Grand Slam am Donnerstag 47/2016

Ein fröhliches Thanksgiving wünsche ich allen, denen dieses Fest etwas bedeutet! Mir persönlich bedeutet es eigentlich nur, dass an dem Tag Football gespielt wird (Go Lions!) und dass es immer ein Donnerstag ist und damit Grand-Slam-Tag. Die vergangenen sieben Tage empfand ich als die ruhigste Woche der bisherigen Offseason, aber ein paar interessante Neuigkeiten gibt es trotzdem:

Droht der MLB ein Lockout?
Die Teambesitzer der MLB auf der einen und die Spielergewerkschaft auf der anderen Seite verhandeln momentan über eine Erneuerung des Collective Bargaining Agreements, einer Art Tarifvertrag für die Liga. Das aktuelle CBA läuft zum 1. Dezember aus, bis dahin muss der Anschlussvertrag stehen. Steht er nicht, droht ein Lockout, also die Einstellung aller Aktivitäten innerhalb der Liga. Das wäre im Dezember nicht wahnsinnig tragisch, aber wenn die Fronten erst mal so verhärtet sind, dass ein Lockout in Kauf genommen wird, dann ist nicht abzusehen, wie lange er anhält. Nach der bislang letzten Verhandlungsrunde vom Dienstag gab es jedoch erstmals verhalten optimistische Äußerungen, dass eine Einigung in Sicht ist. Über das Thanksgiving-Wochenende ist nun erst mal Pause, dann setzen sich die beiden Seiten erneut zusammen. Die strittigen Punkte sind vor allem

  • eine von den Spielern gewünschte Abschaffung des Systems von Qualifying Offers und damit verbundenen Draft-Pick-Kompensationen beim Wechsel von Free Agents
  • die von den Teambesitzern gewünschte Einführung einer Draft für internationale Spieler
  • sowie eine Neuregelung der Formeln für Luxussteuern und andere Finanzausgleiche zwischen den Teams.
  • Als relativ sicher gilt bereits, dass die Mannschaftskader von 25 auf 26 Spieler (bzw. jeweils ab September von 18 auf 29 Spieler) angehoben werden. Zudem soll es mehr Mittagsspiele geben, wenn die Teams am gleichen Tag noch reisen müssen. Das wäre aus der Sicht von uns europäischen Zuschauern auf jeden Fall erfreulich.

    Mariners und Diamondbacks traden fünf Spieler
    Die Seattle Mariners arbeiten weiterhin daran, ihren Kader ordentlich umzukrempeln. Nach den Trades für Carlos Ruiz mit den Los Angeles Dodgers und für Danny Valencia mit den Oakland Athletics gibt es nun mit den Arizona Diamondbacks den nächsten Deal. Dieses Mal wechseln gleich fünf Spieler ihren Arbeitsplatz. Kern des Trades ist, dass RHP Taijuan Walker nach Arizona geht und SS Jean Segura nach Seattle. Darüber hinaus erhalten die Diamondbacks SS Ketel Marte und die Mariners bekommen noch OF Mitch Haniger und LHP Zac Curtis. Klingt nach einem sinnvollen Geschäft für beide Seiten, denn die Mariners haben in Segura wohl nach langer Suche ihren Shortstop für jeden Tag gefunden, während die Diamondbacks mit Walker einen talentierten jungen Pitcher bekommen, der „nur noch“ seine mangelnde Konstanz in den Griff bekommen muss. Ein Wechsel des Umfelds kann da Wunder wirken.

    Brett Cecil geht zu den Cardinals
    Die St. Louis Cardinals haben den linkshändigen RP Brett Cecil (zuletzt bei den Blue Jays) für vier Jahre und 30,5 Millionen Dollar unter Vertrag genommen. Der 30-Jährige erlebte 2016 einen schwachen Saisonstart und eine Verletzungspause, nach welcher es bei ihm deutlich besser lief. Mit einem ERA von 3.93 und einem AVG seiner Gegner von .265 ist Cecil ein mittelmäßiger Reliever. Dass er einen so guten Vertrag erhält und angeblich mehrere andere Teams um seine Dienste gebuhlt haben, zeigt, wie sehr die Vereine derzeit gewillt sind, in Relief Pitcher zu investieren und wie umkämpft dieser Markt ist.

    Neue Gerüchte um Cespedes
    Yoenis Cespedes ist nach meiner Einschätzung der Top-Free-Agent dieses Jahres und er beziehungsweise sein Management scheint hart daran zu arbeiten, aus dieser komfortablen Situation das Maximum für ihn herauszuholen. Im Alter von 31 strebt er vor allem eine langfristige Bindung für eine entsprechend hohe Garantiesumme an. Von vier Jahren als voraussichtliche Schmerzgrenze der interessierten Teams war zunächst die Rede, inzwischen halten die in amerikanischen Blogs zitierten Insider-Quellen vielfach fünf Jahre für möglich. Das sind letzten Endes aber nur Spekulationen und Gerüchte, vielleicht sogar gestreut vom eigenen Umfeld des Spielers. Andere Gerüchte besagen, dass die größte Sorge der Teams darin besteht, Cespedes könne bei einer zu langen Vertragsdauer bequem werden und die hohe Motivation vermissen lassen, mit der er eineinhalb Jahre lang die Mets – aber eben auch sich selbst im Poker um bessere Verträge – wettbewerbsfähig gehalten hat.

    November 24th, 2016 by