Grand Slam am Donnerstag 52/2020

Fröhliche Festtage allerseits! Der Grand Slam macht auch an Weihnachten keine Pause, fällt heute aber ein bisschen mager aus – es tut sich einfach nicht allzu viel im Baseball in dieser Zeit des Jahres. Feiert schön im kleinen Kreis und schaut spätestens am Dienstag wieder hier vorbei, denn dann gibt es die nächste Folge der Serie über die Skandale der MLB.  

Phillies befördern Fuld
Die Philadelphia Phillies treiben den Umbau ihres Front-Offices weiter voran: Nachdem letzte Woche Dave Dombrowski in der neu geschaffenen Rolle des President of Baseball Operations präsentiert wurde, wird ihm nun Sam Fuld als General Manager zur Seite gestellt. Fuld ist seit dem Ende seiner aktiven Karriere im Jahr 2017 für die Phillies tätig, bislang als Director of integrative Baseball Performance, eine Art Bindeglied zwischen der Analyseabteilung und den Spielern. Ebenfalls befördert wurde innerhalb der Organisation Jorge Vellandia, der künftig als Assistenz-GM tätig ist. 

White Sox sichern sich Yoelki Cespedes 
Eines der talentiertesten Teams der Liga angelt sich ein weiteres Top-Prospect: Die Chicago White Sox sind sich mit Outfielder Yoelki Cespedes einig und werden ihn im Januar gegen ein Handgeld von 2 Millionen Dollar unter Vertrag nehmen. Der 23-jährige Kubaner ist ein Halbbruder von Yoenis Cespedes. Yoelki (auf manchen Seiten auch „Yoelkis“ geschrieben) gilt als eines der größten internationalen Talente der wegen Corona verschobenen Signing-Periode 2020/21.

Neben Cespedes steht mit Oscar Colas ein weiterer Kubaner im Fokus des Interesses. Der Outfielder und Pitcher wurde nach einem längeren Tauziehen mit den japanischen SoftBank Hawks von der MLB zum Free Agent erklärt und kann nun ebenfalls ab 15. Januar verpflichtet werden. Der 22-Jährige wird demnächst einige Probetrainings absolvieren. Die White Sox sind aus dem Rennen um ihn vermutlich raus, nachdem sie einen Großteil ihres verfügbaren Bonuspools für Cespedes verwenden. 

Ein paar Free-Agent-Signings 
Auf dem Free-Agent-Markt haben sich in den letzten Tagen keine großen Namen bewegt, aber ein paar wenige MLB-Signings gibt es doch zu vermelden: Die Detroit Tigers verpflichten SP Jose Urena für ein Jahr zum Preis von 3,25 Millionen Dollar plus 250.000 Euro mögliche Einsatzboni. SP/RP Matt Andriese geht zu den Boston Red Sox. Er erhält dort mindestens 2,1 Millionen für die Saison 2021. Falls der Klub die Option auf ein weiteres Jahr zieht und Andriese sämtliche Einsatzprämien erreicht, kann er in den zwei Jahren bis zu 7,35 Millionen verdienen. Die Los Angeles Dodgers geben RP Tommy Kahnle einen Zweijahresvertrag über rund 5 Millionen. Das ist eine stolze Summe für einen Reliever, der voraussichtlich nur im zweiten Vertragsjahr spielen wird, da er nach einer Tommy-John-Surgery im August wohl 2021 kaum oder gar nicht eingesetzt werden kann. Die Cincinnati Reds schließlich haben RP Edgar Garcia an Land gezogen. Der kürzlich von den Rays entlassene Reliever erhält einen Vertrag über 600.000 Dollar für ein Jahr.

Gehälter fast 2,5 Milliarden niedriger als 2019
Im Jahr 2020 bezahlten die MLB-Klubs rund 1,75 Milliarden Dollar an Spielergehältern. Das ist ein extremer Abfall gegenüber 2019, als diese Zahl noch bei 4,22 Milliarden lag. Der Grund dafür ist natürlich die Corona-Pandemie, welche die Liga zu einer Verkürzung der Saison zwang und dazu, dass die vertraglich vorgesehenen Zahlungen nur anteilig nach Anzahl der Spiele erfolgten. Die Gehälter wurden dadurch gegenüber einer 162-Spiele-Saison um 63% reduziert. Dass die genannte Gesamtsumme nur 59% unter der Marke des letzten Jahres lag, zeigt, dass bei einer normal durchgeführten Saison die Gehälter gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen wären. Die höchste Payroll hatten die Dodgers mit 98,6 Millionen Dollar für ihre Meistermannschaft, gefolgt von den Yankees mit 86,3 Millionen.

Dezember 24th, 2020 by