Category: Preview

April 7th, 2020 by Silversurger

Seit Veröffentlichung meiner Nummer 2 ist es klar: Die Los Angeles Dodgers sind mein Favorit auf den Gewinn der World Series 2020. Das dürfte kaum jemanden überraschen, denn die Dodgers sind überfällig. Sieben Jahre hintereinander haben sie die NL West gewonnen, in jedem der letzten vier Jahre haben sie in den Playoffs nur gegen den späteren World Champion verloren – zweimal in der World Series, zweimal in einer früheren Runde. Ohne nennenswerte Verluste bringen sie in diesem Jahr erneut eines der stärksten Lineups der Liga auf den Platz; die Starting Rotation ist trotz einiger Abgänge (Hyun-Jin Ryu, Rich Hill, Kenta Maeda) tief und hochwertig besetzt; obendrein nennen sie nach wie vor ein mit Talenten bestens bestücktes Farmsystem ihr eigen. Und als wäre das alles noch nicht Grund genug, ins Schwärmen zu geraten, gönnten sich die Dodgers auch noch die aufsehenerregendste Neuverpflichtung des Jahres: Superstar-Outfielder Mookie Betts wurde in einem Blockbuster-Trade von den Boston Red Sox losgeeist und kommt gemeinsam mit SP David Price im Austausch gegen OF Alex Verdugo und zwei weitere Prospects nach Los Angeles. Deutlicher kann man nicht signalisieren, dass alles andere als der Titel in diesem Jahr eine Enttäuschung wäre.

Voraussichtliches Lineup
C Will Smith
1B Max Muncy
2B Gavin Lux
SS Corey Seager
3B Justin Turner
LF Joc Pederson
CF Cody Bellinger
RF Mookie Betts

Voraussichtliche Rotation
RHP Walker Buehler
LHP Clayton Kershaw
LHP David Price
LHP Julio Urias
LHP Alex Wood
Key Relievers: Kenley Jansen, Blake Treinen

Wichtigster Zugang
OF Mookie Betts (Boston Red Sox)

Wichtigster Abgang
LHP Hyun-Jin Ryu (Toronto Blue Jays)

Bestes Prospect
IF Gavin Lux

Größte Stärke
Das Batting-Lineup: Von den acht voraussichtlichen Stammspielern hatten fünf in den letzten drei Jahren mindesens eine Saison mit mehr als 5 Wins Above Replacement (fWAR). Zwei weitere, Catcher Will Smith und Infielder Gavin Lux, sind Top-Talente, die noch keine volle Saison absolviert haben. Bleibt noch der achte Spot, für den die Auswahl aus Joc Pederson und A. J. Pollock besteht – auch eher ein Luxusproblem.

Größte Schwäche
Der Bullpen: Wenn man mit der Lupe nach einer Schwäche sucht, dann wird man am ehesten hier fündig. Closer Kenley Jansen hatte während der beiden letzten Jahre gelegentlich schwächere Phasen, sein Fastball ist gegenüber 2016 um 2 mph langsamer geworden. Blake Treinen wurde für 10 Millionen Dollar verpflichtet in der Hoffnung, dass er an seine starke Saison 2018 mit den Oakland Athletics anknüpft – und nicht an seine ziemlich katastrophale Saison 2019.

Spannendste Frage
Wird Mookie Betts je ein Spiel für die Dodgers absolvieren? Nach der Einigung der Liga mit der Spielergewerkschaft ist klar: Falls die Saison 2020 wegen der Corona-Krise ausfällt, wird das Vertragsjahr den Spielern trotzdem komplett angerechnet. Für Betts heißt das, dass er 2021 Free Agent ist und sich ein neues Team suchen kann. Das wäre mehr als bitter für die Dodgers, die in diesem Fall nachträglich zum großen Verlierer des Blockbuster-Trades mit den Red Sox würden.

Meine Prognose
Platz 1 in der NL West, World Champion

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April 5th, 2020 by Silversurger

Wie geht man am besten damit um, wenn zweimal in drei Jahren eine starke Saison in einer verlorenen ALCS-Serie gegen die Houston Astros endet? Die Antwort nach Art der New York Yankees: Man investiert 324 Millionen Dollar in einen Vertrag mit dem besten Spieler der Astros. Die Verpflichtung von Starting Pitcher Gerrit Cole soll der entscheidende Faktor sein, um die großen Erfolg zurück in die Bronx zu holen. Mit ihm soll die Rotation der Yankees auf das Niveau gehoben werden, welches das enorm schlagkräftige Batting-Lineup sowie der furchterregend starke Bullpen bereits erreicht haben. Das kann funktionieren, allerdings müssen dazu Masahiro Tanaka, J. A. Happ und Jordan Montgomery größeren Rollen gerecht werden als ihnen zunächst zugedacht waren. Denn das Verletzungspech der Yankees hat schon wieder zugeschlagen und dafür gesorgt, dass Luis Severino für die gesamte Saison und James Paxton – je nach tatsächlichem Saisonbeginn – für die ersten Wochen ausfallen werden. Auch die Hoffnung, dieses Jahr stabiler auf die Mega-Slugger Giancarlo Stanton und Aaron Judge zählen zu können, hat bereits Rückschläge erlitten; durch die Verschiebung der Saison bestehen aber wieder Chancen, dass beide von Beginn an dabei sind. Vom Verletzungsthema abgesehen gibt es kaum etwas daran zu diskutieren, dass die Yankees als klarer Favorit auf den Divisionssieg und auch auf den Gewinn der American League in die Saison gehen. Meine Prognose sieht sie in der World Series 2020, als Champion sage ich jedoch ein anderes Team voraus. Findige Leserinnen und Leser können sich jetzt schon ausrechnen, welches es ist.

Voraussichtliches Lineup
C Gary Sanchez
1B Luke Voit
2B DJ LeMahieu
SS Gleyber Torres
3B Giovanny Urshela
LF Mike Tauchman
CF Brett Gardner
RF Aaron Judge
DH Giancarlo Stanton

Voraussichtliche Rotation
RHP Gerrit Cole
RHP Masahiro Tanaka
LHP James Paxton
LHP J. A. Happ
LHP Jordan Montgomery
Key Relievers: Aroldis Chapman, Chad Green, Zack Britton

Wichtigster Zugang
RHP Gerrit Cole (Houston Astros)

Wichtigster Abgang
SS Didi Gregorius (Philadelphia Phillies)

Bestes Prospect
OF Jasson Dominguez

Größte Stärke
Power: Mit 306 Homeruns übertrafen die Yankees 2019 ihre eigene Bestmarke vom Vorjahr (267) deutlich – eine beeindruckende Leistung, auch wenn die Twins noch einen mehr schafften und damit den Rekord wegschnappten. Einen anderen Rekord verbuchten die Yankees für sich: 14 verschiedene Spieler, die sie einsetzten, schlugen jeweils mindestens 10 Bälle über den Zaun.

Größte Schwäche
Enormer Erwartungsdruck: „We need to win some world championships. Plural.” So lautet die von Team-Eigner Hal Steinbrenner im Dezember ausgegebene Devise. Der Mann fordert ganz offensichtlich den zweiten Schritt, bevor der erste getan ist. Das kann motivierend sein, aber auch ins Auge gehen.

Spannendste Frage
Werden sie den Injury-Bug irgendwann los? 2019 stellten die Yankees diverse Verletzungsrekorde auf, zum Beispiel die meisten verschiedenen Spieler auf der offiziellen Verletztenliste (30) sowie die meisten Aufenthalte insgesamt auf dieser Liste (39), die je ein MLB-Team in einer Saison hatte. So viel Pech kann man nicht zweimal haben, sollte man meinen. Doch die Saisonvorbereitung 2020 begann schon wieder mit diversen Ausfällen, unter anderem von Paxton, Judge, Stanton und ganz besonders von Severino, der nach Tommy-John-Surgery ein Jahr lang pausieren muss.

Meine Prognose
Platz 1 in der AL East, AL-Champion

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April 3rd, 2020 by Silversurger

Der Abschied der Atlanta Braves aus dem Baseball-Jahr 2019 war eine Demütigung: eine 1:13-Niederlage gegen die St. Louis Cardinals, vor heimischem Publikum im entscheidenden Spiel 5 der NLDS. Das sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass sie vor diesem Ende mit Schrecken eine hervorragende Saison gespielt haben. Zum zweiten Mal hintereinander gewannen sie die sehr kompetitive NL East, mit 97 Siegen waren sie hinter den Dodgers das zweiterfolgreichste Team der National League. Das alles gelang mit einem jungen Kern, auf den man noch einige Jahre lang setzen kann – angefangen mit Outfielder Ronald Acuna Jr., dem Rookie des Jahres 2018, und Pitcher Mike Soroka, Zweiter bei der Rookie-Wahl 2019. Der schwerwiegendste Verlust gegenüber dem Vorjahr ist der von Slugger Josh Donaldson, der als Free Agent bei den Twins unterschrieb. Darauf reagierten die Braves prompt, indem sie für 18 Millionen Dollar Marcell Ozuna verpflichteten, der Donaldson in der Mitte des Lineups ersetzen soll. Schwachpunkte gibt es wenige – vermutlich die von Donaldson verlassene Third Base, vielleicht auch das Centerfield mit Ender Inciarte, der eine schwache und verletzungsgeplagte Saison hinter sich hat. Doch für den Fall, dass er nicht zurück in die Erfolgsspur findet, haben die Braves das nächste Ass schon im Ärmel: Christian Pache gilt als Top-Talent und zumindest von seinem Defensivspiel her längst bereit für die MLB. Die Rotation der Braves kann mit den Konkurrenten aus Washington und New York meiner Ansicht nach nicht ganz mithalten, ist aber solide genug, um in Verbindung mit der explosiven Offensive und einem verlässlichen Bullpen das Team erneut zum Favoriten auf den Divisionssieg zu machen.

Voraussichtliches Lineup
C Travis d’Arnaud
1B Freddie Freeman
2B Ozzie Albies
SS Dansby Swanson
3B Austin Riley
LF Marcell Ozuna
CF Ender Inciarte
RF Ronald Acuna Jr.

Voraussichtliche Rotation
RHP Mike Soroka
LHP Cole Hamels
RHP Mike Foltynewicz
LHP Max Fried
RHP Felix Hernandez
Key Reliever: Mark Melancon, Will Smith

Wichtigster Zugang
OF Marcell Ozuna (St. Louis Cardinals)

Wichtigster Abgang
3B Josh Donaldson (Minnesota Twins)

Bestes Prospect
OF Christian Pache

Größte Stärke
Die obere Hälfte des Lineups: Nach Leadoff-Hitter Ronald Acuna Jr. bekommen die gegnerischen Pitcher es mit Ozzie Albies, Freddie Freeman und Marcell Ozuna zu tun. An dieser Gruppe dreimal vorbei zu kommen, ohne Runs zu kassieren, erscheint schwer vorstellbar.

Größte Schwäche
Third Base: Nach Donaldsons Abgang waren die Braves im Gespräch, für Kris Bryant oder Nolan Arenado zu traden, doch bislang hat sich in der Richtung nichts ergeben. Johan Camargo und Austin Riley sind die aussichtsreichsten internen Kandidaten für den Posten. Keiner von ihnen dürfte in der Lage sein, Donaldsons Fußstapfen auszufüllen.

Spannendste Frage
Wer wird der Closer? Wer bei knappen Führungen im letzten Inning den Ball bekommt, ist noch offen, doch das ist eher ein Luxusproblem als eine Verlegenheit: Mit Mark Melancon, Will Smith und Shane Greene hat Atlanta drei erprobte Reliever für die späten Innings im Kader. Hinzu kommen mit Luke Jackson, der letztes Jahr mit 18 Saves das Team anführte, sowie Darren O’Day und Chris Martin weitere starke Optionen, sodass der Bullpen sich als eine weitere Stärke der Braves herausstellen dürfte.

Meine Prognose
Platz 1 in der NL East

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April 1st, 2020 by Silversurger

Vor wenigen Monaten waren die Astros noch ein allseits beliebter Klub. Kaum jemand, der ihnen nicht gönnte, es nach Jahren der Bedeutungslosigkeit durch harte Arbeit und smartes Management ganz nach oben geschafft zu haben. Drei Jahre hintereinander brachten sie es auf über 100 Saisonsiege, 2017 gewannen sie ihre erste World Championship, 2019 waren sie nur acht Outs entfernt von der zweiten. Doch wenige Tage nach Ende der Saison 2019 ließen Ken Rosenthal und Evan Drellich von The Athletic die Bombe platzen, und die Astros verwandelten sich quasi über Nacht vom sympathischen Vorzeige-Klub zum Objekt von Anfeindungen und Spott bis hin zur regelrechten Verachtung: Der ehemalige Astros-Pitcher Mike Fiers bestätigte das Gerücht, dass die Astros mindestens während der Meisterschafts-Saison 2017 mit elektronischen Hilfsmitteln die Zeichen zwischen gegnerischen Pitchern und Catchern ausspionierten. Die Zeichen wurden mit einer im Centerfield angebrachten Kamera gefilmt und durch akustische Signale – zum Beispiel Klopfen auf einen Mülleimer – an die Batter weitergegeben. Die Liga nahm sich der Vorwürfe an; in einer groß angelegten Untersuchung wurden 68 Zeugen befragt, darunter 23 Spieler. Am Ende sah man die Regelverstöße als erwiesen an und verkündete Mitte Januar das Strafmaß: General Manager Jeff Luhnow und Field Manager A. J. Hinch wurden ein Jahr lang für jede Tätigkeit in der MLB gesperrt (und unmittelbar danach vom Klub entlassen), das Team verlor die Erst- und Zweitrundenpicks in den beiden kommenden Drafts und musste 5 Millionen Dollar Strafe zahlen. Das ist eine der härtesten Bestrafungen, die die MLB je ausgesprochen hat, und doch gibt es viele Stimmen, denen sie nicht weit genug geht. Kritisiert wird vor allem, dass die Astros ihren unsauber erworbenen Titel behalten, und zum anderen, dass auf individuelle Strafen gegen die beteiligten Spieler verzichtet wurde.
Der Sign-Stealing-Skandal hat die Offseason beherrscht und ist längst nicht vergessen, aber für die Astros gilt es nun, den Blick nach vorne auf die neue Saison zu richten. Das Team verlor seinen größten Star, Starting Pitcher Gerrit Cole, in der Free Agency; ansonsten gab es kaum Zu- und Abgänge. Unter dem neuen Führungsduo aus General Manager James Click und Field Manager Dusty Baker gilt es nun zu beweisen, dass die Astros auch ohne unerlaubte Hilfsmittel zu den stärksten Mannschaften der MLB gehören.

Voraussichtliches Lineup
C Martin Maldonado
1B Yuli Gurriel
2B Jose Altuve
SS Carlos Correa
3B Alex Bregman
LF Michael Brantley
CF George Springer
RF Josh Reddick
DH Yordan Alvarez

Voraussichtliche Rotation
RHP Justin Verlander
RHP Zack Greinke
RHP Lance McCulles Jr.
RHP Jose Urquidy
RHP Joshua James
Key Relievers: Roberto Osuna, Ryan Pressly

Wichtigster Zugang
RHP Austin Pruitt (Tampa Bay Rays)

Wichtigster Abgang
RHP Gerrit Cole (New York Yankees)

Bestes Prospect
RHP Forrest Whitley

Größte Stärke
Die Offense: Laut zahlreichen fortgeschrittenen Statistiken (.848 OPS, .355 wOBA, 125 wRC+, 40.8 fWAR) war das Lineup der Astros 2019 das beste der Liga. Daran sollte sich 2020 nicht viel ändern, denn die Stammaufstellung wird auf 9 von 10 Positionen dieselbe sein wie im letzten Jahr.

Größte Schwäche
Die Tiefe der Rotation: Gerrit Cole ist weg. Mit Justin Verlander und Zack Greinke sind immer noch zwei Top-Starter vorhanden, aber mit 36 und 37 Jahren sind die beiden in einem Alter, in dem man sich fragen muss, welchen Effekt die lange Saison 2019 auf sie hat. Bei Verlander ging es schon los im Spring Training, das er wegen Problemen in der Leiste abbrechen musste. Lance McCullers ist ein weiterer guter Mann, aber er kehrt frisch von einer Tommy-John-Surgery zurück und hat in seiner Karriere noch nie 130 Innings in einer Saison durchgehalten. Den Rest der Rotation bilden voraussichtlich die wenig erfahrenen Jose Urquidy und Josh James.

Spannendste Frage
Wie wirkt der Sign-Stealing-Skandal nach? Nicht nur die Fans der anderen Teams fühlen sich von den Astros betrogen, sondern auch und vor allem die gegnerischen Spieler. Es wird schon geunkt, dass die Astros 2020 einen neuen Rekord in erlittenen Hit-by-Pitches aufstellen werden. Den halten übrigens bisher die Baltimore Orioles von 1898 mit 148. Einen ernsthafteren Effekt erwarte ich davon, dass die Gegner dieses Jahr immer ein bisschen mehr als üblich motiviert sein werden, gegen die Astros alles zu geben.

Meine Prognose
Platz 1 in der AL West

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März 30th, 2020 by Silversurger

Vor einem Jahr habe ich an dieser Stelle noch als unrealistisch eingestuft, dass es für die Tampa Bay Rays in der AL East ein Vorbeikommen an den übermächtig erscheinenden Yankees und Red Sox gibt. Sie haben mich und wahrscheinlich viele andere mal wieder eines Besseren belehrt: Mit 96 Siegen ließen sie die Red Sox weit hinter sich und machten den Yankees sehr lange das Leben schwer. In den Playoffs scheiterten sie erst im entscheidenden Spiel 5 der ALDS an den Astros. Das war eine Saison der Rays, die Hunger auf mehr macht. Um diesen Hunger zu stillen, setzt der Klub weiterhin – in der folgenden Reihenfolge – auf überragendes Pitching, starke Defense und ein solides Batting-Lineup. Letzteres muss auf die Free-Agent-Abgänge Catcher Travis d’Arnaud und Outfielder Avisail Garcia verzichten sowie vor allem auf Star-Outfielder Tommy Pham, der nach San Diego getradet wurde. Für ihn kommt Hunter Renfroe von den Padres – ein typischer Rays-Move, bei dem sie einen Top-Spieler abgeben, einen jüngeren und günstigeren Spieler dafür bekommen und sich in ein paar Monaten wahrscheinlich als Gewinner des Trades erweisen, weil ihre Scouts und Analysten regelmäßig hervorragende Arbeit leisten. Einen für ihre Verhältnisse teuren Neuzugang haben sich die Rays mit Yoshitomo Tsutsugo gegönnt, der für 12 Millionen Dollar für zwei Jahre aus Japan geholt wurde. Der linkshändige Slugger wird sich als DH mit dem ebenfalls neu verpflichteten Rechtshänder Jose Martinez abwechseln. Flexibilität ist auch sonst ein wichtiges Element im Lineup der Rays: Rund die Hälfte der Plätze werden voraussichtlich mit Platoons besetzt, also mit je zwei Spielern, die sich nach Händigkeit der gegnerischen Pitcher abwechseln. Alles in allem sind die Rays ein sehr durchdachtes Team, das man mindestens als Geheimtipp für die World Series auf der Rechnung haben sollte.

Voraussichtliches Lineup
C Mike Zunino
1B Ji-Man Choi
2B Brandon Lowe
SS Willy Adames
3B Yandy Diaz
LF Austin Meadows
CF Kevin Kiermaier
RF Hunter Renfroe
DH Yoshitomo Tsutsugo

Voraussichtliche Rotation
RHP Charlie Morton
LHP Blake Snell
RHP Tyler Glasnow
LHP Ryan Yarbrough
RHP Yonny Chirinos
Key Relievers: Nick Anderson, Diego Castillo

Wichtigster Zugang
OF Yoshitomo Tstutsugo (Yokohama Baystars)

Wichtigster Abgang
OF Tommy Pham (San Diego)

Bestes Prospect
SS Wander Franco

Größte Stärke
Pitching: Die Werfer der Rays führten 2019 die Liga an mit 25.3 Wins Above Replacement (fWAR), erlaubten die wenigsten Homeruns und belegten in allen anderen wesentlichen Pitching-Statistiken einen der drei ersten Plätze. Einer Wiederholung dieser Leistungen dürfte nichts im Weg stehen, denn erstens ist die Rotation intakt geblieben und zweitens haben die Rays schon öfter bewiesen, mit Veränderungen und Ausfällen kreativ und produktiv zurechtzukommen.

Größte Schwäche
Geld: Die Rays gehören von der Größe ihres Marktes und ihrer Budgets her zu den ärmsten Franchises der Liga. Was sie daraus machen, ist beeindruckend und aller Ehren wert. Ein Nachteil gegenüber jenen Teams, die sich bei Bedarf mal schnell eine hochbezahlte Neuverpflichtung leisten können, ist es natürlich trotzdem.

Spannendste Frage
Wann merkt man in Florida, dass die Rays gut sind? Es ist 10 Jahre her, dass die Rays in der Zuschauer-Rangliste einen anderen als den letzten oder vorletzten Platz belegt haben. 2018 und 2019 sank der Besucherschnitt auf jeweils unter 15.000; in Tropicana Field sind inzwischen ganze Blöcke und Ebenen dauerhaft geschlossen, weil es sich erstens nicht lohnt und zweitens der Atmosphäre schadet, die paar Leute im weiten Rund zu verteilen. Wenn selbst Top-Leistungen des Teams nicht ausreichen, um die Region für Rays-Baseball zu begeistern, wird über kurz oder lang ein Umzug anstehen.

Meine Prognose
Platz 2 in der AL East, Wild Card

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März 28th, 2020 by Silversurger

Nach einer Saison mit 101 Siegen und dem historischen Rekord von 307 erzielten Homeruns finden die Minnesota Twins sich in einer ungewohnten Rolle wieder – in der des Favoriten auf den Gewinn der AL Central. Erfolgsgarant soll erneut das explosive Batting-Lineup sein, das durch die Neuverpflichtung von Third Baseman Josh Donaldson noch ein Stück explosiver geworden ist. Donaldson stellt zudem auch ein deutliches Upgrade für die Defensive dar und ermöglicht, Miguel Sano an die erste Base zu versetzen. Größere Veränderungen gegenüber dem Vorjahr gibt es im Pitching Staff, speziell im unteren Teil der Rotation. Kenta Maeda wurde von den Dodgers ertradet und dürfte seinen Platz als Starter ebenso sicher haben wie Jose Berrios und Jake Odorizzi. Um die weiteren Plätze streiten sich die Neuankömmlinge Homer Bailey, Rich Hill und Jhoulys Chacin, zudem Rookie Randy Dobnak und irgendwann auch Michael Pineda, der noch 39 Spiele von seiner Dopingsperre abzusitzen hat. Das sind nicht die ganz großen Namen, aber es ist eine solide Gruppe, die Pitching-Coach Wes Johnson alle Chancen bietet, an die überraschend starke letzte Saison anzuknüpfen.

Voraussichtliches Lineup
C Mitch Garver
1B Miguel Sano
2B Luis Arraez
SS Jorge Polanco
3B Josh Donaldson
LF Eddie Rosario
CF Byron Buxton
RF Max Kepler
DH Nelson Cruz

Voraussichtliche Rotation
RHP Jose Berrios
RHP Jake Odorizzi
RHP Kenta Maeda
RHP Homer Bailey
LHP Rich Hill
Key Reliever: Taylor Rogers

Wichtigster Zugang
3B Josh Donaldson (Atlanta Braves)

Wichtigster Abgang
RHP Kyle Gibson (Texas Rangers)

Bestes Prospect
SS Royce Lewis

Größte Stärke
Power: Die Homerun-Flut des letzten Jahres erklärt sich wohl größtenteils durch Änderungen bei der Ballherstellung. Aber die Bälle waren für alle MLB-Teams dieselben und 307 davon über den Zaun zu hauen ist einzig und allein den Twins gelungen. Ein neuer Rekord dürfte dieses Jahr nicht drin sein, allein schon weil bestenfalls eine verkürzte Saison gespielt wird. Aber im direkten Vergleich mit der Konkurrenz wird der um Donaldson verstärkte „Bomba Squad“ erneut in der Homerun-Spitzengruppe rangieren.

Größte Schwäche
Die Yankees: Viermal haben die Twins es in den letzten 13 Jahren in die Playoffs geschafft, viermal ging es in der ersten Runde gegen die New York Yankees, viermal war das die Endstation für die Twins. Die Bilanz in den Playoffspielen gegen die Yankees: 0 Siege, 10 Niederlagen.

Spannendste Frage
Kann Max Kepler an seine Breakout-Saison anknüpfen? „Unser“ deutscher MLB-Profi hat letztes Jahr den Schritt vom soliden Stammspieler zum Star seines Teams vollzogen. Das untermauern seine Batting-Werte (.252/.336/.519 mit 36 Homeruns) als Leadoff-Hitter ebenso wie seine zuverlässigen Defensivleistungen im Rightfield. Insgesamt trug der 27-Jährige mit 4.4 fWAR den größten Beitrag zum Erfolg der Twins bei (gleichauf mit Pitcher Jose Berrios). Nun ist es an ihm, zu beweisen, dass die überragende Saison mehr als nur ein positiver Ausreißer war.

Meine Prognose
Platz 1 in der AL Central

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März 26th, 2020 by Silversurger

Zum zweiten Mal an diesem Tag muss ich von enttäuschter Vorfreude schreiben. Beim ersten Mal ging es darum, dass der für heute vorgesehene Opening Day in unabsehbare Ferne gerückt ist. Dieses Mal geht es um die Preview zu den New York Mets, auf die ich mich während der ganzen bisherigen Artikelserie besonders gefreut hatte. Mein Lieblingsteam hatte eine zwar streckenweise holprige, aber doch positiv stimmende Offseason. Ein empfindlicher Verlust ist Starting Pitcher Zack Wheeler, der für fünf Jahre und 118 Millionen Dollar in Philadelphia unterschrieben hat. Das ist aus Mets-Sicht schade, aber angesichts der Vertragsdaten war es vernünftig, ihn ziehen zu lassen und nicht in ein Wettbieten mit den Phillies einzutreten. Zudem hat General Manager Brody Van Wagenen vorausschauend gehandelt und schon zur Trade-Deadline 2019 in Marcus Stroman einen angemessenen Ersatz für Wheeler geholt. Außer Wheeler ging auch Manager Mickey Callaway, der sich in den zwei Jahren seiner Amtszeit in mehrerlei Hinsicht als Fehlbesetzung erwiesen hatte. Als sein Nachfolger wurde zunächst Carlos Beltran präsentiert, doch der war nur zwei Monate im Amt, bevor er selbiges wegen seiner zentralen Rolle im Sign-Stealing-Skandal der Astros wieder abgeben musste. Das öffnete die Tür für Newcomer Luis Rojas, der fachlich vermutlich ohnehin die bessere Wahl ist als Beltran und obendrein nach allem, was man hört, einen sehr guten Draht zu den Spielern besitzt. Das Stamm-Lineup für 2020 ist dasselbe, das letztes Jahr vor allem in der zweiten Saisonhälfte überzeugte, angeführt vom Rookie des Jahres und Homerun-Champion Pete Alonso sowie dem überragenden Kontakt-Hitter Jeff McNeil. Überragend sah auch die Spitze der Rotation aus mit Cy-Young-Gewinner Jacob deGrom, Noah Syndergaard und Stroman, ergänzt durch eine solide Auswahl für die Plätze vier und fünf aus Steven Matz, Rick Porcello und Michael Wacha. Leider hat mein Optimismus vorgestern Abend einen herben Rückschlag erhalten, als bekannt wurde, dass Syndergaard sich heute einer Tommy-John-Surgery unterziehen muss. Sein Ausfall für mindestens ein Jahr bedeutet eine spürbare Schwächung für die Mets, die zwar immer noch ein gutes Team haben, aber innerhalb der hochwertigen Konkurrenz um die NL East nun ein Stück weit in die Außenseiterrolle rutschen.

Voraussichtliches Lineup
C Wilson Ramos
1B Pete Alonso
2B Robinson Cano
SS Amed Rosario
3B Jeff McNeil
LF J. D. Davis
CF Brandon Nimmo
RF Michael Conforto

Voraussichtliche Rotation
RHP Jacob deGrom
RHP Marcus Stroman
LHP Steven Matz
RHP Rick Porcello
RHP Michael Wacha
Key Relievers: Edwin Diaz, Dellin Betances

Wichtigster Zugang
RP Dellin Betances (New York Yankees)

Wichtigster Abgang
RHP Zack Wheeler (Philadelphia Phillies)

Bestes Prospect
SS Ronny Mauricio

Größte Stärke
Jacob deGrom: Den „DeGrominator“ kann man mit einigem Recht als derzeit besten Pitcher der Welt bezeichnen. Sowohl 2018 als auch 2019 hat er die MLB nach ERA angeführt, in beiden Jahren gewann er mit großer Mehrheit die Wahl zum Cy-Young-Award.

Größte Schwäche
Defense: Die Mets sind seit Jahren eines der schwächsten Teams, was das Fielding betrifft – was kein großes Wunder ist, wenn man regelmäßig ohne echten Centerfielder antritt, sich im Leftfield zwei gelernte Corner Infielder abwechseln, die Stärken des First Baseman, des Rightfielders und des Catchers auch nicht gerade in der Defensive liegen und sich für Jeff McNeil immer ein (häufig wechselnder) Platz auf dem Feld finden muss. Die Order an das Pitching-Personal ist klar: Der Ball sollte so wenig wie möglich ins Spiel kommen.

Spannendste Frage
Welche Rolle spielen Yoenis Cespedes und Jed Lowrie? Cespedes war einst der Star der Mets-Offense, doch seit er 2017 einen 110-Millionen-Dollar-Vertrag über vier Jahre erhielt, verbrachte er in jeder Saison mehr Zeit auf der Verletztenliste als auf dem Feld. 2019 fiel er nach einem obskuren Unfall unter Beteiligung eines Wildschweins ganzjährig aus. Lowrie kam vor der letzten Saison als hoffnungsvolle Neuverpflichtung für das Infield, bestritt aber wegen Knieproblemen noch kein einziges Spiel für die Mets. Der Status von Cespedes und Lowrie in Bezug auf die Saison 2020 ist genauso schwer einzuschätzen wie der der Saison selbst.

Meine Prognose
Platz 2 in der NL East, Wild Card

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März 24th, 2020 by Silversurger

Die Ära Brad Ausmus währte nur ein Jahr. Nach einer enttäuschenden Bilanz von 72-90 und Platz 4 in der AL West musste der Cheftrainer der Los Angeles Angels seine Sachen packen. Beeinflusst wurde die Entscheidung der Klubführung sicher durch die zu der Zeit absehbare Verfügbarkeit von Joe Maddon als Nachfolger. Die Verpflichtung des Erfolgstrainers sowie die des frisch gebackenen World Champions Anthony Rendon sollen dafür sorgen, dass das Team um Superstar Mike Trout den Turnaround zum Playoff-Kandidaten schafft. Das Lineup mit dem Kern aus Trout, Rendon und Two-Way-Phänomen Shohei Ohtani scheint dafür mehr als bereit zu sein. Zweifel wirft hingegen das Pitching-Staff auf, zumal Ohtani nach überstandener Tommy-John-Surgery behutsam aufgebaut werden muss und Griffin Canning möglicherweise länger ausfällt. Sofern es Maddon und seinem neuen Pitching-Coach Mickey Callaway gelingt, aus ihrer Werfer-Riege zumindest durchschnittliche Leistungen herauszuholen, dürfte mit den Angels dieses Jahr zu rechnen sein.

Voraussichtliches Lineup
C Jason Castro
1B Albert Pujols
2B David Fletcher
SS Andrelton Simmons
3B Anthony Rendon
LF Justin Upton
CF Mike Trout
RF Brian Goodwin
DH Shohei Ohtani

Voraussichtliche Rotation
RHP Shohei Ohtani
RHP Julio Teheran
LHP Andrew Heaney
RHP Dylan Bundy
RHP Griffin Canning
Key Relievers: Hansel Robles, Ty Buttrey

Wichtigster Zugang
3B Anthony Rendon (Washington Nationals)

Wichtigster Abgang
OF Kole Calhoun (Arizona Diamondbacks)

Bestes Prospect
OF Joe Addell

Größte Stärke
Mike Trout: Auf die Gefahr hin, dass es langweilig wirkt, weil ich es schon so oft geschrieben habe und es so wahnsinnig offensichtlich ist – Trout ist und bleibt der beste Baseballspieler seiner Generation. Obwohl er die letzten gut drei Wochen der Saison 2019 mit einer Fußverletzung ausfiel, brachte er es mit 8.6 fWAR auf den höchsten Wert der Liga und wurde verdientermaßen zum dritten Mal in seiner Karriere als wertvollster Spieler ausgezeichnet.

Größte Schwäche
Die Rotation: 2019 hatten die Angels mit insgesamt nur 3.2 fWAR von ihren Startern die schwächste Rotation der Liga. Ganz so schlimm wird es dieses Jahr nach der Rückkehr von Ohtani sowie der Neuverpflichtung von Dylan Bundy und Julio Teheran nicht werden, aber für die Playoff-Hoffnungen ist dieser Mannschaftsteil nach wie vor die Sollbruchstelle. Wenn die Angels bis zur Trade-Deadline im Rennen bleiben, werden sie ein heißer Kandidat dafür sein, noch ein oder zwei Starting Pitcher an Land zu ziehen.

Spannendste Frage
Bringt Joe Maddon den Erfolg zurück? Maddon war bereits von 1975 bis 2005 in unterschiedlichen Rollen vom Spieler über diverse Scout- und Trainerjobs bis hin zum Interimsmanager für die Angels tätig gewesen. Seinen Durchbruch als gefeierter Top-Manager hatte er in der Zeit danach, in Tampa Bay und bei den Chicago Cubs. Nun ist der 66-Jährige zurück am Ausgangspunkt seiner Karriere und wird alles daran setzen, den Kreis durch einen Titel zu schließen.

Meine Prognose
Platz 2 in der AL West, Wild Card

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März 22nd, 2020 by Silversurger

Was für ein Kraftakt: Zuerst rollten die Washington Nationals nach einem schwachen Start in die reguläre Saison 2019 das Feld von hinten auf und ergatterten auf der Zielgeraden eine Wild Card in die Playoffs. In der Postseason waren sie dann sage und schreibe fünfmal in der Situation, dass eine Niederlage das Ausscheiden bedeutet hätte – angefangen mit dem Wild-Card-Spiel und bis hin zu Spiel 7 der World Series. In jedem dieser Spiele gerieten sie mindestens einmal in Rückstand und jedes dieser Spiele gewannen sie am Ende. Als Mets-Fan sage ich es nicht gern, aber: Dieses Team hat sich die World Championship hart erarbeitet und redlich verdient. Zum Unternehmen Titelverteidigung wurde der Kern der Truppe weitgehend beisammen gehalten, doch eine schwere Entscheidung musste getroffen werden: Für zwei Eckpfeiler des Erfolgs, Starting Pitcher Stephen Strasburg und Third Baseman Anthony Rendon, standen neue Verträge an, der Klub konnte sich aber nur einen davon leisten. Die Wahl fiel auf Strasburg, der für sieben Jahre und 245 Millionen Dollar unterschrieb, während Rendon zu identischen Konditionen in Los Angeles bei den Angels anheuerte. An der dritten Base ergibt sich dadurch die Gelegenheit für Top-Prospect Carter Kieboom, seine Major-League-Reife unter Beweis zu stellen. Letztes Jahr gelang ihm das während eines kurzen Call-ups noch nicht (.128/.209/.282).

Voraussichtliches Lineup
C Yan Gomes
1B Eric Thames
2B Starlin Castro
SS Trea Turner
3B Carter Kieboom
LF Juan Soto
CF Victor Robles
RF Adam Eaton

Voraussichtliche Rotation
RHP Max Scherzer
RHP Stephen Strasburg
LHP Patrick Corbin
RHP Anibal Sanchez
RHP Joe Ross
Key Relievers: Will Harris, Sean Doolittle

Wichtigster Zugang
2B Starlin Castro (Miami Marlins)

Wichtigster Abgang
3B Anthony Rendon (Los Angeles Angels)

Bestes Prospect
IF Carter Kieboom

Größte Stärke
Die Rotation: Max Scherzer, Stephen Strasburg, Patrick Corbin – das sind die Top-3, die sich mit einigem Recht als Hauptverantwortliche des Titelgewinns und als das beste Starter-Trio der Liga fühlen dürfen. Die Frage, die man sich gleichwohl stellen muss, ist, wie gut sie in der Lage sind, die körperliche Belastung des langen Oktobers wegzustecken.

Größte Schwäche
Die Farm: Prospect-Guru Keith Law von „The Athletic“ führt das Nachwuchssystem der Nationals auf Platz 29 von 30. Das ist keine tolle Aussicht für die Zukunft, aber es ist erklärbar, nachdem die Nationals die Früchte jahrelanger Arbeit abgeerntet und den erhofften Erfolg erzielt haben. Oder wie Law selbst es formuliert: „You don’t care, right, Nats fans? You got a ring! That’s what the farm is for, and Mike Rizzo and company worked the heck out of their system to get to that World Series.“

Spannendste Frage
Schlägt der Hangover zu? Seit 19 Jahren hat kein Team den höchsten Baseballtitel verteidigt. Neben der schon erwähnten körperlichen Anstrengungen einer World-Series-Saison sind auch die mentalen Effekte nicht zu vernachlässigen. Nach einem so hart erarbeiteten Erfolg fällt es wohl jedem ein bisschen schwer, jegliche Selbstzufriedenheit abzuschütteln und den gleichen großen Willen aufzubringen wie die noch hungrigen Konkurrenten.

Meine Prognose
Platz 3 in der NL East, Wild Card

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März 20th, 2020 by Silversurger

Die St. Louis Cardinals gehen als Verteidiger des Divisionstitels in die neue Saison der NL Central. Das kam ein bisschen überraschend nach drei eher mittelmäßigen Jahren und einem ebensolchen Beginn der letzten Saison. Doch die Cardinals steigerten sich im Verlauf des Jahres und brachten es in der zweiten Saisonhälfte auf die beeindruckende Bilanz von 51 Siegen und nur 30 Niederlagen. Darauf lässt sich für 2020 aufbauen, insbesondere auf den starken Leistungen des Pitching-Staffs um Jack Flaherty, der sich als das neue Ass des Teams etabliert hat. Die Cardinals sind keine Überflieger, denn dazu ist das Lineup zu inkonsistent und auch der Bullpen wirft zu viele Fragen auf. Nennenswerte Verstärkungen in der Offseason waren zudem Fehlanzeige. Aber der Klub ist traditionell berüchtigt dafür, aus begrenzten Möglichkeiten das Beste herauszuholen, und sein Manager Mike Shildt personifiziert diese Eigenschaft wie kaum ein zweiter. Deshalb traue ich den Cardinals zu, dass sie auch 2020 die NL Central gewinnen werden. Viel mehr als Bauchgefühl ist das jedoch nicht angesichts der weit offenen Konkurrenzsituation in der Division. Letztes Jahr war es schon ein Dreikampf zwischen den Cardinals, den Cubs und den Brewers, in der neuen Saison könnten die Reds in diese Gruppe aufsteigen und die Sache noch spannender machen. Auf eine Reihenfolge innerhalb des Quartetts würde ich nicht wetten wollen.

Voraussichtliches Lineup
C Yadier Molina
1B Paul Goldschmidt
2B Kolten Wong
SS Paul DeJong
3B Matt Carpenter
LF Tyler O’Neill
CF Harrison Bader
RF Dexter Fowler

Voraussichtliche Rotation
RHP Jack Flaherty
RHP Miles Mikolas
RHP Dakota Hudson
RHP Adam Wainwright
RHP Carlos Martinez
Key Reliever: Giovanny Gallegos

Wichtigster Zugang
LHP Kwang-Hyun Kim (SK Wyverns)

Wichtigster Abgang
OF Marcell Ozuna (Atlanta Braves)

Bestes Prospect
OF Dylan Carlson

Größte Stärke
Paul Goldschmidt: Für seine Verhältnisse hatte Goldy in seinem ersten Jahr als Cardinal eine schwächere Saison mit 2.9 fWAR und .821 OPS. Aber die Saisonstatistik täuscht darüber hinweg, dass er nach dem All-Star-Break mächtig in Fahrt kam. 18 Homeruns, 60 RBI und .886 OPS in der zweiten Saisonhälfte machten jeden Zweifel an den nach wie vor herausragenden Fähigkeiten des 32-jährigen First Baseman zunichte.

Größte Schwäche
Offensive Tiefe: Mit Goldschmidt, Matt Carpenter und vielleicht noch Paul DeJong ist ein starker Kern an Hittern vorhanden. Ob das reicht, um ganz oben mitzuhalten, ist zumindest fraglich. Die Batting-Leistung des Teams insgesamt war 2019 nur knapp durchschnittlich und das Auftreten in der NLCS war ein regelrechter Offenbarungseid der Cardinals-Offense. Inzwischen haben die Cardinals ihren Cleanup-Hitter Marcell Ozuna ersatzlos ziehen lassen, was das Lineup mit Sicherheit nicht stärker macht.

Spannendste Frage
Wer übernimmt die Rolle des Closers? 2019 hatten die Cardinals Saves von neun verschiedenen Pitchern. In der zweiten Saisonhälfte übernahm Carlos Martinez den Job und machte seine Sache gut. Da Martinez dieses Jahr in die Starting Rotation zurückkehrt, ist die Stelle wieder zu haben. Die offensichtliche Wahl wäre Andrew Miller, der jedoch mit einer mysteriösen Verletzung zu kämpfen hat. Ob und welche Rolle das frühere Top-Prospect Alex Reyes spielen wird, ist ebenfalls schwer einzuschätzen. Eine sichere Bank als Reliever ist am ehesten Giovanny Gallegos, auf den es letztlich als Closer hinauslaufen könnte.

Meine Prognose
Platz 1 in der NL Central

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