Das Baseblog-Powerranking im Juli

Mitte Juli, wenige Tage nach Ende des All-Star-Breaks ist es an der Zeit für ein Update meines monatlichen Powerrankings. In jeder der beiden Teil-Ligen gibt es ein klar dominierendes Team, was in einer extrem seltenen Statistik zur Saisonpause resultierte: Erst zum zweiten Mal in der Geschichte der MLB gingen gleich zwei Mannschaften mit 60 oder mehr Siegen in den All-Star-Break.

Insgesamt weist das Ranking von Juni auf Juli deutlich weniger Bewegung auf als in den ersten Monaten der Saison. Den größten Sprung nach oben machten die Kansas City Royals von 23 auf 11, den tiefsten Sturz erlebten die Baltimore Orioles von 13 auf 22.

1. Los Angeles Dodgers (64-29) ⇒
Auch fünf Tage All-Star-Break haben die Dodgers nicht aus dem Flow gebracht, in dem sie sich befinden. Mit derzeit neun Siegen in Folge und einer 50-16-Bilanz seit 1. Mai stellen sie den Rest der Liga in den Schatten.

2. Houston Astros (62-30) ⇒
Dass Houston Platz eins in diesem Ranking verloren hat, sagt weniger über die Astros aus als über die Dodgers. 16.5 Siege Vorsprung an der Divisionsspitze und ein Run Differential von +167 bei 544 gescorten Runs sind in der AL weiterhin eine Klasse für sich.

3. Boston Red Sox (52-41) ⇒
Zwischen Platz zwei und drei liegen Welten. Boston verdient den Titel „best of the rest“ allein schon dafür, dass man sich von Pablo Sandoval getrennt hat.

4. Washington Nationals (55-36) ⇒
Bisher kam kein Satz über die Stärke der Nationals ohne ein „aber der Bullpen“ aus. Durch den Trade mit Oakland für die beiden Reliever Sean Doolittle und Ryan Madson könnte sich das erledigt haben.

5. Milwaukee Brewers (52-42) ⇒
Ich fange an, an die Brewers zu glauben. Wenn das mal kein schlechtes Omen für sie ist…

6. Arizona Diamondbacks (53-39) ⇒
Mit sechseinhalb Siegen Vorsprung im Playoff-Rennen und dem drittbesten Run Differential der NL (+92) lebt es sich noch relativ entspannt. Aber nun müssen die D-Backs beweisen, dass sie gefestigt genug sind, fünf Niederlagen hintereinander gegen Teams wie die Reds und die Braves wegzustecken.

7. Cleveland Indians (47-43) ⇒
Drei Niederlagen sind ein schlechter Start in die zweite Saisonhälfte, aber die Indians sind klar das beste Team in der Division und treffen bis Ende des Monats ausschließlich auf Gegner mit negativem Record.

8. New York Yankees (47-43) ⇒
Auf den ersten Blick sehen die Yankees aus wie ein Team, das einen überraschenden Höhenflug erlebte und nun mit einem schwachen Monat auf dem Boden der Tatsachen gelandet ist. Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass ihr Run Differential von +100 das zweitbeste der AL ist und theoretisch für sieben Siege mehr gut wäre als sie tatsächlich auf dem Konto haben.

9. Tampa Bay Rays (49-44) ⇒
Begrenzte finanzielle Möglichkeiten, diverse Verletzungen – alles kein Grund für die Rays, nicht mit den beiden Großen in der NL East mitzuhalten.

10. Colorado Rockies (53-41) ⇓
Zwei gute Monate zum Start der Saison waren offenbar schon genug, um einem eher mittelmäßigen Team die Playoffteilnahme faktisch zu sichern.

11. Kansas City Royals (44-45) ⇑
Mieser Saisonstart, die wenigsten Runs in der AL, mittelmäßiges Pitching – und trotzdem sind die Royals voll dabei, das Feld von hinten aufzuholen. Baseball ist manchmal seltsam.

12. Minnesota Twins (46-45) ⇒
Max Kepler schlägt im Juli .390/.480/.634 und morgen stößt Bartolo Colon zum Team. Go Twins!

13. Chicago Cubs (46-45) ⇒
Der Sweep in Baltimore zum Start nach dem All-Star-Break sowie der Trade für Jose Quintana könnten die Initialzündung sein, um die enttäuschende erste Saisonhälfte hinter sich zu lassen.

14. Texas Rangers (45-46) ⇒
Letztes Jahr stellten die Rangers mit 36-11 einen Rekord für die beste Bilanz in Spielen auf, die mit einem Run Unterschied enden; dieses Jahr sind sie mit 7-15 in solchen Spielen Letzter. Trotzdem sind es nur zweieinhalb Spiele Abstand zum Wild-Card-Platz.

15. St. Louis Cardinals (44-47) ⇑
Unter den drei Kandidaten auf den Gewinn der NL Central sind die Cardinals der Außenseiter. Wenn sie eine Chance haben wollen, müssen sie vor allem an ihrer Bilanz in divisionsinternen Duellen (16-23) arbeiten.

16. Seattle Mariners (46-47) ⇓
446 Runs erzielt, 446 Runs kassiert – große Ausgeglichenheit in Seattle und durchaus noch Chancen auf die Wild Card nach dem aufmunternden 3-0-Start in die zweite Hälfte.

17. Atlanta Braves (45-45) ⇑
Still und heimlich haben sich die Braves auf .500 hochgearbeitet. Wenn sie nun auch in der Serie gegen die Cubs bestehen, könnten sie vielleicht sogar in Richtung Wild Cards… äh, nein.

18. Los Angeles Angels of Anaheim (46-49) ⇒
Mike Trout ist zurück. Alles wird gut.

19. Toronto Blue Jays (42-49) ⇒
Der kleine Zwischenspurt ist verpufft, aus dieser Saison ist nichts mehr herauszuholen als ein paar ordentliche Trades. Mit Liriano, Estrada, Bautista und vor allem Donaldson sind einige Veteranen vorhanden, die man gut versilbern kann.

20. Pittsburgh Pirates (44-48) ⇒
Auch die Pirates dürften in erster Linie die Trade Deadline im Blick haben. Andrew McCutchen ist gerade rechtzeitig wieder in Form gekommen, um potenzielle Käufer anzuziehen.

21. New York Mets (41-48) ⇒
Und noch ein Seller: Bruce, Granderson, Reyes, Cabrera, Reed und Duda könnten Ende des Monats allesamt woanders spielen. Trotz dieser umfangreichen Liste geht es weniger um ein volles Rebuilding als darum, das vorhandene Grundgerüst für die nächsten ein, zwei Jahre zu stärken.

22. Baltimore Orioles (42-49) ⇓
Die Orioles sind über ihre Verhältnisse in die Saison gestartet, seitdem geht es abwärts. Ein Starter-ERA von 6.02 macht wenig Hoffnung.

23. Miami Marlins (41-49) ⇒
Gefühlt sind Homeruns die einzige Stärke der dümpelnden Marlins, aber ich habe mal nachgeschaut: Trotz Stanton, Ozuna und Bour belegen sie nur Platz 22 in der MLB mit 104 Shots.

24. Detroit Tigers (41-49) ⇓
Von Cabrera bis Zimmermann hinterlässt das Alter seine Spuren. Ein Team im Herbst seines Lebenszyklus. Der Winter naht.

25. Oakland Athletics (42-50) ⇒
Aus den A’s werde ich nicht schlau. Konkurrenzfähig sind sie seit Langem nicht, die Mittel sind traditionell knapp, ein ernsthaftes Rebuilding gehen sie aber auch nicht ein. Der Trade von Doolittle und Madson nach Washington könnte ein Anfang sein, aber in meinen Augen hat man dabei zu wenig herausgeholt.

26. Cincinnati Reds (39-52) ⇓
Mit -1.0 WAR sind die Reds das einzige Team der ganzen Liga, dessen Starting Pitching unter Replacement Level produziert.

27. Chicago White Sox (38-52) ⇓
Nach dem Trade von Chris Sale zu den Red Sox im Winter lassen die White Sox erneut aufhorchen, indem sie Jose Quintana zum Stadtrivalen Cubs schicken – jeweils im Austausch gegen hochkarätige Prospects. Kein Zweifel, sie meinen es ernst mit dem Rebuilding.

28. San Diego Padres (40-51) ⇒
Als drittschlechtestes Team der Liga sind die Padres fast schon eine positive Überraschung. Reliever Brad Hand ist der aussichtsreichste Kandidat für einen Deal zur Trade-Deadline.

29. San Francisco Giants (35-58) ⇒
Vor genau einem Jahr standen die Giants in den meisten solcher Rankings an der Spitze, heute können sie froh sein, dass es die Phillies gibt. Ein kleiner Lichtblick: Madison Bumgarner ist zurück. Aber er allein wird das Ruder nicht herumreißen.

30. Philadelphia Phillies (30-60) ⇒
Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen.

⇑= 5 oder mehr Plätze höher als im Juni-Ranking
⇓= 5 oder mehr Plätze niedriger als im Juni-Ranking
⇒ = weniger als 5 Plätze Abweichung zum Juni-Ranking

Juli 17th, 2017 by