Grand Slam am Donnerstag 16/2020

Außer einer bedauerlichen Trauermeldung gibt es leider kaum Neuigkeiten aus der MLB, aber wie jeden Donnerstag melde ich mich kurz zum aktuellen Stand der Dinge. Die Ligaführung und die Klubs betreiben weiterhin interne Planspiele, von denen ich letzte Woche eines der ausgefeilteren vorgestellt hatte. Ob und wann einer der bestehenden Pläne zur Umsetzung kommt, bleibt völlig offen. Laut Rob Manfred hat in jedem Fall die öffentliche Gesundheit Vorrang vor allem: „Baseball wird nicht zurückkehren, bevor wir sicher sind, dass wir Spiele in einer Art und Weise spielen können, die sicher ist für unsere Spieler, Angestellten und Fans, und die keine negativen Auswirkungen auf die gesellschaftliche Gesundheitssituation hat“, spricht der MLB-Commissioner das hoffentlich Selbstverständliche aus.

Grapefruit und Cactus statt AL und NL?
Letzte Woche hatte ich von der Option berichtet, die MLB-Saison komplett in und um Phoenix, Arizona, auszutragen. Ein anderer Vorschlag, der auf dem Tisch ist, bezieht die restlichen Spring-Training-Spielorte in Arizona und Florida mit ein. Die Idee ist, die dort vorhandenen Stadien für Spiele ohne Zuschauer und mit möglichst wenigen sonstigen Kontakten zu nutzen. Der Vorteil gegenüber dem Phoenix-Plan wäre, das man an den jeweiligen Orten bereits etablierte Infrastrukturen zur Beherbergung der Spieler und Angestellten aller Klubs zur Verfügung hätte. Der Nachteil wäre, dass dieser Plan mehr Reiseaktivitäten mit sich brächte. Um diese zu minimieren, ist im Gespräch, sich für diese eine Saison von der Aufteilung nach American League, National League und den jeweiligen Divisionen zu verabschieden. Stattdessen würde man die Grapefruit League (Florida) und die Cactus League (Arizona) aus dem Spring Training in die reguläre Saison übernehmen. Damit verbunden wäre voraussichtlich eine universale Anwendung der DH-Regel, das heißt es müssten auch die Teams der National League grundsätzlich mit einem Designated Hitter antreten.

Das „MLB-Village“ in und um Phoenix sowie das „ganzjährige Spring Training“ in Arizona und Florida sind die beiden Optionen für eine MLB-Saison, die bisher am stärksten diskutiert werden. Es sind aber nur zwei unter sehr vielen anderen denkbaren Möglichkeiten. Stan Kasten, der Präsident der Los Angeles Dodgers, ließ letztes Wochenende in einem Radio-Interview wissen, es sei „nur 1 Prozent“ der intern diskutierten Optionen für eine Aufnahme der Saison öffentlich bekannt geworden. Wir dürfen also weiter gespannt sein.

Hank Steinbrenner ist tot
Die New York Yankees trauern um Hank Steinbrenner. Der Mit-Eigentümer des Klubs verstarb im Alter von 63 Jahren nach einer langwierigen schweren Krankheit. Steinbrenner war der älteste Sohn des legendären Yankees-Owners, George M. Steinbrenner III. Nach dessen Tod im Jahr 2010 war die Kontrolle der erfolgreichsten und wertvollsten Baseball-Franchise der Welt auf Hank und seinen Bruder Hal übergegangen. Hank Steinbrenner engagierte sich auch in anderen Sportarten, unter anderem im Pferde- und Autorennsport. Er hinterlässt vier erwachsene Kinder. In der Steinbrenner-Familie gibt es diversen Berichten zufolge keine Pläne, die Yankees in absehbarer Zeit zu verkaufen.

April 16th, 2020 by