Category: MLB

März 14th, 2019 by Silversurger

Ich finde es kaum zu glauben, aber tatsächlich beginnt die MLB-Saison 2019 schon in weniger als einer Woche. Mit meiner Vorschau-Serie werde ich bis dahin nicht fertig werden, aber das macht nichts, denn die Oakland Athletics und die Seattle Mariners waren ja schon dran. Die beiden Teams werden am Mittwoch, dem 20. März, in Tokio das früheste MLB-Eröffnungsspiel aller Zeiten bestreiten. Als Starting Pitcher haben die Athletics Mike Fiers und die Mariners Marco Gonzales festgelegt. Der erste Pitch von Fiers wird um 10:35 Uhr mitteleuropäischer Zeit erfolgen. Am Tag danach findet zur selben Zeit das zweite Spiel der Serie statt, bevor beide Teams nach Amerika zurückkehren und am 28. März gemeinsam mit allen anderen Klubs den allgemeinen Opening Day bestreiten.

Die zweite Trade-Deadline wird abgeschafft
Kurz vor Saisonbeginn haben sich die Ligaleitung um Commissioner Rob Manfred und die Spielergewerkschaft MLBPA auf zwei Regeländerungen geeinigt. Beide betreffen nicht das Spiel an sich, sondern die äußeren Bedingungen der Kaderzusammenstellung. Zum einen wird ab der Saison 2020 die Änderung der Rostergrößen eingeführt, über die ich letzte Woche schon berichtet hatte: Statt 25 umfasst ein aktives MLB-Roster dann 26 Spieler, ab dem 1. September jedes Jahres erhöht sich die Anzahl auf 28 (statt bisher 40). Die andere Änderung tritt schon zur Saison 2019 in Kraft: Die Unterscheidung zwischen zwei Trade-Deadlines – eine am 31. Juli für direkte Trades, eine zum 31. August für Trades über die Waiverliste – wird abgeschafft. Stattdessen gilt ab sofort eine harte Trade-Deadline am 31. Juli. Eine sinnvolle Änderung, wie ich finde. Sie macht das Verfahren erstens klarer und einfacher und zweitens zwingt sie gemeinsam mit den neuen Rostergrößen die Teams zu etwas weitsichtigerem Denken und Handeln in Bezug auf die Endphase der Saison.

Maldonado zu den Royals
Die Kansas City Royals waren zum Handeln gezwungen, nachdem ihr bisheriger Catcher Salvador Perez für die gesamte Saison ausfällt. Für Martin Maldonado erwies sich das als die Chance, auf die er die gesamte Offseason über gewartet hat. Er erhält von den Royals einen Einjahresvertrag über 2,5 Millionen plus bis zu 1,4 Millionen leistungsbezogene Boni. Maldonado war zuletzt für die Houston Astros aktiv. Er gilt als defensiv sehr starker Catcher mit eher begrenztem Potenzial im Offensivspiel.

Diamondbacks verpflichten Jones
Auch Outfielder Adam Jones hat lange auf ein neues Engagement warten müssen. Nach eigener Aussage hat der 33-Jährige kein Pokerspiel betrieben, sondern er hatte wirklich keine Angebote bekommen. Nun ist er aber doch noch bei den Arizona Diamondbacks untergekommen und wird dort in diesem Jahr 3 Millionen Dollar verdienen. Die Diamondbacks hatten einen klaren Need, nachdem A. J. Pollock zu den Los Angeles Dodgers gewechselt war. Mit Jones sowie dem Umschüler Ketel Marte stehen nun zwei Optionen für Pollocks Nachfolge im Centerfield zur Verfügung.

Nationals holen Sipp
Auch die Washington Nationals haben noch mal nachgebessert: Sie brauchten einen linkshändigen Reliever und haben ihn in Person von Tony Sipp gefunden. Sipp ist schon 35, hatte aber ein starkes Jahr 2018 für die Houston Astros (1.86 ERA über 38.2 Innings), bei denen es für ihn in den beiden Jahren zuvor nicht so gut gelaufen war. Sipp erhält 1,25 Millionen garantiertes Gehalt fur 2019 und eine beidseitige Option für die Saison 2020.

Guerrero Jr. fällt aus
Die Toronto Blue Jays mussten viel Kritik einstecken wegen ihres Vorhabens, Top-Talent Vladimir Guerrero Jr. frühestens 15 Tage nach Saisonstart in die MLB zu berufen, um sich ein zusätzliches Jahr vertraglicher Kontrolle zu sichern. Das Thema hat sich nun von selbst erledigt, denn Vlad Jr. fällt mit einer Bauchmuskelzerrung rund drei Wochen lang aus. Die Verletzung hat ihm sicher niemand gewünscht, aber aus Sicht der Blue Jays konnte kaum etwas besseres passieren, um selbst aus der Schusslinie zu geraten.

Dopingsperre für Martes
Leider gibt es auch diese Woche einen neuen Dopingfall in der MLB: Pitcher Francis Martes von den Houston Astros wurde des Gebrauchs von Clomifen überführt. Clomifen ändert den Testosteronspiegel und wirkt dadurch leistungssteigernd. Die Argumentation, dass Martes das Mittel zu einem anderen Zweck eingenommen hat, dürfte schwer fallen, denn eigentlich dient es der Auslösung des Eisprungs bei Frauen mit Kinderwunsch. Martes erhält die üblichen 80 Spiele Sperre. Wegen einer Tommy-John-Surgery im letzten August hätte Martes die Saison 2019 ohnehin verpasst, doch durch die Sperre muss er für die Hälfte des Jahres auf sein Gehalt verzichten.

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März 13th, 2019 by Silversurger

Große Veränderungen prägten die Offseason in Minnesota. Joe Mauer, das Gesicht der Twins in den vergangenen 15 Jahren, hat seine Karriere beendet. Noch in diesem Jahr wird Mauer durch den Rückzug seiner Nummer 7 geehrt werden und natürlich wird man ihn sowohl auf dem Feld als auch im Clubhouse vermissen. Trotzdem ist es möglich, dass die Twins ohne Mauer besser sind als sie es in den letzten Jahren mit ihm waren. Dazu trägt zum einen bei, dass sich durch das Auslaufen seines und einiger weiterer Verträge die finanziellen Spielräume des Klubs deutlich vergrößert haben. Zum anderen setzt man große Hoffnungen in den frisch vollzogenen Trainerwechsel: Der 62-jährige, eher konservative Field Manager Paul Molitor wurde entlassen und ersetzt durch den 25 Jahre jüngeren, als fortschrittlicher Analytiker geltenden Rocco Baldelli. Das Front Office um Derek Falvey und Thad Levine hat damit erstmals einen selbst ausgewählten Cheftrainer, von dem sie sich eine bessere Umsetzung ihrer eigenen Ansätze und Ziele bei der Kaderzusammenstellung versprechen. Helfen sollen ihm dabei Neuverpflichtungen wie Nelson Cruz, C. J. Cron und Jonathan Schoop. Die drei sollen mehr Power ins Lineup bringen – letztes Jahr haben sie zusammen 88 Homeruns geschlagen, mehr als halb so viel wie das gesamte Team der Twins (166). Die Mannschaft hat das Potenzial für eine Breakout-Saison, doch ich rechne eher damit, dass sie wie im letzten Jahr eine Art Insel innerhalb der AL Central bilden werden – mit deutlichem Abstand zu den Tigers, White Sox und Royals nach unten, aber auch mit einer gewissen Kluft nach oben zu den Indians.

Voraussichtliches Lineup
C Jason Castro
1B C. J. Cron
2B Jonathan Schoop
SS Jorge Polanco
3B Miguel Sano
LF Eddie Rosario
CF Byron Buxton
RF Max Kepler
DH Nelson Cruz

Voraussichtliche Rotation
RHP Jose Berrios
RHP Kyle Gibson
RHP Jake Odorizzi
RHP Michael Pineda
LHP Martin Perez
Key Reliever: Taylor Rogers

Wichtigster Zugang
DH Nelson Cruz (Seattle Mariners)

Wichtigster Abgang
1B Joe Mauer (Karriere beendet)

Bestes Prospect
SS Royce Lewis

Größte Stärke
Infield-Tiefe: Miguel Sano wird wegen einer Verletzung an der Ferse für einige Wochen ausfallen und schon zeigt sich, wie sinnvoll es war, dass die Twins in dieser Offseason großen Wert darauf gelegt haben, dass auch der zweite Anzug passt. Mit Marwin Gonzalez und Ronald Torreyes wurden gleich zwei Utility-Spieler geholt, die in nahezu jeder Rolle einspringen können.

Größte Schwäche
Pitching: Mit einem ERA von 4.50 landeten die Twins 2018 in Sachen Pitcherleistungen auf Platz 22 der MLB. Außer Jose Berrios und vielleicht noch Kyle Gibson macht der Rest der Werferriege eher wenig Hoffnung auf eine spürbare Verbesserung in diesem Jahr. Vielleicht wirkt ja der neue Pitching-Coach Wes Johnson Wunder. Auch er kommt allerdings mit einem großen Fragezeichen, nachdem die Twins ihn direkt aus dem College-Bereich in die verantwortungsvolle Position verpflichteten, in welcher er dieses Jahr seine allerersten MLB-Erfahrungen sammeln wird.

Spannendste Frage
Wie läuft die Saison für Max Kepler? Auf ihm liegt für Baseballfans aus Deutschland immer ein besonderes Augenmerk. Von den oberflächlichen Zahlen her (.224/.319/.408) war die vergangene Saison nicht sein bestes Jahr, aber wenn man etwas genauer hinschaut, stößt man auf die niedrigste Strikeout-Rate (15,7%), die höchste Walk-Rate (11,6%) und die meisten Homeruns (20) seiner bisherigen Karriere. Die Twins haben sich Mitte Februar in aller Deutlichkeit dazu bekannt, dass sie fest auf Max Kepler bauen: 35 Millionen Dollar lassen sie sich die Dienste des einzigen deutschen MLB-Spielers für die nächsten fünf Jahre kosten.

Meine Prognose
Platz 2 in der AL Central

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März 12th, 2019 by Silversurger

Die Atlanta Braves kamen 2018 aus dem Nirgendwo – genauer gesagt kamen sie aus einer Serie von drei Jahren mit mindestens 90 Niederlagen – und eroberten die NL East im Sturm. Eine 90-72-Bilanz stand am Ende der Saison zu Buche und damit das genaue Gegenteil des Ergebnisses aus dem Vorjahr. Dass die Braves mit ihrer konsequenten Aufbau- und Nachwuchspolitik irgendwann wieder eine ernstzunehmende Größe sein würden, war allseits erwartet worden, doch kaum jemand hatte sie schon für 2018 auf der Rechnung gehabt. Ihr Erfolgsheimnis war Konstanz: Während jeder der Konkurrenten in der Division sich letztes Jahr mindestens eine längere Schwächephase erlaubte, spielten die Braves durchweg soliden Baseball. Dazu dürften sie auch 2019 in der Lage sein, denn das Team wurde weitgehend zusammen gehalten und mit Third Baseman Josh Donaldson sinnvoll ergänzt. Ob konstant solider Baseball in diesem Jahr ausreicht, um erneut in die Playoffs zu kommen, erscheint mir allerdings zweifelhaft. Denn die Nationals, die Mets und die Phillies hatten allesamt sehr aktive Offseasons im Bemühen, eine Wiederholung der Betriebsunfälle vom letzten Jahr zu verhindern. Sofern das den Dreien halbwegs gelingt, sehe ich die Braves 2019 knapp hinter ihnen, vor allem weil mich ihre Rotation noch nicht überzeugt. Das Hauptziel dieses Jahres sollte sein, Pitching-Prospects wie Kyle Wright, Ian Anderson, Touki Toussaint und Mike Soroka weiter zu entwickeln. 2020 könnte dann das Jahr sein, ab dem die Braves sich für längere Zeit vor niemandem mehr verstecken müssen.

Voraussichtliches Lineup
C Tyler Flowers
1B Freddie Freeman
2B Ozzie Albies
SS Dansby Swanson
3B Josh Donaldson
LF Ronald Acuna Jr.
CF Ender Inciarte
RF Nick Markakis

Voraussichtliche Rotation
RHP Mike Foltynewicz
RHP Julio Teheran
RHP Kevin Gausman
LHP Sean Newcomb
RHP Touki Toussaint
Key Reliever: A. J. Minter

Wichtigster Zugang
3B Josh Donaldson (Cleveland Indians)

Wichtigster Abgang
C Kurt Suzuki (Washington Nationals)

Bestes Prospect
RHP Kyle Wright

Größte Stärke
Jugend: Schon das Team, das letztes Jahr überraschend die Divisionskrone eroberte, wurde – neben Freddie Freeman – von vielen jungen Spielern getragen. Ronald Acuna Jr. wurde NL-Rookie of the Year der NL und auch Ozzie Albies, Dansby Swanson und Sean Newcomb sind bereits wichtige Stützen und noch nicht am Ende ihrer Entwicklung. Obwohl die Braves also schon reichlich von ihrer Farm geerntet haben, ist diese immer noch sehr gut bestückt, sodass der Talentzufluss in das MLB-Team noch einige Jahre anhalten wird.

Größte Schwäche
Walks: Die Pitcher der Braves ließen 2018 je neun Innings 3.92 Bases on Balls zu und damit mehr als jedes andere NL-Team. Das dürfte der Hauptgrund dafür sein, dass mit Rick Kranitz ein neuer Pitching-Coach geholt wurde. Man wird sehen, ob er das Problem in den Griff bekommt.

Spannendste Frage
Wer setzt sich im Rightfield durch? Wenn man der Stammformation der Braves eine Lücke attestieren kann, dann im rechten Außenfeld. Lange sah es in der Offseason so aus, als müsste man mit Adam Duvall ins Rennen gehen, der letztes Jahr aus Cincinnati geholt wurde und sich als herbe Enttäuschung erwies (.132/.193/.151). Ende Januar kam dann doch noch Nick Markakis mit einem Einjahresvertrag zurück. Markakis wurde zwar Mitte letzten Jahres ins All-Star-Team gewählt, doch in der zweiten Saisonhälfte baute auch er stark ab (.258/.332/.369). Falls keiner der beiden zurück zu früherer Stärke findet, dürften die Braves wohl entweder noch mal auf dem Markt tätig werden oder aber Prospect Christian Pache erste MLB-Luft schnuppern lassen.

Prognose
Platz 4 in der NL East

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März 11th, 2019 by Silversurger

Die Oakland Athletics waren die große Überraschung der letzten Saison: Nach drei letzten Plätzen in Folge rangen sie 2018 plötzlich mit den Houston Astros um den Divisionssieg und erreichten schließlich mit 97 Siegen das Wild-Card-Spiel der AL. Die Frage ist nun, ob dieses Team „for real“ ist. Entsprechen die 97 Siege seinem Leistungsvermögen, und ist insofern mit einer ähnlich starken Saison 2019 zu rechnen? Oder war das letzte Jahr nur ein statistischer Ausreißer, eine glückliche Fügung, in der eher zufällig alle Räder ineinander griffen? Die Wahrheit liegt vermutlich wieder mal irgendwo in der Mitte. Die A’s haben ein starkes Lineup, aus dem First Baseman Matt Olson und Third Baseman Matt Chapman sowohl defensiv als auch offensiv herausragen. Zudem haben sie den vielleicht stärksten Designated Hitter der Liga in Person von Khris Davis sowie einen hervorragenden Bullpen unter Führung von Closer Blake Treinen. Berechtigte Zweifel wirft hingegen die Starting Rotation auf (siehe unten) und auch im Catching klafft nach Jonathan Lucroys Abgang eine Lücke, die durch die Verletzung von Chris Herrmann vor wenigen Tagen noch ein Stück größer wurde. Alles in allem erscheint es mir zwar möglich, dass die A’s den Erfolg aus dem letzten Jahr wiederholen können, aber ich halte es nicht für wahrscheinlich – auch in Anbetracht der sehr starken Konkurrenz in der AL, in der die Über-Teams Yankees, Red Sox und Astros drei von fünf Playoffplätzen fest gebucht haben und der vierte unweigerlich in die AL Central geht.

Voraussichtliches Lineup
C Josh Phegley
1B Matt Olson
2B Jurickson Profar
SS Marcus Semien
3B Matt Chapman
LF Nick Martini
CF Ramon Laureano
RF Stephen Piscotty
DH Khris Davis

Voraussichtliche Rotation
RHP Mike Fiers
RHP Marco Estrada
RHP Frankie Montas
LHP Jesus Luzardo
RHP Daniel Mengden
Key Reliever: Blake Treinen

Wichtigster Zugang
IF Jurickson Profar (Texas Rangers)

Wichtigster Abgang
IF Jed Lowrie (New York Mets)

Bestes Prospect
LHP Jesus Luzardo

Größte Stärke
Defense: Olson und Chapman gewannen letztes Jahr Gold Gloves auf ihren Positionen, Marcus Semien war Finalist unter den Shortstops und das Outfield um Centerfielder Ramon Laureano ist ebenfalls gut aufgestellt. Je nachdem, welche fortgeschrittenen Defensivstatistiken man heranzieht, landeten die Athletics 2018 auf einem der Plätze eins bis drei der MLB.

Größte Schwäche
Die Rotation: Die drei besten Starter waren letztes Jahr Sean Manaea, Trevor Cahill und Edwin Jackson. Voraussichtlich wird keiner von ihnen dieses Jahr einen Pitch für die A’s werfen, denn Manaea ist nach einer Schulter-OP noch Monate von der Rückkehr auf den Mound entfernt und die anderen beiden haben den Verein verlassen. Als Ersatz kamen die Veteranen Mike Fiers und Marco Estrada, bei denen man erst sehen muss, was sie noch im Tank haben. Große Hoffnungen ruhen auf dem 21-jährigen Top-Prospect Jesus Luzardo, das man wohl im Laufe der Saison ins kalte Wasser werfen wird.

Spannendste Frage
Schlägt Khris Davis wieder .247? O. K., wirklich spannend ist diese Frage nicht. Natürlich schlägt Khris Davis auch dieses Jahr wieder einen Batting Average von .247. Jede andere Prognose wäre unrealistisch, nachdem er es vier Jahre in Folge immer wieder auf exakt diesen Wert gebracht hat.

Meine Prognose
Platz 2 in der AL West

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März 10th, 2019 by Silversurger

Die Cincinnati Reds haben es seit fünf Jahren in keiner Saison auf 70 oder mehr Siege gebracht. Das war keine schöne Phase in der 150-jährigen Geschichte der ältesten Profi-Franchise, aber zumindest hatten die Reds dadurch regelmäßig hohe Positionen in der Draft und konnten reichlich Talente horten. So langsam kommen wir in die Zeit, in der der langfristige Aufbau der Farm beginnt, Früchte zu tragen. Jesse Winker und Luis Castillo haben den Sprung vom Prospect zum MLB-Spieler bereits geschafft, Nick Senzel wird dieses Jahr folgen. Der treue Joey Votto ist nach wie vor Dreh- und Angelpunkt der Reds-Offensive und in jeder Hinsicht ein Vorbild, von dem zu lernen jedem jungen Spieler nur gut tun kann. Zusätzliche Unterstützung für das Lineup wurde in Person von Yasiel Puig und Matt Kemp in einem sehr vorteilhaften Trade mit den Dodgers geholt. Alles in allem wage ich zu behaupten, dass die Reds in diesem Jahr solide und zuverlässig Runs scoren werden. Die große Frage ist, ob die Pitching-Abteilung – letztes Jahr die schwächste der National League – dieses Mal gut genug aufgestellt ist, um nicht wieder regelmäßig noch mehr Runs zuzulassen als die gute Offense erzielen kann. Die Reds haben sich in der Offseason redlich bemüht, ihre Rotation aufzuwerten, doch sie müssen immer noch auf viele „Wenns“ setzen. Wenn DeSclafanis Ellenbogen hält und wenn er und Castillo an ihr starkes Finish der letzten Saison anknüpfen, dann können sie diese Rotation anführen. Wenn Sonny Gray zurück zu seiner Vor-Yankees-Form findet und wenn Tanner Roark seinen zuletzt sehr anfälligen Changeup in den Griff bekommt, dann sind das zwei weitere solide Pitcher. Und wenn auch noch Alex Wood dank seines groundball-lastigen Stils im hitterfreundlichen Great American Ballpark aufblüht, dann haben die Reds durchaus die Chance, zu einer der positiven Überraschungen des Jahres zu werden.

Voraussichtliches Lineup
C Tucker Barnhart
1B Joey Votto
2B Scooter Gennett
SS Jose Peraza
3B Eugenio Suarez
LF Jesse Winker
CF Nick Senzel
RF Yasiel Puig

Voraussichtliche Rotation
RHP Luis Castillo
RHP Anthony DeSclafani
RHP Sonny Gray
LHP Alex Wood
RHP Tanner Roark
Key Reliever: Raisel Iglesias

Wichtigster Zugang
OF Yasiel Puig (Los Angeles Dodgers)

Wichtigster Abgang
OF Billy Hamilton (Kansas City Royals)

Bestes Prospect
3B/2B/OF Nick Senzel

Größte Stärke
Infield Corners: Aus einem rundum soliden Lineup ragen First Baseman Joey Votto und Third Baseman Eugenio Suarez noch ein Stück heraus. Die Power des 35-jährigen Votto hat letztes Jahr etwas nachgelassen, aber er ist nach wie vor eine absolute On-Base-Maschine, welche in dieser Kategorie schon siebenmal die Liga anführte. Ohne Votto wäre Suarez, ein starker und intelligenter Hitter mit solider Defense, der Star des Teams.

Größte Schwäche
Sinkendes Zuschauerinteresse: 2013, in der letzten Winning-Season der Reds, strömten knapp 2,5 Millionen Besucher in den Ballpark (31.000 pro Spiel). Seitdem nahm die Zahl jedes Jahr ab auf zuletzt nur noch 1,6 Millionen (20.000 pro Spiel). Mit den Moves in dieser Offseason haben die Reds meiner Ansicht nach verdient, dass der Negativtrend endlich endet.

Spannendste Frage
Kann Sonny Gray wieder der sein, der er mal war? Gray war ein Top-Pitcher für die Oakland Athletics bis er 2017 zu den New York Yankees getradet wurde. In New York brachen seine Leistungen massiv ein. Lag es am Stadion (er hatte einen ERA von 6.98 in Heim- und 3.17 in Auswärtsspielen)? Lag es – wie Gray selbst sagt – daran, dass er von den Yankees gezwungen wurde, zu oft den von ihm ungeliebten Slider zu werfen? In jedem Fall erhält er in Cincinnati nun die Chance zu einem Neuanfang. Die Reds gewähren ihm einen ordentlichen Vertrauensvorschuss in Form eines Vertrags über drei Jahre und 30,5 Millionen Dollar.

Prognose
Platz 4 in der NL Central

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März 9th, 2019 by Silversurger

Die Ära Mike Scioscia ist offiziell zu Ende. Der erfolgreichste Manager, den die Los Angeles Angels je hatten, tritt nach 19 Jahren im Amt seinen wohlverdienten Ruhestand an. Seinen Nachfolger Brad Ausmus erwartet keine leichte Aufgabe, denn er übernimmt ein Team, das irgendwo in der Mitte gefangen ist. Auf der einen Seite stehen im Lineup einige herausragende Stützpfeiler: allen voran der beste Baseballspieler der Welt, Mike Trout, aber auch einer der besten Feldspieler, Andrelton Simmons, sowie der einzige Two-Way-Star des Sports, Shohei Ohtani. Letzterer wird allerdings dieses Jahr nach seiner Tommy-John-Surgery nicht als Pitcher zum Einsatz kommen. Und damit sind wir auf der anderen Seite, nämlich einer Pitching-Rotation, die hauptsächlich aus Mittelmaß und Verletzungsgeschichten besteht. Mit ihr können und werden die Angels nicht ganz oben mitspielen. Das Hauptproblem dabei ist, dass sich so langsam das Zeitfenster schließt, das der Vertrag von Trout vorgibt. Wenn es nicht gelingt, vorher eine Verlängerung auszuhandeln, wird er nach der Saison 2020 Free Agent. Die Wahrscheinlichkeit, dass Trout einen neuen Vertrag bei den Angels unterschreibt, dürfte wiederum wesentlich davon abhängen, ob sie ihm ein wettbewerbsfähiges Team zur Seite stellen können. Zurzeit sehe ich die Aussichten dafür als relativ gering an.

Voraussichtliches Lineup
C Jonathan Lucroy
1B Justin Bour
2B David Fletcher
SS Andrelton Simmons
3B Zack Cozart
LF Justin Upton
CF Mike Trout
RF Kole Calhoun
DH Shohei Ohtani

Voraussichtliche Rotation
LHP Andrew Heany
LHP Tyler Skaggs
RHP Matt Harvey
RHP Trevor Cahill
RHP Jaime Barria
Key Reliever: Cody Allen

Wichtigster Zugang
RHP Matt Harvey (Cincinnati Reds)

Wichtigster Abgang
RHP Garrett Richards (San Diego Padres)

Bestes Prospect
CF Jo Adell

Größte Stärke
Mike Trout: Betrachtet man Trouts Leistungen in Form von Wins Above Replacement, so kommt er für die Jahre 2012 bis 2018 auf einen Wert von 64,0 fWAR. Damit ist er nicht einfach nur der beste Spieler der MLB in diesem Zeitraum, er spielt vielmehr in einer komplett eigenen Liga mit über 20 fWAR Vorsprung auf den zweitplatzierten Clayton Kershaw (43,8). Zum Vergleich: Babe Ruth brachte es in seinen sieben ersten vollständigen MLB-Jahren auf 45,5 fWAR, Barry Bonds auf 55,5 fWAR.

Größte Schwäche
Albert Pujols: Es ist fast ein Sakrileg, eine Legende wie Pujols, der zahlreiche Rekorde (u. a. meiste Homeruns, meiste RBI eines noch aktiven Spielers) hält, als Schwäche zu bezeichnen. Doch die Realität ist, dass der 39-Jährige längst nicht mehr der ist, der er mal war. Sein 2011 unterzeichneter Vertrag ist zu einer Belastung für die Angels geworden. Von den 87 Millionen Dollar, die sie in den kommenden drei Jahren mehr oder weniger ohne Gegenleistung noch zu zahlen haben, könnte man drei solide Pitcher finanzieren.

Spannendste Frage
Ziehen die Angels um? Im Oktober 2018 haben die Angels eine Option im Pachtvertrag mit der Stadt Anaheim gezogen, die ihnen erlaubt, Angel Stadium nach der Saison 2019 zu verlassen. Sie verfolgen damit zwei Ziele: Zum einen wollen sie die Stadt zwingen, für eine Verlängerung Zugeständnisse in Form von Renovierungen zu machen. Zum anderen halten sie sich die Option offen, anderswo innerhalb der Region einen neuen Ballpark zu bauen. Die Stadt Long Beach hat sich für diese Möglichkeit bereits ins Gespräch gebracht.

Meine Prognose
Platz 3 in der AL West

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März 8th, 2019 by Silversurger

Zum zweiten Mal in Folge sorgen die San Diego Padres mit einer spektakulären Free-Agent-Verpflichtung für Aufsehen. Letztes Jahr lockten sie First Baseman Eric Hosmer mit einem Achtjahresvertrag über 144 Millionen Dollar – und dürften die Entscheidung inzwischen bereuen, nachdem Hosmer in seinem ersten Jahr unter Replacement Level produzierte (-0.1 fWAR). Der erhoffte Ruck ging nicht durch das junge Team, die Saison 2018 wurde mit nur 66 Siegen abgeschlossen. Was tut man nach so einem Rückschlag? Kleinere Brötchen backen? Ganz im Gegenteil, mit dem 300-Millionen-Dollar-Vertrag für Third Baseman Manny Machado über zehn Jahre setzte man dieses Jahr noch mal gewaltig einen drauf. Die Padres wollen offenbar mit der Brechstange raus aus dem Rebuilding-Modus und nach acht Losing-Seasons in Folge ist das nur zu verständlich. Second Baseman Ian Kinsler – für vergleichsweise bescheidene 8 Millionen Dollar und zwei Jahre – ist der Dritte im Bunde der erprobten Veteranen, die das talentierte Lineup besseren Zeiten entgegen führen soll. Die besseren Zeiten werden kommen, das dürfte angesichts der Kombination aus eingekaufter Star-Power und einer gut gepflegten Farm kaum in Frage stehen. Ich schätze aber, dass die Padres noch ein Jahr von diesen Zeiten entfernt sind. Um für sie schon in dieser Saison deutlich mehr als eine ausgeglichene Bilanz anzupeilen, fehlt es in meinen Augen noch zu sehr am Pitching.

Voraussichtliches Lineup
C Austin Hedges
1B Eric Hosmer
2B Ian Kinsler
SS Luis Urias
3B Manny Machado
LF Wil Myers
CF Manuel Margot
RF Franmil Reyes

Voraussichtliche Rotation
LHP Joey Lucchesi
LHP Robbie Erlin
LHP Eric Lauer
RHP Brett Kennedy
RHP Bryan Mitchell
Key Reliever: Kirby Yates

Wichtigster Zugang
3B Manny Machado (Los Angeles Dodgers)

Wichtigster Abgang
SS Freddy Galvis (Toronto Blue Jays)

Bestes Prospect
SS Fernando Tatis Jr.

Größte Stärke
Zukunftsfähigkeit: Mit Ausnahme von Kinsler (der auf 2B durch Urias ersetzt werden kann, sobald Tatis als SS übernimmt) steht jeder im obigen Lineup genannten Spieler noch mindestens vier Jahre in San Diego unter Vertrag. Es klingt irgendwie seltsam, aber die Padres könnten demnächst jahrelang die NL West dominieren.

Größte Schwäche
Die Rotation: Mit Joey Lucchesi (130 Innings, 4.08 ERA im Jahr 2018) und Eric Lauer (112 Innings, 4.34 ERA) haben die Padres zwei halbwegs erprobte Arme, die eher in die Mitte oder an das Ende einer Rotation passen als an deren Spitze. Der Rest des Staffs besteht aus Füllmaterial (Erlin, Mitchell) und schwer einschätzbaren Rookies (Kennedy, Paddack, Nix).

Spannendste Frage
Wann schlägt die Stunde von Tatis Jr.? Fernando Tatis Jr. gilt als eines der Top-Prospects der Liga. Er ist ein Power-Hitter sowie ein fähiger Shortstop und Baserunner. Bislang hat der 20-Jährige nicht höher als AA gespielt, doch die allgemeine Erwartung ist, dass er das AAA-Level genauso schnell bewältigt wie seine restliche Minor-League-Karriere und dass er in der zweiten Saisonhälfte dieses Jahres erstmals in der MLB zeigen darf, was er kann.

Prognose
Platz 3 in der NL West

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März 7th, 2019 by Silversurger

Dass Bryce Harper in Philadelphia gelandet ist, ist ja mittlerweile ein alter Hut – ich bekomme langsam den Eindruck, dass die MLB die großen Nachrichten immer bis Donnerstagnachmittag aufhebt, um sie direkt nach meinem wöchentlichen Überblicksartikel zu veröffentlichen. Aber so wichtig, dass er zum Fixpunkt einer Verschwörungstheorie taugte, ist mein Blog dann wohl doch nicht. Ich bleibe jedenfalls beim gewohnten Termin für den Grand Slam am Donnerstag und wenn der gute Herr Harper sich nicht danach richten mag, kann er eben erst eine Woche später lesen, was ich von seinem Rekordvertrag halte und was sich in der MLB diese Woche sonst noch getan hat. Das hat er jetzt davon.

330 Millionen für Harper
Glaubt man seinem Agenten Scott Boras, so hatte Bryce Harper „ein volles Büffet“ an Angeboten. Er hätte zum Beispiel von einem ungenannten Team 45 Millionen Dollar Jahresgehalt für einen kürzeren Vertrag haben können oder von den San Francisco Giants einen Zehnjahresvertrag für 310 Millionen. Letzten Endes hat er sich für das Angebot der Philadelphia Phillies entschieden, das mit 330 Millionen das größte Gesamtvolumen und mit 13 Jahren die längste Laufzeit aufwies. Dass das im Durchschnitt ein Jahresgehalt von „nur“ knapp über 25 Millionen ist, ließ Harper sich durch einige Annehmlichkeiten versüßen. So hat er sich den Anspruch auf eine eigene Loge im Citizens Bank Park festschreiben lassen sowie das Recht, auf Auswärtsreisen eine Suite statt eines normalen Hotelzimmers zu bewohnen. In jedem Jahr kann Harper bis zu 800.000 Dollar an Bonuszahlungen hinzuverdienen, indem er bestimmte Einzelauszeichnungen wie All-Star-Berufungen oder MVP-Titel erreicht. Der Vertrag enthält übrigens keinerlei Opt-Out-Klauseln, Optionsjahre oder Zahlungen, die auf spätere Zeiträume verschoben werden. Festgeschrieben ist allerdings eine volle No-Trade-Klausel, das heißt die Phillies können Harper nicht ohne sein Einverständnis zu einem anderen Team traden. Kurz gesagt: Dieser Vertrag ist aus Spielersicht ein wahrer Traum.
Aus Sicht des Vereins sieht die Sache für mich etwas anders aus, auch wenn die Phillies natürlich überzeugt sind, einen guten Deal gemacht zu haben. Ich persönlich finde es völlig absurd, sich irgendeinen Spieler für 13 Jahre mit garantiertem zweistelligen Millionengehalt ans Bein zu binden. Dass es dabei um Harper geht – einen sehr guten, aber bisher nur in einer Saison (2015) wirklich überragenden Spieler mit durchaus schwankenden Leistungen und wohl nicht ganz einfachem Charakter –, macht die Sache nur um so irrsinniger. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, wie die Phillies in sechs oder sieben Jahren über diesen Vertrag denken.

Blue Jays verpflichten Buchholz
Für vergleichsweise kleines Geld haben die Toronto Blue Jays Pitcher Clay Buchholz verpflichtet. Er erhält einen Einjahresvertrag über 3 Millionen Dollar und kann abhängig von absolvierten Innings bis zu 2,25 Millionen dazuverdienen. Der 34-Jährige war in den letzten zwei Jahren durch Verletzungen eingeschränkt, brachte es 2018 in seinen 16 Einsätzen für die Arizona Diamondbacks aber auf starke Werte mit 2.01 ERA und 3.47 FIP.

Severino verpasst Opening Day, Perez die ganze Saison
Es gibt kaum etwas Ärgerlicheres als eine ernsthafte Verletzung im Spring Training. Richtig übel erwischt hat es Salvador Perez: Der Catcher der Kansas City Royals hat sich das UCL-Band im rechten Ellenbogen gerissen und wer regelmäßig Baseball verfolgt, weiß was das bedeutet: Tommy-John-Surgery, Saison gelaufen. Auch Bobby Wahl, Reliever bei den Milwaukee Brewers, mit einer Knieverletzung und Padres-Outfielder Travis Jankowski mit gebrochenem Handgelenk werden für mehrere Monate und möglicherweise die gesamte Saison ausfallen. Mit kleineren Verletzungen werden unter anderem Minnesotas Miguel Sano, Dodgers-Ass Clayton Kershaw sowie die Yankees-Starter Luis Severino und C. C. Sabathia den Saisonbeginn verpassen. Die Rotation der Yankees wird somit schon sehr früh sehr dünn und es mehren sich Spekulationen, dass sie noch mal auf dem Free-Agent-Markt tätig werden. Dallas Keuchel oder Gio Gonzalez könnten attraktive Optionen sein, doch bislang lässt der Klub verlauten, dass man auf interne Lösungen wie Domingo German, Jonathan Loaisiga, Luis Cessa, oder Chance Adams setzt.

80 Spiele Sperre für Dopingsünder Wright
Leider hat die Saison 2019 auch schon ihrern ersten Dopingfall: Pitcher Steven Wright von den Boston Red Sox wurde der Nutzung des Wachstumshormons GHRP-2 überführt. Der Knuckleballer bestreitet, das Mittel bewusst eingenommen zu haben, konnte aber bislang keine entlastenden Beweise oder Erklärungen vorlegen. Die Liga hat daher entschieden, dass er das übliche Strafmaß für Ersttäter erhält: eine Sperre für die ersten 80 Spiele der Saison sowie für die Playoffs.

Roster werden wohl 2020 größer
Ich hatte hier mal einige Vorschläge der Ligaleitung und/oder der Spielergewerkschaft MLBPA für Regeländerungen aufgelistet. Die meisten davon werden vorerst nicht umgesetzt werden, doch in einem Punkt scheinen die beiden Verhandlungspartner kurz vor einer Einigung zu stehen: Die Größe des aktiven Kaders für die reguläre Saison bis 31. August sowie für die Postseason soll ab 2020 von 25 auf 26 Spieler erhöht werden. Gleichzeitig wird voraussichtlich die Kadergröße für den Zeitraum ab 1. September von 40 auf 28 gesenkt. Die Erhöhung auf 26 ist ein Wunsch der MLBPA – sie bedeutet 30 neue Arbeitsplätze für MLB-Spieler. Die Absenkung auf 28 geht eher von der Liga aus. Sie möchte weg von den aufgeblähten Rostern im letzten Saisonmonat, die einerseits zu häufigeren Pitcherwechseln während des Spiels führen und andererseits zu einer gewissen Wettbewerbsverzerrung, wenn ohnehin schon schwache Teams in der Endphase der Saison mit einem Haufen Minor Leaguer antreten.

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März 7th, 2019 by Silversurger

Die NL Central ist in meinen Augen weder die stärkste noch die schwächste Division der MLB, aber sie ist vielleicht die ausgeglichenste. Auch in dieser Division muss jedoch jemand Letzter werden und ich tippe, dass das die Pittsburgh Pirates sein werden. Generell sehe ich die Pirates in der Kategorie „weder Fisch noch Fleisch“, und ich habe den Verdacht, dass man sich innerhalb des Klubs selbst nicht ganz klar und einig ist, welche Ziele und Erwartungen verfolgt werden. Dass man sich während der vergangenen Saison Trades für Starter Chris Archer und Reliever Keone Kela geleistet hat, scheint dafür zu sprechen, dass man das Team in einer wettkampffähigen Position sieht. Dagegen spricht wiederum, dass die Pirates die Offseason in nahezu vollständiger Untätigkeit verbrachen. Das Middle Infield mit Josh Harrison und Jordy Mercer ließ man zu den Detroit Tigers ziehen, nennenswertester Neuzugang ist Lonnie Chisenhall, der als vierter Outfielder dienen wird. Nach einem Bekenntnis, dieses Jahr etwas reißen zu wollen, sieht das für mich nicht aus. Angesichts der aktiveren Konkurrenz sehe ich die Pirates 2019 bei einer knapp negativen Sieg-Niederlagen-Bilanz.

Voraussichtliches Lineup
C Francisco Cervelli
1B Josh Bell
2B Adam Frazier
SS Erik Gonzalez
3B Colin Moran
LF Corey Dickerson
CF Starling Marte
RF Gregory Polanco

Voraussichtliche Rotation
RHP Chris Archer
RHP James Taillon
RHP Trevor Williams
RHP Joe Musgrove
RHP Mitch Keller
Key Reliever: Felipe Vazquez

Wichtigster Zugang
OF Lonnie Chisenhall (Cleveland Indians)

Wichtigster Abgang
SS Jordy Mercer (Detroit Tigers)

Bestes Prospect
RHP Mitch Keller

Größte Stärke
Pitching: Die Rotation mit James Taillon, Chris Archer und Trevor Williams als Top-3 genügt höheren Ansprüchen, insbesondere wenn Archer zurück zu seiner Normalform findet. Mit dem Duo Felipe Vazquez und Keone Kela ist auch der Bullpen an der Spitze herausragend besetzt.

Größte Schwäche
Shortstop: Jordy Mercer erhielt nach sieben Jahren mit meist soliden, aber selten überragenden Leistungen keinen neuen Vertrag von den Pirates. Die aktuellen Alternativen für die Position sind Erik Gonzalez und Kevin Newman. Beide konnten bei ihren bisherigen Versuchen ihre MLB-Tauglichkeit noch nicht unter Beweis stellen.

Spannendste Frage
Nutzt Kang seine dritte Chance? Die Karriere von Third Baseman Jung-Ho Kang schien vor zwei Jahren beendet. Gegen ihn lagen Anzeigen wegen sexueller Belästigung (die Anklage wurde fallen gelassen) sowie wegen Unfallflucht und mehrfachen betrunkenen Fahrens (in diesen Punkten wurde er schuldig gesprochen) vor. Als Konsequenz verweigerten die US-Einreisebhörden dem Südkoreaner die Verlängerung seines Arbeitsvisums. 2018 war Kang, inzwischen trocken und mit neuem Visum ausgestattet, zurück in Pittsburgh. Er arbeitete sich über die Minor League zurück ins MLB-Team, absolvierte aber wegen einer Verletzung am Handgelenk nur drei Spiele. Die Pirates gaben ihm dennoch einen neuen Vertrag für 2019. Kang in der Form von 2015 oder 2016 wäre eine erhebliche Verstärkung für das Infield.

Prognose
Platz 5 in der NL Central

Hier geht’s zum Power-Ranking mit allen bisher erschienenen Previews.

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März 6th, 2019 by Silversurger

Dies ist die zehnte Preview meiner diesjährigen Artikelserie und ich sehe an dieser Stelle einen gewissen Einschnitt: Die bisher vorgestellten Teams sind in meinen Augen die hoffnungslosen Fälle, was die Saison 2019 betrifft. Die Arizona Diamondbacks sind die erste Mannschaft, der ich zutraue, im besten Fall um die Teilnahme an den Playoffs mitzuspielen. Dass ihnen das tatsächlich gelingt, halte ich gleichwohl für relativ unwahrscheinlich. Im Jahr eins nach Paul Goldschmidt und Patrick Corbin dürfte es schwer sein, den Anschluss in einer Division zu halten, in der die Dodgers und die Rockies nicht schlechter geworden und die Padres vermutlich im Kommen sind. Letztes Jahr hielten die Diamondbacks sich lange im Rennen, bevor sie im Endspurt einbrachen und die Playoffs letztlich klar verpassten. Da waren allerdings noch Goldschmidt, Corbin und A. J. Pollock an Bord. Gleichwertiger Ersatz wurde nicht geholt, sodass die finanziell notorisch klammen Diamondbacks wieder mal gezwungen sind, sich über die Entwicklung junger Spieler neu zu formieren. Das läuft nicht zwangsläufig auf ein volles Rebuilding hinaus, denn sowohl der MLB-Kader als auch die Farm bieten genug Anknüpfungspunkte, um den Erneuerungsprozess möglicherweise innerhalb von ein, zwei Jahren zu vollziehen. Die sportliche Leitung um General Manager Mike Hazen und Field Manager Torey Lovullo hat bereits 2017 in ihrer ersten gemeinsamen Saison unter Beweis gestellt, dass sie es drauf hat, mit begrenzten Mitteln und in überraschend kurzer Zeit ein erfolgreiches Team aufzubauen.

Voraussichtliches Lineup
C Alex Avila
1B Jake Lamb
2B Wilmer Flores
SS Nick Ahmed
3B Eduardo Escobar
LF David Peralta
CF Ketel Marte
RF Steven Souza Jr.

Voraussichtliche Rotation
RHP Zack Greinke
LHP Robbie Ray
RHP Zack Godley
RHP Luke Weaver
RHP Matt Andriese
Key Reliever: Greg Holland

Wichtigster Zugang
RHP Luke Weaver (St. Louis Cardinals)

Wichtigster Abgang
1B Paul Goldschmidt (St. Louis Cardinals)

Bestes Prospect
SS Jazz Chisholm

Größte Stärke
Starting Pitching: Auch nach dem Abgang von Patrick Corbin steht mit Zack Greinke, Robbie Ray und Zack Godley eine starke Top-3 an der Spitze der Rotation. Dahinter ist es aktuell noch etwas dünn, doch in Jon Duplantier, Taylor Widener und Taylor Clarke kommen einige fast MLB-bereite Jungpitcher nach.

Größte Schwäche
Centerfield: Für A. J. Pollock wurde kein externer Nachfolger verpflichtet und intern ist nur Jarrod Dyson da – ein guter Feldspieler, der mit dem Schläger ungefähr gar nichts trifft. Ein Ausweg könnte das Experiment sein, den athletischen Infielder Marte ins zentrale Outfield zu verschieben.

Spannendste Frage
Wie wirkt sich der neue Bodenbelag aus? In Chase Field wird gerade ein neuer Kunstrasen verlegt. Das dürfte zu einer deutlichen Veränderung führen, denn bisher galt das Infield im heißen und trockenen Klima Arizonas immer als eines der schnellsten der Liga. Kunstrasen ist in der Regel langsamer und erlaubt den Infieldern mehr Plays. Möglicherweise ist das für die defensivstarken Diamondbacks eher ein Nachteil, denn bisher hatten sie den gegnerischen Mannschaften voraus, dass sie im Gegensatz zu diesen an das schnelle Infield gewöhnt waren.

Prognose
Platz 4 in der NL West

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