Category: MLB

Juni 2nd, 2020 by Silversurger

In der Serie über die Ballparks der MLB geht es heute um das wohl unbeliebteste Stadion der Liga: Tropicana Field in St. Petersburg. Moment mal, St. Petersburg? Natürlich ist nicht die russische Metropole gemeint, sondern die gleichnamige Stadt an der Tampa Bay in Florida. Der Name der Bucht ist den meisten Sportfans geläufiger als der der Stadt, da die meisten Teams der Region sich nach ihr benennen – so zum Beispiel die Tampa Bay Buccaneers (Football), Tampa Bay Lightning (Eishockey) und eben die MLB-Baseballer Tampa Bay Rays.

„The Trop“ von außen (1)

Geschichte
Die Stadtregierung von St. Petersburg war in den 1980er Jahren so sehr darauf aus, ein Profi-Sportteam im Ort anzusiedeln, dass sie den Bau eines Stadions beschloss, ohne einen Mieter dafür zu haben. Aufgrund des heißen und feuchten Sommerklimas sowie regelmäßiger Stürme in der Region entschied man sich für ein vollständig überdachtes Gebäude.

Das Stadion wurde ab 1986 unter dem Namen „Florida Suncoast Dome“ gebaut. Während und nach der Bauphase gab es einige Versuche, MLB-Teams nach St. Petersburg zu locken, zum Beispiel die Chicago White Sox, die Seattle Mariners und die San Francisco Giants. Sie alle blieben, wo sie waren, und als der 130 Millionen Dollar teure Dome 1990 eröffnete, stand er bis auf gelegentliche Rock-Konzerte und ein Davis-Cup-Finale die meiste Zeit über leer.

1991 wurde das Arena-Football-League-Team Tampa Bay Storm gegründet und zog in den Dome ein, 1993 kam das NHL-Team Tampa Bay Lightning hinzu. Für beide Sportarten war der als Baseball-Stadion konzipierte Dome überdimensioniert und insofern keine Dauerlösung, auch wenn er beiden Teams mehrere Zuschauerrekorde in ihren jeweiligen Ligen einbrachte. 1996 zogen Lightning und Storm um ins benachbarte Tampa.

Im gleichen Jahr begann eine umfangreiche Renovierung des Domes hin zu seinem ursprünglichen Zweck: dem eines Baseballstadions. Die MLB hatte zuvor entschieden, sich um zwei Teams zu vergrößern. Eines davon sollten die Tampa Bay Devil Rays sein. Zu diesem Anlass sprang Tropicana, eine Fruchtsaft-Tochter von Pepsi-Cola, als neuer Sponsor und Namensgeber des Stadions ein. Nach weiteren zwei Jahren und weiteren 70 Millionen Dollar Baukosten war es soweit: Am 31. März 1998 absolvierten die Devil Rays das erste MLB-Spiel in ihrer Heimstätte, eine 6:11-Niederlage gegen die Detroit Tigers.

Das Zuschauerinteresse an den Devil Rays war im ersten Jahr mit einem Schnitt von gut 30.000 Zuschauern ordentlich, doch dieses Niveau wurde danach nie wieder auch nur ansatzweise erreicht. Eine Rolle spielt dabei sicher, dass die Devil Rays in den ersten zehn Jahren ihres Bestehens regelmäßig zu den schlechtesten Teams der Liga gehörten. Erst als sie 2008 den teuflischen Teil ihres Namens strichen, fanden sie plötzlich zum Erfolg und stürmten bis in die World Series. Tropicana Field sah seine beiden ersten und bislang einzigen Meisterschaftsspiele, von denen die Rays eins gewannen und eins verloren (bevor sie dreimal in Philadelphia unterlagen und den Phillies die Championship überlassen mussten).

Obwohl die Rays in den letzten Jahren häufig guten und erfolgreichen Baseball spielen, rangiert Tropicana Field bis heute regelmäßig in den hinteren Rängen der Zuschauertabelle. In Reaktion darauf wurde die Kapazität im Laufe der letzten 20 Jahre von einst rund 45.000 Plätzen immer weiter künstlich reduziert, indem ganze Blöcke und Ebenen dauerhaft geschlossen wurden mit dem Ziel, durch engeres Zusammenrücken der wenigen Zuschauer mehr Atmosphäre zu schaffen.

Architektonische Auffälligkeiten
Wenn man etwas Positives über Tropicana Field sagen möchte, dann vielleicht, das es einzigartig ist. Kein anderer MLB-Ballpark verfügt über ein dauerhaft geschlossenes Dach und kein anderer bietet eine Zirkuszelt-Optik wie Tropicana Field. Was für Fans der Manege ganz hübsch sein mag, ist allerdings für Baseball eher unpraktisch, denn die vielen Verstrebungen, Gerüste und Laufstege der Dachkonstruktion behindern häufig Flugbälle.

Baseball unter dem Zirkuszelt (2)

Ein weiteres einzigartiges Element ist der Rays Touch Tank, ein 38.000-Liter-Aquarium, in dem drei verschiedene Arten von Rochen (englisch: Rays) leben. Das Becken ist hinter dem rechten Centerfield gelegen und kann vor und während dem Spiel von den Zuschauern besucht werden. Ein Homerun, der im Tank landet, wird als besonderes Ereignis gefeiert und vom Klub mit einer Spende an das Florida Aquarium unterstützt. Unter Tierschützern stößt die Installation erwartungsgemäß auf wenig Gegenliebe, sodass schon mehrfach über ihre Abschaffung diskutiert wurde.

Nicht direkt ein architektonisches Element, aber eine massive Störung der Optik sind die vielen außer Betrieb genommenen und abgedeckten Sitzplätze. Durch sie erhält das gar nicht so alte, gar nicht so unmoderne Stadion den Charme einer Bauruine.

Rechts der Rays Touch Tank (3)

Spielbezogene Eigenheiten
Tropicana Field ist in nahezu jeder Hinsicht als pitcher-freundlicher Ballpark zu bezeichnen. Trotz der relativ durchschnittlichen Dimensionen des im Centerfield 404 Fuß (123m) tiefen Outfields gibt es vergleichsweise wenige Homeruns, insbesondere durch rechtshändige Hitter. Auch für andere Runs und Hits ist St. Petersburg kein ideales Pflaster. Strikeouts hingegen werden in der kontrollierten, windstillen Umgebung des Domes begünstigt.

Besondere Ground Rules sind in Tropicana Field vor allem wegen der Laufstege innerhalb der Dachkonstruktion nötig. Die Stege hängen über dem Infield niedriger als über dem Outfield und bilden mehreren Ringe. Je nachdem, zu welchem Ring ein Laufsteg gehört, werden Bälle, die dort anstoßen, entweder als „in play“ oder „out of play“ und gegebenenfalls als Homerun gewertet.

Da die Bullpens in Tropicana Field nicht baulich vom Feld getrennt sind, sondern direkt neben den Outfield-Linien beginnen, kommen sich gelegentlich die aktiven Outfielder mit den dort aufwärmenden Pitchern und Catchern ins Gehege. Hinter jedem Catcher ist ein Batboy dafür zuständig, diesen vor Bällen zu bewahren, die ihn von hinten treffen könnten.

Wo sitzt man am besten?
Wenn man diesen Artikel bis hierher gelesen hat, könnte man vermuten, mein Rat, wo man in Tropicana Field sitzen soll, lautete „am besten gar nicht“. Aber nein, so weit möchte ich nicht gehen – wenn man die Möglichkeit hat, ein MLB-Spiel zu sehen, dann sollte man sie nutzen. Auch wenn das Stadion nicht besonders ansprechend ist, sind die Rays doch ein sehenswertes Team, das aus geringen finanziellen Möglichkeiten immer wieder erstaunlich viel herausholt.

Das Gute am fehlenden Zuschauerzuspruch in St. Petersburg ist, dass man vergleichsweise einfach und günstig an Tickets kommt. Plätze hinter der Homeplate (Blöcke 101 bis 108) bekommt für 65 bis 100 Dollar. Im Outfield – zum Beispiel Block 150 direkt neben dem Touch Tank – gibt es Tickets ab 20 Dollar.

Um Sonne oder Regen muss man sich in dem geschlossenen Stadion keine Sorgen machen, und da die oberen Blöcke gesperrt sind, ist man auch nirgends zu weit weg vom Feld. Abzuraten ist von den oberen Reihen (VV-YY) der Blöcke 107-131. Von dort wird der Blick nach oben behindert durch den Überhang der oberen Tribünen, sodass man Flyballs und Teile der Scoreboards nicht gut sehen kann. Im oberen Level (Blöcke mit einer 2 vorne) sollte man die erste Reihe meiden, da hier Geländer die Sicht stören.

(1) Quelle: Flickr, Urheber: CityofStPete (CC BY-ND 2.0)
(2) Quelle: Flickr, Urheber: Bryce Edwards (CC BY 2.0)
(3) Quelle: Flickr, Urheber: Rough Tough, Real Stuff (CC BY-NC-ND 2.0)

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Mai 28th, 2020 by Silversurger

Zum Einstieg gibt es heute einen Hörtipp: Ich habe die Ehre, dass ich in der aktuellen Folge des Podcasts „Just Baseball“ zu Gast sein durfte. In einem rund halbstündigen Interview rede ich mit den sympathischen Gastgebern Andreas, Axel und Florian unter anderem über Baseblog, mein Baseball-Buch und die Aussichten auf eine MLB-Saison 2020. Hören könnt ihr die Folge über die Homepage des Podcasts, aber auch auf iTunes oder dem Podcatcher eures Vertrauens.

Klubs und Spieler weiterhin uneinig
Apropos MLB-Saison 2020: Der Stand ist hier leider immer noch derselbe wie letzte und vorletzte Woche. Das heißt, die nötigen Hygienekonzepte liegen vor, es gibt von den meisten Bundesstaaten grünes Licht für Spiele in leeren Stadien, aber es gibt immer noch keine Einigung zwischen den Klubs und den Spielern über die Gehälter. Die Liga hat der Spielergewerkschaft MLBPA am Dienstag offiziell den Vorschlag vorgelegt, der schon seit einiger Zeit im Raum steht: Die Spieler sollen im Durchschnitt auf rund die Hälfte des Gehalts verzichten, das ihnen anhand der Zahl der Spiele zustünde. Davon ausgehend, dass eine verkürzte Saison 2020 etwa halb so viele Spiele umfassen würde wie gewohnt, bekämen die Spieler im Schnitt also nur ein Viertel ihres gewohnten Einkommens. Das wäre immer noch eine Menge Geld, aber natürlich ein herber Einschnitt. Prominente Vertreter der Spieler wie Max Scherzer und Blake Snell haben bereits deutlich gemacht, dass sie diesen Plan nicht hinnehmen wollen. Ein Gegenvorschlag der Spielergewerkschaft wird für Ende dieser Woche erwartet. Der anzubietende Kompromiss könnte darin bestehen, dass die Spieler auf Teile des Gehalts zwar nicht verzichten, aber einer um einige Monate oder Jahre verzögerten Auszahlung zustimmen.
Es gibt keine offizielle Deadline für die Verhandlungen, doch es liegt auf der Hand, dass eine schnelle Einigung nötig ist, wenn das Ziel weiterhin in einem Saisonbeginn Anfang Juli besteht.

NPB peilt Saisonstart an
In Japan ist man schon einen Schritt weiter als in den USA: Die Nippon Professional Baseball (NPB)-Saison soll am 19. Juni den Spielbetrieb aufnehmen. Die 12 Teams werden am 2. Juni, also nächsten Dienstag, mit Testspielen beginnen, um sich auf die von 143 auf 120 Spiele verkürzte reguläre Saison vorzubereiten. Die Spiele finden ohne Zuschauer statt, zudem wird auf das All-Star-Spiel sowie auf Interleague-Spiele verzichtet.

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Mai 26th, 2020 by Silversurger

Zum zweiten Mal macht meine Serie über die Ballparks der MLB Halt in Chicago. Die alles entscheidende Frage in der Metropole in Illinois lautet „Norden oder Süden?“. Die North Side, den reicheren, hipperen Stadtbezirk, regieren die Cubs von Wrigley Field aus; die South Side ist die bodenständigere, von ethnischer Vielfalt und Arbeiterklassenmentalität geprägte Heimat der White Sox und ihrem Guaranteed Rate Field, um das es in diesem Artikel geht.

Guaranteed Rate Field, Chicago (1)

Geschichte
Chicago ist dafür bekannt, seinen Sportstätten sehr lange die Treue zu halten. 81 Jahre lang, von 1910 bis 1990, spielten die White Sox in ihrem klassischen Stadion Comiskey Park. Als dieses schließlich ersetzt wurde, handelte es sich um den ersten Neubau eines großen Sportgebäudes in der Stadt seit 1929. Bevor es dazu kam, hatten die White Sox intensiven Druck ausüben müssen, bis hin zu der Drohung mit einem Umzug nach Florida.

Für den Standort des neuen Ballparks waren diverse Optionen im Spiel, gebaut wurde letztlich direkt gegenüber vom alten Stadion. Dieses wurde nach der Neueröffnung abgerissen und durch Parkplätze ersetzt. Markierungen auf den Parkplätzen erinnern bis heute daran, wo früher die Homeplate und die Foulpoles von Comiskey Park platziert waren.

Für 137 Millionen Dollar entstand ein moderner Ballpark, der zunächst ebenfalls „Comiskey Park“ hieß. Erst 2003 wurden die Namensrechte verkauft und das Stadion zunächst in „U. S. Cellular Field“ und 2016 in „Guaranteed Rate Field“ umbenannt.

Das Eröffnungsspiel fand am 18. April 1991 statt. Die White Sox werden sich nicht gern daran erinnern: 0:16 unterlagen sie den Detroit Tigers, die 19 Hits inklusive 5 Homeruns erzielten und von ihrem Pitcher Frank Tanana einen Complete-Game-Shutout bekamen.

Auf große Erfolge seiner Hausherren musste der Ballpark lange warten. 1993 und im Jahr 2000 schafften es die White Sox in die Playoffs, verloren aber alle Heimspiele und schieden jeweils in der ersten Runde aus. 2005 war dann endlich ihr Jahr: Mit 99 Siegen wurde die Division gewonnen, es folgten Playoff-Erfolge gegen die Red Sox und die Angels und schließlich eine überlegen geführte World Series gegen die Astros.

Weitere sportliche Highlights der Stadion-Geschichte waren das All-Star-Spiel 2003, der erste No-Hitter am 18. April 2007 sowie das erste Perfect Game am 23. Juli 2009 – beide übrigens von Mark Buehrle für die White Sox.

Architektonische Auffälligkeiten
Guaranteed Rate Field war 1991 der letzte Ballpark, der erbaut wurde, bevor der vielgerühmte Oriole Park at Camden Yards den Siegeszug des retro-klassischen Stils begründete. Ein Vorbild bei den ursprünglichen Felddimensionen und der Anordnung der Sitze war unübersehbar das 1973 eröffnete Kauffman Stadium in Kansas City. Mit seiner modernistischen Betonfassade, dem symmetrischen Outfield und den weit nach außen gezogenen Oberdeck-Tribünen wirkte Chicagos neuer Ballpark schon bald ein wenig aus der Zeit gefallen. Dem versuchte man entgegen zu wirken, indem zwischen 2001 und 2007 zahlreiche Umbauten durchgeführt wurden.

Von außen relativ unspektakulär (2)

Schon im alten Comiskey Park war das „explodierende“ Scoreboard ein Markenzeichen. Bei jedem Homerun der White Sox gab es Licht-, Sound- und Feuerwerkseffekte von sich. Dieses Feature wurde sowohl beim Neubau 1991 als auch beim Ersetzen der Videoleinwände im Jahr 2016 beibehalten.

Die aktuelle Version des „explodierenden“ Scoreboards (3)

Spielbezogene Eigenheiten
Guaranteed Rate Field hat ein 400 Fuß (122m) tiefes Centerfield und ist fast symmetrisch mit einer Leftfieldline von 330 Fuß (101m), einer Rightfieldline von 335 Fuß (102m) und jeweils 375 Fuß (114m) Ausdehnung im Left- und Rightfield. Es ist damit im Hinblick auf Batter- oder Pitcherfreundlichkeit ein durchschnittliches Stadion. Statistische Parkfaktoren weisen für Guaranteed Rate Field meistens einerseits eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit für Homeruns aus und andererseits eine leicht geringere Wahrscheinlichkeit für andere Arten von Hits. Vor allem Triples kommen vergleichsweise selten vor, vermutlich weil die Felddimensionen im Vergleich mit anderen MLB-Plätzen kaum unerwartete Ecken und Kanten aufweisen.

Panorama aus dem rechten Centerfield (4)

Wo sitzt man am besten?
Eines sollte man vor einem Besuch in Guaranteed Rate Field wissen: Anders als in den meisten anderen MLB-Stadien hat man nicht die Freiheit, sich zwischen den verschiedenen Ebenen frei zu bewegen. Das heißt, wenn man ein Ticket für eines der höheren Decks hat, kann man nicht zum Beispiel vor dem Spiel mal bei den tiefer gelegenen Plätzen vorbei schauen, um ein Foto zu machen – geschweige denn, sich im halbvollen Stadion trotz günstigem Ticket einen besseren Platz suchen.

Ebenfalls zu beachten ist, dass Guaranteed Rate Field wie erwähnt relativ weit gezogene Tribünen aufweist. Das hat zur Folge, dass man auf den oberen Decks zwar durchweg eine ungehinderte Sicht auf das Spielfeld hat, dabei aber auch besonders weit von selbigem entfernt ist. Obwohl man im Zuge der Umbauten in den 2000er-Jahren versucht hat, diesen Effekt abzumildern, indem man über 6.000 Sitze von den oberen Decks entfernte, ist er immer noch existent.

Aus den beiden genannten Gründen ist von Tickets im oberen Level (500) abzuraten. Die sehr guten Plätze auf Level 100 rund um das Infield (121-143) gibt es je nach Zeit und Gegner für 50 bis 120 Dollar. Wenn man weniger ausgeben möchte, empfiehlt es sich, auf Level 100 zu bleiben, aber weiter in Richtung Outfield auszuweichen, wo es Tickets bereits ab 15 Dollar gibt. An heißen Tagen sollte man Plätze an der First-Base-Line wählen, denn die Third-Base-Seite bis ins Leftfield bekommt deutlich mehr Sonne ab. Außerdem empfiehlt sich an solchen Tagen, sofern man Tickets für das untere Level hat, ein Besuch der kalten Dusche hinter Abschnitt 161.

(1) Quelle: Flickr, Urheber: John Martinez Pavliga (CC BY 2.0)
(2) Quelle: Wikimedia Commons, Urheber: Oak Park Cycle Club (CC BY-SA 2.0)
(3) Quelle: Flickr, Urheber: David Wilson (CC BY 2.0)
(4) Quelle: Wikimedia Commons, Urheber: Jordano53 (CC BY-SA 4.0)

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Mai 21st, 2020 by Silversurger

Ich wünsche allseits einen schönen, sonnigen und vor allem gesunden Feiertag – leider immer noch ohne Baseball. Im Hinblick auf eine mögliche MLB-Saison ohne Zuschauer herrscht weiterhin Uneinigkeit zwischen den Klubs und den Spielern. Es geht dabei weniger um die Pandemie als vor allem ums Geld. Über die 2021 vorgesehene Weltmeisterschaft im Baseball, den World Baseball Classic, wurde derweil eine radikale Entscheidung getroffen.

Wer sich zuerst bewegt, verliert?
Ein zweites Spring-Training ab Mitte Juni, Start einer verkürzten Saison Anfang Juli – so könnte der Plan für Major-League-Baseball in diesem Jahr aussehen. In den meisten Bundesstaaten sieht es danach aus, dass die Gesundheits- und sonstigen Behörden grünes Licht geben würden für Spiele ohne Zuschauer und unter besonderen Hygieneregeln. Doch bislang scheitert die Sache am Streit zwischen den Klubs und den Spielern. Die Spielergewerkschaft MLBPA beruft sich darauf, dass man schon Ende März eine Einigung mit den Vereinen erzielt hat, dass die Spieler anteilig nach Anzahl der Spiele bezahlt werden. Dass die Spiele ganz oder teilweise ohne Zuschauer stattfinden würden, sei damals bereits berücksichtigt worden. Die Position der Teambesitzer hingegen lautet, dass die Vereinbarung vom März keine Geisterspiele berücksichtige und ohne Zuschauereinnahmen nicht aufrecht zu erhalten sei. Nach Rechnung der Owner müssten sie mit 4 Milliarden Dollar Verlust rechnen, wenn die Spiele ohne Zuschauer stattfinden und gleichzeitig die Spieler auf den vereinbarten Gehaltsanteilen beharren. Beide Seiten geben sich zurzeit unversöhnlich und man hat das Gefühl, dass diejenige, die sich als erstes bewegt, als Verlierer dasteht. Das Problem dabei ist: Wenn sich niemand bewegt, verlieren am Ende beide und vor allem auch die Fans, Ballpark-Angestellte und viele mehr.

WBC auf 2023 verschoben
Im März dieses Jahres wirkte sich die Corona-Krise erstmals spürbar auf den Baseball aus, indem das Qualifikationsturnier zum World Baseball Classic kurzfristig abgesagt wurde. Die deutsche Nationalmannschaft war zu dem Zeitpunkt bereits in Arizona und musste heilfroh sein, relativ schnell wieder nach Hause zu kommen, während bereits nach und nach die Flugverbindungen zwischen den USA und Europa eingestellt wurden. Das Hauptturnier des WBC war ursprünglich geplant für März 2021. Es sprach einiges dafür, sich von diesem Termin zu verabschieden: Erstens ist nicht abzusehen, ob das Thema Corona bis dahin erledigt ist; zweitens muss vorher noch die Qualifikation abgeschlossen werden; drittens stehen 2021 auch die von 2020 verschobenen Olympischen Spiele an, bei denen Baseball ebenfalls mit von der Partie ist. Vor diesem Hintergrund ist die nun getroffene Entscheidung des Weltverbands folgerichtig, dass der WBC 2021 nicht stattfinden wird. Das Turnier soll im Jahr 2023 nachgeholt werden.

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Mai 19th, 2020 by Silversurger

Am südlichen Stadtrand von Philadelphia widmet sich ein ganzes Viertel dem Sport und anderen Vergnügungen: In trauter Einheit stehen hier das Football-Stadion Lincoln Financial Field (Phildalphia Eagles), die Basketball- und Eishockeyhalle Wells Fargo Center (Philadelphia Flyers, Philadelphia 76ers), das Restaurant- und Konzertcenter Xfinity Live sowie Citizens Bank Park, der Ballpark der Philadelphia Phillies. Um Letzteren geht es heute im 23. Teil meiner Serie über die Ballparks der MLB.

Geschichte
Die 1883 gegründeten Philadelphia Phillies sind eine der ältesten Baseball-Franchises überhaupt. Daher überrascht es wenig, dass Citizens Bank Park schon das fünfte Stadion der Teamgeschichte ist. Sein direkter Vorgänger war Veterans Stadium, das sich die Phillies seit 1971 mit den Eagles sowie zeitweise mit weiteren Football- und Fußballteams teilten – was allein schon wegen der immer durchscheinenden Feldmarkierungen der anderen Sportarten kein schöner Zustand war.

Die Baufälligkeit von Veterans Stadium wurde gegen Ende der 1990er-Jahre unübersehbar. Um einer Mäuseplage im Stadion Herr zu werden, setzte der Sicherheitsdienst Katzen als Kammerjäger ein. Einige Wände waren bereits so zernagt, dass die Spieler der Gästekabine in den Umkleideraum der Eagles-Cheerleader spähen konnten. Während des College-Football-Spiels Army gegen Navy 1998 brach ein Geländer zusammen und verletzte acht Zuschauer. Als zusätzliches Argument gegenüber der Stadt und dem Staat Pennsylvania diente den Phillies und den Eagles, dass im gleichen Jahr in Pittsburgh der öffentlich geförderte Neubau von Baseball- und Footballstadien genehmigt wurde. Die Diskussion in den politischen Gremien zog sich eine Weile hin, doch 2001, während in Pittsburgh schon Eröffnung gefeiert wurde, konnte auch in Philadelphia der Bau beginnen.

Citizens Bank Park, Philadelphia (1)

Am 12. April 2004 warf Phillies-Pitcher Randy Wolf den ersten Pitch im neuen Ballpark. D’Angelo Jimenez schlug gleich im ersten At-Bat ein Leadoff-Double für die Cincinnati Reds, welche das Spiel mit 4:1 für sich entschieden. Der einzige Trost für die Phillies bestand darin, dass Bobby Abreu dem Heimteam die Ehre des ersten Homeruns bewahrte.

Abgesehen vom verlorenen Eröffnungsspiel war Citizens Bank Park ein sofortiger Erfolg für die Phillies. Der Zuschauerdurchschnitt stieg spürbar und dauerhaft an, obwohl das neue Stadion deutlich kleiner war als das alte. Auch sportlich ging es aufwärts: Ab der Eröffnung erzielten die Phillies dreimal den zweiten und anschließend fünfmal hintereinander den ersten Platz in ihrer Division, der NL East. 2008 und 2009 brachten sie die World Series in ihren Ballpark; in der ersten davon gewannen sie alle Heimspiele und holten den Titel mit 4-1 gegen die Tampa Bay Rays, die zweite ging gegen die New York Yankees 2-4 verloren.

Einen ungewöhnlichen Anblick bot Citizens Bank Park Anfang Januar 2012: Der Innenraum wurde unter Eis gesetzt, um ein Eishockey-Spiel zwischen den New York Rangers und den Philadelphia Flyers auszutragen.

Kaum wiederzuerkennen: CBP beim NHL Winter Classic 2012 (2)

Architektonische Auffälligkeiten
Citizens Bank Park weist von außen die Ziegelfassade eines typischen retro-klassischen Ballparks auf, mit einigen Anspielungen auf kolonialzeitliche Gebäude der Innenstadt. Der Schönheitsfehler dabei ist, dass CBP anders als die meisten Ballparks dieses Stils nicht in der Stadt platziert ist, sondern im erwähnten Sportkomplex einige Meilen außerhalb mit nicht viel drumherum außer Parkplätzen und anderen Stadien. Die Lage nimmt dem Ballpark einiges von dem Charme, den er in einer ansehnlicheren Umgebung ausstrahlen könnte.

Im Inneren des Parks fällt vor allem die 16 Meter hohe Freiheitsglocke ins Auge, die am 8. August 1776 die amerikanische Unabhängigkeit einläutete – das war natürlich nicht die beleuchtete Nachbildung im Ballpark, sondern das Original am Independence Square. Die Rolle der Liberty Bell in Citizens Bank Park ist eine andere: Sie blinkt und läutet immer dann, wenn die Phillies einen Homerun schlagen und wenn sie ein Spiel gewinnen. Bei den Phillies und ihren Fans erfreut sich deshalb in sozialen Netzwerken der Hashtag #RingTheBell großer Beliebtheit.

Hinter dem Centerfield befindet sich Ashburn Alley, eine Art Flaniermeile, von der aus man sowohl das Spiel verfolgen als auch Verpflegungsstände aufsuchen oder diverse Ausstellungsstücke über Philadelphias Baseballgeschichte betrachten kann.

Liberty Bell, das Wahrzeichen des Parks – im Vordergrund Ashburn Alley (3)

Spielbezogene Eigenheiten
Mit einem 401 Fuß (122m) tiefen Centerfield liegt Citizens Bank Park im Mittelfeld der MLB-Ballparks. Die Leftfieldline hingegen war mit 324 Fuß (99 Meter) ursprünglich sehr kurz geraten. Dadurch etablierte sich der Park schnell als ein Ort, an dem Rechtshänder besonders viele Homeruns schlagen. 2005, also nur zwei Jahre nach der Eröffnung, wurde hier eine Korrektur vorgenommen, indem die Begrenzung ein Stück verschoben wurde, sodass der linke Foulpole nun 329 Fuß (101) Meter von der Homeplate entfernt ist.

Trotz der Anpassung ist Citizens Bank Park immer noch ein günstiges Pflaster für das Schlagen von Homeruns. Oft wird er deswegen als besonders hitterfreundlicher Park bezeichnet, was aber nicht ganz richtig ist. Denn neben der Homerun-Freundlichkeit weist CPB eher ungünstige Werte für Doubles und Triples auf und insgesamt eine durchschnittliche Umgebung für Hits im Allgemeinen.

Homeplate-Perspektive von ganz oben (4)

Wo sitzt man am besten?
Mit ihren Invesitionen von „stupid money“ (Zitat von Owner John Middleton) für Stars wie Bryce Harper, J. T. Realmuto und Zack Wheeler haben die Phillies deutlich gemacht, dass sie ihre jüngste Rebulding-Phase als abgeschlossen betrachten. Das hat sich bereits im letzten Jahr in deutlich gestiegenen Zuschauerzahlen niedergeschlagen, sodass es deutlich schwerer geworden ist, an gute Tickets heranzukommen. Es lohnt sich, früh dran zu sein, auf Spiele zu weniger attraktiven Zeiten auszuweichen oder zu schauen, was der Wiederverkaufsmarkt hergibt. Gut zu wissen ist auch, dass bei ausverkauften Spielen direkt am Spieltag noch 500 Stehplatztickets in den Verkauf gehen.

Die beliebte Perspektive von ziemlich weit unten und zwischen den Dugouts gibt es in den Bereichen 115 bis 132 für vergleichsweise überschaubare Preise ab 70 Dollar je Ticket. Schon ab 20 Dollar bekommt man Sitze auf den Rooftop-Bleachers (301 bis 310) – die Stimmung dort ist gut, der Weg zur Ashburn Alley kurz, das Spielfeld allerdings ziemlich weit weg. An sonnigen Nachmittagsspielen empfehlen sich generell eher die Plätze an der Third-Base-Line; auf den Tribünen an der First-Base-Line in Richtung Rightfield besteht deutlich weniger Hoffnung auf Schatten.

(1) Quelle: Flickr, Urheber: Jimmy Emerson (CC BY-NC-ND 2.0)
(2) Quelle: Flickr, Urheber: Tiffany Von Arnim (CC BY-NC 2.0)
(3) Quelle: Wikimedia Commons, Urheber: Centpacrr (CC BY-SA 3.0)
(4) Quelle: Flickr, Urheber: Ian D’Andrea (CC BY-SA 2.0)

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Mai 14th, 2020 by Silversurger

Der Grand Slam am Donnerstag beschränkt sich heute auf ein kurzes Update zur möglichen, aber immer noch nicht sicheren Baseball-Saison 2020.

Streit um Gehälter, universeller DH wahrscheinlich
Aktuell verhandelt die Leitung der MLB mit der Spielergewerkschaft MLBPA um die Bedingungen einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Dazu gehört ein rund 80-seitiges Hygienekonzept, in dem zum Beispiel festgelegt wird, wer wann gestestet wird, welche Regeln für Reisen und Hotelaufenthalte gelten, wie auf Krankheitssymptome und auf nachgewiesene Coronafälle zu regieren ist usw.

Ein besonders wichtiger und konfliktträchtiger Verhandlungspunkt sind die Spielergehälter. Eigentlich gab es hierzu schon vor einigen Wochen die Einigung, dass die Gehälter anteilsmäßig nach Anzahl der stattfindenden Spiele gezahlt werden. Nun wollen die Klubs aber nachverhandeln mit der Argumentation, dass bei Spielen ohne Zuschauer ihre Einnahmen deutlich geringer ausfallen. Die Spieler und sonstigen Angestellten sollen diese Verluste mit auffangen. Das klingt einerseits nachvollziehbar, andererseits denke ich, dass den Teambesitzern doch bei der letzten Einigung längst klar gewesen sein muss, dass es dieses Jahr höchstwahrscheinlich keine Zuschauer im Stadion geben wird.

Weniger Streit dürfte es um einen anderen Vorschlag der Liga geben: Es soll einmalig für die Saison 2020 der Designated Hitter für die gesamte MLB eingeführt werden. Die Teams sollen damit die Flexibilität erhalten, bei einem Spielplan mit weniger Ruhetagen einzelne Spieler durch Verzicht auf die Fielding-Aufgaben zu entlasten. Die Spielergewerkschaft wird dem höchstwahrscheinlich zustimmen, da sie ohnehin seit Jahren als Befürworter der DH-Regel gilt.

Die Voraussetzungen für einen möglichen Saisonstart von Seiten der US-Bundesstaaten sind bislang noch sehr unterschiedlich: Während beispielsweise Arizona angekündigt hat, Profisport ab 15. Mai wieder zuzulassen, fährt der Nachbarstaat Kalifornien bislang eine deutlich strengere Linie. Es könnte daher nötig werden, dass kalifornische Teams ihre Spiele zunächst in Arizona oder einem anderen Staat austragen müssen.

Die Lage in Deutschland
Im deutschen Baseball ist der Trainingsbetrieb unter besonderen Abstands- und weiteren Regeln inzwischen in den meisten, aber noch nicht in allen Ländern und Kommunen freigegeben. Ob es auch einen Spielbetrieb geben wird, ist nach wie vor nicht absehbar. Laut der aktuellen Meldung des Deutschen Baseball- und Softballverbands wäre Ende Juni der früheste denkbare Termin für einen Saisonbeginn.

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Mai 12th, 2020 by Silversurger

Nach dem Besuch in Detroit geht in meiner Ballparks-Serie die Reise noch ein Stück weiter nach Norden. Genauer gesagt ist Seattle der nördlichste und der zweitwestlichste Standort der MLB. Rund 70.000 Kilometer legen die Spieler der Mariners jährlich auf ihren Auswärtsreisen zurück, weit mehr als die jedes anderen Teams. Heute aber geht es um ihre Heimstätte: T-Mobile Park.

Geschichte
Die Seattle Mariners nahmen den Spielbetrieb als Erweiterungsteam 1977 im ein Jahr zuvor erbauten Kingdome auf. Die Mehrzweckarena teilten sie sich mit den Seahawks (Football), den Sounders (Fußball) und den SuperSonics (Basketball). Der Kingdome galt zu seiner Eröffnung als hoch entwickeltes, topmodernes Stadion, doch er war ganz offensichtlich nicht für die Ewigkeit geschaffen. Das Dach machte immer wieder Probleme, unter anderem fielen 1994 kurz vor einem Spiel der Mariners mehrere Teile auf die Zuschauerränge herab – zum Glück wurde niemand verletzt. Zudem gab es mehrere kritische Gutachten im Hinblick auf mangelnde Erdbebensicherheit. Sowohl die Mariners als auch die Seahawks drohten letztlich der Stadt mit Wegzug, falls sie kein neues Stadion bekommen.

Nach drei Jahren mit einigem politischen Hin und Her wegen der Finanzierung begannen 1997 die Bauarbeiten für den neuen Mariners-Ballpark gleich gegenüber vom alten Dome. Letzterer wurde übrigens im Jahr 2000 abgerissen und durch ein neues Footballstadion ersetzt.

Mit Kosten von 517 Millionen Dollar war der Bau des Ballparks zum damaligen Zeitpunkt der teuerste der US-Geschichte. Gleichzeitig war es mit 27 Monaten Bauzeit auch der schnellste Bau eines Stadions mit verschließbarem Dach. Die Mariners hatten es so eilig, aus dem Kingdome heraus zu kommen, dass der Umzug mitten in der Saison stattfand: Am 15. Juli 1999 stieg das Eröffnungsspiel, welches mit 2:3 gegen die San Diego Padres verloren ging.

T-Mobile Park, dahinter das Stadion der Seahawks und die Skyline (1)

Der Ballpark hieß bei seiner Eröffnung und für die folgenden 20 Jahre übrigens Safeco Field, benannt nach einem Versicherungsunternehmen. Seit 2019 ist Mobilfunkanbieter T-Mobile neuer Inhaber der Namensrechte.

Safeco Field war 2000 und 2001 Austragungsort von Playoff-Spielen. In beiden Jahren unterlagen die Mariners in der American League Championship Series den New York Yankees. Seitdem mühen sich die Mariners bislang vergeblich um eine erneute Postseason-Qualifikation – länger als jedes andere Profi-Sportteam der USA. 2001 fand auch das All-Star-Spiel der MLB in Safeco Field statt.

Eine Besonderheit für Freunde dominanten Pitchings war das Jahr 2012: Am 21. April pitchte Philip Humber für die Chicago White Sox ein perfektes Spiel gegen die Mariners, am 15. August gelang Mariners-Pitcher Felix Hernandez gegen die Tampa Bay Rays ebenfalls ein Perfect Game. Das war bisher das einzige Mal in der Geschichte, dass es zwei perfekte Spiele in einem Jahr im selben Ballpark gab. Obendrein warfen am 8. Juni desselben Jahres sechs Pitcher der Mariners einen gemeinsamen No-Hitter gegen die Los Angeles Dodgers.

T-Mobile Park von außen mit Mount Rainier im Hintergrund (2)

Architektonische Auffälligkeiten
T-Mobile Park reiht sich ein in den retro-modernen Stil, dem viele seit den 1990er Jahren erbaute Ballparks folgen: Außen Klinker und Stahl, innen mehrstufige Tribünen, ein asymmetrisches Outfield und eine schöne Aussicht auf die Skyline von Seattle. Das größte unverwechselbare Feature von T-Mobile Park ist die Dachkonstruktion. Es handelt sich um ein verschließbares Dach, welches im Gegensatz zu anderen verschließbaren Dächern der MLB – z. B. in Houston oder Milwaukee – nur gegen Sonne und Regen schützt, aber keine Vollklimatisierung des Stadions erlaubt. Die ist in der Regel auch nicht nötig, da Seattle ein recht mildes Klima hat, aber eben viel Niederschlag. Das Dach kann und darf auch während des laufenden Spiels geöffnet oder geschlossen werden. Wenn man mit dem Flugzeug über den Ballpark fliegt, fällt der große magentafarbene Schriftzug „Welcome to T-Mobile Park, Seattle“ ins Auge, der sowohl bei offenem als auch bei geschlossenem Dach sichtbar ist.

Ein Hingucker im Inneren des Stadions ist die riesige Video-Anzeigetafel über dem Centerfield. Mit 1.070 m² ist es die zweitgrößte in der MLB, übertroffen nur von der in Cleveland.

In das Stadion integriert, hinter den Blöcken 135-141, ist das „Baseball Museum of the Pacific Northwest“. Wenn man genug Zeit mitbringt, kann man sich hier vor dem Spiel über die Baseball-Teams informieren, die es im Nordwesten der USA vor der Gründung der Mariners 1977 gab. Außerdem befindet sich dort die „Mariners Hall of Fame“ mit Informationen und Ausstellungsstücken über die Größen des Klubs wie Edgar Martinez oder Ken Griffey Jr.

T-Mobile Park (damals noch Safeco Field) mit geschlossenem Dach (3)

Spielbezogene Eigenheiten
Mit Felddimensionen von 401 Fuß (122m) im Centerfield, 331 Fuß (101m) an der Leftfield- und 326 Fuß (99m) an der Rightfieldlinie liegt T-Mobile Park ziemlich im Durchschnitt der MLB. Trotzdem gilt der Park als eine der pitcherfreundlichsten Umgebungen der Liga. Die Parkfaktoren zeigen regelmäßig unterdurchschnittliche Bedingungen für Runs, Homeruns und Extrabase-Hits, dafür erhöhte Wahrscheinlichkeiten für Strikeouts. Zu erklären ist dies durch den „Marine Layer“, eine für die Gegend typische, dichte Luftschicht die durch das Auftreffen von warmer Luft auf den kalten Ozean entsteht. Der Marine Layer verursacht in Seattle den gegenteiligen Effekt der dünnen Luft, die Coors Field in Denver zum Paradies für Hitter macht.

Das Dach von T-Mobile Park ist so hoch, dass es sehr selten von geschlagenen Bällen getroffen wird. Falls es doch vorkommt, bestimmen die Ground Rules, dass
– ein Ball nach dem Berühren des Daches weiterhin zum Flyout gefangen werden kann;
– ein Ball, der das Dach im Foul Territory berührt, in jedem Fall als Foulball gewertet wird;
– ein Ball, der das Dach im Fair Territory berührt, je nach Ort seiner Landung als fair oder foul gewertet wird.

Wo sitzt man am besten?
Die durchschnittliche Auslastung des knapp 48.000 Zuschauer fassenden T-Mobile Park lag in den letzten Jahren regelmäßig unter 60 Prozent. Es ist daher normalerweise kein Problem, auch kurzfristig noch an Tickets heranzukommen. Die Preise liegen im Mittelfeld der MLB.

Wie in jedem Ballpark bieten die beste Sicht die Plätze hinter der Homeplate für ein paar hundert Dollar. Für 60 bis 70 Dollar bekommt man aber auch schon sehr gute Plätze um das Infield herum in den Terrace Club Sections 220-240. Auf den Outfield-Tribünen kommt man für unter 20 Dollar unter. Man ist dort natürlich sehr weit weg und sieht vor allem im Centerfield die Anzeigetafel nur, wenn man den Kopf dreht.

(1) Quelle: Flickr, Urheber: Sean O’Neill (CC BY-ND 2.0)
(2) Quelle: Flickr, Urheber: Tiffany Von Arnim (CC BY 2.0)
(3) Quelle: Flickr, Urheber: albedo20 (CC BY-NC-ND 2.0)

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Mai 7th, 2020 by Silversurger

Noch steht die (westliche) Baseballwelt still. Doch angesichts der umfangreichen Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Deutschland, USA und vielen anderen Ländern scheint es zunehmend wahrscheinlich, dass wir zumindest eine verkürzte Saison erleben werden. Zum ersten Mal sind konkrete Termine durchgesickert, wann es losgehen könnnte.

MLB-Start am 1. Juli?
Aus Kreisen um die Cleveland Indians wurde gestern bekannt, dass der Klub seine Spieler aufgefordert hat, die persönlichen Fitnessprogramme auf einen Trainingsbeginn am 10. Juni und einen Saisonstart am 1. Juli einzustellen. Das sind noch lange keine fixen Termine und wohl eher die frühestmöglichen Zeitpunkte, zu denen sich etwas tun könnte. Aber dass überhaupt schon Termine im Gespräch sind, ist sicher ein positives Zeichen, dass in diesem Jahr noch mit Baseball zu rechnen ist.

Die Ligaleitung plant offenbar, der Spielergewerkschaft MLBPA Ende dieser oder Anfang nächster Woche einen konkreten Vorschlag vorzulegen. Dieser wird Zeitpläne, Modelle für den Umgang mit Gehaltsansprüchen und für die sonstigen Rahmenbedingungen des Spielbetriebs enthalten. Als wahrscheinlich gilt inzwischen, dass alle oder zumindest die meisten Partien als Geisterspiele in den jeweiligen Heimstadien der Teams ausgetragen werden. Die früher diskutierte Idee einer Fokussierung auf einige wenige Standorte scheint zurzeit nicht weiter verfolgt zu werden. Auch eine Umorganisation der Divisionen wird es voraussichtlich nicht geben. Die Spielpläne werden aber wohl darauf ausgerichtet, weite Reisen zu minimieren.

Gute Aussichten auf Trainingsbetrieb in Deutschland
Ob und wann es in Deutschland einen Spielbetrieb geben wird, ist ebenfalls noch offen. In den meisten Bundesländern sieht es derzeit danach aus, dass gemeinsamer Sport im Freien unter bestimmten Regeln und Voraussetzungen wieder erlaubt wird. Baseball als relativ kontaktarmer Mannschaftssport dürfte gute Aussichten haben, zumindest schon mal für die Wiederaufnahme von Trainingseinheiten grünes Licht zu erhalten. Der DBV hat dafür bereits Richtlinien erarbeitet, die mir sehr vernünftig erscheinen.

Saison in Südkorea läuft
In Südkorea hat die KBO-Saison wie geplant am Dienstag begonnen. An dieser Stelle wollte ich ein Update dazu liefern, wie man die Spiele per Livestream verfolgen kann. Leider scheint es in Deutschland keine solche Möglichkeit zu geben, jedenfalls keine offizielle ohne technische Tricksereien. Für die USA hat ESPN die Übertragungsrechte erworben, doch nach meinen bisherigen Informationen sind die Partien in Deutschland nicht über den ESPN Player zu sehen. Wenn ihr wild auf die KBO-Spiele seid, habt ihr die Möglichkeit, mit Hilfe von VPN-Clients den Anschein zu erwecken, dass ihr euch in Südkorea, den USA oder sonstwo auf der Welt befindet, um die dortigen Möglichkeiten zu nutzen. Für mich persönlich muss ich sagen, dass es mir den Aufwand nicht wert ist.

Bald Zuschauer in Taiwan?
Deutlich unkomplizierter kann man in einige Spiele der taiwanesischen CPBL reinschauen. Ich verlinke hier noch mal die Seite, auf der ihr die dafür nötigen Informationen findet.

Taiwan war vor vier Wochen der Vorreiter mit dem weltweit ersten Saisonstart einer Baseball-Profiliga. Nun fühlt man sich offenbar bereit, einen Schritt weiter zu gehen: Ab morgen sollen pro Spiel 1.000 Zuschauer erlaubt sein. Die Fans müssen ihre Temperatur messen lassen, Mundschutz tragen und eineinhalb Meter Abstand halten. Taiwan hat in den letzten 25 Tagen nur einzelne neu eingereiste Coronafälle gemeldet, Infektionen im Inland gab es demnach in diesem Zeitraum überhaupt nicht.

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Mai 5th, 2020 by Silversurger

Detroit hat einen schönen, etwas außerhalb gelegenen Zoo. Aber um die prominentesten Raubtiere der Stadt zu sehen, muss man das Zentrum nicht verlassen, denn dort stehen einträchtig nebeneinander die Gehege der Footballer von den Detroit Lions – Ford Field – und der Baseballer von den Detroit Tigers – Comerica Park. Um letzteren geht es in der heutigen Folge meiner Serie über die Ballparks der MLB.

Großartiger Blick auf die Skyline (1)

Geschichte
Als Gründungsmitglied der American League, das zudem nie die Stadt oder den Namen gewechselt hat, sind die Tigers eine der traditionsreichsten Baseball-Franchises überhaupt. Nach einigen kurzlebigen Heimstätten zu Beginn der Teamgeschichte zogen sie 1912 in Navin Field ein. Das Stadion, das später in Briggs Field und schließlich in Tiger Stadium umbenannt wurde, war stolze 88 Jahre lang in Betrieb.

So sehr die Tigers und ihre Fans das alte Stadion liebten, war doch ab Mitte der 1990er Jahre absehbar, dass ein neuer Ballpark her musste. Die Stadt Detroit stellte in einer Initiative zur Belebung der Innenstadt den Standort für die Neubauten der Tigers und der Lions zur Verfügung. Als Architekturbüro wurden die etablierten Ballpark-Spezialisten von HOK Sports (heute Populous) ausgewählt. Diese konstruierten ein Stadion im bewährten retro-klassischen Design, das von Oktober 1997 bis April 2000 erbaut wurde. Die Comerica Bank erwarb für 66 Millionen Dollar die Namensrechte für 30 Jahre.

Das Eröffnungsspiel stieg am 11. April 2000 zwischen den Tigers und den Seattle Mariners und wurde von den Hausherren 5:2 gewonnen. Bei Temperaturen um 2 Grad Celsius und Schneefall wird sich schon an diesem ersten Betriebstag von Comerica Park der eine oder andere der 39.168 Zuschauer gefragt haben, ob es wirklich eine gute Idee war, auf ein Dach zu verzichten. Die Diskussion, ob man eine Überdachung, vielleicht sogar ein bewegliches Dach, nachrüsten soll, kommt bis heute immer wieder hoch.

2005 fand das All-Star-Game der MLB in Comerica Park statt, ein Jahr später erlebte der Ballpark seine ersten Playoff-Spiele und auch gleich seine erste World Series. Die Tigers verloren die World Series 2006 mit 1-4 gegen die St. Louis Cardinals. 2012 erreichten sie erneut die Meisterschaftsserie, in der si sich mit 0-4 den San Francisco Giants geschlagen geben mussten. In Comerica Park gab es bislang nur einen No-Hitter: Das Kunststück gelang Justin Verlander am 12. Juni 2007 beim 4:0-Sieg der Tigers gegen die Milwaukee Brewers.

Der Eingang lässt keine Zweifel, wer hier zu Hause ist (2)

Architektonische Auffälligkeiten
Von außen sieht Comerica Park mit seiner Ziegelfassade im Grunde aus wie ein durchschnittlicher Ballpark der retro-klassischen Bauart – abgesehen davon, dass er von Dutzenden Tigerstatuen und -köpfen „bevölkert“ wird, die das Bild des Stadions massiv prägen. Ein weiteres extensiv eingesetztes Designelement sind die riesigen Baseballschläger, die zum Beispiel im obigen Bild über dem Eingang zu sehen sind. Diese Schläger sind keine willkürlichen Standardmodelle, sondern jeweils den Bats von legendären Tigers-Spielern nachempfunden.

Im Inneren des Stadions fällt zuerst die tolle Aussicht auf die Skyline von Detroit ins Auge. Aber auch das Spielfeld bietet einen ungewohnten Anblick: Zum einen hat der normalerweise runde Bereich um die Homeplate in Comerica Park selbst die Form einer Homeplate. Zum anderen verläuft zwischen der Homeplate und dem Mound ein Dirt-Streifen. Ein solcher Streifen war in frühen Ballparks üblich, ist heute aber eine Seltenheit. Meines Wissens ist Comerica Park zurzeit der einzige MLB-Ballpark mit diesem Feature, nachdem Chase Field in Arizona seinen Streifen letztes Jahr abgeschafft hat.

Bei jedem Homerun der Tigers wandert Blick automatisch zur Chevrolet Fountain, der großen Springbrunnen-Anlage hinter dem Centerfield, die zu diesen und anderen besonderen Ereignissen in die Höhe schießt.

Wasserspiele bei jedem Tigers-Homerun (3)

Weitere Besonderheiten von Comerica Park finden sich hinter beziehungsweise unter den Tribünen: Jenseits der 3rd-Base-Seite des Stadions steht ein 15 Meter hohes Riesenrad, in dem man für 2 Dollar ein paar Runden in einer baseballförmigen Kabine drehen kann. Der Innenbereich des Ballparks ist durchzogen von einem „Walk of Fame“. Wenn man vor dem Spiel genug Zeit hat, kann man dort auf einem Spaziergang die Geschichte der Tigers anhand von Fotos und Ausstellungsstücken nachvollziehen.

Ein Hit (nicht nur) für Kids: Das Riesenrad „Fly Ball“ in Comerica Park (4)

Spielbezogene Eigenheiten
Als Comerica Park im Jahr 2000 eröffnete, wurden Detroits Baseballfans mit einem massiven Unterschied zum Vorgänger-Stadion konfrontiert: Während Tigers Park als einer der hitter-freundlichsten Ballparks der MLB galt, war das neue Stadion dank eines vor allem in den Ecken deutlich größer dimensionierten Outfields das genaue Gegenteil davon. Mit der Pitcherfreundlichkeit des Parks war man bei den Tigers nicht glücklich und so gab es schon bald – 2003 und 2005 – Umbauten, bei denen zuerst das Leftfield und dann das Rightfield verkleinert wurde. Das Ziel der Maßnahmen wurde erreicht, denn seitdem ist Comerica Park ein relativ ausgewogener Ballpark mit leichten Vorteilen für die Hitter.

Wo sitzt man am besten?
Das Team der Tigers befindet sich in einer Rebuilding-Phase, und das schlägt sich spürbar im Zuschauerinteresse nieder: Mit im Schnitt 18.767 verkauften Tickets war Comerica Park letztes Jahr nicht mal zur Hälfte ausgelastet. Daran dürfte sich kurzfristig wenig ändern, sodass man – sobald es wieder MLB-Spiele mit Zuschauern gibt, versteht sich – relativ leicht und günstig an Karten für Tigers-Spiele kommt.

Die beste Sicht hat man, wie in fast jedem Ballpark, von den unteren Plätzen um das Infield. Will man direkt hinter der Homeplate sitzen (Bereiche 125-130), muss man in der Regel mehrere hundert Dollar pro Sitz hinblättern. Auf Höhe der ersten oder dritten Base (120 bzw. 135) kann man aber bereits ein Schnäppchen mit hervorragenden Plätzen für 30 oder 40 Dollar machen.

Wenn man einfach nur ins Stadion kommen und dafür nicht viel ausgeben möchte, bieten sich die Blöcke 149-150 im hinteren Leftfield an. Da ist man zwar weit vom Geschehen, aber die Sicht ist unverbaut, man kann einen Blick in den Gäste-Bullpen werfen und zahlt für die Tickets mit etwas Glück nur 10 Dollar oder weniger.

(1) Quelle: Flickr, Urheber: Ed McDonald (CC BY-NC 2.0)
(2) Quelle: Flickr, Urheber: Lauren (CC BY-NC-ND 2.0)
(3) Quelle: Flickr, Urheber: GabboT (CC BY-SA 2.0)
(4) Quelle: Flickr, Urheber: Perry (CC BY-NC-ND 2.0)

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April 30th, 2020 by Silversurger

Aus der MLB gibt es diese Woche nicht viel Neues. Eine Aufnahme der Saison unter speziellen Bedingungen wird weiterhin geprüft. Der momentan am stärksten diskutierte Vorschlag besteht darin, die Liga nach geographischer Lage in drei Divisionen mit je 10 Teams aufzuteilen – eine East Coast Division, die dann wohl in Florida spielen würde, eine West Coast Division in Arizona und eine Central Division in Texas. Es handelt sich aber nach wie vor nur um eines von vielen Planspielen. Eine Entscheidung, ob, wann und wie MLB-Baseball dieses Jahr stattfindet, ist bislang nicht absehbar. Ganz anders in Südkorea: Dort beginnt am Dienstag die Saison.

Saisonstart in Südkorea
Die Generalprobe in Form von bislang eineinhalb Wochen Preseason ist geglückt, nun soll es am Dienstag richtig losgehen: Die Korean Baseball Organization (KBO) startet in den offiziellen Spielbetrieb der Saison 2020. Geplant ist, eine komplette Saison mit den üblichen 144 Spielen für jedes der 10 Teams durchzuziehen. Der Zeitplan wird insgesamt nach hinten verschoben, die Playoffs sollen vom 4. bis zum 28. November im Gocheok Sky Dome in Seoul stattfinden.

Das Coronvirus gilt in Südkorea dank zahlreicher Tests und umfassender Kontaktverfolgung als weitgehend unter Kontrolle. Gleichwohl werden die Baseballspiele unter strengen Auflagen durchgeführt: Alle Beteiligten außer den Spielern sind zum Tragen von Masken und Handschuhen verpflichtet, Spucken und unnötige Körperkontakte wie High-Fives sind verboten, beim Betreten und Verlassen des Stadions wird Fieber gemessen – und vor allem werden keine Fans anwesend sein.

Mit von der Partie sind einige ehemalige MLB-Profis. In jedem Team sind bis zu drei Ausländer erlaubt, eine Liste findet ihr hier. Ob und wo man die Spiele von außerhalb des Landes live sehen kann, ist leider immer noch nicht klar. Der US-Sportsender ESPN soll in aussichtsreichen Verhandlungen mit der KBO um die Übertragungsrechte stehen. Möglicherweise werden die Spiele dann auch in Deutschland über den kostenpflichtigen ESPN Player zu sehen sein.

Hall-of-Fame-Zeremonie verschoben auf 2021
Wenig überraschend hat die National Baseball Hall of Fame gestern bekannt gegeben, dass die Aufnahmezeremonie für die neu gewählten Mitglieder Derek Jeter, Larry Walker, Ted Simmons und Marvin Miller um ein Jahr verschoben wird. Im Winter wird es im normalen Turnus die Entscheidungen über weitere Neuaufnahmen geben, am 25. Juli 2021 werden dann beide Hall-of-Fame-Klassen gemeinsam in die Ruhmeshalle eingeführt.

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