Category: Preview

März 30th, 2021 by Silversurger

Ich weiß, ein Meisterschaftstipp auf den amtierenden Champion ist immer ein bisschen langweilig. Aber die Los Angeles Dodgers lassen mir keine Wahl. 43 Siege sowie ein Run Differential von +136 in 60 Spielen, gefolgt vom ersehnten und verdienten World-Series-Sieg am Ende der längsten Playoffs aller Zeiten – die Saison 2020 der Dodgers war die Definition von Dominanz. Im Gegensatz zu vielen Meisterteams vor ihnen handelte es sich dabei nicht um ein einmaliges Aufbäumen. Die Dodgers sind schon lange ein Spitzenteam, haben achtmal in Folge die NL West gewonnen und dreimal in den letzten vier Jahren den NL-Titel geholt. Und sie werden es noch lange sein, denn der Kern des Teams ist auf Jahre hinaus gesichert und Überalterung kein Thema in einem Roster, in dem zehn der World-Series-Teilnehmer 26 oder jünger waren. Als wäre das alles nicht genug, legten die Dodgers in der Offseason noch nach, indem sie mit Trevor Bauer den begehrtesten Pitcher der diesjährigen Free Agency verpflichteten. Der Cy-Young-Gewinner der NL wird voraussichtlich die Nummer drei in der Rotation sein – allein das zeigt, wie absurd stark dieses Team aufgestellt ist. Eine Titelverteidigung – es wäre die erste in der MLB seit über 20 Jahren – ist natürlich kein Automatismus, sonst könnten wir ja gleich Bundesliga-Fußball schauen. 30 Mannschaften treten an, rund die Hälfte davon macht sich begründete und berechtigte Hoffnungen. Aber kaum jemand wird ernsthaft bestreiten, dass die Dodgers als haushoher Favorit in die Saison gehen.

Voraussichtliches Lineup
C Will Smith
1B Max Muncy
2B Gavin Lux
SS Corey Seager
3B Justin Turner
LF A. J. Pollock
CF Cody Bellinger
RF Mookie Betts

Voraussichtliche Rotation
RHP Walker Buehler
LHP Clayton Kershaw
RHP Trevor Bauer
LHP Julio Urias
RHP Dustin May
Key Relievers: Kenley Jansen, Blake Treinen

Wichtigster Zugang
RHP Trevor Bauer (Cincinnati Reds)

Wichtigster Abgang
OF Joc Pederson (Chicago Cubs)

Bestes Prospect
C Keibert Ruiz

Größte Stärke
So ziemlich alles: 2020 haben die Dodgers sowohl die meisten Runs von allen MLB-Teams erzielt (349) als auch in der NL die wenigsten Runs kassiert (213). MLB-weit waren es nur die zweitwenigsten kassierten Runs (hinter den Indians mit 209), aber um diesen Schönheitsfehler auszumerzen, hat man ja nun die Rotation mit Trevor Bauer aufgemotzt. Sie haben eine gesunde Altersstruktur, aus der Farm kommt immer noch etwas nach und der Kader ist so tief besetzt, dass selbst der Ausfall von ein, zwei Starspielern die Dodgers nicht aus der Bahn werfen würden.

Größte Schwäche
Keine: Wenn man mit der Lupe herangeht, stößt man zum Beispiel darauf, dass 2B Gavin Lux seinem Ruf als ehemaliges Top-Prospect bisher nicht gerecht wird. Oder darauf, dass der eine Teil des Catcher-Duos, Will Smith, in der Defensive unterdurchschnittlich ist und der andere Teil, Austin Barnes, in der Offensive. Oder darauf, dass Justin Turner, A. J. Pollock und Clayton Kershaw in einem Alter sind, in dem die Leistung innerhalb der nächsten Jahre nachlassen wird; bei Kenley Jansen ist dieser Prozess phasenweise bereits unübersehbar. Aber nichts davon ist eine große Schwäche, die nicht durch die Breite und Tiefe des Rosters aufgefangen würde.

Spannendste Frage
Schlägt der World-Series-Hangover zu? Das Phänomen ist bekannt, es schlägt sich in dem Umstand nieder, dass es in der MLB wie schon erwähnt seit über 20 Jahren keine Titelverteidigung gab. Oft qualifzierten sich die amtierenden Meister im Folgejahr nicht mal für die Playoffs. Der Hangover ist kein Aberglaube, sondern vermutlich eine Kombination aus mentaler Sättigung und körperlicher Erschöpfung durch die deutlich längere Saison der World-Series-Teilnehmer. Zumindest Letzteres dürfte nach der Kurzsaison 2020 weniger ins Gewicht fallen als sonst. Auch das spricht dafür, dass die Chancen auf einen Repeat des Champions dieses Jahr so gut stehen wie lange nicht.

Meine Prognose
Platz 1 in der NL West, World Champion

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März 29th, 2021 by Silversurger

Spätestens seit ich die Yankees nur auf Rang 7 meines Rankings gesetzt habe, konnte man sich wohl denken, dass ich auf den Hypetrain um die Toronto Blue Jays aufgesprungen bin. Der Klub hat einen gut durchdachten mehrjährigen Rebuild hinter sich, in dem haufenweise Talent angesammelt und entwickelt wurde. Letztes Jahr signalisierte die Vereinsführung durch die Verpflichtung von Pitching-Ass Hyun-Jin Ryu, dass sie die Zeit gekommen sah, die Früchte des Neuaufbaus zu ernten. Ich war davon zunächst nicht überzeugt, doch das Team belehrte mich eines Besseren. Trotz übermächtig erscheinender Konkurrenz innerhalb der AL East brachten die Blue Jays es auf eine positive Bilanz (32-28) und erreichten die Playoffs. Dort war zwar gegen die Rays schnell Endstation, aber die Blue Jays sind offensichtlich zurück im Rennen. Die jungen Spieler, die den Kern des Kaders bilden, werden dieses Jahr einen weiteren Schritt nach vorne machen. Insbesondere von Vladimir Guerrero Jr. erwarte ich ein Breakout-Jahr. Er dürfte am meisten von der Neuverpflichtung von Marcus Semien profitieren – dadurch, dass Semien und Bo Bichette das Middle Infield unter sich aufteilen, ist Cavan Biggio frei für die Third Base und Guerrero kann sich als First Baseman und/oder DH mehr auf sein starkes Hitting konzentrieren. Ein noch größeres Upgrade hat das Outfield erhalten, denn die Blue Jays räumten mit George Springer einen der Hauptpreise der diesjährigen Free Agency ab. Eher zurückhaltend waren sie in Bezug auf die Starting-Rotation, die nach wie vor etwas dünn wirkt und sich als Achillesferse des Teams herausstellen kann. Hinzu kommt, dass sich der als Closer verpflichtete Kirby Yates letzte Woche einer Tommy-John-Surgery unterziehen musste und somit für die gesamte Saison ausfällt. Die Stärken und Schwächen der Blue Jays sprechen dafür, dass sie dieses Jahr viele High-Scoring-Games und somit einen hohen Unterhaltungswert bieten werden. Dass sie auf dem zweiten Platz meines Rankings stehen, hat übrigens teilweise „formale“ Gründe: Dieser Platz ist bei mir für das beste Team der American League, also den erwarteten World-Series-Teilnehmer reserviert. Das sind in meiner Prognose die Blue Jays. Allerdings halte ich die National League dieses Jahr in der Spitze für deutlich stärker, sodass der realistische Rang der Blue Jays #4 hinter drei NL-Teams wäre.

Voraussichtliches Lineup
C Danny Jansen
1B Vladimir Guerrero Jr.
2B Marcus Semien
SS Bo Bichette
3B Cavan Biggio
LF Lourdes Gurriel Jr.
CF George Springer
RF Teoscar Hernandez
DH Rowdy Tellez

Voraussichtliche Rotation
LHP Hyun-Jin Ryu
LHP Robbie Ray
RHP Nate Pearson
RHP Tanner Roark
LHP Steven Matz
Key Relievers: Jordan Romano, Rafael Dolis

Wichtigster Zugang
OF George Springer (Houston Astros)

Wichtigster Abgang
RHP Taijuan Walker (New York Mets)

Bestes Prospect
RHP Nate Pearson

Größte Stärke
Das Lineup: Die Blue Jays stellte letztes Jahr bereits die drittbeste Offense der AL mit 302 erzielten Runs und die viertbeste mit .766 OPS. Das war noch vor der Ankunft von George Springer, einem der stärksten Leadoff-Hitter der Liga. Die oben beschriebenen Umstellungen infolge der Verpflichtung von Marcus Semien könnten sich als weiterer Faktor erweisen, der diese Offense 2021 noch ein Stück besser macht als 2020 und gleichzeitig defensive Schwächen reduziert.

Größte Schwäche
Pitching-Tiefe: Hyun-Jin Ryu ist das unumstrittene Ass. Selbst wenn man über seine umfangreiche Verletzungsgeschichte hinwegsieht, häufen sich hinter ihm die Fragezeichen: Finden Robbie Ray und Steven Matz die Form, die sie bei ihren alten Teams vor drei, vier Jahren regelmäßig, seitdem aber nur noch sporadisch gezeigt haben? Wird Nate Pearson den Vorschusslorbeeren des Top-Prospects gerecht? Waren die schwachen Leistungen von Tanner Roark und Ross Stripling 2020 nur ein statistischer Ausreißer? Nur wenn die Mehrzahl dieser Fragen mit ja zu beantworten sind, haben die Blue Jays eine Chance, meiner optimistischen Einstufung gerecht zu werden.

Spannendste Frage
Wann dürfen sie nach Hause? Wegen der Pandemielage sind die Reisemöglichkeiten zwischen Kanada und den USA seit einem Jahr stark eingeschränkt. Die Blue Jays beginnen daher die zweite Saison in Folge in einer Ersatz-Heimstätte. Die Wahl fiel nicht erneut auf den Minor-League-Ballpark in Buffalo, New York, sondern auf den Spring-Training-Komplex in Dunedin, Florida. Dort wird das Team zumindest im April und wahrscheinlich auch im Mai die Heimspiele austragen. Danach wird es vom Infektions- und Impfgeschehen abhängen, ob die Blue Jays ins Rogers Center zurückkehren können. Falls das nicht möglich ist, steht eventuell ein erneuter Zwischennumzug nach Buffalo an, bevor das heiße und feuchte Sommerklima in Florida zur Belastung wird.

Meine Prognose
Platz 1 in der AL East

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März 28th, 2021 by Silversurger

Die New York Mets stehen am Beginn einer neuen Zeitrechnung. Für 2,475 Milliarden Dollar erwarb Hedgefond-Milliardär Steve Cohen Ende letzten Jahres die Mehrheitsanteile an der Franchise von der bisherigen Eingentümergruppe um Fred und Jeff Wilpon. Für die meisten Fans der Mets ging damit ein Traum in Erfüllung, denn im Gegensatz zu den als ebenso geizig wie inkompetent eingestuften Wilpons wird Cohen als regelrechter Heilsbringer angesehen. Der Mann ist nicht nur überaus reich, er gilt auch als sehr umgänglich und als geneigt, sich mit kompetentem Personal zu umgeben. Zudem schadet es sicher nicht, dass er selbst lebenslanger Metsfan ist. Wer gehofft hatte, dass Cohen nun einfach die Schatulle öffnet und auf große Free-Agent-Einkaufstour geht, wurde möglicherweise enttäuscht. Auf der Suche nach einem Starting Pitcher, einem Catcher und einem Centerfielder wurde verhandelt mit Trevor Bauer, J. T. Realmuto und George Springer – verpflichtet wurden Taijuan Walker, James McCann und Kevin Pillar. Das sind keine aufregenden, sondern „nur“ solide Moves, die den Kader sinnvoll ergänzen. Doch während in der Free Agency ein echter Knaller ausblieb, knallte der Trade mit den Cleveland Indians umso lauter: Im spektakulärsten Deal dieser Offseason lotsten die Mets Star-Shortstop Francisco Lindor sowie Starter Carlos Carrasco nach Queens. Im Gegenzug schickten sie ihre beiden bisherigen Shortstops sowie zwei nachrangige Prospects nach Cleveland, was ein sehr überschaubarer Preis ist. Der einzige Wermutstropfen bei dem Geschäft ist, dass Lindor nur für ein Jahr unter Vertrag steht. Eine Verlängerung mit ihm wird angestrebt, ebenso wie mit Michael Conforto und Noah Syndergaard, die sich ebenfalls im letzten Vertragsjahr befinden. Alle drei zu halten wäre ein ganz starkes Signal, dass Cohen es ernst damit meint, die Mets zu einem dauerhaften Contender zu machen. „If I don’t win a World Series in the next three to five years – I’d like to make it sooner – I would consider that slightly disappointing“, so die Marschrichtung, die er bei seiner ersten Pressekonferenz als Teambesitzer ausgab. Ob die Mets schon dieses Jahr die Chance zum ganz großen Wurf haben, hängt auch davon ab, ob sie von weiteren Verletzungen verschont bleiben – dass sie zu Beginn der Saison auf Carrasco, Syndergaard und Seth Lugo verzichten müssen, ist möglicherweise der erste Stolperstein beim Start in die neue Zeitrechnung. 

Voraussichtliches Lineup
C James McCann
1B Pete Alonso
2B Jeff McNeil
SS Francisco Lindor
3B J. D. Davis
LF Dominic Smith
CF Brandon Nimmo
RF Michael Conforto

Voraussichtliche Rotation
RHP Jacob deGrom
RHP Marcus Stroman
RHP Carlos Carrasco
RHP Taijuan Walker
LHP David Peterson
(RHP Noah Syndergaard; verletzt bis ca. Saisonmitte)
Key Relievers: Edwin Diaz, Trevor May

Wichtigster Zugang
SS Francisco Lindor (Cleveland Indians)

Wichtigster Abgang
LHP Steven Matz (Toronto Blue Jays)

Bestes Prospect
C Francisco Alvarez

Größte Stärke
Die Rotation: Angesichts der Unendlichkeit des Universums erscheint es wahrscheinlich, dass es irgendwo einen besseren Pitcher als Jacob deGrom gibt; innerhalb meines bescheidenen Erdlingshorizonts ist mir aber keiner bekannt. Mit Marcus Stroman, Carlos Carrasco und Taijuan Walker bildet er eine hervorragende Starting-Rotation, die von David Peterson vervollständigt wird, sofern dieser die vielversprechenden Ansätze seiner Rookiesaison bestätigt. Mitte der Saison kommt zudem Noah Syndergaard von der Tommy-John-Surgery zurück. Joey Lucchesi und Jordan Yamamoto sorgen dafür, dass auch über die Top-5 hinaus mehr Flexibiliät und Tiefe vorhanden ist als in den letzten Jahren.

Größte Schwäche
Outfield-Defense: Dass dieses Jahr in der National League wieder ohne Designated Hitter gespielt wird, dürfte kaum einem Team so weh tun wie den Mets. Auf die Bats von Dominic Smith und Pete Alonso kann und will man nicht verzichten. Das läuft zwingend darauf hinaus, Smith auf der suboptimalen Position im Leftfield einzusetzen. Dort wiederum wäre Brandon Nimmo besser aufgehoben, der mangels Alternative weiterhin das Centerfield bearbeiten muss.

Spannendste Frage
Wann bekommen die Mets einen neuen General Manager? Eigentlich wollte Sandy Alderson sich auf die Rolle des staatsmännischen Lenkers beschränken, als er sich von Steve Cohen überreden ließ, zum zweiten Mal in seiner Karriere bei den Mets anzuheuern und dort „President of Baseball Operations“ zu werden. Für das alltägliche Front-Office-Geschäft wurde Jared Porter als GM verpflichtet, doch der war seinen Job schon nach wenigen Wochen wieder los. Gegen ihn waren Vorwürfe sexueller Belästigung aus seiner Zeit bei den Cubs bekannt geworden, woraufhin Cohen ihm umgehend die Tür wies. Der 73-jährige Alderson ist seitdem doch wieder für das Tagesgeschäft verantwortlich, unterstützt von Assistent Zack Scott. Mit einer Neueinstellung wollen die Mets sich Zeit lassen, möglicherweise bis nach der Saison.

Meine Prognose
Platz 1 in der NL East

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März 27th, 2021 by Silversurger

Die San Diego Padres interessieren mich in diesem Jahr ganz besonders. Die Leserinnen und Leser dieses Blogs haben nämlich entschieden, dass sie die Franchise sind, die ich in Out Of The Park Baseball 22 ein Jahr lang betreuen soll. Aber das nur am Rande, denn hier soll es natürlich um die echten Padres gehen, und die sind aufregend genug. Letztes Jahr spielte sich „Slam Diego“ mit erfrischend offensivem Baseball und offensichtlichem Spaß an der Sache in die Herzen vieler Fans. An Zählbarem sind dabei immerhin die erste Winning Season der Padres seit 10 und die erste Playoff-Teilnahme seit 14 Jahren herausgesprungen. In der Wild-Card-Runde der Postseason überwand man die St. Louis Cardinals, bevor in der NLDS der Divisionsrivale und spätere Champion Los Angeles Dodgers die Endstation war. Das Ziel für 2021 ist klar: Die Padres wollen aus dem großen Schatten der Dodgers heraustreten und zeigen, dass sie zu mehr taugen als nur zur zweiten Geige in der NL West und in der NL insgesamt. Zu diesem Zweck war General Manager A. J. Preller in der Offseason sehr aktiv. Durch zwei spektakuläre Trades innerhalb von zwei Tagen zwischen Weihnachten und Silvester machte er aus der bisherigen Schwäche seines Teams – mangelnde Tiefe im Pitching – eine Stärke. Jeweils im Austausch gegen Talente aus der reich bestückten Farm der Padres holte er zuerst Blake Snell von den Tampa Bay Rays und im Anschluss noch Yu Darvish von den Chicago Cubs. Ebenfalls innerhalb dieser zwei Tage machte Preller zudem den Transfer von Infielder Ha-Seong Kim aus Südkorea klar. Als weitere Verstärkung der Rotation kam im Januar per Trade mit den Pittsburgh Pirates noch Joe Musgrove hinzu. Größere Verluste gegenüber dem letzten Jahr hat der Bullpen erlitten, indem Trevor Rosenthal (Oakland) und Kirby Yates (Toronto) das Team als Free Agents verließen. Aber auch hier wurde mit Mark Melancon und Keone Kela für soliden Ersatz gesorgt. Es sind somit alle Voraussetzungen dafür gegeben, dass die Padres sich gegenüber der Breakout-Saison 2020 noch ein Stück steigern. Damit etablieren sie sich als eines der stärksten Teams der MLB, wenngleich ich mich nicht vorherzusagen traue, dass sie an den Dodgers vorbei kommen.

Voraussichtliches Lineup
C Austin Nola
1B Eric Hosmer
2B Jake Cronenworth
SS Fernando Tatis Jr.
3B Manny Machado
LF Tommy Pham
CF Trent Grisham
RF Wil Myers

Voraussichtliche Rotation
RHP Yu Darvish
LHP Blake Snell
RHP Dinelson Lamet
RHP Chris Paddack
RHP Joe Musgrove
Key Reliever: Drew Pomeranz

Wichtigster Zugang
SP Blake Snell (Tampa Bay Rays)

Wichtigster Abgang
RP Trevor Rosenthal (Oakland Athletics)

Bestes Prospect
LHP MacKenzie Gore

Größte Stärke
Die Rotation: Ich weiß nicht, ob es jemals vorgekommen ist, dass ein Team zwei Cy-Young-Kandidaten innerhalb von zwei Tagen verpflichtet hat. Gegenüber dem Doppelschlag mit Darvish und Snell gerät Musgrove fast in den Hintergrund, aber auch er ist eine richtig gute Neuverpflichtung. Dann sind da noch die starken Eigengewächse Dinelson Lamet und Chris Paddack. Und MacKenzie Gore, eines der größten Talente im Baseball, haben wir noch nicht mal gesehen. An dieser Gruppe werden die Padres auf Jahre hinaus viel Freude haben.

Größte Schwäche
Eric Hosmer: Es mag weit hergeholt erscheinen, einen Spieler, der letztes Jahr eine Offensivleistung von 127 wRC+ abgeliefert und es in nur 38 Spielen auf solide 0.9 fWAR gebracht hat, als Schwachstelle auszumachen. Doch wenn es in Hosmers bisheriger Karriere eine Konstante gibt, dann ist es die Inkonstanz. In zehn Jahren MLB-Zugehörigkeit folgte auf jede gute Saison des First Baseman – er hatte drei davon – mindestens eine schlechte. Keine guten Aussichten, wenn man bedenkt, dass der 31-Jährige noch fünf Jahre lang unter Vertrag steht und die Padres ihm in dieser Zeit 79 Millionen Dollar schulden.

Spannendste Frage
Wie fügt Ha-Seong Kim sich in die MLB ein? Der 25-Jährige produzierte in der südkoreanischen KBO beeindruckende Statistiken: 2020 brachte er es auf eine Slashline von .306/.397/.523 mit 30 Homeruns und 23 Stolen Bases. Spannend wird zum einen, ob ihm solche oder ähnliche Leistungen auch gegen MLB-Pitching gelingen. Zum anderen stellt sich die Frage, ob und wo die Padres in ihrem Lineup einen Platz für ihn finden, denn seine Stammpositionen als Shortstop oder Third Baseman sind unumstößlich vergeben. Vorerst könnte es auf ein Platoon des rechtshändigen Kim mit dem linkshändigen Jake Cronenworth an der zweiten Base hinauslaufen.

Meine Prognose
Platz 2 in der NL West, Wild Card

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März 26th, 2021 by Silversurger

Wachablösung in Chicago: Freundlich winkend grüßen die White Sox auf der Rolltreppe nach oben die auf der anderen Seite vorüberfahrenden Cubs. Schon letztes Jahr wirkte das junge Team aus der South Side über weite Strecken der Saison reif für den letzten Schritt zum Spitzenteam. In den letzten Spielen ging dann aber doch die Puste aus und es wurde nur Platz drei statt eins in der AL Central, gefolgt vom Aus in der Wild-Card-Runde gegen die Athletics. Beim neuen Anlauf setzen die White Sox auf die Weiterentwicklung der vorhandenen Spieler und auf gezielte Neuverpflichtungen unter dem Motto Qualität statt Quantität. Mit Lance Lynn und Liam Hendriks wurden zwei Top-Pitcher geholt, die unzweifelhafte Verstärkungen für die Rotation respektive den Bullpen darstellen. Hinzu kommen noch Rückkehrer Adam Eaton als Ergänzung des Outfields sowie Flamethrower Michael Kopech. Letzterer hatte zwar den Verein nie verlassen, aber nach fast drei Jahren Verletzungs- und Coronapause ist das einstige Top-Prospect auch eine Art Neuzugang. Der wichtigste und zugleich überraschendste Neuling nimmt im Dugout Platz: Tony La Russa, von 1979 bis 1986 schon einmal Manager der White Sox, kehrt zurück an seine alte Wirkungsstätte. Der 76-jährige hat mittlerweile drei Meisterschaften mit den Cardinals und den Athletics auf dem Kerbholz und befand sich eigentlich schon seit zehn Jahren im Ruhestand. Die Vereinsführung um Owner Jerry Reinsdorf ist überzeugt, dass er der Richtige für den Job ist, das talentierte Team zum Erfolg zu führen.

Voraussichtliches Lineup
C Yasmani Grandal
1B Jose Abreu
2B Nick Madrigal
SS Tim Anderson
3B Yoan Moncada
LF Leury Garcia
CF Luis Robert
RF Adam Eaton
DH Andrew Vaughn

Voraussichtliche Rotation
RHP Lucas Giolito
LHP Dallas Keuchel
RHP Lance Lynn
RHP Dylan Cease
RHP Michael Kopech
Key Relievers: Liam Hendriks, Aaron Bummer

Wichtigster Zugang
RHP Lancy Lynn (Texas Rangers)

Wichtigster Abgang
C James McCann (New York Mets)

Bestes Prospect
1B Andrew Vaughn

Größte Stärke
Ausgewogenheit: Ich sehe bei den White Sox nicht die eine herausragende Stärke, sondern vielmehr ein sehr ausbalanciertes Team. Die Mischung aus vielen jungen Spielern und ein paar erfahrenen Leitfiguren, aus kontakt- und schlagstarker Offense und solider Defense, aus einem tiefen und verlässlichen Bullpen und einer deutlich verbesserten Rotation wirkt auf mich sehr nachhaltig und überzeugend.

Größte Schwäche
Leftfield: Vorgestern war die White-Sox-Welt in dieser Ecke des Feldes noch in bester Ordnung. Der 24-jährige Eloy Jimenez schien auf dem besten Weg zum Star nach einer starken Rookie-Saison 2019 und einer unübersehbaren Steigerung im Jahr 2020. Doch dann musste er im Vorbereitungsspiel gegen die Athletics am Mittwochabend nach einem missglückten Catchversuch am Zaun ausgewechselt werden. Inzwischen ist traurige Gewissheit, dass er sich bei der Aktion einen Brustmuskel gerissen hat und fünf bis sechs Monate ausfällt, also vermutlich für die gesamte Saison. Offensichtliche Alternativen haben die White Sox nicht im Kader. Möglicherweise erhält Top-Prospect Andrew Vaughn eine Chance, der allerdings gelernter First Baseman ist und bisher auf keinem höheren Level als High-A gespielt hat. Am wahrscheinlichsten erscheint, dass der Allrounder Leury Garcia die Position warmhält bis eine Lösung in Form eines Trades oder einer Free-Agent-Verpflichtung gefunden wird.

Spannendste Frage
War die Entscheidung für La Russa richtig? Die White Sox mussten in dieser Offseason viel Kritik einstecken – zum einen, weil sie sich von Rick Renteria trennten, gerade nachdem dieser das Team aus der Bedeutungslosigkeit bis in die Playoffs geführt hatte und dafür auf den zweiten Platz des Managers des Jahres gewählt worden war; zum anderen, weil sie als seinen Nachfolger einen Ruheständler aktivierten, der seit zehn Jahren aus dem Geschäft war, älter ist als so mancher Großvater seiner Spieler und zu allem Überfluss kurz vor der Einstellung Schlagzeilen wegen einer betrunkenen Autofahrt produziert hatte. Der Druck auf La Russa und den Klub, die umstrittene Personalentscheidung durch schnelle und klare Ergebnisse zu rechtfertigen, ist immens.

Meine Prognose
Platz 1 in der AL Central

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März 25th, 2021 by Silversurger

Die Offseason der Atlanta Braves verlief so, wie man die Franchise seit Jahren kennt: ohne große Schlagzeilen, aber zielstrebig, solide und dadurch erfolgreich. Die Offense, der drei erste Plätze in der NL East hintereinander zu verdanken sind, blieb fast vollständig zusammen. Das schließt auch und vor allem Marcell Ozuna ein, dem der Verbleib in Atlanta mit einem Vierjahresvertrag über 65 Millionen Dollar schmackhaft gemacht wurde. Der größte Schwachpunkt des letzten Jahres war die Pitching-Tiefe – gegen Ende der Saison sowie in den Playoffs bestand die Rotation gefühlt nur noch aus Max Fried und Ian Anderson. Dieses Problem wurde durch die Verpflichtung von Charlie Morton und Drew Smyly angegangen, außerdem hat Mike Soroka seinen Achillessehnenriss überwunden und wird in wenigen Wochen wieder einsatzbereit sein. Ein intaktes Lineup, ein stabilisiertes Pitching-Staff, dazu die Top-Rookies Anderson und Christian Pache in ihrer ersten vollen Saison – hier sind alle Zutaten für eine weitere starke Saison an Ort und Stelle. Ich glaube dennoch, dass die Braves dieses Jahr härter um den Divisionssieg kämpfen müssen als zuletzt. Aber das liegt weniger an ihnen selbst als vielmehr daran, dass von mindestens einem der Konkurrenten ein großer Sprung nach vorne zu erwarten ist.

Voraussichtliches Lineup
C Travis d’Arnaud
1B Freddie Freeman
2B Ozzie Albies
SS Dansby Swanson
3B Austin Riley
LF Marcell Ozuna
CF Christian Pache
RF Ronald Acuna Jr.

Voraussichtliche Rotation
RHP Mike Soroka
LHP Max Fried
RHP Ian Anderson
RHP Charlie Morton
LHP Drew Smyly
Key Relievers: Chris Martin, Will Smith

Wichtigster Zugang
RHP Charlie Morton (Tampa Bay Rays)

Wichtigster Abgang
OF Nick Markakis (Karriere beendet)

Bestes Prospect
OF Christian Pache

Größte Stärke
Acuna Jr. und Freeman: Freddie Freeman ist der amtierende MVP der NL, aber angesichts der Anwesenheit von Ronald Acuna Jr. vielleicht noch nicht mal der beste Spieler seines Teams. Beide zusammen bilden das ab, was die Offense der Braves insgesamt ausmacht: überragendes Batting gepaart mit solidem Fielding und eine gesunde Mischung aus Jugend und Erfahrung.

Größte Schwäche
Third Base: Schwachpunkte im Lineup der Braves muss man mit der Lupe suchen, aber hier ist einer. Der Job gehört zunächst Austin Riley, der 2019 mit einer Handvoll starker Spiele furios einstieg, seitdem jedoch sowohl offensiv als auch defensiv unterdurchschnittliche Leistungen abliefert. Wenn der Breakout des in Kürze 24-Jährigen weiter ausbleibt, könnte Jake Lamb eine Chance erhalten. Dessen letzte gute Saison ist allerdings schon vier Jahre her.

Spannendste Frage
Wie lange halten die Starter durch? Wie eingangs erwähnt, scheint die Schwachstelle des letzten Jahres vorerst abgestellt. Jedoch hat aus unterschiedlichen Gründen noch kein Mitglied der Braves-Rotation jemals mehr als 175 Innings in einem Jahr geworfen, mit Ausnahme des 37-jährigen Charlie Morton. Eine volle Saison inklusive Playoffs wird für sie alle eine Herausforderung.

Meine Prognose
Platz 2 in der NL East, Wild Card

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März 24th, 2021 by Silversurger

Die New York Yankees versuchen in dieser Offseason, zwei scheinbar gegensätzliche Ziele unter einen Hut zu bringen. Zum einen wollen sie kräftig an den Spielergehältern sparen – nicht, weil der reichste Klub der Welt plötzlich kein Geld mehr hätte, sondern um wenigstens einmal unter der Luxussteuer-Grenze von 210 Millionen Dollar zu bleiben. Die Strafzahlungen steigen nämlich, wenn man längerfristig über der Grenze liegt, von Jahr zu Jahr an und gehen ab einer bestimmten Höhe zusätzlich mit einer Abstufung bei der Draft einher. Um das Ziel zu erreichen, trennten sich die Yankees von Reliever Adam Ottavino sowie den Startern Masahiro Tanaka, J. A. Happ und James Paxton und begnügten sich als Ersatz mit schwer einzuschätzenden und deshalb kostengünstigen Neuverpflichtungen. Der einzige, für dessen Verbleib die Yankees eine größere Ausgabe wagten, ist Infielder D. J. LeMahieu – der 90-Millionen-Dollar-Vertrag für den 32-Jährigen wird über sechs Jahre gestreckt, um im aktuellen Jahr die Obergrenze einzuhalten. LeMahieu soll einer der Garanten dafür sein, dass trotz Spardiktat das zweite Ziel der Yankees nicht außer Reichweite gerät: Eine Meisterschaft soll her und zwar dringend. Das vergangene Jahrzehnt war das erste seit 100 Jahren, in dem die Yankees kein einziges Mal die World Series erreichten. Eine solche Serie ist mit dem Anspruch des Rekordmeisters nicht vereinbar. Insbesondere Manager Aaron Boone steht unter massivem Druck, denn er geht in sein letztes Vertragsjahr und wenn sein Team das große Ziel erneut verpasst, könnte die Geduld der Vereinsführung schnell am Ende sein.

Voraussichtliches Lineup
C Gary Sanchez
1B Luke Voit
2B DJ LeMahieu
SS Gleyber Torres
3B Gio Urshela
LF Clint Frazier
CF Aaron Hicks
RF Aaron Judge
DH Giancarlo Stanton

Voraussichtliche Rotation
RHP Gerrit Cole
RHP Corey Kluber
RHP Jameson Taillon
LHP Jordan Montgomery
LHP Deivi Garcia
(RHP Luis Severino; verletzt bis ca. Saisonmitte)
Key Relievers: Aroldis Chapman, Chad Green

Wichtigster Zugang
RHP Corey Kluber (Texas Rangers)

Wichtigster Abgang
RHP Masahiro Tanaka (Rakuten Golden Eagles, Japan)

Bestes Prospect
OF Jasson Dominguez

Größte Stärke
Power: Die Yankees führten 2020 die American League in Runs pro Spiel (5.25), wRC+ (116) und OPS+ (117) an, zudem schlugen sie die zweitmeisten Homeruns (94). Da Aaron Judge und Giancarlo Stanton letztes Jahr längere Zeit ausfielen und Gary Sanchez und Gleyber Torres nicht annähernd Normalform erreichten, stehen die Chancen gut, dass die Yankees-Offense 2021 noch eine Schippe drauflegen kann.

Größte Schwäche
Starting Pitching: Gerrit Cole als Ass des Teams ist über jeden Zweifel erhaben, doch im Rest der Rotation tummeln sich mehr Fragezeichen als in Rocky Beach. Corey Kluber hat wegen einer Schulterverletzung seit 2019 nur ein einziges Inning gepitcht. Das ist ein Inning mehr als Jameson Taillon (Tommy-John-Surgery) und Domingo German (Suspendierung wegen häuslicher Gewalt) zusammen. Jordan Montgomery kam letztes Jahr von einer langen Verletzungspause zurück und muss seine MLB-Reife ebenso wie Top-Prospect Deivi Garcia erst noch unter Beweis stellen. Große Hoffnungen ruhen auf Luis Severino, der sich ebenfalls noch von einer Tommy-John-Surgery erholt und wohl im Juni oder Juli zum Team stoßen wird.

Spannendste Frage
Können Sie gesund bleiben? Das ist seit Jahren die Frage in dem Klub, der 2019 diverse Verletzungsrekorde aufstellte und auch 2020 vom Pech verfolgt blieb. Die Hoffnung ist, dass das erste volle Vorbereitungsprogramm unter dem vor einem Jahr eingestellten Kraft- und Konditionstrainer Eric Cressey Wunder wirkt. Mit Kluber und Taillon holte man sich aber neue Verletzungssorgenkinder ins Haus und bei Muskelprotzen wie Giancarlo Stanton und Aaron Judge stelle ich mir ganz naiv und laienhaft die Frage, ob sie nicht einfach zu aufgepumpt sind, um eine 162-Spiele-Saison durchzuhalten.

Meine Prognose
Platz 2 in der AL East, Wild Card

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März 23rd, 2021 by Silversurger

Das erfolgreichste Team der American League in den letzten beiden Jahren? Tatsächlich, das sind die Minnesota Twins. Zumindest wenn man nach den Ergebnissen der regulären Saisonspiele geht, von denen die Twins 2019 und 2020 insgesamt 137 gewonnen haben. Außerdem sind die Twins das einzige Team der AL, das in beiden Jahren Erster in seiner Division wurde. Doch die große Bühne überließ man wieder mal anderen, denn aus den Playoffs verabschiedete Minnesota sich beide Male sang- und klanglos, wie es inzwischen traurige Gewohnheit ist. Seit nunmehr 17 Jahren warten die Twins auf einen Playoffsieg. Ich meine nicht den Sieg in einer Playoffserie, sondern einen einzigen Sieg. Seit sie die ALDS 2004 mit 1-3 gegen die Yankees verloren, schafften sie es sechsmal in die Postseason und fuhren dabei eine Bilanz von 0-15 ein. Das einzige Rezept angesichts dieser statistischen Absurdität dürfte sein, es einfach immer wieder zu versuchen. Denn ein plausibler Schuldiger an der anhaltenden Misere lässt sich nicht festmachen: Sämtliche Spieler, der Trainerstab, das Management, das Stadion, das Trikotdesign – alles wurde im Laufe der 17 Jahre mindestens einmal gewechselt, ohne dass sich das Schicksal der Franchise gewendet hätte. Die gute Nachricht immerhin ist, dass die Twins nach wie vor gut aufgestellt erscheinen, um 2021 einen erneuten Anlauf auf einen Playoffsieg und – wenn der Knoten mal geplatzt ist – vielleicht auch ein paar mehr zu unternehmen. Das Lineup bleibt weitgehend dasselbe, ergänzt um Gold-Glove-Shortstop Andrelton Simmons und wahrscheinlich um Nachwuchs-Outfielder Alex Kirilloff, der den Platz von Eddie Rosario einnimmt. Aus der Starting Rotation ließ man Jake Odorizzi und Rich Hill ziehen, als Ersatz kamen J. A. Happ und Matt Shoemaker. Der Hauptkonkurrent um den Divisionssieg in der AL Central sind dieses Jahr vermutlich nicht mehr die Cleveland Indians, sondern die Chicago White Sox. Ich erwarte ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Twins und der White Sox, an dessen Ende sich beide für die Playoffs qualifizieren.

Voraussichtliches Lineup
C Mitch Garver
1B Miguel Sano
2B Jorge Polanco
SS Andrelton Simmons
3B Josh Donaldson
LF Alex Kirilloff
CF Byron Buxton
RF Max Kepler
DH Nelson Cruz

Voraussichtliche Rotation
RHP Kenta Maeda
RHP Jose Berrios
RHP Michael Pineda
LHP J. A. Happ
RHP Matt Shoemaker
Key Relievers: Taylor Rogers, Alex Colome

Wichtigster Zugang
SS Andrelton Simmons (Los Angeles Angels)

Wichtigster Abgang
OF Eddie Rosario (Cleveland Indians)

Bestes Prospect
OF Alex Kirilloff

Größte Stärke
Die Offense: Anders als 2019 waren die Twins 2020 nicht auf der Jagd nach Homerun-Rekorden. Dennoch handelt es sich nach wie vor um eines der potentesten Lineups im Baseball. Mit Aufsteiger Kirilloff dürfte ein weiterer überdurchschnittlicher Batter hinzukommen. Simmons als neuer Shortstop verstärkt zwar eher die Defense, erhöht aber gleichzeitig die Flexibilität beim Einsatz von Jorge Polanco und Luis Arraez.

Größte Schwäche
Pitching-Tiefe: Die Rotation wird von einer starken Top-3 aus Jose Berrios, Kenta Maeda und Michael Pineda angeführt. Die Neulinge Happ und Shoemaker haben in ihren bisherigen Klubs zwar gelegentlich gute, aber selten konstante Leistungen gebracht. Der Bullpen wurde um Alex Colome ergänzt, doch nach dem Abgang von Trevor May, Sergio Romo, Matt Wisler und Tyler Clippard müssen noch einige andere in die Bresche springen.

Spannendste Frage
Ist Max Kepler besser als die Zahlen zeigen? Der einzige deutsche MLB-Spieler bringt seit Jahren solide bis sehr gute Leistungen, aber mit etwas mehr Glück könnten sie noch stärker sein: Sein BABIP (Batting Average on Balls In Play) lag 2020 bei .236 und in den letzten fünf Jahren bei .252. Das ist einer der niedrigsten Werte der Liga und spricht unter der Annahme von Regression zur Mitte dafür, dass Keplers Statistiken in den nächsten Jahren einen Sprung nach oben machen könnten.

Meine Prognose
Platz 2 in der AL Central, Wild Card

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März 22nd, 2021 by Silversurger

Die Houston Astros waren das dominierende MLB-Team der Jahre 2017 bis 2019. Wie ein Fels thronten sie mit ihren regelmäßigen 100-Siege-Performances über der Liga, holten eine Meisterschaft und verpassten nur knapp eine zweite. Auch 2020 schafften sie es in die Postseason und stießen bis in die Championship Series vor. Doch es war bereits unübersehbar, dass der Fels Risse bekommen hat. Der größte war zweifellos der Sign-Stealing-Skandal, der letzte Offseason ans Licht kam und die Franchise Vertrauen, Ansehen, Draftpicks sowie den Manager und den General Manager kostete. Weitere Risse vollzogen sich durch den Abgang von Gerrit Cole vor und die Verletzung von Justin Verlander während der Saison. Am Ende reichte es nur zu einer knapp negativen Bilanz von 29-31 und einer sehr glücklichen Playoff-Qualifikation dank des einmalig erweiterten Teilnehmerfeldes. Auf diesen Luxus können die Astros in der kommenden Saison nicht wieder setzen, zumal der Fels einen weiteren Riss erhalten hat: Centerfielder und Leadoff-Hitter George Springer war als Free Agent nicht zu halten und heuerte inzwischen bei den Blue Jays an. Dass ich den Astros trotz allem den Divisionssieg zutraue, hat zwei Gründe: Erstens drängt sich in der AL West kein Team wirklich auf – die Angels, die Athletics und eben die Astros haben allesamt das Talent, um oben mitzuspielen, aber sie alle tragen auch große Fragezeichen mit sich herum. Zweitens erwarte ich von den Astros eine „Jetzt oder nie“-Mentalität, denn dieses Jahr könnte die letzte Chance sein, noch einmal den Titel anzugreifen, bevor nach der Saison auch Carlos Correa, Lance McCullers Jr. und Zack Greinke Free Agents werden.

Voraussichtliches Lineup
C Martin Maldonado
1B Yuli Gurriel
2B Jose Altuve
SS Carlos Correa
3B Alex Bregman
LF Michael Brantley
CF Myles Straw
RF Kyle Tucker
DH Yordan Alvarez

Voraussichtliche Rotation
RHP Zack Greinke
RHP Lance McCullers Jr.
RHP Jake Odorizzi
RHP Cristian Javier
RHP Jose Urquidy
Key Reliever: Ryan Pressly

Wichtigster Zugang
RHP Jake Odorizzi (Minnesota Twins)

Wichtigster Abgang
OF George Springer (Toronto Blue Jays)

Bestes Prospect
RHP Forrest Whitley

Größte Stärke
Die Offense: Einige der Stars wie Jose Altuve und Carlos Correa hatten 2020 mit Formproblemen zu kämpfen, trumpften aber in der Postseason umso gewaltiger auf. Wenn sie diesen Lauf in die neue Saison tragen können, bringen sie gemeinsam mit Alex Bregman, Michael Brantley sowie den Youngsters Kyle Tucker und Yordan Alvarez auch ohne George Springer ein immer noch furchterregendes Lineup auf die Waage.

Größte Schwäche
Die Rotation: Es ist nicht lange her, da war das die Stärke oder zumindest eine der Stärken der Astros. Doch Gerrit Cole ist weg, Justin Verlander wird nach seiner Tommy-John-Surgery vielleicht nie wieder für die Astros pitchen und Framber Valdez fällt mit gebrochenem Finger noch wochen-, wenn nicht monatelang aus. Zu allem Überfluss musste sich nun auch Top-Prospect Forrest Whitley der Tommy-John-Surgery unterziehen und somit die Saison abschreiben, bevor sie begonnen hat. Bleiben als einzige verlässliche Größen Lance McCullers Jr. und Zack Greinke, umgeben von reichlich Mittelmaß.

Spannendste Frage
Wie nachtragend sind die gegnerischen Fans? Wenn letztes Jahr irgendjemand Grund hatte, sich über die leeren Stadien zu freuen, dann die Astros. Statt des erwarteten monatelangen Spießrutenlaufs mit Anfeindungen und Buhrufen bei jedem Auswärtsspiel konnten sie in aller Stille ihrer Arbeit nachgehen. Ich bin gespannt, ob die Reaktionen auf die Sign-Stealing-Geschichte dieses Jahr nachgeholt werden oder ob dafür dann doch schon zu viel Gras über die Sache gewachsen ist.

Meine Prognose
Platz 1 in der AL West

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März 21st, 2021 by Silversurger

Die St. Louis Cardinals stellen mich vor ein kleines Dilemma. Wenn ich sie in meinem Ranking so einsortiere, wie ich sie im Vergleich mit den 29 anderen MLB-Teams sehe, dann stehen sie ein paar Plätze weiter unten. Doch da ich traditionell meine prognostizierten Playoff-Teilnehmer auf die ersten zehn Ränge setze, gehören sie dorthin. Was ich damit sagen will: Die NL Central ist für mich zurzeit die schwächste Division der MLB, aber irgendwer muss sie gewinnen. Dass das dieses Jahr die Cardinals sind, erscheint recht wahrscheinlich. Denn während alle anderen Teams der Division bestenfalls auf der Stelle treten, haben die Cards in der Offseason zumindest ein Ausrufezeichen gesetzt. Gemeint ist der Trade für Nolan Arenado, einen der besten Third Baseman der Liga. Für den fünffachen Allstar gaben die Cardinals an die Colorado Rockies ein Paket von fünf Spielern ab, von denen sie keinen ernsthaft vermissen werden. Das ist für St. Louis ein sehr gutes Geschäft und eine deutliche Verstärkung. Es ist allerdings auch die einzige in dieser Offseason. Bekannte Problemzonen wie ein offensivschwaches Outfield und fehlende Tiefe im Starting Pitching bleiben bestehen; eine neue tut sich im Infield auf, nachdem man 2B Kolten Wong keinen neuen Vertrag anbot. Große Hoffnungen ruhen dabei auf der Entwicklung junger Spieler wie Tommy Edman und Dylan Carlson. Alles in allem sind die Cardinals ein solides, konkurrenzfähiges Team, aber nicht auf Augenhöhe mit den Spitzenmannschaften der NL East und NL West.

Voraussichtliches Lineup
C Yadier Molina
1B Paul Goldschmidt
2B Tommy Edman
SS Paul DeJong
3B Nolan Arenado
LF Tyler O’Neill
CF Harrison Bader
RF Dylan Carlson

Voraussichtliche Rotation
RHP Jack Flaherty
LHP Kwang Hyun Kim
RHP Miles Mikolas
RHP Adam Wainwright
RHP Carlos Martinez
Key Reliever: Giovanny Gallegos

Wichtigster Zugang
3B Nolan Arenado (Colorado Rockies)

Wichtigster Abgang
2B Kolten Wong (Milwaukee Brewers)

Bestes Prospect
OF Dylan Carlson

Größte Stärke
Defense: Die Cardinals legen seit Jahren großen Wert auf gutes Feldspiel. 2020 führten sie die MLB mit einer Defensive Efficiency von .731 an. Der Wert sagt aus, wie groß der Anteil von Bällen im Spiel ist, den das Teams in Outs umsetzt. Mit Nolan Arenado an der dritten Base und mit Dylan Carson statt Dexter Fowler im Outfield könnte das Fielding der Cardinals dieses Jahr sogar noch besser sein als im letzten.

Größte Schwäche
Rotation-Tiefe: Trotz eines unbefriedigenden 2020 ist Jack Flaherty das Ass der Cardinals, und Adam Wainwright scheint in jedem Jahr seines biblischen Alters ein bisschen besser zu werden. Dann geht es aber auch schon los: Carlos Martinez hatte ein katastrophales Jahr 2020, das die Frage aufwarf, ob er nicht doch besser als Reliever aufgehoben wäre. Kwang Hyun Kim laboriert nach seinem starken ersten MLB-Jahr an Verletzungen, die ihn den Saisonstart kosten könnten. Miles Mikolas wird selbigen aufgrund von Schulterproblemen verpassen. Dakota Hudson erholt sich von einer Tommy-John-Surgery und kann günstigstenfalls in den Playoffs eine Hilfe sein. Die Cardinals werden somit vermutlich häufiger mit Verlegenheitsstartern leben und sich mehr auf ihren exzellenten Bullpen verlassen müssen als ihnen lieb ist.

Spannendste Frage
Wie wird Arenado schlagen? Wenn jemand von den Rockies kommt und bisher die Hälfte seiner Spiele im Batter-Paradies Coors Field absolviert hat, liegt die Frage auf der Hand, ob bei einem Teamwechsel seine Schlagleistungen leiden. Die Erfahrung zeigt, dass ein solcher Effekt zwar einerseits in den Heimspiel-Statistiken von Ex-Rockies beobachtbar ist, sich aber andererseits oft durch verbesserte Auswärts-Stats ausgleicht, weil die ständige körperliche Umstellung hinsichtlich der Luft- und Platzverhältnisse in Heim- und Auswärtsspielen wegfällt. Was in Bezug auf Arenado eher Sorgen bereitet, ist sein schwaches Jahr 2020, in dem nicht nur oberflächliche Werte wie der Batting Average (.253) Karrieretiefstwerte erreichten, sondern auch Kontaktmaße wie Hard-Hit-Rate (33,7%) und Exit Velocity (87.8 mph). Mit knapp 30 Jahren und angesichts der Kürze der Saison besteht gute Hoffnung, dass Arenados 2020 nur ein statistischer Ausreißer war, vermutlich zusammenhängend mit einer inzwischen auskurierten Schulterverletzung.

Meine Prognose
Platz 1 in der NL Central

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