Die Ballparks der MLB: PNC Park

Im zweiten Teil der Ballparks-Serie geht es nach Pittsburgh: Dort spielen die Pirates im PNC Park, einem der schönsten Baseballstadien von allen, auch und insbesondere was die Lage und Aussicht betrifft.

Frontansicht von PNC Park mit der Statue von Honus Wagner1

Geschichte
PNC Park wurde von 1999 bis 2001 erbaut und stellte damit direkt einen Rekord auf: Mit knapp unter 24 Monaten Bauzeit war es der am schnellsten errichtete MLB-Ballpark aller Zeiten. Das Eröffnungsspiel fand am 9. April 2001 statt und ging für die Pittsburgh Pirates mit 2:8 gegen die Cincinnati Reds verloren. Auch der erste Hit – gleichzeitig der erste Homerun – im neuen Stadion ging an die Gastmannschaft, erzielt ausgerechnet durch den in Pittsburgh aufgewachsenen First Baseman der Reds, Sean Casey.

Der 38.362 Zuschauer fassende Ballpark war 2006 Austragungsort des All-Star-Games der MLB. Auf ein Playoff-Spiel musste PNC Park lange warten. Erst zwölf Jahre nach der Eröffnung war es soweit. Gegner der Pirates waren auch in dieser Partie, dem Wild-Card-Spiel der National League im Jahr 2013, die Cincinnati Reds. Die Pirates gewannen 6:2. Es war und ist bis heute ihr einziger Postseason-Erfolg seit dem Gewinn der World Series 1979.

Die größte Menschenmenge, die PNC Park bisher beherbergte, waren 48.074 Besucher eines Konzerts von Bruce Springsteen am 6. August 2003.

Architektonische Auffälligkeiten
Es klingt immer etwas despektierlich, wenn man über einen Ort sagt, das schönste an ihm sei die Aussicht auf die andere Seite des Flusses (in Wiesbaden hört man das zum Beispiel oft über Mainz, umgekehrt natürlich auch). So ist es hier nicht gemeint, denn PNC Park ist auch für sich genommen ein sehr schönes Stadion. Aber der Blick auf den Allegheny River, die Roberto-Clemente-Bridge und dahinter die Skyline von Pittsburgh ist definitiv die Hauptattraktion des Ballparks. Der Bau trägt diesem Umstand auch dadurch Rechnung, dass auf der Seite in Richtung Stadt, also hinter dem Outfield, nur ganz kleine Tribünen errichtet wurden, damit möglichst viele Zuschauer möglichst viel von der spektakulären Aussicht genießen können.

Die atemberaubende Aussicht des PNC Park in ihrer ganzen Pracht2

Auf der Landseite des Ballparks sind um diesen herum Statuen der Hall of Famer Honus Wagner, Roberto Clemente, Willie Stargell und Bill Mazeroski postiert und bieten beliebte Motive für Erinnerungsfotos vor der hübschen Kalksteinfassade des Gebäudes. Wenn man sich zu dem Besuch in einem besonderen Stadion eine besondere Art der Anreise gönnen möchte, kann man sich PNC Park auch von der anderen Seite her nähern: Zu jedem Spiel fahren zu durchaus erschwinglichen Preisen Shuttle-Boote über den Fluss vom Station Square zum Ballpark.

Auch von der Wasserseite her ist PNC Park schön anzusehen3

Spielbezogene Eigenheiten
PNC Park gilt zwar vielen Baseballfans als eines der schönsten Stadien der MLB, die meisten Spieler werden diese Meinung jedoch nicht teilen. Jedenfalls nicht die Hitter, denn für sie ist der Ballpark in Pittsburgh einer der schwierigeren. Mit Maßen von 320 Fuß (98 Meter) im Rightfield, 399 Fuß (122 Meter) im Centerfield und 410 Fuß (125 Meter) im mittleren Leftfield ist das Feld recht groß – mit Ausnahme des Rightfields, das aber durch einen 21 Fuß (6,40 Meter) hohen Zaun erschwert wird. Die Höhe von 21 Fuß ist nicht willkürlich gewählt, sie stellt eine Anspielung auf den legendären Pirates-Rightfielder Roberto Clemente und dessen Rückennummer 21 dar.

Anders als beispielsweise in San Francisco kommt es übrigens nicht oft vor, dass Bälle bis ins angrenzende Gewässer geschlagen werden. In der 17-jährigen Geschichte des Stadions ist es nur dreimal vorgekommen; eigentlich sogar nur zweimal, denn der Homerun von Pedro Alvarez am 19. Mai 2015 traf nicht den Allegheny River, sondern ein darauf fahrendes Boot.

Wo sitzt man am besten?
Erfreulicherweise sind die Preise in Pittsburgh sehr human und so kann man schon für 50 bis 60 Dollar gepolsterte Premiumsitze mit perfekter Sicht auf das Spielgeschehen bekommen. Man sollte dafür nach den Club Sections 209 bis 228 schauen.

Für ungefähr halb so viel Geld hat man auch von den Grandstands und den Kid’s Grandstands (Sections 301-333) eine gute Sicht, insbesondere von den unteren Reihen A bis R. Die Kid’s Grandstands empfehlen sich dem Namen entsprechend vor allem, wenn man mit Kindern unter 14 unterwegs ist, denn für sie sind die Tickets in diesem Bereich deutlich günstiger. Leider ist es in amerikanischen Stadien bei weitem nicht immer üblich, dass Ermäßigungen für Kinder gewährt werden.

Noch ein Tipp für alle, die immer großen Hunger davon bekommen, anderen beim Sport zuzusehen: Es gibt auch einen All-You-Can-Eat-Bereich (Sections 201-2015), bei dem für rund 40 Dollar pro Ticket Hot Dogs, Nachos, Popcorn, Softdrinks usw. inklusive sind.

1 Quelle: Wikimedia, Urheber: daveynin (CC BY 2.0)
2 Quelle: Wikimedia, Urheber: David Wilson (CC BY 2.0)
3 Quelle: Wikimedia, Urheber: Smallbones (Public Domain)

Januar 16th, 2018 by