Generell scheint die Auslegung des WBSC recht großzügig zu sein. So können zum Beispiel die Niederlande regelmäßig auf Spieler aus ihren ehemaligen Überseegebieten zurückgreifen (mehr dazu im Artikel über die Niederlande) und oft treten astreine US-Amerikaner für ein Land an, in dem ihre Vorfahren gewohnt haben oder zu dem sich irgendein anderer Bezug herstellen lässt. So sind beispielsweise die beiden Mets-Outfielder Brandon Nimmo aus Wyoming und Michael Conforto aus Seattle für Italien spielberechtigt, das fast komplett amerikanische Team Israel habe ich oben schon erwähnt und auch Deutschland hatte schon „Gastspieler“ wie Bruce Maxwell oder Will Ohman.

Wie kann man die internationalen Turniere verfolgen? 
Um das weltweite Interesse an internationalem Baseball zu befördern, sollte es im digitalen Zeitalter eigentlich selbstverständlich sein, dass man die Spiele zumindest im Internet live verfolgen kann. Tatsächlich ist die Lage in dieser Hinsicht leider sehr uneinheitlich und instabil. Bei jedem Turnier ist es wieder eine spannende und oft erst kurzfristig zu klärende Frage, ob und wie man an aktuelle Informationen oder gar bewegte Bilder kommt. Beim WBC 2017 zum Beispiel gab es zwar einen Videostream von mlb.tv, den man aber trotz Abo außerhalb der USA nicht empfangen konnte. Auch von der Europameisterschaft 2016 gab es leider keine Livebilder, aber immerhin konnte man dank des Engagements von meinsportradio.de zumindest die Spiele mit deutscher Beteiligung als Audioübertragung verfolgen.

1Quelle: Wikimedia, Urheber: redlegsfan21 (CC BY 2.0)
2Quelle: Wikimedia, Urheber: Eric Draper (Public Domain)
3Quelle: Wikimedia, Urheber: civitatis94/Garam (CC BY 2.0 KR)

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Dezember 26th, 2017 by Silversurger

Die Serie über Baseball in aller Welt neigt sich ihrem Ende entgegen. Heute geht es um Italien, die zweite Baseball-„Großmacht“ in Europa. Nächste Woche gibt es noch ein kleines Special zum Abschluss der Reihe.

Ach, bevor ich es vergesse: Fröhliche Weihnachten allerseits!

Durchbruch erst nach dem Krieg 
Vom Niveau her ist der Baseball dem in den Niederlanden sehr ähnlich, die historische Entwicklung verlief jedoch sehr unterschiedlich: Während die Baseball-Geschichte in den  Niederlande bis 1911 zurückreicht, etablierte sich der Sport in Italien erst deutlich später. Zwar gab es auch hier einen Pionier in Person des (als Massimo Ottino) in Turin geborenen und in New Jersey aufgewachsenen Max Ott, der ab 1919 Teams und Wettbewerbe organisierte. Doch Ott ging nach einigen Jahren zurück in die USA und ohne sein Engagement verlief der italienische Baseball bald im Sande, während der Herrschaft des Faschismus war der Sport sogar verboten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg gelang dem Baseball als Import durch amerikanische Soldaten der Durchbruch in Italien.

Von einem Durchbruch zu sprechen, ist in Bezug auf Baseball in Europa natürlich eine höchst relative Angelegenheit. Ähnlich wie in Deutschland und den meisten anderen europäischen Ländern herrscht auch in Italien eine sportliche Fußball-Monokultur. Weit hinter dem Fußball ziehen auch Motorsport, Basketball und diverse andere Sportarten deutlich mehr Zuschauer- und Medieninteresse auf sich als Baseball. Aber immerhin gibt es ziemlich flächendeckend Baseballvereine, einige hübsche Ballparks und die wohl professionellste Liga Europas.

Die Italian Baseball League 
Die Italian Baseball League (IBL) besteht seit 1948, hat seitdem aber diverse tiefgreifende Wandlungen erfahren. Die Zahl der Saisonspiele variierte im Laufe der Zeit zwischen 10 und 66, die der Teams zwischen 8 und 34 in einer oder mehreren über- und nebeneinander angeordneten Divisionen, zeitweise wurde mit oder ohne Auf- und Abstieg und mit oder ohne Playoffs gespielt.

Der heutige Stand ist auf höchster Ebene eine Liga mit acht Teams, die je 42 Saisonspiele absolvieren – Drei-Spiele-Serien gegen jedes andere Team auswärts und zu Hause. Die besten vier Mannschaften der regulären Saison spielen anschließend in zwei Playoff-Runden aus, wer den Meisterschaftsaufnäher „Scudetto“ tragen darf. Die aktuelle Struktur der IBL entspricht somit weitgehend der der niederländischen Honkbal Hoofdklasse.

Wie die Hoofdklasse sieht die IBL sich als Profi-Liga. Tatsächlich kann man in Italien wohl vom Baseballspielen leben: Laut Gmelch und Nathan („Baseball Beyond Our Borders: An International Pastime“, 2017) sind Gehälter von monatlich 2000 bis 4000 Euro zuzüglich Annehmlichkeiten wie eine Wohnung und ein Auto an der Tagesordnung und Topspieler wie zum Beispiel ehemalige Major Leaguer können noch deutlich mehr verdienen. Man wird in der IBL also zwar nicht reich, hat aber doch ganz andere Möglichkeiten als in fast allen anderen europäischen Baseball-Ligen. Das ist durchaus verwunderlich, denn auch in Italien besuchen meistens nur wenige hundert Zuschauer die Ballparks und Fernsehübertragungen gibt es in der Regel nur von der Finalserie. Laut Gmelch und Nathan spielen neben Sponsorengeldern vor allem Zuwendungen aus staatlichen Lotterien die entscheidende Rolle bei der Finanzierung der IBL-Teams.

Neben sieben italienischen Teams spielt auch eine Mannschaft aus dem Zwergstaat San Marino in der IBL mit und das durchaus erfolgreich: 2011 bis 2013 gewann T&A San Marino dreimal hintereinander den Scudetto. Die aktuell erfolgreichste Mannschaft ist ASD Rimini: In den letzten sieben Jahren war Rimini siebenmal im Finale, 2015 und 2017 holte man den Titel. Rekordmeister ist Nettuno, das 2001 die letzte seiner bislang 17 Meisterschaften errang.

Rimini feiert die IBL-Meisterschaft 20171

Italien in internationalen Wettbewerben
Die europäischen Klubwettbewerbe dominieren die Italiener seit Jahrzehnten gemeinsam mit den Niederländern: Der European Champions Cup wurde (unter wechselnden Namen) bislang 54-mal vergeben und ging 32-mal nach Italien sowie drei weitere Male nach San Marino.

Bei den Nationalmannschaften kann Italien nicht ganz mit den Erfolgen der Niederlande mithalten. Das liegt in erster Linie daran, dass den Italienern keine vergleichbaren Verstärkungen zur Verfügung stehen wie den Niederländern mit ihren ehemaligen Überseegebieten. In der Weltrangliste der WBSC belegt Italien Platz zwölf – vier Ränge hinter den Niederlanden, aber vor allen anderen Nationalmannschaften Europas. Italien war zehnmal Baseball-Europameister, zuletzt 2012. Die Niederlande gewannen die EM 22-mal, ansonsten konnten nur Spanien und Belgien je einen Titel holen. Bei der Weltmeisterschaft World Baseball Classic war Italien für alle bisherigen vier Turniere qualifiziert, erzielte aber keine nennenswerten Erfolge.

Europameister 19772

Berühmte Spieler aus Italien
Aus US-amerikanischen Spielern italienischer Abstammung könnte man problemlos ein All-Star-Team bilden: Von Joe diMaggio über Yogi Berra und Jason Giambi bis hin zu Mike Piazza ließe sich jede Position mit absoluten Top-Baseballern füllen. Aber natürlich hat solch eine Aufzählung sehr wenig mit Baseball in Italien zu tun.

In dem Zusammenhang interessanter ist die Frage, welche in Italien geborenen und aufgewachsenen Spieler es in die MLB geschafft haben. Nach meinen Recherchen trifft das bislang nur auf einen einzigen Spieler zu: auf Alex Liddi. First und Third Baseman Liddi wurde 2005 als 17-Jähriger von den Seattle Mariners unter Vertrag genommen und kam 2011 bis 2013 zu 61 MLB-Einsätzen für die Mariners. Mit Schlagleistungen von .208/.266/.370 konnte Liddi sich nicht dauerhaft in der MLB etablieren. Er hatte später noch Minor-League-Engagements bei den Orioles, den White Sox, den Dodgers und den Royals, schaffte es aber nicht mehr in die Majors. Inzwischen spielt Liddi in Mexiko.

Alex Liddi 2007 im Trikot der Wisconsin Timber Rattlers3

1Quelle: Wikimedia, Urheber: Biello di Biella (CC BY-SA 4.0)
2Quelle: Wikimedia, Urheber: Hans Peters (CC BY-SA 3.0 NL)
3Quelle: Wikimedia, Urheber: Halvorsen brian (CC BY 2.0)

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Dezember 19th, 2017 by Silversurger

Nach einer kleinen Reise um die Welt sind wir zurück in Europa. Hier gibt es genau zwei Länder, die in Sachen Baseball eine klare Vorreiterrolle übernehmen und Ligen mit professionellem Anspruch betreiben. Eines davon sind die Niederlande, die ich mir heute genauer anschaue.

Honkbal-Pionier Grasé
Unser Nachbarland hat eine vergleichsweise lange Baseball-Historie aufzuweisen, deren Beginn sich auf eine konkrete Person zurückführen lässt: Der Amsterdamer Englischlehrer J.C.G Grasé lernte den Sport auf einer USA-Reise kennen und war davon so begeistert, dass er 1911 die Regeln ins Niederländische übersetzte und erste „Honkbal“-Spiele organisierte. Grasé gründete 1912 einen Baseballverband, den Koninklijke Nederlandsche Honkbalbond, und 1913 den ersten Baseballverein Europas: Quick Amsterdam. Quick sowie drei weitere Mannschaften aus Amsterdam – Ajax, Blue White und Hercules – bildeten 1922 die erste niederländische Baseball-Liga. Bis in die 1960er Jahre hinein war Baseball in den Niederlanden ein regional eng begrenztes Phänomen und wurde klar von Teams aus Amsterdam und der Nachbarstadt Haarlem beherrscht. Der Aufstieg von Sparta Rotterdam, das von 1963 bis 1974 neunmal Meister wurde, beendete diese regionale Dominanz.

1969 war Baseball in den Niederlanden noch so populär, dass Prinz Claus das Nationalteam per Handschlag begrüßte.1

Im europäischen Vergleich waren die Niederlande schon immer und sind bis heute das führende Baseball-Land. Im Vergleich mit Fußball, Feldhockey, Radsport, Tennis und einigen anderen ist der Baseball dennoch eine klare Randsportart und seine Popularität ist im Laufe der letzten Jahrzehnte eher gesunken. 2015 umfasste der Koninklijke Nederlands Baseball en Softball Bond (KNBSB) 167 Vereine mit 21.257 Spielerinnen und Spielern – Tendenz leider leicht abnehmend.

Die Hoofdklasse
Die heutige Honkbal Hoofdklasse besteht seit 1958 und in direkter Nachfolge der 1922 gegründeten Liga. Sie umfasst inzwischen regulär acht Teams (wobei 2017 nur sieben antraten, weil das Team Kinheim zurückgezogen wurde). Es gibt ein Auf- und Abstiegssystem mit der zweiten Liga, der Honkbal Overgangsklasse.

Die Hoofdklasse wird gemeinhin als professionelle Liga bezeichnet. Semi-professionell trifft es wahrscheinlich besser, denn tatsächlich erhält nur ein Teil der Spieler ein Gehalt, von dem man zumindest während der Saison leben kann. Üblich sind wohl für die besseren Spieler ein paar hundert bis wenige tausend Euro pro Monat zuzüglich Flüge und Unterbringung für die ausländischen Importspieler.

Gespielt wird im üblichen Zeitraum von April bis September, die reguläre Saison umfasst – bei vollzähliger Liga mit acht Teams – 42 Spiele pro Mannschaft. Jeder spielt gegen jeden je eine Dreierserie zu Hause und auswärts. Die Spiele finden in der Regel am Wochenende statt. Nach der regulären Saison wird in zwei Playoff-Runden, jeweils im Modus Best-of-Five, unter den besten vier Teams der Meister ausgespielt. Die letzten fünf Meisterschaften gingen allesamt an Neptunus Rotterdam, den Rekordmeister mit insgesamt 18 Titeln.

Das Stadion von Rekordmeister Neptunus Rotterdam2

Die Zuschauerzahlen der Hoofdklasse-Spiele sind leider recht ernüchternd: 2011 besuchten im Schnitt nur 178 Leute die Spiele. Neuere Zahlen habe ich nicht gefunden, aber nichts was ich gelesen habe deutet darauf hin, dass die Zahlen seitdem spürbar gestiegen wären. Auch in den niederländischen Medien erhält Baseball wenig Aufmerksamkeit, was angesichts der Besucherzahlen durchaus verständlich ist. Hinsichtlich selbst organisierter Radio- oder Videostreams ist die Lage ähnlich uneinheitlich wie in Deutschland: Zum einen müssen sich dazu engagierte Leute finden, die es machen wollen und können, zum anderen scheiden sich die Geister darüber, ob man mit Liveübertragungen eher mehr oder eher weniger Zuschauer ins Stadion lockt als ohne.

Die Niederlande in internationalen Wettbewerben
In der Weltrangliste der WBSC sind die Niederlande mit Platz acht die am höchsten eingestufte Nationalmannschaft Europas. Diese Einstufung haben sie sich auch redlich verdient, indem sie zum Beispiel in den beiden letzten Weltmeisterschaften, dem World Baseball Classic 2013 und 2017 jeweils Vierter geworden sind und einige Favoriten, unter anderem mehrfach Südkorea und Kuba, besiegt haben. Dazu muss man sagen, dass das niederländische Team von der Kolonialgeschichte des Landes profitiert, denn für die Nationalmannschaft sind auch Spieler aus den früheren niederländischen Überseegebieten wie Aruba und Curaçao spielberechtigt. Auf diese Weise hatte man beim WBC 2017 ein Überangebot an Weltklasse-Shortstops mit Xander Bogaerts (Red Sox), Didi Gregorius (Yankees) und Andrelton Simmons (Angels), zudem Top-Closer Kenley Jansen (Dodgers) und einige weitere MLB-Spieler an Bord.

Auf europäischer Ebene sind die Niederlande eine Klasse für sich: Bei 31 Teilnahmen an der Baseball-Europameisterschaft holten sie 22-mal den Titel, darunter die beiden letzten Meisterschaften: 2014 in Tschechien und Deutschland sowie 2016 zu Hause in Hoofddorp.

Ähnlich dominant sind die niederländischen Teams in den europäischen Klubwettbewerben. Der European Champions Cup geht Jahr für Jahr mit ganz wenigen Ausnahmen entweder nach Italien oder in die Niederlande. Die drei jüngsten Wettbewerbe gewannen 2015 Neptunus Rotterdam, 2016 die Amsterdam Pirates und 2017 erneut Neptunus Rotterdam.

Berühmte Spieler aus den Niederlanden
Die erfolgreichsten „niederländischen“ Baseballer sind sicher die oben genannten Stars aus Aruba und Curaçao, aber auch einige auf dem niederländischen Festland Geborene haben es bereits zu MLB-Karrieren gebracht. Der erste in der modernen Ära des Baseballs war Pitcher Bert Blyleven, der 1970 für die Minnesota Twins debütierte, in seiner 21 Jahre währenden Karriere für vier weitere Teams antrat und 2011 in die Hall of Fame gewählt wurde. Blyleven war ab dem Alter von zwei Jahren in Kalifornien aufgewachsen, erlebte seine sportliche Sozialisation also im Mutterland des Baseballs. Der erste in den Niederlanden geborene und aufgewachsene Major Leaguer war Wim Remmerswaal, der 1979 und 1980 als Reliever für die Red Sox im Einsatz war.

Der meines Wissens einzige zurzeit aktive MLB-Spieler vom niederländischen Festland ist der schon erwähnte Yankees-Shortstop Didi Gregorius. Gregorius wurde 1990 in Amsterdam geboren und sammelte dort seine ersten T-Ball-Erfahrungen, bevor er im Alter von fünf Jahren in die Heimat seiner Familie nach Curaçao zog. Von dort schaffte er 2007 den Sprung zu den Cincinnati Reds, für die er 2012 sein erstes MLB-Spiel absolvierte.

Didi Gregorius3

Ein interessanter Fakt am Rande: Die niederländische Fußball-Legende Johan Cruyff war ursprünglich Baseballer. Mit zehn Jahren begann er in der Baseball-Abteilung von Ajax Amsterdam und erwies sich als talentierter Catcher und Pitcher. Erst mit 15 wurde sein Fußballtalent entdeckt und gefördert, was gleichzeitig das Ende seiner Baseballkarriere bedeutete.

1Quelle: Wikimedia, Urheber: Bert Verhoeff (CC BY-SA 3.0)
2Quelle: Wikimedia, Quelle: Magalhães (Public Domain)
3Quelle: Wikimedia, Urheber: Keith Allison (CC BY-SA 2.0)

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Dezember 12th, 2017 by Silversurger

Die Baseball-Weltreise geht weiter: Nach Australien, wo Baseball eher ein randständiges Dasein führt, kommen wir heute in eine Region, in der die Sportart einen ähnlich hohen Stellenwert genießt wie in den USA, Japan und Südkorea. Man könnte problemlos über jedes heute thematisierte Land einen eigenen Artikel zur Baseball-Kultur schreiben, aber das würde leider den zeitlichen Rahmen sprengen, den ich für diese Serie aufbringen kann. Daher konzentriere ich mich heute auf das Wesentliche aus den fünf wichtigsten Baseball-Ländern im karibischen Raum.

Lange Baseball-Tradition
Die Popularität des Baseballs ist ein deutliches Zeugnis für den US-amerikanischen kulturellen Einfluss auf die Region rund um das karibische Meer. Das gilt nicht nur für das US-Außengebiet Puerto Rico und die eng mit den USA befreundete Dominikanische Republik, sondern auch für Staaten wie Kuba und Venezuela, die den USA seit einigen Jahrzehnten politisch reserviert bis feindselig gegenüber stehen. In allen genannten Staaten wurde Baseball schon um die Jahrhundertwende zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert herum eingeführt und ist heute die Sportart Nummer eins. Auch in Mexiko ist Baseball sehr beliebt, wenngleich dort der Fußball noch erfolgreicher ist.

Finale des WBC 2013 zwischen der Dominikanischen Republik und Puerto Rico1

In der Weltrangliste der WBSC werden die Nationalmannschaften der erwähnten Länder zwischen Platz fünf (Kuba) und sechzehn (Dominikanische Republik) geführt. Dass die Dominikanische Republik so weit unten steht, wundert mich etwas, denn die Mannschaft hat 2013 die Weltmeisterschaft World Baseball Classic gewonnen und kam auch 2017 in die Runde der besten acht. Die großen Erfolge von Kuba liegen schon etwas länger zurück, unter anderem gewann man dreimal die Olympischen Spiele (zuletzt 2004) und 25-mal den heute nicht mehr existierenden Baseball World Cup (zuletzt 2005). In den beiden jüngsten WBC-Turnieren enttäuschte Kuba, verlor jeweils gegen die Niederlande und 2017 auch gegen Israel. Puerto Rico – in der Weltrangliste auf Platz acht – wurde sowohl 2013 als auch 2017 Vizeweltmeister.

Baseball in Mexiko
In Mexiko gibt es schon seit 1925 Profi-Ligen und heute existieren sogar zwei ungefähr gleich bedeutende Ligen nebeneinander. Das warme Klima macht es möglich, dass Baseball in Mexiko quasi ganzjährig gespielt wird. Der Sommer gehört der Liga Mexicana de Béisbol (LMB) mit aktuell 16 Teams, die sich in eine Nord- und eine Süddivison aufteilen. Die LMB ist von der MLB offiziell als Minor-League auf AAA-Niveau anerkannt, die Teams sind aber im Gegensatz zu den anderen AAA-Ligen unabhängig von MLB-Franchises. Die reguläre Saison von Ende März bis August umfasst üblicherweise 111 Spiele je Team. Anschließend wird in drei Playoffrunden von Mitte August bis Mitte September, jeweils im Modus Best of Seven, die Meisterschaft ausgespielt. Rekordmeister der LMB sind die Diablos Rojos del México aus Mexiko-Stadt, aktueller Meister sind zum ersten Mal die Toros de Tijuana.

In den Wintermonaten von Oktober bis Januar verlagert sich die Aufmerksamkeit auf die Liga Mexicana del Pacífico (LMP oder MexPac), in der acht Teams – fast alle aus Städten der mexikanischen Westküste – um die Meisterschaft wetteifern.  Die reguläre Saison der LMP umfasst 68 Spiele je Team, bevor sich auch hier drei Best-of-Seven-Playoff-Runden anschließen. Die Naranjeros de Hermosillo sind 13-maliger Titelträger, 2017 holten sich die Águilas de Mexicali ihre vierte Meisterschaft. Der Champion der LMP vertritt Mexiko in der Serie del Caribe (siehe unten).

Baseball in Venzuela
Bis 2015 gab es auch in Venezuela eine Sommer- und eine Winterliga, doch dann stellte die Venezuelan Summer League (VSL) den Spielbetrieb ein – vor allem, weil die MLB ihr wegen der politischen und wirtschaftlichen Instabilität im Land die Unterstützung entzogen hatte. Somit beschränkt sich das Angebot an professionellem Baseball nurmehr auf die Liga Venezolana de Béisbol Profesional (LVBP), welche in diesem Jahr ebenfalls auf der Kippe stand und nur durch eine staatliche Finanzspritze am Leben erhalten werden konnte. Acht Teams spielen von Oktober bis Dezember in je 63 Spielen die sechs Teilnehmer und die Setzliste für die Playoffs aus. Die Postseason besteht aus drei Runden, die jeweils als Best of Seven ausgetragen werden. Der Champion nimmt an der Serie del Caribe teil. Das historisch dominierende Team sind die Leones del Caracas mit 20 nationalen Titeln, deren bislang letzter von 2010 datiert. Die Meisterschaft 2017 holten die Águilas del Zulia aus Maracaibo.

Baseball in der Dominikanischen Republik
Die Profiliga der Dominikanischen Republik, die Liga de Béisbol Profesional de la República Dominicana (LIDOM), ist ebenfalls eine Winterliga. Sechs Teams spielen von Mitte Oktober bis Ende Dezember die reguläre Saison mit 50 Spielen, anschließend findet unter den besten vier Teams eine weitere Gruppenrunde mit jeweils 18 Spielen statt. Die beiden besten Mannschaften spielen dann schließlich eine Finalserie im Modus Best of Nine aus. Die drei großen Teams, die fast alle Titel unter sich aufteilen, sind der amtierende und Rekordmeister Tigres del Licey (22 Meisterschaften) aus Santo Domingo, die Águilas Cibaeñas (20) aus Santiago sowie die Leones del Escogido (16), ebenfalls aus Santo Domingo.

Baseball in Puerto Rico
Auch in Puerto Rico ist die wichtigste Spielklasse eine professionelle Winterliga, die nach dem puerto-ricanischen Hall of Famer benannte Liga de Béisbol Profesional Roberto Clemente (LBPRC). Den Namen trägt die Liga erst seit 2012, sie besteht aber schon seit 1938. Aktuell umfasst die LBPRC fünf Teams, die normalerweise je 40 Spiele in der regulären Saison und anschließend zwei Playoffrunden absolvieren – eine Halbfinalrunde mit Best-of-Seven-Serien und ein Finale nach dem Modus Best of Nine. Ich schreibe „normalerweise“, denn normal ist in Puerto Rico dieses Jahr nach dem verheerenden Werk des Hurrikans Maria im September leider gar nichts. Es stand im Raum, die Baseballsaison für dieses Jahr ganz abzusagen, doch schließlich entschied man sich für eine verkürzte Saison im Januar 2018. Der Sieger wird wie üblich an der Serie del Caribe teilnehmen und dort versuchen, den Titel zu verteidigen, den Anfang 2017 die Criollos de Caguas nach Puerto Rico geholt hatten.

Baseball in Kuba
Im sozialistischen Kuba gibt es seit 1962 grundsätzlich keinen Profisport. So ist jedenfalls die offizielle Sprachregelung, wobei die Spitzensportler als sogenannte Staatsamateure durchaus gewisse Privilegien genießen und keiner zusätzlichen geregelten Beschäftigung nachgehen müssen. Das Einkommensgefälle zwischen Top-Spielern in Kuba und solchen im Ausland ist dennoch enorm und daher ist es seit Langem an der Tagesordnung, dass viele Sportler ihr Glück außer Landes suchen – selten mit, meistens ohne Zustimmung ihrer Heimatstaates.

Von den USA hielten sie nicht viel, aber Baseball liebten auch die kubanischen Revolutionäre Camilo Cienfuegos und Fidel Castro2

Kuba unterhält ein recht umfangreiches Ligasystem, an dessen Spitze die Serie Nacional de Béisbol (SNB) steht. In der SNB sind 16 Teams aktiv, eines aus jeder Provinz Kubas. Die Spieler treten üblicherweise für das Team der Provinz an, in der sie geboren wurden bzw. in der sie wohnen; es gibt keine ausländischen Spieler und kein Transfersystem, wie wir es aus den Ligen anderer Länder kennen. Gespielt wird von November bis März oder April eine 90 Spiele umfassende reguläre Saison, an die sich drei Playoff-Runden anschließen.

In den Monaten Mai bis Juli findet in Kuba die Súper Liga statt, eine Art All-Star-Turnier, in dem die besten Spieler der 16 SNB-Teams in fünf Regionalteams zusammengefasst werden uvd eine Runde von je 28 Spielen je Team absolvieren. Die beiden besten Mannschaften spielen am Ende ein Best-of-Three-Finale. Die Súper Liga dient gleichzeitig der Bewerbung für das Nationalteam, in das nur Spieler gewählt werden, die an der Liga teilgenommen haben.

Die Serie del Caribe
In den fünf Ländern, die ich heute vorgestellt habe, wird Baseball auf ungefähr gleich hohem Niveau gespielt. Entsprechend spannend ist die jährlich im Februar stattfindende Veranstaltung, bei der die fünf Landesmeister ihre Kräfte messen: die Serie del Caribe oder auf englisch die Caribbean Series. Das Turnier gibt es – mit Unterbrechungen und wechselndem Teilnehmerkreis – seit 1949. In der Regel wird es in jährlichem Wechsel in den teilnehmenden Staaten ausgetragen, wobei Kuba seit seiner Wiederaufnahme ins Turnier 2014 bislang als Gastgeber außen vor bleibt und wegen der schwierigen Lage in Venezuela 2018 stattdessen die Serie zum zweiten Mal hintereinander in Mexiko gastieren wird. Bei der Serie del Caribe spielt zunächst jeder gegen jeden, anschließend finden in jeweils einzelnen Spielen die Halbfinals und das Finale statt. Die Teams aus der Dominikanischen Republik haben, obwohl sie erst seit 1970 bei der Serie del Caribe dabei sind, mit 19 Titeln bislang am häufigsten gewonnen. In den letzten sieben Turnieren war viermal das Team aus Mexiko siegreich.

Berühmte Spieler aus der Karibik
Für die bisher in dieser Serie vorgestellten Länder ist die Lage recht überschaubar: Es gab jeweils nur ein paar Spieler, die es zu Erfolgen in der MLB gebracht haben. Für die fünf Staaten, um die es heute geht, sieht es komplett anders aus: Jedes von ihnen hat bereits eine deutlich dreistellige Zahl von MLB-Spielern hervor gebracht, darunter eine Menge absoluter Top-Stars. Durch die geographische Nähe und die enge Kooperation zwischen der MLB und den nationalen Baseballorganisationen ist der Weg aus den karibischen Ligen in die US-Majors – entsprechendes Talent vorausgesetzt – weit offen. Roberto Clemente, Carlos Beltrán und Iván Rodríguez aus Puerto Rico, Luis Aparicio, Miguel Cabrera und José Altuve aus Venezuela, Fernando Valenzuela, Bobby Avila und Vinny Castilla aus Mexiko, Vladimir Guerrero, Pedro Martinez und David Ortíz aus der Dominikanischen Republik, Tony Perez, Aroldis Chapman und Yoenis Céspedes aus Kuba – das sind nur drei große Namen aus jedem der Länder und es fällt mir nicht einfach, es dabei zu belassen.

Teamkameraden beim World-Series-Champion Houston Astros: José Altuve (Venezuela) und Yulieski Gurriel (Kuba)3

1Quelle: Wikimedia, Quelle: LiAnna Davis (CC BY-SA 3.0)
2Quelle: Wikipedia, Urheber: Unbekannt (Public Domain)
3Quelle: Wikimedia, Urheber: Keith Allison (CC BY-SA 2.0)

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