Category: MLB

Mai 9th, 2019 by Silversurger

Die vergangene MLB-Woche stand im Zeichen einiger beeindruckender Pitcher-Leistungen. Mike Fiers, Noah Syndergaard, Kyle Hendricks und Hyun-Jin Ryu legten allesamt Auftritte hin wie man sie nicht alle Tage zu sehen bekommt. Auf jede davon gehe ich später in diesem Grand Slam am Donnerstag noch etwas ein, doch zunächst wie üblich der Blick auf die Zwischenstände in den einzelnen Divisionen:

American League
Die Boston Red Sox (19-19) sind zurück. Das ist die wichtigste Nachricht aus der American League East, auch wenn dort – völlig verdient – nach wie vor die Tampa Bay Rays (23-13) vorne stehen. Mit acht Siegen aus den letzten zehn Spielen haben sich die Red Sox aus dem Loch gegraben, in dem sie die ersten Wochen der Saison verbracht hatten. Ein nervenaufreibender 2:1-Sieg über die Baltimore Orioles (13-24) in der vergangenen Nacht brachte sie erstmals seit Saisonbeginn wieder zu einer ausgeglichenen Bilanz. Da gleichzeitig die Toronto Blue Jays (15-22) deutlich abgebaut haben, sieht es in der AL East nun so langsam nach dem erwarteten Dreikampf zwischen Tampa Bay, den New York Yankees (21-15) und den Red Sox aus. Für Letztere dürfte es recht gelegen kommen, dass die Rays und die Yankees an den beiden kommenden Wochenenden insgesamt sechsmal gegeneinander antreten müssen (siehe „Einschalttipp“).

In der AL Central darf man wohl so langsam daran glauben, dass die Minnesota Twins (23-12) „for real“ sind. Mit einer Siegquote von 65,7% führen sie nach wie vor die gesamte MLB an und der Abstand auf die verletzungsgeplagten Cleveland Indians (19-16) wächst langsam, aber beständig. Beide Teams haben in den nächsten Wochen Spielpläne, die recht lösbar aussehen – was in einer Division mit den drei Rebuildern Detroit Tigers (16-17), Chicago White Sox (16-19) und Kansas City Royals (13-25) nichts Ungewöhnliches ist.

Auch die AL West sieht zurzeit nicht nach einer besonders wettbewerbsstarken Division aus. Die Houston Astros (22-15) sind hier die einzige Konstante und es ist zu vermuten, dass sie eine auf Dauer recht einsame Saison erleben werden. Hinter den Astros stehen lediglich die Seattle Mariners (20-19) noch bei einer knapp positiven Bilanz, doch zehren sie dabei immer noch von ihrem längst vergangenen Traumstart in das Jahr. Von den letzten zehn Spielen gingen acht verloren und in den nächsten zehn lauten die Gegner achtmal Yankees, Red Sox oder Twins. Die Texas Rangers (17-17) halten sich bislang überraschend wacker, müssen nun allerdings für vier Spiele nach Houston.

National League
Die National League East war allgemein als besonders umkämpfte Division erwartet worden, doch zurzeit sieht es ganz so aus als könnten die Philadelphia Phillies (21-15) sich frühzeitig vom Rest des Feldes absetzen. Sie sind momentan das einzige Team der NL East mit einer positiven Bilanz und ebenfalls das einzige mit einem positiven Run Differential. Die Atlanta Braves (16-17) wurden auf der ersten Hälfte ihrer Westküstenreise von den Dodgers gesweept und müssen als nächstes nach Arizona. Bei den Dodgers müssen nun die Washington Nationals (14-22) antreten, bevor die Nationals in den nächsten zwei Wochen insgesamt siebenmal auf die New York Mets (17-20) treffen. Je nach Ausgang dieser Duelle kann es sein, dass entweder die Mets oder die Nationals die Saison dann schon so ziemlich abhaken können. Die Miami Marlins (10-26) haben das längst getan.

So schnell kann es gehen im Baseball: Letzte Woche waren die St. Louis Cardinals (21-16) noch die unumstrittenen Überflieger der NL Central. Doch dann ließ man sich im Spitzenduell von den Chicago Cubs (21-13) sweepen, verlor zudem zwei von drei Partien gegen Philadelphia und schon findet man sich nur noch auf Platz drei wieder. Zwischen die Cubs und die Cardinals haben sich die Milwaukee Brewers (23-16) geschoben, die gegen die Mets und die Nationals sechs Spiele in Folge gewonnen haben. Am Wochenende steht schon wieder eine Spitzenserie an: Die Cubs erwarten die Brewers für drei Spiele. Die Cardinals haben derweil mit den Pittsburgh Pirates (17-16) einen Gegner, den man ebenfalls noch nicht abschreiben kann.

Die Los Angeles Dodgers (25-14) sind zurzeit das erfolgreichste Team der NL und vor allem zu Hause eine Macht. 15 Siege und nur 4 Niederlagen sind eine Heimbilanz, mit der in der MLB kein Team auch nur ansatzweise mithalten kann. Ihre drei jüngsten Heimserien haben die Dodgers allesamt gesweept, und zu ihrer Freude finden die nächsten sechs Spiele ebenfalls im Dodger Stadium statt – vier gegen die Nationals, zwei gegen die San Diego Padres (21-17). Zwischen den Dodgers und den Padres stehen in der NL West die Arizona Diamondbacks (21-16). Die D-Backs sind für mich eine der großen Überraschungen der bisherigen Saison. An ihrer Stelle hatte ich eher die Colorado Rockies (16-20) erwartet, die letztes Wochenende das direkte Duell in Arizona 1:2 verloren und auch sonst bisher eher enttäuscht haben. Wegen miesen Wetters in Colorado konnten die Rockies diese Woche bislang nur ein Spiel absolvieren und auch das verlief mit 4:14 gegen die San Francisco Giants (16-20) wenig ermutigend.

Szene der Woche
Die Offensive im Slump, der Bullpen unzuverlässig? Für Noah Syndergaard, Starting Pitcher der New York Mets, war das im Spiel gegen die Reds am Donnerstag kein Problem, er machte dann eben alles alleine. Und „alles“ bedeutet nicht nur, dass er über volle neun Innings ging und keinen Run zuließ. Nein, er musste auch den einzigen Run seines eigenen Teams noch selbst per Solo-Homerun beisteuern. Dieser Homerun ist meine Szene der Woche:

Statistik der Woche 
81. So viele Pitches benötigte Kyle Hendricks am Freitag, um für die Chicago Cubs die kompletten neun Innings gegen die St. Louis Cardinals zu absolvieren. Er ließ vier Hits, aber keine Runs zu beim 4:0-Erfolg seines Teams. Man nennt so ein Spiel (ein Complete-Game-Shutout mit weniger als 100 Pitches) einen Maddux. Ein solcher gelang auch Hyun-Jin Ryu am Dienstag. Er brauchte 93 Pitches, um die Atlanta Braves abzufertigen und den Los Angeles Dodgers einen 9:0-Sieg zu ermöglichen.

Spiele der Woche
Die Saison 2019 hat ihren ersten No-Hitter: Mike Fiers gelang das Kunststück am Dienstag beim 2:0 seiner Oakland Athletics gegen die Cincinnati Reds. Obwohl er nur zwei Walks und sonst keine Baserunner zuließ, war Fiers vom Pitch-Count her bei weitem nicht so effektiv wie Hendricks und Ryu: 131 Pitches brauchte er, um das Spiel zu Ende zu bringen. Das waren die meisten Pitches in einem No-Hitter seit… Mike Fiers im August 2015! Damals warf er 134 Pitches gegen die Dodgers beim ersten No-Hitter seiner Karriere. Fiers ist erst der 35. Pitcher der Geschichte mit zwei MLB-Spielen ohne erlaubten Hit.

Das Spiel der San Francisco Giants gegen die Cincinnati Reds vom Montag hatte zwar nicht das sportliche Niveau der zuvor genannten Partien, aber dafür wartete es mit so vielen kuriosen Situationen auf, dass ich es hier nicht unerwähnt lassen möchte. Los ging es damit schon vor dem Spielbeginn, welcher sich durch eine Bieneninvasion verzögerte und Derek Dietrich als Kammerjäger auf den Plan rief. Später schrieben die Giants-Pitcher Pat Venditte und Sam Dyson Geschichte, als sie – augenscheinlich unabsichtlich – vier gegnerische Spieler in einem Inning abwarfen und damit den MLB-Rekord einstellten. Besser machte es ihr Teamkamerad Pablo Sandoval: Der Third Baseman pitchte ein sauberes neuntes Inning in dem Spiel, in dem er zuvor einen Homerun geschlagen, eine Base gestohlen und ein Highlight-Play im Feld produziert hatte. Genützt hat es den Giants letzten Endes wenig, denn sie gingen mit 4:12 unter gegen die Reds, für die Newcomer Nick Senzel mit zwei Homeruns brillierte.

Mein Einschalttipp
Die Tampa Bay Rays und die New York Yankees gelten als positive Überraschungen der bisherigen Saison – die Rays, weil sie hervorragend dastehen und vor allem im Pitching den Rest der Liga alt aussehen lassen; die Yankees, weil sie trotz enormen Verletzungspechs immer noch vorne mitspielen. Am Wochenende kommt es zum ersten Mal in dieser Saison zu einem direkten Aufeinandertreffen der beiden Divisionsrivalen. Gleich im ersten Spiel am Freitag schicken beide ihre bislang besten Starter auf den Mound: Für die Yankees tritt Domingo German (2.35 ERA, 2.72 FIP) an, für die Rays Tyler Glasnow (1.47 ERA, 2.40 FIP). Die Partie könnt ihr ab 1:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit in der Nacht auf Samstag sowohl auf DAZN als auch auf mlb.tv verfolgen.

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Mai 2nd, 2019 by Silversurger

Der Mai ist gekommen und die MLB hat ein neues Top-Team: Mit 20 Siegen aus 30 Spielen sind die St. Louis Cardinals derzeit ganz vorne. Ihrem einstigen Top-Prospect Alex Reyes dürfte allerdings nicht zum Feiern zumute sein: Erst wurde er wegen schwacher Leistungen in die Minor League versetzt, dann lief es dort im ersten Start auch nicht gut und schließlich musste für den aufgestauten Frust eine Wand herhalten, die sich offenbar mit voller Härte zur Wehr setzte. Jedenfalls hat Reyes sich dabei den kleinen Finger gebrochen, fällt nun mehrere Wochen aus und ist hiermit offiziell nominiert für den MRI-Award 2019. Noch ein Stück dämlicher angestellt hat sich Logan Webb, das Top-Pitching-Prospect der San Francisco Giants: Er hat offenbar versucht, mit der verbotenen Substanz Dehydrochlormethyltestosteron seine Leistungen zu steigern. Nach dem positiven Test auf das Dopingmittel wurde er für 80 Spiele gesperrt und dürfte damit die Chance vertan haben, schon dieses Jahr den Sprung ins MLB-Roster zu schaffen.

National League
Die Teams der National League East haben keine besonders gute Woche hinter sich. Eine Ausnahme davon stellen lediglich die Philadelphia Phillies (17-13) dar. Deren 3:1-Seriensieg über die Miami Marlins (9-21) ist dafür verantwortlich, dass sie als einzige in der Division bei einer positiven Bilanz stehen. Die New York Mets (15-15) und die Atlanta Braves (15-15) haben ihren Rhythmus noch nicht gefunden und halten sich mit schwankenden Leistungen gerade so über Wasser. Insbesondere bei den Mets muss man zweifeln, ob das noch lange gut geht, denn mit einem Run Differential von -20 und den meisten zugelassenen Runs (169) der gesamten NL steht man normalerweise nicht bei 15-15. Die Washington Nationals (12-17) sind auf dem Weg in die Krise schon einen Schritt weiter, soll heißen: Sie stecken mittendrin. Von den letzten sieben Spielen haben sie nur eines gewonnen und dafür brauchte es 11 Innings gegen die Padres. Ausgerechnet jetzt steht für die Nationnals eine schwierige Auswärtstour an (Phillies, Brewers, Dodgers).

Mit Siegen in zehn der letzten elf Spiele lassen die St. Louis Cardinals (20-10) in der NL Central zurzeit niemandem Gelegenheit, an sie heranzukommen. Doch am Wochenende könnte es spannend werden, denn die Chicago Cubs (16-12) begrüßen die Cardinals für eine Drei-Spiele-Serie zum Spitzenduell (siehe „Einschalttipp“). Die Cubs hatten einen ganz miesen Start in den ersten beiden Saisonwochen. Seitdem haben sie aber keine Serie mehr verloren und inzwischen das stärkste Run Differential (+38) der NL herausgespielt. Die Milwaukee Brewers (17-15) können da zwar mit einem Run-Verhältnis von -9 nicht mithalten, doch mit Erfolgen in je zwei von drei Spielen gegen die Mets und die Rockies scheinen sie ihr Zwischentief überwunden zu haben. Die anstehenden Serien gegen erneut die Mets sowie die Nationals klingen nach lösbaren Aufgaben. Die Pittsburgh Pirates (14-14) dürften mit den Playoffs wenig zu tun haben, aber mit zwei Siegen gegen die Rangers ist für sie wenigstens der freie Fall von acht Niederlagen in Folge erstmal gestoppt.

Die Los Angeles Dodgers (20-13) sind in der NL West voll auf Kurs, müssen aber zwei Rückschläge verdauen: erstens eine 1:2 verlorene Serie beim Erzrivalen San Francisco Giants (13-18), zweitens eine Verletzung von Centerfielder A. J. Pollock. Bei Letzterer handelt es sich um eine Infektion im rechten Ellenbogen, der 2016 schon einmal operiert werden musste. Damals wurde eine Metallplatte eingesetzt; aus dieser muss nun eine Schraube entfernt werden, die wohl die Probleme verursacht hat. Pollock wird nach der Prozedur für einige Wochen ausfallen. Die Dodgers müssen nun für drei Spiele zu den San Diego Padres (17-14), während in Denver die Colorado Rockies (14-17) auf die Arizona Diamondbacks (18-13) treffen. Es wird also ein richtig interessantes Wochenende in der NL West mit lauter direkten Duellen zwischen den vier besten Teams der Division.

American League
Können die Tampa Bay Rays (19-11) sich auf Dauer an der Spitze der American League East halten? Ein 2:0-Sweep bei den Boston Red Sox (14-17) am vergangenen Wochenende machte Hoffnung, doch der verlorene Doubleheader in Kansas City gestern war ein herber Dämpfer. Zum Glück für die Rays konnten die New York Yankees (17-13) daraus kein Kapital schlagen, da sie selbst ihre beiden Spiele in Arizona verloren. Die große Neuigkeit bei den Toronto Blue Jays (14-16) war die letzte Woche angekündigte und heiß ersehnte Ankunft des Supertalents Vladimir Guerrero Jr. Bislang konnte Vlad Jr. den Hype noch nicht rechtfertigen, in fünf Spielen schlug er eine Slashline von .167/.286/.222. Aber fünf Spiele sind im Baseball so gut wie gar nichts; es gibt also noch lange keinen Grund, enttäuscht zu sein.

Alles andere als eine Enttäuschung sind bislang die Minnesota Twins (18-10). Sie weisen mittlerweile die beste Bilanz nicht nur der AL Central, sondern der gesamten AL auf. Zuletzt gabe es zwei Erfolge aus drei Spielen gegen die Astros, davor einen Sweep gegen die Orioles. Zu den drei Siegen über Baltimore steuerte Max Kepler vier Homeruns bei, und auch sonst spielt „unser“ Mann in der MLB eine ganz hervorragende Saison (.277/.349/.564, 7 HR). Auf Platz zwei verdrängt sind inzwischen die Cleveland Indians (16-13), die letzte Nacht nicht nur ein 2:4 bei den Marlins verdauen mussten, sondern auch die viel schlimmere Nachricht, dass sie auf ihr Ass Corey Kluber eine Weile verzichten müssen. Kluber wurde von einem Comebacker von Brian Anderson am Pitching-Arm getroffen und erlitt eine Fraktur. Er ist nach Danny Salazar und Mike Clevinger schon der dritte Starter der Indians, der für mindestens einige Wochen ausfälllt.

In der AL West konnten die Houston Astros (18-13) zwar diese Woche nicht überzeugen – einem Split gegen die Indians folgten zwei Niederlagen in drei Spielen gegen die Twins –, doch geschadet hat ihnen das nicht, denn die Verfolger schwächelten noch mehr. Sowohl die Seattle Mariners (18-15) als auch die Texas Rangers (14-15) haben von ihren letzten neun Spielen sieben verloren – und ihre einzigen Siege bei dem 2:2-Split im direkten Aufeinandertreffen eingefahren. Auch die Oakland Athletics (14-19) befinden sich im Absturz. Nach einer 0:6-Bilanz aus den Spielen in Toronto und Boston bleibt ihnen nur noch die Station in Pittsburgh, um von ihrem Ostküstentrip nicht mit leeren Händen heimzukehren.

Szene der Woche
Eigentlich wollte ich an dieser Stelle die Bierdusche würdigen, die Ryan Braun von den Milwaukee Brewers(!) in Citi Field zuteil wurde, als er einen Flyball von Pete Alonso zu fangen versuchte (man beachte die schlecht versteckte Botschaft „This Bud’s for you“ im Hintergrund):

Sehenswert wäre auch der Dodgers-Fan gewesen, der auf der Jagd nach einem Foulball zunächst eine Portion Pommes aufgab – und ein Inning später das Pizzastück, das er sich als Ersatz geholt hatte, hinterher warf:

Aber Yankees-Pitcher C. C. Sabathia lässt mir keine andere Wahl, eine andere Szene in den Mittelpunkt zu stellen. Mit seinem 3000. Strikeout erreichte der 38-Jährige einen Meilenstein, den nur 16 Leute vor ihm bewältigt haben, und ließ sich dafür zurecht feiern:

Statistik der Woche 
1.998. So viele RBI sind Albert Pujols in seiner Karriere bislang gelungen. Das ist zwar eine kleinere Zahl als die der Strikeouts von C. C. Sabathia, dennoch ist sie noch ein Stück beeindruckender. Pujols steht damit nämlich offiziell auf dem dritten Platz der Allzeit-Rangliste, auf welcher er in den letzten Tagen Lou Gehrig (1.994) und Barry Bonds (1.996) überholt hat. Vor Pujols stehen nun nur noch Hank Aaron (2.297) und Alex Rodriguez (2.086). Inoffiziell belegt er übrigens „nur“ Rang fünf; das liegt daran, dass RBI erst 1920 als Statistik eingeführt wurden, sodass ein Teil der 2.214 RBI von Babe Ruth und die gesamten 2.075 RBI von Cap Anson nicht in die Rekordliste der MLB einfließen.

Spiel der Woche
Das Spiel zwischen den Los Angeles Dodgers und den Pittsburgh Pirates am Sonntag hatte eine Menge Geschichten zu erzählen. Die erste war die Geschichte von zwei älteren Herren: Dodgers-Pitcher Rich Hill (39) kehrte aus seiner Verletzungspause zurück und bildete mit Catcher Russel Martin (36) das wohl älteste Battery-Duo, das die MLB zurzeit zu bieten hat. Für Hill lief es eher mittelmäßig – zwar absolvierte er 6 Innings, in denen ihm 6 Strikeuots gelangen und er nur einen Earned Run zuließ, aber diese Werte schmeicheln etwas, denn ein Error im zweiten Inning verhinderte, dass ihm weitere vier Runs angerechnet wurden. Die zweite Geschichte war die eines noch sehr jungen Herren: Cody Bellinger, 23, brachte per Sac-Fly den ersten Run, per Homerun den zweiten Run sowie durch ein Single den siebten und letzten Run seines Teams über die Platte. Der Homerun war übrigens der 14. in der laufenden Saison, womit Bellinger einen Rekord einstellte: Nur vier Spieler haben es jemals geschafft, noch vor dem 1. Mai einer Saison so viele Homeruns zu erzielen – Albert Pujols 2006, Alex Rodriguez 2007 sowie Christian Yelich und Cody Bellinger 2019. Die dritte Geschichte war die eines Teams, das in der jungen Saison schon hoch geflogen und tief gefallen ist. Die Pirates gaben eine 5:1-Führung aus der Hand und verloren am Ende mit 6:7 ihr achtes Spiel in Folge. Aber zum Glück ist es Baseball und schon im nächsten Spiel waren es die Pirates selbst, die ein dramatisches Comeback bejubeln durften.

Mein Einschalttipp
In der NL Central ist ein heißer Zweikampf zwischen den St. Louis Cardinals und den Chicago Cubs entbrannt. Die derzeit drei Spiele Abstand zwischen den beiden stammen von dem schwachen Saisonstart der Cubs, sollten aber nicht darüber hinweg täuschen, dass beide Teams zurzeit in absolut beeindruckender Form sind. Von Freitag bis Sonntag haben die Cubs drei Heimspiele gegen die Cardinals und von daher keine schlechten Chancen, den Rückstand zu verringern oder gar aufzuholen. DAZN ignoriert diese interessante Serie leider komplett, daher könnt ihr sie ausschließlich über mlb.tv verfolgen. Sowohl am Freitag (20:20 Uhr) als auch am Samstag (22:05 Uhr) kommen die Spiele zu europafreundlichen Zeiten, während die Partie am Sonntag (1:05 Uhr) eher etwas für Nachteulen ist.

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April 25th, 2019 by Silversurger

Was für eine spannende Saison: Letzte Woche konstatierte ich an dieser Stelle noch, dass ein Team – die Tampa Bay Rays – in seiner Division bereits mit 5,5 Spielen Abstand vorne liegt. Seitdem hat sich die Lage dahin entwickelt, dass alle Erstplatzierten der sechs Divisionen zusammen nur noch fünf Spiele Vorsprung auf die Zweiten haben. Das Team der Stunde sind die Yankees, die seit letzter Woche jedes Spiel gewonnen haben. Einen noch größeren Erfolg haben die Oakland Athletics abseits des Platzes erzielen können: Sie konnten ihren Star-Slugger Khris Davis bis 2021 an sich binden. 33,5 Millionen für zwei Jahre sind aus Teamsicht ein ziemliches Schnäppchen. Davis hatte sich von vornherein dazu bekannt, in Oakland bleiben zu wollen und dafür auch weniger Gehalt zu akzeptieren als er woanders verdienen könnte.

American League
Die Tampa Bay Rays (16-9) sind von der Bilanz her nach wie vor das beste Team nicht nur der American League East, sondern der gesamten MLB. Doch ihre Dominanz bröckelt unübersehbar: Gegen den einen Favoriten in der Division, die Boston Red Sox (10-15), mussten die Rays diese Woche einen Drei-Spiele-Sweep einstecken. Der andere Favorit, die New York Yankees (14-10), legte derweil sechs Siege in Folge hin – obwohl seine Verletzungsmisere unvermindert anhält: Catcher Gary Sanchez ist zurück im Lineup, dafür mussten nun die Outfielder Aaron Judge und Clint Frazier auf die Inury-List gesetzt werden. Die Yankees stehen nun nur noch 1,5 Spiele hinter den Rays und der Vorsprung kann heute Nacht auf ein einziges Spiel schmilzen, wenn sie auch Spiel vier gegen die Angels gewinnen, während die Rays spielfrei sind. Danach müssen die Rays nach Boston, um erneut dreimal gegen die Red Sox anzutreten. Für die Toronto Blue Jays (11-14) steht morgen das wahrscheinlich interessanteste Ereignis des Jahres an, denn Vladimir Guerrero Jr. soll zu seinem ersten MLB-Einsatz kommen (siehe „Einschalttipp“).

An der Spitze der AL Central liefern die Minnesota Twins (13-9) und die Cleveland Indians (13-10) sich ein äußerst enges Rennen. Es wird in den nächsten Wochen ein Fernduell bleiben, denn ein direktes Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten steht erst im Juni an. Die nächsten größeren Prüfsteine für beide sind die Astros: Die Indians müssen ab heute zu vier Spielen in Houston antreten, anschließend kommen die Astros für vier Spiele nach Minnesota. Ein etwas kurioser Fall sind die drittplatzierten Detroit Tigers (12-11): Ihre 76 erzielten Runs sind in der AL mit Abstand die wenigsten und das Run Differential mit -15 klar negativ. Dennoch bringen sie es auf eine knapp positive Bilanz. Man kann das auf eine besonders effektive Spielweise zurückführen, aber wahrscheinlich ist es eher Glück und gleichzeitig ein Hinweis, dass man sich mittelfristig eher im Bereich der Chicago White Sox (9-14) und der Kansas City Royals (8-17) einordnen wird.

Wie gerade schon erwähnt, haben die Houston Astros (15-9) eine schwierige Woche vor sich, da sie nun nacheinander gegen die beiden Top-Teams der AL Central antreten müssen. Erfreulich aus ihrer Sicht ist, dass ihre beiden engsten Verfolger in der AL West zurzeit nicht den Eindruck erwecken, ihren guten Saisonstart auf Dauer fortzuführen: Die Seattle Mariners (16-11) haben sich gerade von den Padres sweepen lassen und die Texas Rangers (12-11) von den Oakland Athletics (14-13). Als nächstes treffen die Mariners und die Rangers viermal aufeinander, nehmen sich also in irgendeiner Konstallation gegenseitig die Punkte weg. Keine schlechten Voraussetzungen für die Athletics, das Feld von hinten aufzurollen – wozu sie allerdings eine ungeliebte Reise an die Ostküste (Toronto, Boston, Pittsburgh) erfolgreich gestalten müssen.

National League
Die National League East erweist sich bislang als der allseits erwartete Vierkampf. Nach 2:1 Siegen der New York Mets (13-11) über die Philadelphia Phillies (13-11) stehen beide nun gleichauf an der Spitze, unmittelbar gefolgt von den Atlanta Braves (12-11). Die Washington Nationals (11-12) fallen nach vier Niederlagen aus den letzten sechs Spielen ein bisschen ab. Es würde mich nicht wundern, wenn dieser Trend sich in den nächsten Tagen und Wochen fortsetzt, denn die Nationals haben ein sehr anstrengendes Programm vor sich (Padres, Cardinals, Phillies, Brewers, Dodgers…).

In der NL Central ist zurzeit eine Menge Bewegung. An der Spitze stehen nach fünf Siegen in Folge inzwischen relativ klar die St. Louis Cardinals (15-9). Die Verfolgerplätze teilen sich zwei Teams, die offenbar in unterschiedliche Richtungen unterwegs sind: Die Chicago Cubs (12-10) arbeiten seit zwei Wochen hart und erfolgreich daran, ihren Fehlstart in die Saison vergessen zu lassen, zuletzt gewannen sie Serien gegen die Diamondbacks und die Dodgers. Den Pittsburgh Pirates (12-10) hingegen scheint nach einem unerwartet starken Saisonbeginn etwas die Luft auszugehen. Vier Niederlagen hintereinander mussten sie einstecken, das Run Differential ist inzwischen in den negativen Bereich gerutscht und gegen Arizona musste das bis dato überragende Pitching einmal elf und einmal zwölf Runs einstecken. Ebenfalls abgerutscht sind die Milwaukee Brewers (13-13), die sieben der letzten acht Spiele verloren. Um den Abwärtstrend zu stoppen, haben sie sich eine Neuverpflichtung gegönnt: Starting Pitcher Gio Gonzalez kehrt für 2 Millionen Dollar für den Rest der Saison zurück nach Milwaukee.

Die engste Division, wenn man nach dem Abstand zwischen dem ersten und dem letzten Platz geht, ist die NL West. Die Los Angeles Dodgers (15-11) sind zwar immer noch das Maß der Dinge, doch die Division ist in den letzten Tagen spürbar zusammengerückt. Möglich gemacht haben das zwei Niederlagen der Dodgers bei den Cubs, während die Arizona Diamondbacks (14-11), die San Diego Padres (14-11) und die San Francisco Giants (11-14) in den letzten Tagen jeweils drei Siege in Folge einfuhren. Auch die Colorado Rockies (11-14) sind im Kommen, sie haben genau wie die Diamondbacks acht der letzten zehn Spiele gewonnen.

Szenen der Woche
Dass Justin Bour gern mal auf das Erreichen einer Base verzichtet, haben wir letzte Woche schon gesehen. Diese Woche leistete Bour sich erneut die Hauptrolle in einem kuriosen Moment. Er schlug – bei einem Out und vorhandenem Runner auf der ersten Base – einen Popup im Infield und verzichtete darauf, zur Base zu laufen. Ein schwerer Fehler, den die Mariners eiskalt bestraften: Sie ließen den Ball auf den Boden fallen und sammelten dann durch Würfe an die zweite und die erste Base gemütlich ein Doubleplay ein. Die Szene eignet sich in mehrfacher Hinsicht als Lehrvideo: erstens dafür, warum man immer zur ersten Base rennen sollte, nachdem man den Ball ins Feld geschlagen hat; zweitens dafür, dass die Infield-Fly-Regel nicht gilt, solange nur ein Baserunner vorhanden ist.

Ein weiteres ungewöhnliches Doubleplay kann ich nicht unerwähnt lassen: Zuerst gelang es Athletics-Centerfielder Ramon Laureano, einen scheinbar sicheren Homerun von Teoscar Hernandez noch vom Zaun zu pflücken. Derweil war Justin Smoak von der ersten Base bereits losgelaufen, kehrte korrekterweise wieder zurück, lief dann aber nach einem zu weit geratenen Wurf erneut Richtung zweite Base und wurde dort schließlich von Jurickson Profar erwischt. Hier also der zweite frühe Kandidat für das Doubleplay des Jahres:

Statistik der Woche 
59. So viele Homeruns haben die Baltimore Orioles in dieser Saison schon zugelassen und damit einen Rekord aufgestellt, auf den sie sicher gern verzichten würden. Es sind die meisten Homeruns, die je ein Team innerhalb eines Monats erlaubt hat. Eine kleine Einschränkung gibt es noch: In den Split-Statistiken werden üblicherweise März und April zusammengefasst. Ohne die vier Homeruns, die die Orioles schon im März kassiert haben, stehen sie diesen Monat bei „nur“ 55 und somit bei zwei weniger als die Oakland Athletics im Mai des Jahres 1964. Aber diese Spitzfindigkeit wird sich vermutlich bald in Luft auflösen, denn die Orioles haben noch fünf Spiele im April.

Spiel der Woche
Nichts fühlt sich besser an als ein Comeback-Win, insbesondere wenn man vorher eine Serie von Niederlagen einstecken musste. Als die Braves am Samstag in das Spiel gegen die Indians gingen, hatten sie viermal hintereinander verloren – zuletzt am gleichen Tag im ersten Teil des Doubleheaders. Und es schien einfach so weiterzugehen mit dem Absturz der Braves, die ihren Starter Touki Toussaint schon nach 1.1 Innings und sieben verschuldeten Runs vom Mound nehmen mussten. Ersatzmann Shane Carle, der als 26. Mann in den Kader des Doublheader-Tages geholt worden war, gelang es, mit 3.2 scorelosen Innings die Blutung zu stoppen und den Spielstand bei 0:7 einzufrieren. Mit einem Run im fünften und zwei im siebten Inning schien Atlantas Offensive zunächst nur Ergebniskosmetik zu betreiben. Doch im Endeffekt war das die Grundlage, im neunten Inning die Wende herbeizuführen. Clevelands Reliever Adam Cimber ließ drei Walks und ein Single zu, sein Nachfolger auf dem Mound Tyler Olson walkte seinen ersten und einzigen Batter. Cody Anderson kam rein, um beim Stand von 7:6 und zwei Outs gegen Ronald Acuna den Sack zuzumachen, doch dem gelang stattdessen ein Double, welcher das Ergebnis auf 8:7 für die Braves drehte. Closer A. J. Minter sorgte mit drei Strikeouts in der unteren Hälfte des Innings für das seltene Gefühl, dass die Braves stolz auf ihren Bullpen sein durften.

Mein Einschalttipp
Die Toronto Blue Jays spielen gegen die Oakland Athletics. Das klingt – sofern man nicht ein großer Anhänger eines der beiden Teams ist – nicht nach einem Matchup, dem man entgegenfiebert. Aber diesen Freitag schaut die Baseballwelt gespannt auf das Debüt von Vladimir Guerrero Jr. Der Nachwuchsspieler der Blue Jays hat die Minor Leagues dominiert und wird seit Monaten massiv gehypet als der nächste große Star der MLB. Nun ist endlich der lang ersehnte Call-up erfolgt und Vlad Jr. darf zeigen, ob er den Vorschusslorbeeren gerecht wird. Die Partie beginnt Freitagnacht um 1:07 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

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April 23rd, 2019 by Silversurger

Dass sich die Free Agency 2018/19 wieder lange hinziehen und dass einige Teams und Spieler bis kurz vor Saisonbeginn pokern würden, war abzusehen. Dass aber auch vier Wochen nach Saisonstart noch immer zwei der Top-5 Free Agents der MLB ohne Vertrag dastehen, ist eine echte Überraschung. Sowohl Starting Pitcher Dallas Keuchel als auch Reliever Craig Kimbrel verschreckten frühe Interessenten offenbar mit überhöhten Forderungen. Beide traten aber auch mehrfach Gerüchten entgegen, sie könnten ein ganzes Jahr aussetzen, wenn sie nicht die gewünschten Laufzeiten und Gehälter angeboten bekämen. Zumindest Keuchel wäre inzwischen wohl mit einem Einjahresvertrag zufrieden und auch von Kimbrel heißt es, dass er sich von seinem Traum von fünf bis sechs Jahren und mehr als 100 Millionen Dollar verabschiedet hat. Ich halte für wahrscheinlich, dass beide Spieler innerhalb der nächsten ein, zwei Wochen einen neuen Verein finden. Sollte das nicht der Fall sein, wird der 5. Juni zu einem interessanten Termin. An diesem Tag endet die dreitägige Draft der MLB und damit auch der Zeitraum, in dem die Verpflichtung von Keuchel oder Kimbrel für den aufnehmenden Klub mit dem Verlust eines Draftpicks einher ginge.

Mögliche Interessenten für Keuchel
Es kommen vor allem zwei Arten von Teams dafür infrage, sich intensiv um die Dienste von Keuchel zu bewerben: erstens solche, die während der ersten Saisonwochen festgestellt haben, dass ihre Starting Rotation eine Lücke aufweist; zweitens solche, die besser gestartet sind als erwartet und nun ein Puzzlestück hinzufügen möchten, um sich oben zu halten. Bei der erstgenannten Art von Teams fallen einem sofort die New York Mets ein. Für die Mets ist es eine ungewohnte Situation, dass sie bislang von einer soliden Offensive getragen werden, das Pitching aber stark zu wünschen übrig lässt. Justin Vargas spielt eine sehr schwache Saison, auch Noah Syndergaard konnte bisher nicht überzeugen, Cy-Young-Gewinner Jacob deGrom pausiert mit Ellenbogenproblemen und Spot-Starter Chris Flexen hat sich (nicht zum ersten Mal) als Katastrophe erwiesen. Den Milwaukee Brewers ergeht es ähnlich. Ein verlässlicher Starter würde ihnen ermöglichen, Corbin Burnes in den Bullpen zu verschieben, wo er ihnen vermutlich mehr helfen könnte als als Starter. Als Beispiele für die zweite oben genannte Art von Teams nenne ich hier stellvertretend für ein paar andere die San Diego Padres und die Minnesota Twins. Auch die Seattle Mariners passen in das Raster, allerdings bezweifle ich deren Bereitschaft, das Geld und den Draftpick zu investieren.

Diese Klubs könnten an Kimbrel interessiert sein
Auch für Kimbrel, den besten Closer der letzten Jahre, könnten die Milwaukee Brewers ein passendes Ziel sein. Corey Knebel fällt für die gesamte Saison aus und wenn die Brewers ihr Erfolgsrezept eines exzellenten Bullpens weiter pflegen wollen, dürfte Kimbrel der ideale Mann sein. Finanzieller Spielraum ist in Milwaukee wohl auch vorhanden, daher gelten die Brewers als größter Favorit darauf, entweder Keuchel oder Kimbrel zu holen. Wenn Kimbrel nicht in Milwaukee landet, dann wahrscheinlich in der NL East – sein ehemaliger Klub, die Atlanta Braves, gelten ebenso als potenzielles Ziel für ihn wie die Philadelphia Phillies und die Washington Nationals. Die Braves waren schon während der Offseason an Kimbrel dran, dem aber damals die angebotene Laufzeit zu niedrig war; für die Phillies hatte David Robertson einen schwachen Saisonstart und steht inzwischen auf der Verletztenliste; und bei den Nationals ist ein schwacher Bullpen seit Jahren die größte Hürde dafür, den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.

Auch Gio Gonzalez ist wieder zu haben
Neben Keuchel und Kimbrel ist mit Gio Gonzalez seit gestern ein weiterer interessanter Pitcher zurück auf dem Markt. Gonzalez ist wie Keuchel ein linkshändiger Starter und auch er hatte in der Offseason lange nach einem neuen Verein gesucht. Die Yankees erbarmten sich schließlich, indem sie ihm einen Minor-League-Vertrag mit Ausstiegsklausel gaben. Trotz einiger Verletzungssorgen entschieden die Yankees während der letzten Wochen nie dafür, Gonzalez in das MLB-Roster zu übernehmen. Er zog daraufhin die Klausel und ist nun wieder frei verfügbar. Gonzalez könnte für die Teams, welche ich als Interessenten für Keuchel aufgezählt habe, eine attraktive Billigvariante sein. Neben definitiv geringeren Gehaltsvorstellungen spricht für ihn, dass bei seiner Verpflichtung kein Draftpick abzugeben wäre, da er im Gegensatz zu Keuchel und Kimbrel kein Qualifying Offer erhalten hatte. Schneller einsatzfähig wäre er wahrscheinlich auch, denn die anderen beiden konnten sich seit einem halben Jahr nur in privaten Workouts einigermaßen fit halten, während er immerhin drei Starts auf AAA-Niveau absolvierte.

Mein Bauch sagt:
Heute in zwei Wochen stehen Dallas Keuchel für ein Jahr bei den Brewers, Craig Kimbrel für drei Jahre bei den Phillies und Gio Gonzalez für ein Jahr bei den Mets unter Vertrag.

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April 18th, 2019 by Silversurger

Die MLB ist drei Wochen nach Saisonstart noch erfreulich ausgeglichen – nur ein einziges Team hat sich in seiner Division schon spürbar vom Rest des Feldes abgesetzt, und dieses eine Team ist eine echte Überraschung: 5,5 Spiele Vorsprung haben die Tampa Bay Rays sich in der AL East bereits erarbeitet. Zum Vergleich: Die Führenden der fünf anderen Divisionen weisen zusammengenommen einen Vorsprung von 3,5 Spielen auf. Hier der wöchentliche Überblick zum aktuellen Stand in der Liga sowie in Blake Snells Badezimmer:

National League
Die Philadelphia Phillies (11-6) haben mit einer 2:1 gewonnenen Serie gegen die New York Mets (10-8) die Führung der National League East übernommen. Zuvor hatten die Mets und die Atlanta Braves (9-8) eine Vier-Spiele-Serie gesplittet. Die Braves verpassten zwar durch zwei Niederlagen gegen die Diamondbacks die Chance auf einen Sprung nach vorn, aber einen großen Erfolg konnten sie diese Woche dennoch verzeichnen: Ihr junger Second Baseman Ozzie Albies stimmte einer Vertragsverlängerung bis 2027 zu. Er erhält dafür 35 Millionen Dollar, was ein geradezu unglaubliches Schnäppchen aus Sicht des Klubs ist. Bei den Washington Nationals (8-8) halten sich bislang Siege und Niederlagen die Waage. Die anstehende Serie gegen die Miami Marlins (4-14) macht Hoffnung, dies zum Positiven ändern zu können.

In der NL Central behaupten die Milwaukee Brewers (12-7) den ersten Platz, aber ihre Leistungen sind bislang nicht konstant genug, um sich absetzen zu können. Die überraschend starken Pittsburgh Pirates (10-6) bleiben ebenso dran wie die St. Louis Cardinals (10-8), die gestern erfolgreich einen Sweep der Brewers abwehrten. Auch die Chicago Cubs (8-9) sind nach drei Siegen über die Marlins wieder im Rennen, während die Cincinnati Reds (5-12) bereits abgeschlagen sind.

Aus der NL West ist man klare Verhältnisse gewohnt, doch die gibt es zurzeit nicht: Die Los Angeles Dodgers (12-8) mussten ihren angestammten Platz an der Spitze zwischenzeitlich an die San Diego Padres (11-8) abgeben. Nach vier Siegen in Folge sind die Dodgers inzwischen wieder hauchdünn vorne, aber für sie steht nun eine anstrengende Reise nach Milwaukee und Chicago an. Die Padres haben eine dankbarere Aufgabe vor sich mit einer Vier-Spiele-Serie im eigenen Stadion gegen die Reds. Zuletzt haben sie dort allerdings zwei Niederlagen gegen die schwach gestarteten Colorado Rockies (6-12) einstecken müssen. Die Rockies erwarten nun die Phillies und die Nationals zu interessanten Heimserien. Mittelfristig rechne ich mit den Rockies eher als mit den Arizona Diamondbacks (9-9) und den San Francisco Giants (8-11).

American League
Die einzige Division, in der nach drei Wochen Baseball tatsächlich klare Verhältnisse herrschen, ist die American League East. Die Tampa Bay Rays (14-4) haben jede ihrer bislang sechs Serien gewonnen und lassen die Favoriten weit hinter sich. Das ist ein beeindruckender Saisonstart, man muss aber auch dazu sagen, dass sie es – außer den Astros zum Auftakt – bislang nicht mit den Top-Teams zu tun bekommen haben. Vom Selbstverständnis her ist der nächste Gegner Boston Red Sox (6-13) ein solches, von der Bilanz her bisher noch nicht. Das gilt auch für die New York Yankees (8-9), denen immerhin durch einen Zwei-Spiele-Sweep gegen die Red Sox etwas Aufbauarbeit gelungen ist. Die Verletzungsmisere der Yankees geht derweil unverändert weiter: Greg Bird ist das neueste Mitglied der langen Ausfallliste, ein Riss der Plantarsehne setzt ihn für mindestens einen Monat außer Gefecht. Blake Snell, das Pitcher-Ass der Rays, hat sich ebenfalls verletzt. Zum Glück verpasst er wohl nur einen Start, aber die Umstände, unter denen er sich den vierten Zeh am rechten Fuß brach, sind bemerkenswert: Er kam zu Hause aus der Dusche und hatte spontan die Idee, ein Deko-Objekt aus Granit umzustellen. Dabei übersah er, dass das Objekt aus mehreren Teilen bestand, die nicht fest miteinander verbunden waren. Prompt fiel ihm eine Granitstange auf besagten Zeh und brachte Snell eine frühe Nominierung für die dämlichste Verletzung des Jahres ein.

Die AL Central hatte zum Saisonbeginn ein paar Überraschungen zu bieten, doch inzwischen sieht sie schon wieder so aus, wie es zu erwarten war: die Cleveland Indians (11-7) vorne, die Minnesota Twins (9-6) dahinter und der Rest der Division mit negativen Bilanzen. Die Indians haben ihre Lage insbesondere durch einen Drei-Spiele-Sweep bei den Mariners verbessert. Gegen Atlanta und Miami stehen nun zwei lösbare Heimserien an.

Die erwähnte Serie zwischen den Indians und den Seattle Mariners (13-8) hat auch in der AL West zu einer gewissen Normalisierung des Tabellenbildes geführt – gemeinsam mit einer Reihe von zehn gewonnenen Spielen hintereinander für die Houston Astros (12-6). Der Favorit hat sich dadurch an die Spitze gesetzt und hält diese knapp auch nach der gestrigen Niederlage gegen die Oakland Athletics (11-10). Die Rolle der Texas Rangers (10-7) und der Los Angeles Angels (8-10) für diese Saison erscheint noch ungeklärt. Momentan haben die Rangers Oberwasser, nachdem sie die Angels in drei Spielen gesweept haben. Nun müssen sie allerdings gegen Houston antreten, während die Angels die angeschlagenen Mariners erwarten.

Szene der Woche
Warum verließ Justin Bour im ersten Inning des Spiels seiner Angels gegen die Cubs das Feld und ließ sich unterwegs widerstandslos von Javier Baez taggen, obwohl ihn der Umpire gerade safe an der zweiten Base gegeben hatte? Ich sehe drei mögliche Erklärungen: 1. Er hat den Safe-Call verpasst oder falsch verstanden. 2. Er ist ein durch und durch ehrlicher Mensch und wollte das Geschenk des Schiedsrichterirrtums nicht annehmen. 3. Es war ihm klar, dass dieser Call eine Review nach sich ziehen und geändert würde, und er wollte sich und allen anderen Beteiligten die Prozedur ersparen. Was auch immer tatsächlich hinter der Aktion steckte, sie war auf jeden Fall der kurioseste Moment der Baseballwoche. Zumindest eine ehrenvolle Erwähnung möchte ich zwei weiteren Szenen gönnen: dem Pitch von Yu Darvish, mit dem er auf einen Streich den Batter, den Catcher und den Umpire traf, und der hollywoodreifen Meidbewegung von Collin McHugh.

Statistik der Woche 
6.827. So viele Plate Appearances absolvierte Joey Votto in der MLB ohne ein einziges Pop Out zur ersten Base. Gestern, bei Nummer 6.828 im achten Inning seiner Reds gegen die Angels, ist es schließlich passiert. Zum ersten Mal in seiner dreizehnten MLB-Saison. Verblüffend, oder?

Spiel der Woche
Extra-Inning-Spiele sind Geschmackssache. Die normalen 9 Innings in rund drei Stunden sind im Vergleich mit den meisten anderen Sportarten schon mehr als lang genug und meistens sind Partien mit mehreren zusätzlichen Innings auch keine Offensivfeuerwerke. Ich persönlich liebe Extra-Innings – dass es keine Unentschieden gibt und auch keine halbseidenen Abkürzungen wie ein Elfmeterschießen ist für mich das Salz in der Baseballsuppe. Entsprechend happy war ich darüber, am Samstagmorgen zu sehen, dass die Rockies und die Giants im zehnten Inning sind, und dass ich dann quasi noch ein vollständiges Spiel geboten bekam. Nach 18 Innings wurde die längste Partie dieser Saison durch einen winzigen Fehler entschieden: Rockies-Catcher Chris Iannetta hatte den Fuß ein paar Zentimeter zu weit vorne und so konnte Brandon Belt bei einem Fielder’s Choice mit geladenen Bases den entscheidenden Run erzielen.

Mein Einschalttipp
Die Brewers und die Dodgers beginnen heute in Milwaukee eine Vier-Spiele-Serie. Beide Kontrahenten aus der NLCS 2018 führen zurzeit ihre Division an, beide werden den Spitzenplatz wohl verlieren, wenn sie diese Serie nicht erfolgreich gestalten. Das Finale der Serie wird am Sonntag zur für uns besten Sendezeit um 20:10 Uhr sowohl auf DAZN als auch auf mlb.tv übertragen. Als Starting Pitcher werden voraussichtlich Kenta Maeda (3.80 ERA, 4.91 FIP) und Brandon Woodruff (5.23 ERA, 3.04 FIP) antreten.

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April 11th, 2019 by Silversurger

Zwei Wochen in der Saison und schon haben sich einige der frühen Kapriolen in den Divisionstabellen bereits wieder gelegt. Aber immer noch werden alle drei Gruppen der American League von mehr oder weniger großen Überraschungen angeführt: den Tampa Bay Rays, den Detroit Tigers und den Seattle Mariners. Direkt dahinter haben sich inzwischen die Favoriten in Stellung gebracht – mit Ausnahme der Boston Red Sox, die gemeinsam mit den Chicago Cubs in der NL Central die große Enttäuschung dieser frühen Saisonphase sind. Hier die wöchentliche Rundumschau zu allem, was in der MLB los ist:

American League
In der American League East trumpfen nach wie vor die Tampa Bay Rays (10-3) ganz groß auf. Vor allem im Pitching überzeugen die Rays – mit überragenden Startern und Openern ebenso wie mit einem starken Bullpen. Nur 26 Runs haben die Rays bislang erlaubt, neun weniger als die zweitbesten Teams der MLB (Indians, Tigers, Reds). Für die New York Yankees (5-7) reißen derweil die Hionsbotschaften nicht ab: Dank einer Aufbauserie gegen die Baltimore Orioles (5-7) hatte man sich nach dem vergeigten Start gerade wieder aufgerichtet, schon folgte in Form eines Drei-Spiele-Sweeps durch die Astros wieder der Rückschlag. Zu allem Überfluss stellte sich nach neuen medizinischen Untersuchungen heraus, dass Starter Luis Severino mit seiner Rückenverletzung noch länger ausfallen wird als bisher gedacht. Er wird frühestens in sechs Wochen wieder ins Training einsteigen. Schönere Neuigkeiten gibt es von den Toronto Blue Jays (4-8): Die Ankunft des potenziellen Superstars Vladimir Guerrero Jr. ist ein Stück näher gerückt. Nach einem Monat Verletzungspause und ein paar Rehab-Spielen auf Single-A-Niveau wurde der 20-Jährige nun nach Buffalo ins AAA-Team der Blue Jays berufen. Nach wie vor an letzter Stelle der Division stehen die Boston Red Sox (3-9). Der Vorjahres-Champion macht bislang rundum den Eindruck, noch nicht in der neuen Saison angekommen zu sein.

Auch die Cleveland Indians (7-4) hatten einen schweren Start, durch einen Vier-Spiele-Sweep gegen die Blue Jays haben sie sich davon aber bereits erholt. Nun liefern sie sich gerade mit den Detroit Tigers (8-4) ein Duell um die Führung in der AL Central. Jedes Team hat bisher ein Spiel gewonnen, das Rubber-Match findet heute Abend ab 19:10 Uhr unserer Zeit statt. Die Minnesota Twins (6-4) mischen ebenfalls noch oben mit und nähren die Hoffnung, dass diese Division spannender wird als erwartet. Max Kepler ist übrigens in Topform: Er befindet sich aktuell auf einer Strecke von acht Spielen mit je mindestens einem Hit, darunter drei Homeruns in drei aufeinender folgenden Partien gegen die Phillies. Die Chicago White Sox (3-8) und die Kansas City Royals (2-9) haben sich derweil bereits im Keller eingerichtet. Vor allem in der Ecke, die die Royals dort bewohnen, ist es nach neun Niederlagen in Folge zappenduster.

Die Seattle Mariners (12-2) führen nach wie vor deutlich die AL West an und bringen nicht nur mich massiv zum Staunen. Vor allem die Offensive der Mariners produziert mit bislang 110 Runs auf einem Niveau, das kein anderes Team in der Liga teilt (siehe auch „Statistik der Woche“). Das war so nicht vorhersehbar und wohl auch nicht geplant, denn die Moves der Mariners in der Offseason sahen eher nach einem halbherzigen Rebuilding-Projekt aus. Es stehen nun wegweisende Serien gegen die Houston Astros (8-5) und die Indians an. Je nachdem wie diese verlaufen, wird man sich in Seattle wohl neue Ziele stecken. Übrigens haben nicht nur die Mariners und die Astros, sondern die gesamte AL West einen überraschend starken Start hingelegt. Als einzige Division hat sie kein einziges Team mit negativer Bilanz. Die Texas Rangers (6-6) und die Oakland Athletics (8-8) stehen ausgeglichen, die Los Angeles Angels (7-6) nach sechs Siegen in Folge plötzlich sogar positiv.

National League
Eine starke Division ist – in dem Fall den Erwartungen entsprechend – auch die National League East. Die Philadelphia Phillies (7-4), die Atlanta Braves (7-4) und die New York Mets (7-4) stehen allesamt gleichauf, die Washington Nationals (6-5) nur ein Spiel dahinter. Lediglich die Miami Marlins (3-9) sind bereits abgeschlagen, aber auch das war nicht anders zu erwarten. Der Spielplan der ersten Wochen wirkt sich sehr förderlich auf die Spannung in der NL East aus, da er schon außergewöhnlich viele Duelle zwischen den vier Top-Teams vorgesehen hat. Die Nationals haben bisher sogar ausschließlich divisionsinterne Partien gespielt. Heute und an den kommenden drei Tagen treffen erstmals in diesem Jahr die Braves und die Mets aufeinander.

In der NL Central sah es nach einem fulminanten Start der Milwaukee Brewers (8-5) so aus, als könnten diese sich frühzeitig absetzen. Nach drei Niederlagen bei den Angels sind die Brewers aber zurück auf dem Boden und schauen mit einigem Respekt auf die anstehenden Aufgaben: Dreimal bei den Dodgers, dann dreimal gegen die St. Louis Cardinals (7-5), viermal gegen die Dodgers und noch dreimal bei den Cardinals sind ein knüppelhartes Programm für die nächsten zwei Wochen. Die Pittsburgh Pirates (6-4) halten bislang ebenfalls gut mit, allerdings muss man dazu sagen, dass sie fünf ihrer sechs Siege gegen die Cincinnati Reds (3-8) erzielt haben. Der einzige weitere Sieg gelang gestern gegen die Chicago Cubs (3-8), welche bisher zu den negativen Überraschungen der noch jungen Saison zählen.

Enttäuscht haben bislang auch die Colorado Rockies (3-9) in der NL West. Nach nur einem Sieg aus den letzten zehn Spielen wird es ihnen ganz recht gewesen sein, dass die dritte Partie gegen die Braves gestern wegen einer Regen-, Schnee- und Sturmwarnung auf Ende August verschoben wurde. Die Rockies reisen jetzt erst mal zu den San Francisco Giants (4-9), bei denen es zwar meistens windig ist, aber zumindest wohl nicht schneit – und bei denen die Rockies sich die Chance auf denen einen oder anderen Sieg ausrechnen dürften. An der Spitze der Division haben die San Diego Padres (8-5) inzwischen die Los Angeles Dodgers (8-5) eingeholt, nachdem Letztere drei Spiele hintereinander gegen die Braves abgegeben haben.

Szene der Woche
Es gab in den letzten Tagen wahnsinnig viele sehenswerte Szenen: Jorge Polanco gelang der erste Cycle der Saison, Lourdes Gurriel der erste Home-Steal, die Reds und die Pirates lieferten sich eine handfeste Keilerei, Mike Trout klaute Christian Yelich einen Homerun und Marcell Ozuna scheiterte kläglich, als er auch mal so ein Highlight-Play vollbringen wollte. Meine Szene der Woche aber ist der absolut unglaubliche freihändige Basehit von Javier Baez. Seht und staunt.

Statistik der Woche 
14. So viele Spiele haben die Seattle Mariners in diesem Jahr absolviert und in genauso vielen Spielen haben sie mindestens einen Homerun erzielt. Gestern wäre die Serie fast gerissen, doch bei zwei Outs im neunten Inning gelang Mitch Haniger der siegbringende Schlag zum 6:5 gegen die Royals. Die Mariners haben damit einen MLB-Rekord eingestellt, den sie nun gemeinsam mit den Indians von 2002 halten. Heute Abend, erneut gegen Kansas City, haben sie die Chance, diese Bestmarke zu übertreffen.

Spiel der Woche
Ein 0:5-Rückstand nach vier Innings und Madison Bumgarner als gegnerischer Pitcher? Das klingt nach einer recht ausweglosen Situation. Nicht nur für die San Diego Padres, die am Montag schon zum vierten Mal in diesem Jahr ein Spiel drehten. Drei Homeruns trugen zum erfolgreichen Comeback bei, den schönsten und letztlich entscheidenden besorgte Youngster Franmil Reyes im siebten Inning. Zu dem Zeitpunkt hatte bereits Reyes Moronta das Pitching bei den Giants übernommen, um für Bumgarner das Schlimmste zu verhindern – ohne Erfolg, wie sich herausstellte.

Mein Einschalttipp
In der AL West kommt es an diesem Wochenende zum ersten Gipfeltreffen zwischen dem klaren Favoriten Houston Astros und dem Überraschungsteam Seattle Mariners. Sofern ihr nicht unter Schlafstörungen leidet, empfehle ich zum Reinschauen das Spiel am Sonntag, das mit 22:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit als einziges nicht mitten in der Nacht stattfindet. Das Pitching-Matchup ist ebenfalls sehr attraktiv: Houstons Gerrit Cole (3.32 ERA, 2.76 FIP) trifft auf Seattles Openening-Day-Starter Marco Gonzales (3.16 ERA, 3.43 FIP). Das Spiel wird auf DAZN übertragen und natürlich auf mlb.tv.

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April 9th, 2019 by Silversurger

Kurz vor Weihnachten 2018 war der diplomatische Durchbruch erzielt worden: Die MLB, die Spielergewerkschaft MLBPA und die Cuban Baseball Federation hatten sich auf ein Verfahren geeinigt, nach dem künftig normale Transfers aus der kubanischen Liga möglich sein sollten. Statt sich auf eine gefährliche Flucht aus dem Heimatland begeben zu müssen, sollten kubanische Baseballer sich offiziell um einen Wechsel in die USA bewerben können. Interessierte MLB-Klubs hätten nach dem angestrebten Verfahren je nach Alter und Erfahrung der Spieler entweder Minor-League-Verträge oder direkt MLB-Kontrakte vergeben, der kubanische Verband hätte dafür Ablösesummen erhalten. Die Einigung wurde von allen Beteiligten als großer Erfolg gefeiert, da sie einen unhaltbaren Zustand beendet hätte.

Leider war die Freude über das historische Verhandlungsergebnis verfrüht: Die US-Regierung unter Donald Trump hat das Vorhaben gestoppt. Konkret scheiterten die Pläne daran, dass das Office of Foreign Assets Control (OFAC), eine Kontrollbehörde des Finanzministeriums, seine frühere Interpretation der vorgesehenen Ablösezahlungen revidiert hat. Die neue Auffassung von OFAC lautet, dass Zahlungen an den kubanischen Baseballverband Zahlungen an den Staat Kuba und somit nicht erlaubt sind. Ganz überraschend kam die Entscheidung nicht: Trump hatte sich schon früher als heftiger Kritiker der Entspannungspolitik gegenüber Kuba gezeigt, durch die sein Vorgänger Obama die Verhandlungen der Baseballverbände erst ermöglicht hatte.

Die neue Situation bedeutet für eine ganze Reihe kubanischer Spieler, die gehofft hatten, bald einen MLB-Vertrag unterschreiben zu können, dass sie den Traum vom Profisport aufgeben müssen. Es sei denn, sie begeben sich auf den illegalen, aber nach wie vor einzigen Weg, sich mit Hilfe von Menschenschmugglern und anderen zwielichtigen Gestalten in ein Drittland abzusetzen, dort einen Wohnsitz zu erlangen und sich dann um eine Freigabe für die MLB zu bewerben. Die Chance, diesen Wahnsinn zu beenden, ist vorerst leider vertan.

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April 4th, 2019 by Silversurger

Die MLB-Saison ist eine Woche alt und geizt bisher nicht an Highlights und Überraschungen. Vor allem in der American League könnte man auf die Idee kommen, jemand hätte als Aprilscherz sämtliche Tabellen umgedreht. Aber nein, die Mariners stehen tatsächlich bei 7-1 und die großen Vier – Red Sox, Yankees, Indians, Astros – haben quasi im Gleichschritt klassische Fehlstarts hingelegt. Obwohl es nun wieder täglich Action auf dem Platz gibt, finden die Front Offices offenbar immer noch die Zeit, einen Trend aus der Offseason fortzusetzen: Xander Bogaerts (Red Sox), Ronald Acuna (Braves), German Marquez (Rockies), Randal Grichuk (Blue Jays), David Bote (Cubs) sowie Indians-Manager Terry Francona erhielten allesamt mehrjährige Vertragsverlängerungen. Alles, was diese Woche sonst passiert ist, gibt es heute erstmals in diesem Jahr wieder in der In-Season-Version des Grand Slam am Donnerstag:

National League
In der National League East kam es gleich zum Start zu mehreren direkten Duellen der vier Teams, zwischen denen dieses Jahr ein spannnendes Rennen erwartet wird. Dabei kamen die New York Mets (5-1) und die Philadelphia Phillies (4-1) am besten aus den Startlöchern. Die Mets begannen mit zwei Siegen in einer 2-1-Serie gegen die Washington Nationals (2-3), der sie einen Drei-Spiele-Sweep gegen die Miami Marlins (2-5) folgen ließen. Die Phillies schlugen zum Auftakt dreimal hintereinander die Atlanta Braves (2-3) und teilten sich dann eine Zwei-Spiele-Serie mit den Nationals. Auch wenn die Nationals sowohl gegen die Phillies als auch gegen die Mets je ein Spiel gewinnen konnten, bricht in Washington schon leichte Panik aus. Aus fünf Heimspielen hatte man mehr erwartet, zumal beide Starts von Top-Ass Max Scherzer verloren wurden. Obendrein hat Shortstop Trea Turner, der am Sonntag die Mets quasi im Alleingang schlug, sich den Finger gebrochen und wird eine Weile ausfallen. Die folgenden sechs Spiele – wieder gegen die Mets und die Phillies, dieses Mal aber auswärts – könnten für die Nationals schon richtungsweisend sein.

Die NL Central gilt gemeinsam mit der East als die am schwersten vorhersagbare Division. Das Tabellenbild nach der ersten Woche ist jedoch recht eindeutig: Die Milwaukee Brewers (6-1) stürmen voran, nachem sie gegen die St. Louis Cardinals (3-3) drei von vier und gegen die Cincinnati Reds (1-4) drei von drei Spielen gewonnen haben. Die Cardinals rehabilitierten sich anschließend mit zwei Siegen gegen die Pittsburgh Pirates (1-3). Außer den Pirates und den Reds haben auch die Chicago Cubs (1-4) bisher nur ein einziges Spiel gewonnen. Beim 12:4-Auftaktsieg bei den Rangers sahen die Cubs noch souverän aus, nach vier Niederlagen hintereinander stehen sie nun aber schon ein bisschen mit dem Rücken zur Wand. Am Wochenende geht es für sie dreimal gegen die Brewers; da wird man sehen, ob der Start noch zu retten ist.

Wenn es eine Division gibt, in der Überraschungen bislang weitgehend ausgeblieben sind, dann ist das die NL West. Die Los Angeles Dodgers (5-2) sind der klare Favorit und mit gewonnenen Serien gegen die Arizona Diamondbacks (3-4) und die San Francisco Giants (2-5) haben sie sich auch prompt an die Spitze gesetzt. Beeindruckt haben sie vor allem in der Offense und dort in erster Linie mit Homeruns. In jedem der sieben Spiele haben sie mindestens einen erzielt und stolze acht allein im Eröffnungsspiel – MLB-Rekord. Auch die San Diego Padres (4-3) hatten einen guten Start, insbesondere durch drei Siege aus der Auftaktserie gegen die Giants. Die Colorado Rockies (3-4) durften als einziges Team der Division noch nicht gegen die direkte Konkurrenz antreten. Sie starteten mit einem 2-2-Split gegen die Marlins, verloren dann zwei Spiele gegen die Rays, bevor ihnen ihr bislang überragender Starter German Marquez gestern einen 1:0-Sieg zum Abschluss der Serie ermöglichte. Am Wochenende erwarten die Rockies die Dodgers zum Heimauftakt in Coors Field.

American League
Die New York Yankees (2-4) hauchdünn vor den Boston Red Sox (2-5) – entweder so oder genau umgekehrt hatte man das in der American League East erwartet. Allerdings war die Erwartung eher nicht, dass es dabei um die Plätze vier und fünf der Division geht. Die Red Sox hatten bei ihren Niederlagen in Seattle und Oakland ungewohnt große Probleme, gegnerische Punkte zu verhindern. 45 zugelassene Runs sind die meisten in der AL und die zweitmeisten in der MLB. Die Yankees hingegen waren bei ihrem eigenen Scoring überraschend zurückhaltend – 20 Runs aus sechs Spielen sind zu wenig, vor allem gegen vermeintliche Nicht-Contender wie die Baltimore Orioles (4-2) und die Detroit Tigers. Man muss dazu sagen, dass die Yankees bislang mehr als jedes andere Team vom Verletzungspech verfolgt werden. Luis Severino, C. C. Sabathia, Dellin Betances, Aaron Hicks, Didi Gregorius und Jordan Montgomery standen von Anfang an nicht zur Verfügung, inzwischen kamen noch Giancarlo Stanton, Miguel Andujar und Troy Tulowitzki hinzu. Die positive Überraschung der Division sind außer den Orioles – denen ich eher vier Siege in einem Monat als vier Siege in einer Woche zugetraut hätte – die Tampa Bay Rays (5-2). Nur elf zugelassene Runs sind mit großem Abstand Spitze in der gesamten Liga und der erfolgreiche Start wurde nicht gegen Fallobst eingefahren, sondern gegen die Astros und die Rockies.

Die AL Central war zuletzt wegen der klaren Dominanz der Cleveland Indians (2-3) die langeweiligste Division der Liga. Meine Befürchtung war (und ist immer noch), dass das dieses Jahr so weitergeht, aber der Saisonstart macht Hoffnung auf mehr Spannung: Die Minnesota Twins (5-1) sind richtig gut in die Saison gekommen, unter anderem mit zwei Siegen gegen die Indians. Beim gestrigen 7:6-Comebacksieg gegen die Kansas City Royals (2-3) hatte Max Kepler einen großen Auftritt, indem ein Single von ihm im achten Innning zwei Runs zum Ausgleich über die Platte brachte. Auch die Detroit Tigers (4-3) gehören zu den positiven Überraschungen der ersten Woche, insbesondere aufgrund ihrer zwei Siege gegen die Yankees. Ein Run-Verhältnis von 12:17 weist allerdings darauf hin, dass auch ein bisschen Glück dabei mitgespielt hat, dass sie aktuell so gut dastehen.

Den Kavalierstart der Seattle Mariners (7-1) in die AL West kann man nicht mit Glück erklären. Nach der anstrengenden Tokio-Reise zur Saisoneröffnung gegen die Oakland Athleics (5-3) warteten mit den Red Sox und den Los Angeles Angels (1-5) ernstzunehmende Gegner auf die Mariners, aber die bescherten jedem ihrer Kontrahenten einen Fehlstart. Mit 56 Runs aus acht Spielen klickt vor allem die Offensive der Mariners. Die Pitcher machen ebenfalls einen soliden Job, allerdings gab es hier mit der Verletzung des Closers Hunter Strickland einen ersten Rückschlag. Ich glaube zwar nicht, dass der Höhenflug der Mariners von Dauer sein wird, aber mit den White Sox und den Royals als nächsten Gegnern könnte er schon noch eine Weile andauern. Außer den Mariners stehen auch die Texas Rangers (4-2) sowie die Athletics bei positiven Bilanzen und verweisen den Favoriten, die Houston Astros (2-5), bislang auf den vorletzten Platz. Die Astros treffen nun zum Heimauftakt auf die Athletics, anschließend gibt es von Montag bis Mittwoch das Duell der Enttäuschten gegen die Yankees.

Szene der Woche
Die Rückkehr des neuen Phillies-Stars Bryce Harper an seine alte Wirkungsstätte war mit großer Spannung erwartet worden. Würden die Fans in Washington ihren langjährigen Star mit freundlichem Applaus bedenken oder mit Ablehnung? Ich hätte mit Ersterem gerechnet, aber ich lag daneben: Er erhielt ein gewaltiges Konzert aus Buhrufen und Pfiffen. Harper „bedankte“ sich für den Empfang mit drei Hits, darunter ein monströser Homerun, sowie mit einem Batflip in Richtung des Dugouts der Nationals. Manchmal rostet alte Liebe verblüffend schnell.

Statistik der Woche 
102. So viele Spieler aus der Dominikanischen Republik finden sich auf den Opening-Day-Rostern der MLB-Teams (einschließlich Verletztenliste). Es ist das erste Mal, das zu einem Zeitpunkt mehr als 100 MLB-Spieler aus irgend einem anderen Land als den USA in der Liga aktiv sind. Die zweitgrößte Gruppe bilden übrigens Spieler aus Venezuela (68), alle anderen Länder sind mit weniger als 20 Spielern vertreten. Aus Europa sind es genau drei: der Litauer Dovydas Neverauskas, der Niederländer Didi Gregorius und natürlich Max Kepler.

Spiel der Woche
Es war schon wieder alles dabei in dieser ersten Woche der Saison: Comeback-Siege, Walkoffs, Extra-Inning-Geduldsspiele und vieles mehr. Am meisten beeindruckt hat mich jedoch die Partie, der ich schon Wochen vorher entgegen gefiebert hatte: das Auftaktspiel zwischen den Washington Nationals und den New York Mets. Es war das erhoffte Duell zweier überragender Pitcher zwischen Jacob deGrom und Max Scherzer. Der Cy-Young-Gewinner und der Zweiplatzierte der Wahl aus 2018 lieferten ab – deGrom mit 6.0 IP, 5 Hits, 10 Strikeouts, 0 erlaubten Runs; Scherzer mit 7.2 IP, 2 Hits und 12 Strikeouts, aber auch mit den entscheidenden 2 erlaubten Runs. Dass diese beiden einzigen Runs des Spiels ausgerechnet auf das Konto der umstrittenen Neuverpflichtung der Mets, Robinson Cano, gingen, machte die Sache noch ein Stück interessanter. Übrigens hat sich deGrom nicht nur durch dieses Spiel schon früh für einen weiteren Cy-Young-Award in Stellung gebracht: Gestern Nacht ließ er in Miami 7 Innings mit weiteren 14 Strikeouts und erneut 0 zugelassenen Runs folgen – einen Homerun schlug er übrigens auch.

Mein Einschalttipp
Es stehen einige interessante Serien an, aber am spannendsten finde ich die zwischen den Chicago Cubs und den Milwaukee Brewers. Können die Brewers in der NL Central der Konkurrenz frühzeitig enteilen oder bügeln die Cubs ihren schwachen Start schnell wieder aus? Das Duell läuft von Freitag bis Sonntag, mein Einschalttipp ist aufgrund der günstigen Zeit das Sonntagsspiel um 20:10 Uhr unserer Zeit. Starting Pitcher werden Kyle Hendricks für Chicago und Zach Davies für Milwaukee sein.

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März 28th, 2019 by Silversurger

Opening Day. Eine Woche nach dem „Gruß aus der Küche“ in Form der zwei Eröffnungsspiele zwischen Oakland und Seattle in Tokio beginnt heute endlich für alle MLB-Teams die Saison 2019. Da die Teams in den ersten Spielen in aller Regel ihre besten Pitcher ins Rennen schicken, stehen gleich ein paar echte Hammer-Matchups an. Die Tage vor dem Saisonbeginn waren dieses Jahr von ungewohnt vielen Vertragsverlängerungen für Top-Spieler geprägt – und leider auch vom üblichen Pensum niederschmetternder Verletzungsnachrichten. So ist die Saison für einige schon beendet, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Dallas Keuchel und Craig Kimbrel hingegen sind fit und dennoch wird ihr Saisonbeginn sich verspäten, denn beide sind am Opening Day immer noch ohne neuen Arbeitgeber.

Zwei Highlights des Eröffnungstages
Wenn es nach Monaten des Wartens endlich wieder losgeht, ist natürlich jedes Spiel ein Highlight für alle Beteiligten. Auf zwei besonders herausragende Matchups möchte ich dennoch hinweisen: In der National League trifft Cy-Young-Gewinner Jacob deGrom mit den New York Mets auf den Zweitplatzierten der Cy-Young-Wahl, Max Scherzer, und die Washington Nationals. Das Spiel beginnt um 18:05 mitteleuropäischer Zeit. Sofern die Partie nach ungefähr drei Stunden beendet ist, lohnt es sich, gleich umzuschalten zur Übertragung aus Tampa Bay. Dort treten nämlich ab 21 Uhr unserer Zeit die Rays mit dem Cy-Young-Gewinner der American League, Blake Snell, gegen den Zweitplatzierten der Wahl, Justin Verlander, und die Houston Astros an. Interessantere Konstellationen hätte man sich kaum ausdenken können.

Jede Menge Vertragsverlängerungen
Der große Trend dieser Offseason oder zumindest der letzten Wochen ist der zu vorzeitigen Verlängerungen von Spielerverträgen. Es scheint derzeit sowohl bei den Klubs als auch bei den Spielern die Auffassung zu herrschen, dass man sein Schäfchen besser rechtzeitig ins Trockene bringt, statt in ein oder zwei Jahren die Ungewissenheiten der Free Agency auszutesten. Der große Paukenschlag war der Rekordvertrag von Mike Trout letzte Woche. In den folgenden Tagen schloss sich eine ganze Reihe weiterer Einigungen zwischen Starspielern und ihren aktuellen Vereinen an. Hier die wichtigsten, sortiert nach Höhe der garantierten Gehaltssummen:

Starting Pitcher Chris Sale hat für fünf weitere Jahre in Boston unterschrieben. Er erhält dafür 145 Millionen Dollar, zusätzlich zu den 15 Millionen, die ihm der bestehende Vertrag für 2019 einbringt. Von dem Geld sind 50 Millionen „deferred money“, das heißt diesen Teil erhält er von den Red Sox nicht gleich, sondern in Raten bis 2040.

Jacob deGrom hat sich mit den New York Mets auf einen Fünfjahresvertrag geeinigt, der allerdings eine Ausstiegsklausel für deGrom nach drei Jahren und eine Teamoption für die Mets auf ein sechstes Jahr enthält. Für die grundsätzlich vereinbarten fünf Jahre beträgt das Garantiegehalt des Pitchers 137,5 Millionen Dollar. Auch sein Vertrag enthält rund 50 Millionen Dollar, die erst mit 15 Jahren Verzögerung ausgezahlt werden.

Paul Goldschmidt hat zwar für die St. Louis Cardinals noch kein MLB-Spiel absolviert, aber der First Baseman fühlt sich bei seinem neuen Klub offensichtlich schon so wohl, dass er bereit war, sich ebenfalls für fünf Jahre zu binden. Der First Baseman, der von den Arizona Diamondbacks nach St. Louis getradet worden war, lässt sich seine Unterschrift mit 130 Millionen Dollar bezahlen.

Die Houston Astros haben sich gleich zwei Leistungsträger für die nächsten Jahre gesichert. Third Baseman Alex Bregman erhält einen Sechsjahresvertrag für glatte 100 Millionen Dollar, Starting Pitcher Justin Verlander bleibt nach seinem laufenden Vertrag für 2019 (28 Millionen) auch 2020 und 2021 in Houston und bekommt für die beiden Jahre zusammen weitere 66 Millionen.

Die Chicago Cubs behalten Starter Kyle Hendricks bis mindestens 2023 und bezahlen ihm dafür rund 63 Millionen Dollar. Sie haben sich zudem eine Teamoption auf die Saison 2024 gesichert, für die Hendricks weitere 16 Millionen bekäme.

Knebel, Souza Jr.: Saison gelaufen
Die Pechvögel der Woche sind Outfielder Steven Souza Jr. von den Arizona Diamondbacks und Closer Corey Knebel von den Milwaukee Brewers. Souza Jr. zog sich bei einem einem Slide über die Homeplate im Spring-Training-Spiel gegen die White Sox mehrere Bänderrisse im linken Knie zu. Er hatte sich gerade erst von einer anderen Verletzung zurück gekämpft und sollte einen Stammplatz im Rightfield der Diamondbacks einnehmen. Der Posten wird nun wohl von Neuverpflichtung Adam Jones übernommen.

Für Knebel deutet, nachdem sich ein seit Jahren bestehender leichter Bänderriss im Ellenbogen verstärkt hat, alles auf eine Tommy-John-Surgery hin. Wenn sich das bestätigt, wird er bis in die kommende Saison hinein ausfallen. Der Bullpen der Brewers, eigentlich das Prunkstück des Teams, hat damit schon den zweiten herben Rückschlag erlitten, denn auch Jeremy Jeffress wird mit Schulterproblemen zumindest noch einige Wochen ausfallen. Die Brewers sind nach den schlechten Nachrichten noch einmal tätig geworden und haben Reliever Alex Wilson für ein Jahr unter Vertrag genommen.

Einige weitere prominente Verletzungsopfer dieser Woche werden wohl zumindest irgendwann im Laufe der Saison wieder zur Verfügung stehen. Second Baseman Scooter Gennett von den Cincinnati Reds wird mit einer Leistenzerrung zwei bis drei Monate ausfallen. Für First Baseman Matt Olson von den Oakland Athletics lautete die Prognose nach seiner Handfraktur zunächst auf sechs bis acht Wochen Ausfallzeit. Möglicherweise rechnen die A’s aber doch mit einer längeren Pause, jedenfalls haben sie gestern mit Kendrys Morales von den Toronto Blue Jays eine Vertretung für Olson geholt. Auch Francisco Lindor fällt noch eine Weile aus. Der Shortstop der Cleveland Indians war gerade dabei, nach einer Wadenverletzung wieder Spielform aufzubauen, doch nun macht der Knöchel Probleme. Es werden neue Untersuchungen nötig, Lindors Rückkehr ins Team verschiebt sich auf bislang unbestimmte Zeit.

Was wird aus Keuchel und Kimbrel?
Es wurde auch dieses Jahr viel über die langsame und ereignisarme Free Agency geklagt, aber im Endeffekt sind doch fast alle „eindeutigen“ Major Leaguer wieder für gutes Geld bei MLB-Klubs untergekommen. Die beiden Ausnahmen sind Starting Pitcher Dallas Keuchel und Reliever Craig Kimbrel. Zumindest in der frühen Phase der Offseason gab es wohl ein paar Angebote und Verhandlungen, doch beide Pitcher konnten sich nicht mit einem Klub einigen. Es hing (natürlich) am Geld, vor allem aber auch an der Vertragslaufzeit, denn der 31-jährige Keuchel und der in Kürze ebenso alte Kimbrel bestehen auf der Sicherheit eines mehrjährigen Engagements. In den letzten Wochen wurde es um beide erstaunlich ruhig. Ich schätze, sie werden abwarten, bis der eine oder andere Klub durch Verletzungen anderer Spieler unter Handlungsdruck gerät und dann doch bereit ist, das Portemonnaie etwas weiter aufzumachen.

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März 26th, 2019 by Silversurger

Die New York Yankees stehen kurz vor dem Abschluss ihres erfolglosesten Jahrzehnts seit den 1910er Jahren. Klingt komisch, ist aber so, denn wenn sie dieses Jahr nicht mindestens die American League gewinnen, dann war das die erste Dekade in den letzten hundert Jahren ohne einen Titel für die Yankees. So weit muss es allerdings nicht kommen, denn das 100-Siege-Team der Saison 2018 scheint reif für den nächsten Schritt. Die Yankees haben ein junges, gutes und (für ihre Verhältnisse) bezahlbares Lineup am Start, dazu einen furchteinflößenden Bullpen und eine zumindest solide Starting Rotation. Letztere war der Bereich, der am deutlichsten nach einem Upgrade gegenüber dem letzten Jahr verlangte, und mit der Verpflichtung von James Paxton hat sie es prompt bekommen. Ansonsten waren die Yankees relativ zurückhaltend in der Offseason. Das Wettbieten um Manny Machado und Bryce Harper sah man sich interessiert, aber offenbar ohne großen Handlungsdruck an. Keinen der beiden braucht man so dringend, als dass man für ihn das vorhandene Gehalts- und Teamgefüge gefährden müsste. Durch eine längere Verletzungspause für Didi Gregorius tat sich zwar eine Lücke auf der Shortstop-Position auf, doch diese füllte man genügsam mit dem günstig zu habenden Veteran Troy Tulowitzki. Zusätzliche Infield-Tiefe kam mit 2B DJ LeMahieu, ansonsten vertraut man dem bisherigen Personal. Unter diesem stehen vor allem Gary Sanchez und Aaron Judge in der Pflicht, zurück zu ihrer Form von 2017 zu finden. Wenn das gelingt, wenn zudem Gleyber Torres, Luke Voit und Miguel Andujar an ihre Breakout-Saison 2018 anknüpfen und wenn sich die Verletzungen nicht noch weiter häufen, dann sind die Yankees ein ganz heißer Kandidat für den Gewinn der World Series 2019.

Voraussichtliches Lineup
C Gary Sanchez
1B Luke Voit
2B Gleyber Torres
SS Didi Gregorius
3B Miguel Andujar
LF Brett Gardner
CF Aaron Hicks
RF Aaron Judge
DH Giancarlo Stanton

Voraussichtliche Rotation
RHP Luis Severino
LHP James Paxton
RHP Masahiro Tanaka
LHP J. A. Happ
LHP C. C. Sabathia
Key Reliever: Aroldis Chapman

Wichtigster Zugang
LHP James Paxton (Seattle Mariners)

Wichtigster Abgang
RHP David Robertson (Philadelphia Phillies)

Bestes Prospect
OF Estevan Florial

Größte Stärke
Homeruns: 2018 stellten die Yankees mit 267 Homeruns in einer Saison einen Rekord auf. Bemerkenswert ist, dass sie das ohne einen einzigen Spieler mit 40 oder mehr Homeruns bewerkstelligt haben, dafür mit sieben Spielern, die über 15 Homeruns schlugen. Wenn die Mega-Slugger Giancarlo Stanton und Aaron Judge zu ihrem Rhythmus finden, könnten die Yankees ihren eigenen Rekord bei erster Gelegenheit überbieten.

Größte Schwäche
Verletzungen: Es hat die Yankees bereits ziemlich heftig erwischt im Vorfeld der Saison und während des Spring Trainings. Die Stammspieler Luis Severino, C. C. Sabathia, Didi Gregorius, Dellin Betances und Aaron Hicks sowie Top-Prospect Estevan Florial werden allesamt zum Saisonstart und teilweise weit darüber hinaus ausfallen.

Spannendste Frage
Wer ist der wahre Luis Severino? Sobald Severino nach seiner Schulterentzündung wieder im Einsatz ist, wird er zu beweisen haben, dass er auf Dauer das Ass sein kann, das die Yankees in ihm sehen. In den ersten drei Monaten der vergangenen Saison pitchte er einen ERA von 2.31, nach dem All-Star-Break schien er wie ausgewechselt mit nachlassender Pitch-Geschwindigkeit und einem ERA von 5.57.

Meine Prognose
Platz 1 in der AL East, World Series

Hier geht’s zum jetzt vollständigen Power-Ranking mit allen Previews.

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