Saison-Vorschau 2017: #3 Chicago Cubs

Wenn eine Mannschaft eine Sportart über mehrere Jahre hinweg dominiert – zum Glück kommt das im US-Sport sehr viel seltener vor als beispielsweise im europäischen Fußball -, dann sprechen die Amerikaner von einer Dynasty. Die Cubs sind ein Team, dem von Vielen zugetraut wird, zur ersten Baseball-Dynasty seit den New York Yankees um die Jahrtausendwende zu werden: Die Mannschaft ist von Joe Maddon hervorragend gemanagt, in allen Bereichen stark besetzt, erfolgserfahren und dennoch jung und bezahlbar genug, um ihr Zeitfenster noch für ein paar Jahre offen zu halten. Die wichtigste Veränderung gegenüber der letzten Saison betrifft die Position des Closers: Aroldis Chapman geht für viel Geld zurück zu den Yankees, aber mit Wade Davis wurde bereits ein adäquater Ersatz an Land gezogen. Mit ihm und dem letztes Jahr fast die ganze Saison über verletzten Kyle Schwarber stellen die Cubs ein Team, das dem von 2016 in nichts nachsteht. Ich rechne fest damit, dass sie auch in diesem Jahr klar die NL Central dominieren und dass die Titelverteidgung in Reichweite ist. Allerdings sehe ich die Cubs nicht als Übermannschaft sondern „nur“ als eines von fünf, sechs Teams, denen die World Series zuzutrauen ist. Am Ende entscheidet ein wenig das Glück und natürlich auch, ob der eine oder andere den Erfolg nicht noch ein kleines bisschen mehr will als die Cubs, die gerade ihre 108 Jahre lange Durststrecke überwunden haben.

Voraussichtliches Lineup
C Willson Contreras
1B Anthony Rizzo
2B Ben Zobrist
SS Addison Russell
3B Kris Bryant
LF Kyle Schwarber
CF Jon Jay
RF Jason Heyward

Voraussichtliche Rotation
SP Jon Lester
SP Jake Arrieta
SP Kyle Hendricks
SP John Lackey
SP Brett Anderson
Closer Wade Davis

Wichtigster Zugang
RP Wade Davis (Kansas City Royals)

Wichtigster Abgang
RP Aroldis Chapman (New York Yankees)

Bestes Prospect
2B Ian Happ

Größte Stärke
Ausgewogenheit: Sorry, aber eine einzelne Stärke herauszupicken ist mir im Fall der Cubs nicht möglich: Die Rotation, der Bullpen, das Batting Lineup, die Defense – jeder einzelne Bereich ist für sich einer der besten der Liga.

Größte Schwäche
Die Zielscheibe auf dem Rücken: Die Cubs werden dieses Jahr zum ersten Mal die Erfahrung machen, als Gejagter in die Saison und in jede einzelne Serie zu gehen. Damit müssen sie erstmal umzugehen lernen.

Spannendste Frage
Wie vermeidet man Frust auf der Bank? Es ist ein Luxusproblem, aber die Cubs haben tatsächlich zu viele gute Leute, die es verdienen, auf dem Platz zu stehen. Auf die Bats von Ben Zobrist und Kyle Schwarber will man sicher nicht verzichten, doch für Zobrist muss ein anderer etablierter Infielder – voraussichtlich Javier Baez – weichen und weil es defensiv bessere Catcher gibt als Schwarber, vergrößert dieser das ohnehin schon bestehende Überangebot im Outfield. Ein tiefer Kader ist toll, kann aber auch zu vielen Unzufriedenen führen.

Prognose
Platz 1 in der NL Central, Playoff-Aus in der NLCS

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März 29th, 2017 by