Grand Slam am Donnerstag 47/2018

Happy Thanksgiving allerseits! In den USA ist heute ein wichtiger Feiertag und vielleicht hat er auch für einige meiner Leserinnen und Leser eine Bedeutung. Für mich bedeutet er vor allem, dass heute NFL-Football gespielt wird und das ist Grund genug, sich der amerikanischen Feierlaune ein Stück weit anzuschließen. Hier soll es aber wie immer um die MLB gehen und auch da hat sich in den letzten Tagen eine Menge getan – unter anderem der erste Blockbuster-Trade des Jahres, das Karriere-Ende eines zukünftigen Hall of Famers und endlich konkrete Infos bezüglich des Ticketverkaufs für die Londonspiele im Juni 2019.

Adrian Beltre geht in Ruhestand
Nach den Minnesota Twins mit Joe Mauer verlieren nun auch die Texas Rangers mit Adrian Beltre das populärste Mitglied ihrer Franchise. Der 39-jährige Third Baseman gab am Dienstag bekannt, dass er nach sorgfältiger Überlegung und schlaflosen Nächten entschieden hat, seine Baseballkarriere zu beenden. Beltre spielte 21 Jahre lang in der MLB. Er trat in dieser Zeit für die Los Angeles Dodgers, die Seattle Mariners, die Boston Red Sox und zuletzt acht Jahre lang für die Rangers an. Er wurde viermal ins All-Star-Team gewählt, verdiente sich fünf Gold Gloves für seine Defense und vier Silver Sluggers für seine Schlagleistungen. Als einer von nur vier Spielern der MLB-Geschichte – und einziger in diesem Jahrhundert – gelangen ihm in seiner Karriere drei Cycles. Der als sympathischer und lustiger Zeitgenosse bekannte Beltre blickt auf eine großartige Karriere zurück. Seine Aufnahme in die Hall of Fame darf als ziemlich sicher gelten.

Yankees ertraden James Paxton
Letzte Woche wurde hier noch spekuliert, ob die Seattle Mariners bereit sein könnten, Pitcher James Paxton abzugeben, und ob die New York Yankees ein möglicher Interessent wären. Diese Woche ist es schon passiert. Der Linkshänder hatte 2018 mit einem ERA von 3.76 in 160.1 gepitchten Innings ein eher mittelgutes Jahr, setzte allerdings im Mai ein Highlight mit einem No-Hitter gegen die Toronto Blue Jays. Paxton steht noch bis 2020 unter Vertrag. Dadurch, dass die Mariners ihn abgeben, signalisieren sie recht deutlich, dass sie einen Neuaufbau anstreben und eher für die Zeit nach 2020 planen. Ein guter Start dafür ist die Gegenleistung, die sie bei dem Trade aus New York erhalten: Justus Sheffield galt als das Top-Pitching-Talent der Yankees, zudem wechseln mit Outfielder Dom Thompson-Williams und Pitcher Erik Swanson nach Seattle. Die Yankees sind derweil auch nach dem Paxton-Trade noch auf  der Suche nach Pitchern; unter anderem sind wohl die Free Agents Patrick Corbin und Dallas Keuchel auf dem Radar.

Gray und Syndergaard die nächsten Trade-Objekte?
Keine Rolle in den Plänen der Yankees spielt wohl Sonny Gray. Der Starter hat in den eineinhalb Jahren in New York, seit er von den Oakland Athletics geholt wurde, nie an frühere Leistungen anknüpfen können. Ihm täte eine Luftveränderung sicher gut und es soll bereits Tradegespräche mit diversen Teams geben. Vielleicht geht es also beim nächsten größeren Trade um Gray. Vielleicht kommt vorher aber auch ein noch deutlich größerer Name ins Spiel: Die Mets sollen bereit sein, sich Angebote für Noah Syndergaard anzuhören. Ein Deal, der ihn involviert, würde den Paxton-Deal klar in den Schatten stellen. Ich kann mir aber offen gestanden nicht vorstellen, dass irgend jemand bereit ist, das zu bieten, was die Mets für ihn verlangen würden. Solange Syndergaard gesund ist und bleibt – was in seiner bisherigen Karriere leider zu selten der Fall war – ist er einer der stärksten Pitcher der Liga, obendrein ist er erst 26 Jahre alt und noch drei Jahre lang unter Teamkontrolle. Brodie van Wagenen, der neue GM der Mets, hat bereits deutlich gemacht, dass er kein Rebuilding anstrebt. Somit dürfte auch klar sein, dass Syndergaard nicht für ein Paket von Prospects zu haben ist, sondern höchstens für mehrere gestandene Spieler, mit denen die Mets mehr Löcher stopfen könnten als sie durch die Abgabe Syndergaards aufreißen würden. Ich lege mich fest: Es wird nicht passieren.

Red Sox behalten ihren World-Series-MVP
First Baseman Steve Pearce bleibt für ein weiteres Jahr in Boston. Die Red Sox statten ihn mit einem neuen Vertrag über 6,25 Millionen Dollar aus. Pearce war dieses Jahr eher Ergänzungs- oder Platoonspieler, meistens kam er gegen linkshändige Pitcher zum Einsatz. Von denen hatten die Gegner der Red Sox in der World Series, die Los Angeles Dodgers, eine ganze Menge. Pearce nutzte die Gelegenheit zu glänzen und verdiente sich mit mehreren entscheidenden Extra-Base-Hits den Titel des wertvollsten Spielers der Finalserie.

Nationals verpflichten Suzuki
Auch Catcher Kurt Suzuki hat einen neuen Vertrag, allerdings nicht wie bisher bei den Atlanta Braves, sondern beim Divisionsrivalen Washington Nationals. Zehn Millionen Dollar lassen die Nationals sich die Dienste von Suzuki für die nächsten zwei Jahre kosten. Der 35-jährige Suzuki ist ein Veteran mit solider Offense und durchschnittlicher Defense. Er soll dazu beitragen, eine Position auszufüllen, die bei den Nationals in den letzten Jahren als Schwachpunkt galt.

Registrierung für London-Tickets ist offen
Wie schon länger bekannt ist, plant die Liga für Ende Juni 2019 die ersten regulären MLB-Spiele auf europäischem Boden. Zwei Partien zwischen den Boston Red Sox und den New York Yankees, also dem amtierenden World-Series-Sieger und dem Rekordmeister, sollen die Fans in Scharen ins Londoner Olympiastadion locken. Es ist davon auszugehen, dass die Spiele ausverkauft sein werden, daher empfiehlt es sich dringend, die jetzt geöffnete Registrierung für den Ticketverkauf zu nutzen. Unter diesem Link kann man sich noch bis 29. November um 17:59 Uhr mitteleuropäischer Zeit anmelden. Der Vorverkauf für registrierte Kunden beginnt dann am 3. Dezember um 11 Uhr, der offene Verkauf am 6. Dezember zur gleichen Uhrzeit.

Schnell noch abstimmen
Die Abstimmung über die dämlichste Verletzung des Jahres läuft noch bis Sonntagnachmittag. Bisher wurden 54 Stimmen abgegeben und es ist ein relativ enges Rennen: Chris Martin liegt zurzeit vorne, aber nach seiner Erfahrung mit der Oberschenkelzerrung auf dem Weg zur Prügelei weiß er wie schnell man plötzlich auf der Strecke bleiben kann. Nur drei Stimmen weniger hat Carson Smith, der somit noch längst keinen Grund hat, wieder seinen Handschuh wegzuwerfen und sich möglicherweise erneut den Arm auszukugeln.

November 22nd, 2018 by