Saison-Vorschau 2018: #12 Colorado Rockies

Genau wie die gestern vorgestellten Twins waren die Colorado Rockies eines der Überraschungsteams des letzten Jahres und genau wie für die Twins währte die Postseason für die Rockies nur bis zum Wild-Card-Spiel. Natürlich hat das Hunger auf mehr gemacht, gerade für eine Franchise wie die Rockies, die es in ihrer 25 Jahre alten Geschichte nur viermal in die Playoffs geschafft hat – übrigens immer über die Wild Card, noch nie als Divisionssieger. Die Division werden sie wohl auch dieses Jahr nicht gewinnen, aber eine Wild Card möchte man schon gern wieder haben. Das Batting Lineup des letzten Jahres um seine beiden Stars Nolan Arenado und Charlie Blackmon ist nahezu unverändert geblieben. Nur Catcher Chris Iannetta ist neu und Rookie Ryan McMahon wird voraussichtlich die erste Base übernehmen. Auch in der komplett aus Eigengewächsen bestehenden Starting Rotation ist Beständigkeit die Devise; größere Veränderungen gab es allein im Bullpen, der in Closer Greg Holland einen Leistungsträger verloren, in Wade Davis aber wohl mindestens gleichstarken Ersatz gefunden hat. Es wird schwer werden, den Erfolg aus dem letzten Jahr zu wiederholen, doch die Zeit dafür ist jetzt – nach der Saison werden Charlie Blackmon und D. J. LeMahieu, ein Jahr später Nolan Arenado Free Agents. Damit könnte sich das Fenster der Rockies schon wieder schließen, denn die drei Stars zu halten wird finanziell vermutlich nicht drin sein für Colorado.

Voraussichtliches Lineup
C Chris Iannetta
1B Ryan McMahon
2B D. J. LeMahieu
SS Trevor Story
3B Nolan Arenado
LF Ian Desmond
CF Charlie Blackmon
RF Carlos Gonzalez

Voraussichtliche Rotation
SP Jon Gray
SP German Marquez
SP Chad Bettis
SP Tyler Anderson
SP Kyle Freeland
Closer Wade Davis

Wichtigster Zugang
RP Wade Davis (Chicago Cubs)

Wichtigster Abgang
RP Greg Holland (noch ohne neuen Verein)

Bestes Prospect
SS Brendan Rodgers

Größte Stärke
Die hausgemachte Rotation: Gut, die größte Stärke der Rockies dürfte nach wie vor das Batting sein, aber man kann inzwischen tatsächlich auch mal ihr Pitching loben. Seit ihrem Bestehen gilt diese Franchise wegen des hoch gelegenen Ballparks als vermintes Terrain für Pitcher. Aber die Rockies haben aus der Not, dass etablierte Pitcher nicht nach Colorado wollen, eine Tugend gemacht und in den letzten Jahren sehr gute Nachwuchsarbeit geleistet. Alle fünf voraussichtlichen Starter kommen aus der eigenen Farm und geben begründeten Anlass zur Erwartung, dass das einstige Problemfeld mit einer soliden Einheit besetzt ist.

Größte Schwäche
Die Division: Die NL West ist in meinen Augen die Division mit der höchsten Leistungsdichte in der MLB. Die Los Angeles Dodgers bleiben vermutlich auch dieses Jahr eine Klasse für sich, dahinter wetteifern die Rockies und die Arizona Diamondbacks um die bessere Wild-Card-Position und es spricht nicht wenig dafür, dass auch die San Francisco Giants sich wieder in dieses Rennen einschalten werden. In den meisten anderen Divisionen hätte ich die Rockies auf Platz zwei mit einer Wild Card getippt – in der NL West wage ich diesen Tipp nicht, hier werden letztlich Kleinigkeiten wie ein, zwei Verletzungen oder Glück und Pech in knappen Spielen entscheiden.

Spannendste Frage
Zahlt sich die Investition in den Bullpen aus? Im Gegensatz zur selbst herangezogenen Starting Rotation haben die Rockies in den Bullpen reichlich über die Free Agency investiert: Für jeweils drei Jahre unterschrieben Star-Closer Wade Davis für 52 Millionen Dollar, Setup-Righty Bryan Shaw und Setup-Lefty Jake McGee für je 27 Millionen. Das sind über 100 Millionen Dollar für drei Reliever – eine Menge Geld, aber wohl nötig. Denn zum einen ist ein starker Bullpen essentiell in einer Umgebung, in der Starter schneller erschöpft sind als anderswo, zum anderen kommen Pitcher nicht ohne reichlich „Schmerzensgeld“ nach Colorado.

Prognose
Platz 3 in der NL West

Hier geht’s zum Power-Ranking und allen bisher erschienenen Previews.

März 16th, 2018 by