Category: MLB

Januar 23rd, 2020 by Silversurger

Die Baseball Hall of Fame in Cooperstown bekommt zwei neue Mitglieder: Derek Jeter und Larry Walker haben bei der diesjährigen Wahl jeweils die Zustimmungsschwelle von 75% überschritten. Jeter gelang dies gleich im ersten Jahr seiner Wählbarkeit, Walker im zehnten und somit letztmöglichen Jahr.
Unterdessen legt der Sign-Stealing-Skandal um die Houston Astros und die Boston Red Sox nach wie vor einen Schatten auf die Saisonvorbereitung, wenngleich es in den letzten Tage relativ ruhig um das Thema war. Der Untersuchungsbericht und das Strafmaß für die Red Sox stehen noch aus. Bezüglich der Astros sorgten kurz Gerüchte für die Aufregung, dass Spieler Buzzer unter dem Trikot getragen haben sollen, über die sie Signale über die gegnerischen Pitches erhielten. Es stellte sich jedoch heraus, dass diese Vorwürfe nicht neu waren und sich im Zuge der Untersuchung der MLB bereits als nicht stichhaltig erwiesen hatten.

Jeter und Walker kommen in die Hall of Fame
Dass Derek Jeter bei erster Gelegenheit in die Ruhmeshalle des Baseball aufgenommen wird, war jederzeit klar; die Frage war eigentlich nur, ob die Shortstop-Legende der Yankees ein einstimmiges Ergebnis erzielt oder nicht. Letztendlich kam er auf 99,7%, mit anderen Worten: Es fehlte ihm genau eine Stimme zu dem Traumergebnis, das sein Teamkamerad Mariano Rivera letztes Jahr als bisher einziger erreicht hatte. Warum unter den 397 Wählern der Baseball Writers Association of America (BBWA) einer der Meinung war, Jeter gehöre nicht auf seinen Wahlzettel, kann man nur mutmaßen. Vielleicht war es eine prinzipielle Entscheidung, Jeter nicht die 100% zu gönnen, weil größere Spieler als er – Babe Ruth, Ted Williams, Hank Aaron etc. – sie auch nicht bekommen haben. Vielleicht war es auch eine taktische Entscheidung, weil dem betreffenden Wähler zehn andere Spieler, für die eine knappe Wahl abzusehen war, wichtiger waren. Wie dem auch sei, im Juli wird Jeter in die Hall of Fame aufgenommen und das mit dem zweitbesten Wahlergebnis aller Zeiten.
Gemeinsam mit ihm wird auch Larry Walker seine Plakette in Cooperstown erhalten. Der kanadische Outfielder war in den 90er- und Nullerjahren ein Star bei den Colorado Rockies und den Montreal Expos. Er übersprang im zehnten Jahr seiner Wählbarkeit mit 76,6% die Hürde. Dass es für ihn trotz beeindruckender Statistiken so lange gedauert hat, liegt wohl auch daran, dass Walker den größten Teil seiner Leistungen in Coors Field erbracht hat, einem traditionell hitterfreundlichen Ballpark. Nichtsdestotrotz ist Walkers Aufnahme in die Hall of Fame meiner Ansicht nach genauso hochverdient wie die Jeters – gemessen an ihrem Karriere-bWAR sind beide mit 72,4 (Jeter) bzw. 72,7 (Walker) übrigens ziemlich exakt gleich zu bewerten.
Erneut verpasst haben den Einzug in die Halle Curt Schilling (70,0%), Roger Clemens (61,0%) und Barry Bonds (60,7%). Die drei ehemaligen Superstars gehören von den produzierten Ergebnissen her ohne Zweifel hinein, doch sie alle tragen die Hypothek des Steroid-Zeitalters mit sich, welche ihre Leistungen für immer mit einem einschränkenden Sternchen versieht. Für die drei war es das achte Jahr der Wählbarkeit. Mein Tipp ist, dass man sie bis zum zehnten schmoren lässt und sie dann doch aufnimmt.

Fliegender Managerwechsel bei den Mets
Über die New York Mets hatte ich letzten Donnerstag noch spekuliert, dass sie sich möglicherweise von ihrem Manager Carlos Beltran trennen wegen dessen unrühmlicher Rolle im Sign-Stealing-Skandal der Astros. Keine zwei Stunden später war er es bereits soweit, und schon gestern präsentierten die Mets einen Nachfolger für Beltran: Luis Rojas heißt der neue Cheftrainer, ist 38 Jahre alt und hat sich innerhalb der Mets-Organisation von der dominikanischen Sommerliga bis in die Major League hochgearbeitet. Rojas war für den Posten schon im November in der engeren Auswahl, die schließlich auf Beltran fiel. Rojas spielte selbst nie professionell Baseball und ist außerhalb der Mets ein relativ unbeschriebenes Blatt. In Fachkreisen wurde er aber schon länger als einer der interessantesten jungen Managerkandidaten gehandelt. Rojas ist der Sohn des Ex-Outfielders und Managers Felipe Alou und ein Halbbruder von Moises Alou.

Astros und Red Sox suchen noch
Noch vor den Mets hatten die Houston Astros und die Boston Red Sox im Zuge der Sign-Stealing-Affäre ihre Manager entlassen. Laut Teambesitzer Jim Crane wollen die Astros Anfang nächster Woche eine Entscheidung über die Nachfolge von A. J. Hinch treffen. In der engeren Auswahl sind Dusty Baker, Buck Showalter, John Gibbons, Eduardo Pérez, Will Venable, Jeff Banister und mindestens ein weiterer Kandidat, dessen Name bisher nicht öffentlich wurde.
Aus dem Umfeld der Red Sox hält sich hartnäckig Hensley Meulens, derzeit Bench-Coach der Mets, als Favorit für die von Alex Cora hinterlassene freie Stelle. Weitere Kandidaten gibt es mit Sicherheit, aber der Klub lässt bislang wenig nach außen dringen und macht nicht den Eindruck, dass eine Entscheidung unmittelbar bevor stünde.

Braves verpflichten Ozuna
Die Atlanta Braves sichern sich den hochrangigsten zuletzt noch verfügbaren Free Agent: Marcell Ozuna unterschreibt für ein Jahr und erhält dafür 18 Millionen Dollar. Der 29-Jährige wird voraussichtlich den Stammplatz im Leftfield neben Ender Inciarte (Center) und Ronald Acuna Jr. (Right) übernehmen. Offensiv ist Ozuna ein klares Upgrade für die Braves, bei denen die Rolle von Nick Markakis und Adam Duvall durch die Verpflichtung geschmälert und die von Austin Riley ins Infield verlagert wird. In Bezug auf Ozunas Defensivleistungen ist abzuwarten, ob er die Schulterprobleme überwunden hat, die ihn in den vergangenen beiden Jahren beim Werfen behindert haben. Da für Ozuna ein Qualifying Offer seines Ex-Klubs vorgelegen hatte, erhalten die Cardinals von den Braves einen Draftpick als Kompensation für den Wechsel.

Weitere Spielerverpflichtungen
Außer Ozuna haben auch SP/RP Drew Smyly (San Francisco Giants, 1 Jahr, 4-7 Millionen Dollar einsatzabhängig), OF Alex Gordon (Kansas City Royals, 1 Jahr, 4-5 Millionen) und C Matt Wieters (St. Louis Cardinals, 1 Jahr, 2-3 Millionen) neue MLB-Verträge erhalten. Minor-League-Verpflichtungen erwähne ich an dieser Stelle normalerweise nicht, aber für SP Felix Hernandez gibt es eine Ausnahme: Er wurde von den Atlanta Braves verpflichtet und erhält die Chance, im Camp zu zeigen, dass mit ihm noch zu rechnen ist. Das ehemalige Ass der Seattle Mariners hat seit 2017 nicht mehr die Leistungen und Ergebnisse abgeliefert, die man von ihm gewohnt war. Der 33-Jährige kämpft mit Sean Newcomb und einigen anderen um einen Platz als Nummer fünf in Atlantas Starting Rotation.

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Januar 21st, 2020 by Silversurger

Ihr wollt sie, ihr bekommt sie: Ich wurde mehrfach gefragt, ob es eine Fortsetzung der Serie über MLB-Stadien aus den letzten beiden Offseasons geben wird, und deshalb gibt es sie jetzt. Den Anfang für dieses Jahr macht der Ballpark des amtierenden World-Series-Champions Washington Nationals. Er trägt den nicht allzu phantasievollen Namen Nationals Park.

Geschichte
Die Entscheidung, die Montreal Expos nach Washington zu verlegen und die Franchise dort unter dem Namen Nationals fortzuführen, fiel Ende 2004, ein halbes Jahr vor dem Beginn der ersten Saison am neuen Standort. Zur gleichen Zeit begann auch die Planung für ein eigenes Stadion, das natürlich nicht innerhalb weniger Monate aus dem Boden zu stampfen war. Als Übergangslösung diente von 2005 bis 2007 das Robert-F.-Kennedy-Stadion, das in den 60er-Jahren schon Heimat der Washington Senators gewesen war.

Ein Bauplatz für den neuen Ballpark im Süden der Stadt am Fluss Anacostia wurde 2004 sehr schnell gefunden. Baubeginn war dennoch erst im Mai 2006, weil sich die Verhandlungen um die Finanzierung zwischen der Stadt, der Liga und der Deutschen Bank als wichtigstem Kreditgeber lange hinzogen. Der eigentliche Bau ging dann wiederum recht zügig vonstatten. Nach nicht mal zwei Jahren konnten die Nationals wie geplant in die neue Heimstatt einziehen.

Nationals Park während eines Spiels gegen die Giants 2011 (1)

Die Ehre des ersten Spiels im neuen Ballpark hatten am 22. März 2008 nicht die Nationals, sondern die College-Teams der George Washington University und der Saint Joseph’s University. Eine Woche später testeten die Nationals bei einem Freundschaftsspiel gegen die Baltimore Orioles zum ersten Mal ihr neues Feld, bevor am Tag danach, dem 30. März, das offizielle Eröffnungsspiel gegen die Atlanta Braves stattfand. Der damalige Präsident George W. Bush warf vor 39.389 Zuschauern den ersten Pitch. Den letzten Pitch des Spiels schlug Ryan Zimmerman im neunten Inning zum Walkoff-Homerun, durch den die Nationals 3:2 gewannen.

Kurz nach der Eröffnung, am 17. April 2008, besuchte der damalige Papst Benedikt XVI. den Ballpark. Er gönnte sich allerdings kein Spiel der Nationals, sondern hielt vor 47.000 Gläubigen seine eigene Veranstaltung ab. Sportliche Highlights der Stadiongeschichte waren das All-Star-Spiel 2018 und natürlich die drei Spiele der World Series 2019.

Architektonische Auffälligkeiten
Das Design des Stadions verantwortet Joe Spear, einer der Gründer des auf Ballparks spezialisierten Architekturbüros Populous. Spears erste Amtshandlung bestand darin, dem geplanten Bau eine komplett andere Richtung zu geben: Statt wie zunächst vorgesehen zum Fluss ließ er Nationals Park zur Stadt hin ausrichten, sodass man von den Zuschauerrängen in Richtung Kapitol schaute. Diese Aussicht ist mittlerweile allerdings weitgehend verbaut, nur aus einigen Ecken erheischt man noch einen Blick auf das Kapitol sowie auf das Washington Monument und die National Cathedral.

Nationals Park von oben (2)

Das Gebäude selbst ist ein modernes, relativ schnörkelloses Baseballstadion, dessen Außenfront an den Ostflügel der National Gallery of Art erinnern soll – ich muss zugeben, dass es mir schwerfällt, diese Ähnlichkeit zu erkennen. Weitere Anspielungen auf die Region und auf Washingtons Baseballgeschichte wurden dezent im Design untergebracht. Zum Beispiel ist der Backstop, also die Wand hinter der Homeplate, aus Blaustein gefertigt, einem für die Gegend typischen Baumaterial. Eine rechtwinklinge Zacke im rechten Teil des Centerfields erinnert an Griffith Field, das einstige Stadion der Washington Senators, welches damals um fünf Häuser und einen Baum herum gebaut werden musste.

Das Stadion wurde außergewöhnlich tief eingegraben, sodass das Spielfeld rund acht Meter unterhalb der Straßenebene der Umgebung liegt. Dadurch ist es möglich, dass mehr als die Hälfte der Zuschauer ihre Sitze erreichen kann, ohne Treppen, Aufzüge oder Rampen benutzen zu müssen.

Eine weitere Besonderheit von Nationals Park ist das 2011 angebrachte Schiffshorn – genauer gesagt handelt es sich um das Tauchhorn eines U-Boots –, das bei jedem Homerun und jedem Sieg der Nationals ertönt und an die Nachbarschaft des Stadions zur Marinewerft erinnert.

Spielbezogene Eigenheiten
Nationals Park ist hinsichtlich der Freundlichkeit gegenüber Pitchern oder Battern ein eher neutrales Stadion mit allenfalls leichter Tendenz zur Benachteiligung rechtshändiger Schlagmänner. Dass diese in Washington etwas seltener Homeruns schlagen als in durchschnittlichen MLB-Ballparks ist die einzige kleine Auffälligkeit in der Analyse der Parkfaktoren der Jahre 2014 bis 2018.

Eine Kuriosität stellt eine vermeintliche zweite Foullinie an der Wand links vom linken Foulpost des Stadions dar. Diese Linie markiert eine Stelle, an der zwischen dem Spielfeld und der Tribüne eine Lücke besteht. Die damit verbundene Groundrule besagt, dass ein Ball, der zuerst im Spielfeld und von dort zwischen der Foullinie und der zweiten Linie aufprallt, als „out of play“ und somit automatisches Double gewertet wird. Ein Ball, der aus dem Fair Territory auf die Linie oder links davon prallt, bleibt hingegen im Spiel.

Rechts im Bild die ungewöhnliche „zweite Foullinie“ links neben dem Foulpost. (3)

Wo sitzt man am besten?
Wie in jedem MLB-Stadion gibt es in Nationals Park zahlreiche verschiedene Preiskategorien sowie variierende Ticketpreise in Abhängigkeit von Tageszeit, Wochentag und natürlich der Attraktivität des Gegners.

Das Premium-Erlebnis bieten die Club-Seats in den Bereichen A bis D. Für je nach Spiel 300 bis weit über 1000 Dollar je Ticket bekommt man eine hervorragende Sicht von hinter der Homeplate inklusive Zugang zu einem opulenten Büffet sowie Getränken mit und ohne Alkohol.

Eine familienfreundliche Alternative sind die Blöcke 140 bis 143. Es handelt sich um Plätze ab ca. 30 Dollar im unteren Bereich der Tribüne des Rightfields, nah an der Family-Fun-Area und vielen Verpflegungsständen.

Ein wichtiges Kriterium beim Besuch von Nachmittagsspielen im Sommer ist die Frage, wo man am ehesten vor der prallen Sonne geschützt ist. Auf der Third-Base-Seite hat man am frühesten Schatten und muss nicht in die Sonne schauen. Es empfehlen sich hier insbesondere die günstigeren Plätze auf Ebene 400 oder die besseren auf Ebene 200 Höhe Infield.

(1) Quelle: Wikimedia, Urheber: Something Original (CC BY 3.0)
(2) Quelle: Wikimedia, Urheber: Carol M. Highsmith (Public Domain)
(3) Quelle: Flickr, Urheber: baseballoogie (CC BY NC 2.0)

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Januar 16th, 2020 by Silversurger

Die MLB-Saison 2020 steht vor der Tür, was eigentlich Grund zur Vorfreude sein sollte. Doch die letzten Tage standen klar im Schatten unrühmlicher Vorfälle aus der jüngeren Vergangenheit. Das Meisterteam des Jahres 2017 wurde des systematischen Betrugs überführt, vergleichbare Anschuldigungen gegen das Meisterteam des Jahres 2018 werden noch geprüft. Die bislang ausgesprochenen und noch zu erwartenden Strafen sind empfindlich, auch wenn sie nicht bis zum ultimativen Mittel – dem Entzug von Titeln – reichen. Mehrere Verantwortliche haben durch den Skandal bereits ihren Job verloren, mindestens ein weiterer könnte in Kürze folgen. Alles in allem gibt der professionalle Baseball gerade ein betrübliches Bild ab. Als Fan des Sports kann man nur hoffen, dass es sich bei den aktuellen Ereignissen um ein reinigendes Gewitter handelt und dass spätestens in zwei Monaten wieder der sportliche und vor allem faire Wettkampf auf dem Platz im Mittelpunkt steht.

Red Sox feuern schon mal den Manager
Die Boston Red Sox haben in der Saison 2018 die Fingerzeige der gegnerischen Catcher gefilmt, die Informationen während der Spiele ausgewertet und an ihre Batter weitergeleitet. Die Untersuchung dazu läuft noch und wird aller Voraussicht nach zu ähnlichen Strafen führen wie die Astros sie diese Woche für ihre Verstöße im Jahr 2017 hinnehmen mussten (siehe Bericht vom Dienstag). Als erste interne Konsequenz trennten die Red Sox sich vorgestern von Manager Alex Cora. Das kommt wenig überraschend, denn Cora kommt eine zentrale Rolle in beiden Sign-Stealing-Fällen zu. 2017 war er Bench Coach der Astros und laut dem Untersuchungsergebnis der MLB die Hauptperson, die gemeinsam mit mehreren Spielern das Spionagesystem entwickelte und durchführte. Ein Strafmaß für ihn hat die Liga noch nicht festgelegt, weil dazu zunächst die Untersuchung der Vorfälle in Boston abgeschlossen werden soll, wo Cora ab 2018 als Field Manager, also Cheftrainer der Red Sox tätig war.
Der Nachfolger für Cora in Boston steht noch nicht fest. Als frühe Favoriten für den Job gelten Jason Varitek, bislang Assistent des General Managers, sowie der derzeitige Bench Coach der New York Mets, Hensley Meulens.

Stolpert auch Beltran über den Sign-Stealing-Skandal?
Auch die Mets könnten bald wieder auf der Suche nach einem neuen Manager sein, denn ihr vor zwei Monaten verpflichteter Skipper Carlos Beltran steht ebenfalls im Fokus des Sign-Stealing-Skandals. Er war zwar während der Vorgänge bei den Astros 2017 nur Spieler und als solcher von der MLB ausdrücklich von individuellen Strafen ausgenommen. Beltrans Integrität hat jedoch spürbaren Schaden genommen: Beim Aufkommen des Skandals verkündete er noch öffentlich, von einem Sign-Stealing-System in Houston nichts mitbekommen zu haben. Die Untersuchung der Liga benennt ihn jedoch als einzigen Spieler namentlich als einen der Protagonisten neben Cora. Eine Entscheidung, ob die Mets die Zusammenarbeit mit Beltran fortsetzen, wird bis Ende der Woche erwartet.

Donaldson zu den Twins
Zurück zum Sport: Die Minnesota Twins sind als Sieger aus dem wochenlangen Wettbieten um die Dienste von Josh Donaldson hervorgegangen. Der Third Baseman bekommt einen Vertrag über vier Jahre und 92 Millionen Dollar. Für weitere 8 Millionen kann der Klub die Option auf ein fünftes Jahr ziehen, wodurch sich Donaldsons Einkünfte aus dem Konktrakt auf glatte 100 Millionen belaufen würden. Drei Tage zuvor hatte es noch so ausgesehen, als hätten die Twins einen anderen Weg eingeschlagen, indem sie ihrem bisherigen Third Baseman Miguel Sano 30 Millionen für eine Vertragsverlängerung um drei Jahre gaben. Nun stellt sich heraus, dass der Plan von vornherein war, Sano auf die defensiv weniger anspruchsvolle Position an der ersten Base zu verschieben und ein Upgrade für die dritte Base zu finden. Das ist durch die Verpflichtung von Donaldson definitiv gelungen. Der 34-Jährige bringt sowohl starkes Feldspiel als auch ordentliche Homerun-Power auf die Waage. Die Twins werten damit ein ohnehin schon beeindruckendes Lineup weiter auf. Mit Max Kepler, Mitch Garver, Nelson Cruz, Eddie Rosario, Sano und Donaldson haben sie nun sechs Spieler an Bord, die 2019 mehr als 30 Homeruns schlugen.

Weitere Spielerverpflichtungen
Außer Donaldson haben auch die folgenden MLB-Spieler diese Woche einen neuen Arbeitgeber gefunden: 3B Todd Frazier (Texas Rangers, 1 Jahr, 5 Millionen Dollar mit Klub-Option auf ein weiteres Jahr), SP Alex Wood (Los Angeles Dodgers, 1 Jahr, 4-10 Millionen leistungsabhängig), IF Jedd Gyorko (Milwaukee Brewers, 1 Jahr, 2 Millionen mit Klub-Option auf ein weiteres Jahr), SP Ivan Nova (Detroit Tigers, 1 Jahr, 1,5-2 Millionen leistungsabhängig), OF Guillermo Heredia (Pittsburgh Pirates, 1 Jahr, 1 Million).

Viele kleine Trades
Es halten sich hartnäckige Gerüchte, dass zwischen den Colorado Rockies und den St. Louis Cardinals ein Trade im Raum steht, dessen Kernstück Third Baseman Nolan Arenado sein soll. Bisher haben die Verhandlungen aber zu keinem Ergebnis geführt. Daher gibt es an dieser Stelle zwar eine Reihe kleiner Deals, aber (noch) keinen Blockbuster zu vermelden:
Die Tampa Bay Rays holen sich in 1B/OF Jose Martinez und OF Randy Arozarena zwei Ergänzungsspieler von den Cardinals, welche dafür Pitching-Prospect Matthew Liberatore und C Edgardo Rodriguez bekommen. Der „Hauptpreis“ in diesem Trade ist Liberatore. Um das linkshändige Talent zu bekommen, geben die Cardinals nicht nur Martinez und Arozarena her, sondern auch einen hohen Draftpick (Nummer 38) für einen niedrigeren (Nummer 66).
Die Los Angeles Angels bekommen von den Diamondbacks RP Matt Andriese im Tausch gegen Minor-League-Pitcher Jeremy Beasley.
OF Austin Dean wechselt von den Miami Marlins zu den Cardinals, die dafür Minor-League-OF Diowill Burgos abgeben.
Die Chicago Cubs schicken IF/OF Tony Kemp zu den Oakland Athletics und bekommen im Gegenzug Minor-League-IF Alfonso Rivas.
Die Houston Astros bekommen SP/RP Austin Pruitt von den Tampa Bay Rays und geben dafür die Minor Leaguer OF Cal Stevenson und RP Peyton Battenfield ab.
Die Texas Rangers schicken RP Jeffrey Springs zu den Boston Red Sox und erhalten als Gegenleistung 1B Sam Travis.

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Januar 14th, 2020 by Silversurger

Der Sign-Stealing-Skandal um die Houston Astros zieht eine der härtesten Bestrafungen in der Geschichte der Liga nach sich. Zur Erinnerung: Es geht um den Vorwurf, dass die Astros bei Heimspielen in ihrer Championship-Saison 2017 systematisch und mit technischen Hilfsmitteln Zeichen der gegnerischen Catcher ausspioniert haben. Die Zeichen wurden mit einer im Centerfield angebrachten Kamera gefilmt und durch akustische Signale – zum Beispiel Klopfen auf einen Mülleimer – an die Batter weitergegeben.

Zwei Monate hat die Ligaleitung sich Zeit genommen, die Anschuldigungen zu untersuchen. Unter anderem wurden 68 Zeugen befragt, darunter 23 Spieler. Am Ende sah man die Regelverstöße als erwiesen an und verkündete gestern Abend das Strafmaß: General Manager Jeff Luhnow und Field Manager A. J. Hinch werden ein Jahr lang für jede Tätigkeit in der MLB gesperrt. Das Team verliert die Erst- und Zweitrundenpicks in den beiden kommenden Drafts und muss 5 Millionen Dollar Strafe zahlen.

Teambesitzer Jim Crane, der wohl nicht an dem Spionagsystem beteiligt war, zog unmittelbar nach der Bekanntgabe der Strafen seinerseits Konsequenzen und entließ sowohl Luhnow als auch Hinch.

Alex Cora, im fraglichen Zeitraum Bench Coach der Astros, blieb vorerst ungeschoren, aber das ist wohl nur eine Frage der Zeit: Cora ist seit 2018 Field Manager der Boston Red Sox. Auch sie sollen unter seiner Führung in ihrem Meisterschaftsjahr den Gegnern mit unerlaubten Mitteln auf die Finger geschaut haben. Cora wird daher möglicherweise eine heftige Gesamtstrafe für beide Fälle erhalten.

Mit den gestrichenen Draftpicks und der höchstmöglichen in den Regeln vorgesehenen Geldstrafe setzt die Ligaleitung um Commissioner Rob Manfred ein unmissverständliches Zeichen. Das Zeichen besagt, dass Sign Stealing mit technischen Mitteln weder Teil des Spiels noch ein Kavaliersdelikt ist. Dieses Zeichen war nötig, um die eigene Glaubwürdigkeit zu bewahren, nachdem in dieser Offseason zwei aufeinanderfolgende World-Series-Sieger als Schummler enttarnt wurden. Ich muss zugeben, dass ich mit einem so harten Urteil nicht gerechnet habe, aber ich finde es richtig und gut. Ebenso richtig finde ich, dass die Strafen keine Spieler treffen, sondern ausschließlich die sportlich verantwortlichen leitenden Angestellten.

Wie es bei den Astros weitergeht, ist derzeit völlig offen. Das erfolgreichste Team der letzten drei Jahre hatte in dieser Offseason bereits Star-Pitcher Gerrit Cole verloren, der nach ausgelaufenem Vertrag bei den Yankees unterschrieb. Mit Luhnow und Hinch sind nun der Architekt und der Baumeister der stärksten Phase der Vereinsgeschichte weg. Deren beste Lehrlinge wie David Stearns (GM Brewers), Mike Elias (GM Orioles), Carlos Beltran (Manager Mets) oder Cora haben im Laufe der Zeit bereits anderswo ihre Aufstiegschancen genutzt. Eine interne Nachfolgelösung für die frei gewordenen Posten gilt dennoch als wahrscheinlich.

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Januar 9th, 2020 by Silversurger

Die besinnliche Zeit des Jahreswechsels ist offensichtlich vorbei, denn in den letzten sieben Tagen gab es wieder haufenweise Neuigkeiten aus der MLB, insbesondere in Form von Spielerverpflichtungen. Vor allem die Nationals waren sehr aktiv dabei, ihren Kader für das Projekt Titelverteidigung zu ergänzen.

Der Champion kauft ein
Die Washington Nationals scheinen sich angewöhnt zu haben, Verträge immer gleich in Bündeln auszugeben. Im Dezember waren es Stephen Strasburg, Yan Gomes und Howie Kendrick, die innerhalb von zwei Tagen neue Kontrakte mit ihrem Klub unterschrieben. Nach vier Wochen Funkstille gaben die Nationals nun gleich fünf weitere Verpflichtungen bekannt. Der Bullpen wird durch Rückkehrer Daniel Hudson (2 Jahre, 11 Millionen Dollar) sowie durch Will Harris (3 Jahre, 24 Millionen) gefestigt. Für das Middle Infield kommen Starlin Castro (2 Jahre, 12 Millionen) und Asdrubal Cabrera (1 Jahr, 2,5 Millionen) und als First Baseman wird Eric Thames (1 Jahr, 4 Millionen plus beidseitige Option für ein zweites Jahr) sich voraussichtlich die Rolle mit einem weiteren Spieler – evtl. Nats-Urgestein Ryan Zimmerman – teilen.

White Sox verlängern mit Robert, holen Cishek
Die Chicago White Sox sind nicht nur in dieser Woche, sondern schon in der gesamten Offseason sehr aktiv. Sie scheinen sich fest vorgenommen zu haben, in diesem Jahr den Schritt aus dem Rebuilding in die Konkurrenzfähigkeit zu vollziehen. Der neueste Helfer auf diesem Weg ist Reliever Steve Cishek. Der 33-Jährige Sidearm-Pitcher kommt vom Stadtrivalen Cubs und verstärkt den Bullpen der White Sox für die späten Innings. Sein Vertrag läuft zunächst ein Jahr und bringt ihm 6 Millionen Dollar ein, für die gleiche Summe kann der Klub die Option für ein weiteres Jahr ziehen.
Eine langfristige Investition tätigen die White Sox in ihr Centerfield-Prospect Luis Robert. Der 22-Jährige bindet sich für sechs Jahre an den Verein und bekommt dafür 50 Millionen; weitere 38 Millionen können hinzukommen, wenn die White Sox die Option für zwei zusätzliche Jahre in Anspruch nehmen. Es handelt sich um den höchstdotierten Vertrag, den je ein Spieler bekommen hat, bevor er in einem MLB-Spiel aufgetaucht ist. Ermutigt hat die White Sox vermutlich die Erfahrung mit Eloy Jimenez, der letztes Jahr ebenfalls außergewöhnlich früh einen langfristigen Vertrag bekommen und anschließend eine starke Rookie-Saison hingelegt hatte.

Weitere Spielerverpflichtungen
Neue MLB-Verträge haben außer den oben Genannten auch folgende Spieler bekommen: Relief Pitcher Craig Stammen (San Diego Padres, 2 Jahre, 9 Millionen Dollar plus 1 Jahr Klub-Option), Catcher Jason Castro (Los Angeles Angels, 1 Jahr, 6,8 Millionen), Catcher Robinson Chirinos (Texas Rangers, 1 Jahr, 6,75 Millionen plus 1 Jahr Klub-Option), Relief Pitcher Hector Rondon (Arizona Diamondbacks, 1 Jahr, 4-5 Millionen einsatzabhängig plus 1 Jahr Klub-Option), Shortstop Jose Iglesias (Baltimore Orioles, 1 Jahr, 3 Millionen plus 1 Jahr Klub-Option), Starter/ Reliever Jimmy Nelson (Los Angeles Dodgers, 1 Jahr, 1,25-4,75 Millionen leistungsabhängig plus 1 Jahr beidseitige Option), Catcher Kevin Plawecki (Boston Red Sox, 1 Jahr, 900.000).

81 Spiele Sperre für Domingo German
Die New York Yankees werden noch lange auf Domingo German verzichten müssen. Der Starter wurde für 81 Spiele gesperrt, rückwirkend ab September 2019. Davon bleiben noch 63 Spiele Sperre zu Beginn der Saison 2020. Der 27-Jährige wird damit von der Liga für einen Fall von häuslicher Gewalt gegenüber seiner Lebensgefährtin bestraft. German hat die Sperre bereits akzeptiert, gerichtlich wird gegen ihn allerdings keine Anklage erhoben.

Neues zum Thema Sign Stealing
Im Hinblick auf die Vorwürfe gegen die Houston Astros, während der Meisterschaftssaison mit unerlaubten Mitteln Zeichen der gegnerischen Spieler ausspioniert zu haben, soll es bald zu einer Entscheidung der Liga kommen. Nach allem, was man hört, wird es wohl keine persönlichen Strafen geben, aber möglicherweise eine hohe Geldstrafe gegen den Klub und vielleicht noch weitere Konsequenzen wie den Verlust von Draftpicks.
Unterdessen wurden neue Vorwürfe laut, dieses Mal gegen die Boston Red Sox. Sie sollen 2018, also ebenfalls in ihrer Meisterschaftssaison, den Video-Analyseraum ihres Stadions genutzt haben, um den Gegnern unerlaubterweise auf die Finger zu schauen. Wenn sich die Anschuldigungen als stichhaltig erweisen, dürfte ein weiteres Verfahren durch die Ligaleitung ins Haus stehen. Dass die Champions von zwei aufeinanderfolgenden Jahren mit unsauberen Mitteln gearbeitet haben sollen, wirft ein betrübliches Licht auf den professionellen Baseball. Auffällig ist auch, dass in beiden Teams Alex Cora eine zentrale Rolle einnahm – 2017 als Bench Coach der Astros, 2018 als Manager der Red Sox.

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Januar 2nd, 2020 by Silversurger

Herzlich willkommen im Jahr 2020! Der Baseblog begrüßt euch mit dem ersten Grand Slam am Donnerstag im neuen Jahr. Der Überblick über die Baseball-Ereignisse der letzten Tage wird heute kurz ausfallen, denn wie üblich hat sich zwischen den Jahren nicht viel getan in der MLB. Ein paar Spielerverpflichtungen gibt es immerhin zu vermelden.

Dickerson nach Miami
Die Miami Marlins warten in dieser Offseason erwartungsgemäß nicht mit spektakulären Einkäufen auf, aber einige ihrer offensichtlichen Schwachstellen sind sie mit soliden Ergänzungen angegangen. Nach First Baseman Jesus Aguilar, Second Baseman Jonathan Villar und Catcher Francisco Cervelli kommt nun auch Corner Outfielder Corey Dickerson nach Miami. Der 30-jährige Linkshänder unterschreibt für zwei Jahre und erhält dafür 17,5 Millionen Dollar. Dickerson passt wie die anderen genannten Neuverpflichtungen in das Anforderungsprofil des Klubs: Man hält das Team während des Rebuildings halbwegs konkurrenzfähig, geht dabei keine langfristigen finanziellen Verpflichtungen mit älteren Spielern ein und eröffnet die Möglichkeit, den einen oder anderen erfahrenen Akteur als Trade-Chip einzusetzen, um während der Saison weiter am Kader für die Zukunft zu arbeiten. In dieses Raster würde auch der 31-jährige koreanische Outfielder Kim Jae-Hwan fallen, an dem die Marlins interessiert sein sollen. Es ist allerdings unklar, ob dieses Interesse nach der Einigung mit Dickerson noch aktuell ist.

Reds holen Akiyama
Die Cincinnati Reds sind auf der Suche nach einer Verstärkung für ihr Outfield in Japan fündig geworden: Shogo Akiyama von den Seibu Lions unterschreibt einen Dreijahresvertrag für etwas mehr als 20 Millionen Dollar. Der 31-jährige brachte es über neun Jahre in der japanischen Profiliga NPB auf einen Batting Average von .301. Er kann auf allen drei Outfield-Positionen eingesetzt werden und gilt als starker Baserunner.

Zwei Neue für die Twins
Die beiden letzten Free-Agent-Signings des alten Jahres gehörten den Minnesota Twins. In einem Doppelschlag am Silvestertag sicherten die Twins sich für ein Jahr die Dienste der beiden Pitcher-Veteranen Rich Hill und Homer Bailey. Der 33-jährige Bailey erhält 7 Millionen Garantiegehalt und wird einen Platz in der Mitte der Starting Rotation einnehmen. Hill wird erst im Laufe der Saison eingreifen, da er sich derzeit noch von einer Ellenbogenverletzung erholt. Der linkshändige Curveballer hat in den letzten Jahren trotz seines Alters von bald 40 Jahren regelmäßig sehr gute Leistungen geliefert, aber auch viele Pausen gebraucht. Sein Vertrag wurde deshalb stark auf die tatsächlichen Einsätze ausgerichtet: Hills Grundgehalt beträgt „nur“ 3 Millionen Dollar, kann jedoch beim Erreichen von 15 Starts und/oder 75 Innings auf über 10 Millionen anwachsen.

Diese Top-Spieler sind noch zu haben
Die Free Agency hat sich in diesem Jahr deutlich schneller entwickelt als in den beiden vergangenen Offseasons. Von den Top-20, die ich vor knapp zwei Monaten aufgelistet habe, haben mittlerweile 16 ehemalige Free Agents einen neuen MLB-Vertrag unterschrieben. Noch nicht für einen Verein entschieden hat sich Third Baseman Josh Donaldson, dem aber wohl mehrere Angebote vorliegen, darunter eines über vier Jahre von den Twins. Außer ihm sucht ein Trio von Outfieldern noch nach einem neuen Job: Nicholas Castellanos, Marcell Ozuna und Yasiel Puig.

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Dezember 26th, 2019 by Silversurger

Der Grand Slam am Donnerstag schläft auch an Weihnachten nicht, weil es die MLB genauso wenig tut. Zum Beispiel wünschten sich viele Fans der New York Mets für ihren Klub nichts sehnlicher als eine Verstärkung des Bullpens – und bekamen prompt am Heiligabend Dellin Betances unter den Baum gelegt. Auch die Toronto Blue Jays und die Chicago White Sox rüsteten um die Feiertage herum ordentlich nach, um 2020 eine erfreulichere Rolle spielen zu können als in den letzten Jahren. Von Seiten der Liga wird derweil eine Regeländerung kolportiert, die – wenn sie tatsächlich irgendwann kommt – nicht nur für fröhliche Gesichter sorgen wird.
Hier auf dem Baseblog ist das der letzte Grand Slam am Donnerstag und wahrscheinlich auch der letzte Artikel im Jahr 2019. Ich wünsche euch allen ein frohes Fest und einen guten Start ins neue Jahr, in dem wir uns hoffentlich in alter (oder neuer) Frische wieder hier lesen!

Digitale Strikezone in drei Jahren?
MLB-Commissioner Rob Manfred ist bekanntlich schon lange ein Fan der Idee, eine automatisierte, per Videokamera und Computer festgelegte Strikezone einzuführen. Ein solches System wurde dieses Jahr bereits in der Arizona Fall League getestet. Unter den Spielern gewann die digitale Strikezone dabei wohl nicht viele Befürworter, doch die Ligaleitung verfolgt das Ziel einer Einführung in die MLB weiter und hat inzwischen eine Einigung mit der Schiedsrichtervereinigung erzielt. Diese könnte zur Umsetzung der Pläne in drei Jahren führen, wie Jacob Bogage in der Washington Post berichtet.

White Sox signen Keuchel, Gonzalez und Encarnacion
Die Chicago White Sox sind eines der aktivsten Teams der diesjährigen Offseason. Nachdem sie bereits Catcher Yasmani Grandal und Outfielder Nomar Mazara an Land gezogen sowie mit First Baseman Jose Abreu verlängert hatten, verstärken sie nun ihre Starting Rotation mit zwei erfahrenen linkshändigen Pitchern. Dallas Keuchel, der am 1. Januar 32 wird, kommt für zunächst drei Jahre und 55,5 Millionen Dollar. Wenn er es 2021 und 2022 auf genügend Einsatzzeit bringt, verlängert der Kontrakt sich automatisch für ein weiteres Jahr und 18,5 Millionen. Der 34-jährige Gio Gonzalez ist eine deutlich günstigere, aber durchaus solide Ergänzung. Er erhält einen Einjahresvertrag über eine Garantiesumme von 5 Millionen Dollar, für weitere 6,5 Millionen können die White Sox den Kontrakt bei Bedarf bis 2021 ausdehnen. Ganz frisch kam heute Nacht die Meldung, dass auch Edwin Encarnacion bei den White Sox anheuert. Der in Kürze 37-jährige Slugger bringt eine Menge Erfahrung in das junge Lineup und wird sich mit Abreu als DH und First Baseman abwechseln. Er erhält 12 Millionen für ein Jahr, der Klub hat die Option auf ein weiteres Jahr zum gleichen Preis.

Ryu und Shaw zu den Blue Jays
Jede AL-Division hat nächstes Jahr ein Team, das mit bedeutenden Investitionen den Sprung in die Konkurrenzfähigkeit versucht. Was in der AL Central die White Sox und in der AL West die Los Angeles Angels sind, sind in der AL East die Toronto Blue Jays. Die Blue Jays haben einen starken jungen Kern um Vladimir Guerrero Jr., Lourdes Gurriel Jr., Bo Bichette, Cavan Biggio und Danny Jansen. Gefehlt hat es bislang am Pitching, welches mit Tanner Roark, Chase Anderson, Shun Yamaguchi und nun der Star-Verpflichtung Hyun-Jin Ryu neu aufgestellt wurde. Für Ryu lässt der Klub 80 Millionen Dollar über vier Jahre springen und sticht damit namhafte Mitbewerber wie die Dodgers, die Angels, die Braves oder die Twins aus. Ryu ist zweifellos einer der Top-Pitcher der Liga, bringt aber auch einige Fragezeichen in Form einer Verletzungsgeschichte und seines Alters von 33 Jahren mit sich. Als weitere Ergänzung des Kaders holen die Blue Jays Infielder Travis Shaw. Der 29-jährige hatte 2017 und 2018 starke Jahre bei den Milwaukee Brewers, bevor er 2019 plötzlich das Baseballspielen verlernt zu haben schien und nach der Saison von den Brewers entlassen wurde. Die Blue Jays hoffen, dass er zu alter Stärke zurück findet, und bezahlen ihm 4 Millionen Dollar für ein Jahr.

Mets holen Betances, sparen bei Cespedes
Das Weihnachtsgeschenk der Mets an sich selbst hatte ich schon am Anfang dieses Artikels erwähnt: Relief Pitcher Dellin Betances unterschreibt für ein Jahr und ein garantiertes Gehalt von 10,5 Millionen Dollar. Darüber hinaus hat Betances die Option auf ein bis zwei weitere Jahre und zusätzliche Zahlungen, die in Abhängigkeit von seinen Leistungen und Einsatzzeiten aktiv werden. Betances gehörte mehrere Jahre zu den besten Relievern der Liga, bis er die Saison 2019 verletzungsbedingt bis auf ein einziges Spiel komplett verpasste. Eine Umzugspauschale ist vermutlich nicht Teil des Vertrages: Der in Manhatten geborene Betances spielte zuletzt in der Bronx für die Yankees und hat es somit nicht weit zum neuen Arbeitgeber in Queens. Das Geld für seine Verpflichtung haben die Mets auch deshalb zur Verfügung, weil sie sich mit ihrem Outfielder Yoenis Cespedes auf eine Vertragsänderung geeinigt haben: Statt 29,5 Millionen Dollar erhält Cespedes 2020 nur noch 6 Millionen als Grundgehalt, die in Abhängigkeit von der Zahl seiner Einsätze auf bis zu 20 Millionen anwachsen können. Grund für die Neuverhandlungen war die obskure Knöchelverletzung, die Cespedes sich im Mai 2019 auf seiner Ranch zugezogen hatte – offenbar beim Reiten oder einer ähnlichen Aktivität, die er nicht hätte ausführen dürfen, während er sich gerade von einer anderen Verletzung erholen sollte.

Weitere Neuverpflichtungen
Die oben noch nicht erwähnten Spielerverpflichtungen dieser Woche gibt es wie gewohnt im Telegrammstil: OF Kole Calhoun (Arizona Diamondbacks, 2 Jahre, 16 Millionen Dollar + 1 Jahr Klub-Option), SP Julio Teheran (Los Angeles Angels, 1 Jahr, 9 Millionen), C Martin Maldonado (Houston Astros, 2 Jahre, 7 Millionen), 2B Cesar Hernandez (Cleveland Indians, 1 Jahr, 6,25 Millionen), 1B C. J. Cron (Detroit Tigers, 1 Jahr, 6,1 Millionen), SS Jonathan Schoop (Tigers, 1 Jahr, 6,1 Millionen), RP Sergio Romo (Minnesota Twins, 1 Jahr, 5 Millionen + 1 Jahr Klub-Option), 3B Maikel Franco (Kansas City Royals, 1 Jahr, 3-4 Millionen leistungsabhängig), RP Tyler Clippard (Twins, 1 Jahr, 2,75 Millionen).

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Dezember 19th, 2019 by Silversurger

Die schönste Nachricht gibt es gleich zum Einstieg: In 98 Tagen beginnt die MLB-Saison 2020! Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren, wir blicken erneut auf eine sehr aktive Woche auf dem Spielermarkt zurück. Angeführt wird die Liste der Neuigkeiten von den Vereinswechseln der beiden Pitcher-Asse Madison Bumgarner und Corey Kluber.

Rangers traden für Kluber
Dass Corey Kluber auf dem Trading-Block der Cleveland Indians stand, war schon während der gesamten letzten Saison kein Geheimnis. Die Indians wollen Geld sparen und den Kader verjüngen, daher war für den 33-Jährigen in den Plänen des Klubs kein Platz mehr. Es fand sich jedoch lange kein Tradepartner – möglicherweise weil das Risiko zu hoch erschien, dass Kluber nach einer von Verletzungen und mittelmäßigen Leistungen geprägten Saison 2019 nicht mehr zur alten Stärke zurück findet. Die Texas Rangers haben nun zugeschlagen, nachdem die Forderung der Indians offenbar auf ein Minimum zusammengeschrumpft war: Outfielder Delino DeShields und Reliever Emmanuel Clase erscheinen als geradezu lächerlich niedriger Preis für den zweifachen Cy-Young-Gewinner. Mit den Verpflichtungen von Kluber, Kyle Gibson und Jordan Lyles sieht die durch Lance Lynn und Mike Minor vervollständigte Rotation der Rangers plötzlich playoff-tauglich aus.

Bumgarner wechselt innerhalb der NL West
Auch die Arizona Diamondbacks gönnen sich ein Upgrade für ihre Rotation: Für 85 Millionen Dollar sicherten sie sich die Unterschrift von Madison Bumgarner für die nächsten fünf Jahre. Die Entscheidung des ehemaligen Giants-Stars, beim Divisionskonkurrenten anzuheuern, kam etwas überraschend, denn als Favoriten galten zahlungskräftigere Teams wie die Dodgers oder die Braves. Berichten zufolge ist Bumgarner so angetan von der Aussicht, im warmen Arizona zu spielen, dass er auf ein paar Millionen Dollar verzichtet, die er woanders mehr hätte verdienen können – ob man nun 85 oder 100 Millionen bekommt, dürfte ja auch keine nennenswerten Auswirkungen auf den Lebensstandard haben. Da die Giants Bumgarner ein Qualifying Offer unterbreitet hatten, müssen die Diamondbacks für die Verpflichtung des 30- Jährigen ihren dritthöchsten Draftpick für 2020 an sie abgeben.

Verstärkung aus Fernost für Cardinals, Blue Jays und Rays
Mindestens drei neue Gesichter, die relativ spät den Sprung aus den asiatischen Profiligen in die USA wagen, werden wir nächstes Jahr in der MLB sehen. Die Tampa Bay Rays wurden sich letzten Freitag mit Yoshitomo Tsutsugo einig. Der linkshändige Power-Hitter ist 28 Jahre alt und kann als First Baseman oder im Outfield spielen. Tsutsugo erhält 12 Millionen Dollar für einen Zweijahresvertrag. 2,4 Millionen müssen die Rays als Ablöse an die Yokohama DeNA BayStars bezahlen. Pitcher Shun Yamaguchi unterschreibt für zwei Jahre und rund 6 Millionen bei den Toronto Blue Jays. Der 32-Jährige Forkballer war in Japan sowohl als Starter als auch als Reliever erfolgreich. In Toronto werden für ihn beide Möglichkeiten offen stehen. Der dritte Neuling aus dem fernen Osten ist Kwang-hyun Kim. Der 31-jährige Pitcher kommt vom südkoreanischen SK Wyverns und wird für zwei Jahre 8 Millionen zuzüglich Boni von jährlich bis zu 1,5 Millionen erhalten. Ähnlich wie Yamaguchi wird auch er im Spring Training oder der Frühphase der Saison dahingehend beurteilt werden, ob er sich in der MLB eher als Starter oder als Reliever eignet.

Weitere Trades und Verpflichtungen
Neben den oben genannten Spielern haben auch die folgenden Baseballer in den letzten Tagen neue MLB-Verträge unterschrieben: OF Avisail Garcia (Milwaukee Brewers, 2 Jahre, 20 Millionen + 1 Jahr Club-Option), SP Wade Miley (Cincinnati Reds, 2 Jahre, 15 Millionen + 1 Jahr Club-Option), RP Joe Smith (Houston Astros, 2 Jahre, 8 Millionen), SP Martin Perez (Boston Red Sox, 1 Jahr, 6 Millionen + 1 Jahr Club-Option), SP Brett Anderson (Brewers, 1 Jahr, 5-7 Millionen leistungsabhängig), 1B Justin Smoak (Brewers, 1 Jahr, 5 Millionen + 1 Jahr Club-Option), IF Eric Sogard (Brewers, 1 Jahr, 4,5 Millionen + 1 Jahr Club-Option), C Austin Romine (Detroit Tigers, 1 Jahr, 4,1 Millionen), IF Jose Peraza (Red Sox, 1 Jahr, 3 Millionen), RP Yimi Garcia (Miami Marlins, 2 Jahre, finanzielle Details unbekannt), C Luke Maile (Pittsburgh Pirates, 1 Jahr, finanzielle Details unbekannt), 1B/3B Ryon Healy (Brewers, 1 Jahr, finanzielle Details unbekannt).

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Dezember 12th, 2019 by Silversurger

In San Diego enden heute die Winter Meetings. Eigentümer, Manager, Scouts und sonstige Offizielle aller MLB- und Minor-League-Teams, dazu Ligavertreter, Spieleragenten und jede Menge Journalisten bevölkerten in den letzten Tagen das Hilton Bayfront Hotel und dessen Umgebung. Die Meetings haben dieses Jahr mit diversen großen Neuigkeiten ihren Ruf als Höhepunkt der Offseason untermauert. Neben der Bekanntgabe neuer Hall-of-Fame-Berufungen und des All-MLB-Teams gab es ein paar interessante Trades und jede Menge Vertragsabschlüsse. Allen voran kamen die drei dicksten Fische des Free-Agent-Pools – Gerrit Cole, Stephen Strasburg und Anthony Rendon – vom Markt. Insgesamt haben die MLB-Klubs innerhalb der sieben Tage seit dem letzten Grand Slam am Donnerstag Spielerverträge im Wert von knapp einer Milliarde Dollar vergeben.

Yankees locken Cole mit Rekordvertrag
Die New York Yankees haben bei ihren Bemühungen um Gerrit Cole großes Durchhaltevermögen bewiesen. Schon 2008 wollten sie ihn haben, wählten ihn in der ersten Draftrunde aus, doch Cole entschied sich damals gegen die frühe MLB-Karriere und für das College UCLA. Zehn Jahre später versuchten sie, ihn per Trade von den Pittsburgh Pirates zu holen, doch die Houston Astros machten das bessere Angebot. Beim dritten Versuch ist es nun endlich gelungen, das Ass in die Bronx zu locken. Erforderlich war dafür ein Vertragsangebot, das Cole zur teuersten Verpflichtung eines Pitchers aller Zeiten macht. 324 Millionen Dollar erhält der 29-Jährige über eine Laufzeit von neun Jahren. Das sind 36 Millionen pro Jahr und somit mehr als eine Million Dollar für jedes einzelne Spiel, das Cole für die Yankees absolvieren wird. Der Vertrag umfasst eine No-Trade-Klausel sowie eine Ausstiegsoption für den Spieler nach fünf Jahren. Die Yankees tragen somit das volle Risiko für den Fall, dass Cole seine zuletzt überragenden Leistungen im Laufe der neun Jahre irgendwann nicht mehr bringen sollte. Solange er sie bringt, ist er jedenfalls eine enorme Verstärkung.

Strasburg bleibt in Washington
Der zweite Top-Pitcher unter den diesjährigen Free Agents bleibt dort, wo er 2010 seine MLB-Karriere begonnen hat und wo er sie wohl auch beenden wird: Stephen Strasburg hat sich mit den Washington Nationals auf einen neuen Vertrag mit einer Laufzeit von sieben Jahren geeinigt. Das garantierte Gehalt für den amtierenden World-Series-MVP beträgt 245 Millionen Dollar, zudem sind diverse Boni für das Erreichen von Einzelawards vorgesehen und ein Trade ohne Zustimmung des Spielers ist vertraglich ausgeschlossen. Verlängerungs- oder Ausstiegsoptionen wurden nicht vereinbart.

Rendon wird ein Angel
Schon vor dem Abschluss mit Strasburg hatten die Nationals durchblicken lassen, dass sie sich finanziell höchstens einen ihrer beiden Top-Free-Agents – Antony Rendon oder eben Strasburg – leisten können. Für Rendon hieß das, dass er sich anderweitig umsehen musste. Er wurde schnell fündig: Es geht an die andere Küste der USA, zu den Los Angeles Angels. Der Third Baseman erhält dort im Wesentlichen den selben Vertrag wie sein ehemaliger Teamkamerad Strasburg in Washington: 245 Millionen Dollar über sieben Jahre, ohne Ausstiegsoption, mit No-Trade-Klausel. Mit Rendon und Mike Trout haben die Angels nun die beiden – nach jährlichem Durchschnittsgehalt – höchstbezahlten Positionsspieler der MLB in ihren Reihen.

Rays schicken Pham nach San Diego
Der interessanteste Trade der Woche wurde schon vor den Winter Meetings eingetütet: Die Tampa Bay Rays und die San Diego Padres tauschen zwei gestandene Outfielder und zudem eine Reihe von Prospects. Die Padres erhalten OF Tommy Pham sowie Minor-League-IF Jake Cronenworth, die Rays bekommen dafür OF Hunter Renfroe sowie Minor-League-SS Xavier Edwards und einen später zu benennenden Spieler. Der 31-jährige Pham ist definitiv der prominenteste Teil des Trades. Mit 13.6 fWAR über die letzten drei Jahre war er einer der effektivsten Outfielder der Liga in diesem Zeitraum. Dass er abgegeben wird, dürfte von Seiten der notorisch sparsamen Rays vor allem Kostengründe haben. Pham ist noch zwei Jahre unter Teamkontrolle, sein im Arbitration-Verfahren auszuhandelndes Gehalt wird für 2020 auf 8,6 Millionen Dollar prognostiziert.

Weitere Trades und Verpflichtungen
Den Rest der sehr aktiven Woche auf dem Spielermarkt gibt es im Telegrammstil: Neue MLB-Verträge vereinbart haben SP Kyle Gibson (Texas Rangers, 3 Jahre, 28 Millionen Dollar), SP Tanner Roark (Toronto Blue Jays, 2 Jahre, 24 Millionen), SP Michael Pineda (Minnesota Twins, 2 Jahre, 20 Millionen), SP Jordan Lyles (Rangers, 2 Jahre, 16 Millionen), SS Didi Gregorius (Philadelphia Phillies, 1 Jahr, 14 Millionen), SP Rick Porcello (New York Mets, 1 Jahr, 10 Millionen), RP Blake Treinen (Los Angeles Dodgers, 1 Jahr, 10 Millionen), SP Josh Lindblom (Milwaukee Brewers, 3 Jahre, 9-18 Millionen leistungsabhängig), SP Kevin Gausman (San Francisco Giants, 1 Jahr, 9 Millionen), RP Joely Rodriguez (Rangers, 2 Jahre, 5,5 Millionen plus Option für ein drittes Jahr), C Alex Avila (Twins, 1 Jahr, 4,25 Millionen), SP Michael Wacha (Mets, 1 Jahr, 3-10 Millionen leistungsabhängig), RP Junior Guerra (Arizona Diamondbacks, 1 Jahr, 2,65 Millionen plus Option für ein zweites Jahr), RP Brad Brach (Mets, 1 Jahr, 850.000 plus Einsatzboni), RP Dan Winkler (Chicago Cubs, 1 Jahr, 750.000) und RP Kyle Finnegan (Nationals, 1 Jahr, Gehalt unbekannt).
Die Mets gönnen sich eine Ergänzung für das Outfield, indem sie CF Jake Marisnick von den Houston Astros holen. Für den Defensivspezialisten gehen zwei eher nachrangige Prospects – P Blake Taylor und OF Kenedy Corona – nach Houston.
OF Nomar Mazara wechselt zu den Chicago White Sox, die dafür OF-Prospect Steele Walker zu den Texas Rangers schicken.
Die Giants holen IF Zack Cozart und SS-Prospect Will Wilson von den Los Angeles Angels. Die Angels erhalten dafür keine direkte Gegenleistung – ihr Profit besteht darin, dass die Giants den teuren Vertrag des zuletzt sehr schwachen und häufig verletzten Cozart (12,167 Millionen für 2020) übernehmen.

Miller und Simmons kommen in die Hall of Fame
Marvin Miller und Ted Simmons werden in die Hall of Fame des Baseballs aufgenommen. Diese Entscheidung wurde während der Winter Meetings vom Modern Era Committee bekannt gegeben. Es handelt sich um eines der im jährlichen Wechsel tagenden Expertengremien, die über die quasi nachträgliche Aufnahme von Personen aus bestimmten historischen Zeiträumen befinden. Dieses Jahr war der Zeitraum von 1970 bis 1987 dran. Simmons war ein schlagstarker Catcher, der den Großteil seiner Karriere bei den St. Louis Cardinals verbrachte. Miller war ein langjähriger und äußerst einflussreicher Vertreter der Spielergewerkschaft MLBPA. Die offizielle Einführung von Miller und Timmons in die Ruhmeshalle wird am 26. Juli 2020 stattfinden – gemeinsam mit jenen Spielern, die von den Mitgliedern des Journalistenverbandes BBWAA gewählt und am 21. Januar bekannt gegeben werden.

Rule-5-Draft heute Abend
Ein integraler Bestandteil der Winter Meetings – und gleichzeitig ihr Abschluss – ist die sogenannte Rule 5 Draft. Es handelt sich um ein Verfahren, das verhindern soll, dass Teams übermäßig Talente horten und diese keine Chance auf MLB-Spielzeit haben: Spieler, die seit vier oder fünf Jahren in den Minor-Leagues sind und nicht den Sprung in den 40-Mann-Kader geschafft haben, können in der Rule-5-Draft von anderen Teams abgeworben werden. Wählbar sind nach diesen Kriterien Hunderte von Spielern, tatsächlich werden aber normalerweise insgesamt nicht mehr als 10-15 gepickt. Ein guter Teil von ihnen wird zudem im Laufe der Folgesaison zurück zum alten Team geschickt, denn das neue Team verliert seinen Anspruch auf den Spieler, sobald es ihn nicht das ganze Jahr über im MLB-Kader führt. Die Rule-5-Draft findet am heutigen Donnerstag ab 18 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt. Den ersten Pick haben die Detroit Tigers, gefolgt von den Baltimore Orioles und den Miami Marlins. Auf mlb.com wird es einen Audio-Livestream geben.

All-MLB-Team gewählt
Zum ersten Mal ließ die MLB dieses Jahr nach Saisonende ein All-MLB-Team wählen. Wer dabei ist, entschieden zu gleichen Anteilen die Fans per Internet-Abstimmung sowie ein Expertengremium. Hier ist es, das „Dream-Team“ der MLB-Saison 2019:

C J.T. Realmuto, Phillies
1B Pete Alonso, Mets
2B DJ LeMahieu, Yankees
3B Anthony Rendon, Nationals
SS Xander Bogaerts, Red Sox
OF Mike Trout, Angels
OF Cody Bellinger, Dodgers
OF Christian Yelich, Brewers
DH Nelson Cruz, Twins
SP Gerrit Cole, Astros
SP Justin Verlander, Astros
SP Jacob deGrom, Mets
SP Max Scherzer, Nationals
SP Stephen Strasburg, Nationals
RP Kirby Yates, Padres
RP Josh Hader, Brewers

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Dezember 10th, 2019 by Silversurger

Er tauchte dieses Jahr in nur einem einzigen MLB-Spiel auf, aber dieser eine Auftritt hinterließ bleibenden Eindruck: Dellin Betances erhält den MRI-Award 2019. Die Wahl zu diesem aus unerfindlichen Gründen wenig geliebten Titel fand hier im Baseblog statt und ging mit überwältigender Mehrheit an den Yankees-Reliever. Von 52 abgegebenen Stimmen für die dämlichste Verletzung (Most Ridiculous Injury) des Jahres entfielen 27 und somit satte 52% auf Betances. Mit gehörigem Abstand folgt Hunter Strickland (11 Stimmen, 21%), für den es zum zweiten Mal im Folge nur zum Vize-MRI-Award reichte – was, nebenbei bemerkt, ein MLB-Rekord für die Ewigkeit sein dürfte.

So hat es sich im Nachhinein für Betances also doch noch gelohnt, wenigstens dieses eine Spiel zu absolvieren. Der 31-Jährige war ein Jahr lang mit Schulterproblemen ausgefallen, bevor er am 15. September gegen die Los Angeles Angels seine Rückkehr auf den Mound feierte. Das Comeback mit zwei Strikeouts war für den Reliever so erfolgreich und elektrisierend, dass es ihn zu einem Jubelsprung veranlasste, bei dem er sich die linke Achillessehne anriss.

Dellin Betances ist inzwischen auf dem Weg der Besserung und auf der Suche nach einem neuen Job, da der Vertrag bei den Yankees ausgelaufen ist. Gut möglich, dass der gebürtige New Yorker in seiner Heimatstadt bleibt, denn sowohl die Yankees als auch die Mets gelten als ernsthafte Interessenten an seinen Diensten für die Saison 2020. Ich wünsche ihm, dass es ein verletzungsfreies Jahr wird.


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