Das Baseblog-Powerranking im Juni

Es ist wieder mal die Mitte eines Monats und damit Zeit für eine Aktualisierung meines Powerrankings. Die großen Drei aus der American League belegen nach wie vor die vorderen Plätze, wobei die genaue Reihenfolge fast täglich anders ausfallen kann. Riesensprünge nach vorne haben die Seattle Mariners sowie die Los Angeles Dodgers vollbracht, während die New York Mets schon zum zweiten Mal in Folge das Team mit dem tiefsten Absturz sind. Die Marlins haben derweil das geschafft, was ich noch vor zwei Monaten in den Bereich der Wunder verwiesen hatte: Sie sind in diesem Ranking nicht mehr Letzter.

Findet ihr, dass ich euer Team unterschätze oder seid ihr sicher, dass Team X völlig überbewertet ist? Dann lasst es mich wissen, ich freue mich über jeden Kommentar.

1. (3.) Houston Astros (45-25) ⇒
Der amtierende Champion führt die Liga schon seit geraumer Zeit mit dem besten Run Differential (+142) an, aber seit heute ist ihre Statistik noch ein Stück beeindruckender: Sie haben jetzt sowohl die meisten erzielten Runs (359) als auch mit Abstand die wenigsten zugelassenen Runs (217) vorzuweisen. Obendrein befinden sie sich auf einer Strecke von derzeit acht Siegen hintereinander.

2. (2.) Boston Red Sox (48-22) ⇒
Die sonst bärenstarke Offense ist zuletzt etwas ins Stocken geraten, aber die Pitcher sind prompt in die Bresche gesprungen: Nur 14 Runs ließen die Red Sox in den letzten sieben Spielen zu.

3. (1.) New York Yankees (44-20) ⇒
Am Sonntag haben die Yankees zum ersten Mal in dieser Saison und als letztes Team der Liga eine Partie zu Null abgegeben – ironischerweise ausgerechnet gegen ihren Lokalrivalen, die Mets, die außer diesem 2:0 in diesem Monat noch kein Spiel gewonnen haben.

4. (15.) Seattle Mariners (44-25) ⇑
Wenn die Mariners auf dem Platz stehen, ist Hochspannung quasi garantiert. Nicht nur weil sie wie gestern beschrieben auf Rekordkurs mit ihren 21 gewonnenen 1-Run-Games sind, sondern auch weil es bei ihnen generell viel mehr solcher knappen Spiele gibt als bei allen anderen Teams – 31 von 69 Spielen der Mariners wurden mit nur einem Run Abstand entschieden.

5. (11.) Milwaukee Brewers (41-27) ⇑
Die Brewers sind das perfekte Beispiel dafür, dass ein von den Statistiken her ansonsten in jeder Hinsicht mittelmäßiges Team von einem hervorragenden Bullpen getragen werden kann. Josh Hader hat inzwischen 75 Strikeouts auf dem Konto – 17 mehr als irgendein anderer Reliever in der MLB.

6. (5.) Atlanta Braves (40-28) ⇒
Alle reden von dem jungen, hungrigen Team der Braves. Die herausragenden Akteure sind bei näherer Betrachtung aber die Routiniers Freddie Freeman und Nick Markakis. Dank dieser beiden sind die Braves die einzige Mannschaft mit zwei Namen in den Top-10 der besten Batting Averages der MLB.

7. (8.) Washington Nationals (37-28) ⇒
Die Aufholjagd in der NL East ist geglückt, insbesondere dank hervorragenden Pitchings. Die Offensive bietet allerdings noch Raum für Entwicklung: Average, On-Base-Percentage und Slugging der Nationals rangieren jeweils im unteren Fünftel der Liga.

8. (19.) Los Angeles Dodgers (35-32) ⇑
Sie sind zurück und das ist nicht etwa das Verdienst der üblichen Verdächtigen wie Clayton Kershaw oder Justin Turner, die dieses Jahr beide Probleme haben, einsatzfähig zu werden und zu bleiben. Stattdessen spielen sich unerwartete Helden in den Vordergrund wie der von vielen längst abgeschriebene Matt Kemp oder Max Muncy, der bis vor einigen Wochen wohl nur den wenigsten ein Begriff war.

9. (4.) Arizona Diamondbacks (38-30) ⇓
Die Diamondbacks haben ein veritables Zwischentief durchgemacht, doch sie scheinen ihre Form wieder gefunden zu haben. Eine Schlüsselrolle spielt dabei Paul Goldschmidt, der nach einem vergessenswürdigen Mai im Juni bislang .442/.525/.942 schlägt.

10. (6.) Chicago Cubs (38-27) ⇒
Dem Run Differential von +89 zufolge sind die Cubs immer noch die Spitzenmannschaft der NL. Bislang stehen sie sich in den entscheidenden Momenten aber immer selbst im Weg, zum Beispiel diese Woche bei der nach hart erkämpftem Sieg im ersten Spiel doch noch verlorenen Serie gegen die Brewers .

11. (13.) Cleveland Indians (36-31) ⇒
Die Indians profitieren dieses Jahr mehr von der schwachen Konkurrenz als von eigener Stärke, aber Corey Kluber ist nach wie vor ein wahres Monster auf dem Mound: Seit 8. Mai und somit in sechs Spielen hintereinander mit jeweils mindestens sechs gepitchten Innings hat er keinen einzigen Batter gewalkt. Und seit mittlerweile 26 aufeinander folgenden Starts hat er nie mehr als drei Runs in einem Spiel zugelassen.

12. (10.) St. Louis Cardinals (36-30) ⇒
Vier Wochen haben die Cardinals auf die Rückkehr ihres Asses Carlos Martinez gewartet, doch seine ersten beiden Starts waren ernüchternd: ein ERA von 8.22 in insgesamt 7.2 Innings mit erschreckenden 12 Walks.

13. (9.) Philadelphia Phillies (35-31) ⇒
Die Phillies haben etwas nachgelassen, sind aber immer noch im soliden Mittelfeld gut aufgehoben. Verwundert bin ich darüber, dass ihr Batting zu den fünf schwächsten Teams der MLB gehört, das Pitching hingegen zu den fünf besten. Ich hätte das tendenziell eher umgekehrt erwartet.

14. (7.) Los Angeles Angels (37-32) ⇓
Die Angels schienen auf dem Weg, die Erfolgsstory des Jahres zu werden, doch nach dem Verletzungs-Aus ihres Jungstars Ohtani und der letzten Niederlagenserie ist dies plötzlich in weite Ferne gerückt.

15. (18.) San Francisco Giants (34-35) ⇒
Als SS Brandon Crawford Ende April einen Batting Average von .189 aufwies, hätten ihn viele Fans der Giants sicher am liebsten zum Mond geschossen. Eineinhalb Monate später steht er bei .328. Das ist ligaweit mit Abstand die größte Steigerung eines Offensivspielers in diesem Zeitraum.

16. (20.) Oakland Athletics (34-35) ⇒
Die Athletics sind für mich weiterhin eine der großen positiven Überraschungen dieser Saison. Hätten sie nicht gerade das Pech gehabt, dass sie in der letzten Serie an die hervorragend aufgelegten Astros geraten sind, stünden sie sogar bei einer leicht positiven Bilanz. Gegen die angeschlagenen Angels könnte das in den kommenden Tagen nachzuholen sein.

17. (12.) Pittsburgh Pirates (33-35) ⇒
Die Bilanz ist fast ausgeglichen, das Run Differential (-1) ebenfalls. Das sollte aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Pirates seit einem Monat keine Serie mehr gewonnen haben.

18. (23.) Tampa Bay Rays (32-36) ⇑
Die Rays scheinen auf Achterbahnfahrten zu stehen: Fünf Siegen hintereinander ließen sie acht Niederlagen hintereinander folgen, zuletzt gab es wieder drei Siege am Stück gegen die Blue Jays. Gegen die Yankees wurde nun das erste Spiel verloren und man muss befürchten, dass das für die Rays wieder der Auftakt einer Serie war. Das Restprogramm im Juni ist jedenfalls knüppelhart mit noch sechsmal Yankees, sechsmal Astros und zweimal Nationals.

19. (14.) Colorado Rockies (33-35) ⇓
Ich habe es hier schon mal erwähnt, aber es bringt mich immer wieder zum Staunen: Das Team mit dem vermeintlich größten Heimvorteil der Liga steht zu Hause 11-19 und auswärts 22-16. Zurzeit leiden sie zudem spürbar unter der erstarkten Konkurrenz innerhalb der Division.

20. (24.) San Diego Padres (33-38) ⇒
Ist eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, wie gut die Padres zurzeit sind? Von den letzten 30 Spielen haben sie 18 gewonnen und von der Spitze der Division sind sie trotz Platz fünf nur 6,5 Siege entfernt. Ich gönne ihnen das Erfolgserlebnis, aber die Entscheidung, ob man zur Trade-Deadline den Rebuild weiter vorantreibt oder nicht, wird dadurch nicht leichter..

21. (21.) Minnesota Twins (29-36) ⇒
Bei den Twins schaue ich immer zuerst auf Max Kepler, aber der sieht zurzeit leider gar nicht gut aus: Seine Juni-Bilanz lautet .132/.267/.132. Ich sage es nur ungern, aber das sind keine Zahlen, mit der man in der MLB lange besteht. Doch Max hat schon gezeigt, dass er es kann und ich drücke ganz fest die Daumen, dass er schnell wieder der Alte ist.

22. (16.) Toronto Blue Jays (30-38) ⇓
Ich finde es immer wieder höchst erstaunlich, dass manche Batter allein durch das Umdrehen eines Kalenderblattes zu komplett anderen Spielern zu werden scheinen. Zum Beispiel Curtis Granderson: Im April schlug er .384/.435/.571, im Mai nur .167/.313/.273, in der ersten Junihälfte .333/.375/.600.

23. (22.) Detroit Tigers (33-37) ⇒
Letzten Monat habe ich Detroit als „best of the rest“ beschrieben, also als das beste unter den nicht wirklich kokurrenzfähigen Teams der MLB. Nun fällt allerdings ihr Führungsspieler Miguel Cabrera für den Rest der Saison aus und die Prognose für die Tigers weist unweigerlich nach unten.

24. (24.) Chicago White Sox (24-43) ⇒
Wenn man sich die bisherige Juni-Bilanz der White Sox anschaut, darf man ruhig ein wenig staunen: eine gewonnene Serie gegen die Brewers, ein Split gegen die Twins, eine gewonnene Serie gegen die Red Sox und noch ein Split gegen die Indians. Echt nicht schlecht.

25. (17.) New York Mets (28-37) ⇓
Jacob deGrom ist der beste Pitcher der National League, in seinen letzten zehn Starts hat er einen ERA von 0.87 mit 62.1 gepitchten Innings. Die Mets haben acht dieser Spiele verloren…

26. (25.) Texas Rangers (27-43) ⇒
Mitten in ihrer schlechtesten Saison seit 2014 haben die Rangers letzte Woche entschieden, den Vertrag ihres General Managers Jon Daniels um mehrere Jahre zu verlängern. Seitdem haben sie sechs Spiele in Folge verloren. Hat natürlich nichts miteinander zu tun, sieht aber trotzdem komisch aus.

27. (26.) Cincinnati Reds (25-43) ⇒
Ein Sweep, ein Sweep! O. K., es waren es nur zwei Spiele und der Gegner waren die Royals. Aber im vierten Jahr hintereinander mit Abo auf den letzten Platz der NL Central nimmt man an Erfolgen gerne alles mit, was man bekommt.

28. (30.) Miami Marlins (26-43) ⇒
Sechs Siege aus den letzten zehn Spielen, darunter gewonnene Serien gegen die Cardinals und die Giants – so langsam scheinen die Marlins sich wohl zu fühlen in der Rolle des frechen Außenseiters, dessen Stärke in der Abwesenheit jeglicher Erwartungen liegt.

29. (28.) Kansas City Royals (22-46) ⇒
Ein Run Differential von -121, mit 374 die meisten kassierten Runs der MLB – der Champion von 2015 ist nicht mehr wiederzuerkennen. Nachdem schon in der Offseason einige hochkarätige Free Agents weitergezogen waren, hat mit dem Trade von Jon Jay nach Arizona letzte Woche auch der Ausverkauf während der Saison bereits begonnen.

30. (27.) Baltimore Orioles (19-48) ⇒
Sieben Niederlagen in Folge, die wenigsten Siege und die wenigsten Runs der Liga – die O’s haben sich den letzten Platz im Ranking redlich verdient und sind auf Kurs für 116 Niederlagen.

Zahl in Klammern = Rang im letzten Powerranking
⇑ = 5 oder mehr Plätze höher als im letzten Powerranking
⇓ = 5 oder mehr Plätze niedriger als im letzten Powerranking
⇒ = weniger als 5 Plätze Abweichung zum letzten Powerranking

Juni 15th, 2018 by